Saturday, February 14, 2009

Parteibuch Ticker Feed von 2008-09-07

Parteibuch Ticker Feed von 2008-09-07


ISLA: Seemanöver
09/07/2008 11:51 PM
werden jetzt wieder Mode. Wie man auch hier sieht.
Update: Und hier noch was dazu lesen kann.[Link] [Cache]
elementarteile: Themen der nächsten Monate…
09/07/2008 11:35 PM

Verlasst euch drauf: Arbeitslose und Terrorismus kommen wieder ganz oben auf die Liste, der Artikel dazu ist fertig, aber ich warte noch ein wenig…

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Ron Paul Delegierter: "Die Republikaner sind Nazis"
09/07/2008 11:22 PM

Lew Rockwell Blog
Freitag, 5. September 2008

Deutsche Übersetzung: ronpaul.blog.de

Eine Person aus Texas schrieb: „Ich war Delegierter zur Parteiversammlung der texanischen Republikaner in diesem Jahr. Sobald von einem Delegierten bekannt wurde, dass er Sympathien für Ron Paul hegte, wurde im verwehrt bei der Versammlung zu sprechen. Wenn er versuchte an ein Mikrofon zu kommen, wurde es einfach abgeschaltet. Wenn ein Delegierter sprach und versuchte Ron’s Namen zu erwähnen, wurde ebenfalls sein Mikro sofort abgeschaltet. Jedermann der mit Ron Paul Delegierten sympathisierte, sogar die, die einfach nur eine faire und offene Diskussion wollten, wurden mit Verhaftung bedroht. Die Houston Polizei war überall und bereit, auf ein Zeichen der Parteioberen, jedermann ohne konkretes Vergehen herauszubugsieren.“

jed_eddy_fake_republican

„Die Republikaner sind Nazis. Ich werde nie wieder für sie stimmen, an etwas für sie teilnehmen oder sie in irgendeiner Form unterstützen. Wissend was ich jetzt weiß, sogar als evangelischer Christ, würde ich eher Demokraten wählen bevor ich wieder ein Kreuz bei den faschistoiden Republikanern mache. Dr. Paul ist in einer Partei, die ihn und alles wofür er steht absolut verachtet.“

Schau dir diesen Bericht - hier- an, um zu sehen was mit Paul Delegierten passiert, die es trotzdem bis zum Parteitag in Minnesota geschafft haben – Plakate, Stecknadeln und Bücher werden einfach konfisziert.

"Der Gedanke, dass ich ein Delegierter bei deren Parteiversammlung war, führt bei mir immer wieder zu einem Brechreiz. Ich bete, das sie bei den Wahlen im November haushoch besiegt werden. Sie haben es nicht einmal verdient, als Hundefänger gewählt zu werden.“

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HU-Marburg: Beck to the Roots gemobbt
09/07/2008 10:34 PM
Eine Intrige machte den Weg frei für Müntefering - HU-Ortsverband Marburg.

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redblog: Innerparteiliche Demokratie? Scheiß drauf!
09/07/2008 10:02 PM
Steinmeier wird Kanzlerkandidat
Der stellvertretende Parteivorsitzende und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2009. Das beschloss die SPD-Spitze am Sonntag auf ihrer Klausurtagung im brandenburgischen Werder.
So heißt es auf der Internetseite der Spezialdemokraten. Mitglieder und Parteitage werden nicht gefragt.

Wer das Grundgesetz mit Füßen tritt, braucht Parteistatuten schon lange nicht mehr.[Link] [Cache]
"Die Dreckschleuder": Vergiftet ihre Brunnen…
09/07/2008 09:21 PM

Nachdem Vertreter des Europarates die Lage in Südossetien Ende September vor Ort einschätzen, würden sie ihre Haltung zum russischen Kaukasus-Einsatz ändern - hofft zumindest Konstantin Kossatschow, der Russland bei der Parlamentarischen Versammlung in Straßburg vertritt.
Wie Kossatschow am Freitag in einem Interview mitteilte, soll eine neunköpfige Delegation des Europarates vom 21.-26. September das georgische Krisengebiet sowie Tiflis und Moskau besuchen. Mit Blick auf die Ergebnisse dieses Besuchs verabschiede die Parlamentarische Versammlung des Europarates dann eine Resolution. Das geschehe voraussichtlich am 2. Oktober.
„Es wäre heute verfrüht, davon zu sprechen, wie diese Resolution ausfällt. Ich glaube aber, sie wird nicht so einseitig sein, wie die jüngste Erklärung des EU-Parlaments", so Kossatschow. Das EU-Parlament hatte am 3. September Russlands Kaukasus-Einsatz verurteilt.
„Hoffentlich widersteht die Parlamentarische Versammlung des Europarates der Versuchung, ein weiteres geopolitisches Spiel zu spielen. Hoffentlich verzichtet sie darauf, nur eine Konfliktpartei zu unterstützen, und äußert ihre Unterstützung für die Opfer der Aggression", so Kossatschow.
Lange vor dem Beginn des bewaffneten Konflikts habe Russland auf Georgiens Kriegspläne mehrmals hingewiesen und den Europarat aufgerufen, die Regierung in Tiflis zu beeinflussen, damit diese auf Gewalt verzichte. Die Parlamentarische Versammlung habe darauf aber nicht „adäquat" reagieren können.
„In den ersten Tagen der Kampfhandlungen äußerte sich die Versammlung überhaupt nicht zum Thema. Der Generalsekretär des Europarates, Terry Davis, reiste zwar nach Tiflis, besuchte aber weder Zchinwali noch Moskau", betonte Kossatschow.

Unterdessen werden immer neue Pläne der Georgischen Führung offengelegt, wie im Fall Suedossetien mit den dort lebenden Menschen zu “verfahren” ist…unter anderem sollte das Trinkwasser vergiftet werden.
Es ist erschreckend wie sich europäische Regierungen und die USA für eine Nation engagieren, die die schmutzigsten Pläne ausarbeitete um südossetische Bürger zu vernichten.Zugleich stellt es die Unterstützerstaaten in einem Licht dar, das einem Angst einflösst.
Um Zchinwali vor der Offensive zu demoralisieren, wollten georgische Sondereinheiten nach Angaben der südossetischen Sicherheitsbehörden das Wasser in der Stadt vergiften.

„Uns liegt ein Plan vor, der nach der Zerschlagung der georgischen Truppen beschlagnahmt wurde. Demnach sollte die Wasserversorgung von Zchinwali bei einer Ausnahmesituation gekappt werden. Eine bewaffnete Aggression gegen die Republik ist auch eine Ausnahmesituation", so der südossetische Generalstaatsanwalt Taimuras Chugajew am Freitag.

Er zitierte Auszüge aus diesem Plan: „Die Vergiftung von Wasserquellen vor der Erstürmung der Stadt würde den Kampfgeist und den körperlichen Zustand von Separatisten ruinieren und die Aufgabe der georgischen Armeeeinheiten deutlich erleichtern".

Im Falle des Scheiterns des Vergiftungsversuchs, hätten die georgischen Spezialkräfte die Wasserversorgung vollständig kappen und Brunnen sprengen müssen, so Chugajew.

Darauf, dass es diesen Plan gebe, hatte Südossetiens Präsident Eduard Kokoity bereits am Montag hingewiesen: „Georgien hatte unmenschliche Pläne, die wir heute belegen können".

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rotglut.org: Die Lügenolympiade - Erste Preisvergabe
09/07/2008 09:18 PM
Zusammengestellt: vorerst 65 Lügen von fünf Personen Ich habe in den letzten Stunden für den Prozess in der Sache 9 O 1935/06 insgesamt 65 Lügen des Mario Dolzer (München), des Andreas Neuber (Krefeld), des Alexander J. Kleinjung (Frankfurt am Main), des Günther Freiherr von Gravenreuth (München) und von Bernhard Syndikus(München) allein aus Gerichts ... [Link] [Cache]
Freeman: Bericht über unser zweites Treffen
09/07/2008 09:02 PM
Hier ein kurzer Bericht mit ersten Fotos über unser Treffen am Wochenende.

Ungeduldig warteten schon die ersten auf den Einlass, als wir um 19:15 Uhr bei herrlichen warmen Wetter unser Treffen am Freitag starteten. Pünktlich waren wir mit allen Vorbereitungen für den Anlass fertig geworden, na ja einige zusätzliche Stühle mussten noch aufgestellt werden ;-) und die Menge strömte in die Halle, die wir herzlich willkommen hiessen. Wir hatten ein volles Haus und mein Team und ich waren über das grosse Interesse völlig überrascht. Ich freute mich sehr, bekannte Gesichter aus unserem ersten Treffen wiedersehen zu können.

An Hand der Nummerschilder der Autos auf dem Parkplatz war zu sehen, aus allen Teilen der Schweiz, Österreich und Deutschlands waren die Teilnehmer angereist. Sogar aus Schweden durfte ich jemand begrüssen ... wow! Überhaupt bin ich über die sehr vielen Teilnehmer an den beiden Tagen mehr als erfreut. Über 250 aufgestellte Leser des Blogs, aber auch interessierte Einheimische, hatten den Weg in die Zentralschweiz in der Nähe von Luzern gefunden, um sich gegenseitig kennen zu lernen und die interessanten Vorträge anzuhören. Mehr hätten es gar nicht sein dürfen, sonst hätten wir ja ein Platzproblem bekommen. Vielen herzlichen Dank.


Unsere spezieller Gast, der bekannte Buchautor und Wirtschaftsjournalist William Engdahl begann den Abend mit einem Überblick der geopolitische Situation und welche Konsequenzen dies auf uns persönlich hat. Vital Burger ergänzte die Aussagen mit einem Bezug zur lokalen Politik und Situation auf Gemeindeebene.

Zu jedem Referat folgte eine anschliessende Frage und Antwort Session, die rege benutzt wurde. Nach einem Abendessen im Biergarten des Restaurant Chlöpfen ging es dann weiter mit dem Film „Unter falscher Flagge", welcher von Frank Höfer, dem Filmemacher persönlich vorgestellt wurde. Er erzählte uns, wie er dazu motiviert wurde diesen zu drehen und welche positiven Reaktionen er auf seinen Film bekommen hat.

Anschliessend, nach dem Genuss unseres eigenen „Schall und Rauch" Bier mit angeregten Diskussionen, welches wir von einer kleinen aber feinen Brauerei bezogen hatten (so kann man auch gegen die Globalisierung etwas tun, die lokalen Produkte kaufen, das Gewerbe in seiner Umgebung unterstützen, statt den Bierkonzernen das Geld nachzuschmeissen), welches auch noch qualitativ besser ist und gut schmeckt, war der erste Abend schon rum.

Am Samstag um 9:00 Uhr ging es weiter und die Wiese nebenan war komplett mit Autos zugeparkt. Unsere Junioren als Parkplatzanweiser waren ziemlich überfordert und fragten, wo wollen wir mit den Autos hin, wenn noch mehr kommen? Unser Shuttel zwischen Bahnhof und Chlöpfen war auch rege unterwegs, um alle Besucher rechtzeitig zu bringen. Das Hotel Brüggli meldete uns, sie wären ausgebucht. Mit zusätzlicher Bestuhlung hatten aber alle Platz.

Am Vormittag gab es sehr interessante Vorträge zur Finanzkrise von Bill Engdahl, über persönliche Vorsorge mit guten Tips von Gerhard Spannbauer, sowie von Vital Burger und mir.

Zur Mittagspause begaben wir uns in den Biergarten, um in der warmen Sonne uns zu stärken. Der Wirt hatte eine Segeljolle als Bar aufgestellt, und damit die grosse Anzahl Gäste effizienter bewirtet werden konnten, wurde eine Selbstbedienung eingerichtet.

Ab 13:00 Uhr gestaltet sich das Nachmittagsprogramm mit Vorträgen über die Situation in Georgien, Einführung der biometrischen Pässe, Peak Oil, globale Erwärmung, Medienzensur und anderen Themen, von William Engdahl, Roger Buchschacher, Vital Burger und mir, wobei Wojna, der Leadsänger der Band Die Bandbreite, uns auch über seine Erfahrungen mit den Medien berichtete.

Anschliessen erfolgte eine Diskussionsrunde, in der ich die Frage stellte, „wie soll es mit einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung weitergehen und gibt es die Bereitschaft, eine neues Medium zu unterstützen?"

Nach einem langen Tag und vielen neuen Erkenntnissen, der auch durch das gegenseitige Kennenlernen bereichert wurde, begaben wir uns ins Restaurant und gingen zum gemütlichen Teil über. Bei gutem Essen und Trinken wurden an jedem Tisch angeregte Diskussionen geführt.

Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen, aber das störte uns nicht, denn wir freuten uns schon alle auf den Auftritt der Bandbreite. Die Stühle wurden vor der Bühne zur Seite geräumt und dann ging es los mit dem Polit-Rap.

DJ Torben und Wojna heizten uns richtig ein und wir jubelten alle, als sie „Selbtsgemacht" vortrugen.

Nach einem mehr als einstündigen Konzert, applaudierten alle begeistert und verlangten Zugabe. Bill Engdahl sagte danach zu mir, diese Jungs sind spitze, ihre Musik mit Botschaft, kurz und treffend, mit passenden Videobildern, ist ein effektiveres Mittel, speziell um die Jungend politisch aufzuklären, als zehn seiner Artikel. Was für ein Kompliment!

Nach so viel Schwung in der Bude, servierten wir zur späten Stunde dann noch eine feine Suppe zur Stärkung, und frisch gezapftes „eigenes" Bier gegen den Durst.

Zur Abrundung und Ausklang des Tages, präsentierten wir den Spielfilm „Reflecting Pool", eine andere Form die Menschen über die Ungereimtheiten von 9/11 näher zu bringen und zu motivieren, die offizielle Version der Ereignisse anzuzweifeln.

Mein Team und ich waren sehr erstaunt, wie viele es bis nach 1:00 Uhr Morgens durchhielten und sogar sich bereit erklärten, beim Aufräumen mitzuhelfen.

Wir haben so viele nette und begeisterungsfähige, wirklich gute Leute kennen gelernt. Mit eurer zahlreichen Teilnahme und konstruktiven Mitwirkung, ist es ein ganz toller Event geworden.

Ich freue mich auf eure Kommentare und baldigen Wiedersehen.

Einen grossen und herzlichen Dank an die vielen freiwilligen Helfer, dem Restaurantteam, an William Engdahl und alle Gastredner, dem Kamerateam von Frank Höfer, der Bandbreite ... und speziell an Vital Burger für die Infrastruktur, ... ohne euch wäre es nicht möglich gewesen. [Link] [Cache]
Lurusa Gross: Lieber Herr Steinmeier
09/07/2008 08:46 PM

Lieber Herr Steinmeier,

Sie haben mir einen so netten Brief geschrieben, unter anderem folgendes:

>… Wir waren uns einig: Jetzt ist die Zeit reif, die Entscheidung zu treffen. Wir waren uns auch einig, dass mit dieser Personalentscheidung ein wirklicher Neuanfang in der Partei verbunden sein muss. Mit einem starken Zentrum, hinter dem sich die Partei geschlossen vereint. Die Kämpfe von Flügeln und Personen müssen ein Ende haben…<

Antwort:

Bla,bla,bla…, ich sehe nun wahrlich keine Möglichkeit mehr weiterhin Gastmitglied der SPD zu sein. Ich behalte meine Flügel lieber ungestutzt und auf meine Persönlichkeit lege ich auch großen Wert.
Und über den sonstigen Inhalt verkneiffe ich mir besser jede Bemerkung. Aber wer so schöne Briefe schreibt, der kann es ja nur ehrlich meinen…oder haben sie den Brief von jemand anderem schreiben lassen? Die Sekretärin von Merkels hätte wahrscheinlich gerne geholfen…ganz im Vertrauen, Herr Steinmeier…hat sie etwa….?
Hier sind schon mal ein paar Mitarbeiter, ich hatte sie bereits vorgestellt. Sie werden sie brauchen können-
Die Speichellecker:

Geheimschrift und Balken sind eigentlich nicht vorgesehen, aber was soll es…
Ich glaube nicht das die SPD so zu neuen Mitgliedern kommt…
oder wie wäre es mit folgenden Kleiderpuppen:
Kleiderpuppen-austauschbar
Sie sind schon ein bißchen lädiert, aber das macht nichts-eine Schönheitsoperation kann man sich als 1€- Jobber einfach nicht leisten.
Oder lieber diese hier?
Vielleicht wären die für ein Parteibuch zu haben?
weibliche Variante
Und Frauen dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Ist das jetzt eine Kellerausstellung?
Und das mag ich wegen der Farben...

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redblog: Werbung für die Mülltonne
09/07/2008 08:43 PM
kurt beck autobiographie Die SPD steckt in einer tiefen Krise - eingekeilt zwischen einer populistischen Linken und einer sozialdemokratisierten Union. Wenn es jemanden gelingen kann, der Partei zu neuer Kraft zu verhelfen und die auseinanderstrebenden Flügel zusammenzuführen, dann ist es Kurt Beck. Quelle: Verlagsankündigung[Link] [Cache]
Deutsche Post World Net: Ihre Post, überall
09/07/2008 08:14 PM
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ISLA: No title
09/07/2008 07:50 PM



Dr. James Hillman Live at Mythic Journeys
Part 1[Link] [Cache]
meinensenfdazu: Die SPD ist auf dem besten Weg ...
09/07/2008 07:40 PM
.. in die redlich verdiente Bedeutungslosigkeit. Wer sich mit Gestalten wie "Graf Rotz" Clement, "GAZPROM-Kohle Geier" Gerd und dem Arbeiterverräter Münte umgibt, mit Hartz IV, Agenda 2010 und anderen "Nettigkeiten" seine ureigene Clientel verrät, darf sich nicht darüber künstlich echauffieren, daß diese SPD demnächst unter die 5 %-Hürde zurück fällt.
Nun steht er also fest, der neue SPD-Kanzlerkanditat in Person von Frank-Walter Steinmeier.
Ja, wie gesagt: diese Partei arbeitet sehr zielstrebig und konsequent an ihrem weiteren Niedergang. Daß die Wahl auf unseren derzeitigen und in jeder Beziehung blassen Außenminister fiel, überrascht nur noch die, die weiterhin an eine echte sozialdemokratische Partei glauben.
Kurt Beck´s Haltung eines klaren und definitiven "JEIN" zu der Frage einer zukünftigen Rot-Rot-Koalition (zumindest für Hessen) trug zur Richtungsbestimmung dieses desolaten Haufens kaum bei. Zumindest überließ er die Entscheidung den Landesverbänden, und das war sicherlich einer der Auslöser für die Demontage von Kurt Beck durch Münte & Co. zugunsten einer Kontinuität in der Merkel-Truppe. Da stört nur jemand, der sich nicht klar gegen Bündnisse mit der LINKEN abgrenzt.[Link] [Cache]
ISLA: No title
09/07/2008 07:31 PM
"Wenn du nicht kommen willlst, dann bleib da. Ich werde schon irgendwie damit fertig werden. Bye!"[Link] [Cache]
ISLA: SMS
09/07/2008 07:29 PM
An Aliens und Hasen-Hasser: Aufgrund eines offenbar missverständlichen Postings gerade schon wieder merkwürdiges Timing in meinem Postfach. Ganz viel Orangen-Geschmack. So wie bei den Erdbeeren. Ich lege niemanden rein. Solange ich nicht reingelegt werde. So, wie wir Weltverbesserer halt sind ...

Jeder Versuch, "Gegenbeweise" zu produzieren, ist zwecklos und wird als solcher geoutet.

