Saturday, February 14, 2009

Parteibuch Ticker Feed von 2008-09-17

Parteibuch Ticker Feed von 2008-09-17


Europa im Blick: Widerstand gegen Raketenschild
09/17/2008 11:34 PM
Die Installation von US-Radaranlagen in Polen und Tschechien soll Europa angeblich vor der iranischen Atombombe schützen. Zum Abschluss der Amtszeit von George W.Bush sollten die Verträge mit Polen und Tschechien unter Dach und Fach sein. Am 8.Juli leistete die tschechische Regierung feierlich ihre Unterschrift unter den Vertrag. Eine große Demonstration in Prag gegen den „Raketenschild” wurde weder von Condoleezza Rice noch vom tschechischen Premier Mirek Toplanek beachtet. Zwei Tage später traf Rice in Warschau ein, um eine ähnliche Unterschrift der polnischen Regierung zu melden. Hier traf sie auf erheblich größeren Widerstand. Erst Mitte August stimmt auch die polnische Regierung der Errichtung von zwei Raketenabschussbasen zu, nachdem die USA sich zu einer substanziellen Militärhilfe, zur Stationierung zusätzlicher moderner Patriot-Raketen und zum Beistand „im Falle militärische Bedrohung durch Dritte” bereit erklärt haben. Über polnische Position gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen der Partei der Regierung und der des Staatspräsidenten. Der nachstehende Artikel wurde Anfang Juli geschrieben.

In der polnischen Innen- und Außenpolitik gilt der infantile Grundsatz: „dem politischen Gegner zum Trotz” Sie resultiert aus der permanenten Rivalität zwischen der regierenden Bürgerplattform (PO) und der oppositionellen, vom Staatspräsidenten gestützten PiS (Recht und Gerechtigkeit). Kommt die Bürgerplattform zu einer schnellen Ratifizierung des Lissabon-Vertrags, lässt sich der Staatspräsident mit der Unterschrift Zeit. Hat Jaroslaw Kaczynski mit den Amerikanern eine Vereinbarung über die Raketenbasen getroffen, wollen Premierminister Tusk und seine Mannschaft eigene Verhandlungen führen, um aus den Yankees ein paar Patriotraketen und 20 Milliarden Dollar herauszuschlagen.

Bei den Wählern setzt sich der Eindruck fest, die Bürgerplattform sei pro USA und die PiS pro EU. Dies ist insofern bedeutungslos, weil die EU an sich pro amerikanisch ist und die USA immerhin keine Feinde der EU sind. Bei der PiS spielen vor allem Vorbehalte gegenüber Russland eine Rolle. Der PiS-Politiker Przemyslaw Gosiewski wollte in einem eventuellen Scheitern der Verhandlungen mit den USA nur sehen, dass „19 Jahre nach dem Fall des Kommunismus Russland weiter Einfluss darauf hat, was für Polens Sicherheit von Bedeutung ist” Fakt ist, dass die Regierung der Bürgerplattform — der PiS zum Trotz — sich bemüht, die diplomatischen Beziehungen zu Russland zu normalisieren. Dennoch wird niemand annehmen, dass die Regierung von Donald Tusk sich russischen Einflüssen aussetzt. Gegen wen sollen die von ihm geforderten Patriotraketen denn gerichtet sein, wenn nicht gegen die Russen?

Arroganz anstatt Demokratie

Die USA haben selbst dazu beigetragen die innerpolitischen Streitigkeiten in Polen anzuheizen, indem sie sowohl mit der Regierung als auch mit dem Staatspräsidenten Verhandlungen führten und damit einen institutionellen Konflikt anheizten. So wird der Bau einer Raketenabschussbasis in Polen zwischen drei Parteien verhandelt — Präsident Kaczynski mit seinem Lager, Premier Donald Tusk mit seiner Regierung, und die US-Administration samt der amerikanischen Wirtschaft. Firmen wie Boeing haben mit dem Pentagon schon einen Vertrag unterzeichnet.

Der wichtigste Partner wurde allerdings nicht um seine Meinung gefragt, nämlich der polnische Bürger. Dies entspricht dem üblichen Demokratieverständnis — den Bürgern wird ein Mitspracherecht, zum Beispiel durch Referenden, verweigert. Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht mit dem Willen der Regierenden übereinstimmen, bleiben ihnen nur Meetings und Demonstrationen, um ihren Willen kundzutun in. Das Problem zeigt sich besonders in der Tschechischen Republik. Die jetzige Regierung trifft bei den Raketenbasen auf scharfen Widerstand der Opposition — der Kommunisten und der Sozialdemokraten. Es ist davon auszugehen, dass bei den anstehenden Wahlen sich die politischen Mehrheitsverhältnisse diametral ändern und die heute regierende Mitte-Rechts-Koalition in die Opposition kommt. Für die neue Regierung wird es sehr schwer sein, die amerikanischen Basen zu liquidieren. Das „tschechische” Radar soll nämlich zu dem System gehören, dass mit den polnischen Abschussbasen verbunden ist. Dadurch sollen die beiden Länder in eine gegenseitige Abhängigkeit und gleichzeitig in eine feste und dauerhafte Abhängigkeit von den USA gebracht werden.

Polen ohne Abschussbasen?

Ist es im Interesse Polens, ständig von einem arroganten Abenteurer abhängig zu sein — mit allen Konsequenzen? Donald Tusk und seine Mannschaft sind bereit, Vasallen der USA zu werden — ihnen geht es allein darum, möglichst viel diplomatischen Einfluss in Washington zu gewinnen. Die Verhandlungen gehen weiter, erklärt der polnische Premier.

Die Verhandlungen sind dem Nimbus des Geheimen umgeben. Trotzdem sickern Informationen durch. Sie kommen aus dem tschechischen Außenministerium — sicher im Einverständnis mit den Amerikanern. Daraus geht hervor, dass die USA eine Batterie von Patriotraketen aufstellen wollen, die unter US-amerikanischem Befehl stehen werden, bei Bedarf wären Konsultationen mit der polnischen Armee möglich. Wie eine höhere Beamtin aus dem tschechischen Außenministerium, Veronika Kuchynová-Smigolová, zu berichten weiß, sind die USA an einer Arbeitsgruppe über die Modernisierung der polnischen Streitkräfte interessiert. Woraus ihrer Meinung nach hervorgeht, dass die USA sich an den Militärausgaben beteiligen würden.

Solch ein Verhalten ist typisch für Washington. Die USA sind bereit, Dollars an Partner fließen zu lassen, die geopolitisch eine strategische Position einnehmen, wie Ägypten, Israel, Pakistan. Ähnlich sieht es wohl auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Barak Obama. Er hat sich schon eine Liste der wichtigsten Partnerländer zusammenstellen lassen, die er besuchen will. Polen steht nicht auf dieser Liste.

Polen ist jedoch als Lieferant von Kanonenfutter bei weiteren „stabilisierenden” Militärmissionen vorgesehen, auch als geeigneter Ort für geheime Gefängnisse zur Drangsalierung von Terrorverdächtigen. Forderungen darf Polen dafür keine stellen. Die Raketenabschussbasis muss nicht unbedingt in Polen stationiert sein, wo der Premier nicht in der Lage ist, sich mit dem Präsidenten zu verständigen. Deswegen wurde auch das Gerücht in Umlauf gebracht, die Basis könne auch in Litauen gebaut werden; der dortige Premier Gediminias Kirkilas bedachte den Vorschlag mit Beifall.

Unabhängig davon wo der Raketenschutzschild stehen wird, wird er die Vorherrschaft des US-Militärs in Europa stärken. Der Rüstungswettlauf zwischen den USA und Russland wird sich dadurch verstärken, die Gefahr von Terroranschlägen wird wachsen. Die Terrorgefahr wiederum wird zu Anlass genommen werden, die Bürger noch schärfer zu kontrollieren — wie es schon in den USA der Fall ist. Darüber sind sich die realistisch denkenden Gegner des Raketenabwehrsystems einig — ganz im Gegensatz zu den kurzsichtigen Vasallen in der politischen Elite.

Aus: Trybuna Robotnicza, 10.7.2008 (www.trybuna-robotnicza.pl) (Übersetzung: Norbert Kollenda).

[Link] [Cache]
Europa im Blick: Welche Globalisierungskritik am Ende des Neoliberalismus?
09/17/2008 11:31 PM

Von Bernard Cassen [1] und Christophe Ventura [2]

"Das Ende des Neoliberalismus"? Wer wagt es, so eine Frage zu stellen? Fidel Castro, oder Hugo Chavez? Nein, es ist der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz in einem Artikel vom 7. Juli 2008. Nachdem er dem Neoliberalismus ökono Neoliberalismus schon immer eine politische Doktrin war, die bestimmten Interessen dient. Er wurde weder von der Wirtschaftstheorie gestützt, noch, und das sollte nunmehr allen klar sein, wird er durch historische Erfahrung gestützt [3]."

In der Tat muss zur Kenntnis genommen werden, dass die gegenwärtige Krise des Kapitalismus' in seiner neoliberalen Phase begonnen hat, eine systemische Dimensions anzunehmen, indem sie auch auf die Sektoren Finanzen, Währungssystem, Ernährung der Energie übergreift. Sie lässt heftige Widersprüche sowohl innerhalb des Systems als auch zwischen den Eliten entstehen:

  • die Hegemonie der USA und des "Washington Consensus" wird, insbesondere in Lateinamerika, herausgefordert, wo progressive Regierungen an die Macht gekommen sind;
  • so marktorientierte Regierungen wie die in Washington oder London betreiben die Verstaatlichung von Banken;
  • Verfall der internationalen Finanzinstitutionen;
  • Aufstieg neuer multipolarer Kräfte mit dem wachsenden wirtschaftlichen Gewicht der "BRIC-Staaten" (Brasilien, Russland, Indien und China);
  • Aufstieg der Staatsfonds;
  • Kriege im Kaukasus, die teilweise mit widerstreitenden Energieinteressen verbunden sind;
  • Stillstand im Irak und in Afghanistan, Spannungen um Iran;
  • nationale politische Regimes in Europa, die sich zu authoritären Staaten entwickeln , usw.

Diese neue Landschaft erschüttert etwas, das "globalisierungskritischer Konsens" genannt werden könnte, etwas, das durch eine Vielzahl von Organisationen Ende der 90er-Jahre errichtet wurde. Bis heute wurden diese unterschiedlichen Netzwerke explizit oder implizit über die Identifikation eines gemeinsamen homogenen Gegners sowie durch die zusammengeschweißt, und durch die gemeinsame Gegnerschaft zu einem ein Politikmodell zusammengehalten, das durch multilaterale Institutionen (Weltbank, Internationaler Währungsfond und Welthandelsorganisation) symbolisiert und manchmal auch erzwungen wurde, einem Politikmodell, das von allen Regierungen angewandt und das in den Eliten vorherrschend war: der Neoliberalismus. Es ist von großer Bedeutung, dass sich im vergangenen Jahrzehnt eine große Zahl von Massenmobilisierungen gegen diese mulitlateralen Institutionen wandten. Es wird sicherlich weitere Demonstrationen gegen sie geben, aber da die Institutionen eine tiefgreifende Krise durchleiden, und zwar jede davon aus ganz eigenen Gründen, wird das schon in wenigen Jahren zunehmend einer Leichenfledderei ähneln.

Wir können daher aus gutem Grund die Bedeutung eines Konzepts in Frage stellen, das so allumfassend ist wie der Neoliberalismus. Während er in den 90er-Jahren eine Symbiose auf verschiedenen Feldern darstellte, eine politische Symbiose (Regierungen, mulitlaterale Institutionen und Eliten), eine wirtschaftliche (Marktteilnehmer, Banken und Finanzinstitutionen) und eine ideologische (die Medien), leidet sie heute am Auseinanderbrechen der kapitalistischen Einheit. Paradoxerweise führt diese relative Schwäche nicht zu einer Stärkung der "Bewegung der Bewegungen" sondern diese wird ebenfalls geschwächt. "Die Krise, der sich der Washington Consensus seit der Jahrtausendwende gegenübersieht hat ein sehr ungleichmäßiges globales Szenario ausgelöst, in dem eine Reihe von Entwicklungen potentielle Antworten für einige globalisierungskritische Erwartungen liefern, ohne dass dies notwendigerweise zur Unterstützung der Bewegung als Ganzes führt [4]." Diese Bewegung sowie seine wichtigsten Teile, etwa die Attac-Verbände in einigen Ländern, sind nun mit einem existentiellen Problem konfrontiert. Diese Einschätzung ist nicht zu weit hergeholt, da sich die Bedingungen, die zur Existenz dieser Bewegungen führten, grundlegend geändert haben.

Zwei Probleme daraus sind dabei besonders wichtig:

1.) Die Anerkennung der Existenz eines "Waldes aus politischen Wahrheiten" innerhalb der globalisierungskritischen Bewegung selbst. Die Vielfalt der Bewegung und ihrer politischen Traditionen und Strömungen - die in der Phase der kritischen Neoliberalismus-Analyse die Stärke dieser Bewegung war - trägt in sich den Keim der "Gegensätze zwischen den Organisationen, die in der Debatte über Alternativen zu den Akteuren zählen. Die Gegensätze entspringen divergierenden Interpretationen der ökonomischen Globalisierung selbst [5]." In Frankreich und einigen anderen europäischen Ländern traten diese Gegensätze 2005 in den Debatten zum Europäischen Verfassungsvertrag ("EVV") zutage, als Teile der Bewegung (insbesondere alle nationalen Attac-Verbände Europas) zur Ablehnung des Texts aufriefen, andere (kleinere) Teile widerum zur Annahme, während sich die große Mehrheit einer Position enthielt. Der Verfassungsvertrag war jedoch kein unbedeutender Text. Er zielte auf nichts geringeres ab, als Europa eine Art neoliberale Verfassung zu verpassen. Bei diesem Vorgang traten die Grenzen und die Zerbrechlichkeit des globalisierungskritischen Konsens' offen zutage, was sich anlässlich dieses wichtigen Themas auch während der Vorbereitungen zum Europäischen Sozialforum in Malmö zeigte.

2.) Strukturelle Schwierigkeiten, die Beziehungen zur politischen Sphäre (Parteien, Parlamente, staatliche Institutionen and Regierungen) durchzudeklinieren, die sich auf zwei Ebenen manifestieren. Erstens leidet die Bewegungen unter spezifischen nationalen Konstellation am Wettbewerb mit Parteien, die das politische Feld langsam umstrukturieren, indem sie ihre Anregungen aus den Vorschlägen und Siegen der sozialen Bewegungen ziehen. Zweitens widerstrebt sie auf internationaler Ebene der Anbahnung dynamischer Beziehungen mit den ganz konkreten neuen Experimenten in Lateinamerika, die dort den Neoliberalismus offen herausfordern.

Selbstverständlich verlangt eine neue Situation nach neuen Antworten. Globalisierungskritik kann sich angesichts des Neubeginns eines historischen Zyklus' des im Vergleich zur vorherigen Periode stärker diversifizierten Kapitalismus' nicht damit zufrieden geben, ihre Existenzform neu zu definieren und programmatische und politische Antworten vorzubereiten. Dies ist die Bedeutung eines Ansatzes, den wir "postglobalisierungskritisch" [6] nennen, und für den die Suche nach neuen Räumen und neuen Formen der Kommunikation zwischen sozialen Bewegungen, politischen Kräften und Regierungen, die einen gemeinsamen Kampf führen, eine der zentralen Dimensionen darstellt.

Ein sehr konkretes Beispiel hierfür (und bislang auch das einzige) ist die ALBA (Alternativa Bolivariana para los Pueblos de Nuestra América), die "Bolivarische Alternative für das Volk Unseres Amerikas", die heute Bolivien, Kuba, Dominica, Honduras, Nicaragua und Venezuela umfasst, und möglicherweise um weitere Mitglieder erweitert wird, insbesondere Ecuador und Paraguay. Die Strukturen der ALBA schließen nicht nur die Regierungen der Mitgliedsstaaten ein sondern auch einen Rat der Sozialen Bewegungen, der sogar einige Schlüsselfunktion übernimmt. Darüber hinaus können auch soziale Bewegungen von Nichtmitgliedsstaaten mit der ALBA assoziiert werden. Die ALBA ist tatsächlich die erste internationale Struktur, die sich von der Post-Globalisierungskritik ableitet, selbst wenn sie sich selbst überhaupt nicht so definiert!

Das Fallbeispiel der ALBA, das außerhalb Lateinamerikas und insbesondere in Europa weitgehend unbekannt ist (was sich aus einer vurilenten Feindseligkeit der großen Medien erklären lässt), verpflichtet die globalisierungskritische Bewegung, sich eine bislang tabuisierte Frage hinsichtlich der strategischen Ausrichtung zu stellen: muss sie konkrete politische Arenen besetzen, um diese zu transformieren, und wenn ja: wie? Muss sie sich damit zufrieden geben, diese Arena zu beeinflussen, muss sie ihr beitreten oder sogar zu ihrer Erneuerung beitragen?

Auf dieser Grundlage sollte die globalisierungskritische Bewegung eine Reihe von Entwicklungen in Angriff nehmen:

  • Es muss intensiv die Frage von Bündnissen mit den Arbeitnehmern angegangen werden, um sich beim Aufbau einer neuen politischen Hegemonie einzubringen. Aufgrund seiner heterogenen Zusammensetzung trug die Bewegung nur wenig zur konkreten Verschiebung der sozialen und politischen Kräfte zugunsten dieser Gruppen bei. Die Sozialforen zeigen deutlich, dass die Bewegung bei Themen, die Arbeitnehmer alltäglich beschäftigen, wie etwa die Sozialsysteme, das Gesundheitssysten, Bildung, Arbeitslosigkeit, abseits steht. Dies erklärt auch teilweise die gegenwärtige "Entfremdung".
  • Dies führt zu einer weiteren Frage. Wo sollten - außerhalb Lateinamerikas - solche Bündnisse geschlossen werden? In Europa, und insbesondere in Frankreich, wird jede Erwähnung des Staates oder der Nation von den Wirtschafts-, Finanz- und Medieneliten verteufelt. Dazu gehörenauch die oberen Mittelschichten und Teile der Führung der politischen Parteien und der Bewegungen, die von sich behaupten, für die globalisierungskritische Bewegung repräsentativ zu sein, und die alle einem eurozentrischen Rausch verfallen sind. Aus einer panischen Angst vor einem Vakuum oder einem unterstellten "Rückzug aufs Nationale" heraus, den aber tatsächlich niemand vorschlägt, klammern sich diese Führungen an das existierende Europa, obwohl doch alle Erfahrungen zeigen, dass dies ausschließlich neoliberale Lösungen erzeugt. Diese Abscheu vor dem nationalen existiert im Süden, in den USA oder in Japan nicht.
In Europa ist die Antwort in den Kämpfen um die Demokratisierung des nationalen Rahmens zu suchen, innerhalb dessen die Menschen noch für einen langen Zeitraum soziale und politische Auseinandersetzungen organisieren werden. Gleichzeitig ist es wichtig, auf kontinentaler Ebene den Aufbau gesellschaftlicher Mobilisierung zu stärken. Um aber wirksamer zu sein und die Menschen nicht zu täuschen, muss diese Dynamik auf der ständigen Delegitimierung des institutionellen Rahmens der EU beruhen, der jeglichen demokratischen und sozialen Fortschritt in Europa verhindert[[S. a. Bernard Cassen (Hrsg.), {En finir avec l'eurolibéralisme} (“Den Euroliberalism beenden”), Editions des 1001 Nuits, Paris, 2008.]].
  • Die Rückkehr (manche sagen auch "die Rache") des Nationalstaats auf der Weltbühne bestätigt die drängende Notwendigkeit, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Wenn dies nicht gelingt, werden die freien politischen Räume ideologisch und politisch von konservativen Kräften besetzt, die ihre Sprache mit den Wörtern "Modernisierung", "Schutz" und "Regulierung" anreichern, so wie das schon in Italien oder Frankreich der Fall ist.
  • Auf internationaler Ebene könnte eine andere Entwickung Stärke verleihen, nämlich die Einrichtung post-globalisierungskritischer Initiativen (internationale Foren für Bewertung, Einschätzung und gemeinsames Handeln zu wirtschaftlichen, demokratischen und ökologischen Themen und Vorgängen) innerhalb eines Rahmens variabler Geometrie. Diese Initiativen werden getragen von Teilen der globalisierungskritischen Bewegung und gemeinsam mit progressiven politischen Akteuren und Regierungen organisiert. Die weitere Entwicklung der ALBA wird hierzu eine interessante Quelle zur Reflexion und Diskussion liefern.
  • Diese neuen Räume werden die Entwicklung eines dialektischen Verhältnisses zwischen sozialen Bewegungen und institutionellen Teilnehmern erlauben und eine dynamische und praktische Reflexion um die Schlüsselfragen auslösen, die den emanzipativen Bewegungen in allen geschichtlichen Perioden gestellt werden: Macht und Herrschaft und wie diese besetzt und transformiert werden können, sowie Demokratie und ihre politische, soziale und wirtschaftliche Konstruktion, etc.

Übersetzung (und leichte Straffung): Gerold Schwarz


[1] Bernard Cassen ist Herausgeber der Le Monde diplomatique sowie einer der Gründer von Attac Frankreich

[2] Christophe Ventura spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau der internationalen Attac-Strukturen

[3] http://www.project-syndicate.org/commentary/stiglitz101

[4] François Polet, Clés de lecture de l'altermondialisme (“Keys to interpreting alter-globalism”) , CETRI/Couleur livres, Charleroi, Belgium, 2008.

[5] Ibid.

[6] S. a. den Beitrag zum Symposium Altermondialisme et post-altermondialisme (“Globalisierungskritik und Post-Globalisierungskritik”) in Paris am 26. Januar 2008: www.medelu.org

[Link] [Cache]
Gentrification Blog: Berliner Aufwertungsserie
09/17/2008 10:47 PM

Die Wochenzeitung Jungle World startete vor einigen Wochen eine Artikelserie “über die Gentrification in der Hauptstadt”. Bisher erschienen sind lesenswerte Beiträge zu Aufwertungsprozessen, in Neukölln, Kreuzberg und Prenzlauer Berg.

Im Artikel Die Avantgarde der Sanierung kritisiert Jörg Sundermeier die Neuhinzugezogenen in Nordneukölln, die “im Namen der Arbeiter­familien, die vorher in ihren Wohnungen wohn­ten” das Wohngebiet gegen die Gentrification verteidigen und auf jene schimpfen, die nachziehen.

Passend dazu gibt es ein Interview mit Maria Richarz von der Zwischennutzungsagentur, die für die massive Ansiedlung von Designerläden, Künstlerateliers und andere kreative Nutzungen in Nordneukölln verantwortlich ist: “Wir wirken nicht gentrifizierend”.

Martina Mescher beschreibt in ihrem Beitrag Prenzlauer Berg als Der Uns-geht-es-so-gut-Bezirk. Im Text werden die gängigen Klischees des Aufwertungsbezirkes mit einem Schuss Bitterkeit serviert:

Der Stadtteil wirkt wie ein kleines migrationsfeindliches Biotop der gehobenen Mittelschicht, eine geschlossene Gesellschaft, die sich nach unten durch den qm-Preis der Wohnflächen hermetisch abriegelt. Aber vielleicht ist die Fallhöhe zwischen denen, die drinnen sind, und denen, die während dieser gigantischen Sanierung verdrängt wurden, nicht so groß, wie es scheint, und vielleicht produziert genau das diesen Eindruck des Künstlichen, diese ständige Selbstkontrolle, die Diktatur des »guten Geschmacks« und das nervöse Abchecken der Anderen. Irgendwie wird da immer zu laut gerufen »Uns geht es sooo gut«.

Auch das “Luxus-Townhouse-Projekt Marthashof” bekommt sein Fett weg:

Geplant ist ein Wohnen der Extraklasse, für die richtig Reichen, das weit über dem kiezüblichen Standard liegt. Die Proteste der Anwohner klingen wie der Versuch einer Abschottung nach oben. Gentrifizierungsexperten bezeichnen das Bauvorhaben als dritte Welle der Verdrängung. Der Kampf um erträgliche Mieten scheint also auch im Prenzlauer Berg noch nicht vorbei.

Auch hier im gentrificationblog gibt es mehr Informationen zum Marthashof, ähnlichen Bauprojekten und zur “dritten Welle der Verdrängung“.

[Link] [Cache]
Lurusa Gross: Und jetzt ein Bild für die Allgemeinheit aus Berlin Tiergarten
09/17/2008 10:33 PM

Heute hätte ich endlich eine Zeichnung an Springer verkaufen können, ich habe mich anders entschieden. Es ist für Euch…

Tiergarten 14 Monate ohne...

Andere Bilder morgen, sind noch nicht fertig…

[Link] [Cache]
Ron Paul News & Comments: American WARNING (Video)
09/17/2008 09:52 PM


[Link] [Cache]
"Die Dreckschleuder": Abmahnganove Gravenreuth zu vierzehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt…
09/17/2008 09:25 PM

Der allseits bekannte Münchener Abmahnganove und Lügner Günter Freiherr von Gravenreuth wurde heute vom Landgericht Berlin zu vierzehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt…und wie vorhersehbar, ist die Freude über dieses Urteil unter deutschen Bloggern,Foren und Webseitenbetreibern groß… Hier der Bericht aus der taz…deren Domain Gravenreuth im Frühjahr 2006 “klauen” wollte…

Urteil gegen Abmahnanwalt Gravenreuth

Wegen Betrugs hinter Gitter

Das Landgericht Berlin schickt Günter Freiherr von Gravenreuth für vierzehn Monate in Haft. Er wollte sich widerrechtlich am Vermögen der “taz” bereichern, so die Richter.

VON MATHIAS BROECKERS

Nachdem der als “Abmahnanwalt” bundesweit berüchtigte Münchner Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth 2007 vom Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg wegen Betrugs zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden war - er hatte wahrheitswidrig behauptet, einen von der taz an ihn gezahlte Abmahnungsrechnung und ein zugehöriges Schreiben nicht erhalten zu haben und war daraufhin von taz-Anwalt Jony Eisenberg wegen Betrugs angezeigt worden - fand am Mittwoch die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht in Berlin statt.

Im Frühjahr 2006 hatte Gravenreuth die taz abgemahnt, weil er eine e-Mail für eine Bestellung des taz-Newsletters erhalten hatte. Das sich daran anschließende Gerichtsverfahren um das mittlerweile auch bei Behörden und Gerichten angewandte “double-opt-in”-Verfahren verlor er. Obwohl die taz zuvor die geforderten Abmahnkosten an Gravenreuth bezahlt hatte, versuchte dieser einen Pfändungsbeschluß durchzusetzen und die Webdomaine taz.de zu pfänden. Vor dem Amtsgericht hatte er behauptet, wegen des Chaos in seiner Kanzlei hätte er das taz-Schreiben und die Zahlung übersehen. Die Richterin nahm ihm diese Ausrede nicht ab und verurteilte den Freiherrn wegen Betrugs zu 6 Monaten ohne Bewährung.

Um das angebliche Chaos in Gravenreuths Kanzlei ging es auch in der Berufungsverhandlung am Mittwoch. Als Zeuginnen wurden zwei Rechtsanwalts-Gehilfinnen befragt, die sich an den Vorgang nicht konkret erinnerten, aber den Ablauf des Posteingangs in der Kanzlei schilderten. Zwei weitere geladene Zeugen waren nicht erschienen - einer von ihnen, Rechtsanwalt Syndikus, ein ehemaliger Partner in Gravenreuths Kanzlei, teilte dem Gericht per Fax mir, dass ihn ein “seit Jahren” funktionierender Wecker ausgerechnet an diesem Morgen im Stich gelassen und er deshalb den Flug nach Berlin verpasst habe.

Prozeßbeobachter werteten das Ausbleiben des Zeugen als ein Manöver der Verteidigung, um Verhandlungsspielraum gegenüber dem Richter zu gewinnen. Dieser könnte eine Verurteilung in München, bei der gegen Gravenreuth im Februar 2008 wegen Veruntreuung von Mandantengeldern 11 Monate auf Bewährung verhängt wurde, mit der vom Amtsgericht Berlin verhängten Strafe zusammenziehen. Mit dem “großzügigen” Angebot, auf die ausgebliebenen Zeugen zu verzichten, könnte die Verteidigung versuchen, als Vergleich eine Gesamtstrafe auf Bewährung herauszuholen.

Die Staatsanwaltschaft ließ sich davon nicht beeindrucken. Gravenreuth kam bereits mit zwei weiteren rechtskräftigen Urteilen des Amtsgerichts MÜnchen zur Berufungsverhandlung: Weil er Mandantengelder veruntreut hatte, wurde er im Dezember 2006 zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten und 2007 zu einer weiteren Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die das Amtsgericht München noch zur Bewährung ausgesetzt hatte. Der Staatsanwalt forderte unter Einbeziehung dieser Strafen eine Gesamtstrafe von 14 Monaten. Das Gericht folgte dem Antrag: Der Angeklagte habe mit hoher “krimineller Energie” über Monate versucht, sich mit falschen Behauptungen unrechtmäßig am Vermögen der taz zu bereichern. Nur weil sich die taz durch ihren Anwalt Jony Eisenberg mit allen Mitteln juristisch wehrte, sei dieser Betrug verhindert worden. Da wegen des Vorstrafenregisters des Angeklagten nicht damit zu rechnen sei, dass er sich in Zukunft bewähre, könne die Strafe, so das Gericht, auch nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, da nicht zu erwarten sei, dass er sich ohne Verbüßung einer Strafe zukünftig rechtstreu verhalten werde. Schließlich hatte er alle Straftaten in Ausübung seiner Stellung als Rechtsanwalt begangen. Gravenreuth steht jetzt nur noch der Revision offen. Zur Überraschung der Prozessbeobachter wurde er im Sitzungssaal nicht verhaftet.

P.S Über dieses Urteil berichtet auch heise.de

[Link] [Cache]
Ewald Proll: Hilfe ist unwirtschaftlich
09/17/2008 09:16 PM

www.rettung-der-krankenhaeuser.de

[Link] [Cache]
Das Leben usw.: Dieses Video ist echt der Knaller
09/17/2008 08:12 PM

- im wahrsten Sinne des Wortes. Der Large Hardron Collider Rap. (via netzzeitung) Er beschreibt die wohl energiereichsen Kollisionen, die die Menschheit absichtlich herbeigeführt hat, bzw. herbeifürhen wird. Es beschreibt den Large Hadron Colider des CERN, in dem Elementarteilchen auf einander prallen um physikalische Grundlagenforschung zu beschreiben.
Die 23-jährige Wissenschaftsautorin am CERN Kate McAlpine erklärt rappend so ziemlich alles, was man über diese größte Maschine der Menschheit wissen muss. Und ich finde, das tut sie verdammt gut: Mit gekonnten Wortspielen und Reimen und einer sehr eingängingen Musik (und ganz nebenbei wahrscheinlich vor den teuersten Kulissen, die je ein Video zierten). Kein Wunder, dass dieses Stücke promt ein Internet-Hit geworden ist und schon mehr als drei Millionen mal angeklickt wurde.
Wer noch mehr CERN-Musik hören will: Les horrible cernettes - LHC-Collider (siehe auch netzzeitung-Artikel zur Band).
Man sieht (und hört), dass es bei CERN in vieler Hinsicht kreativ zugeht. Nicht nur, dass dort das world wide web erfunden wurde…

[Link] [Cache]
ERDBEBEN IN BABEL IV: Ein bisschen zuviel USA
09/17/2008 07:59 PM
Karikatur: © Kostas Koufogiorgos http://www.koufogiorgos.de

Autor: Daniel Neun • 17. September 2008

"Börsen" und Wettbetrug, Zusammenbruch und Verstaatlichung, Bank of America und AIG: der Kapitalismus frisst seine eigenen Gläubigen in einer inszenierten Schmierenkomödie. Derweil befinden sich weltweit Billionen Dollar auf Konten von Inselstaaten und Basen der Finanzpiraten, über die durch New Yorker Banken Drogengelder aus Südamerika in verdeckte Schattenkriege mit terroristischen Mitteln im Mittleren Osten geschleust werden.

Während man in Deutschland im Zuge einer "Enteignungs-"Debatte derzeit bald 60 Jahre nach Inkraftsetzung zum ersten Mal das Grundgesetz liest, ist man im Flaggschiff des weltweit herrschenden Wirtschaftssystems Kapitalismus nun offen zur Planwirtschaft übergegangen. Dabei handelt es sich offenbar um einen militärisch exakt ausgeführten Plan zur Vernichtung von überflüssigem Luftreichtum samt angehäuften Schulden, welche durch neues Gelddrucken aufgefangen werden.

Gleichzeitig werden Hunderttausende real existierender Häuser ahnungsloser Amerikaner durch den Staat billig aufgekauft und die Arbeits- und Lebenszeit von 6 Milliarden ausgeplündeter Erdlinge in einem monströsen Haifischbiss verschluckt, während die noch nicht einmal begriffen haben, was ihr Leben lang mit ihnen eigentlich gemacht wird.

