Wednesday, February 25, 2009

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-08

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-08


Club der halbtoten Dichter: ABC der Schiffe - Walter Leonhardt
10/08/2008 11:41 PM

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Teil I >KLICK

(Fotos: loggerman)

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Teil II

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SaarBreaker: Finanzsystem kollabiert weltweit
10/08/2008 11:41 PM

.. mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit!

Und unsere Bundeskanzlerin Angel Merkel verspricht “private Spareinlagen sind sicher”! Wer es glaubt, wird am Ende wertloses Papier auf dem Konto haben. Alle anderen verjubeln ihr Geld jetzt!

Die Bundeswehr im Inneren wird dafür zu sorgen haben, dass die Betrogenen nicht über die Betrüger herfallen.

Video via Schall und Rauch

Mehr zum Thema

Ihr wurdet gewarnt - Schall und Rauch


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SaarBreaker: Sieben Jahre unschuldig überwacht
10/08/2008 11:41 PM

Widerlich:

Seit 2001 überwachten Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz drei Männer aus Berlin. Erst waren sie Terroristen, dann Kriminelle und am Ende unschuldig. (Quelle: taz.de)

Und was hat die sieben Jahre lang anhaltende Verschwendung von Steuergeldern gebracht? Die Zerstörung des Privatlebens von drei Männern! Natürlich ist dafür weder irgend Jemand Haftbar noch bekommen die unschuldig Überwachten eine Entschädigung. Eine Entschädigung ist im Kampf gegen den Terrorismus Bürger im demokratischen Deutschland nicht vorgesehen.


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SaarBreaker: Liebesbrief führte zur Festnahme wegen Terrorverdacht
10/08/2008 11:41 PM

Einige Politiker und Sicherheitsbehörden haben nun so oft den Terrorangriff auf Deutschland herbeigeredet, dass sie offenbar an Paranoia erkrankt sind. Denn ein simpler Liebesbrief reichte den Behörden um am 26. September zwei Unschuldige Männer wegen Terrorverdachts aus einen abflugbereiten Flieger zu verhaften. Nun wurde der Haftbefehl wieder aufgehoben.

Innenminister Ingo Wolf bezeichnete diese unsinnige Aktion als Erfolg:

Innenminister Ingo Wolf (FDP) hatte daraufhin von einem Beleg für die gute Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern bei der Terrorbekämpfung gesprochen. Der Zugriff habe gezeigt, “dass wir wachsam sind”. (Quelle: taz.de)

“dass wir wachsam sind” und noch nicht einmal einen Liebesbrief lesen können!

Jetzt machte die Staatsanwaltschaft dem Innenminister einen Strich durch die Erfolgsrechnung. Wohl auch deshalb, weil Anwalt Günal am Montag eine zehnseitige Haftbeschwerde eingelegt hatte, nachdem ihm Akteneinsicht gewährt wurde: “Darin haben wir deutlich aufgezeigt, was alles schief lief.” Etwa, dass ein im Reisegepäck gefundenes Schriftstück, das zunächst als Abschiedsbrief gewertet worden war, sich dann aber als Liebesbrief entpuppte, nicht einmal im Haftbefehl aufgeführt wurde. Auch die darin erwähnten Kurznachrichten, die die beiden Verdächtigen sich kurz vor dem Abflug zugeschickt haben sollen, seien nur unvollständig vorhanden gewesen. (Quelle: taz.de)

Offenbar haben sie ihre Dummheit selbst bemerkt und deshalb das Beweisstück - ein Liebesbrief - im Haftbefehl unterschlagen. Warum gegen die Zwei Unschuldigen ein Haftbefehl erlassen wurde, weiß heute wohl niemand mehr so genau. Wohl aber, warum er aufgehoben wurde.

Den Deutschen Sicherheitsbehörden kann man wirklich nicht mehr trauen und es ist fraglich, ob wir uns im kommenden Winter mit einem Schal vor der Kälte schützen sollten. Denn bei unseren paranoiden Sicherheitsbehörden besteht dann die Gefahr, als vermummter Terrorist verhaftet zu werden. Möglicherweise wird der Schal auch bald schon als Waffe klassifiziert und bundesweit verboten. Überraschen würde es mich nicht.

Link

taz.de: Nach Verhaftung am Kölner Flughafen - Terrorverdächtige aus Haft entlassen


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scusi!: Konzeptionslos in die Kernschmelze des Kapitalismus
10/08/2008 11:30 PM
rhbl

Richard Wagner`s Ouvertüre zu "Der fliegende Holländer" (Orchester der Deutschen Oper Berlin, Leitung: Giuseppe Sinopoli) ist die richtige Begleitmusik zu den neuesten Horrornachrichten der Internationalen Finanzmärkte. War doch der Tulpenzwiebelskandal Anfang des 17. Jahrhunderts in Holland der erste Börsencrash in der westlichen Hemisphäre, bei dem kriminelle Finanzbetrügereien und freche Eigentumsdelikte in Kombination mit dem massenpsychologischen Phänomen der unkontrollierten Raffgier zu einer Spekulationsblase ungeheuren Ausmaßes führten.

„Der Tulpenboom dauerte etwa von 1634 bis 1637. Im Januar 1637 stieg der Preis für Tulpenzwiebeln um das 24fache. Im Februar erfolgte dann der plötzliche Absturz. Die Preise waren so hoch gestiegen, dass nun jeder die Gewinne mitnehmen wollte. Es kam nach dem Schneeballprinzip zu einer regelrechten Verkaufsorgie. Jeder wollte schließlich retten, was noch zu retten war. Hollands Regierung versuchte, die wirtschaftliche Katastrophe aufzufangen. Hilflos und natürlich ohne Erfolg erklärte sie den Verfall der Preise für grundlos. Alle Auffangmaßnahmen scheiterten am rasanten Preisverfall der Tulpenzwiebeln, die zum Schluss weniger als Gemüsezwiebeln wert waren.

Nach dem Zerplatzen der Spekulationsblase folgte eine tief greifende Depression. Die ruinierte auch alle, die noch rechtzeitig und mit Gewinn ihre Tulpenzwiebeln verkauft hatten"(Andreas Lojewski).

So wie vor fast 400 Jahren den Tulpenzwiebeln wird es in der aktuellen Weltfinanzkrise den von der Wall Street zur Finanzierung des Irakkriegs erfundenen Ramschpapieren ergehen, die von den üblichen Verdächtigen und ihren deutschen Helfershelfern (Frau Kohl, Herr Lehmann und viele, viele andere in Film, Funk, Fernsehen und Presse) dem biederen deutschen Bürger seit 2003 als enorm lukrative „Wertpapiere" angepriesen wurden.

Die im Rotwelsch der kriminellen angloamerikanischen Börsianer unter tausend falschen Namen und verwirrenden Bezeichnungen als Garantieanleihen, commercial papers, Derivate, Subprime-Papiere, credit default swaps oder schlicht als Zertifikate auf den Markt geworfenen Papiere waren keine Wertpapiere sondern meist nur irreführend verpackte, verlustbringende Wettvereinbarungen. Wo bleibt der Staatsanwalt?

Bei Wetten, das weiß jeder, gewinnt automatisch der Wettveranstalter über die Wettgebühr, recht selten der Spieler. Auch Banken sitzen gegenüber dem Bürger am langen Hebel. Die Goldmänner als globale Wett-Casinobetreiber und sogenannte US-Investmentbanker haben bis vor drei Wochen am längeren Hebel gesessen. Dann brach ihr betrügerisches Schneeballsystem aus toxischen Zertifikaten mit der Pleite des Casinos der Lehman Brothers in New York zusammen. In Deutschland ist der Betrieb von Kettenbrief- und Schneeballsystemen zwar strafbar, doch weil die Schlüsselpositionen des bundesdeutschen Justiz- und Herrschaftssystems wohl mit „Amiliebchen" besetzt sind, kann nicht mit einer Verfolgung der amerikanischen Straftäter und ihrer deutschen Helfershelfer in den Banken oder bei der BAFin gerechnet werden.

Der schrittweise Zusammenbruch des gesamten kapitalistischen Geldmarktsystems in Form einer Kettenreaktion dürfte mit dem Staatsbankrott Islands bereits begonnen haben. Nach den finanziell ohnehin chronisch wirtschaftsschwachen Offshore-Inseln wie Irland oder Großbritannien werden auch die durch den mehr als drei Billionen Dollar teuren Irakkrieg und den ähnlich kostenintensiven Afghanistankrieg ausgelaugten USA ruiniert. Das seit der Zerstörung der Sowjetunion in der Klemme sitzende Russland, stark exportabhängige asiatische Länder wie Japan und China oder europäische Exportmächte wie Italien, Frankreich und nicht zuletzt Deutschland werden in den finanziellen Abgrund, in eine Weltwirtschaftskrise wie 1929 gerissen werden.

Dass dies so kommen musste, das zeigt das Mengengerüst der Finanzkrise. Dazu gehört zunächst der exorbitante Nennwert von 516,4 Billionen Dollar der in der ersten Jahreshälfte 2007 im Umlauf befindlichen Derivate, die zu einem unbekannt großen Teil toxisch-verschmutzt sind.

Die gegenüber der Weltwirtschaftskrise 1929 enorm gestiegene Komplexität der US-Schwindel- und Schrottpapiere macht die Krise völlig unüberschaubar. Von den Wall Street-Betrügern wurden zwecks Befriedigung der eigenen Raffgier und zur Finanzierung der laufenden Kriege der USA systematisch „Schein-Produkte" zur Umverteilung der in den USA aufgestauten Inflation auf Europa und den Rest der Welt in Umlauf gebracht.

Die betrügerische Absicht der US-Banker ergibt sich zunächst aus der vorsätzlich wirtschaftlich undurchsichtigen und rechtlich hochkomplizierten Konstruktion der Schrottpapiere, sodann aus der absichtlich unübersichtlich gestalteten Vielfalt der „toxic assets" und ihrer Flüchtigkeit in den Vertriebswegen der globalen elektronischen Computersysteme. Nach dem Mafia-Grundsatz, wonach das beste Versteck für einen Mann eine Großstadt und für ein Buch eine große Bibliothek ist, haben die Goldmänner weltweit hunderte Millionen von ihren faulen Zertifikaten in hunderten Milliarden von normalen Wertpapieren versteckt. Das war der eigentliche Zweck der sogenannten "Globalisierung".

Weil die exotischen US-Zertifikate, die unter den verschiedensten, für Bundesbürger unverständlichen englischsprachigen Bezeichnungen gehandelt wurden, in aller Regel keinerlei Wert repräsentierten, hätten die Ramschpapiere der US-Börsen-Verbrecher an deutschen Börsen niemals zugelassen werden dürfen. Allein bei der Frankfurter Sparkasse sollen sich bis gestern 5000 Geschädigte gemeldet haben. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 hätte ihnen die Frankfurter Bürgerwehr die Herren Schröder, Hombach, Eichel, Clement etc. zu Zwecken der Selbstjustiz übergeben. In Hamburg sind 1929 entlarvte Finanzbetrüger und deren Politikeranhang auf Bollerwagen und Handkarren in Schimpf und Schande erst in der Stadt an den Pranger gestellt und dann davongejagt worden.

Weltweit sollen etwa 350.000 verschiedene Arten von Zertifikaten auf dem Markt gehandelt werden. „Ein Zertifikat ist ein Wertpapier, das eine Zweitverbriefung eines Basiswertes oder -papiers darstellt. Es zählt zu den Derivaten und den strukturierten Finanzprodukten. Erstmals wurde 1989 ein Zertifikat von einer Bank emittiert und an der Börse gehandelt. Zertifikate sind klassische Retail-Produkte vorwiegend für Privatkunden; sie werden im Gegensatz zu Fonds vorwiegend direkt vertrieben" Wikipedia

Vor 1989 gab es in Deutschland ca. 50 verschiedene Arten von Wertpapieren, von denen nur ein Dutzend für den Sparer von Belang waren. Die Regulierung nach dem Wertpapierrecht war streng. Das System funktionierte. Als Beamter habe ich z.B. mein Erspartes ausnahmslos immer nur in festverzinsliche Wertpapiere wie deutsche Bundesschätze oder Deutsche Rentenfonds investiert. Das waren übersichtlich strukturierte Wertpapiere, die selbst ich noch verstehen konnte.

Das deutsche Wertpapiersystem war bis 1989 gerade noch überschaubar, wie die Übersicht über die verschiedenen Wertpapierarten aus Gablers Wirtschaftslexikon zeigt:

WP2

Übersicht: Klassische deutsche Wertpapierarten bis 1989 in schwarzen Kästchen; rechts unten in roten Kästchen von mir angedeutet die ungeheure Flut des neuerdings hinzugekommenen US-Giftmülls: z.B. US-Zertifikate (Derivate) (Doppelklick zum Vergrößern, Thumbnail mit Pop Up)

Erst 1989, mit dem Fall der Mauer, warfen die Wall Street – Betrüger in großem Stil ihre heute 350.000 verschiedenen Arten von gezinkten Zertifikaten/Derivaten auf den Weltmarkt. Vorzugsweise wurden diese toxic assets an den Börsen des wohlhabenden Deutschland angeboten, denn bei den fleißigen Deutschen war weltweit am meisten zu holen. Deutschland wurde mit Giftmüll-Zertifikaten richtiggehend geflutet. Möglich wurde das nur durch systematische Kollusion der führenden Journalisten in allen deutschen proisraelischen Medien und durch ein ungeheuerliches Versagen der zuständigen Beamten in den Finanzministerien und Finanzbehörden, durch die parteipolitische und sonstige Korruption in den Teppichetagen aller deutschen Finanz-Aufsichtsbehörden.

Entschuldigend könnte man für manche Wessis und Ossis anführen, dass sie nach 1989 überlastet waren, weil die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ihre ganze Aufmerksamkeit band. Es muss aber auch systematisch gesetzte, kriminelle Elemente und Weggucker bei den zuständigen Sicherheitsbehörden, Staatsanwaltschaften und verräterische Mitspieler an höchster Stelle im politischen Berlin, in der Bankenmetropole Frankfurt und anderswo in Deutschland gegeben haben und noch geben. Der Rechtsstaat Deutschland scheint an den für Finanzen zuständigen Stellen vollständig unterwandert, korrumpiert und unterminiert zu sein.

Anders ist das flächendeckende Einsickern der Schmutz- und Giftpapiere in Deutschland nicht zu erklären. Die üblichen Verdächtigen, die mit den Lehmännern und Goldmännern aus New York direkt oder über drei Ecken familiär verbandelt waren und sind, sorgten auf allen Lobby-Ebenen höchst diskret dafür, dass mit dem Investmentmodernisierungsgesetz und dem Finanzmarkförderungsgesetz diesen Heuschrecken und Finanzbetrügern in Deutschland straflos Tür und Tor geöffnet wurde.

Wie im Umweltschutz gilt auch im Finanzwesen das Versursacherprinzip. Wer unsere Umwelt mit faulen Papieren verschmutzt, muss für die Beseitigung des Drecks sorgen. Unsere Regierung hat offenbar kein Konzept zur Bekämpfung der Krise, die längst eine Weltfinanzkatastrophe geworden ist. Warum sollte Frau Merkel oder Herr Steinbrück mehr auf dem Kasten haben als Herr Bush und Herr Paulson. Den USA und ihren NATO-Adepten wird es jetzt so gehen wie der sowjetischen Führung und deren Hintersassen im Warschauer Pakt bei der Katastrophe von Tschernobyl. Die unheilbringende Wolke von Finanzgiftmüll zieht mehrfach um die Welt, das Gift regnet mal hier, mal da herunter, kontaminiert und zerstört jedesmal ganze Volkswirtschaften.

Niemand wird diesen Prozess des weltweiten wirtschaftlichen Niedergangs noch aufhalten, weil niemand die Macht hat, die US-Verbrecher zur Bereinigung des Weltfinanzsystems von ihren Schrottpapieren zu zwingen.

Die politischen Folgen aber werden noch viel ungeheuerlicher und katastrophaler sein, als es sich die krummnasigen Urheber der finanziellen Kernschmelze je vorstellen konnten.[Link] [Cache]
Freeman: Selbstverständlich ist Bin Laden tot
10/08/2008 11:09 PM
... sagt der ehemalige CIA-Agentenführer Robert Baer in einem Radiointerview, der als Experte für Geheimdienste und Aussenpolitik sehr respektiert wird.

In der Radioshow Fresh Air am 2. Oktober stellte Robert Baer sein neues Buch "The Devil We Know" vor. Dabei fragte die Moderatorin Terry Gross: „ Sie sagen bin Laden ist tot?" worauf Baer antwortete: „ Selbstverständlich ist er tot ... wo sind die DVD's? Bin Laden würde sich nicht die Haare färben, alle diese Sachen können manipuliert werden, Stimmen können manipuliert werden ...

Er meint damit die gefälschten Videobotschaften, die seit seinem Tod im Dezember 2001 immer wieder in den Medien den gutgläubigen Zuschauern gezeigt werden, aber eindeutig als Fälschungen entlarvt sind.

Baer, der auch in aller Öffentlichkeit die offizielle 9/11 Story anzweifelt, sagte weiter „ Er ist nicht aufgetaucht. Ich habe eine Umfrage im letzten Monat bei CIA-Agenten durchgeführt, die auf seiner Spur waren, und es hat mich überrascht, nicht ein einziger war sicher ob er lebt oder tot ist. Sie haben keine Ahnung, ich meine, dieser Mann ist vom Planeten verschwunden. Das ist noch nie in meinen Jahren bei der CIA passiert," sagte er.

Robert Baer ist der Autor des Tatsachenromans „See No Evil", der als Grundlage für den Spielfilm Syriana mit George Clooney und Matt Damon aus dem Jahre 2005 dient.

Er sagte „ Wann in der Geschichte hat ein Land einen Krieg gegen ein anderes Land geführt, wo der Führer wahrscheinlich tot ist? Was zur Frage führt, kämpfen wir in einem falschen Krieg in Afghanistan und bald in Pakistan? Und ich komme zum Resultat, ja wir tun es."

Er warnte, dass der sogenannte Krieg gegen den Terror ein ewiger Krieg sein könnte, wenn das Ziel sei, Bin Laden zu fangen. Dann könnte man immer behaupten, er ist jetzt in ein anderes Land geflüchtet, mit der Ausrede, in dort zu suchen.

Hier der Ausschnitt aus dem Radiointerview.

Damit bestätigt ein CIA-Insider meine Aussage "Bin Laden ist schon lange tot". [Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Matthäus am Letzten
10/08/2008 10:43 PM

Notenbanken-Allianz kämpft verzweifelt um Vertrauen“, die Finanzkrise ist an Dramatik nicht zu überbieten: es geht ums Letzte! Viele Möglichkeiten sind ausgeschöpft; hunderte Milliarden sind in die Wirtschaft gepumpt worden. Man warf gutes Geld schlechtem hinterher, das ist die Krux. Und weil es dem Vernehmen nach weder hilft, noch eine Besserung in Sicht ist, greift die EZB mit anderen in die letzte Maßnahmenkiste: Leitzinssenkung. Das Fatale daran: es ist nur ein psychologisches Signal an die Marktteilnehmer, eine wirkliche Hilfe ist es nicht. Zudem: es sind Währungsabflüsse zu erwarten, der Euro wird sich international verbilligen, die Inflation wird zunehmen; der kleine Mann ist der Dümmste und Letzte der Kette!

Klar, Exportprodukte werden weltmarktfähiger, aber was nutzt die schönste Weltmarktfähigkeit, wenn die Verkaufsbücher leer sind? NICHTS! Wer investiert in neue Maschinen und Anlagen, nicht wissend, wann die Nachfrage wieder ansteigt? Niemand wird sich wunderschöne teure Produktionsanlagen in seine Fabriken stellen und damit Kosten verursachen, wenn niemand die Produkte kaufen will? Und auch folgende Rechnung, die der SPIEGEL schreibt, “Normalerweise reichen die Geldinstitute die verbesserten Zinskonditionen an die Kunden weiter, so wird Geld für Investitionen frei”, wird nicht aufgehen!

  1. Das ist eine alte kapitalistische Denke, die deshalb in dieser globalisierten und in den hoch entwickelten Staaten mit hohen Sättigungsgraden der privaten Haushalte nicht aufgeht.
  2. Es wird weiter festgehalten an dieser Zinswirtschaft, die uns alle umbringt. Man WILL das System nicht verbessern, man will in dieser durch Neoliberale besetzte komplexe Führungsstruktur keine wirkliche Änderung, weil man meint, mit ein paar rhetorischen Tricks die Krise abzufedern.

Und eifrig wird an dem Märchen gedreht, dass deshalb die Finanzliquidität nicht vorhanden ist, weil man sich nicht vertraut. Nein, daran liegt es beileibe nicht! Jedes Finanzinstitut hat seine eigene Leichenhalle, die brav geschlossen ist. Und weil unter Garantie jedes Finanzinstitut weiß, wieviele Leichen im Keller liegen, muss jedes Finanzinstitut, um morgen nicht die Gefahr einzugehen, Insolvenz anzumelden, Gelder horten! Da kann man nicht nach altem Muster sich gegenseitig verleihen. Sagte nicht unlängst mir jemand am Telefon, die Deutsche Bank habe eine 1.600 Mrd. schwere Leiche im Keller?

Zudem: “Richtig dramatisch wird es dann, wenn Unternehmen außerhalb des Finanzsektors keine Kredite mehr bekommen”, schreibt der SPIEGEL weiter. Nein, das ist anders zu beurteilen: dann beginnen die Chancen auf eine Erneuerung. Wer meint, wirtschaftliche Prosperität nur auf Kredite aufbauen zu können, der begeht genau den Kardinalfehler, der in den letzten Jahrzehnten immer mehr gemacht wird: der Ausbau des Zinssystems, das nur dadurch funktioniert, dass sich das Rad immer schneller drehen MUSS! Ich sage, wir müssen zu ehrlichen Eigenkapitalquoten von 60 bis 80 Prozent kommen, damit das Zinssystem die Produktkalkulationen nicht erdrosselt! Man muss auch mit dem verfluchten Gedanken aufhören, wie mir selbst ein Vorstand einmal sagte, “rechnen Sie die Aktiva als verlorene Zinsen mit einem ordentlichen Zinssatz in die Kalkulationen ein”. Hintergrund war, man könnte ja auch nicht mehr in das Geschäft investieren, sondern Banken mit besseren Konditionen das Geld geben. Merken Sie, wie pervers diese Wirtschaft geworden ist?

Ich habe laut gelacht, als ich die 8 Punkte las, die Steinbrück zur Rettung versucht. Es ist und bleibt ein untauglicher Versuch, weil kaum etwas davon wirklich sinnvoll hilft, hier ein Auszug und immer wieder referenziert auf den SPIEGEL- Artikel:

  1. Steinbrück: “Finanzinnovationen sollen transparent werden: Banken sollen verpflichtet werden, innovative Instrumente in ihre Bilanzen aufzunehmen. Damit unterlägen sie den Vorschriften für die Kapitalmärkte”; wichtig wäre gewesen, die der Finanzaufsicht unzugänglichen Töchter zu verbieten; die Regelung “innovative Instrumente” ist wirklich nett aber wenig hilfreich
  2. Steinbrück: “rasch genau quantifizierte Liquiditätspuffer eingeführt werden”; Herr Steinbrück, wie alt sind Sie eigentlich? Glauben Sie an den Weihnachtsonkel, der ungenutzt nicht zinsträchtiges Geld herumliegen lässt?
  3. Steinbrück: “Manager sollen für Fehlentscheidungen gerade stehen”; lächerlicher geht es nimmer, wenn man weiß, dass in der CDU bereits verhandelt wird, aber bitte schön nicht wirklich weh tun soll es! Den kleinen Mann lässt man vor das Nichts laufen, der muss sich vollständig entkleiden, aber hier geht es gerade mal um maximal zwei Jahresgehälter.
  4. Steinbrück: “Die Gehalts- und Prämiensysteme in der Finanzbranche sollen auf den Prüfstand”; interessant, dass man in die Hoheit von Arbeitsverträgen eingreifen will; das ging angeblich bei den Mindestlöhnen nicht, hier soll es nun gehen? Und was bringt es wirklich, das muss man ehrlicherweise mal deutlich sagen, wenn Ackermann anstelle 16 Mio “nur” noch 10 Mio bekommt? Das ist nichts anderes als Gefühle der Bürger zu befriedigen. Lächerlich.
  5. Steinbrück: “IWF und FSF könnten einen gemeinsamen jährlichen Bericht zur Stabilität auf den Finanzmärkten vorlegen”; grrr, IWF, das von den Amerikanern dominierte Institut soll weiter an den großen Schalthebeln drehen und zudem untauglich drehen: ABM für IWF wurde von Steinmeier geboren!
  6. Steinbrück: “Das sogenannte Short Selling (Leerverkäufe) soll verboten werden”; das ist die einzig sinnvolle Maßnahme; bereits vor Monaten hatte ich eine Bundestagspetition eingebracht, dass das verboten werden soll. Es ist aber leider nur die halbe Miete: es hätte Steinbrück den ausübungslosen Optionsscheinhandel, das ist der Handel mit Wettscheinen, der nur dazu da ist zu spekulieren, verbieten sollen. Aber das hat er sich nicht getraut, diesen Billionenmarkt der Zocker auszutrocknen. Er hätte definieren müssen, dass die Börse nur noch zur langfristigen Investition in realen Werten da sein soll. Da muss man mal mit der “Deutschen Börse” und den anderen internationalen Finanzplätzen ins Gericht gehen! Dazu aber sind sie nicht gekommen, die Herren Politiker!
  7. Steinbrück: “Kredite … nicht mehr vollständig verbriefen können. Steinbrück schlägt einen Eigenbehalt von 20 Prozent vor”; aber 80 Prozent dürfen dann weiter zur Renditevermehrung veräußert werden; nein, dieser Steinbrück, diese Politiker WOLLEN nichts ändern; wir werden dann wieder warten, bis die nächste Finanzblase platzt!
  8. Steinbrück: “engere Zusammenarbeit der nationalen Finanzaufsichtsbehörden an”; schön, wirklich schön, diese Massnahme. Hört sich nett an!

Laut SPIEGEL hofft der Finanzexperte ( ich muss immer aufstöhnen, wenn ich das Wort “Experte” höre ) Dreher trotzdem auf die psychologische Wirkung der Maßnahme: “Vertrauen ist der Schlüssel”, sagt er. “Die Verbraucher sollen das Gefühl bekommen, dass etwas getan wird.” Herrje, Herr Dreher, die Hoffnung stirbt zuletzt, insbesondere bei denen, die blind sind und ihr Gehirn nicht mehr brauchen wollen!

Nein, ich habe den Eindruck, wir verspielen hier unsere Zukunft, weil man kosmetische Operationen macht, anstelle einer Radikalkur!

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ISLA: "Mochten Sie den Bikini nicht?"
10/08/2008 10:09 PM
Die Schauspielerin Halle Berry ist von dem US-Magazin Esquire zur "Sexiest Woman Alive" ernannt worden. Ein komischer Zeitpunkt, wie sie findet.







Filmdatenbank: Catwoman[Link] [Cache]
FreiheIT-Blog: Freiheit statt Angst - Demo-Infos
10/08/2008 10:09 PM

Freiheit statt Angst Banner

Freiheit statt Angst Banner

Bevor auch ich mich so langsam nach Berlin aufmache, werde ich mich einer Kampagne von Ralf, den ich auch netterweise hier teilweise zitieren darf, anschließen und hier noch einmal einige Informationen zum internationalen Aktionstag und der damit verbundenen großen Demo in Berlin geben. Wie bereits vor kurzem hier ausgeführt bin ich der Ansicht, dass es in Sachen Datenschutz keineswegs leichter oder besser geworden ist, seit die bevorstehende Einführung der Vorratsdatenspeicherung die Schlagzeilen bestimmte, und so ist es für jeden, der es einrichten kann, eine sehr gute Sache, sich aufzumachen und am Samstag mit uns allen ein Zeichen zu setzen.

Dabei sieht es bei den Planungen momentan schon recht erfreulich aus: Bisher rufen schon mehr als 100 verschiedene Organisationen dazu auf, es sieht also alles nach einem großen Erfolg aus. Hoffen wir mal, dass diesmal auch wieder das Wetter mitspielt, berichtet Ralf auf Netzpolitik. In den Berliner U-Bahnen läuft seit gestern ein Videoclip des AK Vorratsdatenspeicherung. Die Aktion war im AK selber nicht ganz unumstritten, weil einige Leute Schwierigkeiten mit bezahlten Werbeformen haben. Andererseits kosten Flyer auch Geld, und das Berliner Fenster, das diese Bildschirmwerbung betreibt, hat uns einen extra-günstigen Rabatt gegeben.

Seit gestern sind zwei Aktivisten aus Bergisch Gladbach mit dem Fahrrad nach Berlin unterwegs, um entlang der Strecke noch ein wenig Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wer an einer der Etappen wohnt, sollte mal mit denen Kontakt aufnehmen und die Lokalpresse darauf ansetzen. Das macht sich immer gut für schöne Foto-Berichte. Hier die Route und weitere Infos zum "Marsch für die Freiheit".

Wer etwas bequemer und trotzdem gemeinsam mit anderen freiheitsliebenden Menschen nach Berlin anreisen will: Es gibt noch Fahrkarten für die Busse aus 100 Städten in ganz Deutschland. Wer nicht auf einer der Strecken wohnt oder noch bis Sonntag in Berlin bleiben will, sollte sich an der Mitfahrbörse beteiligen. Auch Übernachtungsplätze sind gern gesehen.

Das Demo-Büro ist bereits seit einer Weile in Betrieb in der Hessischen Straße 10 in Berlin-Mitte. Dort stehen ständig Ansprechpartner für die Presse zur Verfügung. Außerdem wird vom FoeBuD dort eine noch größere Datenkrake gebaut. Weitere Mithelfer sind immer willkommen, da es noch einiges zu tun gibt.

Es wird von der Demo den ganzen Tag Webradio von Radio1984 geben mit aktuellen Berichten, Interviews und Hintergrundinformationen. Geplant ist auch eine Aggregierung der Video- und Audio-Streams aus anderen Ländern. Denn auch international tut sich so einiges. Mehr als 20 Länder beteiligen sich unter dem an den deutschen Slogan angelehnten Motto “Freedom not Fear” mit den verschiedensten Aktionen daran, ein Zeichen gegen Überwachungswahn und mangelnden Respekt vor der Privatsphäre der Menschen zu setzen. Die Sache umspannt dann fast die ganze Welt - viele aus Europa, dann Nordamerika (USA), Südamerika (Argentinien und Equador, und Aktionen auf dem lateinamerikanischen Sozialforum in Guatemala) und evtl. Asien (Südkorea). An Aktionsformen ist es extrem bunt. Es gibt z.B. Demonstrationen (Berlin, Paris, Stockholm, London, Sofia, Luxemburg), Parties (Kopenhagen, Berlin, Stockholm, Prag), Street-Events (Zürich, Leute springen nackt in den See), Diskussionsveranstaltungen (Washington, Rom) oder sogar alles zusammen: Den Haag plant "street protest, speeches, music, arts, privacy market", alles unter dem Titel "Volksopstand 2008", heißt es bei Netzpolitik.

Auch um Spenden wird nach wie vor gebeten, denn je größer die Demo, desto größer ist auch der finanzielle Aufwand. Ebenso gern gesehen ist es natürlich, die Informationen weiterzuverbreiten, in den nächsten Tagen noch fleißig für die Demo zu werben und Aufklärungsarbeit zu leisten. Und dann heißt es - wir sehen uns (hoffentlich zahlreich) am Samstag!

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Querdenkerforum: Querdenker-Nacht - München - 29. Oktober 2008
10/08/2008 09:39 PM
Liebe Mitglieder des QUERDENKER-CLUBS und Freunde des Querdenkens,

wir dürfen Euch hiermit zu unserer besonderen QUERDENKER-NACHT am 29.10.2008 im EAT THE RICH in München und am 13.11.2008 im MASH in Stuttgart herzlich einladen, die künftig monatlich stattfinden wird!

Das EAT THE RICH und das MASH sind nicht nur eine der beliebtesten Szenebars, sondern begeistern auch durch ihre außergewöhnliche Atmosphäre und ist somit die ideale Location zum Quderdenken. Wir freuen uns ferner, dass wir den STAR-Jongleur, Stephan Ehlers, gewinnen konnten, der uns mit einer besonderen Einlage zu neuen Denkstrukturen motivieren wird.

Holt Sie sich vielfältige Anregungen und besondere Inspiration, um sich von der Vergangenheit zu befreien, neue Blickwinkel und Ideen zu generieren und über den Tellerrand zu schauen, um ungewöhnliche Denkansätze und Trends für Euren Erfolg zu nutzen. Treffen Sie hierbei außergewöhnliche Querdenker zum interdisziplinären Gedanken- und Meinungsaustausch und knüpfen Sie wertvolle Kontakte.

Deshalb am besten gleich unter http://www.querdenker-welt.de anmelden und Teilnahme sichern, da die Teilnehmerzahl auf jeweils 200 Personen ist. Wenn Sie Mitglied in unserem QUERDENKER-Club werden, werden Sie vorzeitig über unsere QUERDENKER-EVENTS informiert und erhalten besondere Vorzüge und Vergünstigungen. Die BASIC-Mitgliedschaft ist gebührenfrei. Als BUSINESS- oder PREMIUM-Mitglied erhalten Sie zahlreiche exklusive Club-Leistungen, die laufend erweitert werden. Ausführliche Infos unter http://www.querdenker-welt.de


ABLAUF:
19.00 - 20.00 Uhr Einlass & Ausgabe der Namensschilder
20.00 - 20.30 Uhr Auftritt des STAR-Jongleurs Stephan Ehlers
20.30 - open end Begrüßungsdrink & Networking

DRESSCODE:
Einen Dresscode gibt es nicht. Anzug und Krawatte sind ein Kann, aber kein Muss.
Die Atmosphäre ist durchgehend entspannt.

PREIS:
0,- € für PREMIUM-Mitglieder des Q-Clubs - Jetzt Mitglied werden!
10,- € für BUSINESS-Mitglieder des Q-Clubs - Jetzt Mitglied werden!
15,- € für BASIC-Mitglieder des Q-Clubs - Jetzt kostenfrei Mitglied werden!
20,- € für XING-Mitglieder des Q-Clubs
25,- € für NICHT-Mitglieder
Alle Preise inkl. MWST.

LEISTUNGEN:
In der Eintrittsgebühr sind enthalten
- Persönliches Namensschild
- Begrüßungsdrink
- Auftritt des STAR-Jongleurs Stephan Ehlers
- Organisationspauschale

ANMELDUNG:
Die Anmeldung ist nach entsprechender Anmeldebestätigung per Mail rechtlich verbindlich. Die Bezahlung erfolgt an der Abendkasse. Auf Wunsch erhalten Sie dort einen Quittungsbeleg. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl jeweils auf 200 Personen begrenzt ist und die Anmeldungen nur nach Eingang berücksichtigt werden können. Eine erfolgreiche Anmeldung über die XING-Gästeliste allein genügt nicht und berechtigt nicht zur Teilnahme!

STORNO:
Bitte haben Sie Verständnis, dass eine Stornierung leider nicht möglich ist. Es ist jedoch jederzeit ohne zusätzliche Kosten möglich, einen Ersatzteilnehmer zu nennen. Bitte teilen Sie uns nur rechtzeitig mit, wer an Ihrer Stelle teilnimmt.

ACHTUNG:
Alle Getränke (ausgenommen der Begrüßungsdrink) und Essen, müssen selbst bezahlt werden. Mitarbeiter, Geschäftspartner oder Freunde können ebenfalls teilnehmen, müssen sich jedoch auch persönlich über http://www.querdenker-welt.de anmelden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die Eintrittsgebühr bei einer Anmeldung, auch wenn Sie nicht kommen, dennoch erheben müssen, da wir eine verbindliche Umsatzgarantie leisten müssen. In Stuttgart ist die Querdenker-Nacht für die Teilnehmer am Querdenker-Kongress gebührenfrei.


Haben Sie Fragen und Anregungen zum QUERDENKER-CLUB, zu einer Mitgliedschaft, zum Raum-Sponsoring
eines Q-EVENTS oder einer Q-EXKURSION? Sprechen Sie mich an! Ich freue mich auch über eine Kontaktanfrage und direkte Vernetzung mit Ihnen: http://www.xing.com/profile/Otmar_Ehrl

Ich bin schon gespannt darauf, Sie bei unseren außergewöhnlichen und spannenden QUERDENKER-EVENTS persönlich im exklusiven Kreis interdisziplinärer Entscheider kennen zu lernen.

Ihr
Otmar Ehrl
Querdenkologe
http://www.querdenker-welt.de
http://www.xing.com/profile/Otmar_Ehrl


29.10.2008 im EAT THE RICH, Hess-Straße 90, 80797 München

Beginn: 19:00 Uhr

Quelle: https://www.xing.com/app/events?op=detail;id=259213[Link] [Cache]
Ron Paul News & Comments: Wie die Elite die Politik kontrolliert (Video)
10/08/2008 09:33 PM

Eine sehr anschauliche Erklärung des 2-Parteiensystems der USA (und weltweit).


by NufffRespect

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Tammox: Banger Blick über den Atlantik
10/08/2008 09:29 PM
No game changer wird die CNN-Analyse über das gestrige zweite POTUS-Kandidaten-Duell überschrieben.
Aha. Aha?
Offenbar war das Aufeinandertreffen komplett ohne irgendwelchen Effekt und da Obama derzeit etwas vorn liegt - IN UMFRAGEN - sind das keine guten Nachrichten für John McInsane:
Who did the best job in the debate? Obama received 54 percent, compared to the 30 percent who chose McCain. Among debate watchers, Obama also saw his favorable ratings increase by 4 percent -- 64 percent from 60 percent -- at the start of the debate to when the final question was asked. McCain's favorable rating held steady at 51 percent. The Republican nominee gained no ground.
Zu deutsch - McPain hat also nicht ein Pünktchen verloren.
Nun sind Umfragen so eine Sache - der rassistische Faktor läßt sich darin nicht korrekt erfassen, weil keiner offen zugibt, daß er keinen schwarzen Präsidenten haben will.
Genaueres wird man erst am Wahltag wissen und selbst DAS ist angesichts der Manipulationen und Unregelmäßigkeiten bei den letzten beiden Wahlen noch fraglich.
Nur selten und hinter vor gehaltener Hand hört man, was eigentlich JEDER weiß:
Angesichts der KATASTROPHALEN Ergebnisse von acht Jahren GOP-Herrschaft, müßte der Demokrat eigentlich gewinnen. Stünde ein Bill Clinton gegen McCain und die bebrillte Witzfigur aus Alaska, könnte man den Wahlkampf abblasen, weil er eh mit ¾-Mehrheit gewinnen würde.
Für Obama wäre das Rennen aber vermutlich auch schon positiv entscheiden, wenn er WEIß wäre und nicht unglücklicherweise BARACK HUSSEIN hieße.