In meinem Postfach toben sich doch tatsächlich die Narren aus, die "Game over" schreien. Die Irren, die. 750 Euro. Pro Tag. Seit.[Link] [Cache]
ISLA: 17:06
09/07/2008 07:28 PM
Neuer Kommentar zum Beitrag "Verleumdungsattacke gegen Esowatch".
http://www.mein-parteibuch.com/blog/2008/08/20/verleumdungsattacke-gegen-esowatch/

Autor: apfelsinchen
Kommentar:
Hab mir

http://pressemitteilung.ws/node/135060

angeschaut. Unglaublich was Esowatch da treibt. Denken die wirklich, die Leute würden ihre fadenscheinigen Ausreden glauben. Auf solche "Weltverbessserer" kann das Internet wirklich gut verzichten.

Apfelsinchen[Link] [Cache]
Müntefering zwei: No Future
09/07/2008 07:24 PM

Als Kurt Beck SPD-Chef wurde, nachdem innerhalb eines halben Jahres zwei Vorsitzende verbraucht waren, schrieb ich:
Das letzte Aufgebot quasi ist das letzte Schwergewicht der SPD. Nicht nur deshalb, so sei hier wieder ein Orakel gewagt, wird er lange ihr Chef bleiben.
Ich hatte mit einigem gerechnet, den Intrigen der Agenda-Fraktion und der Presse etwa, setzte aber darauf, daß es nach Beck keine Alternative gäbe. Zumindest damit behielt ich recht. Wer hätte gedacht, daß die SPD derart rückwärtsgewandt ist, einen bereits verschlissenen Vorsitzenden noch einmal ins Rennen zu schicken? Zumal die Voraussetzungen noch dieselben sind: Nahles und die Kohorten, die Münte damals seinen Generalsekretär vorschreiben wollten, sitzen noch immer fest im Sattel. Was mich damals bewog, zu prognostizieren, man müsse sich den Namen des Neuen (Platzeck) nicht lange merken, war die Substanzlosigkeit der SPD 2010 und ein Personal, das weder Inhalt noch Charakter zu bieten hat. Heute serviert man also einen Aufguß dessen, in der ernsthaften Hoffnung, damit etwas, nämlich die Bundestagswahl, zu retten.
Das Symbol, das ein Vorsitzender Müntefering darstellt, ist die schiere Resignation. Er ist bereits verbraucht und mit 68 Jahren kein Mann für die Zukunft. Er und die Agenda-Kumpels fahren seit Jahren den Kurs “nach uns die Sintflut”, und mit ihm bringen sie einen nach vorn, dem tatsächlich alles wurscht sein kann. Dazu paßt auch das Verfahren: Ein kleiner Kreis klüngelt erst den Kanzlerkandidaten aus, wobei dem Vorsiztenden offenbar hintenrum übel mitgespielt wird. Als nächstes kungelt wiederum ein durch nichts legitimiertes Klübchen denjenigen aus, der den Vorsitz übernehmen soll. Die Partei wird nicht gefragt, sie hat das gefälligst abzunicken. Müntefering ist kein Kandidat, sondern die Lösung der Agenda-Fraktion, die sich inzwischen ganz offen als Entscheidungsmacht von Gottes Gnaden aufspielt.
Der Gedanke, der dahinter steht, ist halbwegs nachvollziehbar: Münte ist bei den Seeheimern und der Presse beliebt und gilt bislang auch als ein “Mann der Partei”. Strategisch betrachtet also der einzig Richtige. Darin aber liegt noch immer das Problem: Die 2010er kennen keine Diskussion, keine andere Meinung und schon gar keine Menschen, die sie überzeugen müßten. Das gilt für die Partei ebenso wie die Wähler. Sie sind das Fleisch gewordene Schrödersche “Basta”, und Müntefering ist das Mittel, die Partei ruhigzustellen.
Es wird nicht funktionieren. Die ganze Mannschaft stinkt der Partei. Steinmeier, Steinbrück, Scholz, Heil und wie sie alle heißen, sind politische Funtktionsmöbel ohne jeden Esprit. Münte haftet jetzt auch noch der Makel an, Kurt Beck gemeuchelt zu haben, gemeinsam mit seinen Weggefährten aus der Hartz-IV-Schmiede. Zu glauben, er könnte unter den aktuellen Bedingungen die Partei hinter die Führung bringen, ist nicht mehr naiv, sondern schon debil. Und als sei das noch nicht dumm genug, macht sich die Führungsclique noch immer nicht klar, daß Steinmeier, Müntefering und Co. die falsche Politik verkaufen. Die Besetzung der Hauptrollen ist da nur Symptom, wenngleich ein deutliches.
Vielleicht gelingt es Münte dennoch, die Partei ein wenig zu einen. Am besten holt er dazu Wolfgang Clement wieder ins Boot. Das würde ihm noch einmal so viele Parteiaustritte bescheren wie zu seiner letzten Amtszeit und vielleicht endlich die Befreiung bringen - von den letzten Sozialdemokraten in der SPD.

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Mission Accomplished: Die Vernichtung der SPD
09/07/2008 07:09 PM

Gerhard Schröder,Frank Steinmeier,Franz Müntefering,Peter Struck,Peer Steinbrück: sie stürzen Kurt Beck um Merkel, CDU und CSU weiter an der Macht zu halten.

Autor: Daniel Neun • 7. September 2008

Werder, bei Berlin: Frank Steinmeier hat heute gegen 16.25 Uhr, an der Seite von SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, mit einstimmiger Unterstützung des SPD-Präsidiums seine Nominierung als Kanzlerkandidat bekannt gegeben. Ebenso macht er offiziell, was bereits vorher durchgesickert war: Kurt Beck ist als Vorsitzender der SPD zurückgetreten. Beck hatte gleich nach Bekanntwerden seines Rücktritts um 13.44 Uhr das Tagungsgelände verlassen.

Steinmeier erklärte in der sehr kurz gehaltenen Pressekonferenz, bei der keine Fragen zugelassen wurden, dass ein Sonderparteitag einberufen werde und er geschäftsführend mit Zustimmung des SPD-Präsidiums den SPD-Vorsitz bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden auf dem Parteitag übernehme.

Wer der neue SPD-Vorsitzende sein wird, das verkündete Steinmeier ebenfalls: Franz Müntefering. Er, Steinmeier schlage diesen vor, ebenfalls mit Unterstützung des SPD-Präsidiums.


Karikatur: © Kostas Koufogiorgos http://www.koufogiorgos.de

Die Ereignisse des heutigen Tages bei der Klausur der Regierungsvertreter zusammen mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck und seiner Stellvertreterin Andrea Nahles hat in zeitlicher Reihenfolge bereits der FTD-Ticker gut zusammengefasst. Es ist schon mal an der Zeit für eine Todesanzeige.

FANTOMAS SCHRÖDER KEHRT ZURÜCK

Das Dümmste, ja das Allerdümmste was man machen kann, ist den Regierungsvertretern mit SPD-Parteibuch seit Amtsantritt Gerhard Schröders im Jahre 1998 gerade gut genug. Erschreckt von der fehlenden parlamentarischen Mehrheit für die fortgesetzte Verhinderung der Berliner Republik unter Helmut Kohl, versuchte die Regierungsclique Schröders - die nie mit einer Mehrheit für rot-grün gerechnet hatte - nun eine extra reaktionäre Politik um die eigene Wählerschaft für ihre Dummheit zu betrafen, nämlich SPD gewählt zu haben.

Die Schröder-Clique, die seit der Machtübernahme 1998 ununterbrochen amtiert und seitdem nie eine Wahl gewonnen hat, entsorgte zuerst einmal Oskar Lafontaine, dem sie den Wiederaufstieg nach der Katastrophe Rudolf Scharping überhaupt zu verdanken hatten. Scharping wurde Verteidigungsminister, log zum Jugoslawienkrieg - dem ersten den die Deutschen wieder führten seit dem 2.Weltkrieg - und Lafontaine trat als Finanzminister und SPD-Vorsitzender zurück nachdem er durch die Schröder-Clique vollständig entmachtet worden war. Diese hatte sich damals mit Lafontaines Todfeind Scharping verbündet und Scharping zum Führer der Bundestagsfraktion gemacht.

Zu der Schröder-Clique, von Anfang an, gehörte dessen Kanzleramtsminister Frank Steinmeier. Wissen Sie, wie Schröder ihn immer nannte? Seinen "Macht mal".

SANCHO STEINMEIE

Entgegen allen Ankündigen, allen Versprechen, allen demokratischen Regeln, ja allen Machtwillens und wirklich jedes bisschen Verstandes führte heute Steinmeier, der "Ich mach mal", wieder einmal Befehle von ganz westlich oben aus, zwang mit den anderen der Schröder-Clique, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sowie dem "Führer" der SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Struck, in einem seperaten Gespräch mit Beck und dessen Stellvertreterin Andrea Nahles in einem drei Kilometer entfernten Privathaus die eigene Kanzlerkandidatur zum jetzigen Zeitpunkt durch und damit den eigenen Vorsitzenden Kurt Beck zum Rücktritt.

Das macht niemand der als SPD-Kanzlerkandidat eine demokratische Wahl im Jahre 2009 gewinnen will. Das macht ein Büttel wenn er Befehle ausführt.

RECHTS NEBEN DEN MIESESTEN DIE DÜMMSTEN LINKEN DER WELT

Wer die SPD nun so einschätzt, dass sie sich die Art und Weise dieser Kandidaturerzwingung und Wegtritt des eigenen Vorsitzenden einfach gefallen lässt, der begreift nicht dass es mittlerweile eine *räusper* Wahlalternative zur SPD gibt, mit einem Vorsitzenden dem genau das schon einmal passiert ist als er noch Vorsitzender der SPD war.

D.h., die Leute müssen nicht mehr SPD wählen, weil nichts anderes da ist. Steinmeier und die Regierungsclique haben heute gleich zwei 20 Prozent-Parteien ausgerufen, einmal die "Linke" und dann die SPD. Und wenn das so weitergeht (und es geht so weiter, einfach immer weiter) kann es durchaus sein dass ein ehemaliger Sozialdemokrat als linker Kanzlerkandidat 2009 mehr Stimmen für die Linke zusammenbekommt als Frank Steinmeier für die SPD.

Ansonsten wäre die heutige Hinrichtung des eigenen Vorsitzenden für die Sozens überhaupt kein Problem. Die mögen das.

Gemein, antisozial und heimtückisch sein, dafür vom Wähler verprügelt zu werden, zu verlieren, zu folgen, sich zu unterwerfen und dann mit jammervoller Inbrunst der Heuchelei loszuheulen, "ja was soooooll´n wir denn machen..".

Nur dieses Mal reden wir über die Vernichtung der SPD und der fehlenden Möglichkeit für Abertausende von Funktionären sich ohne Arbeit bestens zu ernähren und die Kinder in die Privatschulen zu schicken. Da wird es dann eng, mit der Unterwürfigkeit. Am Ende gibt es dann noch Gegenkandidaten und wer dann gewinnt, dass weiss man. Also lieber erst gar nicht soweit kommen lassen, Franky.

Aber nun ist es passiert. Frank Steinmeier zwingt den eigenen Vorsitzenden zum Rücktritt, der zufällig vor kurzem als SPD-Selbstmordattentäter reanimierte Franz Müntefering wird par ordre du ordre als neuer SPD-Chef ausgerufen, die 50 im eigentichen Klausur-Tagungsort anwesenden SPD-Funktionäre sagen sich nun á la Matrix "es gibt keinen Löffel, ich seh nur so aus" und 500.000 Mitgliedern wird gesagt "was wollt Ihr denn noch bei uns?

DER GEIST AUS DER FLASCHE

Okay, ich bin jetzt mal ein Geist, der seit Hunderten von Jahren verbuddelt in dieser Erde lag. Jemand hat mich befreit, mich ins Leben gerufen auf dass ich eine Aufgabe erfülle zu der jedes andere Menschenkind leider nicht in der Lage war.
So, Ihr Maden. Ja, Ihr seid gemeint. Ihr, die ihr euch deutsche Sozialdemokraten nennt. Ihr nehmt jetzt mal den Daumen aus dem Auge.

Fein. Tut´s weh? Ja, so ist das.

Ihr könntet eigentlich jetzt mal langsam aufwachen. Das ist wirklich nicht zu früh. Das ist auch nicht so schlimm, wie man immer sagt. Das hat auch wirklich nichts damit zu tun jetzt in die Welt rauszurennen und wieder irgendwas zu erobern oder sonst irgendwelchen Mist zu bauen, in Afghanistan, in Pakistan, in Afrika, auf den Weltmeeren und im Kaukasus.

Viel besser ist es doch daheim, nich`? Am Schönsten ist es doch dort, wo man sich zuhause fühlt, heisst es. Dann muss man sich natürlich auch drum kümmern, nich´?
Wie macht man das?

Indem man sich einigt.

Nun ist das so eine Sache mit der Einigkeit. Die einen sagen immer "Einheitsfront" und die anderen auch. Was soll das alles. Im Grunde könnte man sich doch einigen ohne gleich Elefant zu spielen, gerade wenn man so einen schönen Pozellanladen hat auf den alle neidisch sind und bei dem einer ganzen Rotte von Räubern weltweit der Sabber die Leffzen runterläuft wenn sie an uns denken.

Im Grunde, dem Erdgrunde, ist das nämlich so: entweder man will Gutes und tut es, oder man will Mist und macht ihn auch, und weil man den macht, ja deswegen macht man ihn auch, Genossinnen und Genossen, und weil wir den machen ist das vernünftig.

Die Deutschen bräuchten mal wieder eine ganz normale Partei. Keine die ihre Republik (was für ein gutes Wort, findet Ihr nicht?) mit Haut und Haaren verkauft, sondern die sich nach dem alten Wort von der Verfassung, nach den Regeln richtet.

Nein, nicht hinrichtet, liebe Sozens. Richtet. Ihr versteht das.

Denn wisset, Sozens, das ist jetzt wirklich eure letzte Chance die ganzen Lenker vorne am Steuer da wegzuholzen, bevor sie vollständig ihren Job erfüllt haben. Und deren Job heisst es die CDU und Merkel an der Macht zu halten, damit die NATO und die EU ihre Macht behalten um weltweit ihre Rohstoff-Kriege zu führen.

Denn die NATO, die EU und die CDU, die sind nichts ohne Euch, Sozens. Das müsst ihr jetzt langsam begreifen.

Denn wenn Ihr das nicht begreift, Sozens, dann seid Ihr nichts, und das schon sehr bald.

Euer Geist aus der Flasche

Quelle: Radio Utopie[Link] [Cache]
Nebenbei bemerkt ...: Ha(r)tz IV - Herbstsaison eröffnet
09/07/2008 07:05 PM
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Radio Utopie: Persönliche Erklärung von Kurt Beck im Wortlaut
09/07/2008 06:49 PM

Der zurückgetretene SPD-Vorsitzende benennt indirekt Franz Müntefering als Drahtzieher einer Intrige gegen ihn

Berlin: Heute haben sich die Ereignisse am Tagungsort der SPD-Führungsschicht überschlagen. Anwesend am Tagungsort waren das Präsidium, Fraktionsvorstand, die SPD- Ministerpräsidenten und die Mitglieder der Bundesregierung.

Bereits vor Beginn der Sitzung sickert auf einmal durch: die ARD wisse bereits, dass Frank Steinmeier Kanzlerkandidat werde. Woher und von wem, das wird nicht gesagt.

(Der “Südwestrundfunk” SWR berichtet nachher als erster vom Rücktritt Becks.)

Auf der Sitzung, die eigentlich um 11.00 Uhr beginnen soll, fehlen ausgerechnet Kurt Beck und Frank Steinmeier. Der Chef der SPD-Abgeordneten im Bundestag, Peter Struck, ist zunächst anwesend. Er behauptet, nichts von der Nominierung Frank Steinmeiers gewusst zu haben. Mehrere Anwesende der SPD-Führungsschicht zeigen sich gegenüber der Presse “verärgert”. Sie seien erst heute, aus der Presse, über die Nominierung Steinmeiers informiert worden.

Dann setzt sich SPD-Fraktionsführer Struck in sein Auto und fährt in ein drei Kilometer entferntes Privathaus…
Dort treffen sich dann Struck mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Aussenminister Frank Steinmeier, ihr Parteivorsitzender Kurt Beck und dessen Stellvertreterin Andrea Nahles.

Dann geht es schnell. Auf einmal heisst es, Kurt Beck habe seinen Rücktritt erklärt. Um 13.44 verlässt Kurt Beck bereits das Tagungsgelände. Erst gegen 16.25 Uhr erklärt dann Steinmeier, zusammen mit SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, auf einer immer wieder verschobenen Pressekonferenz seine Nominierung als Kanzlerkandidat und die Nominierung Franz Münteferings als Nachfolger von Kurt Beck.

Franz Müntefering hatte vor einigen Tagen in einer wohlkoordinierten PR-Aktion wieder die bundespolitische Bühne betreten.

Hier nun die persönliche Erklärung von Kurt Beck zu diesen Vorgängen im Wortlaut, nachzulesen auf seiner Webseite.

Ich habe heute meinen Rücktritt vom Vorsitz der SPD erklärt.

In der vergangenen Nacht ist der Plan von mir und Frank-Walter Steinmeier, mit dessen Nominierung zum Kanzlerkandidaten der SPD durchzustarten und gemeinsam für einen Erfolg bei der Bundestagswahl 2009 zu sorgen, durchkreuzt worden.

Nachdem ich vor gut zwei Wochen Frank-Walter Steinmeier gebeten habe, die Spitzenkandidatur zu übernehmen, haben wir in einer Reihe von Gesprächen sorgfältig und vertrauensvoll die Vorbereitungen getroffen. Teil dieses Konzeptes der Geschlossenheit war auch die Einbeziehung des ehemaligen Parteivorsitzenden Franz Müntefering. Durch die Sonder-Tagung der EU-Außenminister in Brüssel am 1. September 2008 verschob sich die geplante Bekanntgabe der Entscheidung auf den heutigen Tag.

Aufgrund gezielter Falschinformationen haben die Medien einen völlig anderen Ablauf meiner Entscheidung dargestellt. Das war und ist darauf angelegt, dem Vorsitzenden keinen Handlungs- und Entscheidungsspielraum zu belassen. Vor diesem Hintergrund sehe ich keine Möglichkeit mehr, das Amt des Parteivorsitzenden mit der notwendigen Autorität auszuüben.

Ich habe dieses Amt übernommen, um meiner Partei zu helfen. Weil das nicht mehr möglich scheint, habe ich diese Konsequenz gezogen.

Ich hoffe, dass die SPD nun geschlossen und erfolgreich in den laufenden und kommenden Wahlkämpfen auftreten kann und wünsche meinen Nachfolgern viel Glück.

(…)

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13.03.08 Schröder´s Agenda: Die Alte Mitte oder Führerbunker im Exil

aus 2007:

20.05.2007 Lafontaine und Müntefering: ab in den Dino-Park..

Letzte Korrektur 19.16 Uhr

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politplatschquatsch: Umm unausgegraben
09/07/2008 06:45 PM
Nach dem 11. September 2001 wurde es ein bisschen ungemütlich für Al Kaida in Afghanistan. Eigentlich waren Bin Laden und sein Führungskollege Ajman al-Sawahiri davon ausgegangen, dass die amerikanische Administration zusammenbrechen und aus dem Bundesstaat zahlreiche kleine, unabhängige Länder werden würden. Stattdessen schickten die USA Marschflugkörper - und aus der Umma, der weltweiten Gemeinde der Gläubigen, strömten keineswegs die erwarteten Massen an Freiwilligen zur Fortführung des Dschihad in die Berge um Tora Bora.