AMERICAN INTERNATIONAL GROUP (AIG): DIE SCHMIERENKÖMÖDIE

Die gestrige achtzigprozentige Übernahme des nutzlos gewordenen "Versicherers"- und Derivaten-Inhabers AIG durch den Staat USA, Geschenk von 85 Milliarden Dollar inklusive, macht nach der Verstaatlichung der Immobilienbanken Fannie Mae und Freddie Mac - bei denen sich bloss 5.5 Billionen Dollar Kapital in Luft auflösten - deutlich, was auch die deutsche Innen-, Aussen-, Wirtschafts- und Parteienpolitik innerhalb der US-Hegemonie geworden ist: ein Irrenhaus, mit einer grell beleuchteten Theaterbühne zur Ablenkung der Patienten, auf der sich Schauspieler (kreischend um Aufmerksamkeit bemüht) ständig nach neuen Taler-Bergen aus dem Zuschauerraum bemühen, die man ihnen auch brav in regelmässigen Abständen zuwirft.

Karikatur: © Kostas Koufogiorgos http://www.koufogiorgos.de

Der gestrige Spannungsbogen wurde wieder einmal über Tage dramaturgisch gut in Szene gesetzt.

AKT 1: DIE FORDERUNG DER AIG UND DIE ANGEKÜNDIGTE KRISE BIS 2009

Sonntag, 14.September:
Der "zweitgrößte Erstversicherungs-Konzern der Welt" (so der Wikipedia-Eintrag), die American International Group, Inc. (AIG), geht zur US-Notenbank und will, dass diese ihr Geld druckt, 40 Milliarden Dollar.

Um das zu verstehen, muss man wissen, dass "Notenbanken" schlicht Gelddrucker sind und jederzeit unbegrenzt Geld erfinden können. Wenn man aber den Banken Hunderte von Milliarden an erfundenem Kapital schenkt, wird diesbezüglich in Konzern- und Staatsmedien gern von "Finanzspritzen" geredet. Offiziell heisst es dazu dann, das Luftgeld würde durch die Notenbanken "verliehen". Die Bedingungen dieser "Kredite" werden aber geheim gehalten, aus gutem Grund: sie müssen nie zurückbezahlt werden.
Im Falle eines Falles wird einfach mehr Geld erfunden und den Banken abermals "geliehen", damit die dann ihre alten Schulden "zurückzahlen".

Allein die EZB schenkte so den Banken innerhalb von nur zwei Tagen 100 Milliarden Euro.

Ebenfalls am Sonntag, dem 14.September, geschieht etwas äusserst Ungewöhnliches: der immer noch einflussreiche und weltweit bekannte ehemalige US-Notenbank-Chef Alan Greenspan gibt ein Interview.

In diesem kündigt er nicht nur praktisch den am Montag folgenden weltweiten Börsencrash an - er befeuert ihn überhaupt erst richtig. Wörtlich sagt er:

"Ich kann nicht glauben, dass wir eine Jahrhundert-Finanzkrise ("once-in-a-century type of financial crisis") ohne global signifikanten Einschlag ("impact") in die reale Wirtschaft haben können, und ich denke, dass ist in der Tat, was in diesem Prozess sichtbar wird."

Ausserdem definiert Greenspan auch gleich die Dauer und die Bedingungen für ein Ende der nun kommenden Finanzkrise und Umwälzungen: bis Anfang 2009 (Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten) wenn die Immobilienpreise wieder gefallen sind.
"In der Tat wird sich dies als zerstörerische Kraft fortsetzen, bis sich die Preise für Häuser ("homes") in den Vereinigten Staaten stabilisiert haben".

AKT 2: DRAMATISCHE LAGE UND RUF NACH RETTUNG

Montag, 15.September:
Die Bank of America schluckt eine der "bedeutendsten globalen Investmentbanken" namens Merrill Lynch, für immerhin 44 Milliarden Dollar. Beobachter des Geschehens sehen schon dies in Zusammenhang mit geheimen Schutzabsprachen mit der US-Notenbank Fed.

Die bisher als "untouchable" geltende "Investmentbank" Lehman Brothers erklärt den Bankrott, nachdem sie am 10.September verlautbart hatte innerhalb von drei Monaten, im dritten Quartal 2008, 3.9 Milliarden Dollar Schulden zu machen.

Peanuts. Lehman Brothers hat insgesamt 613 Milliarden Dollar Schulden. Das hätte bereits lange vorher auffallen müssen.

Was in der Öffentlichkeit nicht erwähnt wird: im Mai 2007 hatte Lehman Brothers zusammen mit dem Immobilieninvestor Tishman Speyer den zweitgrößten börsennotierten Wohnungseigentümer der USA, Archstone-Smith gekauft. Der damalige Preis betrug 22 Mrd. Dollar.

Was bedeutet das nun für die real existierenden Häuser mit real existierenden Menschen darin? Wer bekommt die eigentlich?

Weltweit fallen nun am Montag die Börsenkurse, ungeheure Mengen an nominellem Kapital lösen sich in Luft auf. Sofort nach der Übernahme von Merrill Lynch und dem Bankrott von Lehman rückt AIG in den Mittelpunkt. Es heisst nun ganz öffentlich, AIG brauche dringend Geld.

Am gleichen Tag macht der US-Präsidentschaftskandidat der "Demokraten", Barack Obama, die Politik der "Republikaner" und deren Kandidat John McCain für die Krise verantwortlich.

Auf CNN heisst es dramatisch: "Schmeisst AIG vom Dow". Die Credit Suisse sieht eine "erhöhte Chance dass AIG bankrott geht", in London fällt der FTSE-index auf ein Drei-jahrestief und in Tokio steigt der Yen auf ein Zwei-Jahres-Hoch gegenüber dem Euro (!) wegen der dramatischen Abwertung der wertlosen AIG-Aktien, die aber nicht vom Markt genommen werden. Sogar in Frankreich fallen derweil die Immobilienpreise.

Derweil betreitet seltsamerweise der 2005 wegen Börsenbetrugs zurückgetretene Maurice R. Greenberg öffentlich, in den plötzlichen Niedergang von AIG verwickelt zu sein. Greenberg ist bis zu diesem Zeitpunkt immer noch grösster Anteilseigner von American International Group Inc (AIG). Erst diesen Juni hatte er den damaligen Chef von AIG, Martin Sullivan, nach Verlusten von 30 Milliarden Dollar zum Rücktritt gezwungen.

- SCHNITT - MAURICE GREENBERG, 1968 - 2005 CHEF VON AMERICAN INTERNATIONAL GROUP INC. (AIG)

Der seit 1968 amtierende Chef von AIG, Maurice R. Greenberg, welcher 1987 seinen guten Freund und Kollegen Henry Kissinger zum Chef seines internationalen Beraterstabes machte, musste 2005 wegen einer Affäre um Börsenbetrug zurücktreten.
Ihn erwartet zur Zeit eine Strafe von 100.000.000 Dollar, im Rahmen eines Vergleichs mit der New Yorker Staatsanwaltschaft.

Karikatur: © Kostas Koufogiorgos http://www.koufogiorgos.de

Der in der US-Finanzindustrie alteingesessene Greenberg war nicht nur Chef, Berater oder Beteiligter an diversen Unternehmen, Universitäten und weltweit operierenden Konsortien .

Er war ausserdem Teil der "Trilateralen Kommission", welche vom Schattenmann des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, Zbigniew Brzeziński, um 1970 herum gegründet worden war.

(Über Brzeziński schrieb Hauke Ritz letzten Monat den bemerkenswerten Artikel "Die Welt als Schachbrett".)

Desweiteren war der bisherige AIG-Hauptanteilseigner Maurice "Hank" Greenberg im "Club der Weisen Männer", im "von Legenden umwobenen Council on Foreign Relations", wie es Hermann Ploppa in "Telepolis" in zwei hervorragenden Artikeln umschrieb (Teil I, Teil II).

Die Geschichte des "Council on Foreign Relations" ist nicht die einer Weltregierung, die gibt es nur dann wenn es auch ein Weltparlament und eine allgemein anerkannte Weltverfassung gäbe.

Es ist die Geschichte einer Schattendiktatur innerhalb des US-Imperiums welches seit Jahrzehnten die Menschheit auf´s Heimtückischste betrügt und ausbeutet, angeführt und strategisch gelenkt von elitären Denkfabriken, Hintermännern, Möchtegern-Genies und Spinnern, im Auftrage von Superreichen, Handelskammern, Kriegsfürsten, Militärs und Geheimdiensten.

Ausserdem war der ex-Chef und Hauptanteilseigner von AIG, Maurice Greenberg, selbst einmal Vorsitzender, Vizevorsitzender und Direktor der US-Notenbank, die so gerne auf den Kosenamen "Fed" hört.

Und genau zu diesen alten Kollegen von der "Fed" rannte nun Greenberg ganz öffentlich und dramatisch und verlangte von dieser am Sonntag dem 14.September 40 Milliarden neue, frisch gepresste Dollarnoten.

AKT 3: VERSTAATLICHUNG AUS "NATIONALEM INTERESSE"

Dienstag, 16.September:
Nun setzt sich Greenberg zu CNBC ins Fernsehen und verkündet, um seiner öffentlichen Forderung gegenüber der US-Notenbank und Regierung noch mehr Sinn und Zweck zu verleihen, die "Rettung" von AIG, also die seit Urzeiten als sowjetisch bezeichnete Subventionierung seiner gescheiterten und überflüssigen Firma mit allerlei Anteilen hi und da, sei "im nationalen Interesse".

Wörtlich sagt er:
"Es ist keine Rettung aus finanzieller Not; es ist ein Cash-Problem…Es ist ein nationaler Schatz. AIG niedergehen zu lassen wäre ein tragischer Fehler"
Gleichzeitig steht nun seinerseits wiederum der Kandidat der "Republikaner", John McCain, vor der Presse und sagt mit anderen Worten, "lasst AIG doch vor die Hunde gehen".

Das Drama ist auf dem Höhepunkt. Überall sitzen die Menschen, die Gläubigen, die Gemeinde der goldenen Kälberherde zusammengekauert und mit grossen Augen vor den Bildschirmen. Was wird der Grosse Hirte, der Grosse Retter, der Grosse Fürst des Weissen Hauses tun? Wird er uns alle zur Pleite schicken?

Doch nein: der enge Parteifreund John McCains, der ausscheidende US-Präsident Bush und das Weisse Haus mit seinem ehemaligem Goldman & Sachs-Chef Henry Paulson als Finanzminister, sie retten AIG, sie retten die Wett-Börsen, sie retten die Welt und pumpen nicht wie verlangt 40, sondern gleich 85 Milliarden Dollar in den "Versicherer" AIG.

Und wieder verstaatlichen sie gleich die ganze Bank. Nach den Immobilienkonglomeraten mit den lustigen Namen "Fannie Mae" und "Freddie Mac" (so netten Leuten muss man doch helfen) gehört nun dem Staat USA auch zu 80 Prozent der Verein mit dem unerkannt witzigen Namen "American International Group" (AIG). Beiläufig wird erwähnt, dass als Sicherheit das gesamte "Vermögen" von AIG unter Kontrolle der US-Bundesregierung im "Weissen Haus" fällt.

Die Kurse steigen. Es ist eigentlich gar nichts passiert. Aber Abertausende von Häusern und Immobilien haben den Besitzer gewechselt - weltweit, aber vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika.

JE GRÖSSER DIE ZAHLEN, DESTO WENIGER MENSCHEN GLAUBEN SIE

Die USA, die "Führungsnation der westlichen Welt", haben in diesem Augenblick zahlungswirksame Verbindlichkeiten (also Schulden) in Höhe von 9,68 Billionen Dollar.

Aber bei wem eigentlich? Bei den Banken.

Gleichzeitig gibt es derzeit weltweit (Stand April) ausstehende Kreditderivate (also Luftbuchungen die zur Auszahlung fällig werden) in Höhe von 50 000 000 000 000 Dollar.

50 Billionen Dollar, ohne realen Wert, die nie erarbeitet wurden, aber als Zahlen irgendwo vorhanden sind und immer noch als "Geld" anerkannt werden.

Wie kommt das? Das kommt daher, das Zins nie erarbeitet wurde. Jeder Zins ist Raub und volkswirtschaftliche Illusion. So simpel ist das.

Deshalb es gab es von sozialistischen Wirtschaftsforschern, in zeitlich möglichen Freiräumen vor der Zerschlagung, ja auch immer wieder Entwürfe eines zinslosen Geldsystems.

Und mehr noch: den Entwurf eines Negativ-Zinses auf Geldvermögen. Anstatt noch eine Schippe draufzulegen, nahm man dem Reichen etwas und zwang ihn so nicht etwa zu Armut und Elend, keinesfalls, sondern zu dem, was normale Menschen mit Geld den ganzen Tag machen: es auszugeben.

Dazu muss man natürlich begreifen, dass Reiche per Definition Menschen sind, die ihr Geld nicht ausgeben wollen.

Wer jetzt nach "Enteignung" ruft, wie die intellektuelle Witzfigur Oskar Lafontaine, kommt damit erstens zwar grob drei Jahre alten Forderungen der WASG nach, hat aber zweitens keine Ahnung dass 4 Billionen Euro Geldvermögen in Deutschland gar nicht mehr ausgegeben werden können, da hierfür gar nicht genügend Produkte oder real existierende Wertgegegenstände vorhanden sind die man kaufen könnte. Ein Versuch würde sofort in einer Hyperinflation enden.

Ein populistischer Anfall bringt nichts. Das gesamte Finanzsystem muss grundlegend verändert werden. Aber eben vorsichtig, umsichtig und im Einklang mit unserer seit fast 60 Jahren notorisch unterschätzten Verfassung Grundgesetz.

Enteignungen nützen als Symptombekämpfung gar nichts, wenn man nicht die Banken und den Wahnsinn der zinslichen Geldvermehrung stoppt. Hierzu braucht es erst einmal eine real extistierende Kleinwirtschaft, mit Kleinunternehmern die zinslose Kleinkredite bekommen, damit sie Kleinunternehmen gründen können, und ganz nebenbei auch noch leben und Kinder in die Welt setzen.

Welche Organisationsform diese Kleinunternehmen dann wählen, ob eine kapitalistische oder z.b. eine Genossenschaft, in welcher der Gewinn unter den Beteiligten aufgeteilt wird, kann man getrost einem fairen Wettbewerb überlassen.

Für diese Art der allgemeinen Wirtschaftspolitik aber braucht es einen starken Staat. Einen starken Staat erkennt man daran, dass er fähig ist sich gegenüber dem Starken durchzusetzen und nicht mit ihm im Bett liegt, um dann zur allgemeinen Befriedigung der Eliten auf Minderheiten und letztlich nacheinander auf dem ganzen Volk rumzutrampeln.

Einen starken Staat erkennt man an seiner legislativen, legislativen Verankerung in der Gesellschaft. Wenn ein Parlament (wie der "Bundestag") nur 20 Wochen im Jahr überhaupt tagt, ist es ein teurer Witz, nicht mehr. Wenn es dann jedoch auch noch nichts als die Selbstauflösung und den Ausverkauf der eigenen Republik betreibt, durch die Bank weg von allen Parteien, dann ist es ein Ort des Finanzverbrechens und des Verrats an der Allgemeinheit.

DIE PLÖTZLICHE KRISE: EINE GANZ NORMALE, PROFITABLE INTRIGE

Diese "plötzliche Krise" war angekündigt, die Dauer absehbar und sie dient offenkundig einem Zweck: dem massenhaften Aufkauf von Häusern, welche von ihren verarmten ehemaligen Besitzern zu Schleuderpreisen wieder verkauft werden müssen oder gleich zum Eigentum der Immobilienbanken wurden, welche nun wiederum zusammenbrechen und vom Staat oder anderen Banken aufgekauft werden.

Erst schwatzt man den US-Bürgern (und nicht nur denen) durch die Banken unter Kollaboration des Staates ihre gesamten Ersparnisse ab, dann nimmt man ihnen alles wieder weg was sie dafür gekauft haben und dann verurteilt man sie durch das unmenschliche, verbrecherische, "magisch" geldvermehrende und gleichzeitig besitzfressende Zinssystem des Kapitalismus praktisch zu lebenslanger Zwangsarbeit und Leibeigenschaft, um die so produzierten Schulden bei den Banken abzuzahlen, was natürlich niemand schafft, da diese durch die Schuldzinsen rechtzeitig immer wieder mehr und mehr und mehr werden.

DIE BANK OF AMERICA: UMSCHLAGPLATZ VON DROGENGELDERN AUS SÜDAMERIKA FÜR SCHATTENKRIEGE IM MITTLEREN OSTEN

Nun kaufte die Bank of America (BofA) nun vorgestern die "Investmentbank" Merrill Lynch.

Wer aber ist die BofA eigentlich und wem nützt sie?

In "Erdbeben in Babel II" schrieb ich am 23.Mai 2006 (noch für andere Zeitungen):
"Es war den deutschen Medienmonopolen keine Nachricht wert, als der New Yorker Staatsanwalt Robert Morgenthau im Februar dieses Jahres diverse Konten der Bank of America sperrte, laut der New York Post vom 3.4.06 mit den Worten:"Ich kann zwar Bin Laden nicht fangen, aber ich kann seine Finanzquellen trocken legen."

Auch die Tatsache, daß bereits gegen eine andere Bank, die Israel Discount Bank of New York, von Morgenthau wegen genau dieses unglaublichen Vorgangs, nämlich des offensichtlichen Transfers von Milliarden Dollar Drogengewinnen aus Südamerika an Terrorgruppen in den Nahen Osten, ermittelt worden war und die entsprechenden Kanäle gegen Bußgelder in Höhe von $ 25 Millionen stillgelegt wurden, war in der deutschen Presse kein Thema.

Wie aber war das überhaupt möglich?

Die Bank of America, die zweitgrößte Bank der USA, hatte laut Staatsanwalt Morgenthau über einen Zeitraum von 2 Jahren ca. $ 3 Milliarden an Gewinnen aus Drogen- und Schwerstkriminalität im de facto staatenlosen und von Kartellen regierten "Tri-Border" Gebiet Südamerikas an Gruppen wie Hamas, El Kaida und Hizbollah über ihre Zweigstellen und Konten geschleust.

John Moscow, der frühere Assistent von Robert Morgenthau sagte gegenüber dem Kongreßausschuß für internationale Beziehungen, Abteilung Aufsicht und Kontrolle, Ende März aus, daß es weltweit Hundertausende von zwielichtigen Banken gäbe, die, so Moscow wörtlich,"Kontoeinzahlungen von Leuten annehmen, welche sie nie getroffen haben sowie von Witzfirmen, ohne Substanz außer der Kontonummer, Gelder akzeptieren und sie in das weltweite Finanzsystem schleusen.

Das meiste Geld dabei sind Dollars, und das Meiste fließt über New York", so Moscow gegenüber der New York Post.

Diese ungeheuerlichen "Lücken" im US-Finanzsystem sind nicht neu. Bereits am 21.Juli 2004 hatte Staatsanwalt Robert Morgenthau vor dem Senatsausschuß für Finanzen wörtlich ausgesagt:

"Zum Beispiel hatten wir im Dezember 2003, allein auf den Kamaren-Inseln, ein Guthaben von einer Billion Dollar…

Diese Summe ist das Doppelte von dem, was gerade auf New Yorker Banken liegt und mehr als das Doppelte des (offiziellen) jährlichen Etats des Verteidigungsministeriums (Pentagon).

Die Kamaren prahlen damit, daß 2003 Ende des Jahre 349 Banken bei Ihnen lizensiert waren, davon 43 der 50 größten Banken der Welt.

Es überrascht nicht, daß ein Großteil des Geldes in Tochtergesellschaften und Firmenzweige in den USA angelegt sind.

Obwohl da manche Summen in den Kamaren und anderen Steueroasen für legitime Zwecke liegen, gibt es keinen Zweifel daß das meiste Geld dort liegt um sich jeder Steuer und jeder Kontrolle durch staatliche Stellen zu entziehen", so Staatsanwalt Morgenthau vor dem US-Senat. Und weiter:

"Es ist kein Zufall, daß die Kamaren in vielen der großen Finanzskandale aufgetaucht sind.

Die Enron Corporation, z.B., nutzte 441 Konten der Kamaren um 2.9 Milliarden Dollar an Verlusten zu kaschieren.

Parmalat Finanziaria nutzte Tochtergesellschaften auf den Kamaren um 4.9 Milliarden Dollar an Guthaben vorzutäuschen welches es nicht hatte.

Die Kamaren waren ebenfalls der Firmensitz von Long Term Capital, dem gigantischen Hedge Fond der 1998 kollabierte".

Morgenthau…war der Bank of America und der Israel Discount Bank of New York durch Spuren auf die Schliche gekommen, die von der Leadenhall Bank & Trust auf den Bahamas über die Beacon Hill Service Corporation führten, welche, ohne Lizenz und mit nur einem Dutzend Angestellten aus dem 7.Stock eines Manhattaner Büros, innerhalb von 6 Jahren 6.5 Milliarden Dollar aus dem Drogengebiet Südamerikas über 40 Konten einer der größten Banken New Yorks schleuste.

Welches diese Bank war, benannte Morgenthau damals im Juni 2004 vor dem Senat nicht.
Auch konnten die Auftraggeber und die genauen Empfänger der Zahlungen nicht ermittelt werden, da es keine Unterlagen gab.

Die Bank of America jedenfalls steht, so US-Medienberichte, kurz vor einem Vergleich mit dem um Diskretion bemühten US-Justizministerium. Die Rede ist von 25 Millionen Dollar.

Ein kleiner Preis dafür, was die Empfänger mit 3 Milliarden Dollar anrichten können."
Nun, am Ende wurden es dann September 2006 nur 7.5 Millionen Dollar "Strafe". Staatsanwalt Morgenthau konstatierte noch einmal, dass allein zwischen 1997 und 2006, und nur aus brasilianischen Geldern der Organisierten Kriminalität, knapp 19 Milliarden Dollar (damals 15 Milliarden Euro) durch die Hände der Banker in Manhattan ging, ohne das bis heute bekannt wurde von wem diese Gelder kamen, wohin diese Gelder überhaupt flossen und wer sie letztlich am anderen Ende der Leitung in Empfang nahm.

Allein drei Milliarden Dollar aus brasilianischen Konsortien verschob die Bank of America (BofA) über "Freihandelszonen", also rechtsfreie Räume (klingelt´s da bei Ihnen?) und moderne Finanzpiraten-Inseln vor der britischen Monarchie in den Nahen und Mittleren Osten.

Die Bank of America, sie schwieg natürlich, genau wie alle anderen Banken auch. In Deutschland wurde dieser ungeheuere Skandal einfach totgeschwiegen, geschweige denn dass dies irgendeine "Sicherheitsbehörde" interessiert hätte.

Dabei liegen die Vergleiche zur mittlerweile vergessenen "Iran-Contra-Affäre" auf der Hand. Damals hatten Anfang der 80er die CIA, das US-Militär und hochrangige Beamte der US-Regierung (angeblich ohne Wissen des Präsidenten Ronald Reagan und ohne Wissen des ehemaligen CIA-Chefs und Vizepräsidenten George Bush senior) zugelassen, dass rechtsgerichtete Milizen in Nicaragua tonnenweise Kokain in die USA eingeschmuggelt, diese auf den Strassen an die US-Bürger verkauften um dann bei der US-Regierung Waffen für den eigenen Guerillakrieg zu kaufen.

Aber nicht nur das: ausserdem lieferte die US-Regierung u.a. über Israel Waffen an den Iran und den Irak, damit sich diese beiden Länder weiter einen blutigen Golfkrieg lieferten. Mit dem Schattengeld aus diesen illegalen Waffenverkäufen kaufte die Bundesregierung der USA dann wiederum am (ebenfalls angeblich unwissenden) Parlament vorbei Waffen für die "Contra"-Söldner in Nicaragua.

Als die Affäre rauskam gab es natürlich keinerlei Konsequenzen. Bisschen schwätzen, dudu, weiter machen.

Wer aber sitzt seit Dezember 2005 im Direktorium der Bank of America?
Niemand anderes als der ehemalige Kommandeur der US-Militärs beim Einmarsch in Afghanistan 2001, Oberbefehlshaber bei der Invasion im Irak 2003 und Chef des US-Zentralkommandos über den gesamten mittleren Osten: General Tommy Franks.

Von Franks, einem engen Mitarbeiter und Verbündeten Donald Rumsfelds, sind mehrere denkwürdige Zitate überliefert. Eines lautet:
"Niemand war überraschter als ich, als wir im Irak keine Massenvernichtungswaffen fanden".
Ein anderer Ausspruch des neuen Mitbesitzers von Merrill Lynch ist ganz allgemein gehalten und wirklich herzallerliebst. Am 21.November verlautbarte General Tommy Franks dass, falls es in den USA einen "terroristischen Angriff" mit chemischen, biologischen oder atomaren Massenvernichtungswaffen (also z.B. Atombomben kommt,
"…die westliche Welt, die freie Welt, dass verliert was ihr am meisten bedeutet, und das ist Freiheit und Ungezwungenheit die wir für einige Hundert Jahre in diesem grossen Experiment gesehen haben, was wir Demokratie nennen"

Nun aber wird es ein Ende des grossen Experimentes "Kapitalismus", welches uns seit einigen Hunderten von Jahren all das geraubt hat was uns am meisten bedeutet: die Freiheit und Ungezwungenheit, aber nicht nur für Reiche, nicht nur für Ausbeuter, nicht nur Militärs, Handelskammern, Lügner und Plutokraten, sondern eben für jedes menschliche Wesen auf dem Planeten Erde.

So ändern sich die Zeiten.

Quelle: Radio Utopie[Link] [Cache]
Der Spiegelfechter: Die bayerische Justiz und die Piratenpartei
09/17/2008 07:30 PM

Am Freitagmorgen um 5.00 standen Beamte der bayerischen Polizei vor der Tür von Ralph Hunderlach. Hunderlach ist Pressesprecher der Piratenpartei, einer Kleinpartei, die sich vor allem für die Freiheit von Information und damit gegen die Pläne zur Ausweitung des Überwachungsstaates stark macht. Der Piratenpartei wurden zu Anfang des Jahres nach eigenen Angaben Unterlagen des bayerischen Justizministeriums zugespielt, aus denen hervorgeht, dass die bayerische Polizei im Rahmen von genehmigten Telekommunikationsüberwachungen auch Software auf Rechnern von Verdächtigen installiert hat, die verschlüsselte VOIP-Telefonate, die mit der Software „Skype" geführt wurden, aufgezeichnet hat. Hunderlach, der im Januar dieses Jahres auf den Internetseiten der Piratenpartei einen Artikel zu diesem Thema verfasste und die zugespielten Dokumente veröffentlichte, galt für die Staatsanwaltschaft München als Zeuge in einem Verfahren gegen unbekannt, wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses. Da die Polizei Hunderlach verdächtigte, er könne im Besitz von Unterlagen sein, die auf die Identität des „Whistle-Blowers" hinweisen, erließ das Amtsgericht München einen Durchsuchungsbefehl. Die Beamten drohten Hunderlach, der als selbstständiger IT-Experte tätig ist, seine gesamten Datenträger zu beschlagnahmen, wenn er nicht mit ihnen kooperieren würde. Beschlagnahmt wurden dann nach Angaben von Andreas Popp, dem Vorsitzenden der bayerischen Piratenpartei allerdings nur einige Mails von der öffentlichen Mailingliste der Partei.

In ersten Reaktion zeigte sich das Netz geschockt – im Diskussionsforum des Heise-Portals schäumen die User vor Wut und sehen die Vorgänge als Beweis, dass der umstrittene Bundestrojaner bereits im Einsatz ist. Dies ist so nicht richtig, aber die Bezeichnung „Bayerntrojaner", die die Piratenpartei gewählt hat, legt diesen Verdacht nahe. Das Abhören von verschlüsselten Internettelefonaten mittels einer Software, die auf dem Rechner des Verdächtigen installiert ist, ist verfassungsrechtlich umstritten. Die deutschen Zollbehörden setzen dieses Technik jedoch bereits seit längerem ein. Der Unterschied zur Onlinedurchsuchung ist, dass beim Mitschneiden von Skype-Gesprächen nur Gespräche mitgeschnitten werden, aber nicht sonstige Daten vom Computer des Verdächtigen ausgelesen werden. Somit unterscheidet sie sich kaum von der traditionellen Telefonüberwachung. Ein Unterschied liegt hingegen im Ort der Überwachungsmaßnahme. Während Telefongespräche in aller Regel durch Installationen außerhalb der Wohnung des Verdächtigten abgehört werden, setzt die sogenannte Quellen-TKÜ an der Quelle an – also bei Skype-Telefonaten auf dem Rechner des Verdächtigen, der in der Regel in einem grundgesetzlich geschützten Raum, dazu zählen neben der Wohnung auch Büros und Geschäftsgebäude, steht.

Die Genehmigung solcher Quellen-TKÜ Maßnahmen ist daher umstritten. Das Amtsgericht München und der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof haben bereits Quellen-TKÜ auf den Rechnern von Verdächtigen gestattet – das Landesgericht Hamburg hat in einem ähnlichen Fall dem Wunsch der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Trotz der Genehmigung des Münchner Amtsgerichtes stellt die Veröffentlichung der Piratenpartei ein Politikum dar. Am 6. Oktober 2007 veröffentlichte der SPIEGEL einen Artikel, der dem bayerischen LKA vorwirft, in mehreren Fällen mittels auf dem Zielrechner installierter Software Internettelefonate abgehört zu haben. In einem Gespräch mit Tagesschau.de räumte der Sprecher des bayerischen LKA Ludwig Waldinger zwar ein, „in weniger als zehn Fällen" Telefongespräche über das Internet abgehört zu haben, widersprach aber dem SPIEGEL-Artikel, dass dies mittels einer Software geschehen sei, die auf dem Rechner der Verdächtigen installiert wurde. Laut Waldinger würden „die Daten […] auf dem Weg zwischen den Kommunikationspartnern abgehört." Eine auf dem Computer des Verdächtigen installierte Software hielt Waldinger für unnötig – „das würde technisch auch keinen Sinn machen".

Aus dem Schreiben, das die Piratenpartei veröffentlichte, geht allerdings hervor, dass in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft München I durch Beamte des Landeskriminalamts ein Verfahren der Firma Digitask eingesetzt werden sollte, das die Gespräche mittels einer auf dem Rechner des Verdächtigen installierten Software abhört. Das Angebot von Digitask ist auf den 7. September 2007 datiert. Im Schreiben geht es nur noch um die Finanzierung der Maßnahme. Das Datum des Schreibens ist nicht bekannt, es muss aber kurz nach dem 10. Dezember 2007 aufgesetzt worden sein, da das Justizministerium auf ein inhaltsgleiches Schreiben an die internen Stellen mit diesem Datum verweist.

LKA-Sprecher Waldinger hat im Interview mit Tagesschau.de also entweder die Unwahrheit gesagt, oder wichtige Details der bayerischen Abhörpraxis verschwiegen. Das Angebot der Digitask ging rund einen Monat vor dem Interview bei den bayerischen Behörden ein. Abhörmaßnahmen am Rechner der Verdächtigen waren also zum Zeitpunkt des Interviews entweder bereits erfolgt oder zumindest ernsthaft erwogen worden. Das Dementi, so etwas „würde technisch keinen Sinn machen", ist also falsch und im Rahmen der Diskussion rund um die Onlinedurchsuchung als Verschleierung der umstrittenen Praxis zu werten.

Es verwundert da kaum, dass die bayerischen Behörden Interesse haben, die Informationsquelle der Piratenpartei auszumachen. Wer einmal brisante Informationen über strittige Maßnahmen der Behörden weiterreichte, wird dies wahrscheinlich auch bei künftigen strittigen Maßnahmen tun. Nur so ist die Unverhältnismäßigkeit im Falle Hunderlach zu erklären. Für einen selbstständigen IT-Experten kann die Beschlagnahmung seiner Datenträger wirtschaftlich verheerende Folgen haben. Wenn man sich vor Augen hält, dass Hunderlach nicht etwa Verdächtiger, sondern lediglich Zeuge in diesem Fall ist, erscheint das Verhalten der bayerischen Justiz skandalös. Anstatt rechtliche Klarheit für die eigenen Maßnahmen zu suchen, werden diejenigen drangsaliert, die Dokumente an die Öffentlichkeit bringen, die ernste Zweifel an der gängigen Abhörpraxis in Bayern wecken und die eigenen Aussagen in Frage stellen. Grundvoraussetzung für umstrittene Abhörmaßnahmen ist Transparenz und ein Vertrauen in die Justiz und die Ermittlungsbehörden. Dieses Vertrauen verspielen Behörden, die alles tun, um Informationen zu unterdrücken, welche auf Fehler der Behörden hinweisen, allerdings zusehends.

Jens Berger

Bildnachweis (v.o.n.u.): Wikicommons, SF, Bayerische Polizei

[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Ursache - was ist eine Ursache?
09/17/2008 07:22 PM

“Auslöser für die internationale Finanzkrise war das Platzen einer Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt. US-Banken hatten in Jahren niedriger Zinsen immer häufiger schlecht gesicherte Kredite für den Hauskauf oder -bau vergeben - sogenannte Subprimes”, schreibt dieser komische SPIEGEL.