Nichts Neues nirgends, also?
Obama greift die TOTAL gescheitere Bush-Politik an, versucht McInsane in das Doubya-Boot zu schieben, während der Gescholtene zusieht den Spieß umzudrehen, indem er behauptet der einzig Unabhängige zu sein.
Den absurden amerikanischen Pathos (das beste Land der Welt, die besten Arbeiter der Welt, die einzig große Friedensmacht,….) lasse ich mal unkommentiert.
Es ist zudem auch kein Sinn in darüber zu lamentieren, daß die offiziellen amerikanischen Darstellungen anderer Länder grotesk verzerrt sind.
Das BÖSE Russland, das GUTE Georgien, die FRIEDENMACHT Israel und natürlich der Satan Iran:
„bomb bomb bomb Iran!!" zitierte Obama seinen senilen Konkurrenten.
Dieser wand sich, tat das als SCHERZ ab.

(Haha! Wie sehr wohl die Amerikaner lachen würden, wenn Ahmadinedschad BOMB BOMB BOMB AMERICA sänge!)

Man war sich einig, daß IRAN natürlich gar nichts darf - schon gar keine Atomtechnik besitzen!
Das dürfen nämlich nur die Amerikaner und diejenigen, die sich auch Illegal gegen den Atomwaffensperrvertrag Atomwaffen besorgt haben (Indien, Pakistan, Israel), die aber in Washingtons willkürlicher Random-Politik ebenso wie sie selbst als völkerrechtsresistent angesehen werden.
Um darzustellen WIE BÖSE der Iran ist, wiederholte der Geront von Arizona auch den bösen Ahmadinedschad-Satz „to wipe of Israel from the map".
Klingt in der Tat inakzeptabel - nur hat Ahmadinedschad das nie gesagt; die Aussage beruht auf einer manipulierten englischen Übersetzung.
Nein, kein Lichtblick nirgends in der zweiten TV-Präsidentschaftsdebatte an der Belmont University in Nashville.

Aber da Inhalte offenbar ohnehin keine Rolle spielen - noch eine persönliche Anmerkung:

Obwohl ich wirklich schon jede Menge Auftritte der beiden Senatoren gesehen habe, erklomm ich gestern Nacht zwischen 3.00 und 5.00 Uhr morgens einen neuen Ekel-Klimax.
Ohne eine Familienpackung Vomex und einen Vorrat Spucktüten kann man John McCain nicht ansehen.
Davor müßte wirklich gewarnt werden. Da denkt man nach acht Jahren des Erbsenhirns aus Texas im Weißen Haus abgehärtet - aber der besetzt andere negative Konnotationsfelder:
GWB ist dummdreist, arrogant, verblödet, überheblich, kriegslüstern. Aber manchmal bekommen ich (ganz kurze) Anflüge von Mitleid, weil sich doch inzwischen zeigt, daß Bush tatsächlich so ein ungebildeter Idiot ist, daß er es einfach nicht besser weiß.
Sein Möchtegern-Nachfolger von den GOPsen sitzt in einer anderen Schublade. Ob er dumm, arrogant und/oder senil ist, changiert.
Dafür ist er aber eindeutig FIES.
Ein wirklich gemeiner Charakter - hier passt der amerikanische Ausdruck „evil".
McPain assoziiere ich mit irgendwelchen fiktiven Horrorgestalten aus Science Fiction-Filmen, wie den Star Wars-Imperator. Extrem abstoßend, wie er raunend und manipulativ seine Bosheiten streut - stets unter penibler Umgehung der Wahrheit.
Ein nach Gefolgschaft haschender Möchtegern-Mordorianer. „Ich weiß wie man im Irak gewinnt" - „ich habe einen Plan, um die Wirtschaft in Ordnung zu bringen", „ich kenne mich aus mit …"
Wieso nicht ein einziger Mensch aufspringt und mal dazwischen schreit „Ja - Mann - dann sag doch auch mal WIE??????" ist mir rätselhaft. Seit 2003 rockern die Amis nun schon im Irak rum; noch länger in Afghanistan - McCain Du Blitzbirne, wenn Du so einen Durchblick hast, wie die Amerikaner ein „Victory" erreichen können, wieso hast Du das denn bisher so hartnäckig verschwiegen?
In dem Zusammenhang erinnere ich an einenspannenden Artikel von Giuseppe di Grazia; „Der Alte Krieger". Er beginnt mit folgender Feststellung:
„Wenn man John McCain ein paarmal zugehört hat, packt einen irgendwann eine seltsame Lust, auf den Mann zuzugehen, ihn kräftig zu schütteln und zu brüllen: Verdammt, McCain, in welcher Welt lebst du eigentlich?"
Hier wird noch einmal dargestellt, was unter anderem auch Horst Teltschik aus seiner Jahrelangen Erfahrung als Chef der Münchner Sicherheitskonferenz erzählte:
McCain ist auch in Hintergrundgesprächen stets unberechenbar und kann jederzeit ausrasten. Seine legendären Tobsuchtsanfälle scheinen von unübertroffener Bosheit zu sein. Widerspruch erträgt der stolze Bomberpilot aus Vietnam nicht.
Auch Cindy McCain bekommt ab und an in aller Öffentlichkeit eine Breitseite ab:
Doch selbst sie ist nicht sicher vor den Wutausbrüchen ihres Mannes. Der Journalist Cliff Schecter erzählt von einem, der sich vor Jahren abgespielt haben soll: Cindy McCain zog ihren Mann vor Reportern und Mitarbeitern wegen seines dünner werdenden Haares auf. McCain lief rot an und schnaubte: "Wenigstens kleistere ich mich nicht mit Make-up zu wie eine Nutte, du Fotze." Schecter sagt, er habe für diese Geschichte drei Zeugen.
Das war offenbar schon als Kind so: Er führt sich auf wie ein "Punk" und wird "McNasty" genannt, weil er sich unablässig prügelt und benimmt wie die Axt im Wald.
Diese Boshaftigkeit bekommt er nie in den Griff und schlägt auch noch als Erwachsener in der US Naval Academy permanent um sich.
Vor seinen Ausrastern ist niemand sicher - sieht John McCain rot, ist niemand vor ihm sicher: Selbst seine Vorgesetzten in der Academy bedroht und bepöbelt er fortwährend und wird ständig gerügt. Gut, daß Papa ein wichtiger Admiral ist - so schließt er die Navy-Ausbildung trotzdem als Fünftschlechtester ab, obwohl er statt mit Lernen meistens mit Saufen und Frauen ins Bett zerren beschäftigt ist.
Seine Kriegsheldenvergangenheit trägt er wie eine Monstranz stets vor sich - das ist sein Kapital, das er ausnutzt.
Der Vietnamesen-Killer, der unzählige Unschuldige aus luftigen Höhen ins Jenseits bombardiert hat, weiß worauf seine Wähler stehen: Heldenmythen.
Sonst ist auf McInsanes Agenda…..nichts, wie auch di Gracia schreibt:
Seine Bewerbung für das Weiße Haus basiert auf dieser Geschichte und nicht auf seiner Politik. Er hat keine großen Ideen, wie man die lahme amerikanische Wirtschaft ankurbelt, kein Konzept, wie man die abgehalfterte Republikanische Partei neu belebt, keine Visionen, welche Rolle die ungeliebte Supermacht USA in der neu formierten Welt einnehmen soll. Was er hat, ist nur seine Geschichte.
McCains Ausraster blieben di Gracia nicht verborgen. Der Mann ist eine tickende Zeitbombe:
McCain ist ein irritierender Mann. Innerhalb weniger Sekunden kann er vom gut gelaunten Erzähler zum Anblaffer werden. Wenn es nicht so läuft, wie er möchte, fährt er schnell aus der Haut. Dann blitzen seine Augen, und er presst die Lippen zusammen. McCains Wutanfälle als Kind waren so heftig, dass er davon manchmal in Ohnmacht fiel. Seine Eltern tunkten ihn dann so lange in eine Badewanne voll eiskaltem Wasser, bis seine Dämonen vertrieben waren. Noch heute brüllt er in Senatorenrunden herum und beleidigt Kollegen. Es gibt Menschen, die McCain deshalb für ein nationales Sicherheitsrisiko halten und sich fragen: Darf so einer überhaupt Präsident werden?

Da sieht man mal was Waterboarding in der frühesten Kindheit für Folgen haben kann.
Keine Guten.
Die Eltern des kleinen Johnny hätten das lieber lassen sollen - oder aber konsequent einige Minuten länger den Kopf unter Wasser……..[Link] [Cache]
Linke Zeitung: Wie lange noch ?
10/08/2008 09:20 PM
Die Morde an Illegalisierten in der Türkei bleiben unbestraft. Es ist noch nicht lange her, daß Illegalisierte in Istanbul in einem Transporter erstickt sind.1 In dieser Wochen berichteten die Medien wieder von „Leichen unbekannter Herkunft .Çanakkale ist eine Stadt an der Ägäis. Der türkische Nationalismus legt großen Wert auf Çanakkale. Der Mythos um Çanakkale wird jedes Mal hoch gepuscht, wenn die türkische Republik in politischen oder ökonomischen Schwierigkeiten steckt. Da dieser Kriesenzustand in der Türkei ein Normalzustand ist, werden Reisen nach Çanakkale in Bussen organisiert. Die Türkei ist ein Land, das Lügen und erfundene Mythen braucht.Çanakkale ist historisch deshalb für den türkischen Nationalismuswichtig, weil diese Stadt Schauplatz der Schlacht von Gallipoli imersten Weltkrieg war. Der Krieg um Troja fand auch im heutigenÇanakkale statt. Die letzte Schlacht von Çanakkale wird geschlagen um das Überleben der Illegalisierten. Diese Schlacht ums Überleben und Leben haben die Illegalisierten in Çanakkale verloren.Die Toten von Çanakkale Am 5. September haben die Fischer vier gestrandete Leichen gefunden. Die Gendarmerie hat danach am Strand nach weiteren Leichen eine Suchaktion gestartet. Türkische kriegsschiffe haben sich auch auf dem Meer an der Suchaktion beteiligt. Am selben Tag wurden im Meer, in Strandnähe noch 3 Leichen gefunden. [Link] [Cache]
Principiis Obsta: Globaler Flächenbrand - Der Kapitalismus frisst seine Kinder
10/08/2008 09:17 PM
Mr. DAX: Finanzsystem kollabiert mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit




Und jetzt die Bundeswehr im Inneren! Dem Ruf der Brandstifter nach militärischem Schutz der eigenen Clique wird auch in Deutschland entsprochen.[Link] [Cache]
Freeman: No title
10/08/2008 09:09 PM
I H R - W U R D E T - G E W A R N T

Der "Kollege" hier, hat es auch vor 1 1/2 Jahren vorausgesagt:
[Link] [Cache]
Die Kuchentester: "The government is like a bitch"
10/08/2008 08:45 PM
Wie erklärt man seinem Sohn, was eine Finanzkrise ist?

Antwort hier als Video (2:42 min).[Link] [Cache]
ad sinistram: Trau, schau, wem!
10/08/2008 07:18 PM
[Link] [Cache]
Principiis Obsta: Bundesregierung fürchtet politische Radikalisierung
10/08/2008 07:17 PM
Von Peter Schwarz

Die staatliche Garantie für alle Spareinlagen in Deutschland, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück am Sonntag verkündet haben, ist lediglich eine politische Absichtserklärung. Die Bundesregierung beabsichtigt nicht, sie gesetzlich zu verankern.

Es werde "kein Gesetzgebungsverfahren geben", bestätigte der Sprecher des Finanzministeriums Torsten Albig am Montagmorgen. Es handle sich vielmehr um eine "klare politische Erklärung der Kanzlerin und des Bundesfinanzministers".

Der haushaltspolitische Sprecher der SPD, Otto Fricke, hält eine solche Garantieerklärung ohne gesetzliche Grundlage für weitgehend wertlos. "Die Garantie der Spareinlagen ist nichts anderes als eine politische Absichtserklärung", sagte er. "Sie ähnelt in etwa Blüms Zusicherung, die Renten seien sicher." Die Rentengarantie, die der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) in den 1980er Jahren abgegeben hatte, gilt bis heute als Paradebeispiel für ein gebrochenes Politikerversprechen.

Merkels und Steinbrücks Garantiezusage beruht auf einem gewagten ökonomischen Kalkül. Sie soll Sparer und Kleinanleger beruhigen und einen Run auf die Banken verhindern, damit es nicht zum befürchteten Kollaps des gesamten Finanzsystems kommt. Brechen kleinere Banken zusammen, können dafür die bereits bestehenden gesetzlichen und freiwilligen Einlagesicherungsfonds der Banken aufkommen.

Karikatur: © Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de

Merkels und Steinbrücks Versprechen beruht also auf der Hoffnung, dass sie es nie einlösen müssen. Sollte dies wider Erwarten doch der Fall sein, weiß niemand, was geschieht. Fonds oder Reserven zur Sicherung der betroffenen Guthaben, deren Summe auf über eine Billion Euro geschätzt wird, gibt es nicht. Es bliebe also nur eine gewaltige Erhöhung der Staatsverschuldung, was Steinbrück in der Vergangenheit stets vehement abgelehnt hat.

Es sind vor allem politische Gründe, die Merkel und Steinbrück bewogen haben, ein derart riskantes Versprechen abzugeben. Sie befürchten eine politische Radikalisierung und Linksentwicklung, wenn sie Milliarden zur Rettung bankrotter Banken ausgeben und dabei allzu offen als Handlanger des Finanzkapitals in Erscheinung treten.

Ausgerechnet Merkel, die auf dem Leipziger Parteitag vor fünf Jahren noch einen streng neoliberalen "Reformkurs" verfochten hatte, schimpft nun auf die Banken, als hätte sie bei Oskar Lafontaine Rhetorikunterricht genommen. So wetterte sie am Montag vor der Senioren-Union in Wiesbaden, ein handlungsfähiger Staat müsse jetzt verhindern, "was unverantwortliche Banker überall auf der Welt angerichtet haben". Man brauche Märkte mit Regeln statt ungezähmter Märkte, "in denen der Profit das einzige ist, was zählt", sagte Merkel.

Und Steinbrück, der die Senkung der Staatsausgaben stets als sein höchstes Lebensziel betrachtet hat und die Agenda 2010 unerbittlich verteidigt, gibt sich plötzlich als freigiebiger Beschützer der kleinen Sparer.

In der Presse sind in den letzten Tagen mehrere Kommentare erschienen, die davor warnen, dass die Finanzkrise das Vertrauen in den Staat untergräbt. Nachdem die Regierung die Deregulierung der Märkte und den Abbau sozialer Errungenschaften seit Jahren als ihre Kernaufgabe betrachtet habe, müsse sie nun deutlich auf Distanz zu den Interessen des Finanzkapitals gehen, um nicht das letzte Vertrauen zu verspielen.

In der Online-Ausgabe der Zeit äußert Ludwig Greven die Befürchtung, die Finanzkrise drohe "zu einer Krise der Demokratie" zu werden. Auf die selbst gestellte Frage, wer in Deutschland regiere, die Regierung oder die Spitzen des Finanzkapitals, gibt er die Antwort: "Allem Anschein nach sind es die Banken und die Finanzmärkte."

Nun habe die Politik in Deutschland nicht nur "mit der drohenden Kernschmelze des Finanzsystems zu kämpfen", folgert Greven: "Es geht auch um die Legitimation der Politik, insbesondere die Sozialreformen der vergangenen Jahre, die scheinbar von derselben gierigen Sucht des Kapitals getrieben wurden." Immer mehr Menschen fragten sich, "warum sie große Abstriche bei Sozialleistungen und Löhnen hinnehmen mussten, während für die Rettung von Banken offenbar mehr als genug Geld da ist".

Wenn sich die Politik jetzt darauf beschränke, "den Nothelfer zu spielen, wenn sie die gefährlichen Auswirkungen auf die politische Stimmung übersieht", warnt Greven, "dann könnte am Ende aus der globalen Finanzkrise tatsächlich auch eine Krise unseres westlichen demokratischen Systems werden. Profitieren würden davon linke und rechte Populisten und Rattenfänger..."

Ähnlich argumentiert Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung. In der globalen Finanzkrise gehe es nicht nur um das Vertrauen in den Geldmarkt, schreibt er: "Es geht auch um das Vertrauen in die Souveränität und die Gestaltungskraft der Demokratie. ... Es geht nicht nur darum, gigantische Geldlöcher zu stopfen, sondern auch darum, dass aus der Krise des globalen Kapitalismus nicht eine globale Krise der Demokratie wird."

Karikatur: © Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de

Die "Großmanager des Geldmarkts" hätten bisher so getan, "als sei die Demokratie eine Spielwiese für Kleinbürger", weil "die wahren Wahlakte auf dem Börsenparkett stattfanden". Nun gelte es die gewaltigen Geldmittel zur Stabilisierung der Finanzsysteme "an Kautelen zu knüpfen, die zur Stabilisierung der Demokratie beitragen und das Vertrauen in demokratische Gestaltungskraft herstellen".

Ulrich Schäfer bemerkt ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung, die Kanzlerin und ihr Finanzminister wirkten "wie die Opfer einer beispiellosen Erpressung, in der die Finanzmärkte eine ganze Regierung, eine ganze Nation als Geisel genommen haben". Er vergleicht die Finanzmärkte sogar mit den Terroristen der RAF, die im Herbst 1977 die Regierung Helmut Schmidt erpresst hatten.

All diese Kommentare wenden sich nicht dagegen, dass die Regierung den Banken und Spekulanten mit Milliarden an Steuergeldern aus der Patsche hilft. Ihnen geht es lediglich darum, den Schein zu wahren. Sie wollen verhindern, dass sich die Empörung über die schreiende Ungerechtigkeit Bahn bricht und sich gegen das kapitalistische Gesellschaftssystem richtet, das für diese Ungerechtigkeit verantwortlich ist.

Die Erinnerung an die Finanz- und Bankenkrisen der 1920er und 1930er Jahre ist in Deutschland noch wach. 1923 hatte die schwindelerregende Inflation die Ersparnisse der Mittelklasse zerstört und Millionen Arbeiter ins Elend getrieben, während einige Industrielle, wie Hugo Stinnes, ein Milliardenvermögen verdienten. Im Herbst stand Deutschland dann am Rande einer sozialistischen Revolution, die nur deshalb scheiterte, weil die Kommunistische Partei ungenügend vorbereitet war.

Die Bankenkrisen von 1929 und 1931 besiegelten schließlich das Ende der Weimarer Republik. Kein Geringerer als Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in der jüngsten Ausgabe des Spiegels an diesen Zusammenhang erinnert. "Die Folgen dieser Depression waren Adolf Hitler und indirekt der Zweite Weltkrieg und Auschwitz", sagte er.

Schäuble vergaß allerdings zu erwähnen, dass die Demokratie schon 1930 von der Vorgängerin seiner eigenen CDU, der Zentrumspartei, beseitigt wurde. Zentrumskanzler Heinrich Brüning wälzte die Auswirkungen der Krise mittels Notverordnungen auf die arbeitende Bevölkerung ab, unterdrückte deren Widerstand und wurde dabei von der SPD unterstützt. So ebnete er Hitler den Weg an die Macht, der drei Jahre später zum Kanzler ernannt wurde. Hitler wurde dabei von einflussreichen Industrie- und Wirtschaftskreisen unterstützt, die die Nazis brauchten, um die Arbeiterbewegung zu zerschlagen.

Schäuble ist durchaus bereit, in die Fußstapfen Brünings zu treten. Sein wichtigster Beitrag zur gegenwärtigen Krise besteht darin, den Einsatz der Bundeswehr im Innern zu legalisieren - ein Ziel, dass er seit 15 Jahren verfolgt. Bisher war Schäuble an der für eine Verfassungsänderung erforderlichen Zweidrittelmehrheit gescheitert, nun hat die SPD Zustimmung signalisiert.

Dies sollte eine Warnung sein. Die internationale Finanzkrise hat den Bankrott des kapitalistischen Gesellschaftssystems offenbart, das auf dem privaten Eigentum an den Produktionsmitteln und der Bereicherung einer kleinen Minderheit auf Kosten der überwältigenden Mehrheit beruht. Aber die herrschende Elite ist nicht bereit, ihre Privilegien freiwillig aufzugeben. Während sie die Öffentlichkeit mit der Illusion einlullt, der Kapitalismus lasse sich bändigen und regulieren, bereitet sie sich auf die gewaltsame Unterdrückung jedes sozialen und politischen Widerstands vor.

Quelle: WSWS[Link] [Cache]
Radio Utopie: Biedermann und die Bundesregierung
10/08/2008 07:14 PM

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur “Änderung” der perpetuierten Verfassung Grundgesetz ist ein faschistisches Handbuch zum Militärputsch

Berlin: Die Merkel-Steinmeier-Regierung steht vor dem Aus. Wirtschaftlich inkompetent, die Bankenaufsicht korrupt bis ins Mark und die Wahlergebnisse im Tiefflug versagen heute auch noch die Landesregierungen im Bundesrat beim faschistischen Putsch gegen Verfassung, Gewaltenteilung und Demokratie ihre Gefolgschaft.

Heute morgen waren Details des gemeinsam von Bundesinnenministerium (Schäuble), Aussenministerium (SPD-”Kanzlerkandidat” Steinmeier), Bundesjustizministerium (Zypris) und Verteidigungsministerium (Jung) beschlossenen Plans zur Verfassungsänderung bekannt geworden.
Doch der O riginal-Gesetzentwurf der Merkel-Steinmeier-Regierung (gefunden auf dem Blog “Sicherheitspolitik”) liest sich nicht nur wie ein faschistisches Handbuch zum Militärputsch, es ist eines. Der Brandstifter bittet nicht nur um die Streichhölzer, er will sie auch benutzen.

ALLES VERFASSUNG AUSSER MUTTI

Zuerst einmal das Original. Der “Feind” quasi, der uns seit 60 Jahren der Gefahr aussetzt vom Hirn erschlagen zu werden was uns plötzlich von irgendwoher aus dem Luftraum auf den Kopp geschmissen wird.

Artikel 35
(1) Alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe.
(2) Zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung kann ein Land in Fällen von besonderer Bedeutung Kräfte und Einrichtungen des Bundesgrenzschutzes zur Unterstützung seiner Polizei anfordern, wenn die Polizei ohne diese Unterstützung eine Aufgabe nicht oder nur unter erheblichen Schwierigkeiten erfüllen könnte. Zur Hilfe bei einer Naturkatastrophe oder bei einem besonders schweren Unglücksfall kann ein Land Polizeikräfte anderer Länder, Kräfte und Einrichtungen anderer Verwaltungen sowie des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte anfordern.
(3) Gefährdet die Naturkatastrophe oder der Unglücksfall das Gebiet mehr als eines Landes, so kann die Bundesregierung, soweit es zur wirksamen Bekämpfung erforderlich ist, den Landesregierungen die Weisung erteilen, Polizeikräfte anderen Ländern zur Verfügung zu stellen, sowie Einheiten des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte zur Unterstützung der Polizeikräfte einsetzen. Maßnahmen der Bundesregierung nach Satz 1 sind jederzeit auf Verlangen des Bundesrates, im übrigen unverzüglich nach Beseitigung der Gefahr aufzuheben.

Zur Erklärung: das ist das Grundgesetz.
Das ist gültiger Text. Kein Blabla. Keine Promo. Kein Entwurf. Keine Erklärung, “Präambel”, Selbstdarstellung oder irgendein Parteiendreck den kein Schwein kümmert weil er sowieso nie eingehalten wird und es keine Möglichkeit gibt ihn zu erzwingen.

DAS IST IHR, IHR SCHRIFTLICHER GESELLSCHAFTSVERTRAG. HABEN SIE DAS VERSTANDEN, TROJANER?
GUT. DANN LEGEN SIE JETZT MAL DIE BUDDEL WEG, HÖREN AUF DIESES SCHICKE PFERD DA ANZUBETEN WAS SIE GERADE JUBELND IN DIE REPUBLIK GESCHLEPPT HABEN, SETZEN SICH, HALTEN DIE SCHNAUZE UND HÖREN ZU!

Zuerst einmal: lesen Sie sich nochmal ihren Vertrag durch. Ja, das Grundgesetz. Soll ich es Ihnen nochmal erklären?
Kein Problem.

DAS GRUNDGESETZ IST IHR, IHR SCHRIFTLICHER GESELLSCHAFTSVERTRAG, SIE DUMME SAU. UND JETZT SETZEN SIE SICH WIEDER, BEVOR ICH MICH VERGESSE!

Also, haben Sie sich nochmal ihren Vertrag durchgelesen.
Gut.
Steht da irgendwo was von “Abwehr”?

Ob da irgendwo etwas von “Abwehr” steht, Sie dumme Sau..?

NEIN. DAS TUT ES NATÜRLICH NICHT, SIE SUPERFLASCHE!

Hier also der geplante Text Ihres Gesellschaftsvertrages seitens unserer Bundesregierung, nein, Ihrer Bundesregierung. Sie waren schliesslich so dämlich das Pferd in die Regierung abzuschleppen.

“(4) Reichen zur ABWEHR eines besonders schweren Unglücksfalles polizeiliche Mittel nicht aus, kann die Bundesregierung den Einsatz der Streitkräfte mit militärischen Mitteln anordnen. Soweit es dabei zur wirksamen Bekämpfung erforderlich ist, kann die Bundesregierung den Landesregierungen Weisungen erteilen.
Maßnahmen der Bundesregierung nach den Sätzen 1 und 2 sind jederzeit auf Verlangen des Bundesrates, im Übrigen unverzüglich nach Beseitigung der Gefahr aufzuheben.
(5) Bei Gefahr im Verzug entscheidet der zuständige Bundesminister. Die Entscheidung der Bundesregierung ist unverzüglich nachzuholen.”

Was steht da? WAS steht da?

Ganz genau. Da steht dass ein nie gewählter Minister, der von einer Kanzlerin vorgeschlagen wird die wiederum nie vom Volk gewählt worden ist sondern von einem Parlament welches 7 Monate im Jahr nicht einmal tagt und wenn es das tut ständig leer ist, da steht also dass ein Minister (der nach dem Vorschlag dieser Kanzlerin von einem Präsidenten ernannt wird der nie vom Volk gewählt worden ist) den Oberbefehl über unsere Streitkräfte hat und die Vollmacht diese in vollem Umfang auf unseren Strassen einzusetzen, wenn er der Meinung ist einen Verdacht zu haben dass da potentiell eine Abwehr eines möglichen Vorfalls nötig sei von dem nur er weiss dass er ihn abwehren muss und der hoppla-hopp und in Zukunft sich ereignen könnte.

Das ist ein Ermächtigungsgesetz für die Exekutive. Das Pferd haben Sie doch schon mal hier reingeschleppt. Ich weiss es doch ganz genau.
Naja. Zumindestens Ihr Grossvater.

Es geht aber noch weiter.
Abgesehen davon dass Gefahr im Verzuge Geheimdienstinformationen der CIA bedeuten kann, von denen dann natürlich nur die Wichtigsten wissen - es gibt bereits jetzt alle Möglichkeiten das Militär im Innern einzusetzen.
Aber eben mit Zustimmung des Parlamentes. Wenn es den Spannungsfall oder den Verteidigungsfall mit Zweidrittelmehrheit beschliesst.

Artikel 87a
(1) Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.
(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.
(3) Die Streitkräfte haben im Verteidigungsfalle und im Spannungsfalle die Befugnis, zivile Objekte zu schützen und Aufgaben der Verkehrsregelung wahrzunehmen, soweit dies zur Erfüllung ihres Verteidigungsauftrages erforderlich ist. Außerdem kann den Streitkräften im Verteidigungsfalle und im Spannungsfalle der Schutz ziviler Objekte auch zur Unterstützung polizeilicher Maßnahmen übertragen werden; die Streitkräfte wirken dabei mit den zuständigen Behörden zusammen.
(4) Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung, wenn die Voraussetzungen des Artikels 91 Abs. 2 vorliegen und die Polizeikräfte sowie der Bundesgrenzschutz nicht ausreichen, Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen. Der Einsatz von Streitkräften ist einzustellen, wenn der Bundestag oder der Bundesrat es verlangen.

Alles klar?
Noch einmal etwas grundsätzliches über die Juristerei:
Im Alltag heisst es immer relativ deutlich “Wenn du das und das nicht tust, dann hau ich Dir auf die Schnauze”.

Im Juristischen wird die allseits beliebte “Wenn-dann”-Konstruktion meistens besser verpackt. Besonders dann, wenn man einen Behelfsnazi und Anwalt schon zum zweiten Mal nach 1991 als Innenminister hat.

“Reichen zur Abwehr eines besonders schweren Unglücksfalles polizeiliche Mittel nicht aus…”

Wer bestimmt, wann das der Fall ist? Denn wenn das der Fall ist, dann

“kann die Bundesregierung den Einsatz der Streitkräfte mit militärischen Mitteln anordnen. Soweit es dabei zur wirksamen Bekämpfung erforderlich ist…”

Wer bestimmt, wann das der Fall ist? Denn wenn das der Fall ist, dann

“…kann die Bundesregierung den Landesregierungen Weisungen erteilen.”

“Bei Gefahr im Verzug entscheidet der zuständige Bundesminister…”

…zuerst einmal selbst dass Gefahr im Verzug ist. Und dann entscheidet er alles weitere auch, weil Gefahr im Verzug ist. Jeder der die Praxis der Polizei in diesem Land kennt weiss, dass immer Gefahr im Verzug ist wenn es nach der Polizei geht.

Es geht aber nicht nach der Polizei. Die hat nämlich die Schnauze zu halten und sich nach Ihrem, Ihrem schriftlichen Gesellschaftsvertrag zu richten.

Das sagt die natürlich nicht so gerne. Das mag die auch nicht. Aber das kann Ihnen völlig scheissegal sein was die Polizei mag.
Sie könnten ja mal eine Partei wählen, welche die Polizei besser bezahlt und ihnen mal anständige Computer kauft. Nur trojanische Pferde, die sollten der Polizei nicht gekauft werden, auch nicht der Geheimpolizei. Weil, dann kommen die wieder auf die Idee es sei Gefahr im Verzug wenn da so Scheissintellektuelle ihren Gesellschaftsvertrag nicht rausrücken wollen und 82 Millionen volltrunkenen Trojaner um´s Pferd rum seit Jahren immer wieder die Zügel in die Hand geben, obwohl die sie jedesmal freudestrahlend wieder dem Pferd umhängen.

Verstehen Sie, Trojaner? Ja?
Das ist aber nett von Ihnen.

Wo wir schon bei “Wenn-Dann” sind.
Wie wahrscheinlich, Herr Trojaner, wie wahrscheinlich, glauben Sie, ist das eigentlich dass hier ein Flugzeug entführt wird, aber nur mit “Terroristen” besetzt ist und nicht mit Entführten?
Und wie wahrscheinlich ist, dass dies dann in deutschem Luftraum geschieht, denn nur über diesen Fall reden wir ja hier. Denn in einem Falle des Angriffs von aussen kann die Bundeswehr selbstverständlich zur Abwehr eingesetzt werden. Sie erinnern sich, da war mal dieser kalte Krieg, bloss 50 Jahre lang, echt jetzt.

Und wie wahrscheinlich, glauben Sie, ist es eigentlich dass eine Regierung die Verfassung stürzen will, weil sie und die Bundeswehr seit dem 12.September 2001 (nach Erklärung des Verteidigungsfalles durch die NATO) unter Oberbefehl des Nordatlantikpaktes steht und die deutschen Überwachungsbehörden seit dem geheimen NATO-Beschluss vom 4.Oktober 2001 unter dem Oberbefehl der CIA?

Wolfgang Schäuble hat am 26.Juni dieses Jahres öffentlich ausgesagt, dass die deutschen Überwachungsbehörden der Polizei, der Geheimdienste und ganz nebenbei auch die Militärgeheimdienste die CIA nicht beobachten. Und alle anderen “Partnerdienste” auch nicht.
Das hat er gesagt.

Wissen Sie eigentlich noch, warum damals 1981 in Polen durch General Jaruzelski das Kriegsrecht ausgerufen wurde?

Damit es nicht die Sowjets tun.

(…)
07.10.08 Der finanzielle Reichstagsbrand: Chronologie eines kalten Staatsstreichs durch eine inszenierte Krise
26.06.08 Akzeptieren wir die CIA-Republik Deutschland?

12.07.08 "Ich bin grundsätzlich sehr zurückhaltend, was Grundgesetzänderungen anbelangt.."

19.06.08 NATO-Staaten unterstellten "Terrorbekämpfung" am 4.Oktober 2001 der CIA

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Raymond Walden: Blasphemie
10/08/2008 07:10 PM
Das Wort „Blasphemie" entstammt der griechischen Sprache und bedeutet „Gotteslästerung".
Indem Kosmonomie „Gott" als nicht existent betrachtet, schließt sie für sich aus, über „Gott" zu lästern. „Gott" ist auch nicht „tot" (Nietzsche), sondern hat nicht gelebt, so dass ein Kosmonom nicht gegen „Gott" (gegen nichts) sein kann.
Kosmonome Gegnerschaft bezieht sich auf die Religionen und all die esoterischen Ableger wohl wissend, dass die meisten Gläubigen, bedingt durch Erziehung und Tradition, „nicht anders können". Deswegen wehrt sich Kosmonomie nicht gegen gläubige Menschen, solange sie in der Ausübung ihres Glaubens andere Bürger nicht belästigen, bevormunden, missionieren oder gar verurteilen.
Letzteres allerdings geschieht in den meisten Staaten der Erde durch „Amtskirchen" oder ähnliche Institutionen zumeist im Verbund mit den irdischen Regenten, die ihre Machtansprüche durch sogenannte Konkordate untermauern und drastisch durchsetzen.
Im Widerstand dagegen legt Kosmonomie Wert darauf, nicht in die gleichen Hasstiraden und Schlachtgesänge der „Religiösen" einzustimmen, sich in der Argumentation nicht auf eine Ebene mit im wahren Sinne Diesseits- und Menschenverachtern zu stellen. Das heißt konkret, nicht sinnlos zu streiten.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie einige „freigeistige" Organisationen „Kunstpreise zur Blasphemie" und weitere Absonderlichkeiten kreieren und verleihen, sich damit zu all jenen gesellen, die Emotionen erregen, Klamauk erzeugen in Ermangelung eigener gedanklicher Sorgfalt.[Link] [Cache]
Freeman: Vladimir Putin ist der Präsident von Deutschland
10/08/2008 07:09 PM
... sagt John McCain. Wie senil und verblödet ist der mögliche zukünftige Besetzer des Weissen Hauses eigentlich? Lustig ... obwohl, das wäre mal was vernünftiges, statt diesen ferngesteuerten Hosenanzug ... und Deutsch spricht er ja auch sehr gut.

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Die Kuchentester: Der Aufruf zur Vernunft Finanzkrise
10/08/2008 06:45 PM
Die FTD berichtet über einen Aufruf von 20 Professoren der Uni Hohenheim. Demnach ist die ganze Finanzkrise gar nicht so schlimm. Jetzt nur nicht den Kopf verlieren. Und ganz wichtig: Schön wieder das Geld zurück auf´s Sparbuch legen:

Bürger, die ihre Sparkonten räumen und privat große Bargeldbestände aufbauen, müssen sich bewusst sein, dass dies für unser Wirtschaftssystem gefährlich ist. Wenn wir dies alle tun, dann fördert dies die negative Entwicklung und führt zu einer dramatischen Rezession, in der wir alle wirtschaftlich verlieren werden.

Als wenn man Vertrauen per Rundschreiben verordnen könnte. Das Vertrauen wird erst dann wieder zurückkommen, wenn die Zocker in der Insolvenz sind und alle Banken, die am Markt tätig sind, wieder eine angemessene Eigenkapitalausstattung vorweisen können. Ende mit den Bilanztricksereien. Ich verstehe nicht, wieso Banken ihre Bilanzen nach dem Motto aufstellen können "Wünsch Dir was", während bei jedem anderem Unternehmen die Geschäftsführung wegen Insolvenzverschleppung angeklagt würde. Statt dessen können Banken unverkäufliche Level 3 assets zum fair value ansetzen. Fragt sich nur fair für wen?

Und von der Illusion, dass die Papiere nur bis zum Laufzeitende gehalten werden müssen, damit diese wieder werthaltig werden, sollte man sich ebenfalls verabschieden. Fakt ist, dass ein Großteil der Forderungen unwiederbringlich verloren gegangen ist. Die Schuldner werden vor den Schulden davon laufen, da sie die Raten nicht aufbringen können und die Hypothek doppelt so hoch ist, wie ihr Haus noch wert ist(Homeowners with negative equity via CR). Daran wird sich in den nächsten Jahren nichts Wesentliches ändern. Es ist ein Irrglaube, dass es nur um die Subprimekredite ginge. Mittlerweile sind auch die besseren Schuldner betroffen. Wenn der Einzelhandel weiter unter die Räder kommt, dann werden auch die Malls schließen und damit die gewerblichen Kredite ausfallen. Liebe Banken, besorgt euch Kapital egal von wem, dann gibt es auch wieder Vertrauen.

Statt dessen liefern uns die Professoren Krisenromantik ala Rosemunde Pilcher:

2. Die Solidarität zwischen den Banken in Deutschland darf in der bestehenden Situation keine Grenzen kennen. Alle Banken sitzen im gleichen Boot.

Ja, ne, is klar. Deswegen ist der Interbanken-Geldmarkt auch schon seit Tagen eingefroren und die Notenbanken pumpen Geld in Milliarden- und Billionenhöhe in den Markt, um die Banken vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Keine Bank traut der anderen auch nur einen Millimeter. Aber die Professoren fordern jetzt den Schulterschluss. Vielleicht habt ihr ja noch so ein paar praxistauglich Vorschläge. Fordert doch einfach noch, dass die Vorstände mit ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten ihrer Bank haften sollen...


Gutgemeinte Äußerungen gab es auch während der großen Depression 1929. Da stellten sich Kollegien von Wirtschaftsprofessoren hin und behaupteten, dass das die wirtschaftlichen Grundlagen bestens seien (Wenn ich mich richtig erinnere, gab es damals auch eine Gremium aus 20 Wissenschaftlern von der Harvard oder Princeton Universität, die ewig bullish waren. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wurde dieses Gremium dann still und heimlich aufgelöst). In die Geschichtsbücher ist auch Professor Irving Fisher, damls einer der angesehensten Wirtschaftswissenschaftler, eingegangen, der wenige Tage vor dem schwarzen Donnerstag/Freitag davon sprach, dass die Kurse ein dauerhaft hohes Niveau erreicht hätten. Und selbst nach dem schwarzen Donnerstag sagte er noch NYT Schlagzeile:

STOCK SLUMP IS ONLY TEMPORARY
Professor Fisher Tells Capital Bankers Market Rise Since War Has Been Justified. ECONOMIC REASONS CITED "Public Speculative Mania," He Declares, Is Least Important Causeof Price Inflation.