Lawrence Wright berichtet in seinem erstaunlichen Buch "Der Tod wird Euch finden", wie Sawahiris Frau Umm Assa auf der Flucht nach Pakistan starb: Als die Liebste des Terroristen mit ihrem behinderten Kind in einem Gästehaus der Taliban-Regierung an der Straße nach Pakistan Halt machte, trafen US-Raketen ihre Unterkunft.

Umm Assa überlebte, ebenso wie die kleine Aischa. Doch während die sofort gefunden wurde, hatten Trümmer des Hauses ihre Mutter unter sich begraben. Die Retter setzten das Kind, das unter dem Down-Syndrom litt, vor dem Haus auf ein Bett, und gingen daran, Umm Assa zu bergen. Die aber weigerte sich, ausgegraben zu werden, weil sie befürchtete, die Männer könnten ihr Gesicht sehen. Als sie aufhörte zu schreien, schauten die Retter auch wieder nach dem Kind. Das war allerdings inzwischen erfroren.[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Rechtsputsch in der Linken
09/07/2008 06:17 PM
Das deutsche Volk verdankt Franz Müntefering heute schon viel. Der sauerländische Sozialdemokrat mit dem knittrigen Keith-Richards-Gesicht war es, der den Begriff "Heuschrecken" erfand und dann im großfrei war, als die Staatsbank KfW die Staatsbank IKB in höchster Not an eben diese schrecklichen Heuschrecken verkaufen musste, weil sonst kein Käufer zu finden war. Müntefering kommentierte das nicht, denn er schrieb gerade an einem Buch, in dem er der wankenden, schwankenden Sozialdemokratie den Weg in eine Zukunft ohne Heuschrecken, Staatsschulden, Klimakatastrophen und CDU-Kanzler weisen wird.

Die bricht nun doch schon ab morgen an, denn der "Franz", seinerzeit wie alle SPD-Chefs seit Willy Brandt gescheitert als Vorsitzender der deutschen Sozialdemokratie, darf im zarten Alter von fast 69 noch mal als Hoffnungsträger ran: Nach dem Rückzug von Kurt "Mecki" Beck, der ebenso wie sein Vorgänger Matthias Platzeck "fehlende Kraft" als Kündigungsgrund vorschob, steht "Münte" vor einem gloriosen Comeback. Vorgeschlagen worden sei er, so reportiert n-tv, von Frank-Walter Steinmeier, dem SPD-Vorständler, der seit seinem Aufrutschen ins Außenamt zusehends korrekter versucht, seinen Ex-Chef Gerd Schröder in Gang, Gestik und Sprache zu imitieren. Vorausgegangen war der Inthronisierung des alten Parteichefs als neuem Parteichef und der Kür von Steinmeier als Kandidat für die Bundestagswahl eine breite innerparteiliche Debatte in bester SPD-Tradition. Viele Beobachter fühlten sich an den langwierigen Prozess erinnert, in dem die Amerikaner ihre Präsidentschaftskandidaten auswählen. Niemand hatte auch nur im Entferntesten den Eindruck, hier habe ein Grüppchen mächtiger Männer hinter verschlossenen Türen Entscheidungen auf eine Art getroffen, wie sie früher das DDR-Politbüro bevorzugte.

Nein, die SPD ist demokratisch, das geht ja schon aus ihrem Namen hervor. Eigentlich hatte Beck den kommenden Kanzlerkandidaten deshalb im Alleingang und ganz demokratisch bestimmen wollen. Nun kommt es anders - wie wir früher bereits enthüllten, gibt es im Deutschen ja leider kein Verb für "die Wahrheit sagen" - und ginge es nach Bundesarbeitsminister Franz Müntefering, bräuchte es auch kein Substantiv für "Wahrheit".

Denn natürlich handelt es sich bei dem "Wechsel an der SPD-Spitze" (Spiegel) um einen Rechtsputsch mitten in der Linken. Steinmeier, Steinbrück und Müntefering, ein Triumvirat aus rätselhafterweise beim Volk beliebten Egomanen, haben lange zugeschaut, wie Beck, der erratische Politbär aus der Provinz, die alte Dame SPD auf der Tanzfläche im Walzertakt herumschwenkte, während Foxtrott und Tango liefen. Freundliche Belehrungen nahm der Ministerpräsidenten-Mecki nicht an, folglich folgte nun der gewaltsame Sturz, in alter SPD-Tradition selbstverständlich unbewaffnet und mit Lobeshymnen auf den scheidenden Gescheiterten garniert.

Politrentner Münte muss es nun richten, denn viel mehr an Nackenschlägen verträgt die "Arbeiterpartei" (Willy Brandt) nicht. Das sagen sie nicht, aber jeder weiß es. In einer Rede vor dem Bundestag hat Franz Müntefering das vor Monaten, noch ehe er ein vollbezahltes Sabbatjahr auf Steuerzahlerkosten einlegte, mal schön beschrieben: "Da wird nicht immer so ganz die Wahrheit gesagt, eher grenzt das schon an Lüge." [Link] [Cache]
Böse Worte: Die SPD gibt bekannt,
09/07/2008 05:46 PM
daß sie sich nun endgültig zu ihren eigenen Untergang entschlossen hat. Ein Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat ist nichts anderes als die eigene Bankrotterklärung mit gleichzeitiger Ernennung des Konkursverwalters.
Ich wage mal zu prognostizieren, daß er nur ein Übergangskandidat sein wird. Denn am Horizont taucht schon längst neues Unheil auf. Die "Wunderwaffe Müntefering" (ZEIT-Online) steht schon in den Startlöchern.

Man kann wohl sagen, daß das was 1869 begann 2009 endgültig enden wird.


Foto: Armin Kübelbeck [Lizenz][Link] [Cache]
Politik und Panorama: Betteln als Berufsperspektive - auf dem Weg zur Agenda 2020
09/07/2008 05:33 PM

Die von einigen Wirtschaftswissenschaftlern diskutierte Untergrenze für staatliche Unterstützungsleistungen ist inkonsequent.

Auch die momentan diskutieren 132 Euro im Monat sind eigentlich noch zu viel.

Es gibt schließlich für jeden die Möglichkeit, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Für viele kann der Einstieg in eine selbstständige Tätigkeit dabei die Grundlage sein.

Es gibt einige Tätigkeitsfelder, die relativ geringe Qualifikationen benötigen und die dennoch gewinnbringend sein können. Jeder und Jede kann schließlich in Fußgängerzonen oder von Einkaufszentren auf Mitmenschen zugehen und diesen bei Schilderung der eigenen Notlage um eine kleine Geldspende angehen.

Gut das nennt man betteln und ist als allgemeines Phänomen eher ein Merkmal von Ländern, die sich noch nicht soweit entwickelt haben, dass eine Grundsicherung möglich ist. Aber was soll es auch. Wenn wir uns auf die Löhne von Kambodscha und Obervolta einrichten müssen, können wir auch die sonstigen Gepflogenheiten dieser Länder übernehmen.

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Einigen wird der Verkauf des Körpers für die Befriedigung sexueller Bedürfnisse an Zahlungswillige aus finanziellen Notlagen heraushelfen können und andere werden eigene Körperorgane gewinnbringend verkaufen können.

Also liebe "Wirtschaftsexperten" - nur Mut, da geht noch was.

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Kirchensumpf: Im Revier der Ökosekte
09/07/2008 05:25 PM

Die Sekte „Universelles Leben" hat sich in Unterfranken ausgebreitet. Ihre Anhänger verdienen viel Geld mit Biokost und Naturheilkunde. Manchen Menschen allerdings macht das System hinter der grün-frommen Kulisse Angst. Ein Besuch in Michelrieth.

von Constantin Magnis

Thomas Müller schaut noch einmal auf die Straße. Nur um sicherzugehen. „Nein, niemand", sagt er beruhigt. „Die wissen noch nicht, dass Sie hier sind." Der 50-Jährige winkt uns an sein Auto. Besser, wir nehmen seines. Besser, die notieren sich gar nicht erst das fremde Kennzeichen, wer weiß, murmelt er. Vorsichtig kurvt er durch seinen Heimatort, Michelrieth in Unterfranken, bis zum Neubaugebiet am Waldrand. Müller wird stiller und macht sich klein hinterm Steuer. „Ab jetzt sind wir in deren Revier", sagt er.
Weiße Engelsstatuen blicken unverwandt aus Büschen vor verschachtelten Häusern mit runden Fenstern, Menschen in wallenden Gewändern beäugen alarmiert Müllers Auto. „Die kennen mich schon", sagt er. Als einer der wenigen im Ort traut Müller sich noch, öffentlich die Gruppierung zu kritisieren, gegen deren Ausbreitung sich hier früher noch eine ganze Bürgerbewegung mobilisieren ließ: die pseudo-christliche Öko-Sekte „Universelles Leben" (UL), der schon vorgeworfen wurde, sie beute ihre Mitglieder wirtschaftlich aus, setze sie unter Psychodruck und versuche Kritiker mundtot zu machen.
An der Spitze der umstrittenen Sekte und ihren geschätzten 10000 Anhängern steht die bald 75-jährige Gabriele Wittek, die von sich behauptet, eine Prophetin, „die Göttliche Weisheit auf dem Thron Christi" zu sein. Regelmäßig beglückt sie ihre Jünger mit scheinbar himmlischen Offenbarungen. Eine davon war die weniger erfreuliche Mitteilung, die Welt gehe bald unter. Allerdings – das war die gute Nachricht – wolle Gott Witteks Jüngerschaft, die sogenannten Urchristen auf einer „Scholle für das Friedensreich" vor dem drohenden Ungemach bewahren: der Umgebung Würzburgs, die aus dem Erdreich herausbrechen und mit der Sintflut bis Jerusalem gespült werden sollte. Wohl um die Reise gut zu überstehen, sind bis heute einige der Sektendächer mit Stahlseilen an die Hauswände gespannt.
Also zogen die „Urchristen" von überall ins Friedensreich. Der Großteil besiedelte Michelrieth. Knappe 600 Einwohner hat der Ort heute, etwa die Hälfte davon gehört zum UL. „Mischen tut sich das fast nie", erzählt eine ältere Frau im Dorf. Ab und zu, sagt sie, stoße man auf den Sicherheitsdienst des UL, die „Gewappneten", die manchmal im Sektengebiet patrouillieren, auch mit Autos oder Schäferhunden. Schon morgens um halb sechs fange es an, sich in den UL-Häusern zu regen, berichtet sie. Genug zu tun haben die meisten „Urchristen" allemal: Gott hatte durch Wittek ausrichten lassen, er wünsche die Gründung von Betrieben, um den Bestand der Menschen in der Endzeit zu sichern. Unzählige Unternehmen gründeten die UL-Anhänger daraufhin in der Region. Eine Naturheilklinik zum Beispiel, diverse landwirtschaftliche Betriebe, Kindergärten, ein Gewerbezentrum, Seniorenheime, einen Radiosender, Arztpraxen, einen Verlag und sogar mehrere Satelliten-TV-Kanäle .
Ebenfalls ein Teil des urchristlichen Business-Konglomerats ist das „Einkaufsland" in Altfeld: ein futuristisch anmutender Kuppelbau mit vegetarischem Restaurant, Öko-Supermarkt, Bio-Bäckerei, Mode- und Möbelshops. Esoterische Klänge dudeln durch die blitzblank polierten Gänge, schwerer Parfumgeruch liegt in der Luft. Im Supermarkt eine Auslage mit den Offenbarungen der Prophetin und Kinderbüchern. Eines davon über das Sterben der zehn kleinen Negerlein, in dem „ein Negerlein" nach dem anderen „erntet, was es gesät hat" – ein Crash-Kurs in der ungnädigen Karma-Philosophie der Prophetin. Befragt man dazu die junge Kassiererin, eilt sehr schnell eine Dame in Weiß herbei und guckt streng. Die Kassiererin senkt den Blick und wirkt auf einmal mundfaul. Auch der aalglatte Geschäftsführer möchte kein Interview geben, zumindest nicht unvorbereitet. Wenig später steht ein stämmiger Mann mit einem struppigen Schäferhund im Eingang. Er lässt die Reporter nicht aus den zusammengekniffenen Augen, bis sie das Gebäude verlassen haben. Von da ab übernehmen die Kameras auf dem Vorhof.
Michael Fragner runzelt die Stirn und nickt. „Hoffentlich geht die Geschichte gut, und Sie wissen, mit wem Sie sich da einlassen", sagt er. Seit zehn Jahren befasst sich der 43-jährige Pfarrer mit dem UL und berät Aussteiger. Wer der Sekte in die Quere kommt, warnt er, für den kann es unbequem werden: „Angefangen mit Belästigungen und Verleumdungen bis hin zu juristischen Verfahren, mit denen sie überschüttet werden, was bei Privatpersonen so ins Geld gehen kann, dass sie schnell klein beigeben. Das alles ist für mich der Versuch des Psychoterrors, der typisch für das UL ist und den Zweck hat, Kritiker einzuschüchtern – selbst mit Mitteln, die sich nach meiner Auffassung außerhalb der Legalität befinden." Auch das grüne Gesicht der Sekte sieht er skeptisch. Mit Firmen wie „Gut zum Leben" kontrollieren die „Urchristen" ein beachtliches Marktsegment für Ökoprodukte, die sie landesweit auf Biomärkten feilbieten. Die „Naturschutz- und Ökoschiene" hält er für eine Trittbrettfahrt, die der Gruppierung eine attraktive Fassade verpasst: „Gerade deshalb sollte man hinter die Kulissen blicken, wo es meines Erachtens vor allem um Macht und sehr viel Geld geht. Man kann das UL als totalitäre Organisation bezeichnen, in deren Lehre ich auch antisemitische und verfassungswidrige Züge sehe."
So heißt es beispielsweise in der programmatischen Schrift „Das ist mein Wort" von UL-Gründerin Gabriele Wittek: „Seit nahezu 2000 Jahren ernten die Juden von einer Fleischwerdung zur anderen, was sie damals und auch in ihren weiteren Einverleibungen gesät haben - bis sie ihren Erlöser an- und aufnehmen und das bereuen, was sie verursacht haben." Der Bayerischen Verwaltungsgerichtshof führte über die UL aus: „Die Ausgestaltung des Gemeindelebens, wie sie aus der ‚Gemeindeordnung' des ‚Universellen Lebens' hervorgeht, darf in scharfer und überspitzter Formulierung ohne Verfassungsverstoß als totalitäre Struktur bezeichnet werden."
Umso erstaunlicher, dass die „Urchristen" in Esselbach nach einigen juristischen Manövern die staatliche Genehmigung für ihre „Christusschule" erhalten haben. Dort wird nach dem Bekenntnis des UL unterrichtet, das laut Befund des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes in verfassungsrechtlicher Perspektive als teilweise bedenklich anzusehen ist. Thomas Müller führt uns zum schmucken Schulgebäude. Durch die offenen Fenster ist das Klimpern eines Klaviers zu hören, auf den Fotos im Aushang strahlen kerngesunde Schüler, hier stimmt alles, könnte man meinen. Nur auf der Hauptstraße vor der Schule, da stimmt was nicht. Ein blauer Ford rollt langsam an Müller vorbei. Der Fahrer starrt ihn an und spricht aufgeregt in sein Handy. Drei Minuten später fährt er wieder vorbei. Kurz darauf noch einmal. „Wir sollten gehen", knurrt Müller, als der Wagen zum vierten Mal auftaucht.
Am selben Morgen fährt eine schwere, schwarze Phaeton-Limousine übers Land nach Michelrieth. Auf dem Beifahrersitz Gabriele Wittek im hellen Kostüm, auf der Nase eine dunkle Sonnenbrille. Sie kommt aus dem etwa 20 Kilometer entfernten Gut Greußenheim, einem Anwesen, um das sie ein „kleines Reich der Liebe" errichten ließ: Gott, so hatte Wittek 1999 verkündet, habe aus Ernüchterung über die Menschen einen Bund mit den Tieren und der Natur geschlossen. Das sogenannte Neu-Bethlehem-Gebiet um das Gut ist die Konsequenz: Landbau wird dort „friedfertig" und ökologisch betrieben, Tiere werden auf satten Auen vor dem Schlachthaus bewahrt.
„Neu-Bethlehem" in der Abenddämmerung: Meterlange Rosenlawinen an den Wegen, Alleen von frisch gepflanzten Bäumen umsäumen Wiesen mit verspielten Buchsbaumhecken, flankiert von bleich beleuchteten, mannshohen Statuen. Darunter auch ein Hirte, der regungslos über seinen erstarrten Schäfchen wacht. Auf den Hügeln recken sich enorme neon-beleuchtete Kreuze in die Höhe und werfen ein gespenstisches Licht auf die Viehweiden. Aus dem Nachtschatten der lieblichen Apfelbäume blicken Kameras und Bewegungsmelder. Der Parcours endet vor den verschlossenen Pforten zur feudalen Hofanlage „Terra Nova". Plötzlich wirft eine Flutlichtanlage grelles Licht aus den Bäumen, Jeeps verfolgen uns. Wenig später rollt ein silberner Kombi heran. Ein nervös telefonierender Mann öffnet das Fenster, stellt scharfe Fragen, wird dann ganz mild: Gebrannte Kinder seien sie, die Urchristen, und hätten viel erleiden müssen, besonders durch die Presse, sagt er. „Wir sind eh' gleich weg, ich mach nur noch schnell Bilder von den Neonkreuzen", ruft der Fotograf. Der Kombi rauscht ab, und noch bevor sich der Staub gelegt hat, fahren urplötzlich alle Lichter herunter. Finsternis im Neu-Bethlehem-Gebiet. Die Kreuze sind nur noch Schatten im Mondlicht. Der Hirte steht im Dunklen. Selbst die Tiere sind still. Als würden sie mit der Prophetin und ihren Männern warten, bis die neugierigen Fremden weg sind. Und endlich wieder Frieden einkehrt, ins Reich der Liebe.

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Mission Accomplished: Die Vernichtung der SPD
09/07/2008 05:21 PM

Gerhard Schröder,Frank Steinmeier,Franz Müntefering,Peter Struck,Peer Steinbrück: sie stürzen Kurt Beck um Merkel, CDU und CSU weiter an der Macht zu halten.

Werder, bei Berlin: Frank Steinmeier hat heute gegen 16.25 Uhr, an der Seite von SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, mit einstimmiger Unterstützung des SPD-Präsidiums seine Nominierung als Kanzlerkandidat bekannt gegeben. Ebenso macht er offiziell, was bereits vorher durchgesickert war: Kurt Beck ist als Vorsitzender der SPD zurückgetreten. Beck hatte gleich nach Bekanntwerden seines Rücktritts um 13.44 Uhr das Tagungsgelände verlassen.

Steinmeier erklärte in der sehr kurz gehaltenen Pressekonferenz, bei der keine Fragen zugelassen wurden, dass ein Sonderparteitag einberufen werde und er geschäftsführend mit Zustimmung des SPD-Präsidiums den SPD-Vorsitz bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden auf dem Parteitag übernehme.

Wer der neue SPD-Vorsitzende sein wird, das verkündete Steinmeier ebenfalls: Franz Müntefering. Er, Steinmeier schlage diesen vor, ebenfalls mit Unterstützung des SPD-Präsidiums.

Die Ereignisse des heutigen Tages bei der Klausur der Regierungsvertreter zusammen mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck und seiner Stellvertreterin Andrea Nahles hat in zeitlicher Reihenfolge bereits der FTD-Ticker gut zusammengefasst. Es ist schon mal an der Zeit für eine Todesanzeige.