Auslöser, schreibt der SPIEGEL, und oft findet sich in der Medienwelt, dass Auslöser und Ursache verwechselt werden. Während eines Projektes hatte ich einmal gesagt, dass es Ursachenschichtungen gibt, wie eine Zwiebel, die aus einzelnen jeweils nach außen umhüllenden Lagen oder Schichten. Und haben wir eine Schicht abgeblättert, dann kommt die nächste Schicht, die nächste tiefere Erkenntnis zum Vorschein.

Wenn man so denkt, dann führt es zu sogenannten Ursachenketten, die nach dem Muster aufgebaut sind:

xxxxx bewirkt yyyyyy

…………………..yyyyyy bewirkt zzzzzz.

Und so weiter. Sie können auch “bewirkt” ersetzen durch “hat die Ursache in”. Die Japaner haben eine schöne Methode, die ich in Japan in der Praxis gelernt habe: frage fünf mal hintereinander “warum” und du kommst zum Ursachenkern.

Wenden wir das doch einmal auch hier an:

Ausgangslage: Laufend melden Banken Konkurs an.

1. Warum melden Banken Konkurs an?
………. Weil sie Kredite vergeben haben, die massenhaft nicht zurückgezahlt werden.

2. Warum werden Kredite massenhaft nicht zurückgezahlt?
………. ………. Weil die Kreditnehmer nicht mehr die Geldmittel haben.

3. Warum haben Kreditnehmer nicht mehr die Geldmittel?
………. ………. ………. Weil die Kreditnehmer im Verhältnis zu der Kreditenrückzahlung zu wenig Einkommen haben.
………. ………. ………. Weil die Kreditnehmer massenhaft der Verlockung des Konsums erlegen waren.
………. ………. ………. Weil die Geldgeber die Solvenz der Kreditnehmer zu schlecht geprüft haben.

4.1 Warum haben die Kreditnehmer im Verhältnis zu der Kreditenrückzahlung zu wenig Einkommen?
………. ………. ………. ………. Weil ein massenhafter Exodus an hochwertigen Arbeitsplätzen aus den USA in Billiglohnländer gegangen ist und schlecht bezahlte Arbeitsplätze übrig bleiben.

4.2 Warum sind Kreditnehmer massenhaft der Verlockung des Konsums erlegen?
………. ………. ………. ………. Weil Verlockung zum Konsum die amerikanische ( westliche ) Wirtschaftsphilosophie ist.

4.3 Warum haben die Geldgeber die Solvenz der Kreditnehmer zu schlecht geprüft?
………. ………. ………. ………. Weil es im Westen immer mehr auf den kurzfristigen Geschäftserfolg ankommt: Umsatz - Umsatz - Umsatz!

5.1 Warum ist ein massenhafter Exodus an hochwertigen Arbeitsplätzen aus den USA in Billiglohnländer gegangen?
………. ………. ………. ………. ………. Weil es die Agenda 21 in Rio so festgelegt hat.

5.2 Warum ist Verlockung zum Konsum die amerikanische ( westliche ) Wirtschaftsphilosophie?
………. ………. ………. ………. ………. Weil nur durch Verlockung zum Kauf diese unnatürlichen Wachstumsraten möglich sind.
………. ………. ………. ………. ………. Weil das Geltungsbewußtsein angezüchtet wurde

5.3 Warum wurden durch die Geldgeber die Solvenz der Kreditnehmer zu schlecht geprüft?

………. ………. ………. ………. ………. Weil keine strenge gesetzliche Vorschrift dazu besteht.
………. ………. ………. ………. ………. Weil es im Westen immer mehr auf den kurzfristigen Geschäftserfolg ankommt: Umsatz - Umsatz - Umsatz!

Die nächste Ursachenschicht können Sie selber einmal versuchen, Sie sollten das Prinzip ja erkannt haben. Wer so systematisch vorgeht, der schwätzt nicht herum, der pickt sich nicht gerade das heraus, was ihm am besten passt, der ist ein ehrlicher Diskutant mit dem Willen, Wahrheit zu finden.

Der Japaner Ishikawa Kaoru (jap. 石川 馨; * 1915, Tokio; † 16. April 1989) war ein japanischer Chemiker, der zahlreiche Qualitätswerkzeuge entwickelte, unter anderen das nach ihm benannte Ishikawa-Diagramm (1943) entwickelt; dieses Diagramm zeigt die Ursachenschichtungen etwas anders, transparenter, auf ( hier ein Bild aus Wikipedia ):

Wenn Sie so vorgehen, wie oben beschrieben, können Sie systematisch die Ursachenketten abbilden! Vor allem: es wird sehr transparent aufgezeigt, wie die Wirkzusammenhänge sind. Fordern Sie doch einmal von einem Politiker ein Ishikawa Diagramm oder eine 5 W- Analyse und fragen Sie, welche Maßnahme zu jedem Ursachenanteil eingeleitet wird.

Wetten? Es gibt reinstes Unverständnis!

[Link] [Cache]
"Enteignungs-Amok": BILD sorgt sich um Milliardäre
09/17/2008 07:18 PM
[Link] [Cache]
Glasdemokratie: Die CSU lässt überwachungstechnisch die Muskel spielen
09/17/2008 07:09 PM

Die CSU will es ja bei der nächsten Landstagswahl nochmals über die 50% schaffen. Und damit in Bayern auch keiner auf die Idee kommt, die CSU könnte schwächeln, haben sie der Piratenpartei Bayerns gezeigt, wer Herr im Ländle ist. Im Januar wurde der Piratenpartei ein Dokument aus dem Münchner Justizministerium zugespielt. Der Inhalt der damals an die Öffentlichkeit gegebenen Schreiben legte nahe, dass in Bayern bereits “Trojaner” zum Abhören von Internettelefonaten eingesetzt wurden. Das die CSU mit dieser Aktion zugegeben hat, dass sie ihre Bürger schon illegal ausgespäht haben, das fällt den Leuten in der CSU im blinden Wahlkampf überhaupt nicht mehr auf. Aber Bayern ist erst der Anfang! Viele meinen ja, nach der Expertenbefragung im deutschen Bundestag , das neue ziercksche BKA-Gesetz sei jetzt erstmal be(ver)hindert. Diesen Eindruck hatte FEFE jedenfalls nicht, als er am 15. September 2008 von 10 bis 16 Uhr im Bundestag, dieser Veranstaltung gelauscht hat. Und als Todschlagargument müssen immer wieder “die Sauerländer” herhalten, obwohl längst bewiesen ist, die hätten nicht mal ne Silvesterrakete starten können. Auch EU-weit wird weiter an den einzelnen Überwachungsszenarien gearbeitet. In England wird jetzt massiv ein System aus Überwachungskameras zur Nummernschilderkennung ausgebaut. In Deutschland werden gerade die einheitlichen Steuernummer-ID an alle Bürger verschickt. Damit die privaten Datenhändler danach auch gleich auf den neuesten Stand sind, folgt dann die Steuerzentrale in Bonn, vielleicht diesem norwegischen Beispiel. Natürlich nur aus Versehen (Huch) und ohne rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen.

Glasdemokratie: Liebe Bayern, immer daran denken, die CSU wird nach der nächsten Wahl, gleich mal als kleinen Vorgeschmack, dass Demonstrations- und Streikrecht einschränken!
So wird der freiheitliche Rechtsstaat unweigerlich untergehen!


[Link] [Cache]
Nicht-Abzocken.eu: Gravenreuth muss 14 Monate in Knast
09/17/2008 07:08 PM
LG Berlin verurteilt Günther von Gravenreuth zu 14 Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Revision ist zulässig.[Link] [Cache]
Landtagswahl Bayern Folge 9: Letzter Stand/Presse
09/17/2008 06:50 PM

Der letzte Stand:

  • Nicht nur tobt sich Günter im Kommentarbereich bereichernd aus - er wirft auch fragen bzgl. des Stimmgewichts und einer taktischen Wahlentscheidung auf.
  • Ich bin übrigens zum Wahlhelfer berufen. Ob ich meine “Ich wähle keine Spielekiller”- T-Shirt dabei offen trage, weiß ich noch nicht. (Falls ja, muss ich meinen PARTEI-Ortsverein mobilisieren, damit das wenigstens medial was bringt.)
  • Und die Telepolis steuert dazu auch was bei.
  • Zum Internet als Propagandamedium veröffentlichte die Augsburger Allgemeine einen umfangreichen Artikel. (Eher Einblick als Überblick.)

Alle Artikel der Reihe hier. Dieser Artikel bleibt bis zur Wahl angepinnt auf Seite 1 und wird laufend erweitert und ergänzt.

Update: Der Wahl-O-Mat wurde ja bekanntlich von der ÖDP blockiert. (Danke, ihr Pseudodemokraten!) Der Frankenreport hat in seiner heutigen Ausgabe nun allerdings selbigen “Wahlomat” in analoger Form veröffentlicht: Zum Ankreuzen und Selberzählen. Ich habe mich mal per Mail an die Herrschaften gewandt, ob sie nicht eine digitale Version zur Verfügung stellen wollen. Die gibt es zwar schon - wie im VIP-Raum berichtet -, aber eben nur als Download (hier).

[Link] [Cache]
Lurusa Gross: Ein Anwalt aus München konnte augenscheinlich Richter und Staatsanwalt nicht überzeugen
09/17/2008 06:41 PM

Näheres zu berichten, diese Ehre überlasse ich gerne Fastix, alias Jörg Reinholz. Die TAZ könnte bereits einen Bericht haben, Redaktionsschluß soll allerdings vor Prozeßende gewesen sein. Zuschauer ca fünfzehn bis zwanzig, am Ende etwas weniger. Bericht ohne Gewähr, also Vorsicht und abwarten. Sonst wird eventuell gleich wieder abgemahnt. Der Prozeß hat von morgens bis abends gedauert.

Hier ist schon etwas genaueres.

Ich distanziere mich also ausdrücklich.

[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Bevormundung
09/17/2008 06:31 PM
Also dem hier kann ich mich nur umfassend anschließen:

Allerdings vermeine ich hinter diesem und vergleichbaren Projekten immer mehr den Drang von Staat und Politik zu verspüren, ihren Bürgern vorzuschreiben, wie sie zu leben haben, was richtig und angemessen ist. Von daher ist es nicht mehr weit zur Ab- und Ausgrenzung von allem, was nicht in dieses Schema passt. Ich glaube, dass in all diesen Dingen Grenzen überschritten werden, die besser gewahrt werden sollten. In meinem Lebensentwurf wünsche ich keine staatliche Mitsprache, und dieses Recht billige ich auch anderen zu, sogar – mittelbar – der werbetreibenden Wirtschaft. Wir sollten uns daran erinnern, dass die Freiheitsrechte – das sind die diese Textpassagen am Anfang des Grundgesetzes – zuallererst Recht der Bürger sind, vom Staat in Ruhe gelassen zu werden. Freiheit vom Staat, nicht Diktatur durch den Staat.

Es geht dabei um die EU Richtlinie die (Geschlechter-)Klischees in der Werbung verbieten will. Da ich ja auch irgendwie zu den Werbetreibenden gehöre stelle ich hier mal die Behauptung auf, dass um die 90% der Werbung in irgendeiner Form auf der Ausschlachtung von Klischees beruht. Diese Richtlinie ist nicht nur Schwachsinn sondern auch eine unglaubliche und unangebrachte Bevormundung. Das größte Problem an der ganzen Sache ist allerdings...wer legt fest und überprüft ob ein Werbespot sexistisch und damit verboten ist? Muss man sich in Zukunft jeden Spot erst von einer Ethik Kommission genehmigen lassen? Wird der Abrechnungsposten "Honorar Ethik Kommission" ab jetzt ein fester Bestandteil in jeder Kundenrechnung?[Link] [Cache]
ISLA: Einen herzlichen Gruss
09/17/2008 06:27 PM




von dieser Stelle aus an den neuen türkischen Lateinlehrer, der seinen Schülern solche einfachen wirksamen Wahrheiten vermittelt wie: "Wenn du eine schlechte Note schreibst, dann heißt das nicht, dass ich dich nicht mag."
Sie mag es, wie er gerade diejenigen anspricht, denen das immer wieder gesagt werden muß. Sie akzeptiert ihn als Vorbild und findet Latein ganz leicht.
Ich bin stolz auf meine Tochter, deren Leben nicht ganz frei von Auswirkungen meines Lebens ist, oft zu ihrem Vorteil, manchmal zu ihrem Nachteil.
Sie hat das letzte Schuljahr wiederholt. Und es war trotz allem eine der besten Erfahrungen ihres und meines Lebens. Natürlich war es auch Mobbing. Nicht nur nach Aussage ihrer neuen Klassenlehrerin. Viele haben dabei Fehler gemacht. Sie selbst hat es. Ich habe Fehler gemacht, habe zum Beispiel keinen Anwalt hinzugezogen. Ich habe nicht intensiv genug nachgefragt, warum Noten fallen, wenn Lehrer wechseln. Warum der Besuch eines Reitstalls plötzlich eine elitäre Freizeitveranstaltung ist, die in der Schule die soziale Kompetenz einschränkt. Ob das freiwillige Ausmisten von Pferdeställen, die Freundschaften und die zahlreichen Anfragen von Pferdebesitzern an sie nicht doch auch etwas über ihre Teamkompetenz und Empathiefähigkeit aussagt. Ich habe nicht deutlich genug nachgefragt, ob Kinder unter allen Umständen Kontakt mit aggressiven und verhaltensgestörten Mitschülern halten müssen und nicht deutlich genug darauf hingewiesen, dass ihr die Rollenspiele des Schulpolizisten gut gefielen und er das Verhalten in diesen deeskalierenden Übungen von ihr und ihren Freundinnen als vorbildlich lobte.
Begabung zeigt sich in vielen Formen. Und es gibt Lehrer und Lehrerinnen, die diese sehen, fordern und fördern. Die sie respektieren unabhängig von jeder Ideologie, Religion, politischen Einstellung oder (An)Weisung.
Sie selber hat ebenfalls Fehler gemacht und weiss nun erst recht, dass Schule lediglich ein Spiegel der Gesellschaft ist. Sie hat gelernt, dass Leistung nicht Entertainment heisst. Aufmerksamkeit, Anwesenheit und Noten schwanken nicht mehr zwischen "Oh, super spannend, ich hör mal zu", "Lernen ist was für Langsame" und "Weck mich, wenn der Weihnachtsmann kommt".[Link] [Cache]
Linke Zeitung: Köln rockt die Nazis wieder in ihre Löcher zurück.
09/17/2008 06:11 PM
Köln bleibt links und bunt! 40.000 Linke schätzt die Polizei bei dem Nazihetzerkongress gegen Moschees und Moslems sowie 10.000 Rechte. Wir Linke tendierten eher zu 10.000 Linke mit bundesdeutscher Mobilisierung und 2.000 Rechte mit europäischer Mobilisierung, die Grünen schätzten das nur so hoch, damit sie selber genug Kräfte zugeteilt bekommen, um die Gewalthoheit zu behalten. Die Welt titelt gar „Köln droht eine Schlacht der Radikalen (http://www.welt.de/wams_print/article2441996/Koeln-droht-eine-Schlacht-der-Radikalen.html) nach dem alten Rechts/Links-Schema. Nun wird aber viel mehr und umfangreicheres geschehen, wie ursprünglich geplant, dass wir den Nazis doch anraten können, besser gleich zu Hause in ihren Löchern zu bleiben, wenn sie sich nicht blamieren wollen, wir werden sie auch ohne Schlacht in die Knie zwingen. Die Nazis wollen um 12 Uhr ihren Hass-Kongress abhalten. Eine Gasse weiter am Gürzenichplatz um 9 Uhr treffen sich die konsequenten Antifaschisten (http://www.kein-blut-fuer-oel.de/Antirassismus/Pro%20Koeln.html), versuchen schon die Nazis am Hinweg in den engen Gassen zu blockieren und was sich so sonst ergibt. Drei Gassen weiter auch um 9 beginnt am Dom (Roncalli-Platz) der DGB (http://www.region-koeln.dgb.de/index_html?-C=) die Kultur mit Tommy Engel-Band und Pachl, 10 Uhr kundgebung u.a. mit OB Schramma und um 11 Uhr kommen sie auch zum Gürzenich noch mal mit Kundgebung und Menschenkette u.a mit Volker Beck und dem Betriebsrat von Ford. Das Highlight kommt dann aber [Link] [Cache]
Experts at work - Heute: Doppelt vergebene IPs
09/17/2008 06:08 PM
Eine weitere Folge aus der stets beliebten Reihe "Wie ich meine Führungsqualitäten raushängen lasse" und wie immer, liegt das hier schon eine unbestimmte Zeit zurück.

Jeder kennt es, man will arbeiten, kann aber nicht, weil die lieben Kollegen wieder in "gerade ist es ganz schlecht" oder "Ich sag einfach mal was, und kümmer mich nicht mehr drum"-Laune sind. Beispiel aus einem meiner vorherigen Jobs:

Ich: "Ich brauch eine neue IP für das Wiki System - jemand hat die doppelt vergeben" (ärgert einen ja schon mal)
Chef: "Gleich" - Frei interpretierte Übersetzung: Du störst!
Chef: 3 Minuten später: "Nimm W.X.Y.Z"
Ich: "Da antwortet bereits etwas auf ein ping"
Chef: "Ist laut Router nicht aktiv!" - Ja, danke, dann muss wohl mein Ping lügen, das blöde Tool! Hilfsbereitschaft sieht anders aus. Danach war die Sache für Chef auch gegessen, er hat ja geantwortet. Kollaboration par excellence. Nächster Chef, bitte!


[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Onkel Obamas Resterampe
09/17/2008 05:53 PM
Buttons ein Dollar, Aufkleber ebenso, T-Shirts 15 - beim Großangriff aufs Weiße Haus lässt Barack Obama die Merchandising-Maschine auf vollen Touren laufen. An der Fanshirt-Front weit im Westen ist McCain jedenfalls heute schon der klare Verlierer. Dabei sind Obamas Shirts viel zu häßlich zum anziehen.[Link] [Cache]
Aufgelesen: 79
09/17/2008 05:44 PM


• Das hätt ich denen auch gleich sagen können, ...
• Der richtige Sozialismus
• Heute im Bundestag: "Lachen, bissie Lelis-la-durbeliode vobei is"
• Insekt aus einer anderen Welt
• abigott
Das hätt ich denen auch gleich sagen können, ...

... dass die Haderthauerin als Generalsekretärsimitatorin ein noch größerer Ausfall ist als das Nürnberger Blöderl Söderl.*

Weil ein bisschen ganz sauber beschränkt muss die zwar - wenn ich genauer hinschau, was ich aber bei dera ihrem Beißgesicht nicht gern mach - schon auch sein. Aber der Söderl war halt als Scheißhausbürschtn vom Stoiber wenigstens auch noch dummdreist und gemein. Die - wie man bei uns sagen tät - zuagroaßte Hämmorhoidenpritschn Christine H. hingegen ist leider nur a bisserl doof, find ich.

So kann des ja nix werden, nicht einmal in der CSU. Weil während man als molluskenhaft-bösartige Oberhetzfigur höchstens einmal kurz in Brüssel zwischengeparkt wird, haben die Schwarzen bei uns zumindest soviel, naja, politisches Gespür, dass echte Trottln auch nicht bis zum Sanktnimmerleinstag mitgeschleift werden. Zumal, wo man ja nicht weiß, ob nicht doch jemand ein Flascherl Angstschweiß ausgeschüttet hat in der Staatskanzlei. Weiterlesen beim Rationalstürmer


---



Der richtige Sozialismus

Das Ende des Neoliberalismus wird durch die Banken- bzw. Finanzmarktkrise stark beschleunigt. Es zeigt sich nicht nur endlich, daß die Ideologie unkontrollierter Märkte sogar für die Märkte schädlich ist, sondern es ist auch an der Zeit, die Rolle des Sozialismus im Neoliberalismus zu erläutern. Der Begriff ist übrigens im "Lexikon" der INSM nicht zu finden, was verwundert. Schließlich ist er einer der häufigsten im Sprachgebrauch der Neolibs. Dort stellt er eine Art Negativ des freien Marktes dar, also staaliche Kontrolle, Verteilung der Ressourcen nach anderen als marktwirtschaftlichen Kriterien und Alimentierung der Menschen, die nicht vom Markt profitieren.

Exakt dieser Sozialismus aber, der politisch oder von Staats wegen als verwerflich betrachtet wird, ist hochwillkommen und gefordert, wenn es aus "wirtschaftlichen" Gründen opportun erscheint. In einer Krise, die durch Gier, Fehlspekulation, Betrug, Dilettantismus und Rücksichtslosigkeit ausgelöst wurde, soll der Staat
- als Kontrolleuer des Marktes herhalten, weil dieser zur Selbstkontrolle unfähig ist,
- Ressourcen, d.h. letztlich Steuermittel einsetzen, um das System "Markt" zu retten und
- damit diejenigen alimentieren, die in profitablen Zeiten den Gewinn für sich beanspruchen.
Die Einsicht, daß nur "der Staat", also eine nicht wirtschaftlich legitmierte und nach Rechtsnormen ausgerichtete Instanz, für Ordnung sorgen soll, ist auch und gerade in einer Marktwirtschaft völlig richtig. Der Staat muß dabei unbedingt frei sein von wirtschaftlichen Interessen und darf sich ausschließlich nach Kriterien richten, die dazu geeignet sind, für Ordnung zu sorgen. Weiterlesen bei Feynsinn


---



Heute im Bundestag: "Lachen, bissie Lelis-la-durbeliode vobei is"

Nüchtern betrachtet war Struckis Rede der, wenn auch stark alkoholgeschwängerte, Höhepunkt der Haushaltsgeneraldebatte. Wer es schafft, das Wort Legislaturperiode mit geschätzten 3 Promille noch so vom Blatt zu buchstabieren, dass es einigermaßen wie Lelis-la-durbeliode klingt, der hält auch die SPD-Fraktion noch ein paar Tage zusammen.

Ansonsten war das eine gespenstische Veranstaltung. In New York krachen die Banken zusammen und das dumpfe Aufklatschen der Selbstmörder auf die Wallstreet dringt nur deswegen nicht bis Berlin, weil die Amis nach dem Schwarzen Freitag von 1929 keine Bankhochhäuser mehr haben, in denen man die Fenster noch öffnen kann. Unsere naive Bundeskanzlerin verkündet derweil ungerührt im blauen Rund zur blauen Stunde ihr Ziel, bis 2011 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Was ihr längst jenseits von Gut und Böse angekommener Finanzminister auch noch abnickt und sich dabei fast den pinkfarbenen Marker in das rechte Nasenloch rammt.

Hätte der arme Müntefering nicht in der Föderalismusreform I den Fehler gemacht, unser Bildungswesen vollends den Ländern zur dezentralen „Abwicklung" zu überantworten, könnte man dem Memmenspektakel nach seiner Bildungsreise ja noch glauben, dass „Investitionen in Bildung" ihr zentrales Anliegen sind. Weiterlesen bei scusi


---



Insekt aus einer anderen Welt

Forscher entdecken "Mars-Ameise" am Amazonas

Forscher haben im Regenwald Brasiliens eine Ameise mit extrem merkwürdigem Aussehen entdeckt. Die Tiere sind völlig farblos, haben keine Augen und ungewöhnlich lange und dünne Vorderbeine. Dieses seltsame Aussehen hat die Wissenschaftler um Christian Rabeling von der Universität in Austin dazu verleitet, die Art als "Ameise vom Mars" – lateinisch Martialis heureka – zu bezeichnen. Genanalysen zufolge gehört das Tier einer anderen Abstammungslinie an als alle anderen heute existierenden Ameisenarten.

..

Die blasse Haut der Ameise und das Fehlen von Augen deuten auf einen dunklen Lebensraum hin. Wahrscheinlich komme das Tier in der Nacht zur Nahrungsaufnahme an die Erdoberfläche. Die Vorderbeine sind ungewöhnlich lang, relativ dünn und haben keine Borsten. Da die Extremitäten für das Graben ungeeignet sind, vermuten die Forscher, dass die Tiere vorhandene Erdlöcher als Unterschlupf nutzen. Die Beschaffenheit der Vorderbeine könnte eine spezielle Anpassung an den Beutefang sein. Die zangenartigen Mundwerkzeuge des Findlings sind länger und filigraner als die anderer Ameisenarten. Sie könnten dazu dienen, weiche Körperteile möglicher Beutetiere wie Ringelwürmer, Termiten oder Insektenlarven aus einer Höhle zu ziehen, erklären die Forscher.

..

Die Abstammung des Tieres ermittelten die Forscher, indem sie die DNA aus Zellen eines Beines mit einem DNA-Datensatz von 151 Ameisenfamilien aus 20 Unterfamilien verglichen. Der Findling konnte keiner der bestehenden Unterfamilien zugeordnet werden. Die Ameisen dieser Art waren die einzigen überlebenden Vertreter einer weit verzweigten Abstammungslinie, vermuten die Forscher. Die Tiere sind schon sehr früh in der Entwicklung der Familie der Ameisen entstanden und konnten in einem ökologisch stabilen Lebensraum fortbestehen. weiterlesen bei wissenschaft.de


---



abigott

Den einen mögen sie sehr, ihn himmeln sie sozusagen an, mit seinem Stellvertreter haben sie's nicht so, der paßt irgendwie so gar nicht in ihr Bild vom akzentfreien Glauben an den da oben. Das dürfte eher weniger mit seiner ursprünglichen Nationalität zusammenhängen, denn das alte Feindbild existiert entgegen aller Clichés schon lange nicht mehr. Und wenn doch Antipathien zwischen Nachbarn, dann ließe sich das auch daran aufhängen, daß er als römischer Quasi-Italiener auch nicht gerade beliebter ist oder wäre als der rechtsrheinische.

Für sie sei er der Unaussprechliche, sagt Florence, die diese himmlischen Tierchen zuzubereiten weiß (na ja, himmlisch eigentlich erst dann, wenn sie aus ihrem submarinen Reich herausgefangen und anschließend in den kochend heißen Himmel erlöst wurden). Nicht nur, daß man sich bei seinem deutschen Namen die Zunge zu einem dieser seltsamen Röllchen aus bröseligem Schinken und nach Blech schmeckendem Spargel verbiege, die sie mal mal habe essen müssen, als sie zu Besuch bei ihrer zu den Barbaren hingeheirateten Schwester in dieser ebenso nahezu unaussprechlichen Stadt namens Stugaa oder so ähnlich war. Auch der, den er sich anschließend zugelegt habe, komme bei ihr nicht eben sonderlich gut an. Als dieser verkünde er von seinem ewigen Monte Cassino herunter letztendlich genau das Gegenteil dessen, was das Leben eines guten französischen Katholiken et vice versa ausmache: höchstens eine Hauptmahlzeit pro Tag, kein wunderbares und -schönes Rindvieh aus dem Charolais, zu festen Zeiten und genausviel beten wie die Muselmans, arbeiten und ein bißchen Schlaf. Weiterlesen bei Stubenzweig


---



[Link] [Cache]
ERDBEBEN IN BABEL IV: Ein bisschen zuviel USA
09/17/2008 05:36 PM

“Börsen” und Wettbetrug, Zusammenbruch und Verstaatlichung, Bank of America und AIG: der Kapitalismus frisst seine eigenen Gläubigen in einer inszenierten Schmierenkomödie. Derweil befinden sich weltweit Billionen Dollar auf Konten von Inselstaaten und Basen der Finanzpiraten, über die durch New Yorker Banken Drogengelder aus Südamerika in verdeckte Schattenkriege mit terroristischen Mitteln im Mittleren Osten geschleust werden.

Während man in Deutschland im Zuge einer “Enteignungs-”Debatte derzeit bald 60 Jahre nach Inkraftsetzung zum ersten Mal das Grundgesetz liest, ist man im Flaggschiff des weltweit herrschenden Wirtschaftssystems Kapitalismus nun offen zur Planwirtschaft übergegangen. Dabei handelt es sich offenbar um einen militärisch exakt ausgeführten Plan zur Vernichtung von überflüssigem Luftreichtum samt angehäuften Schulden, welche durch neues Gelddrucken aufgefangen werden.
Gleichzeitig werden Hunderttausende real existierender Häuser ahnungsloser Amerikaner durch den Staat billig aufgekauft und die Arbeits- und Lebenszeit von 6 Milliarden ausgeplündeter Erdlinge in einem monströsen Haifischbiss verschluckt, während die noch nicht einmal begriffen haben, was ihr Leben lang mit ihnen eigentlich gemacht wird.

AMERICAN INTERNATIONAL GROUP (AIG): DIE SCHMIERENKÖMÖDIE

Die gestrige achtzigprozentige Übernahme des nutzlos gewordenen “Versicherers”- und Derivaten-Inhabers AIG durch den Staat USA, Geschenk von 85 Milliarden Dollar inklusive, macht nach der Verstaatlichung der Immobilienbanken Fannie Mae und Freddie Mac - bei denen sich bloss 5.5 Billionen Dollar Kapital in Luft auflösten - deutlich, was auch die deutsche Innen-, Aussen-, Wirtschafts- und Parteienpolitik innerhalb der US-Hegemonie geworden ist: ein Irrenhaus, mit einer grell beleuchteten Theaterbühne zur Ablenkung der Patienten, auf der sich Schauspieler (kreischend um Aufmerksamkeit bemüht) ständig nach neuen Taler-Bergen aus dem Zuschauerraum bemühen, die man ihnen auch brav in regelmässigen Abständen zuwirft.

Der gestrige Spannungsbogen wurde wieder einmal über Tage dramaturgisch gut in Szene gesetzt.

AKT 1: DIE FORDERUNG DER AIG UND DIE ANGEKÜNDIGTE KRISE BIS 2009

Sonntag, 14.September:
Der “zweitgrößte Erstversicherungs-Konzern der Welt” (so der Wikipedia-Eintrag), die American International Group, Inc. (AIG), geht zur US-Notenbank und will, dass diese ihr Geld druckt, 40 Milliarden Dollar.

Um das zu verstehen, muss man wissen, dass “Notenbanken” schlicht Gelddrucker sind und jederzeit unbegrenzt Geld erfinden können. Wenn man aber den Banken Hunderte von Milliarden an erfundenem Kapital schenkt, wird diesbezüglich in Konzern- und Staatsmedien gern von “Finanzspritzen” geredet. Offiziell heisst es dazu dann, das Luftgeld würde durch die Notenbanken “verliehen”. Die Bedingungen dieser “Kredite” werden aber geheim gehalten, aus gutem Grund: sie müssen nie zurückbezahlt werden.
Im Falle eines Falles wird einfach mehr Geld erfunden und den Banken abermals “geliehen”, damit die dann ihre alten Schulden “zurückzahlen”.

Allein die EZB schenkte so den Banken innerhalb von nur zwei Tagen 100 Milliarden Euro.

Ebenfalls am Sonntag, dem 14.September, geschieht etwas äusserst Ungewöhnliches: der immer noch einflussreiche und weltweit bekannte ehemalige US-Notenbank-Chef Alan Greenspan gibt ein Interview.
In diesem kündigt er nicht nur praktisch den am Montag folgenden weltweiten Börsencrash an - er befeuert ihn überhaupt erst richtig. Wörtlich sagt er:

“Ich kann nicht glauben, dass wir eine Jahrhundert-Finanzkrise (”once-in-a-century type of financial crisis”) ohne global signifikanten Einschlag (”impact”) in die reale Wirtschaft haben können, und ich denke, dass ist in der Tat, was in diesem Prozess sichtbar wird.”

Ausserdem definiert Greenspan auch gleich die Dauer und die Bedingungen für ein Ende der nun kommenden Finanzkrise und Umwälzungen: bis Anfang 2009 (Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten), wenn die Immobilienpreise wieder gefallen sind.

“In der Tat wird sich dies als zerstörerische Kraft fortsetzen, bis sich die Preise für Häuser (”homes”) in den Vereinigten Staaten stabilisiert haben”.

AKT 2: DRAMATISCHE LAGE UND RUF NACH RETTUNG

Montag, 15.September:
Die Bank of America schluckt eine der “bedeutendsten globalen Investmentbanken” namens Merrill Lynch, für immerhin 44 Milliarden Dollar. Beobachter des Geschehens sehen schon dies in Zusammenhang mit geheimen Schutzabsprachen mit der US-Notenbank Fed.

Die bisher als “untouchable” geltende “Investmentbank” Lehman Brothers erklärt den Bankrott, nachdem sie am 10.September verlautbart hatte, innerhalb von drei Monaten, im dritten Quartal 2008, 3.9 Milliarden Dollar Schulden zu machen.

Peanuts. Lehman Brothers hat insgesamt 613 Milliarden Dollar Schulden. Das hätte bereits lange vorher auffallen müssen.

Was in der Öffentlichkeit nicht erwähnt wird: im Mai 2007 hatte Lehman Brothers zusammen mit dem Immobilieninvestor Tishman Speyer den zweitgrößten börsennotierten Wohnungseigentümer der USA, Archstone-Smith gekauft. Der damalige Preis betrug 22 Mrd. Dollar.
Was bedeutet das nun für die real existierenden Häuser mit real existierenden Menschen darin? Wer bekommt die eigentlich?

Weltweit fallen nun am Montag die Börsenkurse, ungeheure Mengen an nominellem Kapital lösen sich in Luft auf. Sofort nach der Übernahme von Merrill Lynch und dem Bankrott von Lehman rückt AIG in den Mittelpunkt. Es heisst nun ganz öffentlich, AIG brauche dringend Geld.