October 24, 1929, Thursday

WASHINGTON, Oct. 23.-- Fears that the price level of stocks might go down to where it was in 1923 or earlier, engendered by recent breaks in the market value of securities, are not justified by present economic conditions, Professor Irving Fisher,...

Kleine Anmerkung: Am 3. September 1929 erreichte der Dow Jones Index seinen Höchststand von 381 Punkten. Mitte November stand er bei ca. 180 Punkten und viele glaubten, jetzt sei der Zeitpunkt für einen Einstieg gekommen. Aber tatsächlich fielen die Aktienpreise nicht nur auf das Niveau von 1923 zurück, sondern auf den Stand, den der Dow Jones im Jahr seiner Gründung hatte. Erst 1932 erreichte der Dow Jones seinen Tiefststand mit 41 Punkten. Der gleiche Stand wie 1896, bei seiner Erstveröffentlichung.

Ich nehme noch ein Stück Kuchen, wer weiß, wie lange es noch welchen gibt.

Euer Kuchenjunkie[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: So werden Kriege "gemacht"
10/08/2008 06:42 PM

“Mitglieder der EU-Beobachtermission in Georgien sind vorübergehend von einer Gruppe Südosseten festgehalten und ausgeraubt worden. Etwa ein dutzend Beobachter sei am Montag in der Nähe der Ortschaft Ergneti nahe der Grenze zwischen Georgien und der abtrünnigen Provinz Südossetien fast eine Stunde lang von rund 20 bewaffneten Osseten festgehalten worden, verlautete aus georgischer Quelle”, schreibt die n-tv.

Fangen nicht mit

  • einseitigen Darstellungen
  • verdrehten Wahrheiten
  • Lügen

alle Kriege an? Es gibt etliche Filme auf youtube über die Kriegsbeginnler.

[Link] [Cache]
Suboptimales: Finanzkrise und die Zweckgesellschaft welche ihr dreckiges Geschäft betreibt
10/08/2008 06:24 PM

In einem meiner Beiträge zur Finanzmarktkrise habe ich schon mehrfach darüber geschrieben - Die Finanzmärkte sind schärfer zu regulieren und die Steuern für Reiche zu erhöhen. Was wir brauchen ist die Rückkehr zur Vernunft. In Sachen internationaler Finanzmarkt gab und gibt es immer noch einen irrationalen Überschwang. Alle haben geglaubt, dass die Marktwirtschaft perfekt funktioniert und immer in der Lage ist, sich selbst anzupassen. Diese naive Sichtweise ist zusammengebrochen.Wir haben bereits in der Weltwirtschaftskrise von 1929 gelernt, dass der Markt allein es nicht richtet. Aber das ist 75 Jahre her. Und irgendwann ist das Bewusstsein dafür verloren gegangen.

Seit Ronald Reagan sind viele Menschen nicht nur in den USA desillusioniert über die Ergebnisse der Reformen; das Gleiche gilt für Europa, nicht zuletzt Deutschland. Wenn ich daran denke, dass so ein Schwachkopf wie Joschka Fischer zusammen mit seinem meiner Ansicht nach dumm-intellektuellen Seelenverwandten Schröder in trauter Eintracht erst die Vorraussetzungen für die heutige Misere auf dem Arbeitsmarkt und den Sozialsystemen geschaffen haben, die zu einer völligen Spaltung der Gesellschaft geführt haben und auch für die jetzige Finanzmarktkrise erheblichen Anteil haben, dann kann ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnte ! Die Veräußerung von Unternehmensanteilen wurden entgegengesetzt der Meinung des Steuerexperten Prof. Lorenz Jarass steuerfrei gestellt, die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland von den Steuerzahlern finanziert. Die Mitarbeiter von AEG Nürnberg, nun Arbeitslose, haben also die Verlagerung des Konzerns ins osteuropäische Ausland zwangsweise mitfinanzieren dürfen, während gleichzeitig die Gewinne der Aktionäre gestiegen sind.

Die Arbeitsmarktreformen zum Beispiel waren ja der ultimative Einstieg in den Hungerlohnsektor, hat die Menschen in Arbeitsbesitzende und Arbeitslose eingeteilt und den Futterneid geschürt: „Es kann nicht sein, dass der Regelsatz des Alg II höher ist, als ich verdiene !". Dümmlicher Futterneid, den man experimentell anscheinend nicht nur bei Ratten nachweisen kann.

Die Idioten von Deutschen gehen tatsächlich für 4 Euro und weniger arbeiten ! Fakt ist, dass die dummen, dämlichen, verblödeten Deutschen diesen Hungerlohn erst dadurch hoffähig gemacht haben, weil sie zu Hungerlöhnen „schaffen gehen". Wer sich weit unter Wert verkauft, soll sich nicht darüber beschweren, wenn andere dies nicht tun wollen, und daher lieber Alg II beziehen.

Margaret Thatcher´s Ideen für einen deregulierten Finanz- und Arbeitsmarkt und die totale Privatisierung der Altersvorsorge inklusive der Daseinsvorsorge im Bereich Energie- und Wasserversorgung haben die Inselbewohner in eine schwerwiegende existentielle Krise gestürzt !

In Europa bzw. in Deutschland hat sich der Glaube ( durch massive Gehirnwäsche seitens der INSM und deren Verbündete aus Wirtschaft, Medien wie „der spiegel" und einer halbgebildeten bürgerlichen Gesellschaft ) an den „ entfesselten" Markt länger gehalten, als in den USA, wo die Mehrheit immer ( man glaubt es kaum ) der Meinung war, dass es einer Regierung bedarf, die den Markt reguliert ( lt. Joseph E. Stiglitz ) . Zugleich gab es aber große Angst vor einem ausufernden Staatsapparat. Man kann dies Schizophrenie nennen; ebenso ausgelöst durch massive Hirn waschende Apparatschiks der INSM und ähnlich ideologisierte Verblödungsindustrie.

Die Deregulierung und Liberalisierung aller Märkte, einschließlich der Arbeitsmarktreformen Hartz IV, sind zu weit gegangen. Armut und eine sozial wie kulturell tief gespaltene Gesellschaft sind nun das Ergebnis.Konservative Kräfte behaupten entgegen jeder Logig immer noch - und werfen ihr ganzes kriminelles Gewicht in die Waagschale -, dass jeder Eingriff schlecht sei.

Wir die Deutschen wollen zum Beispiel nicht, dass man uns genmanipuliertes Essen aufschwatzt, wollen die nahtlose Kontrolle aller Lebensmittel auf Schadstoffe und Verfallsdaten; wir wollen sichere Pharmaka, die vorher auf ihre Sicherheit geprüft sind, und nicht erst im Nachhinein, wenn Menschen zu unfreiwilligen Versuchskaninchen geworden sind. Für diese Form der Regulierung sind alle.

Merkwürdigerweise sieht es bei den Finanzmärkten anders aus. Hier ist es der Wall Street gelungen, kriminelle Geschäfte als seriöse zu verkaufen, weil „Otto Normalverbraucher" 100 000 verschiedene Produkte, die es auf dem Derivaten-bzw. Zertifikatmarkt gibt, nicht mehr bewerten kann. Es wäre die Aufgabe des Wirtschaftsministers und der BaFin ( Bundesaufsicht für das Wertpapier- und Finanzwesen ) gewesen, für plausible Transparenz und Kontrollmechanismen zu sorgen. Die Banken haben schon zu Schröders Zeiten stets behauptet, sie könnten Risiken managen. Reine Schutzbehauptung; denn dazu waren und sind sie nicht in der Lage. Sie sind nicht einmal in der Lage, ihre Risiken richtig zu beziffern. Es ist phänomenal, wie sehr die Banken daneben gelegen haben. Niemand hat die Banken gestoppt. Die Aufsichtsgremien wie BaFin nebst die Aufsichtsräte in den Banken selbst haben sie gewähren lassen. Und die amerikanischen Banken hatten einen wichtigen Unterstützer: Alan Greenspan.

Der hat gebetsmühlenhaft behauptet, keine Regulierung sei die beste Regulierung. Er hat den Eindruck erweckt, als gebe es keine Blase. Diese Mentalität hat sich überall verbreitet.Die Banken haben gnadenlos ausgenutzt, dass es große Unterschiede in der Regulierung gibt. Sie sind mit ihren Geschäften dorthin gegangen, wo die Aufsicht am geringsten ist und die Steuern am niedrigsten sind. Dadurch ist neben dem eigentlichen Bankensystem ein zweites Schattenbankensystem entstanden. Die Banken haben ihre Schulden und Geschäfte einfach in Zweckgesellschaften in Steueroasen verlagert. Hier nun eine kleine Kostprobe, wie so eine „Zweckgesellschaft" ihr dreckiges Geschäft betreibt, und das mit Unterstützung der Bundesregierung:

Firmengründung Offshore - Anonymität, Diskretion, Haftungsschutz, Steuerbefreiung

Die Offshore-Gesellschaft ist die ideale Rechtsform wenn Sie Wert auf Anonymität und Diskretion legen, keinerlei Geschäftsinformationen ausforschbar sein sollen und wenn Sie Haftungsschutz und Steuerbefreiung genießen möchten. In der Regel ist die Firmengründung bereits binnen weniger Tage komplett abgeschlossen. Der unbeschränkte Haftungsschutz erfordert keine Stammeinlage. Durch den Wegfall der Besteuerung entfallen auch Buchführung- und Belegaufbewahrung. Die Firma ist niemandem Rechenschaft schuldig, weder für Einnahmen noch für Ausgaben. Neben der Gründung bieten wir Ihnen ein umfangreiches Leistungsspektrum welches andere nicht bieten wollen oder können, wie unter anderem Treuhänderservice zur Wahrung Ihrer Anonymität, Büroservice in renommierten Städten sowie Kontoeröffnung.

Die wichtigsten Vorteile sind:

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- Geheimhaltung Ihrer persönlichen Daten durch Rechtsanwalt
- Diskretion
- Höchste Stufe an Datenschutz
- Garantierter Haftungsschutz ohne Stammkapitalpflicht
- Steuerbefreiung
- Keine Besteuerung jedweder Einkünfte
- Verwaltungsbefreiung
- Keine Buchführungspflicht
- Keine Bilanzierungspflicht
- Keine Beleg-Aufbewahrung
- Keine Betriebsrechenschaft
- Kein Nachweis der Mittelverwendung
- Keine Steuerberaterkosten
- Keine Betriebsprüfungen
- Keine Befähigungsnachweise
- Nahezu jede Geschäftstätigkeit erlaubt

Mann, ich glaub es nicht !!

Die Aufsichtsbehörden sollten solche Konstruktionen des Schattenreiches zerstören. Ganz klar, ja ! Unser Bankensystem muss reguliert werden, weil es so wichtig ist für das Funktionieren unserer Wirtschaft, für unsere Sozialsysteme und letztlich unsere Arbeitsplätze. Aus diesem Grund kaufen wir mit unseren Steuergeldern die Banken heraus ( so bitter das für den Einzelnen sein wird ), wenn sie zusammenbrechen. Der Staat bietet den Banken Sicherheit, und weil er das tut, kann er, genauso wie eine Feuerversicherung Auflagen machen und zum Beispiel fordern, dass jedes Haus eine Sprinkleranlage hat. Und da die Banken für die Feuerversicherung aber kein Geld ausgeben wollen, müssen die Banken per Gesetz dazu gezwungen werden.

Der Anteil der Banken am Rettungspaket, das Steinbrück am 6. September zusammenschnürte, ist viel zu gering. Den Löwenanteil der Last tragen die Verbraucher, die Rentner, die Arbeitslosen und die Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor. Sie trifft es härter als die Reichen, die wegen der zu erwartenden Inflation in annähernd zweistelliger Rate bei den Lebensmitteln stärker zur Kasse gebeten werden. Die Banken fordern stattdessen, dass der Staat größere Krankenhäuser baut, um die Opfer des Großbrands zu versorgen. Sie wollen zudem, dass ihre kriminellen Geschäfte in Steueroasen wie den Cayman Islands oder den Bermudas weiterhin blühende Erträge abwerfen. Diese Steueroasen müssen geschlossen werden!

Die USA setzen tatsächlich gerade die Schweiz unter Druck, nicht aber die Caymans, wo die meisten Hedgefonds der Wall Street registriert sind. Es bringt nichts, wenn man Liechtenstein oder Monaco dichtmacht und das ganze Geld dann in eine andere Steueroase fließen lässt. Deshalb muss man weltweit vorgehen, ohne Ausnahme.

Eine andere Gefahr sind die vielen hochriskanten Derivate, die die Banken in den vergangenen Jahren erfunden haben.

Deshalb - Es ist unbedingt erforderlich, eine europäische Behörde zu schaffen,mit dem Ziel der weltweiten Kompatibilität, die diese Produkte prüft und testet, ehe sie zugelassen werden. Das ist ( sollte ) bei Medikamenten nicht anders ( sein ): Ehe Pharmaunternehmen diese vertreiben dürfen, muss der Staat sie zulassen.

Man glaubt es kaum - Kaum ist die erste Krise am Laufen, die Steuerzahler in der Pflicht, die Scheiße der Banker im Bailout-Verfahren zu sozialisieren, da entwickeln die Investmentbanker schon wieder neue Produkte, etwa Credit Default Swaps, also eine Versicherung auf Kreditrisiken, die so schnell als möglich auf den Markt sollen. Die wollen „nicht ewig warten, ehe sie damit Geld verdienen können", meint Joseph Stiglitz sarkastisch.Und ich füge hinzu:

Man sollte denen wirklich Handschellen anlegen. . .und ab in den Knast ! Die Welt ist schließlich 2000 Jahre ohne “Credit Default Swaps” ausgekommen. Bricht die Welt auseinander, wenn solche Swaps nicht auf den Markt kommen ?
Aber umgekehrt kann das Weltfinanzsystem zusammenbrechen, wenn solche Produkte sich als giftig erweisen.Insgesamt müssen die Regeln der Finanzmärkte verschärft werden. Das ist zwingend. Wir können nicht Banken mit dem Geld des Steuerzahlers herauskaufen ( Bailout ) und dann sagen: Ihr könnt so weitermachen wie bisher ! Die Banken müssen dafür einen Preis bezahlen, wenn sie gerettet werden.
Die Wall Street hat seine Kernschmelze auf den verwilderten Finanzmärkten erlebt und schreit nun entgegen der jahrelangen Gehirnwäsche der INSM z.B. und anderen dubiosen Meinungsmachern nach dem Steuerzahler ( Staat . Gewinne werden privatisiert, Verluste werden sozialisiert. Als Gegenleistung wollen sie einer „ Regulierung" zustimmen; pro forma sozusagen. Und dann, wenn alles vorbei ist, werden sie diesen Regulierungen ganz „ sophisticated" auszuweichen versuchen. Das Ende des Neoliberalen Zeitgeistes ist also noch lange nicht vorbei !

Und was ist mit der persönlichen Haftung von verkrachten Investmentbankern ? Mit den Abfindungen und Pensionen für solche gierigen Bestien, die sich Banker nennen ? Wo sind die Staatsanwälte, die diese Subjekte zumindest wegen fortgesetzter Untreue zur Rechenschaft ziehen werden ? Die Banker haben in den letzten Jahren von sehr niedrigen Steuersätzen profitiert. Das müssen wir ändern. Robert Shiller hat dazu eine sehr gute Idee entwickelt und vorgeschlagen, dass wir unser Steuersystem jedes Jahr an die Ungleichheit in der Gesellschaft anpassen. Wir verändern die Steuersätze ja schon jetzt unregelmäßig. Warum sollen wir das nicht in das Steuersystem so einbauen, dass es automatisch passiert ? Gesetze kann man auch im Nachhinein ändern und wirksam werden lassen.

Aber die Bundesregierung, so hat es jedenfalls den Anschein, werde alles tun, solch kriminelle Subjekte vor strafrechtlichen- wie privatrechtlichen Schäden zu bewahren.

Die Linkspartei hat nun alle Chancen dieser Welt diese Bundesregierung vorzuführen, indem sie die Finger in die massenweisen Wunden der von ihnen begangenen Staatskriminalität legt: Heisst es nicht in der Vereidigungsformel des Grundgesetzes, “( … ) allen Schaden vom Volk abzuwenden ?” - Die Bundeswehr im Innern soll nun eingesetzt werden - “Im Notfall“. Aber wie dieser Notfall definiert ist, darüber schweigt man sich aus. Letztendlich sollen auch gepanzerte Fahrzeuge für diesen “Notfall” eingesetzt werden dürfen. Am kommenden Freitag wird die Regierung für die notwendige Zweidrittelmehrheit für eine Grundgesetzänderung werben.

Es ist Zeit zum Widerstand - gegen eine zutiefst bürgerfeindliche Politik. Wenn nicht jetzt, wann dann ?

Jetzt müssen die Aktionen in der breiten Öffentlichkeit starten, mit Plakaten, Informationsveranstaltungen, Vorträgen usw. Notfalls mit politischem Streik. Hier sind die Gewerkschaften gefordert… zu wem stehen die eigentlich ? Letztlich doch zu den skrupellosen Verursachern von Not und Elend ? Mit den Parolen „ Hartz IV muss weg", „ Hartz IV ist Armut per Gesetz" lockt man in dieser Zeit keinen Hund mehr hinterm warmen Ofen hervor ! Es geht schon lange nicht mehr ausschließlich um „ Sozialraub", um Hartz IV, sondern um die Beseitigung der galoppierenden Armut wegen Niedriglöhne, wachsender Inflation, und dem damit einhergehenden systematischen Sozialabbau. Die Ursachen liegen in den anglo-amerikanischen Beutezügen eines dubiosen Finanzmarktes, die von USA und England insbesondere den Deutschen, aber auch Schweizern und Holländern, Belgiern aufgedrückt wurden.

Die Linke muss und kann sich jetzt als wirkliche Alternative zur neoliberalen Politik der Bundesregierung beweisen. Wenn Herr Müntefering sich erdreistet in seinem Buch “Macht Politik” die Linkspartei dahingehend zu diffamieren, sie mache so wörtlich ” Sozialpolitik aus Zeiten der Dampflock“, so kontere ich zurück: Die SPD hat die Voraussetzungen geschaffen, daß die Reichen auf Kosten der Armen immer reicher werden. Schröder, Steinmeier, Müntefering, Fischer waren das Quartett mit mafiösen Strukturen zugunsten des Geldadels, die mit ihren finanz-, arbeitsmarktpolitischen wie wirtschaftspolitischen Entscheidungen die gigantische Umverteilung von unten nach oben erst möglich gemacht haben. Sie haben den Casino-Kapitalismus zur deutschen Maxime erhoben und dadurch Millionen von Menschen in die Armut gebracht ! Noch vor kurzem stritten die Koalitionäre der Bundesregierung, ob man beispielsweise die Renten um rund 1% ( !! ) erhöhen könne. Und die gleichen zerrissen sich das Maul über den angeblich ausufernden Sozialstaat.Petra und ich ( P+P Edition ) werden uns dafür einsetzen, dass die soziale Gerechtigkeit nicht weiter durch einen widerwärtigen Raubtierkapitalismus ausgehebelt wird; mit unserer Kandidatur zu den Landesvorstandswahlen der Partei DIE LINKE Rheinland-Pfalz.

Peter Christian Nowak - P+P Edition
Redaktion: !Tacheles - Im Namen des Volkes?!

Posted in Abzocker, armut, Bankenkrise, Hedgefond, Inflation, INSM, kapitalismus, Politik, Steuer, Think Tanks, USA Tagged: Bafin, Banken, Bundesregierung, Derivate, Finanzkrise, Offshore, USA, Zertifikate
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Elo-Forum Deutschland: Deutliche Anhebung der Hartz IV-Regelsätze nach IAB-Studie gefordert
10/08/2008 06:00 PM
Diskussion im Forum >>KLICK<< Bonn – Das Erwerbslosen Forum Deutschland fühlt sich in der Forderung nach einer Erhöhung der Hartz IV-Leistungen auf 500 Euro nach der heute bekannt gewordene Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bestätigt. Noch dringlicher wären allerdings die sofortige Rücknahme der »vorsätzlichen« Regelsatzkürzungen bei Schulkindern und Jugendlichen seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005. Befremdet reagierte die Initiative auf Äußerungen des Deutschen Vereins, wonach die Hartz IV-Sätze für eine gesunde Ernährung angeblich ausreichend seien. [Link] [Cache]
Die Kuchentester: Anantomie einer Finanzkrise Teil II (Nachtrag)
10/08/2008 05:40 PM
Ich hatte gestern auf den Artikel von Roubini "The risk of a systemic financial meltdown; The 12 steps to a financial desaster" hingewiesen. Heute präsentiert Roubini aufbauend auf seinem Artikel vom Februar ein Lösungspaket.

Meinen Artikel habe ich heute ergänzt:

Na sowas! Nachdem Querschuss den Artikel von Roubini "12 Schritte zur finanziellen Kernschmelze" wieder in Erinnerung gerufen hat, ist es einen Tag später nun Roubini selbst, der seinen Artikel nochmals bespricht. Man kann es ihm ja nicht verübeln, da er lange Zeit für seinen Pessimismus verspottet wurde, dass er sich nun in der entgegenschlagenden Anerkennung sonnen möchte. Über die Wiederholung hinaus bietet er auch ein Lösungspaket an, das die Politik seiner Meinung nach umsetzen muss, um die Vollendung seines 12-Punkte-Plans abzuwenden: Den Zusammenbruch des Finanzsystems.


Vier Schritte sind es, die Roubini für geboten hält:

1.
Eine Triage (Begriff aus der Militärmedizin: Auswahl bei einem Massenanfall von Verletzten zwischen überlebensfähigen und nicht überlebensfähigen Patienten bei nicht ausreichenden medizinischen Ressourcen) hat zu erfolgen zwischen insolventen einerseites und überlebensfähigen Banken andererseites, die es lohnt zu rekapitalisieren. Die insolventen müssen geschlossen werden und Kapitalerhöhungen bei den zu rettenden Banken durchgeführt werden. Ebenso brauchen Nichtbanken Liquiditätsspritzen. Eine direkte Kreditvergabe an kleine Unternehmen wäre auch hilfreich. Den Plan der USA zum Aufkauf von Commercial Paper (CP, Schuldscheine für kurzfristige Verbindlichkeiten von Unternehmen) befürwortet Roubini.

2.
Zeitlich begrenzte vollständige Einlagensicherung durch den Staat, aber gefolgt von einer Schließung der insolventen Banken, um moral hazard zu vermeiden (s.o.)

3.
Eine Änderung des fehlerhaften 700 Mrd. TARP-Programmes.
a) Direkte Staatsbeteiligungen an Banken in Verbindung mit privaten Kapitalgebern. Aussetzen von Dividenzahlungen an Altaktionäre.
b) Reduzierung der Hypothekenschulden gegenüber den Hauseigentümern, um die Zwangsversteigerungen zu stoppen.
c) Insolvente Banken schließen

4.
Eine Nachfrageprogramm in Höhe von 300 Mrd. Dollar, das dazu genutzt werden sollte, Steuererleichterungen für Geringverdiener zu geben und Infrastrukturprojekte und grüne Technologie zu finanzieren. Ansonsten droht ein erheblicher Nachfrageausfall.

- - - -

Also ich glaube, was Herrn Prof. Roubini besonders am Herzen liegt, ist die Triage, so oft wie dieses Wort wiederholt. Die heutige koordinierte Leitzinssenkung aller wichtigen Zentralbanken um 0,5 Prozent hält er für richtig, aber dies würde nichts am eigentlichen Problem ändern. Und dieses Problem heisst mangelnde Eigenkapitalausstattung. Daraus resultiert ist die Angst vor einem Kreditausfall, wenn es zu weiteren Abschreibungen kommt. Er sieht den Zinssatz der FED am Ende des Zyklus´ eher bei 0 als 1 Prozent![Link] [Cache]
Wojnas Workinglife: Vor dem Zähneputzen
10/08/2008 05:30 PM

Ein junger Fan interpretiert mein Duisburg-Lied in seinem Badezimmer:

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Freie ArbeiterInnen Union: FAU-Block bei Freiheit-statt-Angst-Demo am 11.10. in Berlin
10/08/2008 05:27 PM
Ausufernde Überwachung führt zum Abbau von Persönlichkeits- und Freiheitsrechten. In Staat und Wirtschaft wird zügellos spioniert und protokolliert. Lohnabhängige sind heute schon ständiger Überwachung an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt. Nicht selten dienen überwachende Maßnahmen den Chefs dazu, Kündigungsgründe zu konstruieren und dadurch unliebsame Beschäftigte loszuwerden. Genau wie im Staat findet in Unternehmen eine schleichende Einführung von Überwachungstechniken statt. Der Abbau von bisher garantierten Rechten wird so zur Gewohnheit. Dieser Entwicklung können wir nur gemeinsam etwas entgegensetzen! Deshalb wird es auf der "Freiheit Statt Angst"-Demonstration am 11. Oktober einen Block der FAU geben. Startpunkt 14 Uhr Alexanderplatz / Berlin Ansprechpartner: IT-Sektion: faub-it@fau.org [Link] [Cache]
Harald: Ein Zitat vom alten Götz…
10/08/2008 05:18 PM

… aber nicht dem von Berlichingen sondern von Götz George lautet:

„Jeder Mensch hat das Recht zu denken, aber manchem wird es erlassen."

So könnte man auch denken, wenn es um die Bankenpleiten in den letzten Tagen geht. Nicht etwa, dass ich etwas gegen die Rettung einer Bank durch den Steuerzahler hätte, wenn es denn ein von der Bank unverschuldeter Einzelfall wäre. Doch es wird eben kein Einzelfall bleiben, und auch nicht bei den plötzlich vorhandenen zig Milliarden Euro, denke ich.

Dabei drängt sich mir noch die Frage auf, ob wir denn überhaupt so viele Banken brauchen, die sich gegenseitig Gelder leihen, Kredite kaufen und verkaufen, sich gegenseitig überbieten mit den Leistungen die sie für uns Bürger erbringen würden, wenn wir nur bei Ihnen unsere sauer verdienten Groschen lassen.

Es gab schon mal eine Zeit, da wurde das erkannt. Nach der Gründung des Deutschen Reiches erfolgte eine Neuordnung des Notenbankwesens durch eine deutliche staatliche Zentralisierung. Aus der von Friedrich dem Großen 1765 gegründeten Kgl. Giro- und Lehnbank, die 1846 zur Preußischen Bank umwandelt wurde entstand per Gesetz vom 14.3.1875 die Reichsbank.

Daneben gab es natürlich noch Privatbanken die aber durch diese Geldpolitik von 33 verschiedenen Banken im Jahre 1873 auf 4 im Jahre 1914, (dies waren die Bayrische Notenbank, die Badische Bank, die Württembergische Notenbank und die Sächsische Bank), reduziert wurden. Ziel war es, die Geldpolitik im Wesentlichen in den Händen des Staates zu behalten. (Damals hatte aber bestimmt noch keiner eine sozialistische Zentralisierung im Sinne).

Ach ja, den Sozialismus gibt es seit 18 Jahren auch nicht mehr. Das ist schon richtig, denke ich. Aber am 3. Oktober betonten viele Redner die einmalige historische Leistung der Wiedervereinigung zweier deutscher Staaten. War dies aber so einmalig frage ich mich. Denn da gab es schon mal eine Zeit, da wurde dies gemacht. Mit der Proklamation von Wilhelm I. zum deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 in Versailles wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet. Das klingt in den Geschichtsbüchern recht einfach. Aber insgesamt gingen damit vier Königreiche, sechs Großherzogtümer, fünf Herzogtümer, sieben Fürstentümer, drei Freie- und Hansestädte sowie das Reichsland Elsass-Lothringen als Bundesstaaten in das Reich ein.

Ich konnte leider in den Geschichtsbüchern nicht ermitteln, ob damals nach 18 Jahren noch immer nach Ost-West oder Nord-Süd unterschieden wurde. Dass wir heute noch nach so vielen Jahren im vereinten Deutschland Unterschiede spüren, macht mich krank.

Doch krank werden ist so ein Problem. Denn welchen der über zweihundert verschiedenen Krankenkassen im Lande vertraue ich meine kranke Gesundheit denn an, frage ich mich. und ich denke schon wieder, ob wir denn überhaupt so viele Kassen brauchen, wenn sie sowieso ab nächstes Jahr gleiche Beitragssätze haben sollen. Denn da gab es schon mal eine Zeit… aber vielleicht erlasse ich mir jetzt das Denken.

Dieser Text wurde von einem guten Bekannten geschrieben für “Dippoldine” in “Dippolds Boten” vom 15. Oktober 2008. Ich danke für die Erlaubnis, diesen hier zu veröffentlichen zu dürfen.

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"Die Dreckschleuder": „Es brennt das ganze System"
10/08/2008 05:18 PM

Soll nun die Justiz richten, was die Politik versäumt hat? Die Münchener Hypo Real Estate, ein Immobilienfinanzierer vor allem auch öffentlicher Vorhaben, ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. „Wir beobachten den Ablauf des Geschehens", zitiert die Financial Times Oberstaatsanwalt Anton Winkler. [i] Bislang sei aber weder ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, noch liege eine Strafanzeige gegen Vorstände oder andere Verantwortliche vor. Man „behalte die Vorgänge aber dennoch im Blick".

Das klingt wenig verheißungsvoll. Die fehlenden Milliardenbeträge würden die Vorstände auch kaum aus eigener Tasche berappen. Strafrechtlich belangt werden könnte aber durchaus, wer ihm überlassene Gelder veruntreut.

Weiter bei Hintergrund

Tagged: bank, pleite, Politik
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OSTBLOG: Hoffnung in Finanzkrise?
10/08/2008 04:47 PM

Nachdem die Rettungsversuche diverser Regierungen nach dem Börsencrash nicht griffen, sind jetzt offensichtlich wirksamere Lösungsansätze in Sicht:

Telegraph: Richard Fuld, the disgraced head of Lehman Brothers, was punched in the face in the office gym amid the bank's collapse

SPIEGEL ONLINE: US-Finanzmanager erschießt sich und fünfköpfige Familie

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ISLA: No title
10/08/2008 04:05 PM
"Straftatbestand Sabotage"
Spionage - Sabotage[Link] [Cache]
urs1798: Und wenn mir nichts mehr einfällt, mache ich es wie Picasso
10/08/2008 03:47 PM
und lasse mich inspirieren. Ausstellung in Paris Posted in Satire, Schönes   Tagged: Ausstellung, Inspiration, Kultur, Picasso    [Link] [Cache]
Club der halbtoten Dichter: Bazical Authorities warn
10/08/2008 03:40 PM

that blogging is a health hazard.

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Blöde Geschichten: Fronten-Begradigung
10/08/2008 03:31 PM


(Staatsanwältin Vockert sieht ungefähr aus wie Vicky Leandros (56). Yvonne Vockert ist aber jünger und das größere Haarwunder.)

Am 1. August 2008 wurde einmal mehr gegen den 74-jährigen Blinden Lubomir Ivancik prozessiert, diesmal im Amtsgericht Marburg. Lubo war angeklagt drei oder mehr Polizisten beleidigt zu haben. Er hat ihnen zugerufen: “Ihr seid wie Nazi! Ihr seid wie SS!”

Richter Edgar Krug hatte Lubo diesmal einen Pflichtverteidiger genehmigt: Rechtsanwalt Tronje Döhmer. Als Lubomirs Schutzpatronin erwies sich jedoch eine Staatsanwältin: Yvonne Vockert. Sie beantragte das Verfahren gegen Lubo nach § 154 Absatz 2 Strafprozessordnung einzustellen - auf Staatskosten.

Die Verhandlung begann mit Lubomirs vollumfänglichem Geständnis.

Am 28.1.2003 hatte Lubos unehelicher Schwiegervater, der Verfassungsschützer Peter G., dem Lubo sein dreijähriges Kind “geraubt”. So wenigstens drückt Lubo sich aus. Kurz nach der Geburt Vladanas im Jahr 2000 war der Mutter peinlich bewusst geworden, dass sie sich mit einem so alten Mann eingelassen und mit ihm ein Kind hatte. Sonja G. versuchte Abstand zwischen sich, Lubo und ihre Tochter zu bringen. Lubo MUSSTE das Kind versorgen, wobei es ihm natürlich ans Herz wuchs. Fast alle Säugetiere reagieren so. Dass Lubo sein “Bubele” (=Vladana) verlor, traf ihn hart.

Am 4.8.2005 “raubte” Lubo sein Kind zurück. Es ist allerdings nicht ganz klar, wer wen geraubt hat. Denn Vladana kann sehen, Lubo aber nicht. Lubo war jedenfalls zum betreuten Umgang nach Potsdam gefahren und traf dort Vladana. Als die Aufpass-Tante nicht aufpasste, machten die beiden sich weg. Sie fuhren nach Marburg, wo indes vor Lubos Haus schon die hessische Staatsmacht lauerte. Lubos unehelicher Schwiegervater, der Verfassungsschützer, hatte die alarmiert. Lubo und seine Tochter wurden in die Marburger Polizeifestung verbracht. Sie saßen auf einer Bank im Gang, Vladana auf Lubos Schoß, als ein Polizeibeamter verlangte, Lubo solle seine Tochter abgeben. Lubo antwortete, er würde Vladana der “Kindesmutter” aushändigen, aber niemandem sonst. Als der Polizeibeamte Lubo das Kind mit Gewalt wegnehmen wollte, sagte Lubo:

Du Idiot!

zu ihm.

“Habe ich das richtig verstanden?”, unterbrach Richter Krug Lubos Erzählung, “Sie geben zu einen Polizeibeamten mit “Du Idiot” angeredet zu haben?”

Lubo bestritt nicht. Lubo sagte also zu einem Polizeibeamten “Du Idiot!”. Das konnten die anderen Beamten der Polizeifestung nicht dulden. Drei (Lubo sagt: vier oder mehr) warfen sich auf ihn, rissen ihm das Kind weg, warfen Lubo zu Boden, drehten ihm Arme und Beine um, und einer stellte seinen Fuß auf Lubos Hals. Bubele schrie: “Pappi, mein Pappi!” Lubo sagte:

Ihr seid wie Nazi! Ihr seid wie SS!

Dazu merkte er an, er habe als Zehnjähriger in einem kleinen tschechischen Dorf selbst miterlebt, was SS und Nazis sind.

Lubo wurde in eine Zelle gesperrt. Er merkte, dass er “Pipi” musste. Er tastete an den Zellenwänden entlang und suchte nach einem Eimer. Er tastete nach einem Klingelknopf, fand aber keinen. Er schlug gegen die Zellentür. Niemand kam. Da machte Lubo “Pipi” gegen die Tür. Da endlich erschien ein Polizeibeamter. Er sagte:

Du Sau!

zu Lubo.

Nach dem vollumfänglichen Geständnis entließ Krug die drei Polizeibeamten, die vor dem Gerichtssaal als Zeugen warteten. Verteidiger Döhmer schlug vor, gegen Lubo einen Strafbefehl mit Strafvorbehalt zu verhängen. Das interessierte Staatsanwältin Vockert und Richter Krug aber nicht. Sie erörterten andres.

Wenn einer einen anderen erschlägt und dabei eine Vase zertrümmert, begeht er einen Totschlag und eine Sachbeschädigung. § 154 StPO ist dafür da, das Bagatelldelikt (die Sachbeschädigung) unter den Teppich zu kehren, wenn der Delinquent schon wegen der schweren Straftat (des Totschlags) bestraft wird. Der Charme des § 154 für die Justiz besteht darin, dass sie für eine 154-Einstellung die Zustimmung des Angeklagten nicht braucht.

Vockert und Krug verhandelten miteinander. Sie suchten nach einer rechtskräftigen Verurteilung um die Einstellung daran aufhängen zu können. Eine schwere Straftat hat Lubo bisher nicht begangen, nicht einmal nach Auffassung der Justiz. Doch wenn man ein Verfahren vom Tisch haben will, soll man nicht kleinlich sein. Lubo hat zwei rechtskräftige Verurteilungen auf dem Buckel, eine wegen angeblicher Gewalttätigkeiten zum Nachteil der “Kindesmutter” (80 Tagessätze) und eine wegen Kindesentziehung, also wegen des “Raubs” am 4.8.2005 (40 Tagessätze, glaube ich). Vockert musste hart arbeiten um die 154-Einstellung begründen zu können: Die Strafakte 58 Cs - 4 Js 11681/05 stimmte nicht, der Auszug aus dem Bundeszentralregister mit Lubos rechtskräftigen Schandtaten war falsch, Krug war schlecht informiert.

Als das geschafft war, sagte der Krug zu Lubo: “Wenn Sie sich bei den Polizeibeamten entschuldigen, wollen wir über eine Einstellung nachdenken.” Der Verteidiger Döhmer ging mit Lubo vor den Saal. Er kam nach kurzer Zeit zurück: “Ich habe meinem Mandanten angeboten mich in seinem Namen bei den Polizeibeamten zu entschuldigen. Er aber will das nicht.” Lubo brüllte:

Nie werde ich mich bei dieser Bande entschuldigen!

Daraufhin beantragte Vockert das Verfahren nach § 154 Abs.2 StPO einzustellen und Krug antwortete zufrieden: “Beschlossen und verkündet!” (b.u.v.)

Eine solche Verhandlung wäre noch vor einem halben Jahr in Marburg unmöglich gewesen. Ein lebenslustiger Greis, der Studentinnen verhaut, kleine Mädchen entführt, Widerstand gegen Polizeibeamte leistet und sogar bundesdeutsche Rechtsstaatspolizisten mit der SS vergleicht, verdient der nicht mit jeder Straftat eine härtere Strafe? Statt dessen eine Einstellung auf Staatskosten! Lubo sagte hinterher, er habe Krug nicht wiedererkannt.

Es ist an vielen Stellen zu merken, dass die heimische Justiz, besonders die in und um Marburg, Probleme hat. Es ist zu viel daneben gegangen. Schlimm ist jedoch: Das ist bekannt geworden und hat das Ansehen der Justiz ruiniert. Da wollen die Justizangehörigen sich solche Peinlichkeiten wie die Lubo-Prozesse vom Hals schaffen. Krugs Beschluss am 1.8.2008 war Teil einer Fronten-Begradigung.

Die einheimische Presse, die sich bisher an Lubo-Prozessen nach dem Motto “Unvernünftiger Rentner entgeht seiner gerechten Strafe nicht!” delektiert hat, war am 1.8.2008 nicht dabei.