FANTOMAS SCHRÖDER KEHRT ZURÜCK

Das Dümmste, ja das Allerdümmste, was man machen kann, ist den Regierungsvertretern mit SPD-Parteibuch seit Amtsantritt Gerhard Schröders im Jahre 1998 gerade gut genug. Erschreckt von der fehlenden parlamentarischen Mehrheit für die fortgesetzte Verhinderung der Berliner Republik unter Helmut Kohl, versuchte die Regierungsclique Schröders - die nie mit einer Mehrheit für rot-grün gerechnet hatte - nun eine extra reaktionäre Politik, um die eigene Wählerschaft für ihre Dummheit zu betrafen, nämlich SPD gewählt zu haben.

Die Schröder-Clique, die seit der Machtübernahme 1998 ununterbrochen amtiert und seitdem nie eine Wahl gewonnen hat, entsorgte zuerst einmal Oskar Lafontaine, dem sie den Wiederaufstieg nach der Katastrophe Rudolf Scharping überhaupt zu verdanken hatten. Scharping wurde Verteidigungsminister, log zum Jugoslawienkrieg - dem ersten, den die Deutschen wieder führten seit dem 2.Weltkrieg - und Lafontaine trat als Finanzminister und SPD-Vorsitzender zurück, nachdem er durch die Schröder-Clique vollständig entmachtet worden war. Diese hatte sich damals mit Lafontaines Todfeind Scharping verbündet und Scharping zum Führer der Bundestagsfraktion gemacht.

Zu der Schröder-Clique, von Anfang an, gehörte dessen Kanzleramtsminister Frank Steinmeier. Wissen Sie, wie Schröder ihn immer nannte? Seinen “Macht mal”.

SANCHO STEINMEIER

Entgegen allen Ankündigen, allen Versprechen, allen demokratischen Regeln, ja allen Machtwillens und wirklich jedes bisschen Verstandes führte heute Steinmeier, der “Ich mach mal”, wieder einmal Befehle von ganz westlich oben aus, zwang mit den anderen der Schröder-Clique, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sowie dem “Führer” der SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Struck, in einem seperaten Gespräch mit Beck und dessen Stellvertreterin Andrea Nahles in einem drei Kilometer entfernten Privathaus die eigene Kanzlerkandidatur zum jetzigen Zeitpunkt durch und damit den eigenen Vorsitzenden Kurt Beck zum Rücktritt.

Das macht niemand, der als SPD-Kanzlerkandidat eine demokratische Wahl im Jahre 2009 gewinnen will. Das macht ein Büttel, wenn er Befehle ausführt.

RECHTS NEBEN DEN MIESESTEN DIE DÜMMSTEN LINKEN DER WELT

Wer die SPD nun so einschätzt, dass sie sich die Art und Weise dieser Kandidaturerzwingung und Wegtritt des eigenen Vorsitzenden einfach gefallen lässt, der begreift nicht, dass es mittlerweile eine *räusper* Wahlalternative zur SPD gibt, mit einem Vorsitzenden, dem genau das schon einmal passiert ist als er noch Vorsitzender der SPD war.

D.h., die Leute müssen nicht mehr SPD wählen, weil nichts anderes da ist. Steinmeier und die Regierungsclique haben heute gleich zwei 20 Prozent-Parteien ausgerufen, einmal die “Linke” und dann die SPD. Und wenn das so weitergeht (und es geht so weiter, einfach immer weiter), kann es durchaus sein, dass ein ehemaliger Sozialdemokrat als linker Kanzlerkandidat 2009 mehr Stimmen für die Linke zusammenbekommt als Frank Steinmeier für die SPD.

Ansonsten wäre die heutige Hinrichtung des eigenen Vorsitzenden für die Sozens überhaupt kein Problem. Die mögen das.

Gemein, antisozial und heimtückisch sein, dafür vom Wähler verprügelt zu werden, zu verlieren, zu folgen, sich zu unterwerfen und dann mit jammervoller Inbrunst der Heuchelei loszuheulen, “ja was s oooooll´n wir denn machen..”.

Nur dieses Mal reden wir über die Vernichtung der SPD und der fehlenden Möglichkeit für Abertausende von Funktionären sich ohne Arbeit bestens zu ernähren und die Kinder in die Privatschulen zu schicken. Da wird es dann eng, mit der Unterwürfigkeit. Am Ende gibt es dann noch Gegenkandidaten und wer dann gewinnt, dass weiss man. Also lieber erst gar nicht soweit kommen lassen, Franky.

Aber nun ist es passiert. Frank Steinmeier zwingt den eigenen Vorsitzenden zum Rücktritt, der zufällig vor kurzem als SPD-Selbstmordattentäter reanimierte Franz Müntefering wird par ordre du ordre als neuer SPD-Chef ausgerufen, die 50 im eigentlichen Klausur-Tagungsort anwesenden SPD-Funktionäre sagen sich nun á la Matrix “es gibt keinen Löffel, ich seh nur so aus” und 500.000 Mitgliedern wird gesagt “was wollt Ihr denn noch bei uns?”.

DER GEIST AUS DER FLASCHE

Okay, ich bin jetzt mal ein Geist, der seit Hunderten von Jahren verbuddelt in dieser Erde lag. Jemand hat mich befreit, mich ins Leben gerufen auf dass ich eine Aufgabe erfülle, zu der jedes andere Menschenkind leider nicht in der Lage war.

So, Ihr Maden. Ja, Ihr seid gemeint. Ihr, die ihr euch deutsche Sozialdemokraten nennt. Ihr nehmt jetzt mal den Daumen aus dem Auge.

Fein. Tut´s weh? Ja, so ist das.

Ihr könntet eigentlich jetzt mal langsam aufwachen. Das ist wirklich nicht zu früh. Das ist auch nicht so schlimm, wie man immer sagt. Das hat auch wirklich nichts damit zu tun, jetzt in die Welt rauszurennen und wieder irgendwas zu erobern oder sonst irgendwelchen Mist zu bauen, in Afghanistan, in Pakistan, in Afrika, auf den Weltmeeren und im Kaukasus.

Viel besser ist es doch daheim, nich`? Am Schönsten ist es doch dort, wo man sich zuhause fühlt, heisst es. Dann muss man sich natürlich auch drum kümmern, nich´?
Wie macht man das?
Indem man sich einigt.

Nun ist das so eine Sache mit der Einigkeit. Die einen sagen immer “Einheitsfront” und die anderen auch. Was soll das alles. Im Grunde könnte man sich doch einigen, ohne gleich Elefant zu spielen, gerade wenn man so einen schönen Porzellanladen hat, auf den alle neidisch sind und bei dem einer ganzen Rotte von Räubern weltweit der Sabber die Leffzen runterläuft, wenn sie an uns denken.

Im Grunde, dem Erdgrunde, ist das nämlich so: entweder man will Gutes und tut es, oder man will Mist und macht ihn auch, und weil man den macht, ja deswegen macht man ihn auch, Genossinnen und Genossen, und weil wir den machen, ist das vernünftig.

Die Deutschen bräuchten mal wieder eine ganz normale Partei. Keine, die ihre Republik (was für ein gutes Wort, findet Ihr nicht?) mit Haut und Haaren verkauft, sondern die sich nach dem alten Wort von der Verfassung, nach den Regeln richtet.

Nein, nicht hinrichtet, liebe Sozens. Richtet. Ihr versteht das.

Denn wisset, Sozens, das ist jetzt wirklich eure letzte Chance, die ganzen Lenker vorne am Steuer da wegzuholzen, bevor sie vollständig ihren Job erfüllt haben. Und deren Job heisst es, die CDU und Merkel an der Macht zu halten, damit die NATO und die EU ihre Macht behalten um weltweit ihre Rohstoff-Kriege zu führen.

Denn die NATO, die EU und die CDU, die sind nichts ohne Euch, Sozens. Das müsst ihr jetzt langsam begreifen.

Denn wenn Ihr das nicht begreift, Sozens, dann seid Ihr nichts, und das schon sehr bald.

Euer Geist aus der Flasche

(…)

Das war einmal:

04.10.08 SPD: Beck gewinnt Machtkampf gegen Regierungsclique

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ISLA: Der Unterschied
09/07/2008 05:20 PM
zwischen einer Eishockey-Mama und einem Pitbull?[Link] [Cache]
anouphagos: Ich arrangiere mich mit Microblogging…
09/07/2008 05:13 PM

Wenn man mir über Twitter einen Link zu einem Thema zukommen lassen will, mache man das analog zu BT:

“[Thema][URL] #anou” (Also um mir SPon zu schicken: “Spiegel Online http://www.spiegel.de/ #anou”)

Das kommt dann als Nachricht in meinem Feedreader an und kann en block abgearbeitet werden (wobei mich Linktipps per Kommentar, eMail oder ICQ natürlich weiterhin freuen).

Eine andere Idee, die mir kam: lokale Hashtags, die z.B. Veranstaltungshinweise o.ä. kurz und bündig in die Welt werfen. Ich schlage jetzt für Nürnberg einfach mal #nbgter vor. Insbesondere interessieren mich Trödelmarkttermine (weil ich jede Menge Sachen vom Trödel brauchen könnte, u.a. für Kristallzucht) - deswegen füttere ich den Feed mit entsprechenden Terminen schonmal vor.

Jemand ne Idee, wie man das möglichst bekannt macht?

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ZAF: Keine Experimente
09/07/2008 05:07 PM

Die SPD macht ernst mit dem Projekt 18 und kürt Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten. Was es zu diesem Thema zu sagen gäbe, hat eigentlich schon Rume im Heise-Forum ausreichend getan, weshalb ich den Text mal als Vollzitat übernehmen:

Und so schöne viele Versprechungen, die da von der SPD kommen. Nur ist es ja unfair, wenn man nach der Wahl auch diese Eckpunkte umgesetzt sehen möchte, wie Herr Müntefering ja schon mal sagte…und der ja (siehe süddeutsche) auch wieder eine grosse Rolle spielen soll.

Und natürlich ist in der Presse nun grosse Begeisterung zu vernehmen, dass es der Steinmeier macht. Denn grossen Jubel gibt es schliesslich für alle SPD-Kandidaten, welche die Grundsätze der Partei ohne zu zucken über Bord werfen würden, wenn diese Grundsätze den Interessen der Wirtschaft oder der NATO im Wege stehen könnten. Da wäre der Beck vielleicht doch noch zu wackelig gewesen, wie sein lächerliche Herumstolpern nach Links zeigte. Deshalb wurde Beck auch konsequent niedergeschrieben (teils natürlich auch zurecht, aber da wären auch andere Kandidaten mal viel dringender in die Zange zu nehmen). Steinmeier aber trägt schwarze Socken und somit wird jemand hochgeschrieben, der gegen Merkel auf jeden Fall verliert - und dann einfach unter Merkel so weiterarbeitet!

Nur mal so im Rückblick: Steinmeier war einer der engsten politischen Vertrauten von Gerhard Schröder. Steinmeier steht für die Agenda 2010 und alle Hartz-Knebel. Steinmeier durfte nachträglich die willkürlich festgelegten Regelsätze “ausrechnen”, also passend machen, um eine Grundlage vorzugaukeln, die es nie gab, damit die Regelsätze nicht als verfassungswidrig einkassiert werden konnten. Und er steht auch für den radikalen Abbau der gesetzlichen Rente. Unter der Mitregierung von Steinmeier ist die Armut in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Steinmeier steht für grossflächigen Sozialabbau, wie kaum ein anderer. Und Steinmeier war auch an der Vorziehung der massiven Unternehmenssteuersenkung beteiligt, weswegen bei den Armen und Kindern gespart werden muss.

Steinmeier ist ein “echter” Sozialdemokrat - wie Clement, Schröder, Riester, Sarrazin und Schily!

Zudem ist Steinmeier ordentlich vorbelastet. Hätte beispielsweise Gysi was mit Folterlagern im In- und Ausland zu tun, mit Befragungen von Folteropfern durch BND-Leute, mit seltsamen Polizeiausbildungen in Terrorstaaten…dann wäre er längst medial geschlachtet und zum Rückzug gezwungen worden. Auch hat Steinmeier als oberster Chef des BND die Weitergabe einer kriegsstiftenden Fälschung über irakische Massenvernichtungswaffen erlaubt. Und Bush durfte somit den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak zu eröffnen.

Nie wurde Steinmeier gewählt, hat nie Stimmen erobert. Er ist Aussenminister “geworden”!

Dass die SPD mit Steinmeier nix zu gewinnen hat, weil er für ein unerbittliches “weiter so” steht, welches der Linkspartei erst die Leute zugetrieben hat - ja im Grunde sogar erst deren Gründung und Aufstieg - liegt da nur auf der Hand. Denn mit dem “weiter so” wurden auch unter Steinmeier nacheinander sechs Ministerpräsidenten in den Bundesländern verloren, die Bundeskanzler- und Bundespräsidentenwahl vergeigt, rund vier Millionen Stammwähler vertrieben und über eine halbe Million SPD-Mitglieder verscheucht!

Doch das ist im Grunde auch alles nur halb so wild, denn schliesslich hat er ja schon eine ganz nette Pension zusammen. Und sicherlich wird er auch noch einen hohen Aufsichtsratssessel besteigen können, aus dessen Höhe aus er zusammen mit Wolfgang Clement von der Wahl seiner Partei abraten kann, sobald sich dort etwas regt, das doch nochmal Anknüpfen möchte an sozialdemokratische Werte.

“Glückauf” liebe selbsternannten Genossen…

Und da ich natürlich die Partei der Siegertypen, Überwachungsfanatiker, Verfassungsbrecher mit Bauchschmerzen, kurzum die Zukunfts-Partei, also die SPD beim Projekt 18 tatkräftig unterstützen möchte, sind hier noch 3 Plakate für den kommenden Wahlkampf, die die überragende Kompetenz und das charismatische, überzeugende Wesen Steinmeiers herausstellen.

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Ewald Proll: Diese Politik macht krank!
09/07/2008 05:03 PM

"Jetzt hat man Ihnen schon 10% mehr Honorar versprochen, also seien Sie gefälligst still und arbeiten Sie mehr und mit besserer Qualität."

So ähnlich lauten die offiziellen Kommentare zum Schlichterspruch vom 28.8.2008. Dabei waren ursprünglich 4,5 statt 2,7 Milliarden Euro gefordert worden. Obwohl 10 Milliarden fehlen.

Am 29.8.2008 wurde der bundeseinheitliche Orientierungspunktwert mit 3,5085 Cent festgelegt - etwa 1,5 Cent weniger als der dem EBM2008 zugrunde liegende Punktwert. Das entspricht einer Leistungsabwertung von ca. 32%. Die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte äußerten sich am 3.9.2008 empört über diesen „versorgungsfeindlichen“ Beschluss. Ende offen.

Parallel zu diesem Gezerre um die Verteilung der Knappheit machen sich aber noch ganz andere Tendenzen bemerkbar.

Politisches Ziel ist die Beseitigung der Facharzt-Praxen und die Reduktion der Hausarzt-Praxen um 30%. Der größte Teil der Patienten soll in MVZs oder Kliniken industriell versorgt werden.

Gegen diesen Umbau der Krankenversorgung, weg von der individuellen Behandlung und hin zu standardisierter Massenabfertigung, wehren wir uns, zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten.

Am 19. September 2008, in Berlin.

Zur Demonstration sind alle Versicherten und Patienten, alle Bürgerinnen und Bürger, alle Ärzte und deren Praxisteams aufgerufen. Die ärztliche Freiberuflichkeit und das Recht des Patienten, sich einen Arzt als unabhängigen Sachwalter seiner Interessen wählen zu dürfen, werden gerade von der Politik verraten und verkauft.

Arztpraxen werden derzeit politisch gewollt ausgehungert und damit Investoren-Heuschrecken in die Arme getrieben. Die wohnortnahe Versorgung durch niedergelassene Haus- und Fachärzte wird zerschlagen und durch anonyme medizinische Versorgungszentren ersetzt.

Unter der politisch gewollten Rationierung leiden auch die Patienten immer mehr, und deshalb werden sich auch die Patienten auf dieser Kundgebung nicht nur auf der Rednerliste wieder finden.

Wir rufen die niedergelassene Ärzteschaft auf, am Demonstrationstag ihre Praxen geschlossen halten und in der Woche vom 22.-26. September lokale Veranstaltungen vorzubereiten, mit denen die zerstörerischen Folgen der verfehlten Sparpolitik im Gesundheitswesen allen Bürgern unseres Landes klargemacht werden können.

Wir müssen die qualifizierte Versorgung in Deutschland am Leben halten, sie darf nicht totgespart werden!

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Radio Utopie: Flottenmanöver "in der Nähe der US-amerikanischen Küste"
09/07/2008 04:37 PM

Nähe der US-amerikanischen KüsteBedrohliches passiert offenbar gerade in der Karibik. Die Tagesschau weiß über das geplante Flottenmanöver von Venezuela und Russland in den Hoheitsgewässern von Venezuela genau Bescheid und informiert heute ihre Leser über die Bedrohung der USA durch die russische Marine wie folgt:

“Das Flottenmanöver in der Nähe der US-amerikanischen Küste könnte die angespannten Beziehungen zwischen Russland und den USA weiter verschlechtern.”

Die Hoheitsgewässer von Venezuela liegen also - die transatlantische Märchenschau informiert - in der Nähe der US-amerikanischen Küste.

Zweifelhaft ist dabei, welche Landkarte die Redaktion des journalistischen Leuchtturmes im deutschsprachigen Internet für ihre gewohnt gründliche Recherche verwendet.

Auf der Landkarte von Mittelamerika, die Wikipedia verwendet, sieht es so aus, als sei Venezuela ganz schön weit weg von der Küste der USA und als lägen zwischen den Hoheitsgewässern von Venezuela und der Küste der USA mehrere kleine und größere souveräne Inselstaaten, so zum Beispiel Kuba, Haiti, die Dominikanische Republik und Jamaika. Die Webseite Mapcrow, die die Redaktion der Tagesschau vermutlich nicht genutzt hat, ist der Meinung, die Entfernung zwischen Caracas und Miami betrage 2152 km, sei also etwa so groß wie die Entfernung zwischen Islands Hauptstadt Reykjavik und der Tagesschau-Redaktion in Hamburg. Das entspricht sicher nicht der Entfernung zwischen den Hoheitsgewässern Venezuelas und der Küste der USA, aber unter Abzug einiger Hundert Kilometer für die vorgelagerten Dependencias Federales zeigt das die Größenordnung der Entfernung zwischen den USA und Venezuela auf.

Weiterhin informiert die Tagesschau ihre Leser, dass das Flaggschiff der im Mittelmeer stationierten 6. US-Flotte gerade Hilfsgüter nach Poti gebracht habe, Russland jedoch argwöhnt, dass die US-Marine auch Waffen als Hilfsgüter getarnt nach Georgien bringen könne. Dass Poti einem Map Generator im Internet zufolge nur 223 km von der russichen Hafenstadt Sochi entfernt liegt und in der Nähe von Poti die mit US-Hilfe ausgerüstete georgische Militärbasis bei Senaki liegt, erwähnt die Tagesschau genausowenig, wie dass Georgien gerade mit US-Unterstützung einen Angriffskrieg gegen Russland geführt hat.