Am gleichen Tag macht der US-Präsidentschaftskandidat der “Demokraten”, Barack Obama, die Politik der “Republikaner” und deren Kandidat John McCain für die Krise verantwortlich.

Auf CNN heisst es dramatisch: “Schmeisst AIG vom Dow”. Die Credit Suisse sieht eine “erhöhte Chance, dass AIG bankrott geht“, in London fällt der FTSE-index auf ein Drei-jahrestief und in Tokio steigt der Yen auf ein Zwei-Jahres-Hoch gegenüber dem Euro (!) wegen der dramatischen Abwertung der wertlosen AIG-Aktien, die aber nicht vom Markt genommen werden. Sogar in Frankreich fallen derweil die Immobilienpreise.

Derweil bestreitet seltsamerweise der 2005 wegen Börsenbetrugs zurückgetretene Maurice R. Greenberg öffentlich, in den plötzlichen Niedergang von AIG verwickelt zu sein. Greenberg ist bis zu diesem Zeitpunkt immer noch grösster Anteilseigner von American International Group Inc (AIG).
Erst diesen Juni hatte er den damaligen Chef von AIG, Martin Sullivan, nach Verlusten von 30 Milliarden Dollar zum Rücktritt gezwungen.

- SCHNITT - MAURICE GREENBERG, 1968 - 2005 CHEF VON AMERICAN INTERNATIONAL GROUP INC. (AIG)

Der seit 1968 amtierende Chef von AIG, Maurice R. Greenberg, welcher 1987 seinen guten Freund und Kollegen Henry Kissinger zum Chef seines internationalen Beraterstabes machte, musste 2005 wegen einer Affäre um Börsenbetrug zurücktreten.
Ihn erwartet zur Zeit eine Strafe von 100.000.000 Dollar, im Rahmen eines Vergleichs mit der New Yorker Staatsanwaltschaft.

Der in der US-Finanzindustrie alteingesessene Greenberg war nicht nur Chef, Berater oder Beteiligter an diversen Unternehmen, Universitäten und weltweit operierenden Konsortien.
Er war ausserdem Teil der “Trilateralen Kommission”, welche vom Schattenmann des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, Zbigniew Brzeziński, um 1970 herum gegründet worden war.
(Über Brzeziński schrieb Hauke Ritz letzten Monat den bemerkenswerten Artikel “Die Welt als Schachbrett”.)

Desweiteren war der bisherige AIG-Hauptanteilseigner Maurice “Hank” Greenberg im “Club der Weisen Männer”, im “von Legenden umwobenen Council on Foreign Relations“, wie es Hermann Ploppa in “Telepolis” in zwei hervorragenden Artikeln umschrieb (Teil I, Teil II).

Die Geschichte des “Council on Foreign Relations” ist nicht die einer Weltregierung, die gibt es nur dann, wenn es auch ein Weltparlament und eine allgemein anerkannte Weltverfassung gäbe.
Es ist die Geschichte einer Schattendiktatur innerhalb des US-Imperiums, welches seit Jahrzehnten die Menschheit auf´s Heimtückischste betrügt und ausbeutet, angeführt und strategisch gelenkt von elitären Denkfabriken, Hintermännern, Möchtegern-Genies und Spinnern, im Auftrage von Superreichen, Handelskammern, Kriegsfürsten, Militärs und Geheimdiensten.

Ausserdem war der ex-Chef und Hauptanteilseigner von AIG, Maurice Greenberg, selbst einmal Vorsitzender, Vizevorsitzender und Direktor der US-Notenbank, die so gerne auf den Kosenamen “Fed” hört.

Und genau zu diesen alten Kollegen von der “Fed” rannte nun Greenberg ganz öffentlich und dramatisch und verlangte von dieser am Sonntag, dem 14.September, 40 Milliarden neue, frisch gepresste Dollarnoten.

AKT 3: VERSTAATLICHUNG AUS “NATIONALEM INTERESSE”

Dienstag, 16.September:
Nun setzt sich Greenberg zu CNBC ins Fernsehen und verkündet, um seiner öffentlichen Forderung gegenüber der US-Notenbank und Regierung noch mehr Sinn und Zweck zu verleihen, die “Rettung” von AIG, also die seit Urzeiten als sowjetisch bezeichnete Subventionierung seiner gescheiterten und überflüssigen Firma mit allerlei Anteilen hi und da, sei “im nationalen Interesse”.
Wörtlich sagt er:

“Es ist keine Rettung aus finanzieller Not; es ist ein Cash-Problem…Es ist ein nationaler Schatz. AIG niedergehen zu lassen wäre ein tragischer Fehler”

Gleichzeitig steht nun seinerseits wiederum der Kandidat der “Republikaner”, John McCain, vor der Presse und sagt mit anderen Worten, “lasst AIG doch vor die Hunde gehen”.

Das Drama ist auf dem Höhepunkt. Überall sitzen die Menschen, die Gläubigen, die Gemeinde der goldenen Kälberherde zusammengekauert und mit grossen Augen vor den Bildschirmen. Was wird der Grosse Hirte, der Grosse Retter, der Grosse Fürst des Weissen Hauses tun? Wird er uns alle zur Pleite schicken?

Doch nein: der enge Parteifreund John McCains, der ausscheidende US-Präsident Bush und das Weisse Haus mit seinem ehemaligem Goldman & Sachs-Chef Henry Paulson als Finanzminister, sie retten AIG, sie retten die Wett-Börsen, sie retten die Welt und pumpen nicht wie verlangt 40, sondern gleich 85 Milliarden Dollar in den “Versicherer” AIG.
Und wieder verstaatlichen sie gleich die ganze Bank. Nach den Immobilienkonglomeraten mit den lustigen Namen “Fannie Mae” und “Freddie Mac” (so netten Leuten muss man doch helfen) gehört nun dem Staat USA auch zu 80 Prozent der Verein mit dem unerkannt witzigen Namen “American International Group” (AIG). Beiläufig wird erwähnt, dass als Sicherheit das gesamte “Vermögen” von AIG unter Kontrolle der US-Bundesregierung im “Weissen Haus” fällt.

Die Kurse steigen. Es ist eigentlich gar nichts passiert. Aber Abertausende von Häusern und Immobilien haben den Besitzer gewechselt - weltweit, aber vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika.

JE GRÖSSER DIE ZAHLEN, DESTO WENIGER MENSCHEN GLAUBEN SIE

Die USA, die “Führungsnation der westlichen Welt”, haben in diesem Augenblick zahlungswirksame Verbindlichkeiten (also Schulden) in Höhe von 9,68 Billionen Dollar.

Aber bei wem eigentlich? Bei den Banken.

Gleichzeitig gibt es derzeit weltweit (Stand April) ausstehende Kreditderivate (also Luftbuchungen, die zur Auszahlung fällig werden) in Höhe von 50 000 000 000 000 Dollar.
50 Billionen Dollar, ohne realen Wert, die nie erarbeitet wurden, aber als Zahlen irgendwo vorhanden sind und immer noch als “Geld” anerkannt werden.

Wie kommt das? Das kommt daher, das Zins nie erarbeitet wurde. Jeder Zins ist Raub und volkswirtschaftliche Illusion. So simpel ist das.
Deshalb es gab es von sozialistischen Wirtschaftsforschern, in zeitlich möglichen Freiräumen vor der Zerschlagung, ja auch immer wieder Entwürfe eines zinslosen Geldsystems.
Und mehr noch: den Entwurf eines Negativ-Zinses auf Geldvermögen. Anstatt noch eine Schippe draufzulegen, nahm man dem Reichen etwas und zwang ihn so nicht etwa zu Armut und Elend, keinesfalls, sondern zu dem, was normale Menschen mit Geld den ganzen Tag machen: es auszugeben.

Dazu muss man natürlich begreifen, dass Reiche per Definition Menschen sind, die ihr Geld nicht ausgeben wollen.

Wer jetzt nach “Enteignung” ruft, wie die intellektuelle Witzfigur Oskar Lafontaine, kommt damit erstens zwar grob drei Jahre alten Forderungen der WASG nach, hat aber zweitens keine Ahnung, dass 4 Billionen Euro Geldvermögen in Deutschland gar nicht mehr ausgegeben werden können, da hierfür gar nicht genügend Produkte oder real existierende Wertgegegenstände vorhanden sind, die man kaufen könnte. Ein Versuch würde sofort in einer Hyperinflation enden.

Ein populistischer Anfall bringt nichts. Das gesamte Finanzsystem muss grundlegend verändert werden. Aber eben vorsichtig, umsichtig und im Einklang mit unserer seit fast 60 Jahren notorisch unterschätzten Verfassung Grundgesetz.

Enteignungen nützen als Symptombekämpfung gar nichts, wenn man nicht die Banken und den Wahnsinn der zinslichen Geldvermehrung stoppt. Hierzu braucht es erst einmal eine real extistierende Kleinwirtschaft, mit Kleinunternehmern, die zinslose Kleinkredite bekommen, damit sie Kleinunternehmen gründen können, und ganz nebenbei auch noch leben und Kinder in die Welt setzen.

Welche Organisationsform diese Kleinunternehmen dann wählen, ob eine kapitalistische oder z.B. eine Genossenschaft, in welcher der Gewinn unter den Beteiligten aufgeteilt wird, kann man getrost einem fairen Wettbewerb überlassen.

Für diese Art der allgemeinen Wirtschaftspolitik aber braucht es einen starken Staat. Einen starken Staat erkennt man daran, dass er fähig ist, sich gegenüber dem Starken durchzusetzen und nicht mit ihm im Bett liegt, um dann zur allgemeinen Befriedigung der Eliten auf Minderheiten und letztlich nacheinander auf dem ganzen Volk rumzutrampeln.

Einen starken Staat erkennt man an seiner legislativen, legislativen Verankerung in der Gesellschaft. Wenn ein Parlament (wie der “Bundestag”) nur 20 Wochen im Jahr überhaupt tagt, ist es ein teurer Witz, nicht mehr. Wenn es dann jedoch auch noch nichts als die Selbstauflösung und den Ausverkauf der eigenen Republik betreibt, durch die Bank weg von allen Parteien, dann ist es ein Ort des Finanzverbrechens und des Verrats an der Allgemeinheit.

DIE PLÖTZLICHE KRISE: EINE GANZ NORMALE, PROFITABLE INTRIGE

Diese “plötzliche Krise” war angekündigt, die Dauer absehbar und sie dient offenkundig einem Zweck: dem massenhaften Aufkauf von Häusern, welche von ihren verarmten ehemaligen Besitzern zu Schleuderpreisen wieder verkauft werden müssen oder gleich zum Eigentum der Immobilienbanken wurden, welche nun wiederum zusammenbrechen und vom Staat oder anderen Banken aufgekauft werden.

Erst schwatzt man den US-Bürgern (und nicht nur denen) durch die Banken unter Kollaboration des Staates ihre gesamten Ersparnisse ab, dann nimmt man ihnen alles wieder weg, was sie dafür gekauft haben und dann verurteilt man sie durch das unmenschliche, verbrecherische, “magisch” geldvermehrende und gleichzeitig besitzfressende Zinssystem des Kapitalismus praktisch zu lebenslanger Zwangsarbeit und Leibeigenschaft, um die so produzierten Schulden bei den Banken abzuzahlen, was natürlich niemand schafft, da diese durch die Schuldzinsen rechtzeitig immer wieder mehr und mehr und mehr werden.

DIE BANK OF AMERICA: UMSCHLAGPLATZ VON DROGENGELDERN AUS SÜDAMERIKA FÜR SCHATTENKRIEGE IM MITTLEREN OSTEN

Nun kaufte die Bank of America (BofA) nun vorgestern die “Investmentbank” Merrill Lynch.
Wer aber ist die BofA eigentlich und wem nützt sie?

In “Erdbeben in Babel II” schrieb ich am 23.Mai 2006 (noch für andere Zeitungen):

“Es war den deutschen Medienmonopolen keine Nachricht wert, als der New Yorker Staatsanwalt Robert Morgenthau im Februar dieses Jahres diverse Konten der Bank of America sperrte, laut der New York Post vom 3.4.06 mit den Worten:”Ich kann zwar Bin Laden nicht fangen, aber ich kann seine Finanzquellen trocken legen.”

Auch die Tatsache, daß bereits gegen eine andere Bank, die Israel Discount Bank of New York, von Morgenthau wegen genau dieses unglaublichen Vorgangs, nämlich des offensichtlichen Transfers von Milliarden Dollar Drogengewinnen aus Südamerika an Terrorgruppen in den Nahen Osten, ermittelt worden war und die entsprechenden Kanäle gegen Bußgelder in Höhe von $ 25 Millionen stillgelegt wurden, war in der deutschen Presse kein Thema.
Wie aber war das überhaupt möglich?

Die Bank of America, die zweitgrößte Bank der USA, hatte laut Staatsanwalt Morgenthau über einen Zeitraum von 2 Jahren ca. $ 3 Milliarden an Gewinnen aus Drogen- und Schwerstkriminalität im de facto staatenlosen und von Kartellen regierten “Tri-Border” Gebiet Südamerikas an Gruppen wie Hamas, El Kaida und Hizbollah über ihre Zweigstellen und Konten geschleust.
John Moscow, der frühere Assistent von Robert Morgenthau, sagte gegenüber dem Kongreßausschuß für internationale Beziehungen, Abteilung Aufsicht und Kontrolle, Ende März aus, daß es weltweit Hundertausende von zwielichtigen Banken gäbe, die, so Moscow wörtlich,”Kontoeinzahlungen von Leuten annehmen, welche sie nie getroffen haben sowie von Witzfirmen, ohne Substanz außer der Kontonummer, Gelder akzeptieren und sie in das weltweite Finanzsystem schleusen.
Das meiste Geld dabei sind Dollars, und das Meiste fließt über New York”, so Moscow gegenüber der New York Post.

Diese ungeheuerlichen “Lücken” im US-Finanzsystem sind nicht neu. Bereits am 21.Juli 2004 hatte Staatsanwalt Robert Morgenthau vor dem Senatsausschuß für Finanzen wörtlich ausgesagt:
“Zum Beispiel hatten wir im Dezember 2003, allein auf den Kamaren-Inseln, ein Guthaben von einer Billion Dollar…
Diese Summe ist das Doppelte von dem, was gerade auf New Yorker Banken liegt und mehr als das Doppelte des (offiziellen) jährlichen Etats des Verteidigungsministeriums (Pentagon).
Die Kamaren prahlen damit, daß 2003 Ende des Jahre 349 Banken bei ihnen lizensiert waren, davon 43 der 50 größten Banken der Welt.
Es überrascht nicht, daß ein Großteil des Geldes in Tochtergesellschaften und Firmenzweige in den USA angelegt sind.
Obwohl da manche Summen in den Kamaren und anderen Steueroasen für legitime Zwecke liegen, gibt es keinen Zweifel, daß das meiste Geld dort liegt, um sich jeder Steuer und jeder Kontrolle durch staatliche Stellen zu entziehen”, so Staatsanwalt Morgenthau vor dem US-Senat. Und weiter:
“Es ist kein Zufall, daß die Kamaren in vielen der großen Finanzskandale aufgetaucht sind.
Die Enron Corporation, z.B., nutzte 441 Konten der Kamaren um 2.9 Milliarden Dollar an Verlusten zu kaschieren.
Parmalat Finanziaria nutzte Tochtergesellschaften auf den Kamaren, um 4.9 Milliarden Dollar an Guthaben vorzutäuschen, welches es nicht hatte.
Die Kamaren waren ebenfalls der Firmensitz von Long Term Capital, dem gigantischen Hedge Fond, der 1998 kollabierte”.

Morgenthau…war der Bank of America und der Israel Discount Bank of New York durch Spuren auf die Schliche gekommen, die von der Leadenhall Bank & Trust auf den Bahamas über die Beacon Hill Service Corporation führten, welche, ohne Lizenz und mit nur einem Dutzend Angestellten aus dem 7.Stock eines Manhattaner Büros, innerhalb von 6 Jahren 6.5 Milliarden Dollar aus dem Drogengebiet Südamerikas über 40 Konten einer der größten Banken New Yorks schleuste.
Welches diese Bank war, benannte Morgenthau damals im Juni 2004 vor dem Senat nicht.
Auch konnten die Auftraggeber und die genauen Empfänger der Zahlungen nicht ermittelt werden, da es keine Unterlagen gab.

Die Bank of America jedenfalls steht, so US-Medienberichte, kurz vor einem Vergleich mit dem um Diskretion bemühten US-Justizministerium. Die Rede ist von 25 Millionen Dollar.
Ein kleiner Preis dafür, was die Empfänger mit 3 Milliarden Dollar anrichten können.”

Nun, am Ende wurden es dann September 2006 nur 7.5 Millionen Dollar “Strafe”. Staatsanwalt Morgenthau konstatierte noch einmal, dass allein zwischen 1997 und 2006, und nur aus brasilianischen Geldern der Organisierten Kriminalität, knapp 19 Milliarden Dollar (damals 15 Milliarden Euro) durch die Hände der Banker in Manhattan ging, ohne das bis heute bekannt wurde, von wem diese Gelder kamen, wohin diese Gelder überhaupt flossen und wer sie letztlich am anderen Ende der Leitung in Empfang nahm.

Allein drei Milliarden Dollar aus brasilianischen Konsortien verschob die Bank of America (BofA) über “Freihandelszonen”, also rechtsfreie Räume (klingelt´s da bei Ihnen?) und moderne Finanzpiraten-Inseln vor der britischen Monarchie in den Nahen und Mittleren Osten.

Die Bank of America, sie schwieg natürlich, genau wie alle anderen Banken auch. In Deutschland wurde dieser ungeheuere Skandal einfach totgeschwiegen, geschweige denn, dass dies irgendeine “Sicherheitsbehörde” interessiert hätte.

Dabei liegen die Vergleiche zur mittlerweile vergessenen “Iran-Contra-Affäre” auf der Hand. Damals hatten Anfang der 80er die CIA, das US-Militär und hochrangige Beamte der US-Regierung (angeblich ohne Wissen des Präsidenten Ronald Reagan und ohne Wissen des ehemaligen CIA-Chefs und Vizepräsidenten George Bush senior) zugelassen, dass rechtsgerichtete Milizen in Nicaragua tonnenweise Kokain in die USA eingeschmuggelt, diese auf den Strassen an die US-Bürger verkauften, um dann bei der US-Regierung Waffen für den eigenen Guerillakrieg zu kaufen.

Aber nicht nur das: ausserdem lieferte die US-Regierung u.a. über Israel Waffen an den Iran und den Irak, damit sich diese beiden Länder weiter einen blutigen Golfkrieg lieferten. Mit dem Schattengeld aus diesen illegalen Waffenverkäufen kaufte die Bundesregierung der USA dann wiederum am (ebenfalls angeblich unwissenden) Parlament vorbei Waffen für die “Contra”-Söldner in Nicaragua.

Als die Affäre rauskam, gab es natürlich keinerlei Konsequenzen. Bisschen schwätzen, dudu, weiter machen.

Wer aber sitzt seit Dezember 2005 im Direktorium der Bank of America?
Niemand anderes als der ehemalige Kommandeur der US-Militärs beim Einmarsch in Afghanistan 2001, Oberbefehlshaber bei der Invasion im Irak 2003 und Chef des US-Zentralkommandos über den gesamten mittleren Osten:
General Tommy Franks.

Von Franks, einem engen Mitarbeiter und Verbündeten Donald Rumsfelds, sind mehrere denkwürdige Zitate überliefert. Eines lautet:

“Niemand war überraschter als ich, als wir im Irak keine Massenvernichtungswaffen fanden”.

Ein anderer Ausspruch des neuen Mitbesitzers von Merrill Lynch ist ganz allgemein gehalten und wirklich herzallerliebst. Am 21.November verlautbarte General Tommy Franks, dass, falls es in den USA einen “terroristischen Angriff” mit chemischen, biologischen oder atomaren Massenvernichtungswaffen (also z.B. Atombomben kommt,

“…die westliche Welt, die freie Welt, dass verliert was ihr am meisten bedeutet, und das ist Freiheit und Ungezwungenheit, die wir für einige hundert Jahre in diesem grossen Experiment gesehen haben, was wir Demokratie nennen”

Nun aber wird es ein Ende des grossen Experimentes “Kapitalismus”, welches uns seit einigen Hunderten von Jahren all das geraubt hat, was uns am meisten bedeutet: die Freiheit und Ungezwungenheit, aber nicht nur für Reiche, nicht nur für Ausbeuter, nicht nur Militärs, Handelskammern, Lügner und Plutokraten, sondern eben für jedes menschliche Wesen auf dem Planeten Erde.

So ändern sich die Zeiten.

(…)

update:

Nach Informationen des “Handelsblattes” rollt auf den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB) der bislang größte Schadensfall der deutschen Wirtschaftsgeschichte zu. Die deutsche Tochter von Lehman Brothers ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken mit einer Deckungssumme in Höhe von 6 Milliarden Euro angeschlossen. Dieses Geld ist offenbar verloren.

Insgesamt sollen die Schulden des deutschen Ablegers von Lehman Brothers ganze 14. 3 Mrd Euro betragen.

(…)

die alten Artikel der Reihe ERDBEBEN IN BABEL:

26.06.2006
Erdbeben in Babel III
Der Kapitalismus, SWIFT, die Handelskammer des Schreckens, der Terrorkrieg , das transatlantische Heimatland oder was machen eigentlich 10,5 Billiarden Dollar?

23.05.2005
Erdbeben in Babel Kapitel II
Das Kapital, die Al Qeada oder was machen eigentlich eine Billion Dollar auf den Kamaren?

09.05.2006
Erdbeben in Babel
dreiteilige Artikelserie zum Zusammenbruch des US-Imperiums

(PSssst:…kennen Sie den noch?)

[Link] [Cache]
Tammox: Ufz…..
09/17/2008 05:28 PM
„Ufz" ist in diesem Fall kein Seufzer - auch wenn mir danach wäre (gerade wieder die Nachrichten über den US-Wahlkampf in meiner Birne upgedatet); nein das UFZ ist eine Forschungseinrichtung, die sich mit der Umwelt befasst.
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ wurde 1991 unter dem Namen UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH gegründet und beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle/S. und Magdeburg knapp 900 Mitarbeiter. Es erforscht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in genutzten und gestörten Landschaften, insbesondere dicht besiedelten städtischen und industriellen Ballungsräumen sowie naturnahen Landschaften.
Die ufzler Ossis finden interessante Zusammenhänge heraus.
So kennt doch jeder den sprichwörtlichen Fleiß der Bienen - aber Dank UFZ kann die harte Arbeit der sechsbeinigen Piekser nun auch ökonomisch klassifiziert werden.
Das Bestäuben von Agrarpflanzen ist richtig viel wert:
Der gesamte ökonomische Wert der Bestäubung für 2005 wird demnach weltweit auf 153 Milliarden geschätzt. Das entspricht 9,5 Prozent des Wertes der jährlichen Weltagrarproduktion an Lebensmitteln.
Fielen die insektuellen Agrararbeiter aus, könnte das weltweit einen finanziellen Schaden von 310 MILLIARDEN Euro anrichten.

Mit der (menschlichen) Hand Tomatenblüten zu bestäuben, ginge zwar auch - aber der Mehraufwand wäre natürlich gewaltig - man denke nur daran wie kläglich alle staatlichen Versuche gescheitert sind Arbeitslose zum Spargelstechen zu schicken.
Oha - und dabei sterben die Bienenvölker jetzt schon weltweit weg.
Keine rosigen Aussichten mal wieder.[Link] [Cache]
Principiis Obsta: 6000 minus x
09/17/2008 05:09 PM

Folgen der Finanzkrise
Von Winfried Wolf


Nach der Lehman-Pleite meldete sich der Maestro erneut zu Wort: »Was wir hier erleben, ist ein Jahrhundertereignis ... Das übertrifft zweifelsfrei alles, was ich gesehen habe.« Nun hat der am 6. März 1926 geborene Alan Greenspan die Weltwirtschaftskrise, die Ende 1929 begann und die 1932 in eine Stagnationsphase überging, bewußt höchstens am Rande erlebt. Dieses veritable Jahrhundertereignis übertraf in den knapp 40 Monaten, in denen die Krise wütete, doch deutlich das, was wir bisher in der »erst« 14 Monate währenden Finanz- und Wirtschaftskrise erlebt haben. In absoluten Zahlen hat sich am Montag allerdings ein erster Rekord eingestellt: Der Zusammenbruch von Lehman Brothers stellt mit ausstehenden Forderungen von 600 Milliarden US-Dollar den größten Konkurs aller kapitalistischen Zeiten dar. Und die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac mit einem potentiellen Schuldenvolumen von 5000 Milliarden US-Dollar, die gut eine Woche zuvor erfolgte, ist auf alle Fälle Weltrekord.

Die entscheidende Frage ist und bleibt, wie stark sich die Erschütterungen im Finanzsektor auf die reale Wirtschaft auswirken – ob es nur eine neue weltweite Rezession oder doch eine Weltwirtschaftskrise gibt. Die von der Bundesregierung in der gestrigen Haushaltsdebatte erneut vertretene These, es werde in Deutschland (oder gar in der EU) keine – oder keine ernsthafte – Rezession geben, ist unverantwortlich (weil damit eine Politik zur Abmilderung der Krisenfolgen verhindert wird) und unhaltbar (weil dies bereits jetzt der realen Entwicklung der industriellen Produktion, die seit März rückläufig ist, widerspricht). Vor allem aber gilt: Mit solchen vergifteten Beruhigungspillen wird Umverteilungspolitik von unten nach oben gemacht: Die kleinen Leute sollen bei der Stange gehalten und als letzte Stütze für Finanzinstitute genutzt werden, während die großen Tiere die Party durch die Hintertür verlassen: Die Welt am Sonntag titelte gerade »Gute Chancen auf eine Jahrhundertrallye«. Die einleitenden Sätze lauteten: »Anleger dürfen an der Börse auf eine Jahresendrallye hoffen. Gemäß einer Umfrage der Welt am Sonntag unter führenden Fondsgesellschaften, Banken und Vermögensverwaltern hat der Deutsche Aktienindex (Dax) bis Ende Dezember beachtliches Potential für Kursgewinne. Im Durchschnitt erwarten die befragten 26 Marktteilnehmer den Dax zum Jahresende bei 6684 Punkten. Das wäre, gemessen am aktuellen Stand von 6200 Punkten ein Plus von sieben Prozent.« Damit stellten »Aktien derzeit die bei weitem lukrativste Anlageklasse dar.« Einer der befragten »Marktteilnehmer« war die Investmentbank Lehman Brothers; dieser sah (nochmals: vor wenigen Tagen!) den Dax bis zum Jahresende gar bei 7300 Punkten.

Nun ist Lehman seit Montag kein Marktteilnehmer mehr. Und der Dax bewegt sich in beeindruckendem Gleitflug dorthin, wo ihn niemand der professionellen Berater sah: in Richtung 6000 minus x.

Quelle: junge Welt[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Knastgeschäfte
09/17/2008 05:02 PM
Und da sag nochmal einer, Leute die im Knast sitzen sind völlig nutzlos und kosten den Staat nur Geld.[Link] [Cache]
Dominik Hennig: Souverän ist, wer über gouvernementale Zwangsneurosen den Ausnahmezustand bestimmt
09/17/2008 05:00 PM
Als eine der interessantesten freiheitlichen Publikationen im deutschsprachigen Raum haben sich die Schweizer Monatshefte unter Kennern längst einen ausgezeichneten Ruf erworben. In der August-Ausgabe fiel mir besonders eine Kolumne des grünen Zürcher Migrations-Politikers Balthasar Glättli auf, der in seiner Kolumne über „Politische Zwangs-Neurosen" zu bemerkenswert tiefsinnigen Einsichten zum sich rasant ausbreitenden und sich spürbar verschärfenden, allgegenwärtigen Zwang in spätetatistischen Gesellschaften gelangt.


„Die Politik macht links wie rechts in ihrem blinden Vertrauen auf Verbote und Zwangsmassnahmen freilich nicht bei den Ausländerinnen und Ausländern halt. Die räumliche und zeitliche Einzonung des öffentlichen Raums gegen unerwünschtes Verhalten greift um sich. Auf Rayonverbote für Ausländer folgten solche für Punks, Drogenabhängige und Bettler. Dann jene für sogenannte Hooligans. Und unterdessen sind als nächste Randgruppe die Jugendlichen dran. Jedes Versagen der entsprechenden Zwangsdispositive ist gemäss einem wachsenden Konsens kein Versagen des Zwangs, sondern gerade umgekehrt das klare Zeichen dafür, dass die Zwangsmassnahmen ausgedehnt werden müssen. [...]


‚Der Ausnahmezustand ist normal geworden. Das Leben ist eine Zone', schrieb der Journalist Michael Lütscher. Der Wunsch nach einem umfassenden gesellschaftlichen Ordnungsdispositiv ist wohl das aktuell am weitesten verbreitete kollektive Phantasma von Politikern linker wie rechter Couleur. War im Nachgang zu 9/11 noch vorab von der ‚Freiheit' die Rede, die mit immer neuen Sicherheitsmassnahmen zu ihrem Schutze eingeschränkt werden müsse, so ist heute beunruhigenderweise der offene Zwang als Mittel zur Schaffung der gesellschaftlichen Ordnung im öffentlichen Raum wieder salonfähig geworden – gegen Rauchende wie Trinkende, gegen Langhaarige wie Glatzen."


Wer hätte gedacht? Ein Grüner, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und damit seinen neoliberalen Wettbewerbern im Ideenmarkt, die kulturkonservativ-staatstolerant den Leviathan in der Maske des wohlfahrtsspendenden Weihnachtsmannes erbittert bekämpfen, ihn aber ungeschoren davonkommen lassen, wenn nicht sogar ihm willfährig Gefolgschaft leisten, wenn er ihnen im Kostüm des Schwarzen Sheriffs oder olivgrünen Feldherrn gegenübertritt, in puncto Erkenntnisfähigkeit um Lichtjahre voraus ist?[Link] [Cache]
"Die Dreckschleuder": 17 Staaten verabschieden das "Söldner-Dokument"
09/17/2008 04:45 PM

Bislang haben private Sicherheitsdienstleister der US-Armee viel Arbeit im Irak abgenommen - und konnten sich in einer juristischen Grauzone sicher fühlen.
Jetzt werden die illegalen Aktivitäten dieser Privatarmeen durch das Montreux-Dokument geregelt.
17 Staaten und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) haben heute das Montreux-Dokument verabschiedet, das Regeln und «Good Practices» für private Militär- und Sicherheitsunternehmen enthält, die in bewaffneten Konflikten tätig sind. Die Initiative für dieses Dokument war 2006 von der Schweiz und dem IKRK lanciert worden.
Das Dokument wurde von einer Gruppe von Staaten [A] verfasst, die sich besonders für das Thema der privaten Militär- und Sicherheitsunternehmen oder des humanitären Völkerrechts interessieren. Die Arbeiten fanden in enger Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft und Branchenvertretern statt.
Das Montreux-Dokument soll die Einhaltung des humanitären Völkerrechts (Genfer Konventionen und Zusatzprotokolle) sowie der Menschenrechtsübereinkommen durch Staaten und private Militär- und Sicherheitsunternehmen fördern.

Das Dokument umfasst zwei Teile. Der erste Teil gibt einen Überblick über die einschlägigen völkerrechtlichen Verpflichtungen, der zweite Teil umfasst über 70 «Good Practices», d.h. Empfehlungen, die Staaten dabei helfen sollen, ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Das nicht rechtsverbindliche, aber trotzdem wichtige Dokument klärt das anwendbare Recht und trägt damit dazu bei, die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte zu fördern.
Gemäss dem geltenden Völkerrecht können sich Staaten ihrer Verpflichtungen nicht entziehen, indem sie private Militär- und Sicherheitsfirmen einsetzen. Sie müssen geeignete Massnahmen treffen, um Verstösse privater Militär- und Sicherheitsunternehmen gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zu verhindern, und die notwendigen Instrumente zur Ahndung von Rechtsverletzungen bereitstellen. Sie sind damit direkt verantwortlich für das Verhalten solcher Unternehmen, wenn diese im Auftrag der Regierung tätig sind.

Das Dokument empfiehlt unter anderem den Erlass geeigneter Bestimmungen und die Einführung eines Lizenzverfahrens, um die Kontrolle und die Verantwortlichkeit der privaten Militär- und Sicherheitsunternehmen zu erhöhen. Es ist wichtig, dass Angestellte überprüft und im Bereich des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte ausgebildet werden, dass rechtskonforme Einsatzverfahren und -regeln entwickelt werden und dass interne Verfahren vorgesehen werden, um Rechtsverletzungen des Personals zu ahnden.
Die Schweiz wird das Montreux-Dokument in Zusammenarbeit mit dem IKRK möglichst breit bekannt machen. Die Schweiz lädt alle Staaten und internationalen Organisationen sowie die Branche selbst auf, das Dokument als Referenztext zu verwenden und die darin vorgeschlagenen Massnahmen umzusetzen.

[A] Afghanistan, Angola, Australien, China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Irak, Kanada, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Sierra Leone, Südafrika, die Ukraine und die USA.

[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Intimskandal im Sperrbezirk….doch nicht von Rosi
09/17/2008 04:43 PM

Der Sperrbezirk liegt in Bonn …. bei der Bundesversicherungsanstalt.