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keimform.de: Community Building in Zeiten der galoppierenden Krise
10/08/2008 03:18 PM

Stefan hat mich gerade dankenswerterweise durch sein letztes Posting wieder auf eine ältere Diskussion gestoßen. Ich hab dadurch meine alten Hoffnungen wieder entdeckt, die ich eigentlich mit Hiddinghausen verbunden hatte. Diese Diskussion wollte ich da eigentlich weiter führen aber dazu kam es dort nicht so recht. Ich glaube auch, dass das kein Zufall ist. Dort kamen Leute aus ganz Deutschland für ein Wochenende zusammen. Es war schon vorher klar, dass man hinterher im Alltag nicht viel miteinander zu tun haben wird. Deswegen ist es kein Wunder, dass die Schwerpunkte da andere waren. Ich möchte jetzt einen anderen Versuch starten. Worum geht es?

In einem Satz: Aufbau einer lokalen “resilient community” zur Produktion des Lebens durch “commons based Peer Production” in einem “Saturday House”.

Ok, jetzt seid ihr nicht viel schlauer als zuvor. Hier also ein paar Erklärungen:

Was ist eine resilient community? Das ist ein Begriff den ich von John Robb aus seinem Blog kenn. Er schreibt wohl grad ein Buch drüber. Wörtlich übersetzt ist das eine belastbare Gemeinschaft. Gerade in der kommenden Krise werden wir sicherlich froh sein über die sozialen Netze denen wir noch angehören. Diese zu stärken ist zum einen als Krisenstrategie enorm wichtig - das ist tatsächlich wohl auch die Hauptperspektive von Robb - als Alternative zu verfallenden Staaten und gewalttätigen Banden. Zum anderen denke ich aber, dass der Übergang zur stofflichen Produktion für die Peer Production auf die eine oder andere Art lokal stattfinden muß auch wenn es dabei nicht bleiben sollte.

Was ist ein Saturday House? Eigentlich etwas sehr unspektakuläres. Ein Vater, dessen Tochter an eine Sudbury-Schule in Seattle geht, wünschte sich eine ähnlich demokratische, spontane, offene Arbeitsumgebung, wie er sie für seine Tochter an der Schule kennengelernt hatte. Seine Lösung: In regelmäßigen Abständen (z.B. wöchentlich) trifft man sich einen ganzen Tag lang um gemeinsam zu machen was man will. Das kann spielen, feiern, abhängen oder arbeiten sein. Die Idee: Gemeinsame Projekte entstehen in einer solchen Athmosphäre wie von selbst. Niemand “verliert” Zeit, weil man ja machen kann, was man will (oder muß) und es gibt doch bei all dem immer Anknüpfungspunkte für gemeinsame Tätigkeiten. Zunächst trifft man sich reihum bei Teilnehmern zu Hause, später kann man sich vielleicht auch eigene Räumlichkeiten leisten. Saturday Houses haben auch Ähnlichkeiten mit den in der Internet-Szene beliebten Bar-Camps oder mit Open-Space, sie sind halt nur regelmäßig.

Meine Vorschlag ist jetzt also diese beiden Ideen zu verknüpfen, also ein Sudbury House zu nutzen um eine belastbare, egalitäre Gemeinschaft aufzubauen und von Anfang an mit einem gemeinsamen übergeordneten Ziel zu versehen, nämlich der Produktion des Lebens durch Peer Production. Dabei muß nichts übers Knie gebrochen werden, jeder soll wie gesagt das tun, was für ihn gerade anliegt. Wenn das ein konkretes Arbeiten an Alternativen ist, ists gut, wenn nicht auch. Wichtig ist zunächst nur das gemeinsame Ziel als solches.

Der Vorteil gegenüber der klassischen Kommune ist außerdem, dass dort meist der ökonomische Zusammenhang zuerst kommt und sich erst daraus eine gelingende Community ergibt (oder oft genug eben dann genau nicht). Umgekehrt wird ein Schuh draus. Beides muß sich parallel entwickeln und je dezentraler und vernetzter das Ganze ist um so besser. Das muß ja gemeinsames Wohnen oder Wirtschaften von Teilen der Community später nicht ausschließen. Gerade die Diskussionen um die Commons und ihre Kümmerer zeigen ja auch wie wichtig funktionierende Communitys sind. Die Herausforderung für uns liegt dabei darin Wege zu finden unsere vernetzte Produktionsweise und unsere fragmentierte Zeitlichkeit unseres postmodernen Alltags in so einem Prozeß zu berücksichtigen. Deswegen braucht es Möglichkeiten sich Schritt für Schritt aus alten Abhängigkeiten (gegenüber Markt und Staat) zu lösen um neue eingehen zu können bzw. sie überhaupt erst zu erfinden. Das ist logischerweise ein Suchprozeß, aber den muß man eben auch und gerade lokal anfangen.

Ich denke auch, dass genau jetzt der perfekte Zeitpunkt für ein solches Projekt ist. Die Finanzkrise zeigt von Tag zu Tag die Ohnmacht von Markt und Staat auf und schon in den nächsten Wochen wird das auf unser aller Leben Auswirkungen haben. Es gibt keinen Grund einfach die Hände in den Schoß zu legen und deren systhematischer Ratlosigkeit zuzugucken (Auch wenn das eine gewisse Faszination hat - das DAX-Anstarren hat bei mir in den letzten Tagen bizarre Ausmaße angenommen - aber auf Dauer kommt man sich dabei vor wie beim Waschmaschine angucken).

Also: Wer ist dabei? Ich bin natürlich vor allem an Frankfurterinnen und Frankfurtern interessiert. Zum einen wohne ich hier und zum anderen wird uns hier in der Bankenstadt diese Krise bestimmt mit am härtesten Treffen. Aber ich würde mich natürlich auch über Projekte in anderen Städten freuen, die sich davon inspirieren lassen.

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Radio Utopie: Good Bye England!…
10/08/2008 03:14 PM

Der weltweite Ausverkauf nimmt an Fahrt auf! Großzügig, wie sie nun einmal sind, unsere Briten, biedern sie sich an, den USA ihre Treue und Gefolgschaft zu beteuern. Aber das wird teuer, wenn man den Medien Glauben schenken will. Mindestens 437 000 000 000 US-Dollar!

So zumindest berichtet die New York Times heute, am 8. Oktober 2008. Wie nervör die Welt aber zu sein geworden scheint, findet auch seinen Ausdruck im Ausdruck dieses Artikels, denn dort wird eine anderes Datum angezeigt, wie man deutlich sehen kann.

Ausdruck am 8. Oktober 2008

Es herrscht also nicht nur ein bisschen Chaos auf diesem Planeten, aber das nur am Rande.

Wichtiger wird die Frage sein, wie es ein Land mit 60 Mio. Einwohnern unbeschadet überstehen will, allein mehr als die Hälfte der Summe aufzubringen, die die USA mit 5 mal so vielen Einwohnern seinen Bürgern auspresst? Wollen sich die “Briten” wieder auf ihre gute alte Kolonialpolitik berufen, und die Kolonien ausplündern?

Darauf wird es wohl hinauslaufen, denn ich gehen nicht davon aus, dass die Queen ihr Tafelsilber verschärbeln wird!

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urs1798: Ausnahmezustand, Notstand, Widerstand, Aufstand
10/08/2008 03:10 PM
Ja, bei Geld hört die Freundschaft auf! und wegen Farbauseinandersetzungen mit dem Scanner, das Ganze nochmal. Und weil alles über den großen Teich zu uns hinüberschwappt, ein Video via the grand chessbord über eine Massenverhaftung, bzw wie eine Staatsmacht mit friedliebenden Menschen umgeht. Posted in Galerie, Illustration, Justiz, Politisch, Satire, Schönes, Zeichnungen   Tagged: Aufstand, Ausnahmezustand, Belagerungszustand, es reicht, Finanzkrise, [...][Link] [Cache]
Whistleblower-Netzwerk: Whistleblowing und Vergaberecht
10/08/2008 02:50 PM

Whistleblower-Netzwerk hat, im Rahmen der öffentlichen Anhörung zur Reform des Vergaberechts die am 13.10.2008 im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie des Deutschen Bundestages stattfindet, eine Stellungnahme abgegeben, die die Einbeziehung von Regelungen zum Whistleblowerschutz im Vergaberecht fordert.

300 Milliarden Euro beträgt der Wert, für den jedes Jahr öffentliche Aufträge an die Privatwirtschaft vergeben werden. Nicht selten sind bei der Vergabe oder der eigentlichen Ausführung Korruption, Miss- und Vetternwirtschaft im Spiel, was die Steuerzahler jährlich Milliarden Euro kostet. Oft kennen aber nur wenige Insider genügend Details, um diese Missstände offen und den Sumpf trocken zu legen.

Deshalb setzt sich das Whistleblower-Netzwerk e.V. bei der anstehenden Reform des Vergaberechts dafür ein, Insider-Klauseln in das Gesetz aufzunehmen, um Hinweisgeber zu ermutigen, sich mit ihrem Wissen an die zuständigen Behörden zu wenden.

Im Gegenzug sollen diese Whistleblower vor Benachteiligungen geschützt werden, insbesondere weil sie oft zwangsläufig mit ihren Hinweisen auf Korruption gegen Verschwiegenheitspflichten verstoßen.

Neben den eigentlichen Tätern sind es nämlich oft einfache Mitarbeiter bei Firmen und Behörden, die hier über wichtige Informationen verfügen. Es liegt deshalb im Interesse der Allgemeinheit, dass die Korruptionsfahnder Kartell- und Vergaberechtsverstöße aufdecken und abstellen. Das kann nur erfolgen, wenn die Hinweisgeber nicht anschließend Mobbing oder gar Kündigung fürchten müssen.

Das Whistleblower-Netzwerk begrüßt am Gesetzesentwurf der Bundesregierung, dass neben Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit künftig auch soziale, umweltbezogene oder innovative Aspekte bei der Auftragsvergabe eine Rolle spielen sollen. Es gilt aber auch, all diese Kriterien durch flexible Kontrollmechanismen, z.B. Whistleblower-Klauseln, abzusichern.

Im deutschen und auch europäischen Kartellrecht hat die Politik bereits reagiert und eine Art Kronzeugenregelung geschaffen, um (Mit-)Täter milder zu bestrafen, wenn diese den Behörden wichtige Hinweise geben. Diese Regelungen zeigen bereits erste Erfolge in der Praxis.

Übrigens hat auch die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die Bedeutung von Whistleblowerschutz im Vergaberecht erkannt und in ihren Antrag zum Vergaberecht explizt aufgenommen.

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Die Kuchentester: Das Handelsblatt und die Einlagensicherung (Teil II)
10/08/2008 02:41 PM
Im meinem Beitrag "Geschmacksvolatil" hatte ich ja bereits auf den pikanten Vorfall im Handelsblatt-Blog von Prof. Harald Uhlig aufmerksam gemacht. Die kritischen Äußerungen des Professors zur Belastbarkeit des deutschen Einlagensicherungssystems, die dieser im eigenen Namen machte, sind der Zensur des Handelsblattes zum Opfer gefallen. Eine peinliche Vorstellung, die die Handelsblatt-Redaktion da ablieferte.

Nachdem es so schien, als hätte sich der Sturm der Entrüstung wieder gelegt, könnte die Diskussion nochmal neue Fahrt bekommen, da sich ein Alpha-Tier unter den Wirtschaftsbloggern der Sache angenommen hat. Weissgarnix bloggt: Das Handelsblatt und die Einlagensicherheits-Leugner.

Ein sehr schöner Verriss.

Wer in diesen Zeiten alles glaubt, was in den (Mainstream-) Medien kommuniziert wird (oder auch nicht), ist selber Schuld.

Wer für sich selbst einen kleinen Realitätscheck durchführen möchte, den verweise ich auf meine Blogroll. Besonders zu empfehlen sind Querschuss, Zeitenwende, Weissgarnix unter den deutschen Blogs. Unter den englischen Blogs sind Nouriel Roubini, Big Picture, Willem Buiter und Ambrose Evans-Pritchard hervorzuheben. Die scheinen weniger Angst vor Anzeigenkunden zu haben.


Nachtrag 13.10.2008: Ich bin nicht früher dazu gekommen, aber der Vollständigkeit halber noch der Hinweis: Prof. Harald Uhlig bloggt wieder beim Handelsblatt. Ich hoffe, ohne Schere im Kopf.[Link] [Cache]
The Grand Chessboard: Video der Massenverhaftung vom 01.09.08 in St. Paul (USA)
10/08/2008 02:24 PM

Incredible Documentary Footage of Mass Arrest in St. Paul

Posted by Laura Flanders, Firedoglake at 3:47 AM on September 19, 2008.

Newly released footage, which was buried to avoid confiscation, shows riot cops arresting and abusing a giant group of people for nothing.


http://www.youtube.com/watch?v=q0BYDp3HgRE

Now that we’ve had a few weeks to settle, a look back at Labor Day in the Twin Cities. Labor Day was of course also Day One of the Republican National Convention. Video was released today of an apparent mass arrest of utterly peaceful concert goers at the SEIU Labor Day concert.

My personal favorite moment in the tape is an off-camera exchange. Police in riot gear have surrounded loungers in a waterfront park. They announce, “Ladies and Gentlemen, You’re Under Arrest” and you hear one young woman say incredulously “Are you serious?”

Yep, I’m afraid they are.

Here’s the press release that came with the video, from the Glass Bead Collective:

BURIED TAPE REVEALS USE OF FORCE AND AN UNWARRANTED MASS ARREST OF BYSTANDERS DURING THE REPUBLICAN NATIONAL CONVENTION

ST. PAUL, Minnesota (September 18, 2008) Video released today shows the indiscriminate arrest of a crowd of two hundred at the waterfront across from a concert on Harriet Island Regional Park during this month’s Republican National Convention in St. Paul. The video includes multiple angles of the event as well as an interview with the cameraman who buried his footage and was one of almost two hundred people arrested for rioting without probable cause.

More than eight hundred people were arrested in St. Paul during the Republican National Convention. This video shows that at least twenty percent of the eight hundred plus arrested were seized without due cause.

http://www.alternet.org/blogs/peek/99433/incredible_documentary_footage_of_mass_arrest_in_st._paul/

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keimform.de: Why Peer Production Is Better Than Capitalism
10/08/2008 01:17 PM

An interview with Michel Bauwens, founder of the Peer-to-Peer Foundation:

Read the transcript of the interview here: P2P as a post-capitalist mode of production

Find more interview snippets with Michel at Peer To Peer: Social, Political, And Economic Issues In A P2P World

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ad sinistram: Nomen non est omen
10/08/2008 01:17 PM
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Freeman: No title
10/08/2008 12:53 PM
I H R W U R D E T G E W A R N T [Link] [Cache]
Freeman: Pakistan steht vor einem Staatsbankrott
10/08/2008 12:53 PM
Die Währungsreserven Pakistans, mit einer Bevölkerung von fast 170 Millionen, sind so niedrig, das Land hat nur noch Geld um Importe für einen Monat sich leisten zu können und steht dann vor einem möglichen Staatsbankrott.

Offiziell hat die Zentralbank noch $8.14 Milliarden an Fremdwährungen, aber wenn man die zukünftigen Verbindlichkeiten mit einrechnet, dann sind die echten Reserven nur noch $3 Milliarden, gerade genug um Öl und Lebensmittel für 30 Tage zu kaufen.

Vor neuen Monaten hatte Pakistan noch $16 Milliarden in der Kasse. Aber die Krise die der zurückgetretene Militärdiktator Pervez Musharraf hinterlassen hat, plus die hohen Ölpreise, die grassierende Korruption und die Misswirtschaft, haben einen grossen Schaden in der Volkswirtschaft angerichtet.

Die Partnerschaft mit Amerika im "Krieg gegen den Terror" hat auch seinen Preis, um die Sicherheit in den Stammesgebieten und im Land generell zu gewährleisten.

Der neue "demokratische" Präsident Asif Ali Zardari wird auch verdächtigt, gross in der Korruption beteiligt zu sein, bereits aus der Regierungszeit seiner Frau Benazir Bhutto, die letzten Dezember ermordet wurde.

Der Wall Street Journal schreibt, die wirtschaftlichen Probleme Pakistans sind „ zum Teil auch eine Vertrauenskrise in ihm."

Der pakistanische Rupee hat in diesem Jahr 21 Prozent an Wert verloren und die Inflation beläuft sich auf 25 Prozent. Die Erhöhung der Weltmarktpreise hat die pakistanische Rechnung für Öl und Lebensmittel um ein Drittel seit 2007 steigen lassen.

Zardari sagte dem Wall Street Journal, dass Pakistan einen Rettungsplan im Wert von $100 Milliarden von der internationalen Gemeinschaft benötigt.

" Wenn ich die Ölrechnung nicht bezahlen kann, wie soll ich dann die Polizeikräfte verstärken?" fragte er. " Die Ölkonzerne verlangen $135 pro Barrel Öl, aber gleichzeitig wollen sie, dass ich die Welt und Pakistan friedlich halte."

Die Bewertungsagentur Standard and Poor's hat die Staatsschulden Pakistans auf CCC+ herabgesetzt, was knapp über der Nichterfüllung steht.

Die Agentur warnt, dass Pakistan möglicherweise nicht in der Lage sein wird, die demnächst fälligen $3 Milliarden an Schuldenrückzahlung zu tätigen.

Es wird erwartet, dass Zardari die internationale Gemeinschaft um ein Rettungspaket bitten wird, bei deinem Treffen in Abu Dhabi im nächsten Monat.

Die Zusammenkunft wird dann entscheiden, ob der Westen bereit ist Pakistan zu retten. (Telegraph)

Kommentar: Die Amerikaner lassen auch Pakistan fallen, ihren langjährigen Partner im "Krieg gegen den Terror". Nicht nur das, sie führen bereits schon seit längerem einen Krieg gegen das Land, bombardieren Dörfer, töten Zivilisten, mit der Ausrede, sie müssten die Taliban, die von Pakistan aus nach Afghanistan eindringen, bekämpfen. So viel ist die "Freundschaft" wert. Die Amerikaner benutzen Länder nur als Vasallen, kümmern sich überhaupt nicht um Grenzen und Souveränität, lassen sie teure Stellvertreterkriege für sie führen, verwenden sie führ ihre strategischen Pläne zur Welteroberung aus, lassen sie aber im Stich wenn es darauf ankommt.

Die Taliban zusammen mit Bin Laden und er Mujahedin, waren bei den Amerikanern angestellt, haben sie in den 80ger Jahren mit Waffen ausgerüstet, ausgebildet und gegen die Sowjettruppen in Afghanistan eingesetzt, solange sie als nützliche Idioten für ihre Strategie benötigt wurden. Als sich die Russen zurückzogen, wurde Afghanistan fallen gelassen und dadurch ins Chaos gestürzt. Das ist ja überhaupt die Ursache für den Krieg in Afghanistan und dem sogenannten "Terrorismus". Sie haben das Problem selber produziert. Und dafür muss die NATO und die Bundeswehr hin, werden auch nur als willige Deppen benutzt ... ach ja, Mohnfelder dürfen sie auch noch bewachen, damit die CIA ein riesen Geschäft im Drogenhandel machen kann. [Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Die VW Blase
10/08/2008 12:41 PM

“Mehr wert als Daimler+BMW VW-Aktie im Höhenflug”, während die Kanzlerin pastoral getragen kanzelt “Das Vertrauen – die wichtigste Währung der Finanzmärkte – ist verloren gegangen” und zu der wichtigen Erkenntnis kommt, dass “Manche Vorurteile über Gier oder verantwortungslose Spekulation seien bestätigt worden“.

Wenn Sie es ernst meinen, Frau Merkel, warum lassen Sie dann zu, dass zum Beispiel eine unverantwortliche Spekulation auf VW betrieben wird? Welch ein Blödsinn, wenn Sie sagen, es müsse eine „neue Systematik für das Zusammenwirken aller im Finanzsektor" und eine „Zukunftsperspektive über den Tag hinaus" dargestellt werden; nebulöser Unsinn. Sie haben immer noch nicht verstanden, dass das System der sozialen Marktwirtschaft durch die Globalisierung insgesamt gegen die Wand gefahren wurde. Wir sind nicht in einer Finanzkrise, wir sind in einer Kapitalismuskrise.

Dazu reicht es nicht, einfach ein paar Transparenzregelchen aufzustellen, ein paar verbale Attacken zu fahren, um sich auf irgend eines Seite zu stellen.

Sie, Frau Merkel bedauern “Das Vertrauen – die wichtigste Währung der Finanzmärkte – ist verloren gegangen”? Dann fassen Sie sich an die eigene Nase! Sie predigen und lassen zu, dass gleichzeitig hinter Ihrem Rücken die westliche Finanzoligarchie am tollsten Finanzrad der Geschichte dreht. Geben Sie doch einfach zu: “Der Staat hat seine Ordnungsfunktion verloren! Wir können nur noch dafür sorgen, dass es, parallel zum DDR- Volksaufstand, nicht auch im heutigen Deutschland einen Volksaufstand gibt”. Das wäre ehrlich zum Thema Bundeswehr im Inneren!
“Das Vertrauen – die wichtigste Währung der Finanzmärkte – ist verloren gegangen” - zum Totlachen, Herr Struck, wenn Sie mit dem Argument kommen, die Bundeswehr könne sich ja an Wasserspielchen im Inneren beteiligen. Ja, mit Wasser sollen sie spielen: mit Wasserkanonen, gefüllt mit beißender Chemie, damit das Volk endlich die Staatsmacht zu spüren bekommt. Gott, Politiker, was seid Ihr alle blöde, dass Ihr glaubt, das ganze Deutschland wäre ein gläubiges Altersheim!

Nun, Frau Merkel, was machen Sie mit der Spekulationsblase VW? Kommt wieder der Spruch “Selbstregulierung der Märkte”? Wem wollen Sie denn diese Tatenlosigkeit verkaufen? Dem Kapital, das Ihnen dann auch gehörig dankt?

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ISLA: Demokratiefeinde
10/08/2008 12:05 PM
"Banker leben vom Spekulieren. Wenn man denen eine Rettungsleine hinwirft, dann versuchen die erst mal mit Spekulationen auf die Länge der Leine Profit zu machen." Oder: "Während Lehman pleite ging, zahlten sich die Manager dreistellige Millionenbeträge aus."
Aufgrund solcher staatsumstürzlerischer Aktionen sind sicher längst effektive Überwachungsmaßnahmen in Kraft getreten. Oder entgeht man solchen Maßnahmen, weil man sich eine entsprechende Medienberichterstattung und Anwälte leisten kann, um dann weiter in aller Ruhe Demokratien durch finanzielle Aushöhlung zu stürzen? Die Antisemitismus-Karte zieht übrigens bei mir nicht. Wie jede/r weiß. Hier also ein weiteres demokratiefeindliches Bankenbeispiel:
" Nun sind aber gerade die drei Stellen, deren Unterlassung die feine Bank nicht mehr fordert, die wichtigsten im ganzen Text. Wir dürfen nun also mit dem Segen der Bank und ihrer anwaltlichen Korrektheitswächter veröffentlichen und/oder verbreiten und/oder veröffentlichen und verbreiten lassen: Die Bank Oppenheim ist in den von uns genannten Finanzoasen Liechtenstein, Tortola, Mauritius, Panama, Delaware/USA, Dublin, Nikosia/Zypern, Schweiz, Luxemburg und Cayman Islands in verschiedener Form tatsächlich tätig. Über dortige Briefkastenfirmen werden z.B. auch die Gewinne der aufgekauften Fensterbau-Firma WERU im baden-württembergischen Waiblingen abgeschöpft undsoweiter undsofort."


Der Staat hat sich gefälligst nicht in die Wirtschaft einzumischen Tönt es aus diesen Reihen: "Die Sprecher der Bank Oppenheim – vom ehemaligen Seniorchef Alfred von Oppenheim über seinen Sohn- und SZ-Interviewpartner Christopher von Oppenheim bis zum gegenwärtigen Chef Mathias Graf von Krockow – betonen mit ermüdender, aber unermüdlicher Beständigkeit, der Staat habe sich nicht in die Wirtschaft und schon gar nicht in die Banken einzumischen. Wenn diese feinen Herren, pardon diese „erfahrenen Banker" aber in ihrer Gier und Heimlichkeit sich in die Pleite organisieren, dann schreien sie ganz unschuldig nach dem Staat, als hätten sie nie etwas anderes gefordert. Da schiebt der Staat schon mal wie bei der IKB schnell und ohne Parlamentsbeschluss 10 Milliarden Euro rüber."


Und aus dem weiblichen Blickwinkel des ISLA-Blogs sei noch bemerkt, dass die auch in diesem Artikel gebrauchte männliche Wortwahl "Banker" ergänzt werden muß um den Ausdruck 'Dienende StiefelträgerInnen der Demokratiefeinde'. Vielleicht merkt ja wenigstens jetzt manche, was für Folgen es hat, sich in solchen System zu bewegen, davon zu profitieren, der Demokratie zu schaden, nach unten zu treten und nach oben zu dackeln. Oder sollte ich besser sagen: Deckeln? Die Zeiten ändern sich, Ladies![Link] [Cache]
Aktion: Stoppt die e-Card!: Aufruf zur Demo "Freiheit statt Angst" am 11.10.2008 in Berlin
10/08/2008 12:01 PM

Bürgerrechtler rufen bundesweit zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die ausufernde Überwachung durch Wirtschaft und Staat auf. Am Samstag, den 11. Oktober 2008 werden besorgte Bürgerinnen und Bürger in Berlin unter dem Motto "Freiheit statt Angst - Stoppt den Überwachungswahn!" auf die Straße gehen. Treffpunkt ist der Alexanderplatz um 14.00 Uhr.

Der Überwachungswahn greift um sich. Staat und Unternehmen registrieren, überwachen und kontrollieren uns immer vollständiger. Egal, was wir tun, mit wem wir sprechen oder telefonieren, wohin wir uns bewegen oder fahren, mit wem wir befreundet sind, wofür wir uns interessieren, in welchen Gruppen wir engagiert sind - der "große Bruder" Staat und die "kleinen Brüder und Schwestern" aus der Wirtschaft wissen es immer genauer. Der daraus resultierende Mangel an Privatsphäre und die Vertraulichkeit gefährdet die Freiheit des Glaubensbekenntnisses, die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, die Koalitionsfreiheit, Unternehmensintegrität, die Arbeit von Ärzten, Beratungsdiensten und Rechtsanwälten.

„Es ist auch eine Demo gegen die elektronische Gesundheitskarte“, sagte der Präsident der Freien Ärzteschaft als Bündnispartner, Dr. Martin Grauduszus, heute dem änd. Die FÄ protestiert mit einem eigenen Aktionswagen und fordert alle Ärzte zur Teilnahme auf.

Im Anschluss gibt es eine After-Demo-Party „ Lange Nacht der Überwachung“ mit mehreren teilnehmenden Clubs.

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Querdenkerforum: Utopisten-Treffen am 11./12. Oktober 2008
10/08/2008 11:33 AM
25.000 Utopisten – Wir sind viele!

Bescheidenheit ist möglicherweise tatsächlich eine Zier, aber für den guten Zweck müssen wir jetzt doch mal gepflegt mit der flachen Hand auf den Pudding hauen. Denn jetzt gibt es keinen Weg mehr vorbei an der Erkenntnis: Wir sind ganz schön groß, wir alle zusammen. Wir sind viele. Und das ist auch gut so.

Inzwischen sind wir ungefähr 25.500 Utopisten. Uns ist auch klar, dass Zahlen allein wenig aussagen, aber trotzdem sind wir stolz, weil wir wissen: Das sind 25.500 Menschen mit Ideen, Meinungen und Vorstellungen dafür und darüber, wie wir diese Welt Schritt für Schritt auf einen besseren Weg bringen. Und 25.500 Menschen mit Ideen sind keine Zahl mehr – sie sind eine Macht. Wir alle zusammen können wahrscheinlich mehr bewegen, als wir es uns jetzt vorstellen können. Also los!

Das nächste Wochenende wird komplett der neuen, immer stärkeren Community gewidmet sein. Wir werden diskutieren und Ideen austauschen, chatten und versuchen, so viele Utopisten wie möglich "in echt" zu treffen, im First Life. Dazu starten wir eine Kamikaze-Deutschland-Tour (die Einzelheiten folgen noch). Und die Redaktion sitzt in München an den Rechnern und wartet auf Fragen, Anregungen, Vorschläge, Ideen und jede noch so utopische Forderung, diese unsere gemeinsame Seite besser zu machen. Und natürlich werden wir spannende Utopisten einladen, die uns ihre Meinung sagen. Wir werden uns eine Menge netter und lustiger Sachen ausdenken. Wir freuen uns drauf. Wir freuen uns über uns alle.

Liebe Grüße aus Utopia!

Selig grinsend,

das Team

PS. Das soll jetzt bitte niemanden davon abhalten, Utopia weiterhin jedem zu empfehlen. Klar, oder?


Quelle: 25.000 Utopisten – Wir sind viele![Link] [Cache]
rotglut.org: Günter Freiherr von Gravenreuth soll sich nicht mehr ärgern
10/08/2008 11:28 AM
Udo Vetter sehnt sich nach Win-Win-Situation Günter Freiherr von Gravenreuth ist einer, der einen nerven kann. Nicht von mir, sondern von meinem Provider verlangte der Herr, dass ich ein Gerichtsprotokoll lösche, aus welchem hervorgeht, dass mein Streitbeitritt zugelassen wurde und er die Kosten dafür tragen muss. Er hat ja durch Klagerücknahm ... [Link] [Cache]
rotglut.org: Die deutsche Geschichte und der Rechtsstaat
10/08/2008 11:28 AM
Was war, was verfolgt wird (wwwvw) Erst wenn Informationen jeden erreichen können Thesen ihre ganze Kraft entfalten - dazu wird das Anschlagen von Luthers Thesen gezeigt - - würde heute als Sachbeschädigung, Aufruf zum Landfriedensbruch, Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Beleidigung eines fremden Staats ... [Link] [Cache]
keimform.de: Arbeiterselbstverwaltung und Keimform
10/08/2008 11:16 AM

»Interessierter Beobachter« hat interessante Fragen aufgeworfen, die ich lieber als eigenen Beitrag diskutieren möchte. »Interessierter Beobachter« überlegt, ob die

Arbeiterselbstverwaltung … dem Keimformansatz sehr nahe sind (oder vielmehr der Keimformansatz diesen schon alten Konzepten mit seinen Problematiken)

und fragt schließlich, wie man die

Ausdehnung dieser Keimformen [wie Freie Software] auf immer größere Bereiche skizzieren … (kann), ohne bei einem bloßen Appell stehen zu bleiben

Mal davon abgesehen, dass der Keimform-Blog als Ganzes das Thema hat, sich letzterer Frage anzunähern, will ich meine Überlegungen hier skizzieren.

Übrigens: Wer ein längeres Nachdenken gerne als Artikel aufschreiben möchte, kann dies gerne tun! Dazu einfach als Nutzer registrieren, anmelden, Beitrag schreiben und Bescheid geben zum Freischalten des Beitrages.

Aber jetzt zu den Fragen nach den Keimformen, ihrer Verallgemeinerung und der Arbeiterselbstverwaltung.

Freie Software als Keimform ist insofern ein Sonderfall, als dass sich die Produkte kopieren lassen (was mit stofflichen Gütern nicht geht). Dieser Sonderfall ist jedoch — so meine These — trotzdem verallgemeinerbar. Was ist das Allgemeine, dass meiner Sicht nach über den Kapitalismus hinausweist?

Das Verallgemeinerbare ist die neue Form der gesellschaftlichen Vermittlung, sind die neuen sozialen Beziehungen, die nicht über die (wertförmige) Arbeit und den Wert gebildet werden, sondern durch die Menschen selbst. Anders bei Arbeit, Wert, Tausch sonst: Hier werden soziale Beziehungen erzeugt, die über etwas Drittes vermittelt sind (nämlich Wert, und damit über Lohnarbeit), was auch den Kern des Fetischismus ausmacht: Soziales wird durch die Bewegung von Sachen hergestellt. Genau genommen gibt’s bei Freier Software keine Arbeit mehr, sondern nurmehr freie Kooperation und Selbstentfaltung (nehmen wir mal den Idealfall, die Praxis ist widersprüchlicher).

Deswegen interessiert mich auch die allgemeine Arbeit: Wenn meine obige These stimmt, muss sich das auch an der Frage zeigen lassen, wie die jeweilige »Tätigkeit« (sage ich jetzt mal unspezifisch) gesellschaftliche Geltung bekommt. Es zeigt sich, dass Universalgüter, insbesondere die freien, Resultat unmittelbarer gesellschaftlicher (konkret-allgemeiner) »Arbeit« sind — im Gegensatz zu den normalen Waren, die den »Umweg« über die »abstrakte Verallgemeinerung« im Tausch gehen müssen, um gesellschaftlich allgemein zu werden. Diesen »Umweg« müssen die Waren gehen, weil sie ja in Privatarbeit entstehen, während freie Universalgüter das nicht nötig haben.

Dass die Universalgüter sich trotzdem »innerhalb der kapitalistischen Totalität bewegen«, wie »Interessierter Beobachter« schreibt, ist völlig klar. Das sieht man z.B. daran, dass auch Freie Softwareentwickler irgendwie zu Geld kommen müssen, um ihr tägliches Leben zu bestreiten. Das ist aber gerade der Charakter von Keimformen: Sie sind Neues, aber halt noch im dominanten Alten. Das bedeutet notwendig, dass das Alte auch irgendwie bedient, genutzt und gelebt werden muss. Besser ist es, wenn einem die Widersprüche klar sind, aber meist ist das Verhältnis dazu eher unbewusst.

Ich finde es wichtig zu sehen, das z.B. Freie Software oder Freie Kulturgüter keineswegs die einzigen Bereiche sind, wo so etwas wie eine »konkret-allgemeine Produktionsweise« entsteht, sondern dass der Kapitalismus selbst die Tendenz dazu hervorbringt, allerdings in widersprüchlicher Weise. Das sind die privatisierten Universalgüter, bei denen der Kapitalismus arge Probleme hat, die in die Warenform zu pressen. Ok, ist trotzdem immer noch der nicht-stoffliche Bereich.

Wie kann man die »konkret-allgemeine« Produktionsweise nun in den stofflichen Bereich hinein ausdehnen? Dazu habe ich keinen handgreiflichen, pragmatischen Vorschlag. Stoffliche Güter sind nun mal nicht wie Universalgüter kopierbar, sondern (ver-)brauchen je Exemplar Aufwand und Stoff. Die Aufwands- und Stoffrelationen sind im Kapitalismus nun so hochgradig arbeitsteilig organisiert, dass es kaum möglich ist, hier einen eigenständig funktionierenden Minikreislauf herauszulösen, um diesen nach Art der Universalgüter »neben Arbeit und Wert« zu betreiben. Aber solche »Kreisschlüsse« unabhängiger Projekte müssen das Ziel sein.

Die Arbeiterselbstverwaltung (ASV) sehe ich hier nicht. Sie strebte zwar danach, die »bewusste Kooperation der unmittelbaren Produzenten« zu organisieren, aber die gesellschaftlichen Beziehungen waren nach wie vor über Ware und Tausch vermittelt. Wie »Interessierter Beobachter« schreibt, kann man zwar versuchen, die »innerbetriebliche Arbeitsorganisation nicht nur primär nach den Prinzipien kapitalistischer Effizienz« zu organisieren, aber schon die defensive Formulierung (»nicht nur primär«) zeigt, dass sich die warenförmige Logik, die äußere Markt vorgibt, auch in den sozialen Beziehungen im Betrieb niederschlagen — muss! Ein anderes Wollen ist dann nur Voluntarismus. Alle Praxiserfahrungen, nicht nur in Jugoslawien, sondern auch für Betriebe in kollektiver Selbstveraltung, zeigen das m.E. auch.

Die Ursache für das Scheitern der ASV (gemessen am Kriterium der Überwindung der Verwertungslogik) liegt meiner Meinung nach daran, dass die Betriebe der ASV keinen eigenständigen sozialen Zusammenhang neben der dominanten Form der Vergesellschaftung über Arbeit und Wert geschaffen haben, sondern in ihm und nach seinem Kriterien der Verwertung existieren mussten. Dieses Problem betrifft grundsätzlich auch solche alternativen Versuche wie etwa in Venezuela, Bolivien oder Kuba.

Auf der anderen Seite, ist der Versuch, neben der dominanten Verwertungslogik einen »Kreisschluss« nicht-wertförmiger Logik zu organisieren, auch extrem schwierig. Denn jeder »Kreisschluss« hat natürlich vielfältige »Import/Export-Relationen«, die über die Wertform abgewickelt werden. Dadurch wird der Zwang mit importiert, die äußeren Kriterien zu erfüllen. Oder mit anderen Worten: Was ein ASV-Betrieb als Problem vor sich hat (im Markt überleben), hat ein Zusammenschluss von Betrieben (oder ein Land) genauso.

Erst wenn der »Kreisschluss« in der Lage ist, die wesentlichen internen Bedürfnisse selbst zu befriedigen, also ein hohes Maß an Autarkie erreicht, kann eine weitgehende Entkopplung gelingen. Da man aber zu so einem Zustand nicht springen kann, sondern ihn stattdessen auf dem Weg der Anpassung an die Verwertungslogik geht, sehe ich keine Chance, da wieder jemals raus zu kommen. Kurz: ASV, Venezuela und Co halte ich für keine machbaren Optionen.

Das Kriterium für beginnende »Kreisschlüsse« muss sein, dass sie sich von vornherein aus der Verwertungslogik verabschieden. Dazu müssen die internen Relationen nicht-wertförmig organisiert sein, während die (möglichst schmalen) externen Relationen notwendig noch wertförmig sind. Externe und interne Relationen dürfen nicht gekoppelt sein, also so etwas wie »Erfolg auf dem Markt« = »Überleben des Projektes« ist ungeeignet.

Ein Übergangsszenario hat Christian Siefkes mit der »Peer Ökonomie« geliefert. Hier werden Aufwände aufgeteilt, es wird aber nicht mehr getauscht. Auch in ein funktionierendes Peer-Ökonomie-Modell kann jedoch nicht gesprungen werden, sondern es muss erst aufgebaut werden. Dazu hat Christian Vorschläge gemacht (1| 2| 3), die zwar wichtig sind und sukzessive den Weg der Entkopplung und Überflüssigmachung von Verwertungsrelationen gehen, mir aber noch nicht ausreichend erscheinen.

Meiner Meinung müsste man weiter über eine Verbindung von »Kreisschluss« mit intern weitgehend wertfreien Relationen und »Peer Ökonomie« nachdenken. Also mehr in die Richtung, die hier diskutiert wurde, die Christian allerdings nicht weiterverfolgt hat. Ich allerdings auch nicht.