Nicht erwähnt wird auch, dass das US-geführte Militärbündnis NATO im schwarzen Meer - übrigens nicht nur mit Beteiligung der US-Marine, sondern auch mit deutscher Beteiligung - ganz selbstverständlich Flottenmanöver durchführt. Die Landkarte vom schwarzen Meer, die Wikipedia verwendet, zeigt, dass das schwarze Meer recht klein ist. Von der russischen Hafenstadt Sochi im Osten bis nach Istanbul im Westen sind es Mapcrow zufolge gerade mal 929 km. Nach dem Tagesschau Maßstab liegt aber nicht nur das ganze schwarze Meer einschließlich Istanbul in der Nähe der russischen Schwarzmeerküste, sondern auch Athen, das einer Internetquelle zufolge gerade mal 1500km entfernt von Sochi liegen soll, befindet sich nach dem Tagesschau-Maßstab klar in der Nähe der russischen Küste. Bei Seemanövern der NATO vor der griechischen Hauptstadt Athen muss man zukünftig - der gebührenfinanzierte journalistische Leuchtturm Tagesschau.de ist schließlich Leitmedium - darauf hinweisen, dass diese in der Nähe der russischen Küste stattfinden.

Nun kann man sich angesichts des offensichtlichen Unfugs, den die Tagesschau verbreitet, natürlich fragen, welche Landkarten die Leuchtturm-Redaktion der Tagesschau verwendet. Schnell wird man da fündig. Das kaum noch kaschierte pro-amerikanische Propaganda-Outlet Spiegel-Online schrieb heute:

Die Anwesenheit der US-Navy im Schwarzen Meer provoziert Moskau. Jetzt folgt die Antwort: Russland will gemeinsam mit Venezuela ein Seemanöver abhalten - in der Nähe der USA.

Die “Nähe der USA” ist dabei offenbar eine Erfindung von Spiegel-Online, denn die dem Propaganda-Märchen zugrundeliegende dpa-Meldung sprach übrigens noch nicht von einer Nähe zur USA. Davon, dass die USA Südamerika mit der kürzlich wieder in Dienst gestellte vierten Flotte bedroht, und dass insbesondere in Venezuela aufgrund der von den USA unterstützten Versuche, dort die demokratisch gewählte Regierung mit Gewalt zu stürzen, die Befürchtung eines neuen US-amerikanischen Angriffskrieges nicht ganz von der Hand zu weisen ist, schreibt Spiegel Online nichts. Natürlich schreibt unter diesen Umständen auch die Tagesschau nichts dazu.

Damit ist auch die Landkarte der Tagesschau verständlich. Der Effekt, wie das geplante Flottenmanöver in den Hoheitsgewässern von Venezuela auf der Landkarte des journalistischen Leuchtturms Tagesschau in die Nähe der US-amerikanischen Küste kam, mag manchem aus dem lustigen Kinderspiel “Stille Post” bekannt vorkommen.

Mein Parteibuch gratuliert der “Generation Doof” zur erneuten Tiefstleistung im Fach Propaganda. (Quelle: Mein Parteibuch)

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Linke Zeitung: Hunger und Tod für Erwerbslose, soziales Netz für „notleidende Großbanken"
09/07/2008 04:36 PM
Nachdem vor wenigen Tagen der Chemnitzer Wirtschaftswíssenschaftler Friedrich Thießen eine „Studie“ vorgelegt hatte, in der eine Kürzung des Hartz IV Regelsatzes auf 132 ⁈ gefordert wurde hat heute der Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes Straubhaar die politische Stoßrichtung des Vorstoßes verdeutlicht. Die Höhe der Sozialleistungen bestimmt, ab welchem Lohn ein Mensch bereit ist zu arbeiten , sagte Straubhaar der Bild am Sonntag (BamS). Bei einem niedrigeren 'Hartz IV'- Regelsatz würde sich eigene Arbeit vergleichsweise besser lohnen und der Anreiz, arbeiten zu gehen, wäre stärker sagte er und versprach eine deutliche Senkung der Arbeitslosigkeit. Da inzwischen der Niedriglohnbereich unter das Hartz IV Niveau abgesenkt wurde mit der Konsequenz, dass diese Löhne mit Hartz IV Geldern angehoben werden müssen, ergibt sich aus neoliberaler Sicht die Notwendigkeit, die Sozialtransferleistungen so sehr abzusenken, dass ein deutlicher Abstand zu den Hungerlöhnen entsteht. Auf diese Weise wird zwar kein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen und auch ändert sich nichts an ständig steigenden Lebenshaltungskosten. Der einzige Effekt dieser Maßnahmen ist der einer weiteren Lohnsenkung also einer Profitmaximierung der Kapitalisten. Die Hungerlöhne werden sich als Folge einer Hartz IV-Absenkung diesem Niveau alsbald anpassen.Hunger, Krankheít, Tod drohenDaß eine Absenkung des Hartz IV Regelsatzes nicht nur die „Arbeitsfähigen“ Bezieher betrifft sondern ebenso alleinerziehende Mütter und Kranke ist den Auftraggebern der gegenwärtigen „Diskussion“ egal. Dem Herrn Professor ist natürlich auch die ganze Unwissenschaftlichkeit und Primitivität seiner Studie durchaus bewusst und die aktuellen wütenden Proteste sind bei dieser Kampagne von vornherein eingeplant.[Link] [Cache]
Böse Worte: Lemmy und die Idioten
09/07/2008 04:30 PM
Es war das Beste das ich heute gelesen habe. Das Interview der Süddeutschen Zeitung mit Lemmy Kilmister von Motörhead. Ich kann es hier nur empfehlen. Man glaubt gar nicht, dass jemand mit dieser Lebensgeschichte noch derart wach im Geist ist. Absolute Spitzenklasse!

Vielen Dank an den Transatlantikblog für dieses Fundstück.[Link] [Cache]
Tammox: Mal kurz ein ganz anderes Thema…..
09/07/2008 04:28 PM
Die Halacha (hebräisch הלכה; auf Deutsch „Gehen", „Wandeln") ist jener Teil des Talmuds - das „Religionsgesetz" - welcher das tägliche Leben eines gläubigen Juden bestimmt.
Das ist NICHT mein Spezialgebiet. Dennoch kurz einige Anmerkungen zu dieser causa, die ich schon lange mit großen Interesse beobachte.
Offensichtlich handelt es sich um ein „Recht", das direkt von dem lieben Gott gegeben wurde.
Es ist kein von Menschen gemachter Konsens und hat daher auch keine staatliche Autorität nötig. Nach der Halacha sollen sich alle Juden und zwar überall richten.

Das finde ich alles schön und gut, Katholiken sollen sich auch nach den vatikanischen Regeln richten. Es sei denn, daß die katholischen Regeln denen des Staates, in dem der Gläubige lebt, widersprechen. Dann hat das staatliche Gerüst Vorrang.

In Israel ist aber ein doppelt umgekehrtes Phänomen erwähnenswert.
Der Staat hat bis heute kein klassisches Grundgesetz - für die Einhaltung der Halacha sind seit 60 Jahren die orthodoxen Religiösen zuständig.
Obwohl sich heute fast die Hälfte der Israelis als „säkular" verstehen (nur sieben Prozent sind streng religiös), sind aber alle in der bizarren Situation, daß sie grundlegende Personenstandsangelegenheiten ausschließlich nach der Halacha regeln können.
Es gibt keine zivile Ehe, es gibt kein gleichberechtigtes Scheidungsverfahren.
Israelischen Atheisten bleibt nur die Möglichkeit das Land zu verlassen, wenn sie heiraten wollen ohne sich den Regeln von Rabbinern zu unterwerfen.
Israel ist toppmodern, Tel Aviv soll das abgedrehteste Nachleben überhaupt haben, es setzt Trends und ist auch noch als „San Francisco des Mittelmeers" so etwas wie das Schwulen-Mekka.
Israel ist ein Hightech-Land der Extraklasse, ökonomisch erfolgreich und wissenschaftlich in vielen Gebieten führend - übrigens ausgerechnet in der Gentechnik, die in Deutschland von CDU und Grünen aus religiösen Erwägungen massiv behindert wird.

Das alles ist möglich trotz der massiven Beschränkungen der Steinzeitreligiösen:
Am Schabbat stehen öffentliche Verkehrsmittel still, die Maschinen der israelischen Fluglinie El-Al dürfen von Sonnenuntergang am Freitagabend bis Sonnenuntergang am Samstagabend nicht fliegen - obwohl das natürlich Millionenverluste für die Airline bedeutet.
Ehen, Scheidungen, Staatsbürgerschaftsangelegenheiten - alles Monopole der ultrareligösen Rabbiner.
Pech für die Frauen: Ohne Unterschrift ihres Mannes können sie sich nicht scheiden lassen, also auch nicht erneut heiraten. Für Männer gilt dies nicht. Auch religiöse Mischehen werden nicht zugelassen.
Hochhäuser haben seit einem Gesetz von 2001 sogenannte Schabbat-Aufzüge; sie fahren ununterbrochen, so daß Ultraorthodoxe sie benutzen können, ohne einen Knopf zu betätigen (die Arbeit einen Knopf zu betätigen ist ihnen streng verboten am Schabbat).
Schweinezucht ist verboten.
Autos dürfen nicht fahren.
Gay-Pride in Jerusalem - undenkbar.
Frauen sollen in orthodoxen Gegenden nur hinten im Bus sitzen - damit bloß kein Religiöser ihren Anblick ertragen muß.
Interessant ist, daß der Anteil der Ultraorthodoxen trotz ihrer durchschnittlich 8-10 Kindern nicht wesentlich anwächst. Ganz offensichtlich haben auch eine Menge ihrer Kinder keine Lust selbst den Steinzeitregelungen zu folgen.
Ich bin gespannt, ob diese weltweit einmalige Situation noch weitere 60 Jahre aufrecht zu erhalten ist.
Immerhin gibt es auch über eine Million Araber mit Israelischem Pass in dem Land.[Link] [Cache]
ISLA: Unendlich mitteilsam
09/07/2008 04:24 PM
ist der Absender dieses Links, der seit zwei Wochen ständig neue Kommentare absetzt in einem Thread, dessen Postings ich auch erhalte, weil ich mich kurz in der Diskussion beteiligt hatte. Da hofft wohl jemand, dass alles gut gelesen und verabeitet wird. Na klar! Lust auf Hasenjagd? Achtung: Jagen will gelernt sein. Dumm gelaufen ist es für den Jäger, wenn der Hase heimlich mutiert.[Link] [Cache]
Mein Parteibuch Blog: "Flottenmanöver in der Nähe der US-amerikanischen Küste"
09/07/2008 04:05 PM
in der Nähe der US-amerikanischen Küste
“Nähe der US-amerikanischen Küste”
Quelle: Tagesschau.de

Bedrohliches passiert offenbar gerade in der Karibik. Die Tagesschau weiß über das geplante Flottenmanöver von Venezuela und Russland in den Hoheitsgewässern von Venezuela genau Bescheid und informiert heute ihre Leser über die Bedrohung der USA durch die russische Marine wie folgt:

“Das Flottenmanöver in der Nähe der US-amerikanischen Küste könnte die angespannten Beziehungen zwischen Russland und den USA weiter verschlechtern.”

Die Hoheitsgewässer von Venezuela liegen also - die transatlantische Märchenschau informiert - in der Nähe der US-amerikanischen Küste.

Zweifelhaft ist dabei, welche Landkarte die Redaktion des journalistischen Leuchtturmes im deutschsprachigen Internet für ihre gewohnt gründliche Recherche verwendet.

Auf der Landkarte von Mittelamerika, die Wikipedia verwendet, sieht es so aus, als sei Venezuela ganz schön weit weg von der Küste der USA und als lägen zwischen den Hoheitsgewässern von Venezuela und der Küste der USA mehrere kleine und größere souveräne Inselstaaten, so zum Beispiel Kuba, Haiti, die Dominikanische Republik und Jamaika. Die Webseite Mapcrow, die die Redaktion der Tagesschau vermutlich nicht genutzt hat, ist der Meinung, die Entfernung zwischen Caracas und Miami betrage 2152 km, sei also etwa so groß wie die Entfernung zwischen Islands Hauptstadt Reykjavik und der Tagesschau-Redaktion in Hamburg. Das entspricht sicher nicht der Entfernung zwischen den Hoheitsgewässern Venezuelas und der Küste der USA, aber unter Abzug einiger Hundert Kilometer für die vorgelagerten Dependencias Federales zeigt das die Größenordnung der Entfernung zwischen den USA und Venezuela auf.

Weiterhin informiert die Tagesschau ihre Leser, dass das Flaggschiff der im Mittelmeer stationierten 6. US-Flotte gerade Hilfsgüter nach Poti gebracht habe, Russland jedoch argwöhnt, dass die US-Marine auch Waffen als Hilfsgüter getarnt nach Georgien bringen könne. Dass Poti einem Map Generator im Internet zufolge nur 223 km von der russichen Hafenstadt Sochi entfernt liegt und in der Nähe von Poti die mit US-Hilfe ausgerüstete georgische Militärbasis bei Senaki liegt, erwähnt die Tagesschau genausowenig, wie dass Georgien gerade mit US-Unterstützung einen Angriffskrieg gegen Russland geführt hat.

Nicht erwähnt wird auch, dass das US-geführte Militärbündnis NATO im schwarzen Meer - übrigens nicht nur mit Beteiligung der US-Marine, sondern auch mit deutscher Beteiligung - ganz selbstverständlich Flottenmanöver durchführt. Die Landkarte vom schwarzen Meer, die Wikipedia verwendet, zeigt, dass das schwarze Meer recht klein ist. Von der russischen Hafenstadt Sochi im Osten bis nach Istanbul im Westen sind es Mapcrow zufolge gerade mal 929 km. Nach dem Tagesschau-Maßstab liegt aber nicht nur das ganze schwarze Meer einschließlich Istanbul in der Nähe der russischen Schwarzmeerküste, sondern auch Athen, das einer Internetquelle zufolge gerade mal 1500km entfernt von Sochi liegen soll, befindet sich nach dem Tagesschau-Maßstab klar in der Nähe der russischen Küste. Bei Seemanövern der NATO vor der griechischen Hauptstadt Athen muss man zukünftig - der gebührenfinanzierte journalistische Leuchtturm Tagesschau.de ist schließlich Leitmedium - darauf hinweisen, dass diese in der Nähe der russischen Küste stattfinden.

Nun kann man sich angesichts des offensichtlichen Unfugs, den die Tagesschau verbreitet, natürlich fragen, woher die Landkarte, die die Leuchtturm-Redaktion der Tagesschau verwendet, stammt. Schnell wird man da fündig. Das kaum noch kaschierte pro-amerikanische Propaganda-Outlet Spiegel-Online schrieb heute:

Die Anwesenheit der US-Navy im Schwarzen Meer provoziert Moskau. Jetzt folgt die Antwort: Russland will gemeinsam mit Venezuela ein Seemanöver abhalten - in der Nähe der USA.

Die “Nähe der USA” ist dabei offenbar eine Erfindung von Spiegel-Online, denn die dem Propaganda-Märchen zugrundeliegende dpa-Meldung sprach noch nicht von einer Nähe zur USA. Davon, dass die USA Südamerika mit der kürzlich wieder in Dienst gestellte vierten Flotte bedroht, und dass insbesondere in Venezuela aufgrund der von den USA unterstützten Versuche, dort die demokratisch gewählte Regierung mit Gewalt zu stürzen, die Befürchtung eines neuen US-amerikanischen Angriffskrieges nicht ganz von der Hand zu weisen ist, schreibt Spiegel Online nichts. Natürlich schreibt unter diesen Umständen auch die Tagesschau nichts dazu.

Damit ist auch die Landkarte der Tagesschau verständlich. Der Effekt, wie das geplante Flottenmanöver in den Hoheitsgewässern von Venezuela auf der Landkarte des journalistischen Leuchtturms Tagesschau in die Nähe der US-amerikanischen Küste kam, mag manchem aus dem lustigen Kinderspiel “Stille Post” bekannt vorkommen.

Mein Parteibuch gratuliert der “Generation Doof” zur erneuten Tiefstleistung im Fach Propaganda.

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Urheberrecht: Provider müssen Nutzerdaten herausgeben…Richtervorbehalt ist Lachnummer
09/07/2008 02:49 PM

Am 1. September 2008 sind eine Reihe von Änderungen im deutschen Urheberrecht [1] in Kraft getreten. Rechteinhaber haben ab sofort einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegen Internetprovider, der sog. Richtervorbehalt bei der Herausgabe der Nutzerdaten hinter der IP, ist dabei faktisch aufgehoben worden bzw. nicht mehr relevant.
Mit dem Gesetz -das maßgeblich von deutschen Rechteverwertern diktiert und 1:1 vom Gesetzgeber übernommen wurde- setzt die Bundesregierung nach eigener Aussage, nur die EU-Durchsetzungs-Richtlinie (2004/48/EG) in nationales Recht um.
Das Gesetz gibt angeblichen Rechteinhabern die Möglichkeit, direkt beim Internetprovider Auskunft über die Identität von sog.Rechtsverletzern zu verlangen. Voraussetzung dafür ist zwar, dass ein Richter dem Anspruch auf Herausgabe der Verkehrsdaten zustimmt (”Richtervorbehalt”).
Wie die ersten Gerichte allerdings diesen Vorbehalt handhaben, zeigt das Unternehmen DigiProtect auf, welches bereits in der letzten Woche die Herausgabe der Nutzerdaten (in einem dieser Fälle ging es um ein Album) bei Gericht ohne Probleme beantragt hat.
Dieses neue Urheberrechtsgesetz wird -soviel steht bereits fest- zu einer neuen Abmahnwelle in Deutschland führen, die alles bislang da gewesene in den Schatten stellen wird.

[1] Betrifft folgende Bereiche:
Urheberrechtsgesetz, Patentgesetz, Gebrauchsmustergesetz, Halbleiterschutzgesetz, Markengesetz, Geschmacksmustergesetz, Sortenschutzgesetz

Creative Commons License

Urheberrecht von dobermann-projekt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung 3.0 Deutschland Lizenz. Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse erhalten Sie möglicherweise unter 4topas@googlemail.com.
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Böse Worte: Wahlkampf ohne Programm
09/07/2008 02:12 PM

Wer wird denn nun der neue Präsident der USA? Am 4. November dürfen sich die US-Amerikaner Einen von Beiden aussuchen. Sie haben da die Wahl zwischen dem Prinzip "kein Programm aber yess you can und viel Tam-Tam dabei" und "auch kein Programm aber wenigsten sehr viel Erfahrung, worin auch immer".

Die Konservativen in Deutschland feiern schon einmal McCain. Sie finden ihn wohl besser als Obama. Ich nehme mal an, das ist weil die Linken den Obama lieben. So nach dem Motto, die Idole meiner Feinde sind automatisch auch meine Feinde. Kann aber auch sein, dass sie nur "gegen Obama" sein müßen weil es die Bush-Regierung so will. Ja, und weil die Bush-Regierung gegen Obama ist, sind die, die hierzulande gegen Bush sind automatisch für Obama. Ach, Politik kann so einfach sein. Was will man auch in einem Land erwarten, in dem der Großteil der Bevölkerung mit der Regierung unzufrieden ist, gleichzeitig aber Merkel gut findet?

Die NZZ sieht gar einen "Wandel für Amerika - in welche Richtung?". Ich sehe zwar nicht wie dieser Wandel aussehen soll, doch vieleicht bin ich da etwas blind. Denn die NZZ weiß auch folgendes:
...das Land wird entweder seinen ersten nichtweißen Präsidenten erhalten oder die erste Frau im Vizepräsidentenamt. Das ist zweifellos historisch. Aber es ist nicht das Ende der Geschichte.

Das also reicht schon für die NZZ aus um "zweifellos historisch" zu sein. Naja, man weiß ja von wem es kommt.

Da dieser Wahlkampf auch im Internet geführt wird, muss man sich nicht einmal eine Zeitung kaufen oder den Fernseher einschalten. Auch so ganz neben dem täglichen Surfen darf man daran teilnehmen. Da meldet pressetext.de:
Online-Wahlkampf: Obama schnappt sich junge Wähler [Link]

Gleichzeitig erfährt man bei Technorati:Blogger Central, daß wenn es um Tags in Blogs geht Palin und McCain die nase vorne haben. Aber das muß ja nichts bedeuten.