Das klingt zunächst nicht aufregend … aber wer etwas Phantasie hat kann sich vorstellen, wie spannend es sein kann, wenn Ihre Kreditbank die Zinskonditionen auf den Gesundheitszustand abstimmen kann. Oder wenn Ihre Krankenversicherung die Leistungen auf Ihre Lebenserwartung abstellt, (warum behandeln, wenn der doch eh stirbt)

http://www.patientinformiertsich.de/

oder wenn ihre Kinder und Enkel genetisch „krankes Blut” haben und dieses „Risiko” nicht versicherbar ist.

Wovon ich rede, fragen Sie?

Ich rede davon, dass die Intimdaten von 70 Mio. Menschen inzwischen bei der Bundesversicherungsanstalt gespeichert werden.

http://www.welt.de/welt_print/article2438423/Die-Umverteiler.html

Warum?

Damit der der Gesundheitsfonds bruchlos nach der nächsten Wahl in die

” Bürgerversicherung”, „Kopfpauschale” etc. verwandelt werden kann…und weiter geht es in der Verteilungsgeschichte ……. ist doch egal, unter welchem Namen man Sie enteignet! ( Von Leib, Leben und Menschlichkeit)

Wieso?

Weil die rot-grüne Bundesregierung 1995 „e-government” = elektronisches Regieren beschlossen hat, natürlich einer EU Leitlinie folgend.

Weil die rot-schwarze Bundesregierung das Konzept fleißig weiter umsetzt und verfeinert, sozuschreiben globalisiert. Es ist der zentralistische EU-Plan, der mit urdeutschem vorauseilendem Gehorsam übereifrig umgesetzt wird. Koste es was es wolle.

Hunde, wollt ihr ewig leben??

Warum e_….. ?

Weil es schicht einfach, „effizient und wirtschaftlich” ist, elektronische Daten zu verwalten, zu filtern und zur Lenkung der Massen zu benutzen und die Massen ihre Hinrichtung auch noch selbst bezahlen zu lassen. EU und weltweit.

Weil man e_…. die Schicksale der Menschen nicht mehr life sondern nur virtuell ertragen muß.

Weil man Distanz und Entmenschlichung für die bevorstehenden Ungeheuerlichkeiten braucht! E-health! Elektronische Gesundheit! E-card! Elektronische Gesundheitskarte!

Träumen Sie noch vom Traumschiff Enter preis und Doc. Pille, der Sie scannt und repariert?

Dann träumen Sie weiter, sehen Sie sich die nächste Talk-Show an, bewundern Sie Prof. Brinkmann und weinen Rührungstränen angesichts eines kleinen Bären namens….? Mist! Fällt mir doch der Name nicht ein.

„Brave New World” und „1984″ kommen gleichzeitig.

Wer hätte das gedacht?

Was heißt das?

Stringente Überwachung, Kameras überall…auf Autobahnen, an Bahnhöfen, auf Hoteldächern, bei Google earth…….und elektronische Vernetzung….über die elektronische Steuernummer, die elektronische Gesundheitskarte, die RFID Chips im Pass, die Flug- und Schiffverkehrsüberwachung, die Datenspeicherung der Telefonkommunikation…..

Ab 2009 wird gesundheitsdatenabhängig das Geld aus einem bürokratisch zentralistischen Monster namens „Fond” gezahlt wird.

An wen?

An die Krankenkassen.

Wozu?

Damit es verteilt wird.

An wen?

An die Verwaltung (7 Mrd)

An die IT-Branche (4 -18 Mrd.)

An die Werbefirmen (7 Mrd)

An die Qualitätszertifizierer und Gütesiegelverteiler ??? Mrd.

An die Callcenter Marke Kaiser Permanente ???? Mrd.

An die ALG II qualifizierten Pflegedienstleister ( 1€ job oder 2, oder, 3….)

An Schwester Agnes ( 1€ job oder 2, oder, 3….)

An die Mehrwertsteuerkasse (1,2 Mrd.)

An die börsennotierten weltweit agierenden Konzerne wie Rhön, Sana, Aesklepios, Fresenius und deren angegliederte medizinische Versorgungszentren. xxxxxMrd.

Warum das alles?

Weil Sie ein Renditeobjekt sind, weil Menschen Ware sind, weil Gesundheit ein Handelsgut ist……

Weil Gier die Welt regiert.

Wie Sie den Politikern völlig egal sind.

Weil sich die BRD in eine GmbH verwandelt hat.

Weil in dieser BRD-GmbH Grund - und Menschenrechte verkauft werden.

Weil Sie auf die Propaganda hereinfallen.

Weil Sie lieber Olympia und EU Weltmeisterschaft feiern.

Weil Sie nicht aufstehen und sich wehren!

Weil Sie glauben, Sie könnten doch nichts ändern.

Wie? Das glauben Sie doch nicht?

Stimmt.

Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Nächste Gelegenheit:

Berlin am Freitag, 19.09.2008

um 12.00 Uhr vor dem Roten Rathaus

Bürger! Patienten und Ärzte gemeinsam gegen diese Gesundheitspolitik.

[Link] [Cache]
ISLA: Das Daimon-Konzept
09/17/2008 02:44 PM
Polytheistic myth as psychology. Das Konzept des Daimons beispielsweise, eines wesensimmanenten Kerns, der an den Widerständen des Leben wächst. Dieses Konzept steht im Gegensatz zu den populärwissenschaftlichen Theorien der Traumaforschung, die mir bekannt sind. Ich halte manche (psychologische) Theorie für einen schlichten Mangel an Bildung und befürworte das Fach Mythologie und Philosophie - nicht nur - als unbedingte Ausbildungsvoraussetzung für Psychotherapeuten. Und Esoteriker.[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Hunger auf was Neues
09/17/2008 02:01 PM
Da läuft mir ja das Wasser im Mund zusammen...jetzt muss ich nur noch 2.500 Euro auftreiben.[Link] [Cache]
Das Leben usw.: Gewinnoptimierung bei der Bahn
09/17/2008 02:00 PM

Das Thema ist zwar nicht mehr so stark in den Medien vertreten, verdrängt von der Lehman-Pleite, AIG-Turbulenzen usw. Aber es ist ja nicht vom Tisch und beleuchtet so einiges von unserer Betrachtungsweise der Marktwirtschaft.

Die Bahn will - wieder einmal - ihre Fahrpreise erhöhen. Begründet wird das hauptsächlich mit gestiegenen Energie- und Personalkosten. So knapp 4 Prozent im Durchschnitt werden Reisende wohl mehr zahlen müssen.
Es hagelte Kritik von allen Seiten. Doch wie berechtigt ist diese eigentlich?

Die Energiepreise sind in den letzten Monaten gewaltig gestiegen! Dabei darf nicht vergessen werden, dass es keine parallelen Anpassungen der Fahrpreise gab. Das bedeutet zunächst einmal, dass jedes neue Ticket, Tag für Tag, weniger rentabel für die Bahn ist. Also geht sie gewissermaßen - okay, gemessen nur am möglichen optimalen Gewinn - bis zur Preiserhöhung in Vorleistung. Sie bleibt also höchstwahrscheinlich (ich kenne natürlich die genauen Zahlen nicht) hinter dem optimalen Gewinn etwas zurück, ein Rückstand, den es in einem gut geführten Unternehmen aufzuholen gilt. Deshalb ist eine Erhöhung der Preise knapp über der aktuellen Inflation wahrscheinlich durchaus gerechtfertigt.

Denn Wirtschaftsunternehmen sind nun mal dazu da Gewinn zu machen. Das ist ihr primärer Daseinszweck. Die angebotene Leistung ist da nur Mittel zum Zweck. Vom wirtschaftlichen Standpunkt, und nur dieser kann zählen, wenn das Unternehmen privatisiert werden soll, gilt genau diese Reihenfolge. Und da es in der Marktwirtschaft Konkurrenz gibt, bedeutet das, schneller zu wachsen als diese - und wenn man, aus welchen Gründen auch immer, im Wettbewerb vorne liegt, muss man trachten, den Vorsprung noch zu vergrößern. Die Konkurrenz schläft nicht und könnte einen irgendwann einholen, überholen.

Die Folge davon ist der Zwang zur Gewinnoptimierung. Und hier passt nahtlos das folgende Zitat des Stern-Kommentators:

Der Logik des Kapitalismus entspricht es aber nicht, sich in guten Zeiten zurückzulehnen, Arbeitsplätze anzubieten, auf die man auch verzichten könnte und Preise niedrig zu halten, obwohl die Kosten steigen und die Nachfrage nach dem Produkt da ist. Der Logik des Kapitalismus entspricht es vielmehr, gerade wenn es gut läuft, nach Möglichkeiten zur weiteren Gewinnsteigerung zu suchen, vor allem, wenn man wie im Fall Deutsche Bahn demnächst an die Börse will.

So mancher mag nämlich denken: Moment, die Bahn hat doch zumindest in Bezug auf das Streckennetz, aber auch im Fernverkehr keine wirkliche Konkurrenz und könnte deshalb doch soziale Aspekte berücksichtigen, zumal bei guter Gewinnlage.

Aber die Konkurrenz bezieht sich heutzutage leider nicht nur auf das zu produzierende Produkt, die zu erbringende Leistung. Diese Faktoren sind, wie oben schon gesagt, nur Mittel zum Zweck. Die eigentlich Leistung ist im Börsenzeitalter die vom Unternehmen für die Investoren abgeworfene Redite auf das eingesetzte Kapital, der Shareholder-Value.

Deshalb hat die Bahn natürlich eine ganze Menge Konkurrenten, wenn sie an die Börse soll. Es sind die Konkurrenten auf dem Kapitalmarkt und zu ihnen zählt eigentlich jedes an der Börse notierte Unternehmen. So betrachtet wird vielleicht der Quantensprung deutlich, den der geplante Börsengang für die Bahn bedeutet. Es geht nicht mehr hauptsächlich um den Personen- und Gütertransport, sondern um Gewinnoptimierung, Kostensenkung um fast jeden Preis, Marketing, Marktsegmentierung usw. Und hier tut die Bahn mit ihrer Preiserhöhung genau das, was wirtschaftlich gesehen von ihr erwartet wird, was geradezu ihre Pflicht ist. Die Bahn ist kein Sozialamt, ebensowenig, wie es Mineralölunternehmen sind! Jeder, der in ein Unternehmen investiert, tut das primär, um einen Gewinn zu erwirtschaften, nicht um die Geldbörse anderer zu schonen. Wenn der Gewinn nicht stimmt, warum sollte man dann investieren? Etwas anderes zu erwarten wäre naiv.

(Oops, Beim Marketing, da könnte man natürlich noch dazulernen. Denn die ursprünglich geplante und nun anscheinend auch auf politischen Druck hin zurück genomme Beratungsgebür ist natürlich ein Marketing-Desaster. Das ist ungefähr so, als müsste ich im Supermarkt noch einmal extra dafür bezahlen, dass ich bezahlen darf. Solche Kosten werden eigentlich geschickterweise in einer Mischkalkulation und damit den endgültigen Preisen versteckt. Beim Supermarkt oder ander Tankstelle bezahle ich meine Anteil am Lohn der Kassiererin oder des Kassierers, wie auch die Kosten für Rabatte und Kaufprämien schließlich auch mit meinem Joghurt oder der Wurst oder dem Benzin, je nachdem. Vielleicht wollte man bei der Bahn die Kundschaft mehr zu den Automaten hin lenken (wiederum im Sinne einer Senkung der Personalkosten und damit einer Gewinnoptimierung), doch von der öffentlichen Wirkung her, war das katastrophal - wirklich ungeschickt. Man wird die Lektion aber wahrscheinlich jetzt gelernt haben.)

Mein Fazit: Wenn die Bahn an die Börse soll, muss sie sich marktwirtschaftlichen Prinzipien unterwerfen, nicht sozialpolitischen. Wie dieses Wort schon sagt, ist die Politik für das Soziale an der Sozialen Marktwirtschaft zuständig und daher ist diese zu kritisieren, wenn das Gebaren des Unternehmes Bahn auf Gewinnoptimierung und nicht auf Sozialleistung hin ausgerichtet ist. Denn diese Ausrichtung ist mit einer politischen Entscheidung für eine Privatisierung und dem Börsengang des Unternehmens Bahn gewollt oder zumindest bewusst in Kauf genommen worden.

Was jetzt von der Kritik so einiger Politker in diesem Zusammenhang oder gar ihnen selbst zu halten ist, mag jeder selbst beurteilen.

[Link] [Cache]
Dominik Hennig: Die Rivalität der Bevormunder
09/17/2008 01:57 PM
Das Denken des kolumbianischen Reaktionärs Nicolás Gómez Dávila, mit dem der Herausgeber eines ehemals libertären Periodikums seinen spirituellen Haushalt bestreitet, ist alles andere als ein Wegweiser in die Befreiung des Menschen aus Unmündigkeit und Zwang. Jo@chim vom A'Team resümiert über den "anti-aufklärerischen Taschenspielertrick":

"Dávila und andere antietatistische Reaktionäre unterscheiden sich von staatsgläubigen Konservativen (oder auch autoritären Sozialisten) also vor allem darin, dass sie nicht dem Staat die Hütekompetenz zubilligen, sondern diese lieber dezentralisiert auf "natürliche", althergebrachte Autoritäten zurückverlagern möchten. Die offene oder versteckte Geringschätzung des Individuums haben sie aber alle gemein."
[Link] [Cache]
ISLA: Achtung:
09/17/2008 01:30 PM
WERBUNG!!![Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Mundtot machen
09/17/2008 01:29 PM
Au weia, eine bessere Bestätigung des Wahrheitsgehaltes einer heimlich weiter gereichten Mitteilung des Bayrischen Innenministeriums kann es wohl nicht geben:

Bayerische Polizeibeamte haben die Privaträume des Sprechers der "Piratenpartei Deutschland", Ralph Hunderlach, durchsucht. Sie fahndeten nach einem Informanten aus dem bayerischen Justizministerium, der den Datenschützern und Computerexperten Informationen über einen vermutlich illegal eingesetzten staatlichen Trojaner zum Abhören von Skype-Telefonaten zugespielt hatte.

Sieht nach einer typischen Einschüchterungsaktion unliebsamer Kritiker aus. Geil ist vor allem, dass die ganze Aktion mit dem Skype Trojaner illegal war. Jetzt will das Justizministerium also wissen wer sie da verpetzt hat. Die sollten sich lieber mal Gedanken darüber machen wie sie ihre eigene Behörde dazu bringen können sich an geltende Gesetze zu halten.

Am 11. September 2008 gegen 5:45 Uhr seien mehrere Polizisten an der Privatwohnung des Parteisprechers erschienen und hätten gedroht, alle Zimmer auszuräumen, wenn er seine Quellen nicht nenne.

Um 5:45 Uhr Morgens... na wenn das keine Schikane ist dann weiß ich auch nicht. Die Art wie hier Erpressung genutzt wird um an Informationen zu kommen ist beim Bayrischen Innenministerium ja kaum noch erwähnenswert.[Link] [Cache]
"Die Dreckschleuder": Abzocker-Seite…Anmeldung nicht möglich…
09/17/2008 01:06 PM

Katja Guenter bald ohne Job..???

Die Abzocker-Seite genlogie -ein Ableger von genealogie- nimmt zur Zeit keine Neuanmeldungen mehr entgegen. Offensichtlich hat der Druck der Öffentlichkeit auf die Strafverfolgungsbehörden mit dazu beigetragen das diese Seite vorerst “dicht” ist. Wer gestern Akte08 gesehen hat weiß, das bei den Staatsanwaltschaften bereits mehr als 8000 Anzeigen wegen Betruges gegen diesen Verein (Online-Content Ltd. bzw. ip69 internet solutions AG oder Internet Service AG, Yvonne Muther, Blegistrasse 1 in 6343 Rotkreuz CH) gestellt wurden.

Die Seite genlogie wurde offensichtlich als Antwort auf die tausendfachen Beschwerden der Bürger “gegründet” und…um den Strafverfolgungsbehörden zu entgehen…denn die ermitteln vorerst gegen die Betreiber von genealogie… (siehe Bild) die im übrigen nicht auffindbar zu sein scheinen, eine Ahnenforschung Ltd. Feldstrasse 3 in 60347 Griesheim gibt es zwar immer noch als Briefkasten, eine Martina Gazikova als Geschäftsführerin findet man dort aber immer noch nicht.

Wie dem auch sei, der Druck der Öffentlichkeit zeigt Wirkung, man kneift den Schwanz ein und wir können nur hoffen, das diesen Abzockern das Handwerk gelegt wird. das ist zwar ein frommer Wunsch -schliessliche betreiben diese Leute noch andere Abzock-Seiten- aber ein Anfang ist gemacht, die Behörden sind wachgerüttelt. Und als kleiner Tip: wer immer noch Mahnungen von diesen Leuten bekommt…sollte sich: Zitat Akte 08…totstellen” und auf gar keinen Fall auf diese Mahnungen antworten.

[Link] [Cache]
Heute im Bundestag: "Lachen, bissie Lelis-la-durbeliode vobei is"
09/17/2008 01:01 PM
rhbl

Nüchtern betrachtet war Struckis Rede der, wenn auch stark alkoholgeschwängerte, Höhepunkt der Haushaltsgeneraldebatte. Wer es schafft, das Wort Legislaturperiode mit geschätzten 3 Promille noch so vom Blatt zu buchstabieren, dass es einigermaßen wie Lelis-la-durbeliode klingt, der hält auch die SPD-Fraktion noch ein paar Tage zusammen.

Ansonsten war das eine gespenstische Veranstaltung. In New York krachen die Banken zusammen und das dumpfe Aufklatschen der Selbstmörder auf die Wallstreet dringt nur deswegen nicht bis Berlin, weil die Amis nach dem Schwarzen Freitag von 1929 keine Bankhochhäuser mehr haben, in denen man die Fenster noch öffnen kann. Unsere naive Bundeskanzlerin verkündet derweil ungerührt im blauen Rund zur blauen Stunde ihr Ziel, bis 2011 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Was ihr längst jenseits von Gut und Böse angekommener Finanzminister auch noch abnickt und sich dabei fast den pinkfarbenen Marker in das rechte Nasenloch rammt.

Hätte der arme Müntefering nicht in der Föderalismusreform I den Fehler gemacht, unser Bildungswesen vollends den Ländern zur dezentralen „Abwicklung" zu überantworten, könnte man dem Memmenspektakel nach seiner Bildungsreise ja noch glauben, dass „Investitionen in Bildung" ihr zentrales Anliegen sind. Aber was bringt das noch, wenn Leute wie der mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Ministerpräsidenten beauftragte Koch in Hessen von dem Geld lieber Polizisten bezahlen und die Lehrtätigkeit an „Freiwillige Lehrkräfte" aus der Elternschaft übertragen, die nebenbei auch noch die Schulräume anstreichen und die Schultoiletten reparieren müssen.

Wenn Strucki meinte, die Regierung habe „gute Arbeit" geleistet und Deutschland sei dem Ziel der „Vollbeschäftigung" näher gerückt, dann lieferte er nur die Steilvorlage für Gregor Gysi und Lafontaine. Die beiden ziehen schon seit Monaten durchs Land und erklären jedem, dass die tolle Regierung es geschafft hat, in fünf Jahren aus Millionen Vollzeitbeschäftigten Millionen Hungerlöhner zu machen. Das Zahlenwerk der Linken ist grundsolide und unbestechlich. Während die offizielle Arbeitslosenstatistik ein übler Schwindel ist, den Oskar so entlarvt: "Frau Merkel braucht ja nur fünf Millionen Ein-Euro-Jobber einzustellen, schon hat sie "Vollbeschäftigung"."

Schröder und die SPD-Viererbande haben ihrer armen Klientel mit der Agenda 2010 einen schlimmen Bärendienst erwiesen. Deshalb laufen der SPD auch die Leute massenhaft weg.

Die Linke wird es freuen.

Für die anstehende Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Heuschreckenagent Steinbrück kein bisschen vorgesorgt. Warum auch, wenn es eng wird, schmeißt sich die unsolidarische Schickeria in ihren Porsche Cayenne und kajolt im Chelsea-Dienstwagen davon. Dienstwagen der Reichen wie der Cayenne, die neu über 100.000 Euro kosten, sind ja nach fünf Jahren schon fast zur Hälfte abgeschrieben, werden von der Masse der armen kleinen Steuerzahler praktisch mit bis zu 50.000 Euro bezuschusst.

Da wünscht man sich nur noch, dass mit der Weltwirtschaftskrise der Blitz in das Berliner Lumpengesindel fahren möge. Am besten an der Stelle, wo Putin einst die tschetschenischen Terroristen abmurksen wollte, auf dem Scheißhaus.[Link] [Cache]
Ich werde Politiker: Ans Herz gelegt...
09/17/2008 12:48 PM
Kann sich eine Demokratie zu Tode langweilen?
Steinmeier gegen Merkel also.
Ich werde schon müde, wenn ich diese Namen aufschreibe.
Ganzen Artikel bei Spreeblick lesen...[Link] [Cache]
Die PARTEI: Pressebericht im Donaukurier
09/17/2008 12:41 PM

Unter dem Titel “Darf das Kanzler werden?” schrieb der etablierte Journalist Christian Silvester aus Ingolstadt einen recht positiven Artikel übe runseren Parteitag ebd.

Eben noch beim Bieseln, eine Stunde später auf der Landesliste – solche Werdegänge generiert eine Spaßpartei.

Da hat der gute Mann zwar etwas falsch verstanden, denn schließlich sind wir im Gegensatz zu anderen keine Spaßpartei. Die Charakteristiken von Jürgen und Günter stimmen dafür aber en detail:

Jürgen, recht lange Haare, Bart, Intellektuellenbrille, Typ Soziologiestudent im 28. Semester [und] Günter, recht lange Haare, Bart, Intellektuellenbrille, Typ Soziologiestudent im 34. Semester und auch aus Nürnberg.

[Link] [Cache]
ISLA: No title
09/17/2008 12:33 PM



The mouse is one of Satan's soldiers[Link] [Cache]
Stefan-Ziller.de: Keine Diätenerhöhung 2009
09/17/2008 12:21 PM

Auch im nächsten Jahr sollen die Diäten für Berliner Abgeordnete nicht steigen. Dies geht aus der Empfehlung der unabhängigen Diätenkommission hervor, der der Präsident des Rechnungshofs, die Direktorin des statistischen Landesamtes sowie Vertreter der Gewerkschaften und der Arbeitgeber angehören. Damit bleiben diese auf dem Stand von 2002.

Ich unterstütze diese Empfehlung. Eine Erhöhung der Diäten kommt für mich erst wieder in Frage, wenn auch die Regelsätze von Hartz IV auf ein teilhabesicherndes Niveau angehoben sind. Die Wohlfahrtsverbände haben hierfür einen Betrag von 420,- Euro berechnet. Unterstützenswert finde ich diesbezüglich auch Vorschlag von Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB, die Entwicklung der Höhe der Diäten an die Entwicklung der Rentenhöhe zu koppeln.

[Link] [Cache]
ISLA: No title
09/17/2008 12:18 PM
Super![Link] [Cache]
ISLA: Lichtschwerter
09/17/2008 12:05 PM
und Tarnkappen und weitere Links für und gegen die Privatsphäre[Link] [Cache]
ISLA: Das Erbe des George W.
09/17/2008 11:32 AM
Wie die Bush-Administration die USA veränderte.
Ein Feature von Peter Kreysler
WDR 5 / PDF-Dokument[Link] [Cache]
Duckhome: Monsieur Le Bürzel
09/17/2008 11:25 AM

Er gehört definitiv nicht zum morgendlichen Publikum auf diesem Straßenstück. Ich kann ihn zwar noch nicht sehen, aber seine Duftfahne flattert ihm voran. Arcandor Karstadt, oder wie auch immer die jetzt heißen mögen, haben da so eine Duftabteilung. Wer sich bis dahin durchgekämpft hat, muss olfaktorisch tot sein.
Er hat es riechbar bis in die dunkelste Ecke geschafft. Herrenparfum. Marke Fliegentod. Am kalten frühen Morgen gibt es hier auf der Straße noch keine Fliegen, aber sicher rutschen sie in den anliegenden Häusern jetzt tot von den Scheiben.

Ich kann seinen Schritt hören. Trippelig aber sehr bemüht. Dazu höre ich seine Aktentasche. Die Art wie sie am Anzugstoff reibt, sagt mir das er nicht oft zu Fuß geht. Zumindest nicht mit Tasche. Anzüge behandelt man nicht so. Die rächen sich. Sein Schritt kommt näher.

Ich habe unzählige Schritte im Gedächtnis. Es macht sich als Chef ganz gut, seine Leute am Schritt oder besser am Schrittgeräusch zu erkennen. Man kann sich vorbereiten, lange bevor man angequatscht und mit irgendwelchen Belanglosigkeiten überfallen wird. Ich kenne den Schritt nicht, aber die Art von Schritt. Es ist ein quengelnder, unzufriedener Schritt. Er drückt den ganzen Missmut eines kalten, trüben Mittwochmorgens im September aus.

Ein Mensch, der hörbar gehend protestiert. In meiner Firma wäre das für mich ein Alarmsignal. Aber hier registriere ich es nur. Wahrscheinlich braucht die Frau heute das Auto und für ein Taxi reicht es nicht mehr. Die Zeiten werden überall schlechter. Sein Duft oder besser Gestank beginnt mich zu umhüllen. Das wäre in jeder Firma, in der ich etwas zu sagen hätte, sein Todesurteil. Er hätte sich selbst weggeduftet.

Aber früher habe ich selbst noch geraucht. Da roch man viel weniger. Ich gehe bewusst etwas langsamer. Ich habe es nicht eilig. Ich habe gestern bis um halb zwölf geschrieben und heute morgen wieder seit halb drei. Ich bin zufrieden mit mir. Töchterchen ist bereits in der Schule und geht auch vor dem Bergfest, in der zweiten Woche, noch gerne hin. Braucht keinen Förderunterricht, zumindest jetzt nicht. Ich bin bester Laune.

Soll der mißmutig schreitende Stinker mich doch überholen. Sein Getrippel kommt näher. Die Duftwolke lässt leicht nach. Wir haben heute wechselnde Winde. Ich grüße eine Mutter die mit ihrem Kind auf dem letzten Drücker zur Schule hastet. Beide sichtbar im Stress. Das schaffen die jeden Morgen. Natürlich sind Töchterchen und ich immer zu früh.

Alte Verkäufer- und Chefexistenz. Sei immer zu früh. Du musst den anderen überraschen. Das was man unvorbereitet zeigt ist meist die Wahrheit. Dazu kommt, dass man sich für zu spät kommen entschuldigen muss. Ich will mich nicht entschuldigen. Töchterchen ist viel zu gierig auf die Schule, sie drängt eher auf noch früheres losgehen. Ich hoffe das hält noch eine Weile.

Nun ist er gleich auf. Schwarze Ledertasche, gute Qualität. Die hat mal um die 400 Euro gekostet. Ich tippe auf Ziegenleder. Leider schlecht gepflegt. Ein wenig zu voll gestopft. Ich nenne solche Aktentaschen, Taschen der Verzweiflung. Wenn man nicht weiß, was man mitnehmen soll, nimmt man alles mit. Wie oft habe ich Vertriebsleute ihre Taschen ausräumen lassen. Alles raus was nicht gebraucht wird.

Gebraucht wird praktisch nichts. Was habe ich immer gelästert wenn die Jungs von IBM mit den zwei Koffern antrabten, um nur ja jeden Prospekt und die Urinproben ihrer Großeltern jederzeit griffbereit zu haben. Ich habe meine dann immer gefragt ob sie mit Computern und Software, oder mit Prospekten handeln. Die vollen Taschen drücken natürlich Angst aus.

Die alte Angst nicht vorbereitet zu sein. Aus dieser Angst heraus sprudelt dann auch immer sofort ein Redefluss über Kunden und Mitarbeiter hinweg, der droht diese wegzuschwemmen und während die noch bemüht sind ihr Leben gegen diesen Redefluss und die Prospekte, Ausdrucke und Power-Point-Tsunamis zu retten, hat der Mann sein Ansehen und seinen möglichen Auftrag verspielt.

Er wechselt auf meiner Höhe die Tasche. Sie scheint schwer zu sein. Als ob er sein ganzes Leben in ihr forttragen müsste. Aber sie war nicht so wichtig, sie mit einem Lappen und etwas Creme zu pflegen. Sie wird irgendwann ausgetrocknet sein und reißen. Er wird es vermutlich nicht bemerken.

Er bemerkt auch seinen Anzug nicht. Er setzt sich schon in der Farbe seines Anzuges ab. Nein er ist nicht dieses Einerlei. Dieses Blau, Schwarz, Nadelstreif in hell und dunkel. Er hat auch nicht den Ausweg Hellgrau mit fast weißem Nadelstreif gewählt, zudem dann meist nur noch ein weißer Hut fehlt, um einen weißen Elefanten zu markieren, den die Herde als Albino ausstösst.

Er hat sich für Braun entschieden. Mittelbraun. Hundescheiße nach Rindfleischgenuss mit leichtem Rotstich. Mutig. Mutig. Ich beiße mir auf die Lippen. Ich habe keine Recht ihn auszulachen. Aber er scheint meine Mißachtung zu spüren und richtet sich auf. Viel Spaß dabei. Ich habe mir im Leben zu oft den Kopf an Türen und Deckenbalken gestoßen, um Länge mit Größe zu verwechseln.

Er kam solchen Gelegenheiten sich den Kopf zu stoßen wohl seit einer Kindheit nicht mehr nahe. Zumindest seit er aufgehört hat unter Tischen und Stühlen herumzulaufen. Selbst die Türen in alten Fachwerkhäusern sind deutlich zu hoch für ihn.

Natürlich stellt er mit einem Seitenblick fest, dass auch sein aufrichten nicht reicht um mich zu beeindrucken. Ich grinse ihn mal freundlich an. Es nutzt ja nichts dem Kerlchen den Tag vollständig zu versauen, auch wenn es da wohl nicht mehr viel gibt, dass man ihm, um kurz vor acht, für heute noch versauen könnte.

Natürlich reckt er sich noch mal und spreizt die Schultern. Ich bin zwar auf dem absteigenden körperlichen Ast - geistig kann man das ja selber nie so genau selber feststellen, aber er könnte sich hinter mir noch beruhigt nackt ausziehen. Mittlerweile bin ich echt amüsiert. Das Hähnchen macht mir Spaß.

Ich betrachte ihn etwas genauer. Er trägt seine Anzug sehr körperbetont könnte man positiv bemerken. Ich kenne diese Art von Körperbetontheit allerdings viel zu gut. Der Arme hat sich in seinen Anzug hineingefressen und ist nun auf dem Weg aus ihm herauszuwachsen. Er hat die Grenze schon mehr als überschritten, eigentlich wäre ein neuer Anzug fällig, oder besser schon lange fällig gewesen.

Er ist so in diesem unbestimmten Alter. So zwischen 25 und 45 in dem bestimmte Männer einfach zu verharren scheinen, ohne das man sie fest zuordnen könnte. Wahrscheinlich hat er bis vor nicht allzu langer Zeit auf seine Figur geachtet. Den Muskeln nach zu urteilen auch viel Sport getrieben. Ich tippe auf Tennis und Laufen weil er diese Betonung des rechten Bizeps und der Beine hat.

Die Muskeln sind noch da, aber sie wandeln sich langsam in Fett oder werden vom Fett überlagert. Ich muss einfach auf die Schuhe sehen. Oh. Da ist der Verfall schon einen Schritt weiter. Schwarze Schuhe kann man mit viel Schuhcrem lange ansehbar erhalten. Braune Schuhe sind da viel verletztlicher, weil man sie meist nur mit farbloser Creme behandelt.

Das hat er zum einen nicht regelmäßig und zum anderen nicht gut genug gemacht. Die Schuhe sehen älter und billiger aus, als sie sind. Wer braune Schuhe tragen will, muss eben mehr Geld und Zeit haben, als der mit den schwarzen Schuhen. Aber er ist sogar den Schritt weitergegangen. Als er an mir vorbei ist, sehe ich die schwarzen oder eher schwarzblauen Socken zu hellbraunen Schuhen und dunkelrotbraunem Nadelstreifen.

An der Hand hat er eine Plastikuhr, die dort seltsam verloren wirkt. Nun ist er vorüber. Er trägt gegeltes Haar. Meinetwegen. Ich mag schon keine Handcreme weil ich das Geschmiere als ekelig empfinde. Er hat ein Gelfass über sich ausgeleert. Das mag ja sogar modern sein. Ich habe wirklich keine Ahnung, ich kam schon unmodern zur Welt. aber das beste kommt zu Schluss. Seine Haare enden in einem spitzen Bootsheck.

So ca. vier Zentimeter hinter seinem Schädel. Völlig spitz. Wie so ein Radfahrerhelm beim Zeitfahren. Allerdings sind diese Helme aus Kunststoff. Er hat aus seinen klebrigen Haaren eine Art von Federn geformt, die an der Spitze des Bootshecks noch ein Wenig auseinanderstreben. Das sieht aus wie ein Bürzel eines alten Enterichs. Ich habe Mühe nicht laut zu lachen.