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Principiis Obsta: Altes und Neues von Steueroasen und anderem bei der Oppenheim-Bank
10/08/2008 11:15 AM
Von Werner Rügemer
Am 20. August 2008 veröffentlichte http://www.nrhz.de/flyer/ meinen Artikel „Liebedienerei der Medien – Die Kölner Oppenheim-Bank, ihre Steueroasen und die Süddeutsche Zeitung". Der juristische Wadenbeißer der Bank, die Berliner Prominentenkanzlei Schertz Bergmann, brauchte in diesem Fall ungewöhnlicherweise zwei Wochen, um zuzubeißen. Die routinemäßige Standardformel lautete auch hier: „Wegen der Eindeutigkeit der Sach- und Rechtslage" sollten die NRhZ und ich uns umgehend verpflichten, bei acht Textpassagen zu unterlassen, sie zu veröffentlichen und/oder zu verbreiten und/oder veröffentlichen und/oder verbreiten zu lassen.


Freiherr Christopher
von Oppenheim: „Für
uns spielen Steuer-
oasen keine Rolle"
Quelle: NRhZ-Archiv


Ohne uns auf die kurze Frist einzulassen, erklärten wir nach eingehender Prüfung, dass wir keinen Grund sehen, eine solche Unterlassungs-Erklärung abzugeben. Unsere Darstellung sei gut belegt. Nach einer für die Bank und ihre juristischen Wadenbeißer wiederum ungewöhnlich langen Frist von zwei Wochen hieß es, die Bank verzichte auf drei der geforderten Unterlassungen; sie kündigte aber zu den restlichen fünf Textpassagen eine Klage an.

Nun sind aber gerade die drei Stellen, deren Unterlassung die feine Bank nicht mehr fordert, die wichtigsten im ganzen Text. Wir dürfen nun also mit dem Segen der Bank und ihrer anwaltlichen Korrektheitswächter veröffentlichen und/oder verbreiten und/oder veröffentlichen und verbreiten lassen: Die Bank Oppenheim ist in den von uns genannten Finanzoasen Liechtenstein, Tortola, Mauritius, Panama, Delaware/USA, Dublin, Nikosia/Zypern, Schweiz, Luxemburg und Cayman Islands in verschiedener Form tatsächlich tätig. Über dortige Briefkastenfirmen werden z.B. auch die Gewinne der aufgekauften Fensterbau-Firma WERU im baden-württembergischen Waiblingen abgeschöpft undsoweiter undsofort.

Oppenheims Mathias Graf von Krockow –
eilte zur Eröffnung nach Lugano
Quelle:
www.oppenheim.de


Man erinnere sich dagegen an die von der Süddeutschen Zeitung kritiklos wiedergegebene Behauptung des Freiherrn Christopher von Oppenheim: „Für uns spielen Steueroasen keine Rolle." Offensichtlich ist das Gegenteil der Fall: Steuer- und Finanzoasen gehören zur elementaren Operationsbasis dieser Bank. Ach so, wo wir gerade bei diesem Thema sind: Im September eröffnete Oppenheim eine weitere Niederlassung, und zwar wo? In einer durch Mafia und Millionäre berühmt gewordenen Finanzoase: Lugano. Das „Leistungsangebot" umfasst „sämtliche Dienstleistungen in der Vermögensverwaltung", wie einschlägige Medien berichten. Bankchef Mathias Graf von Krockow eilte zur Eröffnung und verkündete: „Mit unserer Strategie folgen wir den Wünschen unserer Kunden." Selbstverständlich wurde die Niederlassung in einem repräsentativen Haus der Altstadt von Lugano bezogen, neben dem Rathaus.

Pleitebank IKB

Eine der Textstellen, deren Unterlassung die Bank nun gerichtlich einklagen will, bezieht sich auf die Pleitebank IKB. Ich hatte geschrieben, dass Oppenheim an der IKB eine „hohe Beteiligung" hat. Mit ihrem 4,5 Prozent-Anteil war Oppenheim zur Zeit der Veröffentlichung des Artikels der drittgrößte Aktionär, nach der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Stiftung Industrieforschung, die dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gehört. Uns gegenüber behauptet Oppenheim nun, sie habe nur einen Anteil von „unter einem Prozent". Das trifft inzwischen, mehrere Wochen später, sicherlich zu. Denn nach dem Erscheinen des Artikels haben sich die Mehrheitsverhältnisse in der IKB entscheidend geändert, sie wurde bekanntlich Anfang September an die US-„Heuschrecke" Lone Star verkauft.

Nach „Heuschrecken"-Art

Oppenheim stieg mit Beginn der Spekulationswelle in den USA (Handel mit faulen US-Hypothekenkrediten) bei der IKB ein und verstärkte kurz vor der Pleite und dem Ausbruch der Finanzkrise ihr Engagement. 2004 gründete Oppenheim mit der IKB zusätzlich die gemeinsame Tochterfirma Argantis, eine Art „deutsche Heuschrecke", die z.B. die erwähnte Fensterbaufirma WERU aufkaufte und sich seitdem mit Entlassungen bemerkbar machte. 2005 kaufte Argantis u.a. die Firma Czewo in Zülpich und verkaufte sie nach „Heuschrecken"-Art bereits 2008 an einen portugiesischen Investor weiter. 2007 erhöhte Oppenheim den IKB- Anteil schrittweise auf über fünf Prozent. Anfang 2008, als die IKB längst vor der Pleite stand und mit Staatshilfen gepäppelt wurde, ließ sich Oppenheim-Gesellschafter Dieter Pfundt in den IKB-Aufsichtsrat wählen – was übrigens auch ein Hinweis darauf ist, dass Oppenheim einen „hohen Anteil" an der IKB hatte. Das Handelsblatt lobte: „Der leidenschaftliche Golfer kam zur rechten Zeit", der „erfahrene Banker" werde die IKB gewiss aus ihrem „Tiefpunkt" herausführen.

Faule Hypothekenkredite

Da sind wir wieder bei den Steuer- und Finanzoasen, die angeblich „keine Rolle spielen": Die Verluste der IKB von ca. 10 Milliarden Euro waren ja gerade dadurch entstanden, dass die IKB mit faulen Hypothekenkrediten spekulierte, für die sie in der US-Finanzoase Wilmington/Delaware eigens zwei Briefkastenfirmen gründete, und zwar mit den bodenständig-folkloristischen Namen „Rhineland" und „Rhinebridge". Diese auch Special Purpose Vehicles oder „Zweckgesellschaften" genannten Briefkästen wurden zudem außerhalb der IKB-Bilanz geführt. Auch hier wird deutlich, wie elementar Finanzoasen und die dazugehörigen Heimlichkeitspraktiken zum Geschäftsmodell von IKB und Oppenheim gehör(t)en.



Werner Rügemer bei einer Stadtführung zum Oppenheim Palais in Köln
Quelle: NRhZ-Archiv

Die Sprecher der Bank Oppenheim – vom ehemaligen Seniorchef Alfred von Oppenheim über seinen Sohn- und SZ-Interviewpartner Christopher von Oppenheim bis zum gegenwärtigen Chef Mathias Graf von Krockow – betonen mit ermüdender, aber unermüdlicher Beständigkeit, der Staat habe sich nicht in die Wirtschaft und schon gar nicht in die Banken einzumischen. Wenn diese feinen Herren, pardon diese „erfahrenen Banker" aber in ihrer Gier und Heimlichkeit sich in die Pleite organisieren, dann schreien sie ganz unschuldig nach dem Staat, als hätten sie nie etwas anderes gefordert. Da schiebt der Staat schon mal wie bei der IKB schnell und ohne Parlamentsbeschluss 10 Milliarden Euro rüber. Da erweist sich, worin die Fähigkeiten eines „erfahrenen Bankers" bestehen: Es „dürfte auch Pfundts ‚direkter Draht' zu Berliner Entscheidern hilfreich gewesen sein", wie das Handelsblatt notiert. Aus dem Tiefpunkt hat Oppenheim die IKB nicht herausgeführt, sondern war am endgültigen und dann doch wieder profitablen Sturz beteiligt: Lone Star bekam die IKB für den Schnäppchenpreis von 120 Millionen. Dass die Bank Oppenheim jetzt plötzlich nicht mehr so gern an ihre Verantwortung und ihr Versagen erinnert werden möchte, mag verständlich sein. Wir tragen hier aber die Entwicklung seit dem 20. August 2008 um der Wahrheit willen pflichtgemäß und auch gerne nach.

Strafanzeigen

Ich hatte am 20. August 2008 geschrieben, dass es Strafanzeigen gegen Oppenheim-Manager wegen Kursmanipulation und Insidergeschäften gibt. Gegen diese Textstelle will die Bank ebenfalls klagen, weil gegen die Bankmanager nicht ermittelt werde. Die Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft München I am 30. September 2008 ergab: Die Strafanzeige richtet sich gegen einen Haupttäter und gegen die beiden Bankmanager als Nebentäter. Das Verfahren ist nicht eingestellt, gegen den Haupttäter wird ermittelt, gegen die Nebentäter bisher nicht. Allerdings ist offen, ob sich aus den Ermittlungen gegen den Haupttäter auch noch Ermittlungen gegen die Nebentäter ergeben. Somit können wir hier berichten, dass die neutrale Darstellung, es gebe Strafanzeigen, auch heute noch zu Recht besteht.

Nachgereicht

Bei der Gelegenheit kann auch noch nachgereicht werden, damit der Einfluss und die Praktiken von Oppenheim für das größere Publikum deutlicher hervortreten: Das – juristisch gesehen – Luxemburgische Bankhaus erwarb inzwischen 29,5 Prozent am Handelskonzern Arcandor, der bis vor kurzem den unangenehm gewordenen Traditionsnamen Karstadt/Quelle trug. Die bisherige Hauptaktionärin Madeleine Schickedanz ist mehrfache Kundin bei den Oppenheims. Sie ist Miteigentümerin des Oppenheim-Esch-Immobilien-Projekts Kölner Messehallen. Und sie ist bei der Bank Oppenheim hoch verschuldet. Gleichzeitig ist auch Arcandor-Chef Thomas Middelhoff Miteigentümer der Kölner Messehallen und auch noch Miteigentümer in einem Karstadt-Kaufhaus, das dem Oppenheim-Esch-Fonds gehört, wo Middelhoff von den Mieten profitiert, die sein Unternehmen Arcandor zahlt.

„Aus Gründen der Hygiene"

Ich hatte geschrieben, dass Oppenheim-Esch-Immoblien wie die KölnArena/Rathaus, Kölner Messehallen und Karstadt-Kaufhäuser „filzgestützte Abzocker-Projekte" sind. Dagegen will Oppenheim weiter vorgehen. Aber selbst die traditionelle Hauszeitung der Bank, Die Welt, mahnt nun an, dass solche etwas anrüchigen Verbindungen „aus Gründen der Hygiene" überprüft werden sollten. Aus Gründen der Hygiene! Ist die Bank unsauber, stinkt sie gar? Stinkt sie gar in den Nasen des eigenen Milieus, das in Geldsachen doch einiges gewohnt ist? Die Welt schreibt weiter: „Die größte Arcandor-Aktionärin Schickedanz steht beim zweitgrößten Aktionär Sal. Oppenheim in der Kreide. Gleichzeitig hält dort Vorstandschef Middelhoff einen Fonds mit Karstadt-Immobilien. Das ist ein bisschen viel der Nähe." (PK)

Quelle: NRhZ[Link] [Cache]
Radio Utopie: Schaut nur hin, wo Euer Geld bleibt…
10/08/2008 11:11 AM

Während die Regierungen in der Welt vorgeben mehr und mehr zahlungsunfähig zu werden, ließen es sich Manager von AIG nach der vermeintlichen Rettungsaktion in Höhe von 85 Mrd. nicht nehmen, 440 000 US-Dollar für eine Luxusurlaub auszugeben, die ihnen das Unternehmen “spendierte”!

Für manchen deutschen Bank-Manager wären das natürlich nur einmal mehr Peanuts und könnte sicher aus der Portokasse geleistet werden. Aber das, was da in Wirklichkeit abläuft ist bezeichnend, worum es eigentlich geht.

Die Bürger der USA sind mittlerweile so verblödet, dass sie nicht einmal merken, was mit ihnen geschieht, und was die Elite in ihnen sieht - eine bloße Masse, die man anstandslos auspressen kann. Und die sich nicht wehrt!

Wir sind auf dem besten Wege dahin, wie die ganzen “Regierungserklärungen” bei uns im Lande zeigen. Frau Merkel ist der Tierpsychiater, der die Herde beruhigen soll, bevor sie geschlachtet wird.

So wird das Stimmvieh zum Dummvieh - geleitet von einer dummen K…

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Radio Utopie: Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zur Finanzkrise
10/08/2008 11:11 AM

Hilflosigkeit der Politik. Unverstandene Vorgänge. Unfähigkeit zum Handeln. Eine bemerkenswerte Rede von Frau Dr. Angela (Erika) Merkel (CDU). Längst hat die Finanzkrise die Realwirtschaft erreicht. Notwendige Investitionen werden zurückgestellt – Firmen gehen mangels Refinanzierungsmöglichkeiten in die Insolvenz. Der Eingang von Neuaufträgen reduziert sich dramatisch.

Obwohl die Situation nach Verstaatlichung der betroffenen Kreditinstitute schreit – ist dieses Instrument der Wirtschaftslenkung fern der Vorstellungskraft der Bundeskanzlerin.

Wirtschaftliche Kompetenz ist der einzige Pluspunkt der CDU/CSU in der Wählermeinung. Eine Kompetenz, die leider nicht vorhanden ist, wie die nachfolgende Rede zeigt, deren Wortlaut auf der stenografische Mitschrift des Bundestages basiert:

Herr Präsident!
Meine Damen und Herren!

Die Lage auf den internationalen Finanzmärkten ist ernst. Sie ist in dieser Form noch nie da gewesen. Sie stellt vieles, was als selbstverständlich galt, infrage. Sie bestätigt manches, was mit Gier, verantwortungsloser Spekulation und Missmanagement im Finanzsektor verbunden wird.

Heute ist nicht die Stunde, die Lage schwarz zu malen. Aber es ist wahrlich auch nicht die Stunde, die Lage schönzureden. Es ist die Stunde, zweierlei zu schaffen: zum einen sehr kurzfristig zu denken, zu bewerten und dann zu entscheiden, also klassisches Krisenmanagement zu leisten, wie es die Bundesregierung zum Beispiel mit dem Rettungsplan für die Hypo Real Estate gemacht hat und macht und wozu wir auch weiter jederzeit bereit sein müssen. Zum anderen ist es die Stunde, über den Tag hinaus zu denken, zu bewerten und zu entscheiden, das heißt, eine neue Systematik für das Zusammenwirken aller im Finanzsektor Tätigen zu entwickeln, also eine Zukunftsperspektive zu gestalten und präventiv zu handeln.

Beides, das klassische Krisenmanagement von Tag zu Tag wie auch die Entwicklung der Zukunftsperspektive über den Tag hinaus, macht die Bundesregierung. Ich möchte mich bei denen im Parlament, die dabei hilfreich sind, für die Unterstützung bedanken und auch für den Geist, in dem wir die Unterrichtung der Fraktionen bisher vorgenommen haben.

Meine Damen und Herren, was stand am Anfang?

In den USA wurden über Jahre hinweg in unverantwortlicher Weise Immobilienkredite an Bankkunden vergeben, bei denen keine Aussicht auf normale Rückzahlung des Darlehens bestand. Alle Beteiligten verließen sich auf ständig steigende Immobilienpreise und niedrige Zinsen. Die Risiken aus diesen Krediten wurden weiterverkauft, neu verpackt, weltweit gestreut und waren damit der Keim der weltweiten Finanzmarktkrise.

Traditionsreiche Investmentbanken mit klangvollen Namen sind in den USA von einem auf den anderen Tag vom Markt verschwunden. Aus der amerikanischen Immobilienkreditkrise ist inzwischen eine globale Finanzmarktkrise geworden. Das Vertrauen - die wichtigste Währung der Finanzmärkte - ist verloren gegangen. Die Banken misstrauen sich gegenseitig und gewähren sich kaum noch Kredite. Angesichts der besonders engen Verflechtung der Akteure im Finanzbereich sind inzwischen auch solide Institute von der Finanzmarktkrise betroffen, und Deutschland ist davon nicht ausgenommen.

In dieser Situation ist es von entscheidender Bedeutung, das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte schnell und entschlossen zurückzugewinnen.
Dazu sind kurzfristige Maßnahmen notwendig. Worum geht es bei diesen kurzfristigen Maßnahmen?

Erstens ging es in Deutschland darum, die Hypo Real Estate in einer akuten Notlage zu retten. Nichts zu tun, hätte nicht nur für den Pfandbriefmarkt, sondern auch in viel tieferer Weise unabsehbare Schäden gehabt. Alle Fachleute haben uns gesagt, dass dies ein “systemisches Risiko”, wie man das in der Fachsprache nennt, hervorrufen würde. Deshalb haben private Banken und vor allem die Bundesregierung eine Bürgschaft zur Verfügung gestellt. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit beim Haushaltsausschuss bedanken, der das Ganze sehr gut begleitet hat. Ich will allerdings noch darauf hinweisen, dass wir im Zusammenhang mit dieser Bürgschaft auch darauf Wert gelegt haben, dass dafür ein Entgelt genommen werden kann. Das heißt, dass dieses Institut das Geld nicht einfach umsonst vom Staat bekommt.

Es ging also darum, den Liquiditätsbedarf der HRE zu decken. Als am Wochenende noch einmal bislang unbekannte Liquiditätsbedarfe aufgetreten sind, mussten wir Neuverhandlungen beginnen, die allerdings so enden konnten, dass der Bürgschaftsrahmen, der in der vergangenen Woche gegeben wurde, nicht überschritten werden musste. Das ist gelungen, weil die Bundesbank dabei sehr hilfreich war.

Meine Damen und Herren,

wir haben dann darauf gedrungen - wieder zusammen mit anderen - , dass das Management der HRE ausgewechselt wird. Das ist heute geschehen. Wir glauben, dass das die notwendige Voraussetzung dafür ist, dass wieder Vertrauen in dieses Institut entstehen kann. Wir setzen darauf, dass das auch gelingt.

Ich will an dieser Stelle darauf hinweisen: Wir haben heute im Kabinett darüber gesprochen, dass es in Deutschland sehr wohl rechtliche Grundlagen gibt, um Manager und Aufsichtsräte in die Haftung zu nehmen. Wir stellen allerdings fest, dass diese gesetzlichen Regelungen so gut wie nicht genutzt werden. Ich glaube, wir alle sollten darauf schauen, wie wir es dazu bringen können, dass sie besser genutzt werden, oder wie wir Gesetze so ändern, dass sie genutzt werden. Auch das halte ich für absolut zwingend.

Wir haben zweitens im akuten Krisenmanagement am Samstag ein Treffen der europäischen Mitglieder der G-8-Gruppe mit dem EZB-Präsidenten und Jean-Claude Juncker gehabt. Wir haben dabei die Übereinstimmung gefunden, dass die Europäische Zentralbank Liquidität in ausreichendem Maße zur Verfügung stellt. Das ist in diesen Zeiten ausgesprochen wichtig.

Wir haben uns in Paris drittens darüber geeinigt, dass die Bilanzierungsregeln denen der amerikanischen Standards anzugleichen sind.

Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen für unsere Bankinstitute gerade auch in Deutschland.

Wir haben im Augenblick keinen fairen Wettbewerb zwischen dem amerikanischen Bereich und dem europäischen. Es wird jetzt darum gehen, denn es geht hier um Tage und nicht um Monate , dass wir nicht über das normale Rechtsetzungsverfahren Richtlinie, Europäisches Parlament, nationale Umsetzung vorgehen, sondern einen Weg finden, dass die europäischen Staaten dies schnell anwenden können. Ich danke dem Finanzminister, dass er die Bemühungen hierfür bereits begonnen hat.

Viertens wissen wir, dass wir in einem europäischen Binnenmarkt agieren. Natürlich stellt sich die Frage, wie nationale Aktionen mit europäischen zu verzahnen sind. Dazu will ich sagen, welche Wege aus meiner Sicht nicht geeignet sind. Nicht geeignet ist der irische Weg, unabgestimmt eigene Bankinstitute unter einen Schirm zu stellen, andere internationale Institute, die auch lange in Irland Steuern gezahlt haben, nicht in diesen Schirm mit einzubeziehen und damit natürlich Wettbewerbsverwerfungen hervorzurufen, die aus meiner Sicht im Binnenmarkt nicht akzeptabel sind.

Ein aus deutscher Sicht ebenfalls nicht akzeptabler Weg ist, dass 27 Mitgliedstaaten einen Schirm spannen und alle in einen Fonds einzahlen, um dann mit 27 Staaten das entsprechende Krisenmanagement in den jeweiligen Mitgliedstaaten zu betreiben. Ich glaube, das ist der Fähigkeit zu schnellen Aktionen nicht zuträglich. Deshalb lehnen wir diesen Weg ab.

Wir brauchen aber natürlich ein kohärentes, ein gemeinsames Vorgehen. Deshalb war es eine wichtige Botschaft des Ecofin-Rates, dass sich alle Mitgliedstaaten verpflichten, Finanzinstitutionen, die systemische Risiken hervorrufen können, wenn sie in eine Schieflage geraten, im jeweiligen Mitgliedstaat und darüber hinaus zu stützen. Darauf müssen wir uns in Europa verlassen können. Deshalb haben wir das bei der HRE gemacht, deshalb haben Frankreich und Belgien das bei der Dexia gemacht, deshalb haben die Beneluxländer das bei Fortis gemacht; ich könnte auch britische Beispiele aufzählen. Das ist Verlässlichkeit in Europa, die wir natürlich dringend brauchen.

Fünftens. Im Zusammenhang mit dem Treffen in Paris hat die Kommission erklärt, dass sie in den Beihilfeverfahren zum Beispiel, wenn Landesbanken Stützungen erhalten die Spielräume voll und flexibel ausschöpfen will. Ich glaube, das ist in diesem Zusammenhang ein ganz wichtiges Signal.

All diese Maßnahmen dienen nicht etwa der Rettung von Institutionen als Selbstzweck - deshalb gibt es keine Blankoschecks - oder dem Schutz von Managern, die Fehlleistungen erbracht haben. Nein, alle diese Maßnahmen dienen dem Funktionieren unserer Wirtschaft und vor allen Dingen den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land.

Dazu gehört auch die am Sonntag vom Bundesfinanzminister und mir abgegebene Erklärung im Namen der Bundesregierung, dass kein Sparer um seine Einlagen fürchten muss. Ich sage hier noch einmal: Diese Erklärung gilt.

Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um das Vertrauen in unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Die soziale Marktwirtschaft - das ist meine feste Überzeugung - ist das beste Wirtschafts- und Sozialmodell, das es gibt.

Wie jede Krise bietet auch diese Krise des Finanzsektors eine Chance. Sie bietet die Chance, dass alle innerhalb und außerhalb Deutschlands die internationale Dimension der sozialen Marktwirtschaft erkennen, verstehen lernen und den Anspruch erheben, sie gestalten zu wollen. Dafür haben wir während unserer G-8-Präsidentschaft, konkret beim Gipfel in Heiligendamm, gekämpft. Damals - das muss man im Rückblick sagen - war es vergebens; jetzt erkennt aber eigentlich auch der Letzte, wie nötig es schon damals gewesen wäre, Vorschläge zu unterbreiten und Maßnahmen zu treffen. Deshalb sind die gleichen Vorschläge - natürlich ausgeweitet - Teil der Langfriststrategie der Bundesregierung für die Gestaltung der sozialen Marktwirtschaft in ihrer internationalen Dimension.
Wir wissen deshalb können wir hier nicht nur national handeln , dass dafür ein abgestimmtes europäisches und internationales Handeln erforderlich ist. Dies haben wir immer wieder betont, zum Beispiel bei der Transparenzinitiative, vertreten durch die Finanzminister sowie die Staats- und Regierungschefs.

Wir haben im September mit dem französischen Staatspräsidenten in einer gemeinsamen Erklärung Deutschlands und Frankreichs alle europäischen und internationalen Positionen zur Lösung der Probleme festgeklopft und sie dann in einem Treffen mit dem britischen Premierminister und dem italienischen Ministerpräsidenten konkretisiert.

Wir haben uns für Maßnahmen im internationalen Bereich eingesetzt. Dabei berufen wir uns in besonderer Weise auf das, was von den Finanzministern mit ausgearbeitet wurde: die Vorschläge, die das Forum für Finanzmarktstabilität im April 2008 den G-7-Finanzministern, die ein wenig an der Ausarbeitung beteiligt waren, vorgelegt hat. Daraus ergeben sich die entsprechenden Ziele.

Es geht um die Verbesserung des Liquiditätsmanagements. Es geht um die Behandlung außerbilanzieller Risiken; wir haben bei der IKB schmerzhaft miterlebt, welche Folgen sich daraus ergeben. Es geht um die Bewertung illiquider Vermögensgegenstände. Es geht um Transparenzregeln auf den Finanzmärkten, und es geht um den Umgang mit Ratings.

Die G-8-Staats- und Regierungschefs haben im Juli 2008 einen Fortschrittsbericht des Forums entgegengenommen und gebilligt. Allerdings muss ich sagen: Auch im Sommer war der Enthusiasmus über diese Regeln zumindest auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs noch nicht so groß, wie er hätte sein müssen.

Wir können allerdings feststellen, dass bei der Umsetzung bereits erste und auch wesentliche Fortschritte zu verzeichnen sind. Zahlreiche weitere Vorschläge des Forums sollen bis Ende 2008 verwirklicht werden. Der Bundesfinanzminister wird in den nächsten Tagen nach Amerika reisen und diese Diskussion natürlich fortsetzen. Die Bundesregierung wird also an der Spitze derjenigen stehen, die solche Regelungen fordern.

Bis Ende 2008 müssen vergleichbare Arbeiten auf europäischer Ebene abgeschlossen werden. Dazu gehört insbesondere die neue Regulierung von Rating-Agenturen; denn diese haben einen erheblichen Anteil an den falschen Bewertungen, wie wir sie jetzt erleben.

Man muss vor allem darauf achten, dass das Finanzsystem selbst die richtigen Anreize setzt. Wir brauchen Finanzmärkte und adäquate Mechanismen, die nicht nur aus Regulierungen, sondern auch aus Anreizen bestehen. Diese Anreize müssen so gesetzt werden, dass eine einseitige Fokussierung der Banken auf kurzfristige Unternehmensstrategien verhindert werden.

Eine Ursache der Krise war, dass Kredite vergeben wurden, die erst nach Jahren fällig waren. Die Bonuszahlungen wurden aber bereits nach einem Jahr ausgeschüttet, ohne dass man wusste, ob für dieses Produkt nach seiner Bewährungsprobe überhaupt eine Zahlung eingeht. Das ist ein Unding und darf so nicht sein.
Daraus resultiert, dass für die Vergütung der Manager der langfristige Unternehmenserfolg und nicht die Kurzfriststrategie das entscheidende Kriterium sein sollte.

Ich bin zuversichtlich, dass durch die Umsetzung der Empfehlung des Forums, die Vorschläge der Europäischen Union und das Setzen richtiger Anreizstrukturen die Grundlage dafür geschaffen wird, dass eine vergleichbare Krise in Zukunft nicht mehr entstehen kann. Das heißt, dass wir eine Architektur bekommen, in der sich solche Fehler verbieten.

Wir müssen in dieser Situation kritisch hinterfragen, ob die Bankenaufsicht ihren Aufgaben gerecht geworden ist.

Wir brauchen eine vorausschauende Aufsicht, die sich aufbauende Fehlentwicklungen rechtzeitig erkennt und die dann auch handelt. Dafür müssen Strukturen überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.

Das gilt für den nationalen Bereich, aber natürlich auch für den europäischen und für den internationalen Bereich.

Deshalb wird die Bundesregierung überlegen - in Bezug auf die nationale Ebene -, ob das Zusammenspiel zwischen Bafin und Bundesbank noch effizienter gestaltet werden kann. Es muss auch sichergestellt werden, dass die internen Entscheidungsstrukturen schnelle Reaktionen möglich machen. Wir sollten an dieser Stelle keine Schnellschüsse machen, aber wir sollten konsequent an dieser Frage arbeiten.

Meine Damen und Herren, diese Krise bietet die Chance, besser zu verstehen, dass auf der einen Seite Freiheit und auf der anderen Seite Ordnung keine Gegensätze sind, sondern dass sie in der sozialen Marktwirtschaft zusammengehören. Wir wollen die menschliche soziale Marktwirtschaft. Das ist eine Marktwirtschaft, die dem Menschen und dem Einzelnen dient.

Es gibt wahrlich nichts zu beschönigen. Dafür bietet die Lage keinen Anlass. Die langfristigen Auswirkungen der Finanzmarktkrise sind heute noch nicht absehbar. Das gilt auch für die Auswirkungen auf unser Wachstum und unser Land.
Wir sind eine exportorientierte Wirtschaft. Wir müssen uns mit gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreisen auseinandersetzen.

Ich sage in dieser schwierigen Stunde aber auch: Deutschland ist stark.

Deutschland hat sich in den letzten Jahren sehr gut aufgestellt. Daran haben viele mitgewirkt. Deutschland ist für den globalen Wettbewerb gerüstet. Ich bin der festen Überzeugung, dass uns das helfen wird, die Folgen der Finanzmarktkrise, auch wenn es nicht einfach wird, zu meistern.

Der Reformkurs der Bundesregierung war und ist dafür unabdingbar, und er macht sich bezahlt. Das umfasst die Haushaltskonsolidierung, die Senkung der Lohnzusatzkosten, die Reaktionen auf die demografischen Veränderungen unserer Gesellschaft - ich erinnere an die Rente mit 67 - und die konsequenten Investitionen in Bildung und Innovation. Ich glaube, dass auch die Ergebnisse der Sitzung des Koalitionsausschusses in der letzten Woche ein weiterer Beleg dafür sind.

Ich sage ausdrücklich: Gerade in dieser Situation werden wir diesen Weg konsequent fortsetzen. Es wäre das allerfalscheste Signal, jetzt von dem Kurs abzuweichen. Das Ziel ist, Vertrauen zurückzugeben, Vertrauen zu stärken; denn Vertrauen, das ist die Währung, in der gezahlt wird. Ich glaube, dass jeder von uns wir in diesem Hause, vor allen Dingen aber die Akteure im Lande einen Beitrag dazu leisten kann, dass Vertrauen wiederhergestellt wird.

Die Bundesregierung ist entschlossen, diesen Weg ruhig und besonnen, aber mit aller Entschlusskraft zu gehen.

Lassen Sie mich zum Abschluss eines sagen: In diesen Tagen der Krise gibt es viele, die bis an den Rand der Belastbarkeit arbeiten. Ich möchte all denen zum Schluss dieser Regierungserklärung noch einmal ein Dankeschön sagen.

Ob es in der Bankenaufsicht, in den Ministerien oder zum Teil auch in den privaten Banken ist, wir brauchen Akteure, die sich für unser Land einsetzen. Es ist gut, dass es sie gibt. Deshalb bin ich auch optimistisch, dass wir diesen Weg weitergehen können.

Herzlichen Dank.

Anmerkung:

Der Vorhang zu - und alle Fragen offen.

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Oeffinger Freidenker: Fundstücke 08.10.08, 9.15 Uhr
10/08/2008 10:07 AM
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Retter in der Not
FTD - Steinbrück sagte ferner, er lehne ein EU-Paket ab, weil man Prozesse fürchte, auf die man keinen Einfluss hat. Mit anderen Worten: Die deutsche Regierung hat schlichtweg Angst, dass Europa strengere Regeln für die Rettung von Finanzinstitutionen auflegt. Europa hätte mit Sicherheit die IKB fallen gelassen. Diese Bank hatte nur für deutsche Politiker systemische Bedeutung. Auch die Rettung der Hypo Real Estate wäre in einem europäischen System sicher anders erfolgt. Deutschland verfolgte hier vorwiegend wettbewerbspolitische Absichten: Man will die Führung im Markt für Pfandbriefe nicht verlieren. Es sind vornehmlich Wettbewerbsfragen, für die der größte Sparminister aller Zeiten ein derart großes Rettungspaket auf die Beine stellt, dass Deutschland an seinen zukünftigen Schulden ersticken wird.
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Steinbrück in der Finanzkrise
FTD - Er gilt als einer der fähigsten Politiker der Regierung, doch nun mehrt sich die Kritik an Peer Steinbrück. FTD.de dokumentiert, wie der Finanzminister in drei Wochen vom Herrn des Haushalts zum Getriebenen der Finanzkrise wurde.
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Vielen Dank, Präsident Bush!
FR - Als vor ein paar Wochen herauskam, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau an die bereits in der Pleite befindliche Lehman-Bank 319 Millionen Euro überwies, da titelte Bild: "Deutschlands dümmste Bank". Im Augenblick macht die Hypo Real Estate der KfW den Rang streitig. Dennoch kommt einem, verfolgt man die Afghanistan-Debatte im Bundestag, sofort die Kreditanstalt für Wiederaufbau in den Sinn.
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Wer von der Krise profitiert
FTD - Die Turbulenzen an den Börsen erschüttern die Welt. Immer mehr Banken und Versicherer geraten in den Strudel, auch die Realwirtschaft bleibt nicht ungeschoren. Aber es gibt nicht nur Verlierer der Krise.
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politplatschquatsch: Touristen in Düsenjägern
10/08/2008 10:06 AM
Die Landebahn ist so lang wie anderswo das Gepäckband, die Maschinen kommen dennoch im Drei-Minuten-Rhythmus herein. Von Lukla, dem Tor zum Himalaya, starten jeden Herbst Tausende Touristen zu Wanderungen ins Everest-Gebiet. Die Ankunft ist das erste kleine Abenteuer, denn die Maschinen von Agni- und Yeti-Airlines landen auf dem Flughafen wie sonst nur Düsenjäger auf Flugzeugträgern: Kaum aufgesetzt, schon stehen sie. Müssen sie auch, denn am Ende der aus dem Felsen gehauenen Landebahn wartet kein Auslauffeld, sondern eine himmelhohe Felswand.

Meist geht das Manöver trotzdem gut, heute allerdings kamen beim Absturz einer Yeti-Air-Maschine zwölf Deutsche und zwei Schweizer ums Leben. Nach Angaben der Behörden zerschellte die Maschine der Yeti Airlines beim Lande-Anflug auf den Flughafen.[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Yes we can!
10/08/2008 10:06 AM
Ist er das nun schon, der versprochene Wandel? Die Neuerfindung der Welt ohne Superreiche, Manager und Börsenspekulanten? Nachdem das Verbot der Spekulation auf fallende Aktien und das Angebot der amerikanischen Regierung, alles, was nichts wert ist, selbst zu kaufen, den Kurssturz an den weltbörsen nur noch beschleunigt haben, müssen die Regierungen in den nächsten tagen zu noch weit drastischeren Maßnahmen greifen, soll nicht Immobilienmaklern gelingen, woran Osama Bin Laden gescheitert ist: Die Organisierung des Weltuntergangs.

Naheliegend wäre etwa das Verbot des Verkaufs von Aktien überhaupt, die Einführung einer Zwangskaufpflicht für notleidende Anleihen, eine Schließung des Internets und eine staatliche Zensur bei der Berichterstattung über die Finanzkrise, die derzeit vor allem aus Berichten über sich selbst besteht. Geld verdienen lässt sich weltweit bis dahin nur auf eine Art: Barack Obama, als kommender US-Präsident prädestiniert, die Welt zu retten, offeriert derzeit lukrative Wahlhelferposten. 1.500 Dollar monatlich verdient, wer dem Senator per Aufkleberverkauf und Stickerhandel ins Weiße Haus verhilft. Klingt lukrativ, in diesen Zeiten.[Link] [Cache]
Club der halbtoten Dichter: Bound for Veracruz
10/08/2008 09:32 AM

Sommer 1975 im Persischen Golf. Im Iran herrscht der Schah, die Wirtschaft boomt. Vor jedem Hafen liegen bis zu 120 Schiffe auf Reede und warten auf Abfertigung. Unter 6 Wochen Wartezeit läuft gar nichts. Die mörderische Hitze und der eintönige Tagesablauf stellen die Besatzungen auf harte Proben. Auf der Reede von Kuwait messen wir 55 Grad an Deck. Öffnet man den Mund, fährt einem der heiße Wüstenwind wie eine glühende Faust die Kehle hinab.

MS "Heide Leonhardt" hat es geschafft. Nach einem halben Jahr im Golf haben wir in Bandar Abbas den Rest einer Ladung Stückgut gelöscht und passieren die Straße von Hormuz mit Kurs auf Maputo in Mozambique. Ladehafen wird zwar Durban in Südafrika, doch aufgrund des UNO-Boykotts gegen das Land der Apartheid wird für die Ladung Mais nach Mexiko in den Papieren später Maputo, das frühere Lourenco Marques, als Ladehafen erscheinen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den südafrikanischen Nachbarn läuft reibungslos.

Außerhalb der Wachzeiten halte ich mich selten im Funkraum auf, denn die Klimaanlage schafft dort oben auf der ‚Alm' nur noch 30 Grad. Mein Lieblingsplatz ist die Mannschaftsmesse, der kühlste Ort. Hier nehme ich auch die Mahlzeiten ein, niemand stört sich daran.
Mein bester Kumpel ist der Bootsmann. Klaus A. ist ein norddeutscher Sunnyboy, dem die Weiber an Land hinterher sind wie die Fliegen dem Mist. Er hat eine starke Vorliebe für alles Bayerische, seinen Urlaub verbringt er regelmäßig auf der Blickner Alm bei Ruhpolding. Auch die Resis und Zenzis stehen auf ihn. Er ist noch verhältnismäßig jung, in seinem Job macht ihm trotzdem keiner etwas vor. Er ist in jeder Hinsicht souverän.

Leider kann ich nicht an seiner Back sitzen, denn er hat an einem Zweimannstisch den Schlosser als Gegenüber. So speise ich also am Kopfende der Matrosenback zwischen zwei Berlinern. Zu meiner Rechten sitzt Klaus F., ein netter Junge, den ich seit seiner Decksjungenzeit kenne und verdammt gut leiden kann.

Heute gibt es Sauerbraten mit Kartoffelknödeln und Rotkohl zu Mittag. Klaus schenkt mir seine Knödel, verdrückt dafür meinen Sauerbraten. Zum Nachtisch schmeißt der Koch doch tatsächlich Eiscreme auf den Markt, weiß der Teufel, wo das Zeug die ganze Zeit versteckt war. "Ich frage jetzt zum letzten Mal: wer ißt sein Eis nicht?" tönt es vom Bootsmann herüber. Hämisches Gelächter ist die Antwort.

Um 12.00 Uhr treffen sich die Offiziere täglich auf der Brücke, auch der Funkoffizier findet sich ein. Vielleicht verkündet der Kapitän ja eine Neuigkeit.
Der Alte heißt Kuddel S. und ist ein alter Hase, mit sämtlichen Wassern der Seefahrt gewaschen. Was er für perfektes Englisch hält, ist reines Plattdeutsch. Zwar wird er immer verstanden, versteht selbst aber nur, was er will.
"Wehe dir, du verbesserst mich, wenn ich englisch spreche!" hat er mich ganz am Anfang gewarnt und ich halte mich daran. Kuddel ist kein Abstinenzler und steht häufig unter Strom, trinkt aber nur Bier. Normalerweise sieht er wie ein Penner aus, heute trägt er weiße Uniform mit Shorts.


Die Offiziere hängen auf Steuerbordseite der Brücke herum. Ich geselle mich dazu. Kuddel marschiert auf uns zu, scheißt uns wie üblich zusammen:

"BAFÖG, wenn ich das schon höre. Euch wird doch heute nur noch Zucker in den Arsch geblasen. Ich mußte mir damals alles selbst zusammensparen."

Er bleibt kurz vor uns stehen, dreht sich um und geht nach Backbord zurück. Auf seinen weißen Bermudas, genau in der Mitte, prangt ein großer brauner Fleck. Wir schauen uns an und lachen lautlos in uns hinein. Kuddel ist in seinem Element:

"Keine müde Mark hab ich bekommen. Wir mußten als Matrosen sogar noch unser eigenes Besteck und Kojenzeug auf die Dampfer mitbringen, damit ihr's wißt. Das würde euch verwöhnten Säcken auch gut tun." Er macht eine Kehrtwendung und wir senken die Blicke. Doch er hat etwas gemerkt.
"Was ist los mit euch? Warum grinst ihr denn so blöde?" Keiner sagt etwas, wir müssen uns krampfhaft das Lachen verkneifen.

"Was los ist, habe ich gefragt" poltert er weiter.

"Herr Kapitän" ich versuche ernst zu bleiben, "ihre Hose, sie müssen sich da irgendwo reingesetzt haben."

Er zieht seine Flatterjeans nach vorne und sieht den Fleck. "Reingesetzt, reingesetzt. Red doch nicht so kariert daher. Einen feuchten Pups werde ich gelassen haben. Das kann doch mal passieren, oder?"

"Selbstverständlich, Herr Kapitän."

"Also, ich mach jetzt meinen Schönheitsschlaf. Geweckt werde ich nur bei Schiffsuntergang oder Gehaltserhöhung. Ist das klar?"

"Jawoll, Herr Kapitän" schallt es im Chor und bis auf den wachhabenden Zweiten Offizier verkrümeln sich alle.

Zur tea time um 15.00 Uhr kommt man wieder in der Mannschaftsmesse zusammen. Die Matrosen sind klatschnaß, ihr Job heißt heute Lukenwaschen. Das Schiff fährt in Ballast, ist also völlig leer. Zur Aufnahme der Maisladung in Durban müssen die Laderäume absolut sauber sein, mit bloßem Fegen ist es nicht getan.
Bei dieser Hitze ist Lukenwaschen eine angenehme Tätigkeit, allerdings nicht ganz ungefährlich. Doch die See ist ruhig und die Matrosen haben den Job schon hundertmal gemacht. Wie üblich, wird in der Pause herumgealbert.
Klaus F. fragt mich noch: "Meinst du, daß mein Brief auch wirklich rechtzeitig ankommt?"

"Ich denke schon. Wir werden morgen Monsun bekommen und dann wohl nicht mehr allzu schnell sein."

"Hoffen wir's." Klaus will sich in Durban verloben. Er ist mit einer Schwarzen zusammen und unsterblich in die Schneeflocke aus den townships verliebt. Sie im Schwarzenghetto zu treffen, ist jedesmal ein Abenteuer, er muß sich auf dem Weg dahin hinten im Taxi verstecken, denn Weißen ist der Zutritt verboten. In den townships selbst droht keine Gefahr, die Schwarzen schirmen ihn gut ab. Klaus plant, das Mädchen später zu heiraten und nach Berlin mitzunehmen.

Die Matrosen gehen wieder an die Arbeit. Ich schieße mich bis zum Wachbeginn noch ein Deck höher beim Steward auf, der gleichzeitig mit mir zu arbeiten beginnt.
Kurz vor Vier rennt plötzlich ein Matrose an unserem Bulleye nach achtern und mit dem Bootsmann zusammen wieder nach vorne. Es muß etwas passiert sein, denn an Bord wird normalerweise nicht gerannt. Wir gehen an Deck hinaus und hören jemand rufen: ".. in die Luke gefallen. Holt den Alten."
Klaus A. klettert schon die Leiter zu Luke 3 hinunter. Aus den Aufbauten stürzt der Kapitän nach vorne. "Holt die Tragbahre" ruft er uns zu.
Wir schleppen das Gerät aus dem Lazarett nach vorne zu Luke 3. Ich schaue über die Kumming in den geöffneten Laderaum. Ganz unten im Unterraum liegt Klaus F. in gekrümmter Haltung bäuchlings auf dem Stahlboden. Er muß vom Zwischendeck zehn Meter tief in den Unterraum gefallen sein.

Die Bergung von Verletzten ist ein immer wieder geübtes Rollenmanöver und klappt wie im Schlaf. Mein Platz ist dabei im Funkraum, doch diesmal bleibe ich am Eingang zu den Aufbauten stehen. Die Tragbahre wird mit dem Ladebaum an Deck gehievt, zwei Matrosen tragen Klaus nach achtern, an uns vorbei ins Hospital.
Klaus lebt, doch der rechte Arm ist zerschmettert und sein Gesicht wirkt eigentümlich verschoben. Er ist ohne Bewußtsein und röchelt leise.
Der Kapitän geht hinter der Tragbahre her. Er kommt auf mich zu. "Los, hol Hilfe. Wir brauchen einen Arzt. Ich bleibe bei Klaus."

Ich renne auf die Brücke und lasse mir unsere Position geben, mittlerweile hat der Erste Offizier übernommen. "Was ist passiert?"

"Klaus F. ist in die Luke gefallen. Er lebt noch, der Alte ist bei ihm im Hospital."

Ich schmeiße den Sender an und hämmere auf der internationalen Notfrequenz 500 kHz unsere Dringlichkeitsmeldung in den Äther. Ein russischer Frachter quittiert sofort, leider hat man keinen Arzt an Bord. Die Küstenfunkstelle Muskat der Arabischen Emirate bestätigt die Meldung ebenfalls. Obwohl es mich ins Lazarett zu Klaus hinunter zieht, kann ich den Funkraum jetzt nicht mehr verlassen. Ein Matrose bringt einen Zettel mit einer Nachricht des Kapitäns an die Reederei:
"1605 ortszeit position ausgang strasse von hormuz stop matrose f. beim lukenwaschen von zwischendeck in unterraum gefallen stop zahlreiche knochenbrüche schwere schaedelverletzung stop kaum hoffnung stop kapitaen."

Ich schalte um auf Kurzwelle. Norddeich Radio meldet sich sofort. Ich jage das Telegramm hinüber und höre wieder die Notfrequenz 500 kHz. Dort werde ich bereits von Muskat Radio gerufen:

xxx dihl muskat radio
master heide leonhardt
fast patrol boat with doctor onboard proceeding speed 40 kts please verify your position
harbourmaster muskat

Ich flitze auf die Brücke hinüber, wir kontrollieren die Position. Der IO hat sich in der Aufregung um zehn Grad verhauen, danach stehen wir 600 Meilen weiter nördlich, hoch und trocken irgendwo in Persien an Land.
Wir berichtigen unseren Standort auf 2508n 5730e. Der Erste ändert Kurs auf die Ansteuerung von Muskat.
Ich shifte auf Sprechfunk 2182 kHz, weil das Schnellboot auf den Handelsschiff-Frequenzen nicht senden kann. Schließlich bin ich selbst zwei Jahre lang Schnellboot gefahren.
Das Boot meldet sich in akzentfreien Englisch, vermutlich ist der Kommandant Engländer. Wir tauschen erneut die Positionen aus, der Tommie kann uns in etwa 2 Stunden erreichen. Dann fragt er noch "How is the situation on board now?"

"No change so far, Sir. Our man is very seriously hurt. Several bone fractures and severe head injuries, I presume."

"Roger, understood. Well, we'll do our best to reach you as soon as possible."

"Roger, thanks very much, Sir." Muskat Radio hat ebenfalls umgeschaltet und mitgehört.

Dann höre ich Schritte auf der Treppe, es ist der Kapitän. Er hat Tränen in den Augen, sieht mich an und schüttelt den Kopf.

"Es ist vorbei, war nichts mehr zu machen. Vor zehn Minuten hat er aufgehört zu atmen. Der OA hat noch beatmet, aber die Gehirnflüssigkeit kam schon aus den Ohren heraus."
Er setzt sich.

"Schick das Schnellboot zurück, die können uns auch nicht mehr helfen. Wir gehen trotzdem nach Muskat. Klaus kann ja nicht an Bord bleiben."

Ich rufe das Schnellboot:

"we thank you very much for your assistance, sir, but our crewmember just passed away. All efforts of reanimation remained without success. So we do not require your assistance any longer. Thanks very much again, sir."

"Roger, well understood. Very sorry for you, mate."

Dann rufe ich Muskat Radio: "Could you please advise your harbourmaster accordingly. We are still heading for Muskat. Please also ask German Embassy to assist for disembarking the body."
"O.K. Sir, we'll do so."

Dann gibt mir der Alte die Nachricht für Hamburg:

"Matrose F. um 1700 Uhr Ortszeit an Bord verstorben. Reanimationsversuche ohne Erfolg. Anlaufen Muskat ETA 2030 local zur Ausschiffung der Leiche. Botschaft eingeschaltet. Verständiget Agentur. Kapitän."

Bei Norddeich Radio scheint man auf uns gewartet zu haben. Nachdem der Funker mein Telegramm quittiert hat, morst er langsam zurück: "und nun noch eine traurige Nachricht für den Funkoffizier. Sind sie bereit?"

"Senden sie."

Er telegrafiert: " … Tante Marie heute eingeschlafen. Beerdigung uebermorgen. Vater."

Ich bestätige und registriere den Inhalt, begreife aber noch nicht. Es zieht mich hinunter zu Klaus. Ich lasse das Telegramm auf dem Tisch liegen und gehe ins Hospital.
Der Offiziersanwärter, der ein paar Semester Medizin studiert hat, der Bootsmann und der Zweite Offizier haben Klaus bereits gewaschen und angekleidet. Man holt den Zinksarg aus dem Store und bettet ihn hinein. Niemand redet. Dann gehen wir an Deck. Die Sonne steht tief, die Küste ist bereits in Sicht.

Kurz nach 20.00 Uhr erreichen wir die Reede von Muskat und werfen Anker. Die Flagge weht auf halbmast. Die Behörden warten schon, mit dabei sind ein Botschaftssekretär und der Agent der Reederei.
Die Formalitäten sind rasch abgewickelt. Der englische Hafenarzt untersucht den Toten und schlägt vor, die Leiche sofort mitzunehmen, da bei diesen Temperaturen die Verwesung schnell einsetzt. Der Kapitän ist einverstanden. Wir hieven den Sarg auf das Boot und nehmen Abschied. Das Schiff muß bis zum Mittag des nächsten Tages liegenbleiben, bis alle Details der Überführung geklärt sind.

Ich begebe mich in den Funkraum zurück und finde das Telegramm. Tante Marie, das ist fast mehr als eine Mutter für mich. Sie ist die edelste und verständnisvollste Frau, die ich kenne und der Vergleich mit Mutter Theresa ist sicher erlaubt. Als ich mich im Altenheim vor sieben Monaten von ihr verabschiedet habe, hat sie zum ersten Mal geweint. Vielleicht hat sie es gewußt. Nun kann ich nicht einmal mehr einen Kranz schicken. Aber Vater wird das schon richten.

Kaum einer kann in dieser Nacht schlafen. Ich muß zu Klaus A. auf die Kammer. Klaus liegt auf der Koje und starrt an die Decke. Ich weiß, was in ihm vorgeht. Die Luke war nicht abgesichert und er war der Verantwortliche. Noch am Morgen hatte er darauf hingewiesen. "Ihr kennt ja die Sicherheitsvorschriften" hatte er gesagt. Aber er will seine Leute auch zur Selbständigkeit erziehen und kontrolliert nicht jedes Detail persönlich nach.
Ich setze mich zu ihm auf die Koje und zünde mir eine Zigarette an. Er nimmt sie mir aus der Hand und zieht daran. Klaus raucht schon lange nicht mehr. Wir reden nicht, doch keiner will alleine sein. Ich bleibe eine ganze Weile.
"Es hat keinen Sinn, sich Vorwürfe zu machen." sage ich dann leise, "davon wird er nicht wieder lebendig."

"Ich weiß" sagt Klaus.

Am anderen Morgen erhalten wir über UKW Nachricht der Agentur, daß die Leiche wieder an Bord gebracht wird und wir eine Seebestattung durchzuführen haben. Die Eltern von Klaus wollen es so. Keine der Airlines hat einen Kühlsarg für die Überführung nach Berlin vorrätig und in der Wüste verscharrt möchte der Vater seinen Sohn nicht wissen. Wir haben das zu akzeptieren.
Gegen Mittag bringt ein Boot die Leiche zurück. Sie ist bereits für die Seebestattung präpariert und sieht aus wie eine Mumie. Wir müssen nur noch die Grundgewichte an den Füßen anbringen, damit sie auch versinkt. Der Botschaftssekretär hat eine Flagge mit Bundesadler mitgebracht.
Das Schiff läuft mit kleiner Fahrt fünf Seemeilen vor die Küste:

letzte fahrt

Die Leiche liegt auf einem Walking Board unter der Bundesdienstflagge. Heimatland- und Reedereiflagge wehen auf halbmast. Die Besatzung steht im Halbkreis um den Toten herum, Kapitän und Offiziere tragen Uniform.
Der Erste Offizier stoppt die Maschine, das Schiff treibt in nur leicht gekräuseltem, tiefem Blau.
Der Kapitän findet die richtigen Worte:

letzte reise

Dann spiele ich über die große Verstärkerbox an Deck das Adagio aus Beethovens Neunter. Eigentlich wollte ich die Egmont Overtüre dafür, aber die Kassette hat geeiert. Erst bei dieser Musik beginnen die meisten zu weinen.

*

Adagio

*
Der Kapitän gibt mir ein Zeichen, ich blende die Musik aus.

"So Klaus" sagt er dann, "nun tritt deine letzte Reise an."

Sein Berliner Freund kappt mit dem Bordmesser die Leine. Das Walking Board kippt zur Seeseite hinab und Klaus rutscht unter der Flagge heraus in die unbewegte See. Mit den Füßen voran geht er in Schräglage sofort auf Tiefe.

Das Schiff nimmt Fahrt auf und bringt den Botschaftssekretär nach Muskat zurück.
Die Besatzung geht schweigend auseinander.

*

Am Tag danach empfängt uns wie erwartet der Monsun. Er bläst ziemlich genau aus Süd, kräftiger als normal und erreicht bald volle Stärke 8 auf der Beaufort Skala.
Mit leerem Schiff machen wir kaum noch Fahrt über Grund. Der Alte beginnt, um den Generalkurs herum zu kreuzen wie mit einem Segler. Trotzdem verlieren wir vier Tage bis Maputo. Die Charter gerät jedoch nicht in Gefahr, die Deadline für das Anlieferungsdatum wird nicht überschritten.
Die Stimmung an Bord ist gedrückt, das schlechte Wetter tut ein Übriges dazu.

In Maputo wird kurz Ein- und gleich wieder Ausklariert, wir benötigen die Papiere für den Ladungsschwindel. Bis auf eine folgenlose Grundberührung wegen eines betrunkenen Schlepperkapitäns passiert nichts von Bedeutung in dem Hafen, der zu Zeiten der portugiesischen Kolonialherrschaft als Paradies für Seeleute galt. Zwei Tage später machen wir an der Ladepier in Durban fest. Die Beladung mit Mais in Bulk, also als Schüttgut vom Fließband, beginnt sofort.

Dann kommt der Moment, vor dem sich der Kapitän, wie er zugibt, gefürchtet hat. Nachdem Klaus F. nicht wie erwartet in den townships aufgetaucht ist, erscheint sein Mädchen an Bord, die Verlobung soll ja gefeiert werden.
Wir stehen gerade an Deck herum, einer führt sie zum Kapitän, in dessen Haut jetzt keiner stecken möchte.
Nach einer halben Stunde kommt sie wieder herunter, der Alte bringt sie zur Gangway und besorgt ihr ein Taxi.
Ich sehe das Mädchen zum ersten Mal. Es ist eine hübsche, recht zierliche Person, doch Klaus war ja auch kein Riese. Ihre Haare sind glatt und lang, also ist sie keine Zulu. Möglicherweise trägt sie auch eine Perücke.
Man sieht, daß sie geweint hat, doch jetzt ist sie völlig ruhig. Der Alte umarmt sie, dann fährt das Taxi davon. Ein paar weiße Südafrikaner auf der Pier schauen mißbilligend oder böse. Ein weißer deutscher Kapitän mit einer schwarzen Nutte …., ein Scheißland. Dabei fahren sie alle nach Mozambique, weil sie geil auf die Mädchen sind.

Der Alte geht an uns vorbei. "Das war nicht so schlimm wie ich dachte" meint er und verschwindet in den Aufbauten.
Später erstellen Vertreter der Deutschen Botschaft Protokolle über den Unfallhergang, die Zeit dazu war in Muskat zu kurz.

Am Nachmittag dann große Aufregung: Ein halbes Dutzend schwarzer Klageweiber stürmt den Dampfer und dringt zum Kapitän vor. Die Verlobte von Klaus ist nicht dabei.

Die alten Weiber produzieren ein fürchterliches Gejammer, Gewimmer und Geheul. Es geschieht bei Kuddel im Kapitänssalon, doch der ganze Dampfer wiederhallt. Es ist nicht auszuhalten, wir flüchten an Deck. Ich sehe den Bootsmann an und kann nicht anders, ich muß lachen. Sogar Klaus verzieht sein Gesicht zu einer leichten Grimasse.
Wir können uns gut vorstellen, wie es beim Alten jetzt zugeht, wie die dicken Mammies um ihn herumflattern und sich auf den Teppich schmeißen. Das Geheule ist sogar hier draußen noch zu hören. Irgendwie hat das Ganze etwas Befreiendes.
Nach zwanzig Minuten ist der Spuk vorbei. Die Weiber verlassen den Dampfer, jede hat ein Geschenk unter dem Arm. Sie quatschen fröhlich durcheinander.

Dann kommt Kuddel mit einer Bierbuddel in der Hand heraus. "Habt ihr das gehört? Was meint ihr, was da los war! Das glaubt mir in Hamburg keiner. Die kommen jetzt jeden Tag wieder, solange der Dampfer hier liegt. Aber morgen kommen sie vormittags."
Wir verstehen, der Mittagsschlaf ist heilig.
Die Weiber kommen tatsächlich noch zweimal wieder, beide Male am Vormittag. Kuddel hätte auch an Land gehen und die Sache dem Ersten Offizier überlassen können. Aber dafür ist er ein viel zu guter Kapitän, wir rechnen es ihm hoch an.

Am dritten Tag ist die Beladung abgeschlossen. Wir verlassen Durban, laufen um den Süden Afrikas herum, passieren das Kap der Guten Hoffnung und nehmen Kurs auf die Karibik.
Auf der Südhalbkugel ist es Winter, eine außergewöhnlich hohe Dünung läuft aus Süden heran. Das Schiff ist randvoll mit Mais, ein idealer Beladungszustand, und liegt hervorragend in der See.
Wir machen gute Fahrt, durchqueren planmäßig Passatzonen und Kalmengürtel. Auf der Höhe von Trinidad weichen wir einem Hurrikan aus, der glücklicherweise nach Norden abdreht und zunächst nicht in die Karibik hineinzieht.
Fast einen halben Tag früher als vorausberechnet kommen wir in Veracruz/Mexiko an und gehen ohne Verzögerung an die Pier.
Gelöscht wird in LKW's, für die gesamte Operation wird ein Zeitraum von zwei Wochen veranschlagt.

Ich versorge die Besatzung mit Vorschuß, bis auf die Wache und den Kapitän ist bald niemand mehr an Bord. Kuddel geht nie sofort an Land, er muß bei ein paar Bieren auf seiner Kammer die vergangene Reise erst verarbeiten. Diesmal sind es sicherlich ein paar Biere mehr geworden.

In Veracruz dürfen mit Ausnahme der Waschfrauen keine Mädchen auf die Schiffe, man müßte schon die Wachposten bestechen. Das macht keinen Sinn, die Plaza ist nur vierhundert Meter weit entfernt. Dort brodelt das Leben.
Kuddel schickt mir seine Waschfrau nach oben, eine schon etwas reifere Senora mit Zahnlücken und kräftigen Händen. Sie faßt mich sofort an die Schenkel, prüft und lacht: "mui forte hombre, eh?"
Ich lache auch und gebe ihr ein paar Unterhosen und Hemden, die sie in der Lotsentoilette nach alter Sitte wäscht. Wir haben zwar zwei Waschmaschinen an Bord, doch die Senora muß ja auch etwas verdienen.
Schon jetzt fühle ich mich wohl, wir sind in Mexiko, hier stimmt alles. Heute würde man sagen, es paßt.
Nachdem die größte Hitze vorüber ist, gehe ich an Land. Inzwischen hat auch die abgelöste Wache ihr Geld abgeholt.

Schon am Hafentor stellt sich dieses Glücksgefühl ein. Das T-Shirt wird bis unter die Achsel hochgezogen, der warme Wind spielt um den Bauch. Die Menschen lachen dich freundlich an und winken dir zu, besonders die Senoritas. Kinder hüpfen herum und fassen dich an der Hand. Hunde liegen faul im Schatten, gähnen und räkeln sich apathisch. Es riecht nach exotischen Speisen, manchmal leicht nach Moder. Und von der Plaza her hörst du die Mariachi. An Tagen wie diesem macht die Seefahrt Spaß.

Auf der Plaza ist Hochbetrieb. Unsere Leute haben vier nebeneinander liegende Tische besetzt, ein paar Senoritas sind bereits eingetroffen. Der Cuba Libre fließt in Strömen. Der Leichtmatrose ist schon ziemlich breit. Sein Mädchen versucht ihn zu bremsen, er soll schließlich noch etwas beschicken heute nacht.

"Halbe Fahrt" lacht er nur, "wir haben ja soooviel Zeit. Dos semanas, comprendes, dos semanas, alles paletti, OK?"

"Si amigo, comprendo. Dos semanas boracho."

Drei oder vier Mariachi-Gruppen sind über die Plaza verteilt, man hört das gesamte Repertoire durcheinander. "Guantanamera", "Cielito Lindo", "Mexico" und an unseren Tischen immer wieder "Una lacrima por tu amor", unser hit in jenen Tagen.
Nach dem fünften Cuba Libre gehe ich mit dem Dritten Offizier noch etwas "die Beine Vertreten".
Wir schauen im Mi Ranchito, dem Puff, vorbei, wo noch nichts los ist und landen am Strand. Es ist schon dunkel, also Hosen runter und rein. Das Meer ist warm, 26 Grad sind es bestimmt. Wir schmeißen uns in den warmen Sand, alle Viere von uns gestreckt und schauen in die Sterne.
Dunkel und rhythmisch schlägt die Brandung auf den Strand.

"Ich hol uns was zum Rauchen" sagt der Dritte, zwängt sich in die Jeans und verschwindet in der Dunkelheit. Oben an der Straße besorgt er von einem Taxifahrer Grass und Blättchen für eine Riesentüte, die wir gemeinsam hineinziehen. Das Zeug ist gut, wir halten den Rauch in den Lungen und gehen ab wie Raketen. Wir reden, lachen und albern herum. Dann schnappen wir unsere Klamotten und bewegen uns am Wasser entlang, Ich gehe auf Watte in Fünfzigmeterschritten, es ist der Wahnsinn. Irgendwo fallen wir wieder in den Sand, machen noch ein paar Züge und schlafen ein. Wir sind richtig stoned, gottseidank kommt kein Gewitter. Nach zwei Stunden oder so sind wir wieder auf dem Damm. Es geht uns prächtig, der Freß-Flash meldet sich. An der Plaza sind noch ein paar Schuppen offen, viel ist aber nicht mehr los und von unserem Dampfer keiner mehr zu sehen.
Wir hauen uns den Ranzen voll, jede Menge Kuchen hinterher. Fürs Mi Ranchito ist es zu spät, die guten Senoritas sind bestimmt alle vergeben. Wir marschieren an Bord zurück und fühlen uns sauwohl.

Tags darauf erledige ich an Bord alle Verwaltungsarbeiten und bereite die Ausklarierung vor. Dann habe ich nichts mehr zu tun, gehe zum Alten und bitte offiziell um Urlaub. Ich habe keine Lust, mich tagsüber sinnlos an Bord aufzuschiessen.
"Hau bloß ab, Ik bruk di nich" secht Kuddel.

Ich übergebe den Safe-Schlüssel dem Steuermann und hänge einen Zettel an die Funkraumtür: "Wegen Arbeitsüberlastung vorübergehend geschlossen. Vorschuß beim 2. Offizier."

Kurz nach 17.00 Uhr bin ich auf der Plaza. Wieder sind mehrere Tische in deutscher Hand, schon fast jeder zweite unserer Leute ist ‚verheiratet'. Mehr oder weniger stolz präsentiert man seine Eroberungen.
Unser Bootsmann pfeift mich heran, neben ihm sitzen der Bootsmann und ein Matrose eines im Hafen liegenden DDR-Dampfers. Beide sind Mecklenburger, total sympathisch und könnten ebensogut von unserem Schiff stamnmen. Nur am Salventakt ihrer Drinks merkt man schnell, daß sei kaum Pesos auf der Naht haben. Mit DDR Mark können sie hier nichts werden, nur in Cuba vielleicht und dort regiert trotz Fidel der Dollar. Auch unser 'Scheich' hat das gecheckt, also gehen ihre Drinks ab sofort auf unsere Deckel. Wir bestellen nur noch Runden.
Gegen 18,00 Uhr großer Jubel an den mesas alemanas, Kuddel S. wird gesichtet. Er ist wieder ganz in Weiß – heute ohne ‚feuchten Pups' – frisch geduscht und gekämmt.
Sein rotes Gesicht mit der noch röteren Nase leuchtet, ein breites Grinsen liegt auf seinen Zügen.
Auch unsere Senoritas stimmen in das Begrüßungsgeschrei ein "Aqui Capitano" und "Venga Senor Capitan" usw. schallt es ihm entgegen.
Kuddel schreitet mit schief angelegtem Kopf regelrecht die Front ab und mustert seine Truppe wohlgefällig. Doch er setzt sich nicht zu uns sondern dreht eine Runde um die Plaza. Als er wieder an uns vorbei defilieren will, stelle ich mich in seinen Weg, reiße den Arm hoch zum militärischen Gruß und melde laut:

"Herr Kapitän, ich melde die Besatzung bei der Freizeitgestaltung. Keine besonderen Vorkommnisse."
Kuddel hat auch gedient und grüßt zurück: "Danke, weitermachen."

"Herr Kapitän, wir möchten sie zu einem Drink einladen, setzen sie sich doch zu uns."

"Wenn das so ist.."

Wir schieben die Tische zusammen und Kuddel thront in der Mitte. Die Mädchen schwirren natürlich hauptsächlich um ihn herum, er fühlt sich wie ein Pascha. Die Birne strahlt. Plötzlich stutzt er:

"Wo ist denn deine Frau, du warst doch gestern auch schon an Land?"

"Ich war bei der Waschfrau eingeladen" fällt mir ein, "aber die war nicht mit mir zufrieden."

Er murmelt etwas von verarschen und: "Morgen will ich deine Frau sehen oder der Urlaub ist gestrichen. Muß ich denn hier alles alleine machen?"

"Geht klar, Herr Kapitän."

Es herrscht eine Bombenstimmung. Kuddel trinkt auch hier nur Bier. Sofort ist eine Mariachi-Gruppe bei uns und der Alte bestellt drei mal hintereinander "Guantanamera" . Wahrscheinlich verbindet er eine angenehme Erinnerung mit dem Song.
Ein paar Tische weiter spielt eine andere Gruppe, man sucht sich gegenseitig zu übertönen. Das paßt Kuddel überhaupt nicht. Er steht auf und geht zur Konkurrenzband an den Nachbartischen. Der Alte redet auf die Senores ein, vermutlich plattdeutsch und zeigt auf unseren Tisch.
Tatsächlich kommen die Herren herüber, unterhalten sich mit den Mitgliedern unseres Ensembles und bauen ihre Instumente auf. Dann schnappt sich Kuddel die nächste Gruppe, am Ende stehen alle vier Mariachi-Bands der Plaza an unserem langen Tisch und legen los. Ich weiß nicht, wieviel der Alte gelöhnt hat, aber alleine schon, die harte Konkurrenz zusammenzubringen, das schafft außer ihm wohl keiner. Das meinen jedenfalls die Mädchen.

Nun dirigiert er mit fuchtelnden Armen wie ein Furtwängler zwei Xylophone, fünf Trompeten, acht Gitarren, Bongos und Rhumbarasseln. Der Chor der Sänger harmoniert perfekt. "Guantanamera" singt der Alte mit und lächelt selig.
Donnernder Applaus der ganzen Plaza.
Der Ossie-Bootsmann hat einen ungläubigen Ausdruck in den Augen. Ich kann ihn verstehen. So einen Kapitän wünscht er sich auch. Dafür würde er sogar auf seinen Politoffizier verzichten.

—–

Zwei Stunden später im Mi Ranchito sehe ich sie.
Sie tanzt mit einem dicken Mexikaner. Ihr gertenschlanker Körper biegt sich anmutig in einem kurzen roten Kleid, das die rassigen Beine kaum verhüllt. Ihre schwarzen Haare sind kurz geschnitten, die Brüste nicht zu groß und der Hintern traumhaft modelliert.
Ein Königskind. Der dicke Mexikaner tanzt gut, trotz seiner Körperfülle. Sie setzt sich nicht an seinen Tisch sondern unterhält sich mit einem jungen Typen am anderen Ende der Bar. Ich würde meine ganze Kohle dafür geben, mit dieser Frau abziehen zu können.
Dann tanzt sie mit dem jungen Typ, die beiden sind ein hübsches Pärchen. Ewig schade, daß sie hier auf diese Art ihr Geld verdienen muß. Der Junge kann genauso wenig tanzen wie ich, er hopst nur herum. Aber sie steht scheinbar auf schwofen. Scheiße, wie mach ich's bloß.

Da erscheint unser Leichtmatrose mit seiner Braut, heute noch nüchtern. Er pflanzt sich neben mich, Madame muß aufs Örtchen.

"Na, noch alleine?" will er wissen.

"Ich bin noch nicht lange hier, aber gesichtet hab ich schon was."

"Wird schon werden."

Madame hat sich gepudert und kommt zurück. "Ah, telegrafista. Como estas, amigo?"

"Esta bien, gracias." Ich lade die beiden zu einem Drink ein. Wir reden über die vergangene Nacht und lachen viel. Sie hat ihn einfach abgeschleppt und im Hotel ausnüchtern lassen. Danach sei man doch noch zur Sache gekommen. Jedenfalls sind beide gut drauf.

Da durchzuckt mich ein elektrischer Schlag. Mein Königskind kommt direkt auf uns zu. Die beiden Mädchen umarmen und küssen sich. Sie sind Freundinnen. Wie immer in solchen Situationen bin ich völlig befangen. Ich bekomme das Maul nicht mehr auf und vergesse sogar, ihr einen Drink anzubieten. Das macht der Leichtmatrose für mich. Dann versuche ich es doch mit einer Zigarette. "Quieres un cigarillo?" Sie lächelt und will. Ihr jungenhaftes Gesicht paßt zur Frisur. Die Augen schimmern in unbeschreiblichem Glanz und die vollen, ungeschminkten Lippen sind sinnlich geschwungen. Sie sieht mich an, ich versinke sofort in diesen Augen. Ich vergesse alles um mich herum und sehe nur noch dieses Gesicht. Ich brenne. Der Leichtmatrose stößt mich mit dem Ellenbogen an.

"Komm zu dir. Ist sie das?"

"Klar Mann."

"Den Funker hat's erwischt" wird er am anderen Tag an Bord erzählen. "Ich glaub, wir bestellen schon mal das Aufgebot."

Sie heißt Linda und spürt, was mit mir los ist. Scheinbar gefällt es ihr.

"You are a bit shy, aren't you" fragt sie plötzlich in stark amerikanisch gefärbtem Englisch.

Ich bin überrascht. "Right, you're making me completely nervous."

Sie lacht und rückt näher. "Nevermind, as long as you are not afraid of me."

Ich muß hier raus, gleich schleppt sie mich auf die Tanzfläche.

"What about having dinner somewhere downtown?"

"Sure, if you like." Mir fällt ein Stein vom Herzen.

An der Tür lehnt lässig der junge Typ. Die beiden sprechen kurz miteinander. "Mi hermano" sagt sie dann. Wir geben uns die Hand, er sieht mich ziemlich unfreundlich an.

"Hay un cigarillo?" fragt er dann aber doch. "Seguro", ich gebe ihm das Päckchen.

Wir machen einen großen Bogen um die Plaza, das kann ich jetzt nicht gebrauchen. Sie führt mich zu einer kleinen Bude am Strand.

"Do you really want to have a big dinner?" hatte sie vorher gefragt.

"Not really. I just wanted to get away from that place."

"I see."

Nun sitzen wir vor der Hütte im Sand, essen Tortilla und trinken Cola. Dann spazieren wir am Wasser entlang, die Schuhe in den Händen. Bald liegen wir wieder im Sand. Das ist der Abend, von dem ich geträumt habe, unzählige Male. In dieser Nacht habe ich küssen gelernt mit meinen fünfunddreißig Jahren. Als ich mehr will, entzieht sie sich "not here" und bringt mich in ein kleines Hotel nicht weit vom Strand entfernt, etwas außerhalb der Stadt und sauber.
Linda kramt einen fertig gedrehten Joint aus ihrer Handtasche, wir drei beschäftigen uns miteinander. Ich kann diese Nacht nicht beschreiben, ich kenne die Worte nicht. Jetzt bin ich fünfzig Jahre alt, es ist nie wieder so gewesen.

"Would you like to see my place?" fragt sie nach dem Frühstück.

"Yes, of course." Wir nehmen ein Taxi.

Linda wohnt am anderen Ende der Stadt, zweihundert Meter hinter dem Strand. Es ist ein Slumviertel. Das Elend ist nicht ganz so niederschmetternd wie in den Farvelhas von Rio, bei Tageslicht aber doch ziemlich erschütternd. Die Familie wohnt in vier Hütten, die ein Viereck bilden. Zwei der Hütten sind doppelstöckig. Durch die Anordnung entsteht ein Innenhof, ein Brunnen mit Handpumpe und Trog sowie ein großer Tisch bilden den Mittelpunkt.

Lindas Bruder wäscht sich gerade an dem Brunnen. "Hey marinero." Heute schaut er nicht mehr ganz so unfreundlich. Er heißt Ramon und ist achtzehn.
Papa ist nicht zu Hause, er arbeitet im Hafen. Mama besorgt irgendwo etwas Eßbares und eine lustige, zahnlose Oma hat einen kleinen Jungen auf dem Schoß, den Linda sofort auf den Arm nimmt. "My son" erklärt sie.
Linda ist 22 Jahre jung, der kleine Billy wird demnächst eineinhalb. Sein Vater ist ein amerikanischer Tourist aus Kalifornien. Später zeigt sie mir ein Foto. Der große Billy sieht aus wie einer der Jungs aus den Surf Serien, die heute im Fernsehen als Seifenopern laufen.

"I knew he wouldn't come back" sagt Linda.

Das glaube ich ihr nicht so recht, warum spricht sie dann so gut englisch?
Linda geht mit dem Kleinen in eine der Hütten, um ihn zu versorgen. Oma schafft das nicht mehr so ganz.
Mittlerweile ist es recht heiß geworden. Ich hocke mich unter einen alten Baum, Ramon pflanzt sich daneben.

"Can you show me your ship?" Auch er spricht leidlich englisch. Er geht nicht mehr zur Schule, hat auch keine Arbeit.

"Yes man, if you wish."

"Now?" Warum nicht, hier wird es sowieso zu heiß. Ich verabrede mich mit Linda für den Abend auf der Plaza, ins Hieranchito möchte ich nicht mehr. Wir schnappen uns ein Taxi und fahren zum Dampfer. Die Wache läßt Ramon ungehindert passieren. Das Schiff ist noch fast voll und liegt tief im Wasser. Trotzdem ist er beeindruckt.: "Big ship."
Von Deck herunter grüßt der Leichtmatrose "Alles Paletti?"

Ramon entpuppt sich als lustiger Bursche. Er will alles genau wissen, besonders interessiert er sich für die Maschine. Der Chief läßt ihn überall herumkriechen, der Junge ist begeistert.
"I want to work here in the engine room." Das geht natürlich nicht. In der Kombüse staubt er eine Wurst ab, der Funkraum interessiert ihn weniger. Auf der Brücke stoßen wir auf Kuddel, der in Seekarten herumwühlt.

"Wen schleppst du denn da an, du sollst mir doch deine Frau vorstellen." Dann grinst er. "Meinst du, ich habe dich gestern nicht gesehen? Ich weiß Bescheid."

Nun bin ich platt. Der Alte war also auch im Mi Ranchito, ich hatte ihn auf der Plaza vermutet. Anscheinend war ich wirklich etwas verwirrt am Tag zuvor.

Später zeigt mir Ramon, wo man am Strand Pferde mieten kann. Also holen wir uns zwei alte Klepper und spielen unter den Palmen Indianer. Dann geht's ab ins Wasser, danach wird gepennt. Gegen Abend bringt mich der Junge zur Plaza und verdrückt sich.
Hier ist wieder Big Bambule. Jetzt hat schon fast ein jeder etwas fürs Herz gefunden, entsprechend gut sind alle drauf. Auch Klaus beschäftigt sich mit einer richtigen Prinzessin, natürlich hat sie ihn aufgerissen. Klaus läßt immer alles auf sich zukommen.
Niemand denkt mehr an die vergangene Scheißreise.