Apropos Frau Palin, die Jokerin des Opas McCain. Diese Frau ist ja eine wahre Unvisersalwaffe. Sie soll die Erzkonservativen, die Waffenliebhaber und die Anhängerinnen von Hillary Clinton in das Lager McCains holen. Offensichtlich funktioniert das sogar. So viel Schwachsinn muß man sich erst einmal geben.

Hillary Clinton sollte wirklich eimal darüber nachdenken, auf was sie von ihren Anhängerinnen reduziert wird. Ich mag sie zwar nicht, doch das hat sie wirklich nicht verdient.

Ich erlaube mir mal eine kleine Wertung des bisherigen Verlaufs. Dazu vergleiche ich einfach beide Kandidaten und vergebe Punkte.

1. Politische Inhalte
Obama = 0 | McCain = 0

2. Politische- und Lebenserfahrung
Obama = 0 | McCain = 1

3. Entertainment
Obama = 1 | McCain = 0

4. Überraschungsmoment
Obama = 0 | McCain = 1

5. Redekünste
Obama = 1 | McCain = 0

Das macht jeweils zwei Punkte für McCain und Obama. Es scheint also noch unentschieden zu stehen. Nun ist ja bis zum 4. November auch noch etwas Zeit. Wir dürfen also gespannt sein.

Eines ist der US-Wahlkampf aber auf jeden Fall. Er ist wirklich unterhaltsam. Auf soetwas dürfen wir uns bei der nächsten Bundestagswahl leider nicht freuen. Ich sage nur Frank-Walter Steinmeier.[Link] [Cache]
Oeffinger Freidenker: Harakiri
09/07/2008 02:04 PM
Die SPD begeht offiziell Harakiri. Kurt Beck ist zugunsten Franz Münteferings zurückgetreten und Steinmeier zum Kanzlerkandidaten erklärt. Meiner Meinung nach ist das der sicherste Weg in andauernde Wahlniederlagen, wenn die beiden Agenda-Priester das übernehmen. Ich habe Mitleid mit Kurt Beck, und ich hoffe wirklich, dass die SPD dafür die Quittung erhalten wird.
Mehr zu schreiben fehlt mir gerade leider die Zeit, ich verweise mal auf die Kollegen:

Weitere Links:
SZ
SZ
Feynsinn
[Link] [Cache]
HU-Marburg: Erwerbslose erneut unter Generalverdacht
09/07/2008 01:28 PM
Scholz will schärfer prüfen lassen - HU-Ortsverband Marburg.

[Link] [Cache]
HU-Marburg: Stones-Revival bei der SPD
09/07/2008 01:28 PM
Steinmeiers Kandidatur als Stein des Anstoßes - HU-Ortsverband Marburg.

[Link] [Cache]
Böse Worte: Hier werden Sie gezählt
09/07/2008 12:39 PM
In der Sidebar von Böse Worte ist dieser kleine Button zu finden. Es handelt sich dabei um eine Counter von hotcounter.de. Aus reiner Neugier habe ich mal wieder so ein Statistikprogramm installiert. Ich bitte meine Leser um Verständnis. Wenn ich der Sache überdrüssig werde wird es genauso verschwinden wie seine Vorgänger.

Was ich mit den Erkenntnissen und Daten machen werde? Nun, ich werde sie mir ansehen. Wenn dann mal wieder jemand aus Trinidad und Tobago dabei ist freue ich mich einfach, ohne zu wissen warum.[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Hartz IV Empfänger werden Straubhaar fürchten
09/07/2008 12:35 PM

Nachdem der erste “Experte” zur Knechtung von Mitarbeitern, zum Umbau der Wirtschaft, Herr Hartz, ehemals Volkswagen AG, von der offiziellen Bühne abgetreten ist, kommen immer unverblümter die Denkmaschinen an die Öffentlichkeit, zum Beispiel Professor Straubhaar, Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts, die neoliberale Denkschmiede der Neuerfindung mittelalterlicher Knecht- und Leibeigenschaft.

“Der Hamburger Ökonom Straubhaar plädiert für eine geringere Unterstützung, um die Arbeitslosigkeit zu senken”, schreibt der SPIEGEL. Es sollen sich die Hartz IV Empfänger nur nicht einbilden, dass Straubhaar diese Empfehlung betreibt, um die Hartz IV Empfänger zu knechten. Hartz IV Empfänger sind lediglich Kollateralschäden des Neoliberalismus: es geht darum, Unternehmen zu stärken in dieser neoliberalen Wirtschaftswelt; es geht darum, im weltweiten Konkurrenzkampf besser, heißt qualitativ und preislich, zu sein, als der Konkurrent irgendwo auf dieser Welt, auch im Niedriglohnland.

Und genau dann geht es an die Feinde dieser Gedankenstruktur:

  • der Staat mit seinen Kosten muss zurückgestutzt werden, damit auch eine Vergleichbarkeit mit Botswana gegeben sein kann
  • die Mitarbeiter müssen auch mit den erpresserischsten Methoden in Niedrigstlohnbereiche oder in Multijobs gedrängt werden
  • die Rentner müssen ebenfalls beschnitten werden, damit die Transferleistungen des Staates an die Rentenkasse geringer werden

es muss bei diesem Spielchen der Finanzwirtschaft dieser Welt allein Unternehmen überleben.

Übrigens:es gibt bereits tausende Straubhaars, überall, weil ein Straubhaarianer zu sein, das ist die Garantie für Lebenserfolg!

Übrigens: dem SPIEGEL- Bericht entsprechend soll unser SPD Arbeitsminister an weiteren Knechtungsmassnahmen der HARTZ IV- Leute sein, weil wir nicht mir in einer Vertrauensgesellschaft leben, sondern nur noch Kampf zwischen den Gruppen geschürt wird!

Frage an die Leser: interessiert Euch das eigentlich nicht? Warum kommen auf diese Meldungen so wenige Kommentare?

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Principiis Obsta: Der Staat als Spekulationsgarant
09/07/2008 12:33 PM
von Prof. Dr. Eberhard Hamer, Hannover

Die Zentralbanken haben in den letzten Wochen immer wieder mit Hunderten von Milliarden Dollar die Liquidität von Finanzinstituten aufgefangen. In der letzten Woche wieder hat die US-Regierung allein mehr als 200 Mia. Dollar über die halbstaatlichen Hypothekeninstitute Fannie Mae und Freddie Mac zur Verfügung gestellt, damit diese faule Baudarlehen von regionalen Banken und Kreditanbietern übernehmen können. Mit Garantie dieser beiden halbstaatlichen Institutionen können die Kredite dann höherwertig weitergereicht und für weitere Finanzierungen genutzt werden. Dadurch hofft die Aufsichtsbehörde, dass die beiden Institute damit rund 2000 Mia. Dollar an Baudarlehen kaufen, stabilisieren oder garantieren können.

Damit wird auch in den USA ein eindeutiges Signal gesetzt, dass der Staat bei Fehlspekulationen der Banken einzugreifen habe, dass also die inzwischen grössten Verluste der letzten 40 Jahre bei den Banken durch den Staat – also auf Kosten der Bürger und Steuerzahler – abgefangen werden müssten.

Bisher haben alle Banken der westlichen Welt im Boom immer Wert darauf gelegt, möglichst wenig dem Staatseinfluss unterworfen zu sein, haben jede Intervention des Staates abgelehnt. Solange die Spekulationen gutgingen, sollten die Spekulationsgewinne ihnen unvermindert gehören – auch nicht vermindert etwa durch Steuern. So hat sich eine übermässige Spekulationsblase mit riesigen Scheingewinnen in der ganzen Welt entwickeln können, welche den Kapitalspekulanten zugute gekommen ist und womit praktisch das gesamte Weltfinanzsystem ausgehöhlt wurde.

Seit aber die Spekulationsblase – zuerst beim Hypothekenmarkt – zu platzen beginnt, müssten eigentlich die hemmungslosen Spekulanten und Spekulationsbanken die Zeche auch selbst zahlen, also untergehen. Dies aber bringt grösste Turbulenzen nicht nur in den Finanzmarkt, sondern über einen zusammenbrechenden Finanzmarkt notwendigerweise auch auf die Realwirtschaft. Diese Folge hoffen die Bankführer immer noch irgendwie zu vermeiden.

Bisher hat bei der Bewältigung der Krise die Federal Reserve Bank alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Sie hat nicht etwa die ersten Liquiditätsengpässe kneifen lassen, sondern durch Zinssenkungen und weitere Liquiditäten die unseriöse Spekulation nur verlängert. Die Blase sollte nicht platzen, sondern nur ein bisschen Luft lassen. Damit kann man aber das Problem nicht lösen. Immerhin hat sich in den letzten 30 Jahren das Finanzvolumen unsolide und ohne Deckung vervierzigfacht, während das Gütervolumen sich nur vervierfacht hat. Die Differenz muss also irgendwann wieder korrigiert werden, ob nun jetzt oder später. Um die Korrektur kommt man nicht herum. Die Generalkorrektur der zweiten grossen Weltwirtschaftskrise hat längst begonnen. Es geht jetzt nur noch darum: Bringen wir sie schnell hinter uns, oder lassen wir sie schrittweise längerfristig geschehen? Es wird damit zwar nichts besser, aber so glauben Spekulationsbanker und ihre politischen Helfer sich noch retten zu können.

Vor allem das amerikanische Finanzsystem ist marode. Die FED ist eine Privatbank, welche den beiden grössten Finanzgruppen, Rothschild und Rockefeller, gehört. Beide Gruppen haben diesen «Goldesel» für den Aufkauf der Rohstoffe der Welt, für Beteiligungen oder Zusammenkauf der globalen Konzerne, für die Finanzierung der verhängnisvollen US-Kriege sowie für Staatsdefizite masslos geplündert und damit die grosse Finanzblase vorsätzlich oder fahrlässig, jedenfalls schuldhaft geschaffen, um deren Korrektur es jetzt geht.

Aber auch die Euro-Bank, die Bank von Japan und die britische Zentralbank haben Schuld an der derzeitigen Malaise, weil sie den notwendigen Absturz des Dollars immer wieder mit eigenem Geld aufgefangen und damit das Geld ihrer Bürger in ein Loch geworfen haben. Die Bürger Europas und Japans sind also ebenso Leidtragende der Tatsache, dass ihre Zentralbanken der Realität der Krise nicht ins Auge sehen wollten, sondern auf Druck der Amerikaner deren Unsolidität und dem Dollar helfen mussten. Auch diese Hilfe nützt aber schon lange nicht mehr, sondern verzögert nur den Absturz. Die für diese Verzögerung eingesetzten Gelder sind also verloren, sind praktisch veruntreut.

Bisher haben alle Versuche der Hilflosigkeit der Federal Reserve Bank und der übrigen Zentralbanken die Krise nicht verhindern können und werden sie auch nicht vermeiden können, denn die Korrektur ist notwendig, zwangsläufig und unaufschiebbar. Man kann nur den plötzlichen Crash durch einen etwas längerfristigen Absturz verzögern.

In der Zwischenzeit versuchen Politiker und Banker immer noch, die Bürger zu beschwichtigen und die Krise wegzureden. Wer sich auf diese falschen Zeugen verlässt, wird aber grösseren Schaden nehmen, als wenn er konsequent handelt. Die Krise ist da. Die Krise wird noch stärker. Wir müssen ihr ins Auge sehen und uns darauf einrichten.

Schon vor 5 Jahren hat der Verfasser mit Experten des Mittelstandsinstituts Niedersachsen in dem Buch «Was tun, wenn die Krise kommt?» nicht nur die Krisenfolgen beschrieben, sondern auch dargestellt, was wir tun können, um weniger als andere von der Krise betroffen zu sein. Nur hierum geht es jetzt noch. Wer die Krise also ernst nimmt und für sich handelt, kommt besser durch die Krise und aus der Krise als andere, welche die Krise auf sich zukommen lassen und in ihr untergehen werden.


Quelle: Zeit-Fragen[Link] [Cache]
Linke Zeitung: Mit Wie Wenig Kann Ein Mensch Überleben?
09/07/2008 12:04 PM
Hartz IV Chemnitzer Studie Offener Brief an Professor ThießenSehr geehrter Herr Thießen, Der Mensch sollte sich nicht zu dem Beweis erniedrigen, dass er wie ein schlecht genährtesTier leben kann (Oscar Wilde Der Sozialismus und die Seele des Menschen , 1904). Chemnitzer Forscher verstehen solch Erniedrigung als Wissenschaft. In der Schule eines Engels, der sich stets um die Mühseligen und Beladenen gekümmert hat, sind sie fest in ihrem Glauben, dem einfachen Menschen ginge es weniger um die schnöden Güter dieser Welt, als darum sich zu quälen,die Taschen anderer zu füllen, auf dass Reichtum sich wiederlohnt. Wofür unseren Minderleistern viel Liebe und Anerkennung winkt. Bekanntermaßen wird in unserer Republik gerade der als Leistungsträger geehrt, der für einen Hungerlohn sich krumm legt. Hat doch unser demokratisch-rechtsstaatlich-sozialer Kapitalstaat von Cicero gelernt:„Es gibt nichts Entarteteres als eine Staatsform, in der die Wohlhabenden für die Besten gehalten werden ![Link] [Cache]
Das Leben usw.: So geht das…
09/07/2008 12:02 PM

Im Moment könnte ich mich mal wieder wegschmeißen vor Lachen (ROFL). Der Grund ist mal wieder www.german-bash.org.
Schaut selbst: Speziell hier, hier, hier und hier. (LOL ;-) )

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Politik und Panorama: Müntefering wird neuer Parteivorsitzender
09/07/2008 11:57 AM

Es wird kolportiert, dass Müntefering als Parteivorsitzender zurückkommen soll.

Gibt es eigentlich noch Wahlen und Abstimmungen in der SPD oder wird jetzt alles diktatorisch von oben entschieden?

Das ist eine bodenlose Unverschämtheit und eine Knechtung der Basis, die hoffentlich nicht ohne Folgen bleiben wird.

Ein 68 Jahre alter Mann als Ausdruck für einen Neuanfang? Never!

Die Konsequenz wird darin liegen, dass sich immer weniger Mitglieder engagieren werden. Sowohl parteiintern, als auch bei Wahlkampfaktivitäten.

Seinen Niederschlag findet dass dann im Wahlergebnis. Sollten die das durchziehen, rechne ich damit, dass sich das Wahlergebnis von LINKE und SPD auf "Augenhöhe" bei der kommenden Bundestagswahl befinden dürfte.

Aber vielleicht ziehen die ja noch ein Kaninchen aus dem Zylinder, an dass keiner von uns denkt.

So oder so - Diskussionen um Inhalte., Positionen und Ämter dürfen so einfach nicht ablaufen in einer demokratischen Partei. Wer das ohne Aufzumucken schluckt, ist ein Knecht.

Und dazu gibt es ein schönes Zitat von Münte: "Keiner ist Herr, keiner ist Knecht, das ist die Wahrheit unserer Geschichte".

Ziehen die das wirklich so durch, entblößen sie sich als dreiste machtgeile Politgeier ohne Anstand oder Sinn für sozialdemokratischen Urgrund.

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Linke Zeitung: Widerstand gegen Nazis in Dortmund
09/07/2008 11:53 AM
rund 50 Nazis (http://antifaunion.blogsport.de/) erschienen waren.Im Vorfeld waren das Büro der Partei DIE LINKE angegriffen und das Wohnhaus eines zugehörigen Politikers mit antisemitischen Zeichen besprüht worden. AntifaschistInnen aus dem Ruhrgebiet hatten zu Widerstandsaktionen gegen die Nazis aufgerufen. Am Samstag haben neben einer Demonstration ab 10 Uhr vom Hauptbahnhof diverse Kundgebungen und Blockadeaktionen gegen die braunen Umtriebe stattgefunden.Worum es den Nazis tatsächlich ging, hat schon das Motto ihrer Demonstration deutlich gemacht: „Deutschland, was ist aus dir geworden? Nationalismus statt Globalisierung und Krieg!“ Auch braune Gäste aus dem Ausland, etwa der „Bulgarische Nationalbund“, hatten ihr Kommen angekündigt.Die erneute braune Demonstration durch Dortmund war eine klare Provokation. In den vergangenen Monaten hatten Rechtsextreme immer wieder Anschläge auf linke Veranstaltungen und Räume verübt. Erst in der Nacht auf den vergangenen Freitag ist zum vierten Mal das Wahlkreisbüro der Partei DIE LINKE (http://www.dielinke-dortmund.de/presse/detail/zurueck/aktuell-81/artikel/erneut-anschlaege-auf-die-linke/) attackiert worden. Offenbar wurde mit einer Zwille eine Kugel durch die Frontscheibe des Büros geschossen. Zudem wurden Scheiben des Autos eines Lokalpolitikers der Partei zerstört und sein Hauseingang mit Davidstern und Hakenkreuz beschmiert. [Link] [Cache]
Politik und Panorama: Beck ist weg
09/07/2008 11:37 AM

Der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck wird in den nächsten Minuten seinen Rücktritt bekanntgeben.

Ein schwarzer Tag für die Sozialdemokratie. Jetzt werden die Flügelkämpfe in nie gekannter Stärke ausbrechen. Bei allen Schwächen war Kurt Beck doch immer derjenige, der sich um einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Parteiflügeln bemüht hat.

Die Parteilinke hätte einen Kanzlerkandidat Steinmeier akzeptiert. Einen Putsch, der die Gesamtpartei den Seeheimern und Netzwerkern der Bundestagsfraktion ausliefert, wird aber weder die Basis noch die Parteilinke akzeptieren.

Das wird ganz bitter.

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rotglut.org: Nochmals meinen Dank für die Spenden [Update]
09/07/2008 10:13 AM
Der stalkende Abmahngauner Andreas Neuber und sein Gehilfe Alexander J. Kleinjung wollen mich schon wieder in den Knast bringen. Die Spenderliste hat sich wieder um einiges verlängert und ich bin wirklich dankbar und noch immer über die Solidarität überrascht. Es freut mich, dass so viele es nicht hinnehmen wollen, dass Lügner aus dem Umfeld der Kriminell-Kanzlei des Günt ... [Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Steuerzahler, öffnet den Geldbeutel!
09/07/2008 09:14 AM

“In einer dramatischen Rettungsaktion bereitet sich die Regierung Bush jetzt mehreren Zeitungen zufolge darauf vor, die riesigen Finanzinstitute Freddie Mac und Fannie Mae komplett zu übernehmen. So soll ein Kollaps des Kreditmarkts verhindert werden”, schreibt der SPIEGEL.

Schnell die Fakten:

  • “Als staatsnahes Unternehmen erhält Fannie Mae allerdings erstklassige Bonitätsbewertungen von den Ratingagenturen”, Wikipedia.
  • 5,3 Billionen Dollar Immobilienkredite vergeben; ( Hinweis: das ist die Summe, 5300 Milliarden = 3700 Milliarden Euro ).
  • “Fannie und Freddie versorgen den Hypothekenmarkt mit einer enormen Liquidität” und “ohne sie wären die Zinssätze bei Hypotheken deutlich höher”, schrieb Mark Vitner, leitender Volkswirt bei Wachovia Corp. in Charlotte, North Carolina, in einer Mitteilung an seine Kunden. “Die Rettungsaktion gilt dem Immobilienmarkt und der breiten US- Wirtschaft” … Die beiden Hypothekenfinanzierer haben bereits rund 20 Mrd. Dollar eingeworben, um ihre Verluste auszugleichen”, schreibt Börse-Express.
  • “Ende September werden 234 MRD USD Anleihen fällig, die vermutlich nicht mehr refinanziert werden können”, schreibt ein Leser in Wallstreet online.