Man hat in Deutschland nicht zu lachen, schon gar nicht auf der Straße und erst recht nicht über andere Menschen. Ich habe mein Tempo extra gedrosselt, weil ich aus seiner Gestanksfahne entkommen will. Ich weiß alles über ihn, was ich wissen wollte, eigentlich viel mehr.

Man merkt wie er sich unbeobachtet glaubt und in sich zusammenfällt. Er muss eine Menge verloren haben. Ich tippte auf Job und Familie, Haus und Auto. Er tut mir leid, aber wahrscheinlich würde er mein Mitleid nicht verstehen. Er ist in seiner Situation noch nicht angekommen. Aber keine Sorge das geht schnell. Solche Abstürze sind meist gründlich. Eine andere Mutter aus der Schule schließt zu mir auf.

Sie grinst mich an, hat die Szene wohl von hinten beobachtet: "Wenn ich den nicht kriege, schmeiße ich mich hinter die nächste U-Bahn." teilt sie mir mit strahlenden, jungen Augen mit. Ich muss lächeln. Eigentlich müsste sie als Alleinerziehende, mit ein paar zusätzlichen Problemen, die Geknickte sein und nicht dieses Männchen. Aber sie strahlt. Sicher nicht wegen mir. Sie dürfte jünger als meine älteste Tochter sein.

Sie liebt das Leben. Auch wenn es schwer ist. Man hat in den letzten Tagen ja des öfteren miteinander gesprochen. Schulkindereltern eben. Gefangen in dieser kurzen Phase eines neuen Lebensabschnittes. Vielleicht hätte ich Monsieur Le Bürzel zu einer neuen Frau und neuen Kindern raten sollen. So einer mit einem hellen Lachen und blitzenden Augen wie der an meiner Seite. Aber ich glaube nicht, dass er wirklich einen Rat will.

Er scheint fertig zu haben. Abwarten ob man ihn wiedersieht. Manche verschwinden so schnell wie sie aufgetaucht sind. Eine befreundete Ärztin die Obdachlose behandelt, erzählte mir kürzlich von immer schneller werdenden Karrieren. Gestern noch auf hohen Rossen und heute in der Gosse. Ich muss gerade an die Bilder von den Lehman Mitarbeitern denken die gestern und vorgestern durch die Presse gingen.

Wie verloren sie mit ihren Pappkartons vor ihren schönen und herrschaftlichen, aber leider auch ehemaligen Arbeitsplätzen standen. Sehr viel zerbrochene. Sehr viele Zuspruch und Hilfe brauchen könnten. Nur wie kann man jemandem helfen, der sich noch gestern für unbesiegbar hielt. Man kann nur gegen die Entwicklung anschreiben. Eine neue Gesellschaft predigen. Eine Gesellschaft des gemeinschaftlichen Lachens.




[Link] [Cache]
Club der halbtoten Dichter: In Memoriam Poodle
09/17/2008 10:46 AM

Surfs up

26.10.05 | 16:26 | poodle

Entgegen jeder Gewohnheit besuchte ich am vergangenen Sonntag eine Veranstaltung. Nicht dass mir das leicht gefallen wäre, neben meiner hausgemachten Abneigung gegen solche Vorhaben war klar, dass ich damit auch die Heilige Tatort-Liveübertragung versäumen würde. Weniger beginnende Verfallserscheinungen waren es, die mich dazu bewogen, mich dieser harten Prüfung zu stellen, als eine Reihe von veritablen Argumenten. Zuerst erreichte mich ein flammender Appell des sehr geschätzten Kollegen Neo-Bazi, was zeitweise schon ausreicht, mich ins Wanken zu bringen. Ein Konzert stünde an, das ich verfolgen und darüber berichten sollte. Aufspielen würde eine mir unbekannte Band namens The Sealevel, als Vorgruppe des mir ebenfalls unbekannten Teenage Fanclub, alles zusammen in der Röhre. Als leidenschaftlicher Teenagerfan horchte ich an der Stelle zwar schon mal auf, beim genaueren Lesen wurde aber klar, dass es nur um The Sealevel ging, die Teenager könnte ich getrost weglassen. Dazu winkte eine unwiderstehliche Wundertüte voller Prämien.

Meine Recherchen haben dann ergeben, dass es sich bei The Sealevel um die Band des ebenfalls geschätzten >Kollegen und Intensivlesers Burnster handelt, auch war immer wieder von den Beach Boys die Rede und vom Surfen. Surfen ist eine hochspannende Angelegenheit, finde ich. Leider leide ich unter einer geheimnisvollen Wasserüberempfindlichkeit, die sich zum Beispiel darin äußert, dass mich starker Harndrang überkommt, sobald auch nur ein Wasserhahn tropft – an Surfen ist also nicht zu denken, meine Begeisterung bleibt eine rein theoretische. Schon praxisorientierter hingegen meine langjährige Verehrung der >Beach Boys. Die meisten Menschen wundern sich darüber, immerhin besteht die Band überwiegend aus unterbelichteten Volltrotteln, die mit weit offenem Mund Kaugummi kauen. Ein Beach Boy war auch ziemlich dick mit >Charles Manson, bis dessen Jünger ein paar blutige Sauereien veranstalteten, dann wollte er nichts mehr von ihm wissen. Die meisten sind ohnehin früh verstorben, weil sie es mit dem Kaugummi übetrieben haben. Die Beach Boys könnten Sie also getrost knicken, gäbe es nicht den gottähnlichen >Brian Wilson. Sicher, gerade er ist hoffnungslos übergeschnappt, viele Jahre saß er paranoid in seinem Haus, das er nicht mehr zu verlassen wagte, seltsame Erscheinungen plagten ihn, deren Abwehr seine gesammelte Kraft erforderte, aber in seinem ganzen Wahn ist und bleibt er der ultimative Pop-Symphoniker, der unnachahmliche Symbiosen aus Easy Going und dem kalifornischen Albtraum schuf: Hören Sie sich Pet Sounds und Smiley Smile an, zwei phänomenale Sternstunden des Genres und weit entfernt von Kindereien à la Ba-ba-ba-ba-ba-bar-ann. Auf zu Burnster und den Teenagern also.

>Die Röhre, wo das Ganze stattfinden sollte, ist auch so eine Sache. Wer vom Hauptbahnhof möglichst zügig in den Stuttgarter Osten gelangen möchte, durchfährt vorzugsweise den >Wagenburgtunnel. Den hat man in den 1930er-Jahren angefangen zu bauen, bald kam der unangenehme Zweite Weltkrieg dazwischen, wo er als Großbunker herhalten musste – erst 1957 wurde er endlich für den Autoverkehr freigegeben. Geplant war auch eine parallel verlaufende Zweitröhre, deren Grabungen aber eines Tages aus diffusen Gründen plötzlich eingestellt wurden. Weil niemand eine rechte Verwendung für das übrig gebliebene Bohrloch hatte, überließ man es den unruhigen Bevölkerungsschichten, die seitdem darin lärmen.

ticket

Nachdem ich den überraschend günstigen Unkostenbeitrag von 19 Euro geleistet hatte, steuerte ich als erstes den Tresen an, einen Becher frisches Bier zu erstehen. Im dunklen Loch unüberschaubare Menschenmassen, hunderttausende mussten es sein, größtenteils Teenager, viele bereits schluchzend. Neben mir der diesjährige Gewinner des Liam-Gallagher-Lookalike-Contests, im Schlepptau sein kleiner Freund, der schon eifrig für das nächste Jahr übte. Lautsprecher ließen ein undifferenziertes braaaam-braaam-braaam hören, auf der Bühne kämpften ein paar rote Scheinwerfer verzweifelt gegen die alles beherrschende Finsternis. Sprechchöre wurden laut, die ungeduldig den baldigen Beginn der Performance einforderten, vereinzelt flogen Plastikbecher, erste Teenager fielen in Ohnmacht, als zackige Fanfarenstöße von der nahen Erlösung kündeten: The Sealevel erschien auf der Bühne, brüllend empfangen vom explodierenden Auditorium.

Vier Herren, die im Gegensatz zu den Beach Boys durchweg zurechnungsfähig schienen, wie ich enttäuscht feststellen musste. »Wir sind nur vier zurechnungsfähige Herren in Hemden, die zugegebenermaßen ein wenig zerknittert sind, und wir haben nicht die geringste Ahnung, warum Sie Eintritt bezahlen, nur um uns zu sehen«, schienen Sie zu sagen, tatsächlich wies uns einer der Gitarrenspieler aber darauf hin, dass es sich bei ihnen um The Sealevel handele und wünschte uns viel Spaß, auch und vor allem mit dem Teenage Fanclub. Beim zweiten Gitarrenspieler handelte es sich unzweifelhaft um Herrn Burnster, dessen Posing versprach, dass er die ultimative Rampensau machen würde. Ein wenig in die Hocke geneigt, den Spielarm zum Anschlag bereit, gab er dem Schlagzeuger das OK, der ein rhythmisches tock-tock-tock-tock schlug und schon rockten sie los, die Herren, und zwar dass es eine Art hatte.

pfand

Ich weiß wohl, dass man an dieser Stelle gefälligst die Songs aufzählt, aber woher soll ich wissen, wie die Songs hießen? Außerdem war ich viel zu fasziniert, um mich mit solchen Erbsenzählereien aufzuhalten. Songs halt. Heftig, stürmisch, leidenschaftlich, förmlich fräsend in den besten Momenten. Burnster sprang immer wieder in die Höhe, hinauf zu Gott gleichsam, wie der junge Pete Townshend, dem als einzige Freude das Sammeln von pädophilen Bildchen geblieben ist. Nicht so Burnster: schon fiel er auf die Knie, traktierte wuchtig sein Instrument, ein kräftiger Spieler, wie er selten zu erleben ist. Faszinierend auch der Bassist, wie ein Schlangenmann sich windend, sein Gesichtausdruck entrückt, vielleicht auch eher verzückt, zupfte er unter mahlendem Beckenschwung die schweren Saiten, in Kürze würde er zum Höhepunkt gelangen. Der Schlagzeuger ein Ausbund an Entschlossenheit, unnachgiebig trieb er die Mitspieler an, nichts schien ihm entlegener als Gnade. »Viel Spaß nachher mit Teenage Fanclub« erinnerte uns der zweite Gitarrenspieler immer wieder, was ich auf Dauer etwas ermüdend fand, er wird wohl Geld bekommen haben dafür.

Einige Songs später war es abrupt vorbei mit Da-do-run-run und der ganzen Surferherrlichkeit, wie das eben so ist bei Vorgruppen. »Viel Spaß nachher mit Teenage Fanclub« wünschte der Gitarrenspieler nochmal und Burnster fand es »super«. Die üblichen Abbauarbeiten begannen und Minuten später fand sich Herr Burnster zu meiner großen Überraschung am Tresen ein. Ich bitte Sie, der reguläre Rockstar fällt nach dem Gig über seine Groupies her, nimmt Rauschgift und schlägt ohne zu zögern sein Hotelzimmer kurz und klein, jeder weiß das. Nicht so Herr Burnster, der ist absolut natürlich geblieben: Obwohl er von Triumph zu Triumph eilt, ist er völlig frei von Starallüren, bereitwillig ließ er sich mit mir fotografieren, zahlte ein Bier und schrieb mir sogar noch eine Widmung ins CD-Booklet.

booklet

Außer mir war ich vor lauter Freude. Nachdem wir eine Weile über die Dichtkunst gefachsimpelt hatten und ich ihm wertvolle Insider-Informationen zur Gestaltung der noch jungen Nacht geben konnte, musste er leider auch schon weiter, zum Merchandising-Stand, der sich längst zur Belagerungszone entwickelt hatte, ganz Stuttgart schien CDs, T-Shirts, Kondome und Surfbretter erwerben zu wollen.

Mittlerweile war endlich der Teenage Fanclub auf der Bühne zugange, und hätte man mir nicht glaubhaft versichert, es würde sich um eben jenen handeln, hätte ich jeden Eid geschworen, dass die Byrds wieder auferstanden wären. Wenn Sie allerdings glauben, dass ich auch noch davon erzähle, müssen Sie leider umdisponieren. »Den Teenage Fanclub brauchen Sie sich nicht unbedingt reinzutun, es geht uns ausschließlich um The Sealevel«, so steht es klipp und klar in meinem Vertrag. Von freiwilligen Extraleistungen ist da nirgends die Rede, zudem bin ich allgemein bekannt für meine Beschränkung auf das Wesentliche. Überhaupt bereitet mir das prämienbasierte Dichten einige Freude, wie ich – wenig überraschend, aber dafür tief in mir drin – bemerkt habe. Leise regt sich die Befürchtung, demnächst würde es nur noch die Aussicht auf attraktive Erlöse sein, die meine Dichtkunst beflügeln könnte. Eine Dichterhure wäre ich dann, korrupt und verkommen zwar, aber wohlhabend. Alles könnte ich mir leisten, schnelle Wagen, Premium-Weine, Maßanzüge vornehmen Zuschnitts. Und manches Mal, wenn es mich überkäme, würde ich ein Hotelzimmer kurz und klein schlagen, einfach so, aus einer Laune heraus.

[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: "Die Bildungsrepublik ist der beste Sozialstaat"
09/17/2008 10:35 AM

Gott, zieht diese Dame vom Leder: Es geht ihr um

    1. das Bündnis der Stärkeren mit den Schwächeren
    2. nicht auf Kosten der nächsten Generation zu leben
    3. jedem Einzelnen den Einstieg in Arbeit und den Aufstieg durch Arbeit zu ermöglichen
    4. ein glaubwürdiges Wohlstandsversprechen.

      Ja tickt Ihr denn alle richtig, einen solch einen ausgemachten Blödsinn zu glauben?

      Zu 1:
      “Der Aufstieg ist unten angekommen”. Aus solch ein Quatsch! Nirgends ist er angekommen, bis auf OBEN und im Staatshaushalt durch Raubbau. Hat irgend jemand in den letzten 63 Jahren erlebt, vielleicht in den letzten 1000 Jahren erlebt, dass es ein Bündnis der Stärkeren mit den Schwächeren gegeben hat? AUSBEUTUNG! Nichts anderes gab es und heute in zunehmendem Maße; verkleistert durch pastorale Worte. Igitt!

      Zu 2:
      “Förderung der Atomkraft”. Das ist wahrlich Leben auf Kosten der nächsten Generationen, vielleicht bis in alle Tage! Wer will heute sagen, dass der verbuddelte und todbringende Strahlenkram nicht innerhalb der nächsten 1000 Jahre durch was auch immer an die Oberfläche kommt und dieses Stück Erde unbewohnbar macht? Diese unverantwortliche Politik der CDU muss angeprangert werden! Will irgend ein Wissenschaftler mit ( mathematisch ) einhundertprozentiger Sicherheit sagen: “Ich garantiere und habe den Nachweis, es passiert innerhalb der nächsten 1000 Jahre nichts!” ? Hier wird auf demagogischste Weise mit dem Überleben der Menschheit gespielt, weil JEDE Vorgängerregierung auch ihre Aufgabe nicht wahrgenommen hat! Denken in Legislaturperioden, ähnlich dem shareholder’s value Denken, kurzsichtig, dumm und verantwortungslos!

      Zu 3:
      “Ein Recht auf Arbeit gibt es nicht”. Das ist die Wahrheit. Wenn Sie, Frau Merkel, CDU, den Satz “jedem Einzelnen den Einstieg in Arbeit und den Aufstieg durch Arbeit zu ermöglichen” wahr meinen, dann formulieren Sie im Grundgesetz “Jeder hat ein Recht auf eine Arbeit, die seinen individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten entspricht.”
      So lange Sie das nicht garantieren, ist das alles hohles Gewäsch für Leichtgläubige, inhaltsleere Phrasendrescherei!

      Zu 4:
      “Die Schere zwischen arm und reich ist weiter auseinander gegangen”. Redet die Frau Merkel eigentlich nur noch in inhaltsleeren Sätzen, wenn sie von einem glaubwürdigen Wohlstandsversprechen faselt? Wie sagte die Zeitung DIE WELT noch vor ein paar Tagen: “Zynische Realitätsverweigerung ist ein untrügliches Zeichen für politische Inkompetenz.”

      Kann man es besser ausdrücken als die Zeitung DIE WELT ?

      [Link] [Cache]
      Linke Zeitung: "Anti-Islam-Kongress" und Gegenaktivitäten
      09/17/2008 10:31 AM
      Blockadebündnis (http://www.hingesetzt.mobi/), Antifa-AK (http://www.no-racism.mobi/), ++Ticker++ (http://ticker.hingesetzt.mobi/) Zur Lage am 16.9: 1 (http://de.indymedia.org/2008/09/226998.shtml), 2 (http://de.indymedia.org/2008/07/221707.shtml), 3 (http://de.indymedia.org/2008/09/227135.shtml) Hier ist eine Sammlung an Hintergrund-Berichten (http://de.indymedia.org/2008/07/221707.shtml#hintergrung), Presseartikeln (http://de.indymedia.org/2008/07/221707.shtml#presse) sowie Vorstellungen von Bündnissen usw., die die diversen aktuellen Stand (http://de.indymedia.org/2008/07/221707.shtml#aktuell). [Link] [Cache]
      anouphagos: Legenden über jugendliche Straftäter
      09/17/2008 10:28 AM

      Einen Straftäter kann man aus kolletivistischer und individualistischer Sicht betrachten. Kollektivistisch ist er jemand, der den Normen und Verpflichtungen, Werten und Abhängigkeiten einer Gruppe zuwiderhandelt und damit außerhalb von diesen steht. (Und es wird implizit angenommen, dass diese Normen auch ihre Berechtigung haben.) Individualistisch ist er jemand, der sich an eben jenen Dingen reibt. (Und wir nehmen implizit an, dass die Normen dem Wesen des Individuums zuwiderlaufen und es sogar gut daran tut, sich ihnen zu widersetzen.) Im einen Fall liegt das moralische Problem beim Individuum, im andern beim Kollektiv.

      Es ist nun eine Legende, die viele konservative Denker schätzen, dass jugendliche Delinquenten nunmal schlichtweg asozial eingestellt seien und sich nur durch harten Druck dem Gemeinwesen beugen (siehe Drogenkonsumenten). Die Wahrheit ist nun aber, wie aktuelle Studien belegen, dass die jugendlichen Straftäter ihren Widerstand gegen die Gesellschaft rasch aufgeben und zu normalen Mitgliedern derselben werden. (Ob man das nun begrüßen sollte ist wiederum ein anderer Punkt.) Lediglich eine absolute Minderheit - Zahlen bleibt der Duisbuger Forscher schuldig, jedenfalls in diesem Interview - wird auch später noch auffällig sein.

      Bezüglich des Jugendstrafrechts ist nun entscheidend, dass diese Erhebung nicht auf verurteilte Täter abzielte, sonder durch repräsentative Umfragen auch die Dunkelziffern zu erfassen suchte (mit welchem Erfolg mag dahingestellt bleiben). Man kann also nicht pauschal sagen, dass diese “Besserungsquote” einem gut funktionierenden Vollzug zu schulden wäre - sondern eher eine anthropologische Konstante darstellen dürfte.

      Das Interview wurde übrigens mit dem sehr gut bewerteten Prof. Dr. Klaus Boers geführt. Es gibt von ihm auch eine Pressemitteilung bzgl. der Gründe, aufgrund derer Jugendliche straffällig werden. Interessant ist vor allem der Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum der Klientel (welcher sicherlich auf andere Drogen zu übertragen ist, die jeweiligen Spezifika der Substanzen berücksichtigend):

      Der Alkoholkonsum ist insgesamt recht hoch und stieg – im Unterschied zur Delinquenzentwick-lung - während des Jugendalters stetig an. Ein Viertel der Befragten berichtete im 17. Lebensjahr einen intensiveren Konsum (mehr als einmal im Monat betrunken), was allerdings um ein Drittel unter den Raten Münsteraner Jugendlicher lag. Problematisch ist, dass der intensive Alkoholkonsum mit deutlich erhöhten Gewaltraten zusammenhängt. Dies allerdings nur bis zur Mitte des Jugendalters. Schon ab dem 15. Lebensjahr geht der Anteil der Gewalttäter unter den Intensivkonsumenten zurück. „Im Hinblick auf die Gewaltkriminalität wird der Alkoholkonsum mit zunehmendem Alter besser beherrscht", erläutert Professor Reinecke.

      Im Unterschied zum Alkoholkonsum nimmt der Drogenkonsum – es handelt sich ganz überwie-
      gend um Cannabisprodukte – schon ab dem 16. Lebensjahr wieder ab. Allerdings ist hier der Anteil der Gewalttäter unter den Intensivkonsumenten noch höher als beim Alkohol, geht aber ebenfalls ab dem 15. Lebensjahr wieder zurück.

      Was nun genau “recht hoch” bedeutet, bleibt freilich strittig. Und die Studie zeigt vor allem: Patentrezepte für den Umgang mit delinquenten Jugendlichen kann und soll es nicht geben.

      [Link] [Cache]
      redblog: Links um zehn # 55
      09/17/2008 10:02 AM
      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28696/1.html :mrgreen:[Link] [Cache]
      Oeffinger Freidenker: Fundstücke 17.09.2008, 15.55 Uhr
      09/17/2008 09:13 AM
      Bildung und Business
      ad sinistram - Was hat ein Unternehmen an einem Tag wie diesem, einen Tag, der für die Mehrzahl der Eltern ein Festtag zu sein scheint, zu suchen? Muß sich ein Unternehmen in solch wichtigtuerischer Manier, sich hineindrängend in den Bildungsapparat, dabei eine oberflächliche Rede haltend, bei der der Redner nicht einmal die Kinder anblickte, ins Gedächtnis der Menschen zurückrufen?
      ----
      "Wir brauchen ein Konjunkturprogramm"
      taz - Der Staat könnte geplante Investitionen zeitlich vorziehen. Das würde den Haushalt natürlich zunächst belasten. Aber wenn dadurch die Konjunktur wieder in Gang kommt, sprudeln die Einnahmen so reichlich, dass man später einen ausgeglichenen Haushalt mühelos erreichen kann.
      ----
      "Futsch sin' se. Sind ja tolle Experten, die da sitzen."
      SZ - Die KfW habe mit Lehman bei Wertpapieren und Finanzmarkttermingeschäften (Swaps) zusammengearbeitet, wird der Sprecher zitiert. Die KfW bestätigte die Angaben.
      Die Aufregung um die verschwundenen Millionen ist groß. Gregor Gysi, Chef der Linksfraktion im Bundestag, kommentierte: "Futsch sind 'se. Tolle Experten, die da sitzen."

      ----
      Bedingt abhörbereit
      SZ - Was kostet es, einen Bundestrojaner in den Computer eines Verdächtigen einzuschleusen? Zumindest die Preise der bayerischen Variante sind bekannt. Im Januar 2008 veröffentlichte die Piratenpartei auf ihrer Website ein Schreiben des bayerischen Justizministeriums. Die Veröffentlichung des Schreibens hatte für die kleine Partei, die sich für einen freien Wissensaustausch, für besseren Datenschutz und ein neues Urheberrecht einsetzt, schwerwiegende Folgen. Vergangene Woche durchsuchten bayerische Beamte die Münchner Wohnung des Pressesprechers Ralph Hunderlach und beschlagnahmten dessen Computer, um die Identität des Informanten zu ermitteln.
      Anmerkung: Da gehen sie hin, unsere Grundrechte, und bei den Medien läuft es unter "ferner liefen".
      ----
      Lafontaines "Forderung nach Schaeffler-Enteignung"
      Capital - Weil man gerade viel Unsinn in den Medien hört, hier das Originalvideo mit dem Wortlaut Lafontaines.
      ----
      24 Prozent - Warum Frauen weniger verdienen als Männer
      DLF - Dabei waltet namentlich über dem hier verhandelten Casus eine ideologisch ziemlich unverdächtige Instanz: der freie Markt. Dessen Logik gilt bekanntlich auch für weibliche Angestellte. Sind sie dem Unternehmen viel wert, wird es sie schon entsprechend honorieren, allein um zu verhindern, dass sie abwandern. Umgekehrt ist vielfach darauf hingewiesen worden, dass ein Unternehmer ja ziemlich dämlich sein müsste, Männer zu beschäftigen, wenn er für ein Viertel weniger Lohn identisch befähigte Mitarbeiterinnen bekommen kann. Beim Geld fängt die Diskriminierung keineswegs an - beim Geld hört sie auf.
      ----[Link] [Cache]
      ad sinistram: Bildung und Business
      09/17/2008 09:00 AM
      [Link] [Cache]
      Hessischer Rundfunk: Gurgeln Sie mit Kanne Brottrunk! (INSIDER)
      09/17/2008 08:00 AM
      Einer Herde von blinden und altersstarrsinnigen Eseln das Schlittschuhlaufen beizubringen, kann nicht schwer sein. Nicht schwerer jedenfalls, als die ARD und die in ihr zusammengeschlossenen Rundfunkanstalten zur Beseitigung von schleichwerbeverdächtigem Bankhofer-Content zu bewegen.[Link] [Cache]
      Mein Wa(h)renhaus: Außer Dienst - Der Altkanzler und der Linke
      09/17/2008 07:27 AM
      Späte Rache ist süß, sagt man. Ob das auf die Rache von Altkanzler Helmut Schmidt an Oskar Lafontaine zutrifft, muss man analysieren. Jedenfalls tippen sich viele Bundesbürger an den Kopf: Ist der Altkanzler verrückt geworden, Lafontaine mit Hitler zu vergleichen? Irgendwie erinnert mich das ganze Spektakel an die Kohl-Gorbatschow-Goebbels_Affäre. Erinnern Sie sich noch? “Gorbatschow”, hatte Helmut [...][Link] [Cache]
      Weltwirtschaftskrise: Nun werden die USA auch noch Versicherungsunternehmer
      09/17/2008 07:07 AM

      Tatsächlich gibt es zwar nicht mehr viel an Substanz, was man bei der AIG noch übernehmen könnte. Schon deshalb verpuffte die Forderung von Finanzminister Paulson auch vollständig ins Leere, als er die Privatwitschaft geradezu anflehte, Mittel für den Erhalt der AIG bereit zu stellen. Der ach so gelobte freie Markt kann schon grausam sein.

      Aber auf der Ersatzbank der Marktradikalen, wo die dauerhaft Spielunfähigen neuerdings in der sozialen Hängematte Platz nehmen, findet sich auch ein Plätzchen für die AIG. Schön neben den beiden dicken Schwestern Freddie Mac und Fannie Mae, die da mehr oder weniger zum verwesen rumliegen. Aber selbst die Geier machen einen großen Bogen, weil die Beute doch zu sehr vergiftet ist.

      Nun also auch Conservatorship für die AIG. Angeblich ist diese zu weit vernetzt in der Finanzwelt, als das man sie sterben lassen könnte. Aber das dürfte nur der vorgeschobene Grund sein. Die 500 Milliarden Dollar an Anleiheversicherungen, für die, die AIG gerade steht, würden einfach eine zu große Welle auslösen. Momentan wird zwar nur von 200 Milliarden gesprochen, die definitiv fällig werden, aber die Scheibchentaktik ist ja mittlerweile das gängige Verfahren.

      Um 3 Uhr 23 Berliner Zeit meldet CNN in seinen Breaking News, das die FED 85 Milliarden Dollar bereitstellt, um AIG zu retten. Da wird die FED aber nun alle paar Tage kräftig nachlegen müssen.

      Es springt also der Staat ein und hofft, das alles nicht so schlimm werden wird, wie es heute schon gekocht wurde. Das ist natürlich Quatsch. Aber die Börse nimmt zur Zeit jeden Strohhalm. Das die FED die Leitzinsen unverändert ließ, war ein Prozent Steigerung im Dow Jones wert. Das ist die Belohnung der Kaninchentaktik. Wenn man nicht mehr weiter weiß, duckt man sich in eine Ackerfurche und hofft, dass das Unglück vorbei geht. Oft ist dies das Ende des Kaninchens, vor allem wenn es von Raubvögeln gejagt wird, oder Hunde es wieder hochtreiben.

      Aber die FED blieb standhaft und wurde nicht gefressen. Daraufhin konnte man sich wohl auch auf die öffentliche Sicherung der AIG einigen. Auch wenn sich das Wallstreet Journal wie die Ziege am Strick ziert und jeden Absatz mit dem Hinweis “according to one person familiar with the matter” beendet und damit deutlich machen will, wie sehr man sich noch in der bestätigten Gerüchteküche befindet.

      The primary option being hammered out involved the Fed providing AIG with a short-term loan of $85 billion, according to people familiar with the situation. In exchange, the government would receive warrants in AIG representing the right to buy its as much as 80% of its stock under certain conditions, according to one person familiar with the matter.

      That could put the government in a position to potentially control of a private insurer, a historic move, especially considering that AIG isn’t directly regulated by the federal government.

      Es ist möglich, dass dieser Plan durchgeht. Allerdings sollte dabei nicht unerwähnt bleiben, das gleichzeitig immer noch die Vorbereitungen für einen Gang unter Chapter eleven laufen, was zu einer Reihe verrückter Seiteneffekte bei einer Versicherung führen könnte. Letztendlich wäre es so möglich, das die 500 Milliarden an Versicherungen, die zumindest zu einem guten Teil problematisch sind, in Wirklichkeit keinen Bestand mehr hätten.

      Das würde aber einen neuen Kapitalbedarf weltweit bedeuten. Die Wirkung wäre die gleiche, als ob AIG schon bankrott sei, wie dies für weite Teile von Lehman zutrifft. Aber auch da gab es gute Meldungen. Barclays hat 9.000 Mitarbeiter und die Börsengeschäfte sowie das Investmentbanking von Lehman übernommen. Der Kaufpreis von 2 Milliarden Dollar für das Kerngeschäft von Lehman ist angesichts der 650 Milliarden Schulden, die liegen bleiben, einfach lausig.

      Auch die Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America, für immerhin 44 Milliarden, wird dadurch noch einmal unverständlicher und ist tatsächlich nur durch geheime Schutzabsprachen mit der der FED zu erklären. Allerdings ist mit diesen Übernahmen und der vermutlichen Sicherung von AIG unter staatlicher Obhut nicht viel erreicht.

      Da stehen schon Washington Mutual und Wachowia weinend vor den Toren. Bei Washington Mutual ist das Ende schon absehbar und die Folgen wären dramatisch für das amerikanische Bankensystem. Was also soll passieren? Pleite oder Conservatorship. Wie weit können die USA mit Conservatorship überhaupt gehen, bis die ganze USA unter Chapter Eleven steht. Was ist mit der Autoindustrie? Verdient die keine Rettung?

      Es ist die Büchse der Pandora. einmal geöffnet gibt es kein zurück mehr. Täglich werden mehr Banken und Versicherung Herrn Paulson und Bernanke die fordernden Hände entgegenstrecken und um Manna bitten. In England wird HBOS zwar noch von offiziellen Stellen gesundgebetet, aber auch dort liegen die Pläne für eine staatliche Rettung längst in den Schubladen.

      Obwohl Deutschland nach Meinung von Prof. Dr. Dirk Schiereck gar nicht betroffen ist, was auch nach Meinung von so begnadeten Fachleuten wie Peer Steinbrück und dem Allianz-Chef Michael Diekmann so ist, mehren sich die üblen Vorzeichen einer großen Krise. Da helfen die paar Schlaumeier, die um das Feuer der verbrennende Derivate einen Regentanz vollführen, auch nicht mehr.

      Natürlich soll die Bevölkerung beruhigt werden. Man hat Angst, dass es zur großen Panik kommt. Einer Panik, die bei den schlauen Leuten längst angekommen ist wie Don Alphonso zu berichten weiß.

      Denn diese Krise, die über kurz oder lang uns alle betrifft, liebe Freunde, diese Krise ist längst bei denen angekommen, die sich von Banken wie der UBS vermögensverwalten liessen. Reichtum ist in diesem Marktumfeld kein Spass. Die Krise frisst den Reichtum. Reich sein, so höre ich allerorten, ist gerade ein Rattenrennen, man rettet Gelder und begrenzt Verluste, man wagt und verliert, man schleust und weiss auch nicht, wohin mit den gerupften Resten. Ganz erstaunlich, wie unsicher selbst die sind, die sich stets sicher fühlten. Die müssen irgendwohin. Aber, so viel ist klar, eher nicht zur UBS, wo viele andere gehen. Das wird dann einen kleinen Automatismus zur Folge haben, den man auch schon kennt: Hier und da platzt ein Hedgefond und ermittelt eine Behörde, eine Agentur ratet und ein Börsenkurs fällt ein paar Abschreibungen, Kapitalerhöhung, Bettelbriefe an Chinesen und Koreaner, halbherzige Notfondskredite, die auch nicht helfen - to big to survive - na, wir kennen das alles und irgendwo muss der amerikanische Tod ja auf dem alten Kontinent an Land gehen, wenn er mit Londonsterben fertig ist. Die Schweiz ist ein schönes Land mit zu vielen Bewohnern!

      Dem ist nichts hinzuzufügen, außer das man den Rat aus dem Anfang seines Textes beherzigen sollte, weil auch Paranoiker Feinde haben.