Da kommt Linda quer über die Plaza und setzt sich auf meinen Schoß. Ihr Kuß macht mich schon wieder ganz hibbelig, auf dem Schoß sollte sie auch nicht lange sitzen bleiben. Sie trinkt nur einen Campari, dann verziehen wir uns, Mama hat uns zum Essen eingeladen. Klaus und seine Prinzessin begleiten uns ein Stück, auch sie haben Besseres zu tun als zu saufen. Klaus ist wie ich ein großer Schmuser. Wir besorgen noch ein kleines Geschenk für Mama und Schokolade für Billy.

Abends verändern sich die Slums, das wirkliche Leben erwacht. Wenn die Sonne versinkt, wird es rasch dunkel, die Tropen kennen keine Dämmerung. Die Nacht umhüllt das Elend, Lampen und Feuer beleuchten nun Villen und Paläste.
Weiter hinten liegen die Hütten an einem Berghang und bilden eine nächtliche Traumkulisse. Grillen, Frösche und Nachtvögel stimmen ihr tropisches Konzert an, die Brandung schlägt einen langsamen Takt dazu.
Die Luft bleibt feucht und mild, erst gegen Morgen beginnt man leicht zu frösteln. Das Land kühlt schneller ab als das Meer, der schwache Wind weht jetzt auf See hinaus und trägt vielfältige exotische Gerüche davon.
Weit draußen, noch hinter dem Horizont, können die Seeleute das Land riechen.
Ihre Armut nimmt den Menschen nicht die Lebensfreude. Tausend Wünsche haben tausend Träume. Man denkt voraus. Nicht weit, manchmal bis zur nächsten Mahlzeit nur, Gewesenes ist schnell vergessen.

Wir sitzen um den großen Tisch herum, den Papa selbst gezimmert hat und essen aus Emailleschüsseln Bohnensuppe, eine Art Chilli con carne, nur schärfer. Ich brauche reichlich Bier, damit mir nicht die Flammen aus dem Hals schlagen.
Der Rest der Familie hat mich überaus freundlich aufgenommen, besonders die füllige Mama. Papa versteht eine Menge von Schiffen, doch Linda oder Ramon müssen für mich übersetzen. Er verdient im Monat im Hafen soviel wie Linda in zwei Nächten, wenn sie gute Touristen erwischt. Papas Lohn reicht auch bei der anspruchslosen heimischen Küche nicht einmal fürs Essen. Mama näht ein bißchen, Ramon führt Touristen herum, beklaut Maricones, wenn sich die Gelegenheit bietet und hat auch schon hin und wieder seine Schwester verkuppelt. Ähnlich wird die Zukunft des kleinen Billy aussehen.

Nach dem Essen setze ich mir Billy auf die Schultern und spaziere mit Linda durch das Slumviertel zum Strand hinab. Vor einer der Hütten hängt ein Schild "Bodega", wir trinken Cafe Negro mit Cognac wie auf den Ramblas von Barcelona. Linda kennt alle Gäste, wir haben eine Menge Spaß. Dann schlägt sie vor, daß wir uns das Hotel sparen und ich bei ihr zu Hause schlafe.

"But no joints, Papa hates Marihuana. And, of course, I have no air condition."

"Are you sure your parents won't mind?"

"Yes, I am. Mama told me you belong to our family." Was ein kleines Geschenk nicht alles ausmacht.

Lindas Zimmer ist der obere Teil einer der beiden doppelstöckigen Hütten, unten schläft Ramon. Als wir zurückkommen, ist Papa vor seinem tragbaren Schwarzweißfernseher eingeschlafen. Mama werkelt in der Küche herum, es ist eine der kleinen Hütten, die andere beherbergt das Plumpsklo.
Wir setzen uns noch eine Weile an den Tisch im Hof. Linda spielt mir auf Ramons Recorder ihr Lieblingslied vor, "Hotel California"von den Eagles. Der kleine Billy schläft in meinen Armen. Ein anderer Song dieser Cassette, "One of these nights", erinnert mich bis heute an die glücklichste Zeit meines Lebens. Nie wieder werde ich so unbeschwert sein können wie in den Tagen von Vera Cruz.
Später lege ich das Kind in ein selbstgebasteltes Bettchen in unserem gemeinsamen Schlafzimmer. Außer unserer Matratze, dem Kinderbett und zwei Kisten für die Wäsche hat der Raum keine Möbel. Lindas wenige Kleider hängen an der Wand.
Der leise Luftzug sorgt für eine angenehme Temperatur, als Bettdecke genügt ein einfaches Laken.
Wir liegen uns in den Armen und schlafen zusammen ein. Als ich wach werde, beleuchtet der Vollmond Lindas ruhig atmenden Körper. Sie meidet die Sonne, ihre Haut ist heller als die der anderen Mädchen, ein Gemälde von Meisterhand.
Ich küsse die Stirne, die Augen, ganz vorsichtig den leicht geöffneten Mund. Meine Lippen finden ihren Weg den Körper hinab und wieder herauf. Es fällt mir wahnsinnig schwer, mich zu beherrschen, aber ich darf dieses Bild nicht zerstören.
Dann legt sie im Schlaf den Arm um mich, ihr Atem streichelt mein Ohr.
Als Ramon später geräuschvoll nach Hause kommt, finden wir uns doch. Linda ist erwacht, nun spielen ihre Lippen mit mir, zärtlich und doch nicht ohne Begehren. Wir verschmelzen in vollendeter Harmonie der Körper und der Seelen.

Der kleine Billy ist als erster wach und läßt uns keine Ruhe mehr. Ich hole den Nackedei zu uns herüber, aber er will nicht mehr schlafen. Linda macht keine Anstalten, aufzustehen, also schlüpfe ich in meine Shorts und trage den Knirps die steile Holztreppe hinab. Ramon liegt nackt auf seiner Matratze und schnarcht leise. Oma sitzt vor ihrer Hütte und nimmt mir den Jungen ab. Mama rumort schon wieder in der Küchenhütte. Es riecht nach Kaffee. Ich wasche mich am Brunnen und schleiche in die Küche.
Mama strahlt mich an und überschüttet mich mit einem Wortschwall. Ich verstehe nur ‚Cafe' und nicke "Si, si, quiero." Der Kaffee ist viel zu dünn, ‚con leche' eben. Dazu gibt es süße Pfannkuchen, eine Art tortillas con frutas, sie schmecken ausgezeichnet.
Papa arbeitet bereits wieder im Hafen. Es wird schnell heiß, auch Linda hält es nun nicht mehr auf der Matratze. Sie kommt herunter und reibt sich verschlafen die Augen. Sogar Ramon ist aufgewacht, beide waschen sich am Trog, während ich mit Mama herumalbere. Der Boden der Küche besteht aus festgestampftem Lehm, bei Regen bestimmt keine angenehme Angelegenheit.
Mir kommt eine Idee, ich erinnere mich daran, daß ich Maurer gelernt habe. Wir besprechen die Sache, Mama ist erfreut. Ramon begreift, daß er heute als mein Assistent hart arbeiten muß. Er ist sofort dabei und sucht nicht nach Ausreden.
Wir marschieren auf den Dampfer, ich brauche ohnehin T-Shirts und Unterhosen. Der Bootsmann leiht mir das schiffseigene Maurerwerkzeug, das an Bord zur Herstellung von Zementkästen bei Leckagen benötigt wird.
Auf dem Rückweg laden wir vier Sack Zement in ein Taxi und schleppen vom Strand Sand herauf. Wir räumen die Küchenhütte aus, ich lade die ganze Familie für den Abend zum Essen ein. Ich bringe Ramon das Betonmischen von Hand bei, er schnallt es sofort.
Nach drei Stunden hat die Küche einen tadellosen Estrichboden mit leichtem Gefälle, damit das Wasser gut abläuft. Ramon ist stolz und Mama begeistert, nun kann sie mit einem einzigen Eimer Wasser in elegantem Schwung in der Küche ‚Reinschiff' machen.
Wir wässern den Beton mehrmals, damit die Bodenplatte in der Hitze nicht zu schnell abbindet und reißt.
Als Papa nach Hause kommt, ist er überrascht und will wissen, wo ich das Betonieren gelernt habe. Ich erkläre, das gehöre in Alemana zur Ausbildung der Funkoffiziere. Er versteht den Witz nicht und klopft mir anerkennend auf die Schulter. Nur ins Restaurant will er nicht, er ist zu müde. Also besorge ich mit Ramon eine ausgiebige Mahlzeit und eine Kiste Bier aus der Bodega. Alle sind zufrieden.

Die sorglosen Tage vergehen im Flug. Tagsüber hänge ich viel mit Ramon herum, Linda will nicht in die Sonne. Der Junge zeigt mir alles, was es in Vera Cruz zu zeigen gibt. Wir sind gute Freunde geworden. Einmal fragt er "Will you marry my sister?" Was soll ich da sagen.
"I know why you won't marry her because you are already married."

"No amigo, I'm not married anymore. I was married but I'm separated now." Er fragt nicht weiter.
Dann gehe ich mit Linda und Billy ‚shopping' . Wir kaufen Klamotten und Spielzeug für den Kleinen und einen Fummel für Linda. Bisher habe ihr noch keinen Peso Bargeld gegeben, sie hat auch nicht danach gefragt. Wenn wir auslaufen, werde ich ihr meine übriggebliebenen Peso schenken, es werden umgerechnet etwa 200 Mark sein und sie wird einen Monat gut davon leben können. Ramon schenke ich eine Original Levis und ein paar meiner T-Shirts, er freut sich riesig.
Hin und wieder lasse ich mich an Bord sehen, es liegt nie etwas an. Manchmal schauen wir auch auf der Plaza vorbei, verschwinden aber meist schnell wieder. Die meiste Zeit verbringe ich mit Ramon am Strand und mit Linda auf der Matratze.

Dann, an einem Sonntag, ist sie da, die bittere Stunde. Linda bringt mich zum Schiff, vor der Wache zum Hafen bleiben wir stehen.
Ich versinke noch einmal in diesen Augen, in deren Glanz nun Tränen schimmern.

"I'm coming back" , mehr kann ich nicht sagen, die Kehle ist zugeschnürt.

"That's exactly what Billy said" flüstert sie.

Wir halten uns endlos lange umschlungen, ich presse die Lippen auf ihren Hals und die Schulter. Sie weint hemmungslos, ihr Körper schüttelt sich. Ich halte sie noch fester.

"I'm coming back, I promise."

Es ist die schlimmste Lüge meines Lebens geworden.

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Finanzkrise: Merkel fordert gemeinsames Vorgehen der EU
10/08/2008 09:15 AM
Die Finanzkrise erschüttert die USA, Europa und die Welt. Politiker schauen hilflos drein, weil kaum einer in der Lage ist, das wirkliche Ausmaß der ganzen Situation zu erkennen. Aber zum Gück haben wir ja Frau Merkel, die für alles eine Lösung hat:

Wir (die EU) müssen eine gemeinsame Lösung finden.

Genial, oder? Wie sie das immer macht. Sie schüttelt Lösungen für die Probleme dieser Welt einfach aus dem Ärmel. Das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Nicht zu vergessen, zudem betone die Bundeskanzlerin, dass die privaten Spareinlagen in Deutschland sicher seien. Woher will Sie das wissen? Wie kommt sie darauf, so etwas zu behaupten? Ich weiß es nicht.

Volker P. hat zu dem Thema auch noch was schönes auf Lager.[Link] [Cache]
BooCompany: Nun stirb doch endlich, Mobile 3.0 (BOO)
10/08/2008 08:52 AM
Mein Gott, ist das ein peinliches Getue. Heutzutage stirbt ja so ein Hirngespinst nicht einfach und lässt sich beerdigen. Handyfernsehen mit Paulus Neef und Freunden ist hartnäckig, wie der Kaugummi in der Profilsohle.[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Die tägliche Beschwörungsformel
10/08/2008 08:40 AM

„Und ich sage, diese Erklärung gilt”, sagte unser aller Kanzlerin gestern. Komisch nur, dass sie die falsche Strategie hat. Umfragen zeigen, dass auf der Glaubwürdigkeitsskala niemand so weit unten steht wie die Politiker. Warum sollte man Frau Merkel glauben? Was macht SIE, liebe Leser, SICHER, dass sie die Wahrheit redet?

Nehmen Sie einmal an, es entwickeln sich lange Schlangen vor den Banken, die wollen alle ihr Geld abholen. Und dann? Dann ist es, wie bei der letzten schlimmen Bankenkrise: die Bank macht Urlaub. Das Überweisungsinternet wird abgeschaltet, die Mietüberweisung findet nicht mehr statt. Die Bankdirektoren werden auf der griechischen Insel Samos im Fünfsterneluxushotel eine Konferenz zusammen mit der westlichen Finanzoligarchie abhalten.

Dann läuft nichts mehr! Bis auf die Preise: die laufen davon. Was heute 10 DM - entschuldigen Sie - 5 Euro gekostet hat, wird dann 5000 Euro kosten. Und der ganz schlaue Bürger denkt: ‚da hat die Frau Merkel doch eine Schutzerklärung für meine 100.000 Euro Alterssicherung gegeben’. Und die Frau Merkel wird dann sagen „Und ich sage, diese Erklärung gilt” mit nur einem kleinen Problem: Sie können sich für die 100.000 Euro dann eine Creme kaufen: für an-die-Backe-schmieren! Ende mit Alterssicherung! Dieser Regierungsunsinn, dieses Psychologiegeschwafel ist durch nichts mehr zu überbieten. Am Ende werden die Regierung und die Willfährigkeitspresse auch noch solche Leute an den Pranger stellen, die die WAHRHEIT gesagt haben - und sei es nur die individuelle Wahrheit.

Daher gilt immer noch mein Aufruf, der hier zu einem persönlichen Brief an die Kanzlerin, Frau Merkel wird:

Sehr geehrter Frau Merkel,

Die Appelle, der Staat möge helfen, werden immer dramatischer. Verursacher der derzeitigen Krise ist das gesamte Finanzsystem, welches durch Nutzung der von der Politik zugestandenen Freiheitsräume die Welt an den Rand eines Kollapses führt. Niemand, der vernünftig ist und nicht das Chaos sucht, wird daran interessiert sein, diese Krise sich entwickeln zu lassen.

Sie werden als mein Volksvertreter im Bundestag Verständnis haben, dass ich als Bürger auch mein persönliches Wohl und Überleben im Auge habe. Sie werden als mein Volksvertreter im Bundestag auch das Verständnis haben, dass mit schönen Worten keine wirkliche Beruhigung hergestellt wird.

Ich habe Verständnis dafür, dass Unternehmen, die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, direkt oder indirekt, im Notfalle geholfen wird, um einen totalen Zusammenbruch der Wirtschaft auszuschließen. Sie wissen aber zu genau, dass heute bereits Bürger für Schäden aus der Wirtschaftskrise zahlen müssen, während die Kapitalseite sich durch steigende Profite in den letzten Jahren auszeichnete und auszeichnet.

Daher dringe ich auf Sicherheiten, die sich nicht nur durch glänzende Worte darstellen. Falls Sie als Abgeordneter Rettungsmaßnahmen zustimmen, die staatliche Zahlungen nach sich ziehen könnten, fordere ich von Ihnen auch gleichzeitig folgende Sicherheitsgarantien für Bürger:

Im Falle eines Währungscrashes mit Währungsreform oder einer Hyperinflation sollen folgende staatlichen Garantien, die auch nach dem Crash einklagbar sind und durch kein Gericht aufgehoben werden können, als gesetzliche unwiderrufliche Regelung, abgeleitet aus dem Grundgesetzartikel Artikel 1, 14 (2), garantiert werden:

  1. Alle lebensnotwendigen Zahlungen von Privatpersonen an Dritte werden für die Zeit der Abwicklung oder Dauer der Währungsreform oder einer Hyperinflation ausgesetzt, das sind insbesondere Zahlungen für Wohnungsmieten, Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Heizwärme, Radio- und Fernsehgebühren, Ratenzahlungen. Es wird während dieser Notzeit untersagt, dass Wohnungskündigungen durch Eigentümer ausgesprochen werden.
  2. Die Belieferung mit Lebensnotwendigem, zum Beispiel Wasser, Strom, Gas, Heizwärme, Telefon und andere Medieneinrichtungen muss staatlich garantiert sein.
  3. Der Staat übernimmt die Nahrungsmittelversorgung für die Bevölkerung. In staatlichen oder behördlichen Immobilien werden Notversorgungseinrichtungen aufgebaut, die durch Sicherungskräfte geschützt werden. Weiterhin wird per Gesetz festgelegt, dass Bauern und alle Betriebe, die Nahrungsmittel herstellen verpflichtet werden, die Versorgung der Bürger zu unterstützen. Für Haushalte werden Lebensmittel- Bezugskarten eingeführt.
  4. Bargeldreserven bis zu 200.000 Euro je Konto, durch wen immer diese Geldmittel oder Versicherungstitel verwaltet werden, werden auf der Relation des Goldpreises von 800 Euro/Unze Feingold garantiert. Schulden je Person ab 100.000 Euro werden auf der Relation des Goldpreises von 800 Euro/Unze Feingold ab 10 Jahren nach einem Währungscrash fortgeschrieben; geringfügige Schulden unter 100.000 Euro je Person entfallen. Lebensversicherungen bleiben in vollem Umfang erhalten und werden auf der Relation des Goldpreises von 800 Euro/Unze Feingold garantiert.

Sollte der Staat die Mittel nach einem Währungscrash mit Währungsreform oder nach einer Hyperinflation nicht zur Verfügung stellen, werden private Haushalte befugt, Steuerzahlungen gegenüber dem Staat so lange einzubehalten, bis die entsprechenden Leistungsbeträge erreicht werden.

  1. Nach einem Währungscrash mit Währungsreform oder einer Hyperinflation hat die Unternehmerschaft über einen vom Staat verwalteten Hilfsfonds jedem nicht ausreichend entlohntem Haushalt die Hälfte des Betrages zur Verfügung zu stellen, der zum Lebensminimum erforderlich ist, bis die Normalität in Staat und Wirtschaft wieder erreicht wurde.
  2. Nach einem Währungscrash werden zwanzig Jahre lang die maximalen Preiserhöhungen an der Inflationsrate gekoppelt; der Staat führt eine ergänzende Preisreglementierung ein.

Sollten Sie diesen Forderungen nicht nachkommen, bedauere ich Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich Ihnen und Ihrer Partei meine Stimme zur nächsten Bundestagswahl verweigern werde.

Mit freundlichen Grüßen

Ich schließe eine Forderung an: Die Industrie, die Privatanleger, haben in den vergangenen Jahren mehr als satt verdient. Seit Jahren findet eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die Unternehmerschaft insgesamt, dazu gehört auch die Finanzbranche, ist der schuldige Teil! Wer glaubt, mit nur 5 Prozent Eigenkapital riesige Geschäfte zu stemmen, der verhält sich ausbeuterisch. Das System MUSS krachen, auseinanderfallen. Bestes Beispiel dafür: 40% des Preises einer Ware sind Zinskosten!

Konsequenz: ich fordere einen Rettungsfonds von der Industrie, der ohne Preisaufschläge eingerichtet wird. Die Industrie soll sich selber aus dem Sumpf ziehen!

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Watchblog revisited: die Deutschen Schäferhunde des Leon de Winter - Teil 1
10/08/2008 08:06 AM
In unserem Watchblog-Islamophobie-Archiv findet sich so mancher Eintrag, der es lohnt, daß man ihm nach angemessener Zeit noch einmal nachgeht. So haben wir es mit dem Englisch-Unterricht unserer neokonservativen Freunde gehalten. Jetzt, da wir uns über das niederländische Verlagshaus Elsevier unterhalten müssen, kramen wir auf unserer Festplatte, und - siehe da: es kommt ein Eintrag hervor, de sich mit Leon de Winter beschäftigt und seiner besonderen Tierliebe.

Damals ging es um ein U-21-Fußballspiel zwischen Marokko und den Niederlanden, bei dem es, verursacht durch marokkanisch(stämmig)e Hooligans zu Ausschreitungen gekommen war. Geert Wilders kam in diesem Zusammenhang auf Zahnbürsten, Leon de Winter auf Schäferhunde. Ich habe damals den niederländischen Originalartikel übersetzt. Und der erschien auf dem Gemeinschaftsblog von Leon de Winter und Afshin Ellian bei Elsevier.
(Elsevier war für mich bis dato lediglich ein nicht nur in den Niederlanden höchst renommierter Fachbuch- und Fachzeitschriftenverlag, der auch in Deutsch und Englisch publiziert, viele internationale medizinische und naturwissenschaftliche internationale Standardwerke verlegt hat und auch im Bereich „Neue Medien" recht aktiv ist. So bietet er z.B. für das „Freiwillige Fortbildungszertifikat" für Mediziner" kostenlos online zu lösende Aufgaben, für die man dann hinterher seine Punkte einsammeln kann. BB)

Huib schreibt:


Es wird immer verrückter im Rheindelta!
Es scheint nämlich ein Wettbewerb zu bestehen darüber, wer sich die obszönste Kollektiverniedrigung für (muslimische) Immigranten ausdenken kann.
Im vorherigen Post begegneten wir Geert Wilders, der marokkanische Jungs das Stadion mit Zahnbürsten reinigen lassen will. Den hatte ich zwar in dieser Rubrik erwartet, doch er hat mit seinem von Nazis und Sadisten entlehnten Rassismus all meine Erwartungen übertroffen.

Nun werden wir uns mit Leon de Winter beschäftigen, einem in der deutschen Presse sehr gesuchten Kommentator, wenn es um die Niederlande und ihre Immigranten geht, und Mitglied einer Bande von 3 bis 5 populistischen, intellektuellen Kommentatoren, die seit 2002 die Tagespresse unsicher machen. Was hat sich Leon denn überlegt, um den von ihm so verachteten Geert Wilders zu übertreffen?

Das kann man in der Web-Edition des Elsevier's Wochenblatt von dieser Woche nachlesen .

Ellian & De Winter

Schriftsteller Leon de Winter und Jurist Afshin Ellian führen gemeinsam ein Blog. Jeden Arbeitstag findet man darin einen Beitrag von einem dieser queren Denker. Adresse.
Afshin Ellian, der „Rechtsgelehrte", kann uns dann ein anderes Mal schön erklären, wie im Iran Frauen, die Ihren niqaab nicht ordentlich tragen in der Öffentlichkeit erniedrigt werden, was, so E., alles in den islamischen Vorschriften begründet ist. Ja, ist denn Leon de Winter mittlerweile zum Islam bekehrt? Jedenfalls ist das Benehmen ausländischer Rowdies mit dem Islam zu erklären ist, während es bei Einheimischen, die dasselbe tun,
„normal ist, sich locker die Köpfe einzuschlagen. Das fühlt sich gut an, wenn man zwischen 13 und 21 Jahre alt ist."

Wir glauben nicht, dass Leon de Winter sich bekehrt hat. Aber: könnte das eventuell ein allgemein menschlicher Zug sein, dass bange Menschen, die die Angst der Anderen ausbeuten, die Neigung haben (selbst wenn sie in der Reagan-Bibliothek schwer beschäftigt sind), mittels Instrumenten, via aggressivem Getier oder via Gesocks die Symbole des „Anderen" zu vernichten, zu foltern, bloßzustellen?
Nächst den jungen Marokkanern sind die seichten Immigranten-Schmuser (zu Deutsch: „Gutmenschen". BB) die Feinde von Leon und seinen Kameraden. Nix mit „Benachteiligung", nix mit Imitation des einheimischen (Fußball-)Vandalismus: Marokkaner sind viel zu lange durch die Leutchen, die es auch auf Leon abgesehen haben, in Watte gepackt worden. Er schreibt:
Unsinn über die Benachteiligung von marokkanischen Jugendlichen
Freitag, 25. Mai 2007, 09:29 (Elseviers Wochenblatt, web-Edition)
Eigentlich hatte ich ja über meinen Besuch in der Reagan Library schreiben wollen, da lese ich im NRC-Handelsblatt – elektronisch, ich bin noch immer in Los Angeles – dass Mohammed Allach, der technische Leiter des Fußballvereins VVV und ehemalige Profifußballer, denkt, dass marokkanische Jugendliche eben darum anfangen, zu randalieren, weil sie durch ihre Benachteiligung in Wohngegenden und Schulen frustriert sind.
Das ist natürlich blanker Unsinn!

Na klar! Und was für ein Unsinn! Die sind im Gegenteil verwöhnt, die jungen Marokkaner! Was sie wollen, dürfen sie auch…
De Winter hat noch nie etwas von den Dutzenden Studien, Artikeln und Büchern gehört oder gelesen, die über den Frust junger Arbeitsloser, Einheimischer im Allgemeinen. Fußballvandalismus begann mit Jungs voller Überdruss, ausgegrenzt und frustriert aus städtischen Problembezirken. Aber Leon weiss es besser. Einheimische wollen "für gewöhnlich" Drecksvolk treten, aber Ausländer sind nicht "gewöhnlich": sie tun das, weil… Ja, warum eigentlich?
Einheimische Hooligans, zum Beispiel, wollen sich für gewöhnlich locker die Köpfe einzuschlagen. Das fühlt sich gut an, wenn man zwischen 13 und 21 Jahre alt ist. Und da kommt meneer Allach auch nicht mit einer Erklärung für deren wildes Benehmen daher."

Nein, "meneer" Allach sprach ja auch über Marokkaner. Aber ich verwette sonst was darauf, daß dieser "meneer", hätte man ihn nach einheimischen Hooligans gefragt, das Gleiche über sie gesagt hätte. Sporttrainer kennen ihre Pappenheimer aus den marginalisierten Gemeinschaften viel besser als Reagan-Fans auf Wahrheitssuche in Kalifornien. Hitler war ein großer Liebhaber deutscher Schäferhunde.
Die Einsatzkommandos der SS wußten sie auch zu schätzen, genau wie die amerikanischen Hundeführer im Irak, von denen aktuell noch einer verurteilt worden ist. Dazu später. Erst der Fachmann für Polizeieinsätze, de Winter:
Hunde
Was hilft, sind die altmodischen Latten, mit denen die Polizei früher zuschlug und vor allem Hunde, sicher gegen ausländische Hooligans. (Für sie) sind Hunde nämlich schwer "haram", unrein. Deswegen empfehle ich der Polizei beim nächsten Länderspiel Niederlande-Marokko, zwei Dutzend hungrige Schäferhunde an der Leine zu halten, und die auf den Tribünen loszulassen, wenn die Marokkanerlein zur Sache gehen wollen.

Fortsetzung folgt. Und da lesen wir wie Leon de Winter zur Hochform aufläuft und Huib an die berühmtesten Schäferhundeinsätze erinnert .







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HU-Marburg: Tausend Schrecken ohne Ende
10/08/2008 06:36 AM
Die internationale Finanzkrise ist noch lange nicht vorbei - HU-Ortsverband Marburg.

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Duckhome: Medizin-Nobelpreis für deutschen Krebsforscher
10/08/2008 06:06 AM
Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den deutschen Krebsforscher Harald zur Hausen. Er teilt sich den Preis mit den Franzosen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte. Zur Hausen wies nach, dass das Humane Papilloma-Virus (HPV) Gebärmutterhalskrebs auslöst. Seine Forschungen führten zur Entwicklung eines Impfstoffes, mit dem sich Patientinnen inzwischen gegen diese zweithäufigste Krebsart bei Frauen nach Brustkrebs schützen können.


Ich denke, die entsprechende Werbung ist jedem bekannt:



Das Virus:

Das Humanpathogene Papillomavirus (HPV) gehört zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen, bei Neugeborenen erfolgt die Ansteckung über den Geburtsweg. Normalerweise treten nur harmlose Hautveränderungen auf, im Genitalbereich Feigwarzen. Einige Unterformen dieses Viruses sind bewiesener maßen verantwortlich für Gebärmutterhalskrebs.


Über die Erkrankung

Laut des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich rund 6200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, genannt Zervix-Karzinom. Das Durchschnittsalter der Frauen im Frühstadium liegt bei 35 Jahren.

Bösartige Tumore können überall in der Zervix entstehen. Über 80% gehen von der Schleimhaut aus. 5-15% entstehen im Drüsengewebe.

Das Deutsche Krebsinformationszentrum (dkfz) berichtet: "Ein zweiter Anstieg der Erkrankungzahlen und insgesamt fortgeschrittenere Erkrankungsstadien finden sich bei Patientinnen ab dem 65. Lebensjahr.
Vor der Einführung des gesetzlichen Früherkennungsprogramms 1971 war das Zervixkarzinom die häufigste Krebserkrankung der Frau. Mittlerweile ist es durch dieses Angebot regelmäßiger Untersuchungen auf Platz elf zurückgefallen."

Als Risikofaktoren gelten: Rauchen/Passivrauchen, zusätzliche Infektionen im Genitalbereich mit anderen sexuell übertragbaren Erregern (z.B. Chlamydien, Herpes Simplex), hormonelle Verhütungsmittel (z.B. Pille), stark geschwächtes Immunsystem (z.B. bei Aids), viele Geburten.


Es lohnt also, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen und einen Abstrich machen zu lassen.

Da ich nicht weiß, wie empfindlich unsere Leser sind, möchte ich keine näheren Informationen zu Symptomen usw. geben. Ich verweise daher nur auf die Seite des dkfz


Die Impfung

Wissenschaftlern ist nun eine kleine Sensation gelungen: so konnten Impfstoffe (biotechnologisch hergestellte Totimpfstoffe) gegen die HPV 6 und 11 entwickelt werden, die zusammen für 75% der Fälle vom Zervixkarzinom verantwortlich sind. Sie sind seit 2006 bzw. 2007 auch hier in Deutschland auf dem Markt.

Das Deutsche Grüne Kreuz berichtet:

Die Ergebnisse klinischer Studien mit den beiden neuen HPV-Impfstoffen sind sehr gut: Danach wurden 90 bis 100 Prozent der anhaltenden Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 verhindert, durch diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen traten gar nicht auf. Außerdem waren beide Impfstoffe sehr gut verträglich. Es traten keine ernsthaften Nebenwirkungen auf.
Ein effektiver Schutz soll über Jahre bestehen.

Die STIKO (Ständige Impfkommision am Robert-Koch-Institut) empfiehlt diese Impfung für Mädchen zwischen 12-17 Jahren. Sie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, da das Virus sexuell übertragbar ist. Geimpft werden könne ab 9-10 Jahren.

Dennoch sollte auf die Krebsvorsorge beim Frauenarzt nicht verzichtet werden!

Es ist immer erfreulich, wenn es Forschern nach jahrelanger harter Arbeit gelingt, neue Erkenntnisse oder Therapiemöglichkeiten zu finden.

Das Nobelpreis-Komitee würdigte die Arbeit zur Hausens, der «gegen ein verbreitetes Dogma angegangen» sei, als er die Bedeutung des Virus' für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses und damit der zweithäufigsten Tumorerkrankung bei Frauen entdeckt habe. Seine Entdeckung habe nicht nur die Beschreibung des Infektions- und Krankheitsverlaufs, sondern auch die Entwicklung von Impfstoffen gegen eine Ansteckung möglich gemacht, lobte das Karolinska-Institut.



Quelle

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Duckhome: Guter Markt, du gehst so krachend, volle Kraft vor jede Wand
10/08/2008 06:06 AM

Eigentlich wollte ich mich nicht auch noch mit Herrn Koppelin und der FDP beschäftigen. Gestern Morgen habe ich noch gesagt, wenn man über die nicht mehr schreibt gehen die vielleicht irgendwann weg. Aber sie gehen nicht weg, weil sie das Geld des Steuerzahlers brauchen. Sie können ja sonst nichts anderes als Politiker sein.
Drei Blogs haben fröhlich über den neuesten Schwachsinn von Jürgen Koppelin hier, hier und hier berichtet und hier ist auch noch das Interview als mp3. Das müsste reichen denn schließlich ist Koppelin der Haushaltsexperte der FDP und die hat von Wirtschaft noch nie Ahnung gehabt. Schließlich ist sie nur der Selbstbedienungsladen der Besserverdienenden und des Großkapitals, sowie deren dümmsten Helfern.

Aber an einer solchen Sternstunde deutschen Politikerblödsinns kommt man nicht vorbei, wenn man in Deutschland über Politik und Wirtschaft schreibt. Es macht nämlich den grundsätzlichen Webfehler des System deutlich. Die absolute Ignoranz der Wirklichkeit. Kopplin sagte:

Koppelin: Der Markt ist in Ordnung, das ist, liegt ja teilweise … überwiegend auch an den Managern. Das hat daran gelegen, das muss man ja auch offen sagen, dass die Krise ja in den USA begonnen hat. Wir wollen ja mal die Urheber nennen. Das ist in den USA gewesen, das große Problem, damals mit den Niedrigzinsen. Dann hat man unglaublich vielen Menschen billige Hypotheken angedreht, die sie anschließend nicht bezahlen konnten, und unsere Banken, unsere Manager der Banken, sind auf diese Geschichte, diese Geschäfte reingefallen.

Moderator: Das ist doch der Markt.

Koppelin: Das ist nicht der Markt, das ist das Verhalten der Manager. Wenn ich Treu und Glauben mache, oder wenn ich, wie ich fordere, sage, oder warum müssen unsere Bankmanager, das hat sich in den letzten Jahren so eingebürgert, müssen zum Jahresende noch Boni kriegen, nach Umsatz, und die haben sich die Taschen gefüllt, nachdem sie vorher schon die dicken Gehälter bekamen. Das ist nicht Markt, das ist ein Fehlverhalten bei den Banken, das ist ein Fehlverhalten auch bei den Aufsichtsgremien von Banken …



Natürlich wird immer wieder laut gerätselt was unsere Politiker eigentlich so an Pillen und Pülverchen nehmen um solche Sätze zu generieren. Aber es ist vermutlich schlimmer. Die sind so dämlich. Die FDP ist eine Partei die glaubt dass der radikale Markt sich selbst organsiert. Das stimmt auch in einem radikalen Marktumfeld gibt es zum Schluß nur noch Monopole die fast nichts mehr für ihre Bürger produzieren, aber ständig Krieg führen müssen um das wenige, das die Menschen anderer Monopole besitzen, zu stehlen.

Das ist logisch. Am einfachsten lässt sich Markt am Wochenmarkt erklären. Dort würde am Ende der am meisten Geld einnehmen, dessen Gewichte größerund schwerer aussehen, als die der anderen und dabei nur einen Bruchteil dessen wiegen, was andere ehrliche Gewichte wiegen. Um diesen Betrug zu verhindern, wurde schon früh ein Marktrecht eingeführt. Nur dieses Marktrecht oder die Marktordnung, war in der Lage den gröbsten Betrug zu verhindern.

Die Jungs und Mädels von der FDP wollen einen radikalen und ungeregelten Markt. In diesem Markt gewinnen die größten Betrüger am meisten und alle ehrlichen Händler und Kunden gehen unter. Wieder ist es übrigens nicht gelungen die Begriffe Ehrlichkeit und FDP in seinem Satz unterzubringen, sodass ein künstlicher Folgesatz gebildet wurde. Aber man sieht in diesem Satz wie Ehrlichkeit und FDP auseinanderstreben.

Koppelin hat sich seine Welt fein zurecht gemacht. Er trennt zwischen dem Markt und den Marktteilnehmern. Ach Herr Nachbar haben sie ein schönes Haus. Gut. Es hat kein Dach und die Wände fehlen auch, genau wie die Fenster. Aber dafür die Aussicht. Sie sind wirklich zu beneiden. Der Nachbar hat kein Haus, aber in Koppelinsprech kann er dafür sogar beneidet werden.

Die Manager, die er jetzt so böse beschimpft, sind die Manager die die Regeln des Marktes bestimmt haben, weil so Politiker wie dieser Koppelin zu faul, zu dämlich oder zu gekauft waren um den Markt zu regulieren. Dafür hätten die Bürger im Mittelalter ihren Stadtvogt und den Bürgermeister gerädert und gevierteilt. Bei uns kann man nur weinen.

Später im Text kommt Koppelin noch auf Ackermanns Josef zu sprechen, der jetzt doch bitte schön die richtigen Regeln machen soll. Na toll. Es war doch gerade Josef Ackermann, der die Regel der gesunden Rendite verletzt hat und alle anderen verführte. Wenn Koppelin, dann auch noch sagt, dass diese Manager nicht bestraft werden können, weil sie dann ihr Vermögen auf Verwandte verteilen, dann ist klar was er will.

Er wollte mal wieder was im Radio sagen. Mehr nicht. Er weiß weder worüber er spricht, noch um was es geht. Der glaubt wirklich das morgen früh die Welt wieder genau so ist wie sie immer war. Der hat gar nicht begriffen was passiert. Eine Bank nach der anderen wird abrauschen. Dabei werden sie die Großindustrie und viele kleine Firmen bis hin zum Handwerker mitreißen.

Er versteht nicht, das es kein Halten mehr gibt. Heute Island, morgen Irland übermorgen England. Don Alphonso gibt dem ganzen System maximal noch ein paar Wochen. Aber auch der Don liegt falsch. Er glaubt nämlich das die Politiker dann vernünftig handeln und den ganzen Mist verstaatlichen. Erwartet irgendjemand von Jürgen Koppelin Vernunft. Oder von Westerwelle. Von irgendeinem dieser Politfuzzis aus einer beliebigen Partei.

Dafür können wir aber einen richtigen Oldie wieder auf der aktuellen Liste begrüßen. Das Wort Stamokap ist heute aktueller denn je.

Staatsmonopolistischer Kapitalismus (SMK) oder Staatsmonopolkapitalismus ist die marxistisch-leninistische Bezeichnung für die Verschmelzung des imperialistischen Staats mit der Wirtschaft – die in dieser Phase nur noch aus dünn maskierten Monopolen bestehe – zu einem einzigen Herrschaftsinstrument unter Führung einer Finanzoligarchie, die in der Endphase des Kapitalismus erfolge; diese Phase sei gegenwärtig erreicht. In der Bundesrepublik Deutschland (nicht aber in der DDR) war hierfür das Kürzel Stamokap gebräuchlich. Daneben wurde auch der Ausdruck der Kapitalismus in seiner (gegenwärtigen) Endphase verwendet.


Die dünn maskierten Monpopole der Neoliberalen und Spekulanten sind kaum noch maskiert. Die Bundesaußenkanzlerin Angela Merkel und ihr Totenkopfäffchen von Finanzminister machen das, was ihnen von den Neoliberalen und Spekulanten eingetrichtert wird. Der geistig nicht ganz so rege Arbeitsminister Scholz, hat das Bertelsmanngesetz gegen die arbeitenden Menschen durchgebracht und unser Innenminister hat den Kabinettsbeschluss um die Bundeswehr auf die Bürger schießen zu lassen. Wir sind wahrlich in der absoluten Endphase des Kapitalismus angekommen.