Wenn diese Finanzkrise so fortgesetzt wird, dann wird Frau Merkel mit betroffenem Gesicht der ARD und dem ZDF, also dem Staatsfernsehen, mit Betroffenheitsmine dem deutschen Volk erklären: “Die volkswirtschaftlichen Eckdaten zum zweiten Quartal 2008 haben die Folgen dieser verheerenden Wirtschaftspolitik wieder einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt. Nur schaut kaum jemand mehr hin. Klar, dass das Wachstum des BIP mit minus 0,5 Prozent negativ war, das war vorab schon bekannt, und alle Beschwichtiger hatten uns schon beruhigt, das sei nur eine unvermeidliche Reaktion auf die verzerrt hohe Wachstumsrate des ersten Quartals. Dass die Nettolöhne pro Kopf gegenüber dem Vorjahr wieder um ein Prozent gesunken sind und der Konsum privater Haushalte dementsprechend im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent abgerutscht ist, interessiert kaum jemanden“, was ein Leser in Wallstreet online schreibt.

Aber die Krise ist ernster, als eigentlich gedacht:

  1. Von den 5300 Milliarden Dollar sind geschätzt ca. 30% faule Kredite, also ca. 1.800 Milliarden Dollar oder 1.250 Milliarden Euro
  2. 20 Milliarden Dollar sind gerade einmal 1 (!) Prozent der fehlenden Summe.

Konsequenz: die Amerikaner werden die Notenpresse anwerfen müssen. Die derzeitige Dollaraufwertung erscheint somit unter einem anderen Licht: Nichtamerikaner sollen zum Dollar gelockt werden, der danach wie ein Stein fällt, vielleicht im Oktober, einem beliebten Monat für Börsenprobleme?
Über eines sollte man sich klar sein: die Amerikaner lassen die Welt dafür bitter bluten, dass sie eine fulminante Verschuldungsprosperität haben. Es ist in dieser Welt ja auch niemand, der sich mal die Amerikaner zur Brust nimmt und ihnen deutet, es geht so nicht weiter! Statt dessen gibt es nur Speichellecker, die voller Willfährigkeit die Finanzkrise mit verursachen.

Es ist übrigens nicht ganz auszuschließen, schaut man sich die Verschuldung in den westlichen Ländern an, dass alles in einem riesigen Zusammenbruch endet, um als westliche Einheitswährung, schuldenlos, wieder von Neuem anzufangen. Konsequenz: jeder, der heute gespart hat und sein Geld anlegte, der wird das Opfer dieses Kapitalismus sein!

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Landtagswahl Bayern Folge 5: Die SPD
09/07/2008 09:13 AM

In genau 3 Wochen ist es soweit: Wir schreiten zur Landtagswahl. (Also jedenfalls die Wahlberechtigten, die von einer Briefwahl absehen; am Wahlsonntag ist in auch Nürnberg verkaufsoffener Sonntag, daher werden wohl viele Einzelhandelsbeschäftigte diesen Weg wählen.) Vorgestern gab’s einen kritischen Artikel zum Thema “Lokalpatriotismus” (also: weißblauer Propaganda ohne realpolitischen Mehrwert) im LMU-Feed. Da mischt auch die Partei mit, der wir uns heute widmen (und in der ich einstmals Mitglied war): Die SPD.

Zur Geschichte der SPD in Bayern siehe hier, nur soviel Interessantes: Die SPD ist zwar die mit Abstand älteste Kraft, hat aber nur in den 1950er Jahren wirkliche politische Erfolge verbuchen können. Auch aktuell (5.9.08) deuten die Umfragewerte mit etwa 20% eher darauf hin, dass sich die Marginalität der SPD in Bayern fortsetzen wird.

Die Ziele formuliert die BayernSPD in ihrem “Regierungsprogramm 2008-2013“. Ein bisschen zu umfangreich für meinen Geschmack, denn 44 Seiten Programm erleichtern es dem sowieso schon informationell überfluteten Wähler nicht gerade, sich ein Bild zu machen. Daher im Eilverfahren mein Eindruck:

  • Es gibt keine wesentlichen Unterschiede zu altbekannten Positionen der Bundespartei. Ich finde eigentlich beim Durchstöbern gar keine.
  • Zu dieser allerdings fallen mir ein paar Kritikpunkte ein. Zur Bildungspolitik - mit der ich mich momentan ja seminartechnisch beschäftige - z.B. gab es eine recht gute, wenn auch “neoliberal” angehauchte DIskussion im SPD-Watchblog. Und ein bisschen atavistisch und weltfremd: Man glaubt noch immer, durch Quoten die Gerechtigkeit durchboxen zu können.
  • Das Wahlalter soll auf 16 Jahre abgesenkt werden - was ich für eine gute Sache halte. Nicht unbedingt aus praktischen Erwägungen heraus, sondern weil ich es für ein unverantwortliches Demokratiedefizit halte, dass man mündigen Bürgern ihre Rechte vorenthält.
  • Die für mich wichtigsteb Argumente, die SPD nicht zu wählen, waren, sind und bleiben aber ihr Einsatz gegen Demokratie, Freiheits- und Menschenrechte vor allem bei der inneren Sicherheit und der Drogenpolitik (Bsp).

(Aktueller Bericht aus der Wahlkampfschmiede)

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Farish Ahmad Noor: Kann es eine Diskussion über den Islam geben, die nicht dumm ist?
09/07/2008 06:21 AM

übernommen von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt, übersetzt von "Muslimische Stimmen" .




Dr. Farish Ahmad-Noor ist Politikwissenschaftler und Historiker am Zentrum Moderner Orient (Berlin) und Gastprofessor an der Universitas Muhammadiyah Surakarta (UMS) und an der Sunan Kalijaga Islamic University in Jogjakarta (Indonesien). Außerdem ist er einer der Gründer der Forschungsseite www.othermalaysia.org.





Quelle des Originalartikels: http://www.othermalaysia.org/content/view/116/55/
Originalartikel veröffentlicht am 25. September 2007
Quelle der deutschen Übersetzung : http://muslimische-stimmen.de/index.php?id=20&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=313&tx_ttnews%5BbackPid%5D=11

URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=4194&lg=de


Es ist interessant über die idiotischen Zeiten nachzudenken, in denen wir leben. Besonders wenn man, wie ich, in nebulöse Dinge, die 'Interkultureller Dialog' genannt werden, involviert ist. In den vergangenen vier Wochen habe ich an verschiedenen Dialogrunden zwischen Europäern und muslimischen Migrantencommunities in Amsterdam, Paris und Berlin teilgenommen und in jeder dieser Treffen bin ich Stereotypen über Muslimen und dem Islam begegnet. Jene waren so oberflächlich und kindisch, dass ich schon fast beschämt bin, diese hier zu wiederholen. Schlimmer noch als das platte Sinnieren über den Islam und die Muslime war, dass diese Gedanken nicht vom Ottonormalverbraucher kamen, sondern von denjenigen, die behaupten sich auszukennen und als Wissenschaftler und Historiker bewundert werden.

In einem dieser Treffen wurde mir folgendes gesagt: "Der Islam ist eine faschistische, Frauenhassende, Christentötende, Homosexuelle beschimpfende, männliche-macho Hass-Ideologie, die seit 14 Jahrhunderten auf Eroberungen, Blutvergießen, Mord und Vergewaltigung basiert. Deshalb kann es keine Integration von Muslimen in Europa geben, weil die Muslime, die wir hier haben, Primitive der arabischen Welt sind, die barbarisch, gewalttätig und brutal sind. Sie glauben nicht an die Vernunft und an die Aufklärung und die islamische Zivilisation hat nichts Wissenschaftliches, Rationales oder Humanes hervorgebracht." Versuchen Sie das Wort "Muslim" mit Schwarz zu ersetzen und man wird sehen, wie weit hergeholt und rassistisch diese Behauptungen wirklich sind.

Warum ist es heutzutage so, dass wann immer über den Islam und die Muslime geredet wird, einige von uns denken, sie haben die Lizenz ihren IQ-Level um hundert Punkte zu senken? Ist die Rede über den Islam eine Lizenz irgendetwas Dummes, Beleidigendes, Provokatives zu sagen oder die Massen aufzubringen, um ein paar Schlagzeilen zu machen? In Holland forderte sogar ein Politiker ein Verbot für das Koranlesen, weil der Koran mit Hilters 'Mein Kampf' zu vergleichen sei. Andere behaupten alle Muslime seien in erster Linie durch ihren Glauben geprägt, der nun mal irrational, unwissenschaftlich und gegen die Aufklärung sei.

Ich war getroffen von der eigenwilligen Blindheit der so genannten 'liberalen' und 'rationalen' Europäer, ihrer Unfähigkeit, sowohl Dinge in eine verhältnismäßige Perspektive zu setzen als auch ihre Unfähigkeit, ihre Annahmen von sich selbst zu hinterfragen. In meiner Arbeit als akademischer Aktivist habe ich versucht, diese großen Narrativen von der offiziellen Geschichte zu zerlegen, sei es auf der Ebene des Staates oder der Religion. Ich bin der Tatsache bewusst, dass die Geschichtsschreibung ein umstrittener Prozess ist, der zumeist von den Gewinnern einer Gemeinschaft betrieben wird und nicht von den besiegten oder marginalisierten Stimmen. Ist es dann eine Überraschung, dass die Geschichte des Westens nur die Geschichte von weißen, männlichen, mittelständischen Stimmen ist? Wo ist die Geschichte der Frauen und der Partizipation von Frauen an Politik, Wirtschaft und Nationsbildung? Erst seit Neustem durch die Avancen der feministischen Geschichtsschreibung und der dekonstruktiven Geschichte, wie der von Simon Schama und deren Gleichen, haben wir eine Geschichtsschreibung gesehen, die inklusiv, plural und nachgefragt ist.

Jetzt werden die bewussten Historiker Sie informieren, dass es schon immer Gegenströmungen zur dominanten Geschichtsschreibung gibt und gab, sowohl im Westen als auch in der muslimischen Welt (sowie es auch liberal progressive Gegenströmungen gegen orthodox-konservativen Hinduismus, Buddhismus Christentum und Judentum gibt.) Darüber hinaus existieren alle Zivilisationen und Kulturen in relationalen Begrifflichkeiten und sie entwickeln sich in Relation mit- und zueinander: Es wäre lächerlich zu behaupten, die Europäische Aufklärung sei lediglich ein selbst generierter Fall eines isolierten Genius, wo wir doch alle wissen, dass die europäische Zivilisation in Interaktion mit der muslimischen Zivilisation entstanden ist, so wie die muslimische Zivilisation in Relation zu und mit der chinesischen, indischen und persischen Zivilisation sich entwickelt hat.

Natürlich sind die Muslime in der Welt heute Geiseln einer Geschichte, die bestimmt ist von Herrscher-Eliten oder ihren konservativen Lakaien, wie den Wahabiten in Saudi-Arabien. Von den Stiftern dieser konservativen Sektierer bekommen wir nur eine statische Beschreibung der muslimischen Geschichte, die aus der Sicht der Könige, Sultane und Diktatoren – wie die Geschichte des Iraks, die in der Zeit von Saddam Hussein geschrieben worden ist – oder die verdrehte Geschichte der Araber, geschrieben von dem Establishment nahe stehenden Wahabiten. Aber hier muss wieder die Frage gestellt werden: Wie war dieses geschichtliche Ausradieren möglich und wer steckte dahinter? Leider muss auch hier mitunter der Zeigefinger auf den aufgeklärten Westen gerichtet werden, der in Diktatoren wie Saddam Hussein und der saudischen Königsfamilie strategische Verbündete sah.

Das Emporkommen des konservativen, fundamentalistischen, sektiererischen und gewaltsamen Islams wurde während des Kalten Krieges von westlichen Staaten unterstützt, was zum Aufstieg von Männern wie Saddam Hussein, den anti-sowjetischen Mujahedin und später den Taliban führte. Jene wiederum haben das plurale Vermächtnis der muslimischen Welt zerstört. Dennoch beschuldigen westliche Liberale heutzutage die Muslime, keine Geschichte zu haben und dass ihre eigene Geschichte eine Geschichte der Gewalt sei. Wo ist der aufgeklärte Geist von Selbstkritik und Selbsterkenntnis? Eigentlich sollten die Liberalen im Westen nicht überrascht sein, vom Aufstieg der fundamentalistisch-muslimischen Regime in der Welt, wenn es doch ihre eigenen Regierungen waren, die diese anti-christlichen, anti-Frauen und anti-Homosexuellen Regimes an erster Stelle unterstützt haben, angeblich strategischer Allianzen halber, aber im Grunde für die Sicherung der Lieferung des viel gebrauchten Öls?

An dieser Stelle entschuldige ich keineswegs fundamentalistische konservative Muslime, weil es gewiss rechte Muslime gibt, die man nur als Faschisten im wirklichen Sinne des Wortes bezeichnen kann. Aber genauso wie Muslime heutzutage aus ihrer Hülle hinaustreten müssen und der Realität ins Gesicht blicken müssen, genauso müssen es die Europäer auch tun, die behaupten ach so aufgeklärt und liberal zu sein. Europas Aufklärungsprojekt hat nicht nur seine eigenen Unzufriedenheiten, sondern auch seine eigenen Anomalien.

Zu behaupten, dass jeder einzelne Europäer heute ein Produkt dieses geschichtlichen Prozesses ist, wäre so simplifizierend als würde man um den Glauben betteln. Wenn das der Fall sein sollte, dann könnten wir vielleicht fragen, wie aufgeklärt die Europäer waren als sie Asien und Afrika kolonisierten. Schauen Sie auf die Weltkarte und sehen Sie wie viele Flicken heute auf der Welt – von Nord-Amerika bis Australien – Erinnerungen an die koloniale Expansion sind, welche von einer irrationalen Gier, einem irrationalen Rassismus und einem irrationalem Hass gegen das Andere motiviert war, und nicht geleitet von Werten der Vernunft oder des universalen Humanismus. Sagen Sie mir, war es Kant oder Descartes, der den Kolonialisten sagte, in Australien einzufallen und es zu besetzen, die Aborigines von Tasmanien auszurotten und ihre Köpfe als Trophäen aufzuhängen? Oder die Körper der nordamerikanischen Indianer zu enthäuten, um daraus Stiefel und Tabakbeutel zu machen? Wo war da die europäische Aufklärung? Im Schlaf?

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Duckhome: Gestern war in Berlin Schulanfang
09/07/2008 06:21 AM

Auf dem Schulhof meinten die beiden Jungs, die erst nächstes und übernächstes Jahr dran sind, ich könne doch einmal Sonntagsmusik für Kinder machen. So von wegen Gleichberechtigung. Hat er tatsächlich gesagt, der drei Käsehoch. Eigentlich könnte er das ja auch selber, nur mit dem Schreiben und Lesen hapert es halt noch. Als macht Papa Musik für Kinder und für Erwachsene die jung geblieben sind.
Theo und das Bananenbrotlied




Anne Kaffekanne




Rolf Zukowski - Dein kleines Leben




Bettina Wegner - Kinder




Alle Kinder lernen lesen




Aber leider geht es meist nicht so kulturvoll zu, der absolute Hit ist absolut flach, aber ständig auf der Wunschliste.

Tim Toupet - Ich bin ein Döner



Ich bin übrigens gespannt wie ein Flitzebogen, ob am Montag die Schulbegeisterung noch so groß wie gestern ist. Aber immerhin hat die junge Dame Ziele. Möge sie die ihren erreichen und all meinen Lesern wünsche ich das gleiche. Aber auch wer seine Ziele nicht erreicht sollte sich selbst nicht böse sein. Manchmal ist der Weg das Ziel und man lernt auf dem Weg mehr, als manch einer, der sich sein Ziel ersaß.

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und eine ruhige vernünftige Woche. Auch wenn es politisch wieder drunter und drüber gehen wird.


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Club der halbtoten Dichter: Der Bayrische Wald
09/07/2008 06:01 AM

ist auch nicht mehr das, was er >früher einmal war.

*

Die SPD ist schon lange nicht mehr das, was sie früher einmal war.

wowi

>Klausimaus hätte vielleicht eine Chance gegen Angie gehabt, aber >der doch nicht.

*

Dafür arbeitet >sie jetzt für die Freien Wähler, die diesmal sogar bei der Landtagswahl mitmischen. Wenn das mal gut geht mit den 50% plus X, liebe CSU …

*

Also ich sag ja immer:

>Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht

*

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Living in China: Mögen die Spiele beginnen!
09/07/2008 05:08 AM

Gestern wurden die 13. Paralympischen Spiele mit einer beeindruckenden Feier im Vogelnest eröffnet. Wie auch schon die Eröffnungsveranstatlung der Olympischen Spiele war es zwar etwas kitschig, aber dennoch beeindruckend. Auch wenn das Feuerwerk deutlich kleiner ausfiel. Auch wenn ich erwarte, dass die Spiele kaum weniger spannend werden dürften und ich mich riesig auf die 5 Veranstaltungen freue, dich ich besuchen werde, bin ich doch erstaunt, wie unterschiedlich die beiden Spiele wahrgenommen werden. In der Erwartung, dass die Tickets schon irgendwie wegghenen, hatte ich für das Goalball-Spiel heute Nachmittag einfach mal 5 Karten gekauft. Während die Tickets für die Olympischen Spiele auf dem Schwarzmarkt horrende Preise erzielt haben, hat sich bisher noch niemand gemeldet, der Interesse an den Tickets hat…..also: wer gerad in Beijing ist und noch 2 Tickets für Goalball kaufen möchste, heute, Sonntag, 07.0 jeweils umgerechnet 3€, melde sich doch noch kurzfristig!

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HUIBSLOG - [DE]: Ulfkotte macht sich an Ralph Giordano heran und versucht die Schaffung eines gemeinsamen Fronts mit den Rechtsextremisten gegen uns, Antirassisten! [DE]
09/07/2008 02:08 AM
Das Eine sagen, und das Andere tun..

Nach dem brüsseler Anti-"Eurabia" Debakel von September 2007, haben die traditionellen rechtsextremistische Parteien und Bewegungen größtenteils die Kontrolle über die europaweite anti-Islam Agitation übernommen. CIA- und private amerikanische Gönner (Daniel Pipes) sind, wie auch Udo Ulfkotte, marginalisiert worden. Der Letzte versucht noch immer vergebens, um seine Art Islam-Bashing salonfähig zu machen. Dazu gehört die ritual wiederholte Behauptung, dass er nichts gegen der Islam an sich hätte, aber dass es nun einmal zu viel volksfremde islamische Einwanderer gäbe. Ritual schlachten (schächten) sollte den Muslimen untersagt werden, zum Beispiel. Gefragt, ob das Schächten dann auch den Juden verboten werden musste, antwortete er, dass das nicht nötig sei, weil ja (noch) so wenig Juden in Deutschland übrig geblieben sind.