      Ich mache das eher ungern, weil man nachher Schuld ist, wenn es schief geht. Aber wir sind in einer sehr nachhaltigen Krise, in der es nicht doof ist, einen gewissen Sockelbetrag von 10.000 Euro irgendwo rumliegen zu haben, wo man sich nicht erst mit einer Bank rumärgern muss. Unter der Matratze, zum Beispiel. Sowas wie eine schnelle, finanzielle Eingreiftruppe, die einem im schlimmsten Fall das Überleben für die nächsten 6 Monate sichert, und sei es, dass man nach Tunesien radelt und am Strand Camping macht. Ich würde London meiden, denn da wird man nichts versäumen. 50 Euro würde ich zur Seite legen für Bücher, die einem ein Handwerk beibringen - wäre ich nicht schon ein äusserst erfahrener Radlmonteur. Sicherheitshalber etwas erlernen, das einen über den Tag bringt. Ich mein ja nur. Schlimmstenfalls war es überflüssige Panik.

      Es gibt sogar Paranoiker, die gar keine Paranoiker sind, sondern das Ergebnis schon sehr früh sahen, als andere noch an das ewige Lied von der Wirtschaft, in der Milch und Honig fließen, glaubten. Selbst das Wasser wird in dieser Wirtschaft knapp. Natürlich werden in den nächsten Tagen wieder einige Leute vehement auf Morgan Stanley verweisen und die deutlich verbesserten Quartalszahlen loben und preisen.

      Die vorgezogene Präsentation war geschickt gemacht. Die Lage verbessert sich ja nicht wirklich und das, was gestern noch wie ein Gewinn aussah, ist heute vielleicht gerade mal kein Verlust. Es macht einen traurig und erinnert immer an den Auftritt der ehemals jugendfrischen Schönheit, die heute, nach langer Vorbereitung, für kurze Zeit in ihrer ganzen Pracht gezeigt werden kann.

      Eigentlich wird aber schon lange nicht mehr sie gezeigt, sondern die Kunst ihrer Kosmetiker. Diese Kunst vermutet Don Alphonso ja auch bei den Bilanzen der UBS und auch bei Morgan Stanley dürfte das einen großen Teil des Zaubers ausmachen. Man kann die Bücher ein oder zweimal schönen. Sich die Dinge schön rechnen. Aber das geht nicht auf Dauer. Selbstbetrug ist wie nicht in Würde altern zu können. Er ist grausam, da er zur falschen Zeit, in meist in einer großen Welle auffliegt.

      Die schon arg gebeutelte KfW meldet deshalb lieber gleich, dass sie bei Lehman einen mittleren dreistelligen Millionenvertrag vergeigt hat. 300 Millionen davon mal eben am Montag, durch eine Überweisung, als Lehman schon pleite war. Man hätte vielleicht doch einen Banker dort einstellen sollen, der lesen kann, oder besser einen, der Blogs liest. Da stand die Nachricht schon seit Wochen. Aber bisher mussten Banker ja nicht lesen können und solche Neuerungen brauchen Zeit.

      Der KfW bleibt die Zeit. Nachdem sie auf Anweisung von Herrn Steinbrück die Deutsche Bank mit offiziell 10 Milliarden Euro über die IKB und noch einmal, wie man gerüchteweise hört, mit 6,2 Milliarden aus eigenen Mitteln saniert hat, spielt die Milliarde, auf die sich der Lehman Verlust wohl summieren wird, keine Rolle mehr. Es ist ja nur das Geld des Steuerzahlers. Das kann man bei den Ärmsten schnell wieder einfordern. Dafür gibt es ja Steinbrück, Steinmeier, Merkel und deren Auftraggeber.

      Noch viel wichtiger ist allerdings, dass sich die Frage nach der Haltbarkeit des deutschen Einlagensicherungsfonds stellt. Für die deutsche Lehmann Brothers sind dort die Einlagen bis zu 285,1 Millionen Euro je Anleger geschützt, wie der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. mitteilt. Es ist der gleiche Bankenverband, der die Geschichte von den robusten Banken hierzulande propagiert.

      Medien und Gerüchten zufolge liegt Lehman in Deutschland mit 12 bis 22 Milliarden schief wovon zwischen 4 und 10 Milliarden durch den Einlagensicherungsfond abgedeckt wären. Der Einlagensicherungsfond umfasst zur Zeit 4,6 Milliarden, was auf jeden Fall bedeutet, dass die deutschen Banken und sonstigen Beteiligten nachschießen müssen. Die Höhe hängt ein wenig davon ab, ob es überhaupt Substanzwerte bei Lehman gibt, die noch vermarktet werden können.

      Gleichzeitig gibt es ein Gerücht, das gerade seit dem Zeitpunkt, an dem absehbar war, eine Reihe von namhaften Kunden aus den USA und dem Regierungsapparat noch mit ihren Konten nach Deutschland verfrachtet wurden und somit unter den Schutz des Einlagensicherungsfonds kamen, anstatt wie in den USA üblich, alles zu verlieren, was 20.000 Dollar oder das Doppelte überschreitet.

      Natürlich wird niemand nach dem Alter der Konten fragen, weil ja dann bei der nächsten Bank solche Fragen auch gestellt werden müssten. Eine Nachschusspflicht von bis zu 10 Milliarden Euro kann sicherlich ein oder zweimal geleistet werden. Aber was ist, wenn die Commerzbank wackelt, bei der wohl 3,7 Milliarden je Kunde versichert sind.

      Tatsächlich stellt sich schon heute morgen die Frage, welchen Wert der Einlagensicherungsfond noch hat. Misstrauen dürfte angebracht sein. Es gibt eine deutsche UBS und die Commerzbank hat sich mit der Dresdner Bank und ihren Risiken wohl arg verschluckt.

      Die Börsen werden trotz all dieser Erkenntnisse leicht nach oben kommen. Für eine Falle reicht es allemal. Die Generalrichtung ist jedoch Richtung Süden und es wird wohl sehr tief in den Süden gehen, bis wieder reale Werte erreicht sind. Dabei ist es nicht hilfreich, dass die Notenbanken täglich Milliarden in ein Fass pumpen, das nicht nur ohne Boden und Deckel sondern auch längst ohne Fassreifen und Dauben ist.

      Es gibt dieses Fass nicht mehr, das gefüllt werden könnte. Es gibt nur noch einen Strom, auf dem das Geld abfließt, um nicht als Regen, sondern als hemmungslose Inflation zurückzukommen. Der Tod ist Bestandteil des Lebens. Wer dauerhaft den Tod von Banken und Firmen ausklammern will, klammert vor allem auch das Leben aus. Die Bankendinosaurier auf tönernen Füßen, die Versicherungen und ihre Rückversicherer sind auf Dauer nicht zu retten.

      Lieber ein Ende mit Schrecken, als weiterhin diesen täglichen Schrecken, mit Ankündigung des Schreckens für den nächsten Tag und dies. ohne das ein Ende absehbar wäre. Realität ist hart, kantig und oft auch schmutzig. Aber wer sich nicht der Realität stellt, geht unter. Auch wenn jemand Professor an einer Universität für Leichtmatrosenmanager oder Chef der Allianz ist. Es wurde nun genug gelogen und die Halbwertzeit der Lügen reicht nicht einmal mehr einen Tag.

      Quelle Duckhome

      [Link] [Cache]
      redblog: Franz Müntefering in "Die Wahllüge"
      09/17/2008 07:00 AM
      [Link] [Cache]
      Weltwirtschaftskrise: Nun werden die USA auch noch Versicherungsunternehmer
      09/17/2008 05:37 AM

      Tatsächlich gibt es zwar nicht mehr viel an Substanz, was man bei der AIG noch übernehmen könnte. Schon deshalb verpuffte die Forderung von Finanzminister Paulson auch vollständig ins Leere, als er die Privatwitschaft geradezu anflehte, Mittel für den Erhalt der AIG bereit zu stellen. Der ach so gelobte freie Markt kann schon grausam sein.

      Aber auf der Ersatzbank der Marktradikalen, wo die dauerhaft Spielunfähigen neuerdings in der sozialen Hängematte Platz nehmen, findet sich auch ein Plätzchen für die AIG. Schön neben den beiden dicken Schwestern Freddie Mac und Fannie Mae, die da mehr oder weniger zum verwesen rumliegen. Aber selbst die Geier machen einen großen Bogen, weil die Beute doch zu sehr vergiftet ist.

      Nun also auch Conservatorship für die AIG. Angeblich ist diese zu weit vernetzt in der Finanzwelt, als das man sie sterben lassen könnte. Aber das dürfte nur der vorgeschobene Grund sein. Die 500 Milliarden Dollar an Anleiheversicherungen, für die, die AIG gerade steht, würden einfach eine zu große Welle auslösen. Momentan wird zwar nur von 200 Milliarden gesprochen, die definitiv fällig werden, aber die Scheibchentaktik ist ja mittlerweile das gängige Verfahren.

      Um 3 Uhr 23 Berliner Zeit meldet CNN in seinen Breaking News, das die FED 85 Milliarden Dollar bereitstellt um AIG zu retten. Da wird die FED aber nun alle paar Tage kräftig nachlegen müssen.

      Es springt also der Staat ein und hofft, das alles nicht so schlimm werden wird, wie es heute schon gekocht wurde. Das ist natürlich Quatsch. Aber die Börse nimmt zur Zeit jeden Strohhalm. Das die FED die Leitzinsen unverändert ließ, war ein Prozent Steigerung im Dow Jones wert. Das ist die Belohnung der Kaninchentaktik. Wenn man nicht mehr weiter weiß, duckt man sich in eine Ackerfurche und hofft, dass das Unglück vorbei geht. Oft ist dies das Ende des Kaninchens, vor allem wenn es von Raubvögeln gejagt wird, oder Hunde es wieder hochtreiben.

      Aber die FED blieb standhaft und wurde nicht gefressen. Daraufhin konnte man sich wohl auch auf die öffentliche Sicherung der AIG einigen. Auch wenn sich das Wallstreet Journal wie die Ziege am Strick ziert und jeden Absatz mit dem Hinweis "according to one person familiar with the matter" beendet und damit deutlich machen will, wie sehr man sich noch in der bestätigten Gerüchteküche befindet.

      The primary option being hammered out involved the Fed providing AIG with a short-term loan of $85 billion, according to people familiar with the situation. In exchange, the government would receive warrants in AIG representing the right to buy its as much as 80% of its stock under certain conditions, according to one person familiar with the matter.

      That could put the government in a position to potentially control of a private insurer, a historic move, especially considering that AIG isn't directly regulated by the federal government.


      Es ist möglich, dass dieser Plan durchgeht. Allerdings sollte dabei nicht unerwähnt bleiben, das gleichzeitig immer noch die Vorbereitungen für einen Gang unter Chapter eleven laufen, was zu einer Reihe verrückter Seiteneffekte bei einer Versicherung führen könnte. Letztendlich wäre es so möglich, das die 500 Milliarden an Versicherungen, die zumindest zu einem guten Teil problematisch sind, in Wirklichkeit keinen Bestand mehr hätten.

      Das würde aber einen neuen Kapitalbedarf weltweit bedeuten. Die Wirkung wäre die gleiche, als ob AIG schon bankrott sei, wie dies für weite Teile von Lehman zutrifft. Aber auch da gab es gute Meldungen. Barclays hat 9.000 Mitarbeiter und die Börsengeschäfte sowie das Investmentbanking von Lehman übernommen. Der Kaufpreis von 2 Milliarden Dollar für das Kerngeschäft von Lehman ist angesichts der 650 Milliarden Schulden die liegen bleiben, einfach lausig.

      Auch die Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America, für immerhin 44 Milliarden, wird dadurch noch einmal unverständlicher und ist tatsächlich nur durch geheime Schutzabsprachen mit der der FED zu erklären. Allerdings ist mit diesen Übernahmen und der vermutlichen Sicherung von AIG unter staatlicher Obhut nicht viel erreicht.

      Da stehen schon Washington Mutual und Wachowia weinend vor den Toren. Bei Washington Mutual ist das Ende schon absehbar und die Folgen wären dramatisch für das amerikanische Bankensystem. Was also soll passieren? Pleite oder Conservatorship. Wie weit können die USA mit Conservatorship überhaupt gehen, bis die ganze USA unter Chapter Eleven steht. Was ist mit der Autoindustrie? Verdient die keine Rettung?

      Es ist die Büchse der Pandora. einmal geöffnet gibt es kein zurück mehr. Täglich werden mehr Banken und Versicherung Herrn Paulson und Bernanke die fordernden Hände entgegenstrecken und um Manna bitten. In England wird HBOS zwar noch von offiziellen Stellen gesundgebetet, aber auch dort liegen die Pläne für eine staatliche Rettung längst in den Schubladen.

      Obwohl Deutschland nach Meinung von Prof. Dr. Dirk Schiereck gar nicht betroffen ist, was auch nach Meinung von so begnadeten Fachleuten wie Peer Steinbrück und dem Allianz-Chef Michael Diekmann so ist, mehren sich die üblen Vorzeichen einer großen Krise. Da helfen die paar Schlaumeier, die um das Feuer der verbrennende Derrivate einen Regentanz vollführen auch nicht mehr.

      Natürlich soll die Bevölkerung beruhigt werden. Man hat Angst das es zur großen Panik kommt. Einer Panik die bei den schlauen Leuten längst angekommen ist wie Don Alphonso zu berichten weiß.

      Denn diese Krise, die über kurz oder lang uns alle betrifft, liebe Freunde, diese Krise ist längst bei denen angekommen, die sich von Banken wie der UBS vermögensverwalten liessen. Reichtum ist in diesem Marktumfeld kein Spass. Die Krise frisst den Reichtum. Reich sein, so höre ich allerorten, ist gerade ein Rattenrennen, man rettet Gelder und begrenzt Verluste, man wagt und verliert, man schleust und weiss auch nicht, wohin mit den gerupften Resten. Ganz erstaunlich, wie unsicher selbst die sind, die sich stets sicher fühlten. Die müssen irgendwohin. Aber, so viel ist klar, eher nicht zur UBS, wo viele andere gehen. Das wird dann einen kleinen Automatismus zur Folge haben, den man auch schon kennt: Hier und da platzt ein Hedgefond und ermittelt eine Behörde, eine Agentur ratet und ein Börsenkurs fällt ein paar Abschreibungen, Kapitalerhöhung, Bettelbriefe an Chinesen und Koreaner, halbherzige Notfondskredite, die auch nicht helfen - to big to survive - na, wir kennen das alles und irgendwo muss der amerikanische Tod ja auf dem alten Kontinent an Land gehen, wenn er mit Londonsterben fertig ist. Die Schweiz ist ein schönes Land mit zu vielen Bewohnern!


      Dem ist nichts hinzuzufügen, außer das man den Rat aus dem Anfang seines Textes beherzigen sollte, weil auch Paranoiker Feinde haben.

      Ich mache das eher ungern, weil man nachher Schuld ist, wenn es schief geht. Aber wir sind in einer sehr nachhaltigen Krise, in der es nicht doof ist, einen gewissen Sockelbetrag von 10.000 Euro irgendwo rumliegen zu haben, wo man sich nicht erst mit einer bank rumärgern muss. Unter der Matratze, zum Beispiel. Sowas wie eine schnelle, finanzielle Eingreiftruppe, die einem im schlimmsten Fall das Überleben für die nächsten 6 Monate sichert, und sei es, dass man nach Tunesien radelt und am Strand Camping macht. Ich würde London meiden, denn da wird man nichts versäumen. 50 Euro würde ich zur Seite legen für Bücher, die einem ein Handwerk beibringen - wäre ich nicht schon ein äusserst erfahrener Radlmonteur. Sicherheitshalber etwas erlernen, das einen über den Tag bringt. Ich mein ja nur. Schlimmstenfalls war es überflüssige Panik.


      Es gibt sogar Paranoiker, die gar keine Paranoiker sind, sondern das Ergebnis schon sehr früh sahen, als andere noch an das ewige Lied, von der Wirtschaft in der Milch und Honig fließen, glaubten. Selbst das Wasser wird in dieser Wirtschaft knapp. Natürlich werden in den nächsten Tagen wieder einige Leute vehement auf Morgan Stanley verweisen und die deutlich verbesserten Quartalszahlen loben und preisen.

      Die vorgezogene Präsentation war geschickt gemacht. Die Lage verbessert sich ja nicht wirklich und das was gestern noch wie ein Gewinn aussah, ist heute vielleicht gerade mal kein Verlust. Es macht einen traurig und erinnert immer an den Auftritt der ehemals jugendfrischen Schönheit, die heute, nach langer Vorbereitung, für kurze Zeit in ihrer ganzen Pracht gezeigt werden kann.

      Eigentlich wird aber schon lange nicht mehr sie gezeigt, sondern die Kunst ihrer Kosmetiker. Diese Kunst vermutet Don Alphonso ja auch bei den Bilanzen der UBS und auch bei Morgan Stanley dürfte das einen großen Teil des Zaubers ausmachen. Man kann die Bücher ein oder zweimal schönen. Sich die Dinge schön rechnen. Aber das geht nicht auf Dauer. Selbstbetrug ist wie nicht in Würde altern zu können. Er ist grausam, da er zur falschen Zeit, in meist in einer großen Welle auffliegt.

      Die schon arg gebeutelte KfW meldet deshalb lieber gleich, dass sie bei Lehman einen mittleren dreistelligen Millionenvertrag vergeigt hat. 300 Millionen davon mal eben am Montag, durch eine Überweisung, als Lehman schon pleite war. Man hätte vielleicht doch einen Banker dort einstellen sollen, der lesen kann, oder besser einen, der Blogs liest. Da stand die Nachricht schon seit Wochen. Aber bisher mussten Banker ja nicht lesen können und solche Neuerungen brauchen Zeit.

      Der KfW bleibt die Zeit. Nachdem sie auf Anweisung von Herrn Steinbrück die Deutsche Bank mit offiziell 10 Milliarden Euro über die IKB und noch einmal, wie man gerüchteweise hört, mit 6,2 Milliarden aus eigenen Mitteln saniert hat, spielt die Milliarde, auf die sich der Lehman Verlust wohl summieren wird, keine Rolle mehr. Es ist ja nur das Geld des Steuerzahlers. Das kann man bei den Ärmsten schnell wieder einfordern. Dafür gibt es ja Steinbrück, Steinmeier, Merkel und deren Auftraggeber.

      Noch viel wichtiger ist allerdings, dass sich die Frage nach der Haltbarkeit des deutschen Einlagensicherungsfonds stellt. Für die deutsche Lehmann Brothers sind dort die Einlagen bis zu 285,1 Millionen Euro je Anleger geschützt, wie der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. mitteilt. Es ist der gleiche Bankenverband der die Geschichte von den robusten Banken hierzulande propagiert.

      Medien und Gerüchten zufolge liegt Lehman in Deutschland mit 12 bis 22 Milliarden schief wovon zwischen 4 und 10 Milliarden durch den Einlagensicherungsfond abgedeckt wären. Der Einlagensicherungsfond umfasst zur Zeit 4,6 Milliarden, was auf jeden Fall bedeutet das die deutschen Banken und sonstigen Beteiligten nachschießen müssen. Die Höhe hängt ein wenig davon ab, ob es überhaupt Substanzwerte bei Lehman gibt, die noch vermarktet werden können.

      Gleichzeitig gibt es ein Gerücht, das gerade seit dem Zeitpunkt an dem absehbar war, eine Reihe von namhaften Kunden aus den USA und dem Regierungsapparat noch mit ihren Konten nach Deutschland verfrachtet wurden und somit unter den Schutz des Einlagensicherungsfonds kamen, anstatt wie in den USA üblich, alles zu verlieren, was 20.000 Dollar oder das Doppelte überschreitet.

      Natürlich wird niemand nach den Alter der Konten fragen, weil ja dann bei der nächsten Bank, solche Fragen auch gestellt werden müssten. Eine Nachschusspflicht von bis zu 10 Milliarden Euro kann sicherlich ein oder zweimal geleistet werden. Aber was ist, wenn die Commerzbank wackelt, bei der wohl 3,7 Milliarden je Kunde versichert sind.

      Tatsächlich stellt sich schon heute morgen die Frage, welchen Wert der Einlagensicherungsfond noch hat. Misstrauen dürfte angebracht sein. Es gibt eine deutsche UBS und die Commerzbank hat sich mit der Dresdner Bank und ihren Risiken wohl arg verschluckt.

      Die Börsen werden trotz all dieser Erkenntnisse leicht nach oben kommen. Für eine Falle reicht es allemal. Die Generalrichtung ist jedoch Richtung Süden und es wird wohl sehr tief in den Süden gehen, bis wieder reale Werte erreicht sind. Dabei ist es nicht hilfreich, dass die Notenbanken täglich Milliarden in ein Fass pumpen, das nicht nur ohne Boden und Deckel sondern auch längst ohne Fassreifen und Dauben ist.

      Es gibt dieses Fass nicht mehr, das gefüllt werden könnte. Es gibt nur noch einen Strom auf dem das Geld abfließt um nicht als Regen sondern als hemmungslose Inflation zurückzukommen. Der Tod ist Bestandteil des Lebens. Wer dauerhaft den Tod von Banken und Firmen ausklammern will, klammert vor allem auch das Leben aus. Die Bankendinosaurier auf tönernen Füßen, die Versicherungen und ihre Rückversicherer sind auf Dauer nicht zu retten.

      Lieber ein Ende mit Schrecken, als weiterhin diesen täglichen Schrecken, mit Ankündigung des Schreckens für den nächsten Tag und dies. ohne das ein Ende absehbar wäre. Realität ist hart, kantig und oft auch schmutzig. Aber wer sich nicht der Realität stellt, geht unter. Auch wenn jemand Professor an einer Universität für Leichtmatrosenmanager oder Chef der Allianz ist. Es wurde nun genug gelogen und die Halbwertzeit der Lügen reicht nicht einmal mehr einen Tag.


      [Link] [Cache]
      Duckhome: Kurzkommentar 2008-09-17
      09/17/2008 05:10 AM

      • SPD blockiert Mehrwertsteuersenkung
      • Meisner entlässt Pfarrer - Eklat im Erzbistum Köln
      • Etikettenschwindel im Supermarkt - Wundersame Weinvermehrung
      • Die neu aufgestellte SPD macht der Union Sorgen
      • Fleißige Bundesbürger
      SPD blockiert Mehrwertsteuersenkung

      Während die SPÖ im laufenden Wahlkampf die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel propagiert, opponiert die Schwesterpartei SPD auf europäischer Ebene gegen weitere Steuersenkungen in diesem Bereich. „Wir sind ausgesprochene Skeptiker, was die Einführung weiterer reduzierter Mehrwertsteuersätze betrifft", meinte der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Samstag nach der Sitzung der EU-Finanzminister im französischen Nizza.


      Die Haltung Steinbrücks ist klar. Während er das Großkapital immer weiter in Richtung Null Steuerbelastung führt, muss der Staat und vor allem die Subventionen für eben dieses Großkapital und die vielen militärischen Abenteuer der Außenkanzlerin Merkel ja irgendwie in den Staatshaushalt kommen. Mehrwertsteuer besteuert den Konsum. Die ärmsten Deutschen müssen den größten Teil ihres Einkommens für Konsum ausgeben um überhaupt leben zu können. Die Armen besteuert Steinbrück gerne, weil sie ihn ja nicht bestechen können, sie haben nämlich nichts mehr nachdem Agenda-Schröder und die SPD jetzt fast mit ihnen fertig sind.

      Steinbrücks Freunde aus dem Großkapital, verkonsumieren weniger als 1 Prozent ihres Einkommens und schieben einen Teil der Mehrwertsteuer noch als Vorsteuer in die Bücher ihrer Betriebe. Die sind nicht betroffen. Steinbrück bekämpft eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel und Handwerkerleistungen. Er bekämpft die Menschen in diesem Land.


      ---



      Meisner entlässt Pfarrer - Eklat im Erzbistum Köln

      Im Erzbistum Köln ist es um die Amtsenthebung des Pfarrers der Gemeinde Meckenheim zum Eklat gekommen. Der Geistliche, Michael Jung, weigert sich, die am Freitag ausgesprochene Entlassung anzuerkennen.

      "Ich bin und bleibe rechtmäßig Pfarrer in Meckenheim", sagte Jung. Kardinal Joachim Meisner hatte in einem in seiner Kölner Amtszeit einmaligen Vorgang den Priester mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben. Das Erzbistum wirft dem Geistlichen vor, eine bischöfliche Visitation (Besuch) verweigert, Mitarbeiter zur Illoyalität gegenüber dem Erzbistum angehalten und das Bistum wegen verschiedener Sparmaßnahmen der Untreue bezichtigt zu haben


      Wieder einmal Kardinal Meisner. Gott mag die Kölner wirklich nicht und muss Berlin lieben, weil er Meisner nach Köln geschickt hat. Vielleicht konnte ja auch Polen Paule oder sein Berater Ratzinger die Kölner nicht leiden. Aber jetzt haben die den Salat, sprich den Meisner. Es ist schon witzig wenn ein Pfarrerlein sich gegen den Kaiser von Köln stellt und es leid ist, an den Dingen zu sparen, die wichtig sind für eine Gemeinde. Da macht es Spaß sich vorzustellen, wie Meisners gehorsamer Diener versucht ihn mit der Polizei aus dem Pfarrhaus zu bekommen.

      Wieder einmal stellt sich die alte Frage. Wem gehört eigentlich so eine Gemeinde. Den Gläubigen die sie per Kirchensteuer und über sonstige Steuern bezahlen müssen oder so jemanden wie Kardinal Meisner der ohne jede demokratische Legitimation von irgendwelchen absolutistischen Pfeifen ernannt wird. Meisner dürfte weniger als fünf Prozent der Gläubigen vertreten und für mehr als 60 Prozent ein absolutes Übel sein. Aber die katholische Kirche ist eine Diktatur mit Ratzinger an der Spitze. Da wo Ratzinger ist, kann nichts gutes sein.

      Der arme Pfarrer wird seinen Widerstand mit Berufsverbot und ewiger Verdammnis bezahlen. Die Bürger sollten sich fragen, wie lange z.B. mit Steuergeld für einen Kölner Dom bezahlt werden soll, nur um so eine Kreatur wie Meisner aufzuwerten.


      ---



      Etikettenschwindel im Supermarkt - Wundersame Weinvermehrung

      Es ist kein guter Tag für den Weinhändler Stefan S. Beinahe wäre ihm beim Frühstück sein Cornetto in den Latte macchiato geplumpst, als er die Zeitung aufschlägt und über die ganzseitige Anzeige „Aldi informiert" stolpert. Zwischen Rotationsrasierern und Jeanshosen lacht ihn da sein „Naumachos" an, ein 2004er Rosso Piceno Superiore DOC. Vom bedeutenden Weinguide „Gambero Rosso" hat dieser Wein die Auszeichnung „Zwei Gläser" erhalten und war sogar in der Finaldegustation, bei der Kür zur Höchstnote „Drei Gläser".

      Dort fällen die einflussreichsten Weinkritiker Italiens, Gigi Piumatti von der Slow-Food-Bewegung und Daniele Cernilli vom Verlag „Gambero Rosso", ihre Urteile höchstpersönlich. Mit diesem Gütesiegel wirbt nun also Aldi für sein Aktionsangebot vom 4. September. Unser Weinhändler traut seinen Augen nicht: „Spitzenweine in bester Fachhandelsqualität!", muss er dort lesen. Aldi bietet den „Naumachos" für 6,99 Euro je Flasche an - bei ihm im Laden kostet er 9,80 Euro. Bei drei Euro Unterschied geht aber auch der treueste Stammkunde fremd. Stefan S. holt tief Luft und greift zum Telefon.

      Von Giovanni Carminucci, dem Erzeuger des Weines, erfährt er, dass der Winzer selbst nicht weiß, dass sein Wein bei Aldi verkauft wird. Allerdings sei Carminucci Anfang 2008 von einem Gastronomen aus Essen wegen des „Naumachos" angesprochen worden. Doch die 4000 Flaschen, die er vom ausgezeichneten Jahrgang 2004 noch verfügbar hatte, reichten nicht - der Gastronom wollte nämlich 50.000 Flaschen. Und so scheint Carminucci in seiner großen Kellerei in Grottamare irgendeinen wundersamen Weg der Weinvermehrung gefunden zu haben: Die 50.000 Flaschen wurden mit dem gleichen Etikett wie der Fachhandelswein ausgestattet und schließlich für je 3,50 Euro an Aldi geliefert.


      Weinpanscherei ist wohl eines der ältesten Gewerbe der Menschheit. Selbst Jesus soll sich da ja schon erfolgreich versucht haben. Wein ist vielfach Glaubenssache und der Kauf von Aldi-Produkten ist wie bei anderer Discounterware oft Glücksache. Meist ist die Qualität einfach miserabel weil nur so die gewünschten Preise und die exorbitanten Handelsspannen erzielt werden können.

      Tatsächlich aber haben die Menschen zum Beispiel in Deutschland überhaupt keine Wahl. Da wo Sarrazin und Steinbrück im Auftrag der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten regieren, sollen die Menschen ja gerade nicht Qualität kaufen können, sondern möglichst viel für den schlechtesten Dreck bezahlen. Nur das macht die Neoliberalen wirklich froh, wenn sie auch auf der untersten Qualitätsstufe noch betrügen und belügen können.

      Wäre es anders, gäbe es Gesetze und Strafzahlungen die z.B. Aldi aber auch anderen den Spaß an solchen Geschäften verleiden.


      ---



      Die neu aufgestellte SPD macht der Union Sorgen

      Seit Wochen zerlegt sich die SPD. Doch das neue Duo Müntefering/Steinmeier hat den Sinkflug der Partei gestoppt und könnte für die Union einige Schwierigkeiten bringen. Das einzige Zugferd der Union ist die Kanzlerin. Doch das wird nicht reichen.

      ..

      Aus „Wirtschaftskreisen" hört man derzeit große Unzufriedenheit mit Frau Merkel. Sie habe den Kurs von Leipzig verraten, der Union komme jeglicher ökonomischer Sachverstand abhanden, man werde nicht mehr im Kanzleramt vorgelassen. Die Erbschaftssteuerreform wird zur großen Symbolfrage: hier entscheide sich, ob die CDU-Kanzlerin bereit sei, für Leute zu kämpfen, die nach den Familienidealen der Union lebten, ihren Betrieb auf die Kinder übertragen und ihre Mitarbeiter behalten wollen.


      Man kann sie da schon ganz gewaltig trapsen hören, die Nachtigall in Elefantengröße. Die Welt will, dass die Ära Merkel zu Ende geht. Nicht mit einem Knall aber doch zu Ende. Da lugt all überall der Wulf an den Ecken hervor, der als der typisch dumme Junge noch viel leichter zu handhaben sein dürfte als die Merkel, die man zwischen ihren Auslandsurlauben ja kaum zum regieren bekommt. Die Außenkanzlerin Merkel ist übrig.

      Mal sehen ob und wann sich die CDU den Aufstand erlaubt. Die Bayernwahl könnte den Ausschlag geben.


      ---



      Fleißige Bundesbürger

      In Deutschland arbeiten Vollzeit-Beschäftigte länger als in den meisten anderen EU-Staaten: Ihre tatsächliche Wochenarbeitszeit betrug im vorigen Jahr 41 Stunden. Nur in Estland, Lettland, Rumänien und Österreich wurde etwas länger geschafft. Das geht aus Daten der Statistikbehörde Euro-stat hervor.

      Die Arbeitszeit der Bundesbürger hat sich demnach seit 2003 leicht erhöht. Die EU-Agentur Eurofound, die Arbeitsbedingungen erforscht, berichtet sogar über einen starken Anstieg um 3,3 Stunden pro Woche.


      Bei sinkenden Reallöhnen, gekauften Gewerkschaften und einem ständig höher werdenden Druch durch die wirtschaftsfaschistischen Neoliberalen und ihre Medien blebit den Menschen nichts anderes als wie die Sklaven zu schuften. Eine Regierung die nur die Abzocker unterstützt und die arbeitenden Menschen bestraft, führt eben zu einem Sklavenstaat, der ja auch von Kannegiesser und Mohn/Bertelsmann gewünscht ist.

      Rechtlose Arbeitnehmer sollen bis auf den letzten Blutstropfen ausgebeutet werden. Leichte Beute für die Blutsauger. Das damit die Kaufkraft und die Binnenkonjunktur in Deutschland weiter zerstört wird, interessiert weder Poltik noch die Ackermänner. Die spielen mit dem Geld der Deutschen in den ganz großen Spielcasionos dieser Welt. Da bleibt kein Gedanke an die Menschen.

      Helfen würde nur ein Mindestlohn von 10,50 Euro ein Besteuerung des EBITDA und die Verlagerung der Sozialversicherungskosten auf alle Einkommensarten und das Unternehmenseinkommen.


      ---



      [Link] [Cache]
      Freeman: Wird eBay bald auf eBay angeboten?
      09/17/2008 04:59 AM
      Die eBay Mitarbeiter werden bald einen Schock erleben, denn ein Bericht behauptet, die Firma hat Probleme und bereitet sich auf die Entlassung von 10 Prozent der 15'000 Mitarbeiter vor.

      Laut einem Artikel in Barron's Weekly, wo ein neuer Bericht von Wedge Partners zitiert wird, „verschlechtert" sich das Geschäft des Online-Auktionshauses zusehend.

      Der Konjunktureinbruch in Amerika, speziell die Abschwächung der Konsumwirtschaft, und die Tatsache, dass ziemlich viele eBay-Verkäufer sauer sind, wegen der neulichen Veränderung der Gebührenstruktur, hat eBay in die Bredouille gebracht.