Allerdings offenbart sich jetzt auch ein grundsätzlich Fehler der Stamokap-Theorie. Die Monopole sind nicht mit ihrem Monopolstatus zufrieden, sondern wollen mehr. Sie wollen alles. Das Ende ist nämlich der Kanibalismus. Natürlich sind die Brocken viel zu groß, als das einer den anderen wirklich fressen könnten, aber sie können einander tödliche Bisswunden zufügen und dann in einem letzten tödlichen Ringen, sich ineinanderverkrallen, bis alle tot sind.

Genau das wird das Ende sein. Nachdem Barclays noch ein wenig von der Leiche der Lehman Brothers genascht hatte, stand sie vorgestern abend selbst mit offenen Händen vor der Britischen Regierung und barmte um Hilfe. Natürlich werden die Briten zahlen. Der Finanzplatz London muss doch gerettet werden. Allein sie retten gar nichts mehr.

Es ist diese unvernünftige und verdammte Gier die ähnlich wie ein Krebsgeschwür den Geist vernebelt hat. Da gibt es keine Treue und keinen Glauben mehr. Nicht Schillers Bürgschaft sondern der Untergang im blanken Entsetzen wird hier gespielt. Solange noch ein Arm ein Schwert führen oder ein Nagel kratzen kann, wird gekämpft.

Don Alphonso glaubt das die Reichen sich den Frieden und die Rettung ertrotzen werden. Ich hoffe er hat recht. Aber ich glaube das die Schuldzuweisungen schneller sind. Da werden die Regierenden der Nationen sich vor ihr jeweiliges Volk stellen und auf die bösen anderen Völker zeigen. Der Ackermann wird auf die Amerikaner zeigen und die Amerikaner auf die Deutschen.

Es ist soviel einfacher Krieg zu führen. Gegen die Schweizer Banken, die Bruthöllen der Steuerhinterziehung. Da würden Deutsche, Italiener und Franzosen mit Freuden marschieren und auch die Österreicher nicht nein sagen. Haben sie denn nicht allen Grund gegeben. Da wird sich Russland den Flugzeugträger Island sichern und Pakistan vielleicht aus Versehen mal eben eine Atombombe auf Indien werfen.

Die Menschheit hat immer wenn sie die Wahl zwischen Vernunft und Krieg hatte, den Krieg gewählt. Warum sollte sie diesmal anders handeln. Früher haben die "Geldjockeys" mit wertlosen Papierchen spekuliert, warum sollen sie jetzt nicht auf Sieg oder Niederlage setzen. Sie haben doch schon alles verloren. Auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen.

Vielleicht gibt es am Ende dann eine Entschädigung. Auf jeden Fall aber geht es weiter. Man muss sich nicht verantworten.


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simoncolumbus.de: Ist Datenschutzaktivismus mit Twittern und Bloggen vereinbar?
10/08/2008 03:56 AM

Im Vorfeld der Demonstration “Freiheit statt Angst” am 11. Oktober in Berlin sind in verschiedenen bekannten deutschen Blogs Artikel erschienen, die sich mit diversen Aspekten der Datenschutzproblematik auseinandersetzen.

Die Positionen zu Datenschutz reichten dabei von kritisch (Thomas Knüwer, nicht zur Demo) über skeptisch (Stefan Niggemeier) bis hin zur direkten Unterstützung der Demo (Malte Welding, Spreeblick).

Malte sah sich in Folge der Kommentare auf seinen Artikel genötigt, einen weiteren Beitrag zu verfassen, der sich ganz konkret mit der Frage auseinandersetzt, ob “Twittern und gegen Vorratsdatenspeicherung sein” miteinander vereinbar sind.

Eine Frage, die durchaus berechtigt ist. Maltes Begründung für sein eindeutiges “Ja” lässt sich in einem kurzen Zitat zusammenfassen: “Handfeste Daten bekommt man über Twitter und MySpace undsoweiter eher nicht.”

Ich würde die Begründung für die grundsätzliche Vereinbarkeit von Social Media und Datenschutzaktivismus an einem noch deutlich grundlegenderen Punkt sehen. In meinen Augen geht es dabei vor allem um die Frage der Mündigkeit des Bürgers als Betroffenem.

Laut dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gibt es das nicht im Grundgesetz verankerte Grundrecht auf Informationelle Selbstbestimmung. Das ist, wie die Wikipedia erklärt:

“[...] im deutschen Recht das Recht des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen.”

Dieses Grundrecht wird durch die Vorratsdatenspeicherung verletzt. Durch die verdachtsunabhängige Überwachung aller relevanter Telekommunikationsverbindungen hat der Bürger keine Möglichkeit mehr, über die Preisgabe seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen. Er ist dazu gezwungen, wenn er seine Lebensqualität nicht elementar zu verringern bereit ist.

Im Twittern, Bloggen, Facebook’en dagegen nimmt der Bürger gerade dieses Recht auf Informationelle Selbstbestimmung wahr. Denn in diesem Fall ist er es selbst, der bestimmt, was wo und wie an die Öffentlichkeit gelangt.

Es ist sicher wahr, dass viele Bürger und insbesondere Jugendliche sich der Problematik einer weltweiten Öffentlichkeit, die theoretisch über das Internet angesprochen wird, nicht bewusst sind. Ein Grund, warum ich mich im Rahmen von Privacy Workshops engagiere, bei denen Jugendliche im Umgang mit ihrer Privatsphäre im digitalen Zeitalter geschult werden.

Tatsache ist aber auch, dass gerade diese Freiheit, selbst zu entscheiden, was an die Öffentlichkeit gelangt, elementar wichtig für unsere demokratische Gesellschaft ist. Es ist und bleibt aber eine persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Gefährlich wird es, wenn diese persönliche Entscheidung durch den Staat verweggenommen wird.

Denn wenn der Staat in diesem Bereich eingreift, dann bedeutet das entweder Überwachung (zwangsweise Herausgabe der Informationen) oder Zensur (Unterdrückung der Veröffentlichung von Informationen). Beides darf in einer demokratischen Gesellschaft nicht passieren!

Deshalb: Wir sehen uns in Berlin!

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Club der halbtoten Dichter: Abschiedsrevue - Brandmilch
10/08/2008 03:31 AM

alm

Nicht, dass wir es nicht schon versucht hätten, nein, nein, gibs zu und komm mir nicht mit dieser verschlossenen Türe, dem blinden Fenster oder diesem lächerlichen Vorhang, sagte er und schnitt ein großes Stück Käse ab. Er hielt es sich kurz unter die Nase bevor er es in den Mund schob. Solche Worte passen nicht zu ihm wenn er Käse im Stück schneidet, dachte sie. Sie mochte, wie er aß. Sie war kurz versucht ihm die Lippen aufzulegen, damit er teilte. Eine Weile sah sie ihn an, wie er unruhig kaute.

Sie nahm die Blechkanne mit Milch und goss die schwere tönerne Tasse voll bis an den Rand, so dass er vorn übergebeugt abtrinken musste. Dann nahm sie die rostige Kuhkette von der Wand und stand auf. Sie schlug mit aller Wucht auf den Tisch. Er schreckte entgeistert hoch. Die Milch schwappte links und rechts aus dem Hafn. Der alte, schwere Fichtentisch hatte eine heftige Schramme. Blut rann über seinen aufgeplatzten Unterarm. Indem war sie ruhig.
Solange wird das gehen, sagte sie; bis er bricht, der Tisch und wir mit ihm, anders wird das nicht gehen.

Bist du verrückt, schrie er. Willst du fürderhin am Boden essen oder was?

Daran hatte sie nicht gedacht. Wie eine Verstümmelung kam es ihr jetzt vor. Es würden die Stühle folgen, der Herd, die Feuerstelle. Er hatte Recht, es machte keinen Sinn.
Wir müssen die Berghütte anzünden sagte sie. Auf halben Weg zur Wand hinauf, da steht das verwitterte Fundament einer Alm, ewige 100 Jahre schon.
Sie hatte sich oft dort niedergesetzt und gedacht, was wohl geschehen war. Nun wusste sie es.

Stumm, beide waren stumm.
Sie schob ihren Rock hoch und setzte sich mit breiten Beinen auf den rauen Lodenstoff seiner Hosen. Sie nahm die restliche Milch und goss sie über die Brüste in ihrer beider Schoß hinab. Es lief in Rinnsalen die Beine entlang, die kostbare Liebe, die einfach gekommen war, uneigennützig gekommen war und seitdem nicht wieder gegangen.

Nein, das erträgst du nicht, sagte sie, du erträgst nicht hier zu vollenden und dort aufwachen, deine Hände einem anderen Schoß anheimgeben und deinen Mund in warmem, fremdem Wasser zu laben, Du nicht.
Und sie ahnte, dass auch ihr hochgeschobener Rock und das gleißende Schneefeld über dem See irgendwann an einer Wand enden würden mit immerzu eitrigen Schürfwunden.
Und doch würde sie nicht davon ablassen, vorsichtig den Brustkorb zu öffnen und ihm ihr Herz auf die Lippen zu legen, selbst wenn er schon lange anderes Salz zu sich nähme.

Liebst du mich, fragte sie
Ja, sagte er.

Und sie öffneten den Herd und legten die brennenden Scheite auf den Tisch.

neuherz Requiem

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urs1798: Unruhen erfordern den Bundeswehreinsatz im Inland
10/08/2008 02:56 AM
Soeben ist das Notstandsgesetz in Kraft getreten. Gehen sie nach Hause, wer vor einer Bank angetroffen wird, wird erschossen. Gleiches gilt für das Regierungsviertel…Satire Posted in Fortsetzung Kanzlerkandidat, Galerie, Justiz, Mörderisches, Politisch, Satire, Unmenschlich, Voll daneben, Zeichnungen   Tagged: Ausnahmezustand, §35, Bankenrun, Bundeswehr im Inneren, Cartoon, Kriegsrecht, Merkel, Mobilmachung, Notstandsgesetz, Politik, Regierungspläne, Satire, Schäuble, Steinmeier, Unruhen, Wahnsinn    [...][Link] [Cache]
Freeman: Stellt Russland ein Raketenabwehrschild in Weissrussland auf?
10/08/2008 02:53 AM
Russland sieht sich durch das amerikanische Abwehrsystem in den ehemaligen Ostblockstaaten bedroht, welches tatsächlich einen atomaren Erstschlag ermöglicht, und hatte Gegenmassnahmen angekündigt. Ist das jetzt die Antwort auf den amerikanischen Raketenabwehrschild in Polen?

Russland und Weissrussland könnten eine Vereinbarung über ein gemeinsames Raketenabwehrschild sehr bald vereinbaren. Eine Quelle in der russischen Regierung sagt, der Zeitpunkt für eine Vereinbarung hängt von der weissrussischen Seite ab.

Russland und Weissrussland haben auch begonnen, ihre Wissenschaft und Technologie zu vereinigen und sind an der Ausarbeitung eines gemeinsamen Logistikplans für das Jahr 2009, für eine russisch-weissrussische regionale Verteidigungsgruppe.

Russland ist auch an der Schaffung eines gemeinsamen Währungspools mit Weissrussland interessiert, sagte Premierminister Vladimir Putin bei einem Besuch in Minsk. Moskau möchte auch den Rubel als Handelswährung zwischen den Staaten verwenden.

Auf der Agenda des Besuchs von Putin war auch eine Zollunion im Gespräch, um einen freieren Handel zwischen Russland, Weissrussland und Kasachstan zu ermöglichen. Der weissrussische Staatschef Aleksander Lukaschenko sagte, er möchte engere Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern sehen.



Jede Aktion bewirkt eine Reaktion [Link] [Cache]
elementarteile: Terroristen auf freiem Fuß!
10/08/2008 02:20 AM

Diue schrecklichen Terroristen, die man aus dem Flugzeug holen musste, weil sie so schrecklich gefährlich sind hat man und jetzt haltet euch fest: freigelassen:

Eineinhalb Wochen nach ihrer spektakulären Festnahme auf dem Köln-Bonner-Flughafen sind die beiden Terrorverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, wie die Staatsanwaltschaft Bonn am Dienstag mitteilte.

Mist! Dabei hat doch alles so gut angefangen! Spektakuläre Festnahme! Horrorszenarien! 1000nde Menschenleben wurden gerettet! Was kann man also tun um das Schreckgespenst nicht gänzlich zu verlieren?

Die Anklagebehörde gehe zwar davon aus, dass die Beschuldigten weiter im Verdacht stünden, eine erhebliche Straftat verabredet zu haben. Nach Auswertung aller derzeit vorliegenden Beweise sei der dringende Tatverdacht gegen die beiden Männer aber nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Wir können zwar noch nicht mal mit “Gefahr im Verzug” argumentieren, weil es einfach keine Anhaltspunkte gibt, aber wir gehen eínfach mal davon aus, dass die beiden schon noch weiter beobachtet werden…

(irgendwie doch bezeichnend, dass ich als Blogger von meinem Schreibtisch aus schon von Anfang an gerochen habe, was jetzt gekommen ist, entweder sie machen weiter so Herr Schäuble und hier gerät einfach niemand in Panik, oder sie müssen früher oder später wirklich einen Anschlag fingieren…

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FreiheIT-Blog: Zitat des Tages (08.10.2008)
10/08/2008 02:04 AM

“Nur in absoluten Ausnahmefällen soll die Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden, heißt es beschwichtigend. Der Mechanismus dieser absoluten Ausnahmefälle ist bekannt: Aus ihnen wird über kurz oder lang, meist über kurz, eine Regel. Bei ganz vielen Sicherheitsgesetzen war das schon so. Daher muss es bei dem ehernen Verbot bleiben: Innere Sicherheit ist eine Sache der Polizei, nicht des Militärs. Das Militär ist keine Hilfspolizei, solange es eine gut funktionierende Polizei gibt; und die gibt es in Deutschland.”
(Heribert Prantl)

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ISLA: Das "Carry Trade" Spiel
10/08/2008 02:04 AM
Island wird nicht das letzte Opfer der Finanzkrise sein. Analysten sehen die nächsten Kandidaten bereits in Neuseeland, Australien, Südafrika und Rumänien – interessanterweise sind dies die Staaten, deren Währungen in den letzten Wochen gegenüber dem Yen am stärksten an Wert verloren. Das „Carry Trade" Spiel scheint vorbei zu sein.

Dazu aus der FTD vom 10.04.2008:
Finanzkrise gefährdet ganz Island[Link] [Cache]
Berlin | Zürich: Gentrification light?
10/08/2008 01:53 AM

Gentrification ist ein “dirty word” (Neil Smith). Auch aktuelle Beispiele zeigen, dass vor allem Stadtverwaltungen und die Immobilienwirtschaft in eine Rhetorik der Verharmlosung verfallen, wenn es darum geht, Verdrängungsprozesse zu beschreiben.

Beispiel Zürich: Die Neue Züricher Zeitung argumentiert im Artikel Übertriebene Angst vor «Yuppisierung» an der Langstrasse, dass die Verdrängung nicht so drastisch sei, wie wahrgenommen. Zwar habe es größere soziale Veränderungen gegeben, aber die könne nicht als Verdrängung beschrieben werden, schließlich seien die früheren Bewohner/innen aus andren Gründen ausgezogen… (mehr)

Beispiel Berlin Prenzlauer Berg: Um den Erfolg der Berliner Stadterneuerungspolitik zu demonstrieren wählte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ausgerechnet den Kollwitzplatz in Prenzlauere Berg aus. Nein, es ging ihr nicht um die magere soziale Bilanz von 15 Jahren Sanierung (mehr dazu hier im gentrificationblog) sondern um die Vorstellung des Campus der Grundschule am Kollwitzplatz als ‘gelungenes Beispiel für eine familiengerechte Stadterneuerung’. Um solche Erfolge zu zelebrieren, wird das verpassten Sanierungsziel einer sozial verträglichen Modernisierung einfach ausgeblendet. Auch eine Variante, sich eine Realität zu schaffen. Im Neuen Deutschland ist die Jubelveranstaltung anschaulich beschrieben: Respekt vor Kindern am Kollwitzplatz.

Beispiel Berlin Neukölln: Eine kürzlich vorgestellte Studie zur boomenden Kreativwirtschaft hat gerade wieder Neukölln und sogar Teile von Wedding als künftige hot-spots der Aufwertung identifiziert. In der Berliner Morgenpost (Studie sagt Berlins Kreativwirtschaft starkes Wachstum voraus) heisst es:

Bereits durch diese erste Studie werde deutlich, welche Impulse von den Kreativen ausgingen und wie Kunst und Kultur Stadtteile, auch im sozialen Bereich, verändern könnten. Als Beispiel nannte sie “Szene-Quartiere” wie Nord-Neukölln und Wedding.

Um nicht auf den Gedanken zu kommen, solche Impulse könnten irgendwas mit Aufwertung oder Verdrängung zu tun haben, gibt es den Plötz-Immoblienführer: In Neukölln muss man steigenden Miete nicht fürchten (Berliner Morgenpost). Na, dann wird ja alles gut…

Im Text zu Zürich heisst es ausführlicher:

Die Zürcher Langstrasse werde immer mehr zum Trendquartier, die alteingesessenen Bewohner würden vertrieben. So klagen momentan viele im Kreis 4. Eine Studie zeigt nun aber, dass die Ängste übertrieben sind: Die Lebensqualität im Langstrassenquartier hat sich in den letzten Jahren verbessert, ohne dass es zu grossen Verdrängungen gekommen wäre.

Manch ein langjähriger Quartierbewohner klagt über «Trendbünzlis» und die zunehmende «Yuppisierung». Zu eigentlichen Umwälzungen in der Bevölkerung haben die Einzelprojekte bisher aber nicht geführt. (…) In der untersuchten Zeit von 1990 bis 2007 wandelte sich das Langstrassenquartier zwar tatsächlich, die grössten Veränderungen fanden aber bereits in der Zeit zwischen 1995 und 2001 statt. Für diese Phase ist statistisch eine deutliche Zunahme an Arbeitsplätzen der Kreativwirtschaft festzustellen. Dies deutet auf eine «symbolische Umwertung der Langstrasse zum Trendquartier» hin, wie der Projektleiter Orlando Eberle schreibt. Ab Mitte der neunziger Jahre nahm auch die Neubautätigkeit zu. Wegen dieser Neubauten wurden manche der früheren Bewohner verdrängt, laut dem Bericht ist das Ausmass der Verdrängung allerdings gering. Die meisten Leute seien aus andern Gründen weggezogen.

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Über das Leben in der Diktatur: Wir sind alle verdächtig! - Wir brauchen Streitkräfte zum Einsatz gegen die eigene Bevölkerung!
10/08/2008 01:19 AM

Die Konjunktiv-Straftat: ‘Könnte begehen …’ – von Karl Weiss

Mit neuen Straftatbeständen will die Bundesregierung nun endgültig den Menschenrechten in Deutschland den Garaus machen.

Vier Fallbeispiele, die uns zeigen, wie wichtig ein Rechtsstaat mit Rechtsgrundsätzen wie der Unschuldsvermutung ist. – Ansonsten ist Willkür und Diktatur Tür und Tor geöffnet. Genau das, was unsere Politikerkaste veranschlagt. Werft die Umstürzler endlich vom Tron! – Demokratie- und Freiheitsfeinde haben im Bundestag nichts zu suchen!

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Fake Terror: Keine Beweise - Verhaftete freigelassen
10/08/2008 01:19 AM

Sie wurden mit Brimbamborium verhaftet. – Unsere Hetzblätter berichteten von Terroristen. – Dabei ist nichts passiert. Die unschuldig verhafteteten wurden nach 11 Tagen unschuldiger Haft endlich freigelassen.!
Dafür brauchen wir den Einsatz der Territorial-Streitkräfte im Inland, damit die Unschuldigen niemals frei kommen werden

Terrorverdächtige wieder freigelassen

Bonn (dpa) – Die beiden am Flughafen Köln/Bonn gefassten Terrorverdächtigen sind nach elf Tagen wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl wurde aufgrund zu geringer Beweise für eine Anschlagsplanung aufgehoben, wie die Bonner Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Nach Auswertung aller vorliegenden Beweise sei «der dringende Tatverdacht gegen diese Personen nicht mehr aufrecht zu erhalten». Das Ermittlungsverfahren gegen den in Somalia geborenen 24-jährigen Deutschen und den 23-jährigen Somalier laufe aber weiter.

Der Anti-Terror-Einsatz auf dem Rollfeld hatte Fragen nach dem Vorgehen der Sicherheitsbehörden aufgeworfen. Die Ermittler hatten sich vor allem auf einen vermeintlichen Abschiedsbrief gestützt, der im Gepäck des 24-Jährigen gefunden worden war. Rechtsanwalt Mutlu Günal sagte aber der Deutschen Presse-Agentur dpa in Köln: «Das war kein Abschiedsbrief, sondern nur ein Liebesbrief seiner Verlobten.» Die Verteidiger sähen sich nun in ihrer Auffassung bestätigt: «Die Indizien waren zu schwach.» Er und sein Kollege hatten Haftbeschwerde eingelegt.

Die Landespolizei hatte die beiden Verdächtigten am Morgen des 26. September in einem abflugbereiten Flugzeug festgenommen. Wenig später hatte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, gesagt, dass sie «in naher Zukunft einen Anschlag geplant» hätten. Aufgrund mehrerer verdächtiger SMS, Telefonate und konspirativer Verhaltensweisen rechneten die Verfassungsschützer das Duo der Islamistenszene zu.

Die Staatsanwaltschaft geht aber auch nach der Freilassung davon aus, dass «die Beschuldigten weiter im Verdacht stehen, eine erhebliche Straftat – und zwar einen Anschlag – verabredet zu haben», wie Oberstaatsanwalt Apostel der dpa sagte. Dazu dauerten die Ermittlungen an. Für den Bestand eines Haftbefehls müsse aber ein dringender Tatverdacht vorliegen, erklärte Apostel. Nach einer ausführlichen Bewertung sei die «Anfangsbewertung» zurückgestuft worden. Die Beweislage sei für einen dringenden Tatverdacht nicht ausreichend gewesen. Es habe auch «entlastende Faktoren» gegeben.

Günal wies darauf hin, dass sein Mandant noch kürzlich seinen neuen Semesterbeitrag für das Studium bezahlt habe. Dies deute nicht darauf hin, dass er ein Selbstmordattentat geplant habe.

Der Anti-Terror-Einsatz soll auf Wunsch der Opposition auch den nordrhein-westfälischen Landtag beschäftigen. Landesinnenminister Ingo Wolf (FDP) soll den umstrittenen Einsatz des LKA vor dem parlamentarischen Kontrollgremium und vor dem Innenausschuss des Landtags erläutern. Auch der Innenausschuss des Bundestags wird sich voraussichtlich mit dem Zugriff befassen.

Ein Sprecher des Innenministeriums in Düsseldorf sagte, der Zugriff durch das LKA sei «gerechtfertigt und notwendig» gewesen. «Es ist Aufgabe der Polizei, Gefahren abzuwenden.»

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» vom Samstag wirft das Bundesinnenministerium dem NRW-Innenministerium vor, mit der Festnahme eine der wichtigsten geheimen Operationen des Verfassungsschutzes verhindert zu haben. Nun lasse sich nicht mehr herausfinden, ob die beiden tatsächlich in ein Terrorlager nach Pakistan wollten und wie der Zugang dorthin für Westeuropäer organisiert sei.

Dazu sagte der Ministeriumssprecher: «Es hat keinerlei Kritik seitens des Bundesinnenministeriums gegeben.» Die beiden Ressorts in Bund und Land arbeiteten nach wie vor gut zusammen.

Terrorverdächtige wieder freigelassen

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Principiis Obsta: US-General und Nato-Kommandeur Craddock will Notfallpläne für osteuropäische Staaten ausarbeiten
10/08/2008 01:12 AM

Karikatur: © Kostas Koufogiorgos http://www.koufogiorgos.de

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Bukarest dürfte die Ankündigung für politische Unruhe sorgen.

Von Florian Rötzer


US-General John Craddock, Nato-Oberbefehlshaber in Europa, dringt im Auftrag des Pentagon darauf, Notfallpläne zur Verteidigung von ehemaligen Ostblockstaaten ausarbeiten zu dürfen. Auf der Nato-Tagung in Budapest am Donnerstag und Freitag soll dafür die politische Zustimmung erreicht werden.

Nach Informationen des Telegraph, stehen dahinter nicht nur die osteuropäischen Staaten, die nach der Georgien-Krise Interventionen von Russland fürchten (aber die aktive Rolle der georgischen und der US-Regierung übersehen), sondern vor allem die USA und Großbritannien, außenpolitisch offenbar weiterhin der "Pudel" der US-Regierung. Deutschland und Frankreich sollen davon nicht begeistert sein.

Eine Pentagon-Quelle soll die Befürchtung geäußert haben, dass die Pläne die EU spalten könnten - was sie womöglich auch gerade sollen. Auch das Dringen der US-Regierung auf eine baldige Nato-Mitgliedschaft von Georgien und der Ukraine scheint dem ebenso zu dienen wie dem Ziel einer weiteren Provokation Russlands, die spätestens mit der Absicht, das amerikanische Raketenabwehrsystem, das sowieso gegen russische Raketen nichts nutzen würde, in Polen und Tschechien zu installieren, deutlich wurde. Bekanntlich sollen mit den Abfangraketen in Polen mögliche iranische Langstreckenraketen abgewehrt werden, die Europa oder die USA bedrohen.

Für Craddock sei es ganz normal, so AFP, solche Pläne auszuarbeiten, weil dies eine militärische Verteidigungsgemeinschaft machen sollte. Angeblich müsse Craddock zur Ausarbeitung von Notfallplänen nicht die Zustimmung der Regierungen erhalten, aber er habe sich an den Nato-Vorsitzenden Jaap de Hoop Scheffer gewandt, um dafür ein "politisches Signal" zu erhalten. Das sollte dann wohl auch eben ein politisches Signal sein, das wiederum die russische Regierung provozieren könnte – und vielleicht sollte.

Quelle: Telepolis[Link] [Cache]
Cabaret Grotesque: neofuturistische Klangpoesie aus der Kunsthauptstadt
10/08/2008 01:10 AM

In Berlin ist es schwierig, etwas Neues in der Kunst oder Musikszene zu finden. Woanders ist es meist unmöglich.

Das Duo Cabaret Grotesque erschafft eine Fusion von uralten Bildern, Mythen und poetischen Figuren einerseits und sphärischer Elektronik, hämmerndem Techno und Industrial andererseits. Songs wie “Schuld der Engel”, “Schach” oder “Froschkönig” sind neofuturistische Klangpoesie für ein 21.Jahrhundert im Nebel, wie die Unterhaltung in einer Erzählung auf den Strassen, zwischen Schluchten eines gewaltigen Metropolis.

Fast wie Nine Inch Nails, von Fritz Lang in einem zweiten Leben als Musikproduzent aufgenommen und mit einer Sängerin Mila Karo die Gedichte wie Zitate von Beichten singt.

Am 15.Oktober live im Belgique C’est Chique zu sehen.

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Duckhome: Die Islamische Jihad Union - ausser Spesen nichts gewesen
10/08/2008 12:04 AM
Ja, das ist jetzt voll doof: am 26.09. berichteten die Medien, man habe in einem Anti-Terroreinsatz (O-Ton n-tv) zwei mutmassliche Jihadis aus einem Cityhopper Köln - Amsterdam geholt. In meinem Eintrag vom 26.09.08 schrieb ich:
Was, bitte, soll denn jetzt dieser Spin? Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen.

Einige Medien sahen das anders: hier ist die ganze Artikelsammlung von google. Bei einem äh, sehr wirtschaftsorientierten Kölner Sender lief permanent ein Laufband und eine Sondersendung folgte auf die andere.
Am 1.10. schrieb der böse Kölner Stadtanzeiger (Sie wissen doch, der, der so böse Annoncen gegen wackere Bürgerrechtsbewegungen annimmt):
Einsatz gegen Islamisten voreilig?...KÖLN - Die Familie des vergangene Woche in einem Flugzezug in Köln/Bonn festgenommenen Omar D. wirft den Ermittlungsbehörden vor, den Brief, den die Polizei im Gepäck des Mannes fand, falsch interpretiert zu haben. Laut "Spiegel Online" sei der pathetisch formulierte Abschiedsbrief von Omar D.s Verlobten eine Liebesbezeugung, nicht die Verabschiedung von einem Märtyrer. Die Ermittler hatten die Post dagegen als Indiz für einen Anschlagsplan des Mannes gedeutet.

am 2.10. schrieb ich:
Was war es doch wieder ein Medienhype: am 26. September überschlugen sich die Meldungen: nicht nur daß man zwei angeblich in einem IJU-Terrorcamp in Afghanistan Ausgebildete wieder auf dem Weg nach Deutschland wähnte - wobei es dem einen gelang, ganz entspannt ein Konto bei seiner heimatlichen Bankzweigstelle zu knacken, nein, in einem "Antiterroreinsatz", der immerhin n-tv Laufbänder und Sondersendungen über den ganzen Tag. Auch, daß bereits an diesem Tag die Bundesanwaltschaft sich nicht bemüßigt fühlte, die Ermittlungen zu übernehmen, konnte so manches Medium nicht bremsen. Daß die Beiden ebenfalls mit der Islamischen Jihad Union in Verbindung stünden, wurde nachgereicht.

Am 2.10. nachmittags sah es schon stark nach Satire aus, oder Police Academy.
Ja, und heute sieht das so aus. (Von den letzten beiden Links muß ich mich distanzieren! Googlegoogle dududu!)
Heute habe ich dann noch mal n-tv geguckt (der Tag - um 18:00): wichtige Nachrichten u.a.:
• Finanzkrise,
• Island steht vor Staatsbankrott (sind die nicht mal irgendwann als Wirschafts-Wunderkinder bejubelt worden?
• Quantas hat wieder ein technisches Problem,
• Paris Hilton hilft, die von ihr beworbene Prosecco-Marke an die Börse zu bringen.

Tja, und das unrühmliche Ende des "Antiterroreinsatzes": nur ein Stück verschämtes Laufband. Komisch, nicht?



Disclaimer: Durch meine persönliche Linksetzung und die vom System vorgenommene Linksetzung auf ähnliche Artikel dokumentiere ich diese nur und mache sie mir nicht "zu eigen". "Ähnlich" ist ein weiter Begriff...

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Duckhome: Muhammad Sven Kalisch - eine Nachlese
10/08/2008 12:04 AM
Duckhome hatte hier und hier über den Fall Kalisch berichtet; Heute hat die Hamburger Schura eine Presseerklärung herausgegeben, in der es unter anderem heisst:
Auch für die Schura in Hamburg sind die jüngsten Thesen von Prof. Kalisch über den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) und den Qur'an nicht hinnehmbar, weil sie im eklatanten Widerspruch zu den Grundsätzen der islamischen Lehre und Tradition stehen. Dennoch ist es ihm unbenommen, sich frei zu allem zu äußern und seine "ergebnisoffene Forschung" fortzführen...Aus unserer Sicht ist zwischen historisch-kritischer Forschung und der Vermittlung von Glaubensinhalten streng zu unterscheiden. Das bedeutet, dass der Muslim keinesfalls die ihm vorgsetzten Dogmen unkritisch und blind verinnerlichen soll, sondern dass er sich mit ihnen als mündiger Mensch auseinandersetzen soll. Diesem Grundprinzip des freien Denkens und der individuellen Verantwortlichkeit des Menschen haben wir die hohe islamische Geistesgeschichte und Hochkultur zu verdanken. Es sind neben den wissenschaftlichen aber auch jene Glaubensprinzipien gewesen, die die Muslime während ihrer Hochkultur so geprägt haben. Dabei stand ein fester Glaube an Gott und seine Propheten nie im Widerspruch zu einer geistig-zivilisatorsichen Entwicklung der Muslime...
Damit kann ich mich voll identifizieren. Womit ich mich nicht identifizieren kann, ist der Leserbrief zu diesem Artikel, der mir von erheblichen Ängsten bestimmt zu sein scheint:
Deswegen sollten sich muslimische Verbände erst mit der Absetzung von Herrn Kalisch von diesem Posten zufrieden geben.

Ganz abgesehen davon, daß "die Verbände" über keinerlei Handhabe verfügen - alhamdulillah,eine Entfernung von Professor Kalisch aus seinem Posten ins Werk zu setzen: damit wäre das grundgesetzliche Recht auf Einflussnahme - das auch für die Muslime gelten muss - auf den Religionsunterricht bei weitem überdehnt. Einige werfen das halt durcheinander und wundern sich dann, wenn man dann "den" Muslimen vorhält, sie hätten insgesamt vor einer geistigen Auseinandersetzung Angst.

Meine Buchempfehlungen bleiben:

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Duckhome: Landleben 2.0 - beta
10/08/2008 12:04 AM
Hier berichtete unser für Neckartenzlingen, Bempflingen und Altdorf zuständiger Korrespondent.




Kaum eine Woche später ist schon wieder mächtig was los - diesmal nicht in Altdorf, sondern nebenan in Bempflingen(!). Die angebotenen Events sind leider schon vorbei, aber dass was ganz anderes und eher technisches geboten wurde (man beachte das hintersinnige angebot in der letzten Zeile! ;-)), liegt vielleicht daran, dass diesmal die Feuerwehr der Ausrichter war - und/oder, dass Bempflingen viel größer ist (3383 Einwohner statt 1479 in Altdorf).

PS: P.S.: kurz nach meiner letzten Mail waren die Kühe wieder auf der Weide vor meinem Fenster - sie hatten sich wohl innerhalb weniger Tage vom Wettmelken erholt...


Unser Kommentar: Schöner, tiefschürfender Bericht. Jetzt, wo Seehofer die Landwirtschaft verlässt, ist eine kompetente Vertretung ganz wichtig: Dranbleiben!

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Gesänge primitiver Völkerschaften: Dylan in der Tür
10/08/2008 12:03 AM
Er ist selbst schon so berühmt, dass er gar keine Lust hat, sich für die PPQ-Serie "Gesänger primitiver Völkerschaften" schon wieder filmen zu lassen. Kamera aus, fordert der singende Sachwalter von Dylans Hobo-Erbe, der bis eben noch seine Gitarre geschlagen hat mitten in Mahattan Beach. Subprime-Krise, Finanzchaos? Interessiert den schmächtigen Straßenmusikanten nicht. So lange das herbeigeheulte Geld für sechs neue Saiten und immer mal eine alte Jacke reicht.[Link] [Cache]

2 comments:

Catherine Baker said...

BITTE LESEN SIE, WIE MEINE HERPEN WURDEN
Hallo, alle miteinander,
Ich meinte den Arzt, der mich endlich von meinem Herpesvirus namens DOCTOR MULI geheilt habe, ich komme aus Califonia USA. Ich möchte meine Zeugnisse an die breite Öffentlichkeit weitergeben, wie dieser große Mann Dr. Muli genannt hat, heilt meinen Herpes. Ich war ein HERPES-Patient für über ein JAHR UND FÜNF MONATEN und ich habe in Schmerzen, bis ich über diese Dame kam, als ich nach Kanada reiste, um ein Interview zu treffen, das zufällig ein Herpes-Patient war, erklärte ich ihr alles und sie sagte mir, dass es diese große KRÄUTER DOCTOR, die ihr helfen, ihre Herpes zu heilen und sie gab mir seine E-Mail-Adresse für mich, um ihn zu kontaktieren und ich tat, wie sie instruiert. Und der Doktor erzählte mir, wie viel die Herpes pflanzliche Medikamente zu kaufen und wie ich es bekommen werde, was ich tat. und er schick mir die Kräutermedizin durch COURIER SERVICE und ich benutze es nach seiner Anweisung Und zu meiner größten Überraschung, dass ich die Herpes Kräutermedizin für nur 2 Wochen nahm und siehe, ich ging für einen Test, zu meiner größten Überraschung der Doktor bestätigte mich um Herpes frei zu sein und sagte, dass ich nicht mehr Herpes in meinem System habe und bis jetzt habe ich noch keine Schmerzen oder Herpes Symptome gefühlt, so sagte ich, ich muss die Güte dieses Mannes für die breite Öffentlichkeit aussagen, wenn Sie dort leiden diese Herpes Probleme oder jede andere tödliche Krankheit für ich werde Sie beraten, um ihn auf seine Arbeits-E-Mail kontaktieren: mulijonathanherbalhome@gmail.com, Chat oder Callwhatsapp: +2348147415238 und ich versichere Ihnen, dass er Ihnen helfen wird, so wie er für mich tat.

sharonalex said...

Ich war von HERPES VIRUS geheilt. Ich bin so froh, dass ich dieses großartige Zeugnis über Dr. MOHAMMED verkünden kann, der mir in meinem Leben geholfen hat. Manchmal müssen wir nur Kräutermedizin ausprobieren, um zu sehen, ob es tatsächlich heilt, wie sie sagen. lebender Zeuge dieser Kräuterheilung, habe ich den Kommentar der Leute über diese Kräutermedizin gehört, dass es wirklich heilen und natürlich und nicht künstlich ist wie die anderen medizinischen Drogen. Ich bin sehr glücklich heute, dass ich endlich mit dieser gleichen Kräutermedizin geheilt wurde, die Leute darüber gesprochen haben, also kann ich stolz sagen, dass es Arbeit vollständig ist und es meinen HERPES VIRUS kuriert, wenige Wochen zurück ich wurde negativ geprüft, nachdem ich die Kräutermedizin für 3 Wochen bevor ich von diesem großen Arzt Kräutermedizin geheilt wurde, habe ich ein anderes Krankenhaus besucht, aber es gab keine Heilung, die mir nur eine Liste von Medikamenten wie Famvir, Zovirax und Valtrex gab, was den Ausbruch unterdrückt, aber es hat mich nie geheilt. nicht leben normales Leben Sinus der Tag, den ich positiv getestet wurde, während ich eine Menge Geld für diese Drogen ausgegeben habe, obwohl das Virus immer noch bleibt. Ich suchte im Internet nach einem Heilmittel für HERPES und ich sah einen Kommentar von Leuten, die darüber sprachen, wie Dr. MOHAMMED ihre Krankheit heilen könnte wie COLD SORE, DIABETES LUPUS VIRUS, KREBS, HERPES, ALS UND VIELE MEHR. ich kontaktierte ihn, er gab mir Hoffnung und schickte mir die Kräutermedizin per Kurierdienst in mein Land, nachdem ich die Kräutermedizin für einen Tag eingenommen hatte, bemerkte ich einige Veränderungen, nach 3 Wochen war mein Körper völlig in Ordnung, dann wollte ich ins Krankenhaus Bestätige, mein HERPES-Ergebnis ist negativ ausgefallen. heute bin ich so glücklich, dieses Zeugnis zu teilen. ich konnte es nicht für mich behalten, ich möchte diesen Nebel benutzen, um das Leben anderer zu retten, indem ich dieses Zeugnis abschneide. mein Rat an Sie alle ist, diesen großen KRÄUTERDOCTOR herbalcure12@gmail.com zu kontaktieren Oder WHATSAPP +2349036036397