Ich nenne dergleiche Falschlogik "pauschale Stigmatisierung als Bedrohung, von Einwanderer aus der Türkei und andern islamisch geprägten Ländern". Und ich bin nicht der Einzige. Ralph Giordano und Mina Ahadi unterzeichneten im Rahmen ihrer "Kritischen Islamkonferenz" und als Ablehner des grossen kölner "Anti-Islamisierungs-Kongresses" unter Führung van "Pro-Köln" und dem "Vlaams Belang", Folgendes:

[..] den Veranstaltern des „Anti-Islamisierungs-Kongresses" gehe es nicht darum, „die menschenrechtswidrigen, antidemokratischen und reaktionär-patriarchalischen Grundinhalte und Praktiken des Islam anzuprangern, sondern darum, Einwanderer aus der Türkei, dem Iran und arabischen Ländern pauschal als Bedrohung zu stigmatisieren." Diese Anti-Islam-Propaganda diene als Mittel zur „populistischen Ausbeutung begründeter islamkritischer Stimmungen innerhalb der einheimischen Bevölkerung".
Giordano und seine Freunde und Freundinnen haben deshalb am 12. September eine Art Gegenkonferenz veranstaltet in Köln. In eine Jugendherberge. "Populistische Angst-Ausbeuter" sind dort nicht willkommen, würde man unterstellen. Bestimmt doch nicht ein Mann, der "pauschal" alle Muslime vorstellt, als werden sie "lachen" wenn Christen terrorisiert werden.
Aus Ulfkottes "Akte Islam", Dezember 2007:


Diese Art Propaganda, die schon 2003 in einer Verfassungsschutz-Brochüre "rassistisch" genannt wurde, gehört hundertprozentig zu den Stigmatisierungspraktiken der "populistischen Ausbeuter" der Fremdenangst.

Ein unbequemer Gast in der Jugendherberge...

Aber leider, leider, hat Herr Ulfkotte trotzdem sich durchringen können, um bei der Giordano-Konferenz mitzumachen. Akte Islam bringt das Siegesbericht:

Deutschland:
Bürgerbewegung Pax Europa unterstützt Kritische Islamkonferenz

Die gemeinnützige Bürgerbewegung Pax Europa e.V. unterstützt vorbehaltslos den Aufruf der Kritischen Islamkonferenz zum sog. Anti-Islamisierungs-Kongress" in Köln "Gegen Fremdenfeindlichkeit und reaktionärer Islamverteidigung". Dieser findet am 12. September 2008 von 18.30 Uhr an in Köln (Jugendherberge Riehl, An der Schanz 14 ) statt. Neben der Vorsitzenden des Zentralrates der Ex-Muslime, Mina Ahadi, und dem Publizisten Ralph Giordano wird auch der Islam-Kritiker und Pax-Europa-Gründer Dr. Udo Ulfkotte als Gastredner sprechen (Thema: "Verknüpfung demokratischer islamkritischer Kräfte und notwendige Abgrenzung zu rassistischen und xenophoben Gruppen"). Am Rande der Veranstaltung wird auch über die Fortschritte des Projektes "Europäisches Netzwerk zum Schutz bedrohter Islamkritiker" gesprochen.
Giordano und Michael Schmidt-Salomon werden beglückt mit einem Gastredner, der grundsätzlich gegen das Schächten agiert und der Muslime anprangert als Leute die sich zu Unrecht beschwerden über Terror, und voller Schadenfreude sind, sobald die Terror sich gegen Christen wendet. Der Zauberlehrling, der sich so gut abzugrenzen wusste (September 2007) zum rassistischen und xenophoben Vlaams Belang, wird den Giordanisten belehren, wie man so etwas macht. Am Rande der Veranstaltung, wird Ulfkotte auch versuchen, um seinen unwahrscheinlichen Adelsbrief als "bedrohter Islamkritiker" zu vermarkten.

Worin unterscheidet Akte Islam sich in der Praxis vom "pauschalen Stigmatisierung"?

Wir wünschen der Versammlung in der kölner Jugendherberge viel Weisheit. Knut Mellenthin, der selbst Opfer war von Ulfkottes juristischen Kreuzzug gegen kritischen Blogger, schrieb am 4. September in Rheinraum-Online:
Der neue Verein [Bürgerbewegung Pax Europa, Präsident Udo Ulfkotte, HR] betont, dass er sich schärfstens von Rechtsextremisten distanziere. Das ist in der islamfeindlichen Szene allerdings gang und gäbe. Selbst Pro-Köln behauptet, "seriös und demokratisch" zu sein und "mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes" zu stehen. Ulfkotte ist allerdings, vermutlich mit Rücksicht auf seine guten Beziehungen zur CDU, so weit gegangen, Pro-Köln und den Vlaams Belang explizit als "rechtsextrem" bzw. "am extremen rechten Rand des politischen Spektrums stehend" zu verurteilen. Damit stehen er und seine Bürgerbewegung Pax Europa vorläufig jenseits des Vereinigungsprozesses, in dem VB und FPÖ den Ton angeben. Worin sie sich politisch unterscheiden, ist allerdings schwer zu erkennen.
Und so ist es. Ulfkotte betont immer, dass er der salonfähige, nicht-rechtsextremistische Islamkritiker sei. Aber in der Praxis, ist er nicht von den rechtsextremistischen Hetzern zu unterscheiden.

Gemeinsames Front mit PK und VB gegen den Antirassisten?

Was er aber mit der Giordano-Gruppe teilt, ist der Hass gegen den Stimmen die die Fremdenfeindlichkeit kritisieren. Aus der Erklärung der Giordianisten:
Ähnlich scharf wie mit „Pro Köln" und ihren Verbündeten rechnen die Vertreter der Kritischen Islamkonferenz jedoch auch mit der Gegenseite der „vermeintlich antirassistischen Islamversteher" ab. Die Abgesandten Erdogans, Milli Görüs
und die Grauen Wölfe würden sich „ins Fäustchen lachen, wenn die deutschen Blockierer einseitig und voller Vehemenz gegen Pro-Köln und Co. demonstrieren", aber auf Tauchstation gingen, „wenn gegen Islamisten, Ehrenmörder, Zwangsverheirater, Karikaturenschänder, muslimische Mordhetzer und Judenhasser etc. aufzumarschieren wäre".

Wen meinen Sie hier, Herr Giordano, Herr Ulfkotte? Sie wagen es nicht es zu sagen, wette ich. Denn, wenn Sie zum Beispiel mich meinen, dann werde ich bestimmt beim frankfurter Landgericht einen hohen Schadenersatz von Ihnen bekommen können. Und Knut Mellenthin, Jochen Hoff und BigBerta auch. Wir haben uns immer aktiv gegen Fundamentalismus, Ehrenmord, Zwangsverheiratung, Pressezensur, hirnlose Terror vom Al-kaida Typ und jede Äusserung von Antisemitismus gewandt. Beweisbar.

Klammheimlicher Ehrraub und Verleumdung! Ich möchte gerne sehen, dass wir, europäische Opfer der ulfkotteschen Hetzereien, auch, z.B. am Rande der beiden kölner Anti-Islamkonferenzen, uns weiter vernetzen zum Schutz gegen Ihren Bedrohungen und Anstachelung zu Gewalt gegen uns.


(Hervorhebungen von mir)

(Dank an BigBerta für den Sachdienstlichen Hinweis)






























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Schlagzeilen: Was bitte macht eine Pistole mit einem Preis???
09/07/2008 01:53 AM

“Pistole sichert den Preis”
Klar! Dachte ich mir. Wenn man mit Wumme in der Hand in irgendeine für den Tausch Ware-gegen-Geld vorgesehene Einrichtung einmarschiert, entschließt sich so mancher Angehörige des dort angestellten Personals, den wirklich entscheidenen Teil der Preisfindung im aktuellen Geschäftsvorgang dem Kunden zu überlassen. Logisch?
Ja gut, mag ja logisch sein, Aber warum dann überhaupt einen Preis zahlen?

Habe aber sowieso ganz falsch gedacht. Es ging im zur obigen Überschrift gehörigen Artikel der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung (HNA) um einen Vorfall an einer Kasseler Tankstelle. Dort wurden wohl leicht turbulente Szenen durch das Ändern des Spritpreises während eines Tankvorgangs ausgelöst (waren allerdings auch gleich 6 Cent pro Liter, die Mineralölkkonzerne sind ja nicht kleinlich).
Lange Rede, kurzer Sinn: Nach dem Abheben der Zapfpistole von der Tanksäule hat eine Preisänderung keinen Einfluss auf die zu bezahlende Summe. Wer also die (Zapf-)Pistole vor der Preisänderung in der Hand hält, zahlt den alten Preis - und der nächste Kunde hat Pech (heutzutage meistens) oder Glück (das Preise fallen ist leider seltener!). Ich vermute mal, das ist wie bei einem Kaufvertrag. Da kann auch nicht nach Zustandekommen einseitig der Preis geändert werden.
Die Preise werden übrigens meistens ferngesteuert von den Zentralen der Mineralölunternehmen umgeschaltet. Die Leute an der Theke können auch nur zuschauen, sind also die falsche Adresse für lautstarke Proteste. Allerdings kann man sie ja höflich bitten, Beschwerden weiter zu leiten.

Wo wir gerade bei Beschwerden sind: Viel schlimmer finde ich ja den ganzen Rabatt- und Treueprämien-Kram. Viele Leute meinen ja tatsächlich, sie würden etwas geschenkt bekommen. FALSCH!!! Die Rabatte bzw. irgendwelche ‘Prämien’ werden doch alle mit einkalkuliert. Das bedeutet, dass ich z. B. beim Tanken immer etwas mitbezahlen muss, was ich eigentlich gar nicht haben will. Und darüber soll ich mich dann auch noch freuen?

ZUm guten Schluss: Ob die Schlagzeile als gelungen oder nicht bezeichnet werden kann, weiß ich nicht. Sie macht neugierig, erzeugt einen kleinen geistigen Widerspruch, den es aufzulösen gilt - also einen Handlungsimpuls. Für meinen Teil ziehe ich trotzdem Überschriften vor, die mich sofort über den Gegenstand des Artikels informieren, einfach aus praktischen Gründen. Wenn ich eine Zeitung überfliege und in jeden Artikel erst hineinschauen muss, um zu wissen, ob er für mich interessant ist oder nicht, ist das ziemlich mühsam. Zugegebenermaßen, war es hier ein Treffer. Die Geschäcker mögen allerdings verschieden sein.

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Das Leben usw.: Ein kleiner Umstieg (von Konqueror auf Firefox 3)
09/07/2008 12:44 AM

Wow (nicht World of Warcraft, sondern ‘Wau’), ich bin begeistert. Bislang stand ich ja browsermäßig auf den guten alten Konqueror. Vor allem die Möglichkeit den Browser als einen anderen auszugeben, Cookies, Java und Javasript per Mouseklick zu- oder wegzuschalten usw, hatten es mir angetan, dazu die einfache Konfigurierung. Im neuen Konqueror unter KDE4 habe ich dann die Extra-Leiste mit den o. g. Bedienungen nicht mehr gefunden. Okay, das Arbeiten erledige ich immer noch mit KDE 3.5.9 (bin’s halt gewöhnt und die Installation von KDE 4.1 auf dem X31 zeigte kein gutes Ergebnis).
Wolff, riet mir dann zu Firefox 3. Ja! Hätte ich auch selbst ‘drauf kommen können, aber manchmal bin ich ein ziemliches Gewohnheitstier. Mit den älteren FF-Versionen habe ich mich eigentlich nie so richtig angefreundet. Java und Javascript immer global aktivieren oder deaktivieren und jedes Mal die Einstellungen beanspruchen? Und das Scrollen per Pfeiltasten funktionierte auch nie so, wie ich mir das vorstellte.

Den neuen aber kann ich feiern. Die einfache Bedienung, die Sicherheit mit dem NoScipt-Add-on… herrlich! Letzteres funktioniert noch einfacher als die Zuschaltung beim Konqueror.
Eine Statusleiste unten im Fenster zeigt an, ob Scripte irgendwelcher Art im Moment verboten oder erlaubt sind. Rechts unten in der Leiste findet sich ein Button für die Einstellungen. Dort kann man für die aktuelle Seite Skripte, Plugi-ins oder auch Flash erlauben, temporär erlauben, die Seite als nicht vertrauenswürdig einstufen usw. Über die grundsätlichen Einstellungen ist es möglich, Seiten oder auch ganze Domains in die Liste vertrauenswürdiger Seiten (Positivliste) einzutragen, Benachrichtigungen festzulegen usw.

Die Bedienung während der Arbeit mit dem Browser ist aber oft noch einfacher: Bei eingebundenen YouTube-Videos beispielsweise zeigt sich dort, wo das Video sich zeigen müsste, ein entsprechender HInweis. Mit einem einfachen Klick auf diese Fläche erteile ich die nötige Erlaubnis und die Seite lädt blitzschnell neu. Ein Klick auf den gewohnte Wiedergabe-Schaltfläche genügt, und das Video läuft.

Ansonsten bleibt ziemlich vieles - vor allem auch viel nervige Werbung - außen vor. Und das Ding ist schnell! Meistens kommt es mir so vor, als würde ich nur lokal auf dem eigenen Rechner arbeiten. Und überhaupt: Das Ansteuern von Seiten wie Online-Enzyklpädie oder Suchmaschiene über Befehlsfenster? Was ist damit? Das ging doch nur mit dem Konqueror, oder? Falsch! Das erledigt nämlich nicht der Browser, sondern die grafische Desktop-Umgebung KDE. Also einfach im Kontrollzentrum Firefox als Standard-Browser eingetragen und das Ganze funktioniert auch mit diesem. Also einfach Alt+F2 und dann eine Adresse eingeben under der Browser startet und lädt diese Adrese. Oder gg: Suchbegriff startet eine Google-Anfrage, wp: suchbegriff such bei Wikipedia, usw. Flüssigem Arbeiten steht also nichts im Wege.

Fazit: Macht Spaß - großen! ;-)

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Gentrification Blog: Erfolgsstory Kollwitzplatz?
09/07/2008 12:28 AM

Die kürzlich auch hier vorgestellte Sozialstudie 2008 für das Sanierungsgebiet Kollwitzplatz beschäftigt nun auch die lokalen Printmedien. Stefan Strauss stellt die Studie und die stadtpolitischen Reaktionen im Bezirk in der Berliner Zeitung vor und macht uns allen nochmal klar, dass die Sanierung mit öffentlichen Geldern finanziert wurde: 131 Millionen Euro für einen Kiez ohne Spießer. “Weitgehend als Erfolg” bewertet Jochen Korfmacher vom Kreuzberger Büro für Stadtplanung, -forschung und -erneuerung (PFE) die Veränderungen der vergangenen 15 Jahre. Das sehen nicht alle so…

Und kaum sind die Ergebnisse bekannt, beginnt darüber im Bezirk eine Debatte. “Die Studie wirft Fragen auf, über die wir noch diskutieren müssen”, sagt Michail Nelken (Linke), der Pankower Stadtrat für Stadtentwicklung. … Laut Studie konnte ein “erheblicher Anteil” früherer Bewohner im Sanierungsgebiet bleiben. Konkret sind es laut Studie 17,3 Prozent der heutigen Bewohner, die schon vor 1993 im Gebiet wohnten. “Das heißt aber auch, dass mehr als 80 Prozent der angestammten Bevölkerung nicht mehr da sind. Ist das jetzt ein Erfolg, ein Teilerfolg oder ein Misserfolg?”, fragt Stadtrat Nelken. “Meine persönliche Erfahrungen stehen den Ergebnissen der Studie diametral gegenüber.” Von “Rechenkunststücken” spricht der Verordnete Wolfram Kempe von der Linken.

Jochen Korfmacher kann diese Zweifel und die Kritik nicht verstehen: “Warum wird der Wegzug aus einem Gebiet denn so negativ dargestellt?”. …

Marin Majica ergänzt den Beitrag in der Berliner Zeitung um einen hübchen Kommentar: Das Ende der Sanierung. Die stetige Verteuerung des Kiezes folge dem Gesetz der Gentrifizierung:

Am Anfang kommen Hausbesetzer, dann Galerien, junge Kreative, zuletzt Anwälte, Ärzte und Rentner aus West-Deutschland, die Eigentumswohnungen kaufen. Man kann das furchtbar finden. Sinnvoller ist es vielleicht, über Mechanismen nachzudenken, wie dem kompletten Ausverkauf im Detail entgegengewirkt werden kann.

Aber man sollte das äußerst vorsichtig tun. Ein Soziologe, langjähriger Bewohner und Erforscher von Prenzlauer Berg, wurde 2007 drei Wochen lang in Untersuchungshaft genommen, weil er in Texten das Wort “Gentrifizierung” verwendet hatte. Man hatte ihn für einen Terroristen gehalten.

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Feynsinn: Schwimmen wie ein Steinmeier [update]
09/07/2008 12:24 AM

Die Sommerposse geht weiter: SpOn, in Besitz intimster “Spiegel-Informationen” weiß zu berichten, daß Steinmeier K-Kandidat wird. Dies habe er aktiv und in einem Gespräch mit Kurt Beck durchgesetzt und “Beide vereinbarten Stillschweigen“.
Das ist bis hierhin ja schon amüsant genug. Zwei Leute vereinbaren Stillschweigen, und der “Spiegel” weiß sofort bescheid. In der SPD können sich also nicht einmal zwei Leute für mehr als eine Stunde an getroffene Vereinbarungen halten? Es ist nicht anzunehmen, daß Kurt Beck besonders scharf darauf ist, den “Spiegel” mit Informationen zu versorgen. Steinmeier hätte hingegen allen Grund, dem Vorderlader der Agenda-Presse dankbar zu sein. Zeigt er sich also erkenntlich? Oder lanciert der Hamburger Komödienstadel bloß dreist, was ohnehin zu erwarten ist?
Wie dem auch sei, die Entscheidung für Steinmeier ist alternativlos, ich wundere mich nur ein wenig darüber, daß er das mitmacht. Er ist dümmer als ich dachte. Kanzlerkandidat der SPD 2009, das ist ein Job für jemanden, dem das Versagen Herzensangelegenheit ist. Von daher wäre Peer Steinbrück noch passender, aber Forsa mag nun mal den Außenmini lieber. Was auf der Brücke der Sozen derzeit von sich hin dilettiert, ist zum Absaufen geboren. Wenn sich nun wirklich einer gefunden hat, der auf einer grotesken Irrfahrt den Kapitän mimt und sich für alle Zukunft zum historischen Horst machen will, ist das gut so - für die, an denen der Kelch vorüber ging.
Kurt Beck wird wie immer unterschätzt. Er wird sich genüßlich anschauen können, wie die unvermeidliche Meuterei spätestens nach der Wahl einen anderen trifft. Es gibt keine inhaltliche Unterstüzung für Steinmeier in der Partei. Er ist eine Symbolfigur für das Scheitern der Agenda 2010 und wird von “Freunden” genau so ausgeweidet werden wie vom außerparteilichen Gegner. Entweder läßt er sich für ein Programm vor den Karren spannen, das er vehement ablehnt, oder er zieht einen Streifen durch, den in seiner Partei niemand mehr sehen und hören möchte. Das niederschmetternde Wahlergebnis und die Aussicht, im “besten” Falle Anhängsel einer Union zu werden, die gar keine Koalition mit diesem Juniorpartner mehr will, werden zum Fanal für die Stones und den Rest der Schröderbande werden. Danach wäre ein Neuanfang möglich. In der Opposition.

[update:] Nun hat sich diese Gurkentruppe doch tatsächlich dafür entschieden, nicht nur einen weiteren Wechsel an der Parteispitze herbeizuführen, sondern auch noch diesen! Ernsthaft wollen die Agenda-Piloten Münte wieder nach vorn bringen - der absehbar ob seines Alters den Job nicht wirklich lange wird machen können. Derweil können sie die Partei weiter ruinieren, die genau so wenig Zukunft hat wie ihr Vorsitzender. Mal sehen, was die Basis sagt, denn immerhin muß der Chef ja noch gewälht werden. Egal - lächelt und seid froh, es kann kaum noch schlimmer kommen.

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Unterhaltungspogrom: Nachtrag
09/07/2008 12:23 AM
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