      " Die Unzufriedenheit der Verkäufer mit eBay steigt wegen der höheren Gebühren und andere Veränderungen, und wir glauben eBay muss zusehen, wie Verkäufer von der eBay Plattform wegziehen und ihr eigenes Verkaufsportal aufbauen," schreiben Brian Blair und Ryan Hunter, zwei Wedge Analysten.

      Die eBay Aktie verlor 30 Prozent an Wert dieses Jahr und sie wird zum tiefsten Kurs seit 5 Jahren gehandelt" geht der Bericht weiter, und betont, dass 1500 Arbeitsplätze sofort in Gefahr sind.

      Die Firma geht auch ein hohes Risiko mit einer neuen Suchplattform ein, die gerade getestet wird. „ Die Möglichkeit Artikel zu suchen und zu finden, ist ein Schlüsselfaktor für eBay, und jede Veränderung welche die Effektivität der Suche negativ beeinflusst, würde ein erhebliches Problem für die Firma bedeuten," sagen Blair und Hunter.

      Zu eBay gehören auch die Internetdienste Paypal und Skype.

      Für die Mitarbeiter gar nicht witzig wäre, wenn eBay sehr bald auf eBay angeboten wird.
      [Link] [Cache]
      Duckhome: Muhammad Sven Kalisch - Wenn der Glaube durch Wissen untermauert werden soll
      09/17/2008 04:46 AM

      Kohlezeichnung von Berthold Brecht - Margitta Bieker Gelonida
      Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe.

      Herr K. sagte: "Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde.
      Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallen lassen.

      Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden:


      Du brauchst einen Gott."

      Geschichten vom Herrn Keuner
      Bertold Brecht (1898-1956)
      Dramatiker, Lyriker und Theatermann


      Glaube ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Immer wenn wir von einer Gemeinde der Gläubigen reden, dann reden wir von einer Fiktion. Wir haben bestenfalls eine Gemeinschaft der Glaubenden, die alle ihrer eigenen individuellen Ausprägung von Religion nachgehen. Meist beginnen die Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt nach einem Sinn zu suchen.

      Dabei ist es völlig egal, in welcher Religion, oder ob sie religiös oder areligiös, erzogen wurden. Sie werden zu Suchenden. Häufig fällt das mit den Wehen der Pubertät zusammen, kann aber aber auch durch Verlust, Angst, Liebe oder Erwartung ausgelöst werden. Auch wenn diese Sinnsuche häufig als Reaktion auf eine Erschrecken vor der rauhen Wirklichkeit abgetan wird, ist das zu kurz gedacht.

      Es gibt ein menschliches Schutzbedürfnis, das nach dem Sinn des Lebens und der richtigen Ausrichtung fragen muss. Jeder möchte gerne gut sein und auf der richtigen Seite stehen. Entscheidend ist, wer an dieser Stelle, aus welchen Beweggründen, welche Antworten gibt. Die Menschen, die an diesem Punkt angekommen sind, wollen glauben. Sie sind geradezu zum suchen und glauben gezwungen.

      Dummerweise gibt es viele Religionen und viele menschliche Antworten. Das Spektrum umfasst praktisch den gesamten menschlichen Denkhorizont. Wenn man einmal göttliche Fügung herauslässt, kann der Suchende auf jede nur denkbare Antwort stoßen und diese für sich in Glauben umwandeln. Denn selbst die besten Lehrer, können an dieser Stelle kaum steuern, wie sich der präsentierte Glauben und seine Inhalte in dem Glaubenswilligen verselbstständigen.

      Wenn man Glaubenstheorie und Glaubensvorschriften irgendwo in einem Computer abspeichert oder in ein Buch schreibt, bleiben sie dort für lange Zeit unverändert. In einem Menschen werden sie aber schon im Zeitpunkt der Aufnahme verändert und verändern sich über die Speicherdauer ständig. Zu Anfang mögen diese Veränderungen noch minimal sein. Im Laufe eines Glaubenslebens können sie sich sehr weit von ihren Ursprüngen entfernen.

      Glauben ist etwas individuelles. Es darf angenommen werden, dass nicht zwei Menschen den identischen Glauben haben. Schon bei der Bestimmungen von Farben und Gerüchen kommen Menschen zu den unterschiedlichsten Ergebnissen, wieviel mehr mag das auf Glauben zutreffen, der sehr stark von den eigenen Gefühlen gelenkt wird.

      Der nächste wesentliche Punkt ist die menschliche Faulheit. Jeder bekannte Glauben erfordert bestimmte Verhaltensnormen. Meist unbequeme. Fasten, Kirchgang, regelmäßiges Beten oder Gedenken, gar lesen in der Bibel oder im Koran. Glauben ist Arbeit. Der Mensch ist faul und findet Auswege. Wenn ich Dienstags den Psalm auf dem Kopf stehend psalmodiere, darf ich Freitag ausruhen und Sonnabend in die Disko.

      Die katholische Kirche die in Glaubensdingen oft sehr praktisch ist, kennt den Begriff der Felix Culpa der glückseeligen oder glücklichen Schuld. Wie viele Ausweichmöglichkeiten im Glauben stammt auch diese von Augustinus, der sehr wohl erkannte, dass sein Glaubensbrüder, aber natürlich auch die Menschen seiner Zeit, eigentlich wenig mit Gottes Geboten zurecht kamen und diese auf die unterschiedlichste Art umgingen, sich aber deshalb mies fühlten.

      Sein Ausweg war die Felix Culpa. Denn es können natürlich nur Sünder erlöst werden. Wer ohne Sünde wäre, könnte ja gar nicht erlöst werden, so dass also eine ordentliche Portion Glaubensversagen, also Sünde unheimlich praktisch ist, weil man dann, die stets bereite Erlösung durch Jesus Christus nur annehmen brauche und erlöst wäre.

      Ein kluger Mann dieser Augustinus und ein guter Politiker. Durch die ewige Kette von Sünde und Vergebung durch die Beichte, hielt er die Herde zusammen. Klasse gemacht. Der Martin Luther war nicht so schlau, der wollte zwar heute noch einen Apfelbaum pflanzen, auch wenn er wüsste das morgen die Welt unterginge, aber das war mehr ein Ultimatum an Gott.

      Siehst du Gott, ich habe einen Apfelbaum gepflanzt der unschuldig ist. Du kannst doch nicht die Unschuldigen zusammen mit den Schuldigen verderben. Jonas wollte nicht Ninive weil ihm sein Gott nicht rachsüchtig genug war, Noah war er zu rachsüchtig und die Leute von Sodom dachten wohl ähnlich. Die Götter haben es auch nicht leicht.

      Luther der sich selbst als Bestandteil der herrschenden Klasse sah und dies in seinem Verhältnis zu den Bauernaufständen ja auch deutlich kundgetan hat, gönnte den Menschen die Felix Culpa nicht mehr. Er wollte aus der Erde das Jammertal machen, dass es zu durchschreiten gilt um ins Paradies zu gelangen. Nicht nett zu seinen Mitmenschen, aber es sollte seine Herren vor Revolutionen schützen und wirkt ja heute noch nach.

      Die Menschen sollen sich nicht mehr die Erde untertan machen sondern Untertanen auf der Erde sein. Da konnte ein Friedrich Nietzsche lachend lästern:

      "O dass doch die Erlösten erlöster aussähen!"


      Nein sie sehen nicht erlöst aus. Sie haben ihren Glauben frei gewählt, aber sie ächzen und stöhnen unter den Lasten, die ihnen ihr Selbstverständnis von dem selbsterwählten Gott, auferlegt. Es ist nämlich meist nicht der Gott, sondern das, was sie aus ihm gemacht haben.

      Je jünger solch ein Glaube ist, desto leichter werden die selbstauferlegten Lasten getragen. Es ist geradezu schick ein Hiob zu sein. Auf Dauer ist dieses Dasein als Hiob aber ziemlich lästig. Auf dem Marsch des Glaubens durch das finstere Tal der Erde ist Marscherleichterung angesagt. Ein netter alter Jesuit erzählte einmal das Glauben viel Ähnlichkeit mit Schuhen hat. Wenn sie neu sind, drücken sie, scheuern verursachen mancherlei Pein, zumindest wenn es gute Schuhe sind, die lange halten sollen.

      Aber mit der Zeit formt der Schuh den Fuß und der Fuß formt den Schuh. Es schleift sich ein. Die Glaubenslast wird leichter und man kann besser mit seinem Glauben leben. Die Alten im Glauben sündigen scheinbar weniger. Das stimmt natürlich nicht, es fällt ihnen nur nicht mehr auf. Sie haben eine Möglichkeit gefunden zu sündigen, ohne dass sie dies, für sich selbst als Sünde realisieren.

      Bei Ohrenbeichten, erzählen andere Priester, bekommen sie von mittelalten Frauen einen Unsinn an erdachten Sünden präsentiert, dass es zum Haare ausraufen sei. Die merken ihre Sünden nicht mehr. Das gilt übrigens in jeder Religion, in der sich die Glaubenden nicht ständig gegenseitig kontrollieren und selbst bei einem Höchstmaß an Kontrolle, werden eher skurile Strukturen entwickelt, in denen ganze Gemeinden sündigen können, ohne das es bemerkt würde.

      Ein solch eingeschliffener Glaube setzt natürlich eine gewisse Kritiklosigkeit der Glaubenden gegen sich selbst voraus. Es fällt eher simplen Geistern leichter, als Menschen die sich ständig selbst hinterfragen. Das ist nämlich das Hauptproblem, das der denkende Mensch mit dem Glauben hat. Er hinterfragt sich selbst und kann sich die Lüge, gegen sich selbst und seinen Glauben, nicht verzeihen.

      Tatsächlich kann aber auch der denkende und glaubende Mensch nicht fehlerfrei glauben. Er bleibt sündig. Ist sogar sündiger als andere, weil er die Vorschriften seines Glaubens viel ernster nimmt und viel genauer analysiert. Er steht sich selbst auf dem Weg zu einem leichteren Glauben im Wege und kommt nicht um sich herum. Das ist tragisch.

      Meist trifft es Priester, Prediger und Glaubenswissenschaftler am härtesten. Wenn sie nicht ohne Glaubensverfehlungen oder Sünde leben können, dann muss irgendetwas nicht stimmen. Natürlich sind sie nicht bereit ihren mühsam erkämpften Glauben an sich fallen zu lassen, sondern sie gewichten um. Das ist bei den Buchreligionen einfach. Da ist für jeden etwas dabei.

      Jesus als erster Sozialist, besseren Inzest mit Noah und eine ganze Kirche die auf einem Verräter aufbaut. Drei mal sieben gibt ganz feinen Sand. Die einen legen das alte Testament unter den Altar damit der nicht wackelt und benutzen nur das neue Testament. Die anderen locken mit dem neuen Testament um dann das alte Testament als Keule zu benutzen.

      Der eine hat seine Talmudschule und der andere seine Glaubensrichtung im Islam und der Dritte predigt die Befreiungstheologie oder wird gar gleich Politiker. Alle sind ernsthaft bemüht. Aber sie kommen an dem Grundübel nur beschränkt vorbei. Sie müssen einen neuen Glauben bauen. Ein paar Vorschriften anders sortieren und die Wichtigkeit neu belegen.

      Ein gutes Mittel ist dabei die Geschichtsforschung. Man möchte den Geist dieses Abrahams, Jesus oder Mohameds aus alten Steinen und Papieren destillieren und bestimmen was diese wohl gedacht und gemeint haben könnten. Das sind keine Häretiker. Das sind Suchende. Ehrlich Suchende auch wenn ihr Motiv natürlich falsch ist.

      Sie wollen nicht ihren Glauben beweisen oder gar ihren Gott, sondern ihre persönliche Meinung über diesen Glauben und diesen Gott und wie die beiden auszulegen sind, bestätigt bekommen. Es geht wie so oft in der Wissenschaft nicht um Wahrheit sondern um Bestätigung. Bei den Naturwissenschaften führt das maximal zu gefälschten Experimenten, die dann einfach von anderen Wissenschaftlern widerlegt werden.

      Beim Glauben ist das schwieriger. Die Vermischung von Wissenschaftlichem Beweis mit Glauben ist eine große Gefahr für die Wahrheit. Glauben ist nicht angreifbar, weil er eine individuelle Wahrheit eines Menschen ist. Wenn sich diese vielen Glauben in einer Gemeinde zusammenfassen lassen, ist das gut. Wenn es zu großen Glaubenschulen reicht, noch besser, weil die Schwarmmeinung zu einem mäßigen Glaubensklima führt, damit die Gemeinschaft nicht zerbricht.

      Wissenschaft aber muss ständig hinterfragt werden. Wer Glauben durch Wissenschaft beweisen will, öffnet damit dem Hinterfragen seines Glaubens Tor und Tür und muss ihn schlussendlich auch selbst in Frage stellen, was meist eine menschliche Tragödie ist. Deshalb ist die Geschichte von Prof. Muhammad Sven Kalisch eben so tragisch und in keiner Weise lächerlich.

      Existiert Gott?

      Es macht sich ein Gläubiger auf, nach bestem Wissen und Gewissen; er folgt den Fragen, die ihn rufen; und sie führen ihn weit ab vom gängigen Pfad seiner Religion.

      Dieser Gläubige ist Muhammad Sven Kalisch, seit 2004 der erste deutsche Professor für »Religion des Islam«. Vor Wochen schon waren die sonderlichsten Dinge über ihn zu hören: dass er an der Existenz der Propheten Moses, Jesus und Mohammed zweifele. Dass er somit den Koran nicht als Offenbarung ansehe. Dass er eventuell Gott selbst infrage stelle, an eine Form hinduistischer Wiedergeburt glaube und dergleichen mehr. Vergangenen Freitag erklärte der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland offiziell: Man könne muslimischen Studierenden das Studium bei Kalisch nicht mehr empfehlen.

      Was zunächst nach Gerüchteküche klingt, erweist sich im Gespräch mit Kalisch zum Großteil als begründet: Neuere kritische Forschungen zum Alten Testament findet er zunehmend überzeugend. Auch die Quellenlage zum Leben Mohammeds sei äußerst dürftig. Sollte dieser gelebt haben, könnten Teile des Korans womöglich auf seine Urheberschaft zurückgehen, andere aber der islamischen Theologie späterer Jahrhunderte entstammen. Und doch bleibt Kalisch dabei: »Ich bin Muslim. Ich halte den Ramadan ein. Der Islam ist die Tradition, aus der ich komme.« Im Alter von 15 Jahren ist er zum Islam konvertiert. Dieselbe Nachdenklichkeit, die ihn zum Islam hinführt, treibt ihn jetzt anscheinend über die Grenzen der Lehre zu einer Art universellen Religion.


      Die Frage nach der Existenz Gottes hat Brecht durch Herrn Keuner ein für allemal beantwortet. Prof. Kalisch braucht Gott und er sucht verzweifelt nach ihm. Das ist eine Suche nach Erlösung, die jede Religion tolerieren muss. Denn nur wer sich nach Gott sehnt, stellt sich diese Fragen.

      Dadurch geraten konventionellere Muslime in eine schwierige Lage. Immerhin soll Kalisch in Münster Islamkundelehrer ausbilden. »Diese Lehrer brauchen eine Orientierung«, sagt der Zentralratsvorsitzende Ayyub Axel Köhler und seufzt: »Hätte er nicht den Mittelweg nehmen können? Irgendein Mittelding zwischen diesen sogenannten Fundamentalisten, die den Koran im Grunde nur missbrauchen, und … und dem, was er jetzt denkt?« Der Seufzer klingt milde angesichts der Radikalität, mit der Kalischs Überzeugungen den üblichen muslimischen Konsens verlassen. Doch zu diesem Konsens gehört eben auch, dass kein Muslim einem anderen den Glauben absprechen kann; zu solcher Toleranz hat sich der Zentralrat verpflichtet, und er hält sich daran.


      Was Ayyub Axel Köhler empfiehlt ist die Lüge. Soll er doch so tun als ob er glaube. Das ist die Antwort derer, denen die Schuhe längst passen. Die es sich bequem gemacht haben. Die nicht nach ihrem Gott suchen, sondern bestenfalls mit Mühe lässig von ihrem Thron herunterwinken, den sie sich selbst gebaut haben in ihrer glaubenden Selbstrechtfertigung, wenn dieser Gott zufällig mal vorbeikommen sollte.

      Aber er wird sich hüten dieser Gott, wenn es ihn denn gibt. Er wird sicher nicht in Rom Station machen und nicht bei jenen Evangelikalen die, die Juden nur brauchen um Armageddon erreichen zu können und sie dann in letzter Minute, zurück in die Hölle zu stoßen. Er wird auch nicht bei jenen Juden halten, die den Tod der Palästinenser als Vorbedingung für ihr Leben ansehen und nicht bei jenen Palästinensern und Muslimen die sich das umgekehrt wünschen.

      Es ist allerdings sicher, dass er sich auch nicht die Mühe machen wird, den Zentralratsvorsitzende Ayyub Axel Köhler aufzusuchen, während es gut vorstellbar ist, dass er bei dem Fragenden Prof. Muhammad Sven Kalisch anhält. Es wird auch den Islamlehrern nicht schaden, wenn sie von den Zweifeln hören. Zweifel im Glauben sind nämlich das Ölbad, das den Stahl des Glaubens härtet.

      Es ist übrigens für das hier gesagte unerheblich ob es einen Gott gibt oder nicht. Es ist auch völlig egal welcher Gott der richtige Gott ist. Ehrlicher Glaube ist das Bemühen einem hohem menschlichen Ideal zu folgen. Der ehrlich Glaubende, egal welcher Religion nutzt allen. Auch den Ungläubigen.

      Gerade den Ungläubigen wie dem Autor steht es gut an, den Glauben des anderen als das zu sehen, was er auf jeden Fall ist. Ein positiver Stein im Charakterbild.


      [Link] [Cache]
      Ein Zyniker schreibt...: Der Normspieler und die Millionen Unterhaltungen
      09/17/2008 02:19 AM
      Oh Gott nein, es gibt Orte an denen sich Menschen ohne lückenlose Überwachung unterhalten können...und das auch noch über verschiedene Kontinente hinweg. Das kann nicht angehen, was für eine Gefahr, da können wir uns ja gleich selber eine Bombe auf den Kopf werfen. Ein Glück dass das jetzt endlich bemerkt wurde und die Überwachung in dieser Richtung ausgebaut werden kann. Da kann man ja wirklich Angst bekommen. Ich verstehe nicht wie die so lang so Leichtsinnig sein konnten.

      Mittlerweile wird es jedem klar sein, der kriminelle oder terroristische Aktivitäten über das Internet organisieren will, dass es immer schwerer wird, unbeobachtet zu kommunizieren. In den US-Geheimdiensten wird daher befürchtet, dass möglicherweise virtuelle Welten wie Second Life oder vor allem Online-Rollenspiele mit Millionen von Spielern eine Möglichkeit bieten könnten, um heimlich Pläne auszuhecken oder sich zu verabreden.

      Ja da hab ich auch ganz dolle Angst...der gemeine Zocker ist ja min. zu 50% Terrorist.

      Noch ist kein Vorfall bekannt geworden, aber die Geheimdienste seien immer stärker beunruhigt, berichtet Wired, dass Terroristen in solchen Online-Spielen Anschläge in der Wirklichkeit planen könnten. Millionen von Gesprächen finden, so Toavs, in Online-Rollenspielen gleichzeitig statt.

      "Herr Richter wir haben zwar so einen Fall noch nicht dokumentiert aber ich könnte mir vorstellen das Terroristen sich Dosentelefone bauen um damit über kurze Distanzen heimlich miteinander zu kommunizieren. Vermutlich würden sie auch eine Geheimsprache verwenden, das machen die ja immer so. Ich schlage daher vor den weltweiten Absatz von Dosensuppen genauer im Auge zu behalten. Nach meiner Erkenntnis kaufen und essen Millionen von Menschen täglich Dosensuppen. Ach ja und wir sollten Geheimsprachen verbieten. Ich hab da mal eben ne Skizze zum Bedrohungsszenario entworfen"




      Ach ja die Normspieler-Idee wird auch noch schnell ausgegraben.

      Die US-Geheimdienste verfolgen auch das Projekt namens Reynard, um das Entstehen von sozialen und terroristischen Dynamiken in virtuellen Welten und Online-Rollenspielen von normalem Verhalten unterscheiden zu können. Man will normales Verhalten erkennen und so automatisch verdächtiges Verhalten identifizieren können.
      Soziale und terroristische Dynamiken...das ist ja eigentlich das Selbe, oder? Also Leute jetzt alle ganz normal tun, sonst denken die noch wir sind Terroristen ...dummdidumm...(pfeif)...dummdidummdi...
      [Link] [Cache]
      Deutschland Debatte: DIW Studie sinkende Armut oder Mogelpackung?
      09/17/2008 01:17 AM

      Arbeit statt Armut oder sollen sich die Armen tot lachen?

      Laut DIW Studie gilt ein Haushalt dann als armutsgefährdet, wenn er über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens verfügt. Für einen allein lebenden sind das derzeit rund 890 Euro im Monat.

      Hartz IV Regelsatz 351

      Miete + NK 350

      1 € Job 130 Std * 1,50 € = 195 €

      Einkommen (ALG II + Ein Euro Job) 896 €

      Laut DIW Studie sind Hartz IV Leistungsempfänger mit Ein Euro Job nicht armutsgefährdet daraus schließt die Studie das der Aufschwung am Arbeitsmarkt ankommt.

      Je geringer der 60% Durchschnittslohn berechnet wird umso weniger Personen sind laut DIW Definition armutsgefährdet. Ich nenne das Wohlstand und Reallohnverlust andere nennen das “Aufschwung am Arbeitsmarkt”

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Alles Schall und Rauch - Blogger-Treffen
      09/17/2008 12:40 AM
      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Steigerlied als Video
      09/17/2008 12:40 AM

      Endlich habe ich das Filmmaterial vom Auftritt des Duisburger SPD-Parteitages erhalten und prompt zusammengeschnitten. Die verschiedenen Lichtverhältnisse sind zu entschuldigen, auch habe ich es vorgezogen, die fertige Studioversion des Steigerliedes unter die Bilder zu legen, da die Tonqualität der Videokameras nicht wirklich berauschend war.

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Glück auf, der Steiger kommt!
      09/17/2008 12:40 AM

      J�rgen C. Brandt - Die Bandbreite

      So lautet der Text des tradtionsreichen Steigerliedes, das wir für Jürgen C. Brandt und die SPD Duisburg neu vertont haben. Auf der Krönungsmesse des neuen OB-Kandidaten der SPD für Duisburg in der Rheinhausenhalle präsentierten wir den Song zum ersten mal live gemeinsam mit dem Bergwerksorchester Niederrhein.

      Nun ist der Song auch im Netz zu bekommen und das sogar für Nüsse. Auf seiner Webseite hat Jürgen C. Brandt dazu auch bereits den ersten Kommentar abgegeben - ganz zu unserer Freude.

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Tapesh 2012 bei Bochum Total
      09/17/2008 12:40 AM

      tapesh-2012-2.jpg

      Am Samstag, den 5.7.2008 traten wir mit Tapesh 2012 bei Bochum Total auf der Ringbühne auf. Vor uns spielten meine Homies von Trustgame aus Duisburg und legten ein paar ordentliche Rocknummern aufs Parkett.
      Um 19.30 Uhr waren wir dann an der Reihe. Tony startete mit der soften Nummer “Why” ins Programm und danach sorgten wir mit tanzbaren Smashhits für ausgelassene Stimmung auf und vor allem vor der Bühne.

      Vor und nach unserem Auftritt gaben wir der Deutschen Welle und dem WDR Interviews, die bald im Radio zu hören sein werden. Wir versuchten dabei zum einen unsere Ablehnung dem iranischen Mullah-Regime gegenüber Ausdruck zu verleihen, zum anderen darauf hinzuweisen, dass ein Krieg gegen Iran dafür keine Option ist. Ich hoffe, dass die Medien unsere Message unverfälscht wiedergeben werden.

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Das Fest der Linken
      09/17/2008 12:40 AM

      Auf dem Sommerfest der Linken war es uns vergönnt, ein Konzert spielen zu dürfen und zudem interessanten Persönlichkeiten aus Politik und Presse zu begegnen. Neben einer Diskussionsrunde mit Gregor Gysi hatten wir auch die Möglichkeit uns mit Lothar Bisky kurz privat zu unterhalten.

      Lothar Bisky und Die Bandbreite

      Unsere Freunde aus der Anti-Deutschen-Szene sorgten kurz vor unserem Auftritt mit einer Flugblatt-Aktion wieder mal für die notwendige Promotion. Leider war unser Konzert nämlich nicht sonderlich gut besucht. Wir traten in Konkurrenz zu Wir sind Helden und natürlich dem abendlichen EM-Spiel, so dass der Saal bescheiden gefüllt war. Nichtsdestotrotz schafften wir es, die anwesenden Zuschauer zu begeistern.
      Über den Inhalt des Flugblattes konnten wir nur müde lächeln. Der Autor desselben hatte nicht einmal den Mut, seine Unterschrift unter das Lügenblättchen zu setzen. Allein das spricht Bände.

      Am darauffolgenden Sonntag hatten wir noch das Vergnügen uns mit Jürgen Elsässer vom Neuen Deutschland treffen zu dürfen, dessen neuestes Buch im September in Berlin vorgestellt werden wird.

      J�rgen Els�sser und die Bandbreite

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Stadtfest in Rheinhausen
      09/17/2008 12:40 AM

      Plakat Rheinhauser Stadtfest

      Kurz vor Beginn unseres Auftritts auf dem Rheinhauser Stadtfest am Samstag fielen die ersten Regentropfen auf unsere unbedachte Bühne. Mit Planen versuchten wir unser technisches Equipment zu schätzen und zunächst schien es so, als ob unser Auftritt ins Wasser fallen würde. Dank des nahegelegenen Bierstandes und dem Stand der Rheinhauser SPD war es uns dann doch möglich aus den zur Verfügung gestellten Sonnenschirmen ein sicheres Refugium für Computer und Schlagzeug zu schaffen.

      Punkt 16 Uhr konnte es dann also losgehen und nach unserem Auftakt mit dem Song “Gedankenketten” hatten wir Petrus wohl gnädig gestimmt, denn die Sonne kam wieder zum Vorschein und bis zum Ende des Konzerts blieb es trocken. Eine ansehnliche Menschentraube scharrte sich um unsere Bühne, die nicht um Applaus und Zugabe-Rufe verlegen war.

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Halbmarathon
      09/17/2008 12:40 AM

      Nach 1:47:19 Std. habe ich es am gestrigen Sonntag geschafft, die 21 Kilometer des 7. Rhein-Ruhr-Halbmarathon in Duisburg hinter mich zu bringen und die Ziellinie zu überqueren. Zwar bin ich 6 Minuten später ins Ziel gekommen als noch vor 3 Jahren, aber immerhin scheint es mit meiner Fitness im Augenblick wieder bergauf zu gehen. Mal sehen, ob ich es schaffe, im Herbst erstmals einen Marathon zu laufen.

      Urkunde Halbmarathon

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Bundesjugendcamp der IGBCE
      09/17/2008 12:40 AM

      Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie IGBCE lud zu ihrem alljährigen Bundesjugendtreffen dieses Jahr ins Brandenburgische Neuruppin ein. Gemeinsam mit meiner Rap-Workshopgruppe aus Walsum reiste ich am Donnerstag an und traf mit ihnen letzte Vorbereitungen für ihren Auftritt am Freitag und Samstag. Im Workshop hatten wir zwei Songs erarbeitet: Einen zum Thema Hartz4 sowie eine IGBCE-Hymne in HipHop-Form.

      Die präsentierten die drei Jungs dann auch mit der nötigen Bühnenpower vor einem tosenden Publikum bestens gelaunter Jugendlicher. Eingebettet in das Programm von Poedra, die ebenfalls für eine Performance aus Duisburg angereist waren, gab es am Samstagabend eine HipHop-Performance der Extraklasse.

      Wojna Die Bandbreite Neuruppin

      Am Freitag hatte ich dann die Ehre für die Mitglieder des Bezirks Nordrhein und insbesondere den Duisburgern unseren Gassenhauer Dat is Duisburg zu präsentieren.

      Zuvor war es mir vergönnt, am Streitgespräch zwischen dem pfälzischen Ministerpräsidenten und SPD-Chef Kurt Beck und dem nordrheinwestfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rütgers, teilzunehmen und diesen bundesdeutschen Spitzenpolitikern eine kritische Fragen zu ihrer Zustimmung zum Lissabonner Vertrag stellen zu dürfen.


      Zum Fotoshooting mit meinem Landesvater kam es dann auch noch. Ob Herr Rütgers weiß, wen er da so nett in den Arm nimmt?

      Wojna Die Bandbreite J�rgen R�tgers

      [Link] [Cache]
      Wojnas Workinglife: Anonymer Spender
      09/17/2008 12:40 AM

      Vorgestern erreichte mich ein Brief ohne Absender. In dem Umschlag befand sich ein Anschreiben, in dem der Schreiber sich für unseren Mut und unser politisches Engagement bedankte - sowie ein 50 Euro-Schein.

      Dem anonymen Spender sei hiermit unser Dank ausgesprochen für diese großzügige Unterstützung. Gerne sind wir auch bereit eine Quittung dafür auszustellen, da wir im Gegensatz zu Herrn Zumwinkel unsere Einnahmen ordnungsgemäß versteuern. Nach Angabe des Wortlauts schicken wir dir selbige gerne zu. Bitte melde dich!

      [Link] [Cache]
      elementarteile: O Tempora! O Mores!
      09/17/2008 12:39 AM

      Den mein ich nicht, sondern das hier:

      Repräsentative Umfrage: Junge Deutsche wissen wenig über die RAF

      Indeed! Sonst würde es hier ganz anders abgehen…

      oder erinnert ihr euch noch an das Celler-Loch, oder an S-Bahn-Peter, oder an den Schmücker-Prozess? Oder die Roten Brigaden, oder oder oder

      Denn wenn die Knilche solche Sachen wüssten, w ürden sie auch mal nach den Sauerland-Bombern fragen.

      [Link] [Cache]
      Stefan-Ziller.de: BündnisGrüne wollen Bundeswehreinsatz in Afghanistan beenden
      09/17/2008 12:35 AM

      Gemeinsam mit rund 150 anderen Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen gehöre ich zu den Unterzeichnerinnen eines Aufrufs der Grünen Friedensinitiative. In dem heute in der Berliner “taz” veröffentlichten Aufruf sprechen sich die Unterzeichnerinnen gegen eine Verlängerung und für eine Beendigung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan aus, über den im Oktober der Bundestag entscheidet. Wieder sollen mehr Soldaten nach Afghanistan geschickt werden, der Krieg eskaliert immer mehr Gleichzeitig prägen Gewalt, Terror und Drogenhandel den Alltag in Afghanistan. In den meisten Regionen Afghanistans herrschen Warlords und Drogenbarone. Die Bevölkerung lebt in ständiger Angst und unter unwürdigen sozialen Bedingungen. Menschenrechte werden weiterhin mit Füßen getreten.

      In dem Aufruf wird deshalb gefordert, den “Einsatz der Bundeswehr in verantwortbarer Weise in den nächsten Monaten” zu beenden. Gleichzeitig wird zur Unterstützung der Demonstrationen der Friedensbewegung am 20.9.2008 in Berlin und Stuttgart aufgerufen.

      [Link] [Cache]
      elementarteile: Der Aufschwung kommt, doch!
      09/17/2008 12:22 AM

      Ich weiß nicht wie oft ich darüber geschrieben habe. Oh doch, min. 7 mal.

      Und jetzt, da endlich der letzte deutsche Hinterbänkler merkt, dass in Amerika nicht nur ein paar dumme dubiose Banken krachen gehen, die IKB irgendwie doch kein Pappenstiel war, die Wirtschaft mit den Knien zittert, kommt das DIW:

      Berliner Wirtschaftsexperten sind überzeugt, dass der Aufschwung jetzt bei den Menschen ankommt, aber keiner weiß, für wie lange.

      Nach den neuesten Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) liegt das Armutsrisiko bei 16,5 Prozent.

      […]

      Ein Bürger fällt in Deutschland dann in das Armutsrisiko, wenn er über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt.

      Oh, achja und wenn das mittlere Einkommen sinkt, weil Niedriglohnsektor, 1€-Jobs und andere Transferleistungen aus dem Boden schießen, sinkt natürlich auch das Armutsrisiko, die Leute sind ja schon arm, das Risiko ist also geringer… aber lasst euch davon nicht weiter stören. Weiter im Text:

      In der Bundesrepublik sank sowieso die Lohnquote zwischen 2000 und 2007 von 72 auf 65 Prozent. Damit wird der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am gesamten Volkseinkommen bezeichnet.

      Also fassen wir zusammen: Im Durchschnitt verdienen mehr Menschen weniger Geld als vor acht Jahren und

      Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sah in dem Papier den Beleg dafür, dass der Aufschwung in allen Bereichen des Arbeitsmarktes angekommen sei.

      Ist das ein Witz oder so? Hab ich es nicht verstanden? Für wie bescheuert hält diese Tüpe uns?

      [Link] [Cache]

      No comments: