Wednesday, February 25, 2009

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-12

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-12


Ewald Proll: Der Albtraum eines Psychotikers
10/12/2008 11:52 PM

Ein Kollege zur Regelungswut des Sozialgesetzbuches. Er vertrat die (von mir nicht zu widerlegende) Auffassung, dass der derzeitige Gesetzesirrsinn anmutet wie der Albtraum eines Psychotikers:

So richtig bewußt geworden ist mir das bei den letzten beiden Regressandrohungen, die mir ins Haus flatterten. Computererstellt. Ich hätte "Dopingmittel" verordnet (Originaltext!). Diese seien "nicht erstattungsfähig". Ähhhh....hallo? "Testogel"=Doping"?!? Schon mal was von hypergonadotrophem Hypogonadismus gehört? Naja. Und der Doktor darf dann "Stellung nehmen". Geht ja schnell. Schnell nach Feierabend. Und so. Aber das nur nebenbei, da gibt´s krassere Beispiele haufenweise.

[Link] [Cache]
emplify: Hacken für Fortgeschrittene
10/12/2008 11:42 PM

Da will man schnell noch heise.de als gute Nacht Lektüre lesen und dann steht da so ein Kracher - leider mit Quellenangabe, aber ohne Link dahin - wieso eigentlich? Kreditkartenbetrug, indem man die Lesegeräte schon bei der Produktion mit einem Extrachip versieht, der nach Hause telefoniert - im Original beim Wall Street Journal (hätte ich heute Slashdot gelesen, wäre es mir auch schon früher aufgefallen). Das Gerät scheint ziemlich intelligent konzipiert zu sein, wenn man die spärlichen Informationen liest. Zum einen besitzt es einen Stealth Modus, zum anderen kann es sich beim Hochladen der Kreditkartendaten wohl auch mit neuen Pattern bestücken, welche Daten gespeichert werden sollen. Sehr nett. Auch die Auswahl der Geräte war intelligent. Wal-Mart und Tesco sind große Fische in den UK. Und herausgekommen ist es durch Zufall, weil ein Sicherheitsmitarbeiter anscheinend Störungen mit seinem Handy hatte. Gefunden wurden schon mehrere hundert Maschinen - gefährlich schwammig formuliert. Das führt jetzt natürlich mal zu mehreren Überlegungen:
  1. Wie sieht es eigentlich mit QA in einem derart sensitiven Sektor aus? Falls die Produktion outgesourced wird (wenn sie das nicht wurde, ist das Sicherheitsproblem intern zu suchen. Da ist es wirklich dreckig), werden anscheinend lediglich Funktionstests gemacht mit den Geräten. Und die interessante Frage: Wer fängt jetzt an, seine Geräte beim Kunden zu checken? Wäre ja auch irgendwie peinlich wenn man da was findet. Interessant wäre trotzdem zu wissen, wie dieser Chip - der ja stark angepasst sein muss - seinen Weg in das Gerät gefunden hat. Austausch der Baupläne? Nachträgliche Manipulation? Leicht abgeänderte Produktion in der Fabrik? Ich hoffe, das wird veröffentlicht. So recht dran glaub mag ich aber nicht.
  2. Wie sehr trauen wir unseren Endgeräten? Ich tippe hier gerade auch auf einem Erzeugnis fernöstlicher Produktion, und mir würde es garantiert nicht auffallen, wenn mein Laptop ein paar Gramm schwerer wäre.
  3. Wie sehr dürfen wir vor allem Endgeräten trauen, die sich fernab unserer Aufsicht befinden? Beispiele wie Geldautomaten, Kreditkartenleser, Zigarettenautomaten, elektronische Zugangs- und Abrechnungssysteme (wie in U-Bahnen), Lesegeräte für Versicherungskarten (man platziere einen solches Lesegerät in einer schönen Privatklinik und kann dann die Kunden mit einem dezenten Hinweis auf die Schweigepflicht finanziell erleichtern). Welche Geräte sind da schon indem Land produziert, in dem auch die Firma residiert bzw. generell unter Aufsicht?
  4. Streiten sich demnächst ein in Hardware gegossener Bundestrojaner sowie das chinesische Implantant um die Passwörter, so dass beide nicht mehr funktionieren? Dann hätte die Sache wenigstens etwas gutes.
[Link] [Cache]
annalist: "Der Krieg gegen den Terrorismus ist gefährlicher als der Terrorismus selbst"
10/12/2008 11:35 PM

"Der Verdacht, dass der Krieg gegen den Terrorismus gefährlicher ist als der Terrorismus selbst, erscheint mir völlig gerechtfertigt",

sagte Richard Rorty, zitert im morgen erscheinenden Spiegel in einem Artikel über die uns bevorstehende Grundgesetzänderung zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren: "Warum die vorgeschlagene Grundgesetz-Novelle zum Einsatz der Bundeswehr im Innern das Vertrauen in die Verfassung zerstört".

Dazu gibt es noch einen Artikel zum §129a: " Missbraucht die Bundesanwaltschaft den "Terroristen"-Paragrafen 129 a?"

Die Antwort darauf fällt leicht, und wird auch gut begründet. Vielleicht gibt es die Artikel ja demnächst noch online.

[Link] [Cache]
redblog: Augen auf im Straßenverkehr
10/12/2008 11:32 PM
[Link] [Cache]
The Grand Chessboard: Herr Suzuki, Tomaten, … die Blumeninsel und das Leben menschlicher Wesen
10/12/2008 11:12 PM
[Link] [Cache]
Urs1798: Einlasskontrolle Berlin Tiergarten
10/12/2008 11:04 PM
Die Einlasskontrolle bei Prozessen im Berliner Gericht Tiergatrten stelle ich mir in ungefähr so vor: Posted in Galerie, Justiz, Menschenunwürdig, Politisch, Satire, Unmenschlich, Voll daneben, Zeichnungen   Tagged: Amtsgericht, § 129a, Gericht Berlin Tiergarten, Justiz, mg, verschärfte Kontrolle    [Link] [Cache]
elementarteile: rilaunsch!
10/12/2008 11:04 PM

Oder so! Die gestaltungsabteilung hat endlich mal zeitgefunden sich von wichtigeren Dingen abzulenken. Und gratuliert der Redaktion hübsch herzlich zum neusten Layout OHNE BLAU! Lassen sie’s sich gut gehen ben gunn! ich ruf mal wieder an bei zeiten!

[Link] [Cache]
Sarah Palin: Und ob das auch schön ist...
10/12/2008 10:33 PM
Aus der hochgejubelten Frau Palin ist anscheinend die Luft raus. Auf den "Politisch Inkorrekten" Blogs werden so langsam die ersten Palin-Banner eingeholt. Nur bei den ganz Harten in den USA noch nicht. Sie wird so langsam peinlich, sogar für die WELT:

Sarah Palin wird 90 Sekunden lang ausgebuht

12. Oktober 2008, 17:23 Uhr

Kein gutes Wochenende für Sarah Palin. Am Freitag bestätigte ein offizieller Untersuchungsausschuss, dass die Vize-Kandidatin ihr Amt als Gouverneurin von Alaska missbraucht habe. Jetzt kam der nächste Dämpfer: Palin wollte die Eishockey-Saison eröffnen – und wurde 90 Sekunden lang ausgebuht.


Mehr.



Das in der WELT, und DAS in der WELT, von Herrn Posener...:
(Nachricht an mich: gucken, was Posener sonst noch so treibt.)

Kommentar
Sarah Palin hat den Ruf von McCain ruiniert

Von Alan Posener 11. Oktober 2008, 17:31 Uhr

Sarah Palin hat ihr Amt missbraucht – wenn man wollte, könnte man auch bösere Worte dafür finden. Sicher ist: Palins Anspruch, gegen den Filz und den Machtmissbrauch in Washington vorzugehen, ist dahin. Außerdem hat sie den Ruf John McCains ruiniert. Und warum das alles? Weil sie sich selber für moralisch hält.


Mehr.

Von Herrn Posener. Daß ich das noch erleben darf...


[Link] [Cache]
Kreditanlagen-Spam: Kriminelle nutzen Angst vor Finanzkrise
10/12/2008 10:01 PM

Wer in diesen Tagen vermeintlich unschlagbare Kredite oder Geldanlage-Konzepte im E-Mail-Fach findet, sollte auf die Löschtaste drücken. Meist stecken dahinter Spammer oder Kriminelle, die aus der Verunsicherung vieler Verbraucher angesichts der weltweiten Finanzkrise Profit schlagen wollen. Darauf weist der Anbieter von Sicherheitssoftware G Data aus Bochum hin.

Zum Artikel

(Quelle: www.heise.de)

[Link] [Cache]
Interactive Win: Allinkasso fordert 132 Euro für dubiose Dienste.
10/12/2008 10:01 PM

Allinkasso und die Forderungen: Tausende Verbraucher in ganz Deutschland haben in den vergangenen Tagen einen dubiosen Brief bekommen: Sie sollen 132 Euro zahlen - für angebliche Dienste einer Firma namens Interactive WIN Deutschl. N Interactivemedia Limited. Verbraucherschützer raten Betroffenen, nicht übereilt zu handeln.

[Link] [Cache]
Querdenkerforum: Verfassungsreferendums-Durchführungsgesetz
10/12/2008 10:01 PM
Über das Verfahren, wie das deutsche Volk gemäß Artikel 146 Grundgesetz (GG) eine Verfassung in Kraft setzt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist, gibt es unterschiedliche Vorstellungen.

Diese reichen von "Das machen wir einfach so" bis zu "Als erstes müssen wir erreichen, dass ein Verfassungsreferndums-Durchführungsgesetz erlassen wird".

Das zweite Verfahren dürfte das realistischere und Erfolg versprechendere sein.

Deshalb stellt sich die Frage:

Wie kommt das deutsche Volk am schnellsten zu einem Verfassungsreferendums-Durchführungsgesetz?


Eher unwahrscheinlich ist, dass die politische Klasse in Deutschland, die von den Bürgern in zunehmendem Maße als korrupt, verlogen, hauptsächlich eigennutzorientiert und unfähig wahrgenommen wird, von sich aus auf die Idee kommen könnte, dieses Verfassungsreferendums-Durchführungsgesetz zu erlassen.

Denkbar wäre jedoch, dass die Landesregierungen in den 16 Bundesländern veranlasst werden, über den Bundesrat einen entsprechenden Gesetzentwurf für ein Verfassungsreferendums-Durchführungsgesetz im Bundestag einzubringen.

Selbst wenn diese Volksbegehren und Volksentscheide nicht auf Anhieb in allen Bundesländern erfolgreich wären, ist nicht auszuschließen, dass sie einen Prozess auslösen, der am Ende dazu führt, dass der Deutsche Bundestag "freiwillig" ein solches Gesetz beschließt.[Link] [Cache]
Ewald Proll: Schmidt fordert Bundes-AOL
10/12/2008 09:51 PM

Oder doch nicht?

AOK? AOL? Oder was?

"Bessere Risikoverteilung und eine größere Verhandlungsmacht gegenüber Krankenhäusern, Pharmaindustrie und Ärzten sind die positiven Folgen von Zusammenschlüssen." So sieht Frau Schmidt das. Diesen Teil ihrer Wettbewerbsgedanken hat sie wohl schon wieder verdrängt. Oder erliegt sie nur den Einflüsterungen aus ihrem Ministerium? So richtig begeistert von ihrer Idee sind aber nur wenige.

Was sieht Frau Schmidt nicht?

Dass die Einnahmen der Kassen durch die Finanzkrise bedroht werden.

Dabei könnte schon im ersten Halbjahr 2009 eine kleine Finanzspritze in Milliardenhöhe für den solide kalkulierten, völlig unumstrittenen Gesundheitsfonds nötig werden:

Einer fragt sich, "ob wir da nicht eine erheblich unsichere Flanke haben und spätestens im zweiten Halbjahr 2009 mit den Konsequenzen konfrontiert sein werden." (thx strappato)

Ähnlich sieht das auch ein Krankenkassenvorstand:

"Kein einziger Krankenkassenvorstand kann verlässlich seinen Haushalt kalkulieren. Die Regierung macht die Krankenkassenvorstände in Zeiten, in denen alles von der Banken- und Finanzkrise spricht, zu Spekulanten."

Dann ist ja alles in Butter. Und AOL kann die "Gesundheitskasse" zum symbolischen Preis von einem Euro übernehmen.

[Link] [Cache]
Kritik und Kunst: Oskar Lafontaine - einige kühle Bemerkungen
10/12/2008 09:49 PM

Habe mich soeben aus der Anne-Will-Skatrunde ausgeklingt. Der erneute Versuch, Lafontaine die KfW-Überweisung an Lehmann reinzuschmieren war mir dann doch zu widerlich. Vorsitzender des Aufsichtsrats bei der KfW ist übrigens immer der Bundesfinanzminister. Kritik an Steinbrück wegen der KfW-Überweisung will und will sich jedoch einfach nicht einstellen. Nebenbei: Konnte die Überweisung überhaupt verhindert werden? Was war das für eine? Wenn dort Forderungen zu bedienen waren, hätte sich spätestens der Insolvenzverwalter von Lehmann schadlos gehalten...

Kritik an Lafontaine ist angebracht - nur gerade eben nicht an den Stellen, an denen sie derzeit geübt wird. Der Vorwurf an Lafontaine, er sei Demagoge, ist korrekt, gilt aber für alle Politiker, also who cares! Wichtiger wäre es, seine Thesen zu Daschner, zu Schilys "Begrüßungszentren" oder über "Fremdarbeiter" mal zu hinterfragen. Auch wüßte ich zu gerne, was er mit der "Schicksalsgemeinschaft" meint. Gerade das geschieht nicht - denn hier widerspricht ihm ja gar keiner. Die kleinbürgerlichen Ressentiments, die Lafontaine bedient, könnten in ziemlich genau diesen Worten auch von Beckstein oder Koch geäussert worden sein.

Gerade dort aber, wo seine Einsichten verhandelbar sind - und derzeit von der Realität bestätigt werden -, verfolgt ihn die Mehrheit der Medien, seit einigen Wochen verstärkt, mit einem fast abartigen Haß.

Nun ist Lafontaine nie etwas anderes gewesen als ein mäßig linker Sozialdemokrat. Das werfen ihm, aus hrer Sicht völlig zu Recht, sämtliche Sozialisten und Marxisten ja auch vor.

ich bin (und bin deswegen auch kein Linker) bei dieser berühmten Frage - Revisionismus, Soziale Reformen im Kapitalismus versus Sozialismus - sturer Pragmatiker. Es hat bis jetzt noch keinen human organisierten Kapitalismus gegeben, keinen, der auskam ohne jene im Dunklen, die man bekanntlich nicht sieht...und wenn man uns die derzeitige kapitalistische Welt als Ausbund an Gerechtigkeit andient, dann sei selbstverständlich schallendes Gelächter unsere Antwort. Wie human unser Kapitalismus ist, kann man z.B. die Ogonis fragen. Es hat bis jetzt außerhalb zeitlich-örtlich begrenzter Gemeinschaften in revoilutionären Übergangssituationen aber auch noch keine human organisierte sozialistische Gesellschaft gegeben! Reiner Kunze gibt gern Auskunft.

Die Auseinandersetzung um diese Fragen ist deswegen so enervierend und unfruchtbar, weil sie meistens über ein gegenseitiges Vorführen von Opfern - also über peinliches Polit-Theater - nicht hinaus kommt. Diese Frage - stimmt die Adam Smithsche Vision vom freien Markt, auf dem sich Eigentümer von Produktionsmitteln tummeln, als Garant für eine gerechte Ordnung, oder ist doch eher Marxens Vorstellung von der Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln vorzuziehen - dürfte bis auf weiteres auf der Tagesordnung stehen. Ich persönlich bin da für jede Antwort offen. Empirisch ist sie bis jetzt jedenfalls nicht entschieden.

Mit einigen Errungenschaften des Kapitalismus bin ich sehr einverstanden. Technologischer Fortschritt, etwa im medizinischen Bereich? Ja, wer ist denn dagegen? Wir verdanken ihn sehr wesentlich dem entfesselten Konkurrenzsystem. Internationalität, das Überwinden völkisch-ständischen Denkens? Unterschreib ich sofort. Es war (man kann das im Manifest nachlesen!) der Kapitalismus, der diese Fesseln zertrümmerte.

Lafontaine vertritt also eine etatistische, keynesianistische Wirtschaftspolitik. Darüber wäre ganz ruhig zu reden. Gelingt es, die Faustregel des Kapitalismus - Gewinne privatisieren, Verluste abwälzen - außer Kraft zu setzen...je nun. Warum nicht? Ein sozial eingezäuntes Konkurrenzsystem - der Sieger zockt den Kaviar, aber der Verlierer wird nicht untergehen...ich kann mir Schlimmeres vorstellen.

In diesem Sinne halte ich Lafontaines wirtschaftspolitische Thesen für verhandelbar.

Seine Thesen über Folter, Begrüßungszentren und den Begriff Schicksalsgemeinschaft sind es nicht.

[Link] [Cache]
Wut!: Meine einzige Bemerkung…
10/12/2008 09:42 PM

…zur gegewärtigen Finanzkrise, die eine schon lange abzusehendes Ende eines auf der exponentiellen Dynamik des Zinseszinses beruhenden Debitismus ist, stammt nicht einmal von mir selbst, sondern aus der Installationsroutine von Office 95.

Posted in Satire
[Link] [Cache]
Krise und Klassenkampf: Abwehrkampf jetzt organisieren!
10/12/2008 09:42 PM
Ob US-Großbanken, die fast täglich zusammenbrechen, oder deutsche Kreditinstitute wie die IKB: das Lied ist immer dasselbe. Der ach so schwache Staat springt dem Großkapital zur Seite. Die Schulden werden verstaatlicht, die Zeche sollen die Lohnabhängigen zahlen. Entweder „direkt durch höhere Steuern oder „indirekt durch schlechtere Leistungen, Ausgabenkürzungen, Privatisierung und Inflation.Einige Beispiele: Die nächsten Jahre werden die „Erfolge am Arbeitsmarkt vollends zu Makulatur machen. Viele Unternehmen - ob große Konzerne oder der viel gepriesene Mittelstand - planen Massenentlassungen. Diese werden durch eine Fusionswelle noch verstärkt werden.Die Inflation wird weiter hoch bleiben, noch höher die Kosten für die Arbeiter- und Angestelltenhaushalte. Besonders dramatisch wird es Millionen Arbeitslose, v.a. Hartz IV-EmpfängerInnen, Alleinziehende, also v.a. Frauen und Kinder, MigrantInnen und Beschäftigte im Niedriglohnsektor treffen.Zur Finanzierung diverser „Rettungsprogramme für hochverschuldete Banken wird der Staat in anderen Bereichten seine neoliberale Politik weiter vorantreiben - durch Privatisierungen öffentlicher Dienste, von Versorgungsunternehmen, Krankenhäusern, Schulen und Unis.All das wird sich 2009 weiter verschärfen, weil dann die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Arbeiterklasse in Europa und Deutschland noch krasser wirksam werden.Re-Regulierung?In dieser Stunde ist die Parole der „Re-Regulierung oder „echten Regulierung die Parole selbst des bürgerlichen Establishments. Sogar Finanzminister Steinbrück, selbst ein neoliberaler Sanierer reinsten Wassers, findet, dass auf dem globalen Finanzmarkt „unverantwortlich vorgegangen worden sei - natürlich nicht von der deutschen, sondern nur von der US-Regierung; natürlich nicht von der EZB, sondern von der Fed.[Link] [Cache]
keimform.de: Ist die Finanzmarktkrise eine Krise der Vermittler?
10/12/2008 09:39 PM

Das Internet bringt jede Menge Krisen hervor, meist sind es Krisen der Vermittler. Viele von ihnen werden überflüssig oder müssen sich zumindestens massiv neue Geschäftsmodelle suchen. Die Musikindustrie ist das beliebteste Beispiel. Das Grundmuster ist immer das selbe: Das Internet bringt Anbieter und Abnehmer direkt ins Geschäft, deswegen werden die Vermittler nicht mehr benötigt.

Nun ist ja auch das Bankengeschäft im Kern ein Vermittlergeschäft. Leute mit zu viel Geld geben Leuten mit zuwenig etwas ab in der Hoffnung mehr zurückzukriegen. Dazwischen sitzen die Banken und Broker. Nun kann man schon seit ein paar Jahren von zu Hause aus Börsenhandel betreiben und es gibt inzwischen auch viele Leute die davon leben oder es zumindestens versuchen. Außerdem gibt es Internetplattformen, die Kleinkredite vermitteln zwischen Privatleuten. Im Prinzip bräuchte also auch die Bankenvermittler niemand mehr, genau wie die Musikindustrie.

Natürlich sind diese Sparten noch marginal, so ist es natürlich auch absurd diese marginalen Dinge als direkte Ursache der Krise zu bezeichnen. Indirekt wird aber vielleicht zumindestens zum Teil ein Schuh draus. Bekanntlich ist ein Teil der Ursache der Finanzkrise ein immer undurchsichtiger werdender Dschungel an Finanzderivaten. Dieser Dschungel verlangt wohl seine Existenz hauptsächlich der Motivation Regulierungen zu umgehen, aber vielleicht ist ja auch ein Teil dieses Dschungels entstanden weil man sich dadurch erhoffte, die Kleinkonkurrenz überflügeln zu können. Eine Art Finanz-DRM also?

Vielleicht doch alles eine sehr steile These. Sie ist auch garnicht von mir. Ich hab das in irgendeinem Blog gelesen, aber ich finde dummerweise den Link nicht mehr. Vielleicht kann den ja jemand nachreichen?

[Link] [Cache]
annalist: Rede plus Interview
10/12/2008 09:35 PM

Demo Freiheit statt Angst 11.10.08 Die Rede von gestern nochmal zum Nachhören


(als ogg-Datei, 7,7 mb.

Später gab es noch ein Interview bei Radio 1984


(auch als ogg-Datei, 14,6 mb.

Mehr zur Demo gibt's bei AK Vorratsdatenspeicherung, Gulli, Indymedia, Fefe, heise, Heul nicht! Sag was!, vielen anderen Blogs, und im Pressespiegel.

Die Live-Berichterstattung von Radio 1984 gibt's bei http://radio.freiheitstattangst.de/ und mehr Audios bei freie-radios.net.

(Bild von Bernd Brägelmann Namensnennung Weitergabe unter gleichen Bedingungen , thx)

[Link] [Cache]
ANSWER NOW!: Zwischenfazit nach der fünfte Streikwoche (INTERN)
10/12/2008 09:19 PM
Langsam werde ich sauer.[Link] [Cache]
Lumières dans la nuit: Gespiegeltes Vertrauen
10/12/2008 09:19 PM

In der bedenkenlosen und dummdreist offenen Bereitwilligkeit, in der die gleichen Vertreter der politischen Kasten Europas, die zuvor für eine völlige »Deregulierung« und Privatisierung allen – ja, auch noch des für die Menschen unverzichtbarsten – Wirtschaftens eintraten, und wenn es sich noch so kalt und untragbar gestaltete, nun für eine Verstaatlichung der Verluste, also für eine Finanzierung der im Großmaßstab an den Finanzmärkten zockenden Pleitiers mit den von allen Bürgern erarbeiteten und unter Zwang eingezogenen Gütern, die eigentlich zur Gestaltung der Gemeinwesens da sein sollten, eintreten werden; in dieser bedenkenlosen und dummdreist offenen Bereitwilligkeit spiegelt sich das grenzenlose Vertrauen der Angehörigen der politischen Kasten Europas in die völlige Entsolidarisierung und Verängstigung der meisten Menschen in Europa, die so weit geht geht, dass keines der vielen, atomisierten Wesen mehr für jene Dinge sich einzutreten traut, die ihn doch aufs Existenzielle betreffen. Dass sich kein Widerstand formt, ist nämlich keineswegs ein Zeichen von Besonnenheit und Kultur, sondern eine Folge ängstlicher und hoffender Resignation.

[Link] [Cache]
HU-Marburg: Auch posthum kein Haider-Rabatt
10/12/2008 09:10 PM
Zum Tod eines österreichischen Populisten - HU-Ortsverband Marburg.

[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Gute Neuigkeiten werden nicht alt
10/12/2008 08:26 PM
13 Jahre lang stand Bill Gates auf Platz eins der Forbes-Liste der Reichsten dieser Welt. Jetzt wurde der Microsoft-Gründer von Investment-Guru Warren Buffett (77) vom Thron geschubst. In den vergangenen Monaten wuchs Buffetts Vermögen um zehn Milliarden Dollar auf 62 Milliarden Dollar. Gates (52) konnte im gleichen Zeitraum seinen Reichtum "nur" um zwei Milliarden auf 58 Milliarden Dollar vermehren und rutscht damit sogar auf den dritten Platz ab. Den zweiten Platz nimmt der mexikanische Telekommunikations-Mogul Carlos Slim Helu (68) - so zumindest meldete es dpa im März.


Mittlerweile ist Oktober, und dpa ist wieder am Ball: Bill Gates sei nun nicht mehr reichster Mann der Welt, meldet die Agentur, die inzwischen offensichtlich gar nicht mehr so tut, als würde sie so tun, als täte sie irgendetwas recherchieren, und sei es nur im eigenen Kurzzeitgedächtnis.

Es reicht ja, zu melden, dass Warren Buffett nun reicher als Bill Gates sei, weil er sein Vermögen im Monat September "trotz der Finanzkrise in den USA" um acht Milliarden Dollar habe vergrößern können. Halbverdaut werden "neue Berechnungen des US-Wirtschaftsmagazins «Forbes»" zitiert, nach denen der 78-jährige Chef von Berkshire Hathaway jetzt 58 Milliarden Dollar besitze. Damit sei er der reichste Amerikaner. Immer noch, möchte man hinzufügen.[Link] [Cache]
ISLA: Haiders Erbschaft
10/12/2008 08:25 PM
Jörg Haiders Tod nimmt nicht nur Farbe aus Österreichs Politik: Die radikale Rechte verliert ihre Führerfigur. Doch jetzt könnte sie sich wieder versöhnen - und an die Macht gelangen.
Ein Kommentar von Michael Frank, Wien[Link] [Cache]
ISLA: Göttin des Tages:
10/12/2008 08:25 PM
Modgudr (altwestnordisch: Móðguðr) ist die Bewacherin der Jenseitsbrücke Gjallarbrú, die in das Reich der Hel, in die Hölle führt. Dort werden die Seelen in einem mit reinigendem Feuer gefüllten Kessel-Schoß verwandelt. Modgudr erfragt an der Jenseitsbrücke Namen und Herkunft der Reisenden. Sie wird nur in Snorri Sturlusons Gylfaginning (entstanden zwischen 1220 und 1225) im Zusammenhang mit dem Ritt von Hermodr (Hermóðr) erwähnt. Ihr Name bedeutet zorniger Kampf.


Quellen:

Wikipedia
Barbara G. Walker, Das geheime Wissen der Frauen. Ein Lexikon, dtv
Hinweis: Luisa Francia, Eine Göttin für jeden Tag


P.S. Vielen Dank an das Universum für die wieder einmal zeitgleiche Inspiration im Feed-Reader. Cailleach wollte ich heute allerdings denn doch nicht![Link] [Cache]
Europa im Blick: Oskars wundersame Welt? Oder eher ideologische Verblendung auf der anderen Seite?
10/12/2008 08:24 PM
Selbst bei einer nur oberflächlichen kritischen Lektüre der einschlägigen wirtschaftspolitischen Artikel in den großen Medien Deutschlands kann man sich des Eindrucks einer einseitigen Darstellung kaum erwehren. Das sattsam bekannte Tremolo aus "mehr Eigenverantwortung", Deregulierung, "Privat statt Staat" wird allerdings in jüngster Zeit, insbesondere angesichts der offenkundigen Wahlerfolge der Linkspartei, zunehmend ergänzt um offene und direkte Angriffe auf deren Wirtschaftspolitik, wobei insbesondere die bekannteste Frontgestalt der Linken, Oskar Lafontaine, im Zentrum der Kritik steht. Exemplarisch für dieses Vorgehen steht ein Artikel von Christian Reiermann im Spiegel vom 15. Septeber 2008, den ich im Folgenden stellvertretend für die zunehmende Schmähkritik auf seine Stichhaltigkeit analysieren möchte. In seinem Artikel kommt Reiermann schlussendlich zu dem Ergebnis, dass Lafontaine nur lügt, die Wirklichkeit verdreht und seine Vorschläge grundsätzlich nicht machbar sind. Doch ist dies wirklich so oder scheitert nicht der Autor vielmehr selbst an seiner eigenen ideologischen Blindheit?

Ein immer wieder geäußerter Vorwurf gegen Lafontaine ist bezeichnenderweise dessen häufige Verwendung von Daten und Fakten. Bei Reiermann hört sich das folgendermaßen an:

Gern klaubt er sich Daten und Fakten und montiert sie nach Belieben. Es entsteht ein Weltbild in Schwarzweiß. Die Schlechten sind die da oben, die Guten die da unten, zu denen er gerade spricht.

Völlig ausgeblendet wird dabei jedoch, dass beispielsweise jede Bierzelt-Rede der CSU von weitaus größerer Faktenverdreherei geschmückt wird, ohne dass dies auch nur ein einziges Mal als "Montage von Daten und Fakten" bezeichnet wird. Auch der nächste Vorwurf schlägt in dieselbe Kerbe:

Mit dieser Methode jagt Lafontaine seit Monaten die Berliner Parteien vor sich her. Niemand spickt seine Reden mit so vielen Zahlen, kein anderer tritt so ungeniert im Duktus des Oberlehrers auf: er selbst im Besitz absoluter Wahrheit, die anderen verblendet von neoliberaler Ideologie.

Wenn also Steinbrück mit unverhohlener Arroganz auftritt und beispielweise eine Woche vor der Hypo Real Estate Blamage das deutsche Bankensystem als stabil hinstellt, scheint das völlig akzeptabel, doch wenn Lafontaine mit Zahlen argumentiert, ist das verblendete Ideologie. So einfach ist das in der Welt Reiermanns, der noch nicht einmal die Pikanterie erkennt, dass ausgerechnet er als Journalist sich über die umfangreiche Verwendung von Fakten, Daten und Zahlen in Lafontaines Vorträgen beschwert.

Interessanterweise folgt dann auch noch die kritische Erklärung, dass "Lafontaine seine Behauptungen meist unwidersprochen Dutzende Male wiederholt", gerade so, als ob die Vertreter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft samt ihres journalistischen Umfelds in jeder Talkshow gleich mit drei Mann die gleichen Parolen („mehr netto vom brutto“) nachbeten würden. Und was würde der Autor wohl sagen, wenn Lafontaine mal dieses und mal jedes sagt? Dass er immer wieder die gleichen Zahlen und Argumente nennt, spricht doch wohl per se kaum gegen deren Richtigkeit.

Ganz besonders kennzeichnend für das Lafontaine-Bashing ist der immer wieder gerne vorgetragene Lamento von der Unfinanzierbarkeit seiner Vorschläge:

Beispielhaft dafür steht, wie er 50 Milliarden Euro für das Investitionsprogramm der Linken auftreiben will. "Die Finanzierung ist kein Problem für eine Partei, die als einzige ein seriöses Finanzierungskonzept hat", rühmt sich der Vorsitzende.

Die Rezeptur ist schlicht: "Die Steuer- und Abgabenquote muss auf das europäische Durchschnittsniveau angehoben werden." 120 Milliarden Euro kämen so zusammen. Mit dem Geld könnten nicht nur das Konjunkturprogramm bezahlt, sondern auch sämtliche "Sozialkürzungen" der vergangenen Jahre korrigiert werden.

Das dürfte nicht reichen, allein die Rücknahme der Kürzungen bei Rente und Krankenversicherung würde rund hundert Milliarden Euro kosten.“

Hier ist nun Lafontaine ausgerechnet deshalb der unseriöse, weil alleine schon die Sozialkürzungen der letzten Jahre über 120 Milliarden Euro liegen, die ja aufgrund der zurückgehenden Lohnquote in Deutschland letztendlich den Beziehern von Kapitaleinkommen zugute kamen, die damit nichts besseres zu tun hatten, als sie in das internationale Finanzmarkt-Kasino zu tragen. Und aus diesem Grund wäre also Lafontaines Behauptung falsch, „sämtliche“ Soziakürzungen zurücknehmen zu können. Dazu ist allerdings zu sagen, dass die 50 Mrd. Euro für das Investitionsprogramm immerhin schon aufgebracht wären, und zusätzlich auch noch 70 Mrd. für weitere Ausgabenerhöhungen. Zudem würde ein solches Konjunkturprogamm auch zu mehr Wachstum führen und somit auch zu neuen Mehreinnahmen. Die Behauptung, wirklich alle Kürzunge kurzfristig rückgängig machen zu können, gehört angesichts des dramatischen Ausmaßes der Sozialkürzungen in den letzten Jahren wohl eher in die Kategorie der leichten Übertreibung, ist aber wohl kaum als falsch zu bezeichnen.

Zur Entkräftung Lafontaines Zahlenbasis legt der Autor jetzt nach:

Lafontaines Zahlenbasis ist eh brüchig. Er legt Werte der Industrieländerorganisation OECD zugrunde, bei denen die Abgabenbelastung Deutschlands fünf Prozentpunkte unter dem EU-Schnitt liegt. Die Kalkulationen berücksichtigen aber nur die Länder der EU vor der Osterweiterung.

Doch es gibt auch andere Zahlen. Die EU-Kommission berechnet die Abgabenlast für die gesamte EU und kommt auf 37,1 Prozent. Deutschland liegt zwei Prozentpunkte darüber, nicht darunter. Dieses Ergebnis rechtfertigt eher Steuersenkungen.

Allerdings verhält es sich so, dass sich eine Steuersenkung in Deutschland sogar signifikant auf die gesamte Abgabenquote der EU auswirkt, so dass hier neuerliche Senkungen gerechtfertigt wären. Lafontaine argumentiert doch völlig korrekt, indem er sagt, dass schon ein Anheben der Abgabenquote auf ein durchschnittliches Niveau vergleichbarer Länder viel Geld da wäre.

Doch das erscheint Reiermann alles als Lüge und Widerspruch:

„Mit Widersprüchen hält sich Lafontaine nicht lange auf. Lieber listet er auf, wie er das Geld auftreiben würde. "Dafür wollen wir die Wiedereinführung der Vermögensteuer, die Anhebung der Erbschaftsteuer, einen höheren Spitzensteuersatz, die Börsenumsatzsteuer." Eine "angemessene Unternehmensbesteuerung" natürlich auch.

Er wirft Lafontaine also eine Falschaussage vor, indem er kleinlich den von ihm verwendeten Begriff „europäisch“ auf die gesamte EU bezieht, während er anscheinend nur für die EU-15 Gültigkeit hat….na was für eine Lüge.

Doch wenn er schon keine Lüge aufdecken kann, so doch immerhin ökonomischen Unsinn: “Risiken und Nebenwirkungen nennt er nicht. Der Kaufkraftentzug käme einer Mehrwertsteuererhöhung von 15 Prozentpunkten gleich. Den Abgabenschock könnte keine Volkswirtschaft verkraften.“

Im Gegensatz zur Mehrwertsteuererhöhung, die gerade Haushalte mit einer hohen Konsum- und somit geringen Sparquote getroffen hat, würde dies jedoch genau umgekehrt Personen mit einer hohen Sparneigung treffen und das Geld zugunsten von Haushalten mit hoher Konsumneigung umverteilen, so dass der private Konsum gestärkt würde. Das sind Fakten, die Aussage, dass dies keine Volkswirtschaft verkraften könne, ist dagegen eine Behauptung ohne jeden Beleg.

Doch dann entdeckt er tatsächlich eine dreiste Lüge: „Lafontaine aber weiß es besser, schließlich war er selbst mal Finanzminister. Er sei der Ressortchef, "der in den neunziger Jahren den Haushalt mit der geringsten Nettoneuverschuldung eingebracht hat", sagt er gern. Das klingt eindrucksvoll, ist aber falsch. Vorgänger Theo Waigel (CSU) lag bei vier seiner Etatentwürfe besser.“

Ob Waigel bei vier Entwürfen besser war, weiß ich nicht, aber am Ende war die Netto-Neuverschuldung des Bundes 1999 die drittkleinste der 90er-Jahre, Waigel war zweimal besser. Mit 1990 und 1992 fallen allerdings beide Jahre von Waigel mitten in den Widervereinigungsboom mit ihren vergleichsweise üppigen Wachstumsraten.

Natürlich darf auch die Agenda bei Reiermann nicht fehlen:

Lafontaine tut sich ohnehin schwer, Leistungen anderer anzuerkennen, vor allem die seines Erzrivalen Altkanzler Gerhard Schröder. Dessen Agenda 2010 gilt ihm als Attentat auf den Sozialstaat, als Kapitulation vor dem Kapital. Mit der Belebung am Arbeitsmarkt habe sie nichts zu tun.

" Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist wie überall in der Welt eine Folge des konjunkturellen Aufschwungs", doziert der Linken-Chef. Das stimmt nur zum Teil. Erstmals seit Jahrzehnten lag die Sockelarbeitslosigkeit, also jene Zahl von Arbeitslosen, die auch im Boom keinen Job bekommen, niedriger als im vorangegangenen Zyklus. Um 300.000 Personen.

Immerhin gibt der Autor hier zu, dass dies „zum Teil stimmt“ und bei unbefangener Betrachtung auch mehr als das. Lafontaine hat völlig recht mit seiner Aussage, dass in den letzten Jahren die Arbeitslosigkeit überall gesunken ist, weil das BIP-Wachstum überall hoch war – Deutschland dagegen startet verspätet in den Aufschwung und erlebte dann auch den schwächten „Boom“ der Nachkriegszeit. Der Rückgang der ominösen Sockelarbeitslosigkeit um – angeblich – 300.000 kann dagegen gut mit den 300.000 1-Euro-Jobs erklärt werden, oder auch mit einem zusätzlichen Rückgang der Erwerbsbevölkerung um ca. 500.000, während in früheren Zeiten, als die Sockelarbeitslosigkeit aufgebaut wurde, auch die Erwerbsquote deutlich gestiegen ist.

Doch so ganz kann er sich noch nicht damit abfinden, dass Lafontaine recht hat:

Früher nahm die konjunkturell unbeeinflussbare Erwerbslosigkeit von Abschwung zu Abschwung um 800.000 Menschen zu. "Wir haben wegen der Agenda 2010 1,1 Millionen Jobs mehr, als es eine Wiederholung früherer Konjunkturmuster hätte erwarten lassen", sagt Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts.

Ausgerechnet den Verfechter von Hungerlöhnen als Beleg heranzuziehen, halte ich für durchaus gewagt. Andere Ökonomen sehen dies auch anders, und in früheren Aufschwungphasen ist die Beschäftigung auch insgesamt stärker gestiegen, u.a. weil auch das Wachstum stärker war. Nun zu sagen, es wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen als zu erwarten gewesen wäre, ist daher auch eine Milchmädchenrechnung. Mit einer anderen Politik wäre das BIP-Wachstum vermutlich höher gewesen und es wären somit auch mehr Arbeitsplätze neu geschaffen worden.

Und wenn die Agenda richtig gewesen sein muss, dann muss es eben so sein:

„Lafontaine lässt das nicht gelten. "Ich kann jedem einen Ein-Euro-Job geben und dann den Sieg über die Arbeitslosigkeit erklären." So spottet er, zu Unrecht. Seit Einführung der Ein-Euro-Jobs liegt deren Zahl relativ konstant bei 300.000. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit hat also andere Ursachen: Es entstanden vor allem reguläre Jobs, als Vollzeit- oder Teilzeitstellen.

Doch diese Aussage ist schlicht falsch, es entstanden vor allem Jobs im Bereich der Zeitarbeit, sowie in der Gastronomie und etwa die Hälfte davon sogar noch als Teilzeitstellen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen liegt daher auch heute noch rund eine dreiviertel Million unter dem Höchststand von 2001. Eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik sieht wahrlich anders aus.

Nachdem die Agenda abgehakt ist, muss dann natürlich noch die Erfolgsgeschichte der Privatisierungen angeführt werden:

Gern wettert der Linken-Vorsteher zudem gegen den Ausverkauf von Volkseigentum. Früher war alles besser, als Gemeinden noch eigene Stadtwerke besaßen. Strom, Wasser und Gas waren billiger. Jetzt hätten Konzerne das Sagen. "Privatisierung führt nur dazu, dass der Service schlechter wird und die Preise steigen", ruft er vom Laster. Lafontaine irrt.

Steigende Strom- und Gaskosten sind Folge einer verfehlten Liberalisierungspolitik und nicht Folge eines Eigentümerwechsels. Der Staat schaffte es nicht, für Wettbewerb zu sorgen. Vorbildlich gelang ihm das bei der Telekommunikation. Die Telefonkosten sanken auf einen Bruchteil, bei verbessertem Service. Das gelungene Beispiel verschweigt Lafontaine.

Die tatsächlich stark gesunkenen Kosten im Telekommunikationsbereich könnten natürlich auch die Folge technischer Innovationen sein, die zufällig zeitlich mit der Privatisierung des Telekommunikationssektors in Deutschland zusammen fielen. Dem Autor scheint auch nicht bewusst zu sein, dass netzgebundene Dienstleistungen volkswirtschaftlich gesehen sog „natürliche Monopole“ sind, ein Wettbewerb also aufgrund der Struktur der Branche kam möglich ist. Jedes Grundstudiumsbuch in Volkswirtschaftslehre kann darüber aufklären. Die problematische Situation auf dem Strom- und Gasmarkt etwa ist also nicht Folge einer verfehlen Liberalisierungspolitik wie der Autor behauptet, sondern ist schlicht der Struktur dieser Branchen geschuldet.

Richtig peinlich wird es aber erst, wenn sich Reiermann noch weiter auf das Gebiet der Volkswirtschaft wagt, wovon er ganz offenkundig keine Ahnung hat:

„Zu großer Form läuft der selbsterklärte Weltökonom auf, wenn es um Diagnose und Therapie im globalen Rahmen geht. Als Ursache allen Übels gilt ihm die Abkehr von festen Wechselkursen Anfang der siebziger Jahre. Seitdem könnten sich Spekulanten und andere Finsterlinge an der Not kompletter Volkswirtschaften hemmungslos bereichern, klagt Lafontaine. Die Schuldigen stehen für ihn fest: "Es waren vor allen Dingen die USA, die vom System der festen Wechselkurse auf Druck der New Yorker Wall Street abgerückt sind."

Außer der Grammatik stimmt an dem Satz so gut wie nichts. Es waren die Partnerländer der USA, allen voran die Bundesrepublik, die das Festkurssystem aufkündigten. Aus Furcht vor Inflation waren sie nicht länger bereit, ständig zugunsten des schwachen Dollar zu intervenieren.

Doch hier irrt mal wieder nicht Lafontaine, sondern der Autor. Denn es war US-Präsident Nixon, der die Goldbindung des US-Dollars aufhob und somit de facto das Fixkurssystem von Bretton-Woods beendete. Und auch die Behauptung, dass Finanzinstitute die vordringlichsten Verfechter freier Wechselkurse sind, kann mit Fug und Recht als richtig bezeichnet werden.

In seiner ideologischen Verblendung will uns Reiermann dann sogar klar machen, dass das riesige Volumen an Derivaten gar nicht der Spekulation dient:

Eine Forderung mit Ewigkeitscharakter in Lafontaines Arsenal ist eine Steuer auf Devisengeschäfte. Nur noch fünf Prozent des Geldes, das täglich den Erdball umkreise, finanziere Warenverkehr oder Investitionen, die restlichen 95 Prozent dienten der Spekulation. Doch auch hier liegt er falsch. Dabei machen Exporte und Investitionen nur 2,5 Prozent des täglichen Devisenumsatzes aus, aber die Exporte verursachen ein Vielfaches ihres Volumens an Devisengeschäften.

Kauft etwa ein chilenischer Autoimporteur einen Mercedes der S-Klasse, so werden seine Pesos zunächst in Dollar und erst anschließend in Euro umgetauscht. Der Grund: Es gibt kaum direkte Tauschgeschäfte zwischen chilenischer und europäischer Währung. Versucht sich der Importeur zudem vor Wechselkursrisiken zu schützen, löst er zusätzliche Devisengeschäfte aus. In Lafontaines Welt laufen diese Aktionen unter Spekulation, tatsächlich machen sie grenzüberschreitenden Warenaustausch erst möglich.

Hier haben beide Seiten teilweise Recht. Sicher werden mehr Devisengeschäfte benötigt als rein rechnerisch der Warenhandel ausmacht, doch wird doch niemand ernsthaft bestreiten wollen, dass ein Großteil der Transaktionen ausschließlich der Spekulation dient.

Selbst das Thema Außenwirtschaft ist nicht sicher vor Reiermann:

Doch davon hält er ohnehin nicht viel. Die Ausfuhr von Waren, so hat er erkannt, führt zu mehr Arbeitslosigkeit. "Wir verkaufen viel mehr Waren ins Ausland, als wir selbst Waren von anderen abkaufen. Wir exportieren Arbeitslosigkeit und importieren Beschäftigung." Das gibt Anlass zu moralischer Entrüstung. "Wir sind der Exportweltmeister, wir sündigen an dieser Stelle am meisten." Läge Lafontaine richtig, müsste die Zahl der Arbeitslosen in Ländern, mit denen Deutschland intensiv Handel treibt, merklich gestiegen sein. Das Gegenteil war der Fall: In den USA, Großbritannien und Dänemark herrschte lange nahezu Vollbeschäftigung. In der EU sank die Arbeitslosigkeit stetig.“

Es kann doch niemand ernsthaft bestreiten, dass wir gegenüber den meisten Ländern einen großen Außenhandelsüberschuß aufweisen, was im Gegenzug für die betroffenen Länder ein Defizit in ihrem Handel mit Deutschland bedeutet. Damit produzieren diese Länder aber weniger als sie selbst konsumieren, was nichts anderes bedeutet, dass wir diese entsprechenden Produktionsarbeitsplätze zu uns importiert haben. Dass die Arbeitslosigkeit in den genannten Ländern trotzdem gesunken ist, liegt einfach daran, dass die dortige Binnennachfrage dort so stark war, dass dieser Effekt überkompensiert wurde, während die deutsche Exportwirtschaft gerade auf Kosten der Binnennachfrage gestärkt wurde.

Doch diese Zusammenhänge und auch die Tatsache, dass das außenwirtschaftliche Gleichgewicht seit 1967 im Wachstums- und Stabilitätsgesetz verankert ist, scheint Reiermann nicht zu kennen. Und so schwafelt er weiter: „ In Lafontaines Welt ist Wirtschaft ein Nullsummenspiel. Was einer gewinnt, verliert der andere. So aber funktioniert Weltwirtschaft nicht. Amerikaner oder Russen kaufen Autos oder Werkzeugmaschinen in Deutschland, weil sie nirgends, auch zu Hause nicht, Produkte finden, die ihren Wünschen mehr entgegenkommen.“ Um aus Lafontaines Aussagen ein Nullsummenspiel herauszulesen muss Reiermann sich schon ziemlich anstrengen und die Aussagen kräftig verbiegen. Russen und Amerikaner kaufen deutsche Autos sicherlich, weil sie sie besser finden als andere, doch sie würden sie dennoch nicht zu jedem beliebigen Preis kaufen – oder wird nicht immer Lohnzurückhaltung gepredigt, damit deutsche Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben? Und tatsächlich wurde über viele Jahre auch eine stetige Verbesserung der preislichen Wettbewerbssituation erreicht, indem die deutschen Löhne deutlich weniger stark gestiegen sind als woanders und auch als sie gemäß Produktivitätsregel (der verteilungsneutralen Summe aus Produktivität und Inflation) hätten steigen können.

Doch der Autor bleibt konsequent auf der betriebswirtschaftliche Ebene, meint aber volkswirtschaftlich zu argumentieren:

Müssten ausländische Kunden heimische Produkte kaufen, wären sie gezwungen, für gleiche Qualität mehr zu zahlen oder geringere Qualität zu akzeptieren. Beides bedeutet Wohlstandsverlust. Viel gibt es nicht, auf das sich fast alle Ökonomen einigen können. Aber der Glaube, dass der Warentausch über Ländergrenzen hinweg beiden Seiten eher nützt, gehört dazu.

Meines Wissens bestreitet Lafontaine auch in keiner Weise, dass Warenaustausch den Wohlstand steigern kann. Es wird aber auch kein Ökonom bestreiten, dass (außenwirtschaftliche) Ungleichgewichte nicht dauerhaft bestehen bleiben können. Dieses Problem wird in den USA seit vielen Jahren diskutiert und nur in Deutschland ist man immer wieder stolz darauf, mehr zu exportieren als China mit 13mal mehr Einwohnern.

Doch dass Reiermann diese Zusammenhänge in kleinster Weise verstanden hat, zeigt er einmal mehr in seinem Schlußabsatz:

Der gelernte Physiker Lafontaine teilt diese Meinung nicht. Oder nur manchmal. Dann sagt er etwa: "Deutschland ist als Exportweltmeister der größte Nutznießer der Globalisierung." Was denn nun? Sünder oder Nutznießer? Gelegentlich scheint er sich in seiner Welt selbst nicht mehr zurechtzufinden.

Seit wann sind die Begriffe Sünder und Nutznießer eigentlich Widersprüche? Ein Einbrecher ist auch ein Sünder und kann dennoch Nutznießer eines offenen Fensters sein.

Reiermann konnte Lafontaine also in keinem einzigen Fall wirkliche Lüge oder gar Unkenntnis vorwerfen. Er selbst dagegen offenbart die elementare Unkenntnis des deutschen Journalismus bezüglich makroökonomischer Probleme, die er aber versucht, mit einer umso größeren Neigung zum koordinierten Kampagnen-Journalismus auszugleichen.

[Link] [Cache]
Neues aus Rorkvell: Ich versteh nur Bahnhof
10/12/2008 07:58 PM

Ich vrsteh nur Bahnhof. und Andere vermutlich auch. Deshalb hat Alex sich die Mühe gemacht, uns Bahnhofsverstehern zu erklären, wie das mit der US Wahl denn so funktioniert:

Polit_bahnhof

Das verstehe sogar ich.

[Link] [Cache]
ad sinistram: Armut für alle!
10/12/2008 07:38 PM
[Link] [Cache]
Principiis Obsta: Die Logistik-Kette bricht
10/12/2008 07:33 PM
Von Michael Mross
Sonntag, 12. Oktober 2008


Internationale Schifffahrt teilweise unterbrochen. Waren stapeln sich an Häfen. Globalisierung vor dem Aus. Versorgungskette gefährdet.

Letzte Woche in Dubai. Ich blätterte wie üblich beim Frühstück die regionalen Zeitungen durch. Dabei geriet ich bei der „Gulf News" in die Rubrik „Transport".

Transport ist in der Wirtschafts-Wunder-Blase Dubai ein wichtiger Aspekt. Denn alles, was dort ihn den Himmel gebaut wird, muss von irgendwo angeliefert werden. Deshalb entsteht in Dubai auch der größte Container-Hafen der Welt.

Doch was in dieser Rubrik Titel-Thema war, könnte nicht nur Dubai, sondern die ganze Welt wie ein Hammerschlag treffen.

Es ging darum, dass immer öfter Güter nicht nach Dubai transportiert werden können, weil der internationale Schifffahrtsverkehr unter der Kreditkrise leidet.

Dazu müssen Sie wissen, dass 90% des weltweiten Warenverkehrs per Schiff abgewickelt wird. Und immer, wenn ein Schiff irgendwo auf der Welt einen Hafen verlässt, ist ein Kredit im Spiel.

Mit so genannten „Letter of Credits" (LoC, Akkreditiv) werden die zu transportierenden Waren finanziert. Dahinter steckt ein international gebräuchliches Verfahren, in dem große Banken dem Verkäufer garantieren, dass er auch das Geld kriegt - denn dieser kann es sich in der Regel ja kaum selbst vor Ort in Dubai abholen.

Doch dieses System ist in höchster Gefahr. Banken akzeptieren immer seltener LoCs, weil sie ihren internationalen Counterparts nicht trauen. Ohne Geldsicherheit werden die Waren aber nicht abgeschickt. Folge: In den Häfen stapeln sich die Waren.

Insbesondere US-Häfen und südamerikanische Häfen sollen derzeit davon betroffen sein. Doch die Krise breitet sich in rasender Geschwindigkeit aus. Alle Güter sind davon betroffen: Nicht nur Rohstoffe (Kohle, Ölprodukte, Benzin) sondern auch Lebensmittel, wie zum Beispiel Getreide.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de/

Das Dramatische: Wenn die Schiffe keine Ware mehr transportieren, dann droht dem Reeder schnell der Bankrott. Denn die meisten Schiffe selbst sind mit Kredit gekauft. Schon ein paar Tage Ausfall können lebensbedrohlich sein.

Gehen aber die Reeder Bankrott, weil sie ihre Kreditraten nicht mehr zahlen können, dann droht der vollständige Kollaps auf den Weltmeeren.

Seit diesem Wochenende klingeln überall die Alarmglocken. Doch die Branche ist wie gelähmt. Insider berichten, wenn sich hier nicht schnell was tut, dann droht in Kürze die Logistik Katastrophe.

Auch wenn nicht alles zusammen bricht, so ist doch zu befürchten, dass die Versorgungskanäle abnehmen. Das bedeutet im Klartext: Die Globalisierung steht vor dem Aus. Mit dramatischen Folgen für die Emerging Marktes und alle so genannten Schwellenländer.

Und noch viel wichtiger: Es wird eine bedrohliche Knappheit in den Abnehmerländern erzeugt. Die wenigen Waren, welche noch geliefert werden können, werden damit zwangsläufig teurer. Das betrifft Öl und Energieprodukte genau so wie alles andere, wie zum Beispiel Nahrungsmittel, insbesondere Getreide. (Aber auch Kaffee)

Damit haben wir dann das, was man als depressive Hyperinflation bezeichnet: Alle werden ärmer, alle Assets fallen im Preis, Menschen werden arbeitslos. Auf der anderen Seite steigen die Preise für Waren dramatisch. Schlimmer kann es kaum kommen.

Quelle: MMnews[Link] [Cache]
HOCHVERRAT AM DEUTSCHEN STAAT: Merkel gibt Banken 400 Mrd Euro
10/12/2008 07:31 PM

Bundesregierung aus SPD, CDU, CSU beschliesst den Ausverkauf der Bundesrepublik an das Kapital

Washington, Paris, Berlin: Das Vertrauen der Banken in ihren deutschen Staat ist wieder hergestellt. Die Sondersendung auf Sat 1 über die erpresste Sozialhilfe für Bankrotteure in Höhe eines Staatshaushaltes wird niemals kommen. Wieder werden die Hammel vor der Glotze sitzen und sich regungslos von den durch anonyme Syndikate kontrollierten Fernsehsendern alles ganz plausibel erklären lassen und danach immer noch denken in einer Demokratie zu leben.
Es ist alles gut. Regen Sie sich doch nicht auf. Ihr Staat ist eine Hure des Kapitalismus und existiert gar nicht.

Zeit, einkaufen zu gehen.

Heute Abend wird Kanzlerin Merkel bekannt geben, dass Banken und “Kapitalgesellschaften” die einzigen Gesellschaften sind die etwas zählen in unserer Gesellschaft, weil sie nämlich unser Geld zählen.

Die US-Presse meldet 100 Milliarden Euro Steuergelder an direktem Tribut für die Banken. Es heisst, es würden allerdings insgesamt “mehr als 400 Milliarden Dollar”. Man bezieht sich auf eine Meldung des “Handelsblattes”. Dort heisst es dann, in Form von Garantien und direkten Subventionen könnten es auch 400 Milliarden Euro werden.

Ist ja auch nicht weiter wichtig. Die paar zehntausend Kindergärten, Hunderte Universiäten auf Jahre hinaus kostenlos, Konjunkturprogramme für Millionen von Menschen, ach, 400.000.000 mal eintausend Euro, vierhundert Millionen X 1000 Euro, das ist doch nicht zum Verrückt werden.

Nein… Das reicht in Deutschland noch nicht einmal eine Partei, die so etwas, macht politisch zu vernichten. Um wieviel wollen wir wetten?

Aber, Moment mal, um was wollen wir eigentlich wetten? Haben Sie denn irgendetwas, was Ihnen überhaupt noch irgendetwas wert ist?
Haben Sie noch irgendetwas, was sie noch nicht mit Haut und Haaren verkauft haben, zum Beispiel ihre Kinder, die bis an ihr Lebensende für dieses Verbrechen werden zahlen müssen weil Sie sie verkauft haben wie ein Stück Dreck, wie ein Nichts, verkauft wie ein Haderlump und ewiger Feigling vor dem Herrn?

Also: um was wollen wir wetten?

UM WAS WOLLEN WIR NOCH WETTEN…?

(…)

08.10.08 Biedermann und die Bundesregierung Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur "Änderung" der perpetuierten Verfassung Grundgesetz ist ein faschistisches Handbuch zum Militärputsch

07.10.08 Der finanzielle Reichstagsbrand: Chronologie eines kalten Staatsstreichs durch eine inszenierte Krise Der Paulson Plan des US-Finanzministers soll die globalisierten Banken zu staatlichen Institutionen machen und eine Neue Weltordnung installieren. Funktionieren kann dies nur, wenn der Systemwechsel zu Diktatur und Staatskapitalismus auch in Deutschland erzwungen werden kann.

[Link] [Cache]
redblog: Studienkredit wird deutlich teurer
10/12/2008 07:31 PM
"Die Bankenkrise erwischt die Studenten: 43.000 haben sich bislang Geld von der KfW-Förderbank geliehen. Jetzt zieht das Geldinstitut erneut seine Zinsen an - auf sieben Prozent. Der Schuldenberg der Studenten wächst sprunghaft an. Sie blechen auch für die Fehler der bundeseigenen Kreditanstalt. ..."
SPON
Genau dieses Szenario wurde beschrieben, als die Studienkredite der KfW eingeführt wurden. Damals hieß es beschwichtigend, dies werde nicht eintreten. Wieder einmal wird die Verlogenheit deutlich. So wie in den letzten Wochen als Steinbrück standhaft beteuerte, daß es keine Krise gäbe und Mehdorn erklärte, die Bahn werde Mitte Oktober trotz eben jener Krise keine Verschiebung des Börsengangs geben.[Link] [Cache]
Kirchensumpf: Auch Missionare sind kinderlieb
10/12/2008 07:15 PM

Ein katholischer Priester soll vor mehr als 30 Jahren Schüler eines Internats in Bad Neustadt/Saale (Landkreis Rhön-Grabfeld) sexuell missbraucht haben. Der heute 71-Jährige von der Ordensgemeinschaft Missionare von der Heiligen Familie sei seines Amtes als Seelsorger in einem Altenheim in Nordrhein-Westfalen enthoben worden. Ende August hatte sich ein heute 50 Jahre alter Theologe aus dem Raum Nürnberg an das Bistum Würzburg gewandt und die Vorwürfe gegen den Missionspater erhoben. Noch am selben Tag, dem 27. August, habe das Bistum den Orden informiert, sagte ein Sprecher der Diözese Würzburg. Die Übergriffe auf die minderjährigen Buben sollen zwischen 1972 und 1976 erfolgt sein. Mittlerweile haben sich die Missbrauchsvorwürfe gegen Priester bestätigt. Im damaligen Internat des Missionshauses St. Kilian in Lebenhan (Landkreis Rhön-Grabfeld) habe der Priester Minderjährige sexuell missbraucht. Der Ordenspriester hat den mehrfachen sexuellen Missbrauch eingestanden. Deshalb bleibe er bis zum Abschluss der kirchenrechtlichen Voruntersuchung von seinen Pflichten entbunden. Danach würden kirchenrechtliche Schritte gegen den Pater eingeleitet.

[Link] [Cache]
Die Gutdenker: McCains Anhänger beschimpfen Obama als Terroristen, Verräter und fordern dazu auf ihn zu töten
10/12/2008 07:15 PM
In den letzten Tagen wurde der Wahlkampf in den USA immer dreckiger. Persönliche Angriffe sind zur Regel geworden. Zunächst nicht verwunderlich. Es geht schließlich um das mächtigste Amt der Welt.

Aber ich hätte nicht gedacht, dass Rassismus und Hass zum wesentlichen Bestandteil der Wahlkampfveranstaltungen von John McCain werden. Seine Anhänger beschimpfen nun fast in jeder Wahlkampfveranstaltungen seinen demokratischen Mitbewerber Barack Obama als Terroristen, Verräter und fordern dazu auf ihn zu töten. Unfassbar ist aber vor allem, dass McCain und seine Kampagne diese Zwischenrufe dulden. Noch unfassbarer ist, dass McCain und seine Berater diese Stimmung gegen die PERSON Obama anheizen.

Es geht nicht mehr um Inhalte. McCain und seinem Stab geht es nur noch darum einen Schleier von 'strangeness' über Obama zu legen, nach dem Motto "Wir wissen nichts über ihn. Er hängt mit Terroristen ab und verschweigt so ziemlich alles über sein Privates. Wer ist Barack Obama wirklich?". Diese eindeutig auf Angstverbreitung ausgerichteten Wahlkampfspots gegen die Person Barack Obama heizen Angst und Hass unter den Rechten aus dem Republikaner-Lager an.

Und obwohl dieses fear-mongering nun sogar zu offener Aufforderung zu Gewalt gegen Obama führt, fahren die Wahlkampfverantwortlichen McCains weiter diesen Kurs. Jede berechtigte Kritik prallt an ihnen ab.
Folgendes Video, das größtenteils Ausschnitte von MSNBC zeigt, fasst einen Großteil der Entwicklungen in den letzten Tagen zusammen:






Folgendes Video zeigt einen Kommentar von einem youtube-channel names "The Young Turks", den ich ganz interessant fand: [Link] [Cache]
Urs1798: Freiheit statt Angst Berlin 2008 Bilder, Fotos
10/12/2008 07:04 PM
Posted in Galerie, Justiz, Politisch, Schönes, Zwischenmenschliches   Tagged: Fotos, Freiheit statt Angst Berlin 2008 Bilder    [Link] [Cache]
politplatschquatsch: Ötzi bleibt auf Eis
10/12/2008 06:26 PM
Er war das Krawattenmodell des Lobbyisten Moritz Hunzinger, der Mann für den Multikulti-Stuhl bei Sabine Christiansen und zuletzt in Brüssel geparkt, damit in aller Ruhe Gras über die Skandale wachsen konnte, die Cem Özdemir seinerzeit beinahe die ganz große politische Karriere gekostet hätten. Jüngst dann erreichte das "politische Naturtalent" (Hunziger)der Ruf aus Berlin: Die Grünen, nach dem Abgang der Generation Fischer nicht eben eine Massenversammlung genialer Charismatiker, verlangten nach dem Deutsch-Türken.

Ex-Freiflieger Özdemir, von seinen besten Freunden Ötzi genannt, folgte dem Ruf - und liegt nun doch wieder auf Eis. Entgegen allen Planungen der Parteispitze verweigerte die Basis dem modebewussten Möchtegern-Parteiführer die Gefolgschaft: Ötzi fiel bei der Vergabe der sicheren Listenplätze für die Bundestagswahl im kommenden Jahr durch. So bekommen die Grünen nun entweder einen Parteivorsitzenden ohne Bundestagsmandat. Oder einen Parteivorsitzenden, der nicht Cem Özdemir heißt. Manchmal nimmt die Grechtigkeit Dinge nicht wirklich übel. Aber sie vergisst eben auch nichts.[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Kirche macht Kohle
10/12/2008 06:26 PM
Sachsens Landesbischof Jochen Bohl hat vor den negativen Auswirkungen der gegenwärtigen Finanzmarktkrise auf alle Weltregionen gewarnt. Auf der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands (VELKD) in Zwickau klagte er, die Menschen in den armen Ländern würden «unter der lasterhaften Gier der Superreichen leiden». Bohl zeigte sich empört, «dass die Zeche ihrer Exzesse von vielen kleinen Leuten» zu bezahlen sei. Die Globalisierung bedrohe die Einheit der Menschen. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch von der katholischen Konkurrenz schloß sich an. Er kritisiert das «verantwortungslose Finanzgebaren» von Bankmanagern. Unvorstellbare Summen an Geld zerplatzten plötzlich wie eine Seifenblase, «weil diejenigen, die entscheiden, nicht für die Folgen ihres Tun einstehen, nicht dafür haften müssen», sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in Hockenheim.

Viel besser wäre es, wenn Bankmanager und Fondsverwalter sich ein Beispiel an der Geldanlagestrategie der Kirchen nehmen würden. Nach Schätzungen katholischer Fachleute verfügt allein die katholische Kirche in Deutschland über ein Vermögen von 40 bis 90 Milliarden Euro, wobei die Sakralbauten und rein religiösen Wertgegenstände nicht mitgerechnet sind.

Das Geld der Kurie liegt großenteils auf der kircheneigenen Pax-Bank, der Bank in Liechtenstein (BIL) und anderen auf diskreten Privatbanken. Daneben steckt Kirchenvermögen in Fonds und Beteiligungen, in Immobilien und in Aktien. Der Großteil ist jeder Nachprüfung entzogen, weil er dem jeweiligen "Etat des bischöflichen Stuhls" und teilweise auch den Vermögenshaushalten der Pfarreien zugeordnet ist. Der Kölner Generalvikar Feldhoff bekannte sich einst offen zu einer möglichst gewinnorientierten Anlagepolitik. "Ethische Gesichtspunkte" bei der Geldanlage lehnt er ab: "Geld ist Macht. Sollte es jemand leugnen, müßte man prüfen, ob er wegen mangelnder Eignung und Heuchelei zu entlassen ist."

Um dem «verantwortungslose Finanzgebaren» von Bankmanagern frühzeitig Einhalt zu begieten, hatte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg denn auch richtig Geld bei der inzwischen zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers angelegt. 4,3 Millionen Euro wurden in Lehman-Zertifikate gesteckt, die somit nicht mehr an die Ärmsten der Armen verschachert werden konnten. Auch der Papst schloß sich an: Kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, in der der Pontifex aus Bayern die Strafe Gottes für die Gier der Menschen sieht, schichtete die Kurie ihr Depot um: Rom kaufte rund eine Tonne Gold und machte damit innerhalb von drei Wochen 3,5 Millionen Euro Gewinn. Ganz ethisch, selbstverständlich. Ohne dass jemand darunter leidet oder gar ein Armer die Zeche zahlen muss.[Link] [Cache]
ISLA: Was die Not lehrt
10/12/2008 06:25 PM
Sehnsucht nach starkem Staat

Das vormals so laute Geschrei nach freien Märkten ist verstummt: Aus der Staatsverspottung ist eine Staatsvergötterung geworden. Doch die Krise kann nur bekämpft werden, wenn der Staat mehr sein wird als ein nützlicher Idiot.
Ein Kommentar von Heribert Prantl[Link] [Cache]
Tammox: Pastor goes David Blaine
10/12/2008 05:43 PM


Gehorsam gegenüber seinem Gott zwingt Pastor Raymond S. Porter von der " Holy Ghost Church of Fire" aus Norfolk, VA zu drastischen Maßnahmen.
Es ist ja auch wirklich schlimm was da in Amerika so abläuft - so glauben doch tatsächlich einige verirrte Schäfchen, daß die Wirtschaft gerade abschmiert, weil die Bush-Administration schlecht regiert hat.
Aber das ist natürlich falsch - in Wirklichkeit ist das nur Gottes Strafe für die Sünden der Amerikaner:
„ We are a very sinful nation, therefore God is against us. Many Americans think our economy is failing because of the Bush Administration, but they are wrong, it is because of sin."
Das läßt sich auch einfach beweisen - dazu schlage man die Bibel auf - Altes Testament, das zweite Buch der Chronik, Kapitel 7:
14 und mein Volk, über das mein Name ausgerufen ist, sich demütigt und betet, mich sucht und von seinen schlechten Wegen umkehrt, dann höre ich es im Himmel. Ich verzeihe seine Sünde und bringe seinem Land Heilung.
Die Sünde ist natürlich, daß die durch und durch verkommenen Frauen in Amerika nach Lust und Laune ihre Babys ermorden und der Staat dazu noch applaudiert.
(Our society calls it abortion, but I call it what it is murder.)
Den Kinder-Genozid würde auch Obama nicht abschaffen, obwohl er sich doch in Afrika gegen dort stattfindende Genozide (Darfur) aussprach.
Gottesmann Raymond S. Porter hat diese Paradoxie erkannt:
Senator Barack Obama said if he becomes president that he would intervene in the African countries where genocide is taking place. He will not however, inte rvene in Roe vs. Wade which is genocide that is taking place here in America everyday disguised as planned parenthood.
Seine Merkwürden Porter weiß allerdings - GOTT SEI DANK - wie man Abhilfe schafft.
Er steigt heute, am 12. Oktober, in eine Kiste, in der er drei volle Tage bewegungslos verharren wird, um mit Gott ein Zwiegespräch zu führen.
Mit Gott zu kommunizieren ist immer noch so eine heikle Sache - offenbar verfügt der Big Boss nicht über Telefon oder gar Internetanschluß.
Steintafeln über Berge zu schleppen ist im Zeitalter von touch-pads und BlackBerrys auch nicht mehr jedermanns Sache.
Aber so einem devot in dunkler Box hockenenden Hungernden wendet sich DER HERR auch gerne mal direkt zu.
Senator Obama hat verständlicherweise gerade keine Zeit für die christliche Dreitageskommunikationszelle und da trifft es sich gut, daß der Pastor der „Holy Ghost Church of Fire" für ihn die freundliche Sekretärin gibt.
Nach nur 72 Stunden in der Kiste " he will come out and give a message to Mr. Obama from God, that the whole world may hear."
Ich bin schon gespannt, was Gott zur Wahl zu sagen hat.

Das Beispiel sollte Schule machen!
Vorbildlich wie sich Raymond S. Porter verhält!

Ich rufe somit alle Priester, Pastoren, Hochwürden, Eminenzen, Exzellenzen, …dazu auf sich öfter mal für ein paar Tage in eine Kiste zu setzen und den Deckel zuzuklappen! [Link] [Cache]
Neues aus Rorkvell: Reich-Zimtzicki verweigert Fernsehpreis
10/12/2008 05:38 PM

Die Wahrheit ist: ich wollte nur mal sehen, ob dieser Artikel es bis nach Rivva schafft. Wahrscheinlich nicht. Bin nur neugierig. Und ob ein Reich-Zimtzicki nun einen Preis bekommt oder nicht, oder ob er ihn ablehnt oder nicht, geht mir total am -Dingens- vorbei. Das wird so sein wie mit allen Preisverleihungen: Endlos lange langweilige Reden, die durch leichte Mädchen und gutes und kostenloses Essen und Trinken erträglich gemacht werden. Wer mal wieder was Gutes zwischen die Rippen gebrauchen könnte, sollte hingehen.

Ach ja, und Stefan Niggermeier darf diese Schreibweise seinem Artikel gerne hinzufügen.

[Link] [Cache]
Principiis Obsta: US-Geistlicher ruft zum Mord an Chavez auf!
10/12/2008 05:33 PM

Als ich diese Schlagzeile das erste mal überflogen habe, war in Deutschland Wahlkampf. Ich hatte nicht die Zeit, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Aber das möchte ich nun nachholen. Allein diese Titelüberschrift in zahllosen Gazetten zeugt davon, wie auch hierzulande Meinungsmache betrieben wird.

Dieser Aufruf zur Ermordung des venezolanischen Staatspräsidenten » Hugo Chavez stammt nicht von von einem (x-beliebigen) US-Geistlichen, sondern von DEM US-Geistlichen himself! Pat Robertson ist DER amerikanische Fernsehprediger der Nation, Mitbegründer der "Christian Coalition" - ein Dachverband christlich-konservativer politischer Gruppierungen in den USA und Gründer von "Christian Broadcasting Network" - ja, richtig » CBN!

The Fallujah Video

Am Dienstag den 08.11.2005 strahlte ein italienischer Fernsehkanal ein Video aus. das amerikanische Soldaten von Einsätzen im Irak gedreht hatten - Einsätze mit chemischen Waffen (MK77, Napalm). Diese Bilder wurden in derartiger Weise noch nie gezeigt. Tote, deren Kleider nahezu intakt, die Körper aber vollständig verbrannt sind. Haben Sie irgendeinen Aufschrei von den Medien hierzulande gehört? Oder gar von Politikern? Nada ...


Hier können Sie den Film herunterladen. Dazu benötigen Sie entweder Winamp oder den Media-Player.
Aber Vorsicht! Dieses Video ist nichts für schwache Nerven!
[zum Download]



Ach übrigens:




Auch wenn die Regierung von George W. Bush umgehend verbreitete, das dieser Aufruf nicht mit ihrer Politik übereinstimmt (die Äußerungen Robertsons seien »unangemessen« und spiegelten nicht die Position der US-Regierung wider), kann man dieses Dementi getrost in den Mülleimer werfen - natürlich war und ist die US-Außenpolitik für Venezuela auf ein baldiges Ende von Chavez ausgerichtet ...[weiterlesen]


[Link] [Cache]
Principiis Obsta: Wie weiter in der Finanzkrise?
10/12/2008 05:33 PM
Ursache analysieren, Auswege suchen

von Francis Gut und Dr. Vera Ziroff Gut

Für eine breitere Öffentlichkeit hat die derzeitige Finanzkrise zwei Gesichter: den Einbruch der Immobilienpreise in den Vereinigten Staaten und seine Folgen einerseits, den internationalen Börsenkrach andererseits. Auch wenn diese Ereignisse scheinbar Anfang und Ende einer Kette darstellen, sind damit das Ausmass der Krise und deren Ursachen noch nicht erklärt. Nun könnte man sagen: Zyklen am amerikanischen Immobilienmarkt und Krach an der Aktienbörse haben keinen Seltenheitswert. Die Rahmenbedingungen dieser Ereignisse müssen aber erörtert werden, um ihre Tragweite beurteilen und die richtigen Korrekturen vornehmen zu können. Um die Debatte zu erweitern, wird ein lesenswerter Artikel von Michel Chossudovsky1 beigezogen.

Seit Beginn der Globalisierung und mit fortschreitender Konzentration des Kapitals spielen die Hedge Fonds, die keiner Regulierung ausgesetzt sind, eine wichtige Rolle. Sie übernehmen Firmen, gleichgültig ob sich diese Firmen in Schwierigkeiten befinden oder gut geführt sind, und haben keine Angst vor einer Hebelwirkung (tiefes Verhältnis Eigenmittel/Gesamtbilanz; zum Beispiel wird mit relativ wenig Kapital ein gut geführtes Unternehmen übernommen, seine besten Teile werden abgetrennt und mit sattem Gewinn verkauft).

Leerverkäufe und Derivate-Politik

In ihrer Anlagepolitik wetten die Hedge Fonds sowohl auf Gewinne wie auf Verluste der Zielgesellschaften, so dass sie mit Leerverkäufen sehr vertraut sind (Verkauf von Werten wie Aktien auf Termin, obwohl der Verkäufer beim Abschluss des Vertrags die Aktien nicht besitzt; zum Beispiel Abschluss eines Terminverkaufs per Ende Juni 2009 auf CHF 100.- mit der Hoffnung, dass der Kurs inzwischen auf CHF 80.- sinkt; wenn die Wette klappt, kauft man die Aktien damit billiger, als sie Ende Juni 2009 verkauft werden). Durch die geschickte Kombination von Gerüchten und Leerverkäufen kann der Börsenwert einer Grossbank so gesenkt werden, dass sie billig übernommen werden kann. Mehrere der grossen Investmentbanken, die kürzlich in Schwierigkeiten geraten sind, waren Opfer von Leerverkäufen. So erfuhr die Wertpapieraufsicht SEC, dass zum Beispiel der Kollaps von Bear Sterns im März einer Kombination von Leerverkäufen und falschen Gerüchten zuzuschreiben war. Laut «Financial Times» vom 17. September schrieb auch John Mack, CEO von Morgan Stanley, in einem an einige seiner Angestellten geschickten Memo: «Was ist los hier? Für mich ist es ganz klar – wir sind in einem von Angst und Gerücht beherrschten Markt, wo Leute, die Titel leer verkaufen, den Kurs unserer Aktie belasten.»

Kriegskosten

Eine weitere Ursache der Krise bilden natürlich die Kriegsausgaben. Sie betragen USD 500 Mia. pro Jahr, Kosten der ersten Monate der zukünftigen Administration in Höhe von USD 70 Mia. nicht inbegriffen. Es ist weltweit der höchste Kriegsaufwand seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Ausgaben werden aus Steuergeldern finanziert und gehen selbstverständlich zu Lasten der Ausgaben für die zivile Bevölkerung, zu Lasten der Sozial- und Bildungsausgaben.

Dollarwillkür

Die Welthandelsorganisation (WTO) und der Internationale Währungsfonds (IWF) tragen zur Krise bei, indem sie die Entwicklungsländer – deren Wirtschaft gegen den Wettbewerb mit dem Ausland geschützt werden sollte – zwingen, ihre Märkte zu öffnen.

Noch wichtiger war die Verwandlung des internationalen Gold/Dollar-Systems in ein System flexibler Wechselkurse, die 1971 erfolgte. Damals lehnten plötzlich die Vereinigten Staaten ab, die Dollars, die dem Federal Reserve System eingereicht wurden, gegen Gold einzutauschen. Das daraus folgende System flexibler Wechselkurse, das nur auf dem Dollar beruht, das heisst auf einer Währung, deren Wert nur durch die Streitkräfte dieses Landes erzwungen wird, bedeutet reine Willkür. In diesem System kann der Betrag der Geldmenge eines Landes beliebig hoch werden, bis eine Hyperinflation an die Wirklichkeit erinnert.

Deregulierung: die Entmachtung des Staates zugunsten der Finanzkonzerne

Diese Veränderung stellt eine Deregulierung des internationalen Währungsmarktes dar, die uns zur Hauptursache der Krise führt: der allgemeinen Deregulierung der Märkte. Wenn diese nach dem Zweiten Weltkrieg unter der ideologischen Leitung der OECD und dank dem GATT-Abkommen in der Realwirtschaft anfing, so wurde diese Bewegung in der Finanzwirtschaft unter Reagan durch den Börsenkrach von 1987 beschleunigt. Damals bat die Wall Street das Finanzministerium und den Kongress, sich freundlicherweise abseits zu halten, das heisst, Finanzministerium und Kongress wurden entmachtet. Die Zeit der «Selbstregulierung» war gekommen: Die Vorschriften des Gesetzgebers wurden durch eigene, von Natur aus schwächere Regelungen ersetzt. Dies förderte die Entstehung grosser Finanzkonzerne.

Unkontrollierte Bankriesen

Zur Wirtschaftskonzentration trug auch die Abschaffung der Trennung zwischen Bankentypen bei. Nach der grossen Wirtschaftskrise von 1929 hatte Franklin D. Roosevelt durch den Kongress das Glass-Steagall-Gesetz bewilligen lassen, das Investment Banking (Wertschriften- und Währungsgeschäft sowie weitere Kapitalanlagen für institutionelle Kunden – Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen usw.) vom Retail Banking (weitere Geschäfte, insbesondere Kreditgeschäfte) trennte. Damit wollte man Finanzmanipulationen und Insidergeschäfte verhindern, mit denen sich Bankiers auch auf Kosten ihrer Kunden sanierten. In den letzten Jahrzehnten haben die Banken diese Gesetzgebung mit dem Segen der US-Regierung mehr und mehr ignoriert. Schliesslich wurde sie 1999 durch das Financial Services Modernisation-Gesetz abgeschafft. Darüber hinaus wurden unter der Leitung der Wall Street internationale Bündnisse abgeschlossen, die zur Bildung weiterer Bankenkonzerne führten.

Die Wall-Street-Riesen wurden so mächtig, dass sie jede Kontrolle weitgehend verhindern konnten und nur ihrer eigenen Regulierung folgten. Im Ausland profitierten sie von ähnlichen Gesetzgebungen. Die WTO- und IWF-Abkommen öffneten ihnen die Türen zu den Entwicklungsländern.

Insider-Informationsmanipulationen: ein Milliardengeschäft für wenige

Chossudovsky sieht die Macht der Wall-Street-Riesen vor allem in ihrer frühzeitigen Information, ihrer Insider-Information, ihrer Fähigkeit zu manipulieren und Ergebnisse vorauszusehen, ihrer Fähigkeit, falsche Informationen zur Wirtschaft und zu Markttendenzen zu verbreiten, kurz, in ihrer Fähigkeit irrezuführen. Kein Wunder, dass die CIA dabei eine grosse Rolle spielt.

Das «Notgesetz zur Wirtschaftsstabilisierung», der sogenannte Auffangfonds, den die Bush-Regierung zur Lösung der Krise jetzt verabschiedet hat, ist dabei nur eine Verlängerung des gleichen schmutzigen Spiels: Man bittet die übriggebliebenen Finanzgesellschaften (Grossbanken, Versicherungsgesellschaften usw.), sich noch einmal zu bedienen. Die Gewinner der Krise sind die Bank of America, JP Morgan Chase (Rockefeller), die Federal Reserve Bank of New York, diese nicht zuletzt dank ihrer Insider-Information, sowie alle Spekulanten, die von Insider-Informationen, insbesondere am Schwarzen Montag (29. September, Kurseinbruch) und am folgenden Tag (Kurserholung), profitierten. Einige Analysten-Stimmen behaupten, die Gewinner haben die Krise bewusst ausgelöst, um noch mehr zu verdienen, noch mehr Macht zu konzentrieren. Andere sagen sogar, die Bush-Regierung will damit den politischen Feind (Russland und China, die umfangreiche amerikanische Staatsobligationen besitzen) schwächen.

Chancen für einen echten neuen Anfang

Auch die Verlierer kennen wir: die Angestellten der bankrotten Banken und Versicherungsgesellschaften, deren Kader sich nicht selten goldene Fallschirme versprechen liessen, die Hauseigentümer, deren Häuser von den Gläubigerbanken übernommen wurden und die jetzt in Wohnwagen und Zelten vor den Städten leben, die Arbeitnehmer, die auf Grund der Krise entlassen wurden und zum Teil bereits heute am Hinterausgang der Supermärkte nach Essbarem suchen, und die Steuerzahler, die durch die kommende Rezession noch mehr belastet werden.

Auch wenn einzelne europäische und amerikanische Politiker heute nach mehr Regulierung auf den Finanzmärkten rufen, ja sogar nach einer Abkehr von Deregulierung und Wirtschaftskonzentration, so bleibt es in einem ersten Schritt Aufgabe des Bürgers, dies mit Nachdruck zu verlangen. Darüber hinaus muss in Europa jeder Versuchsballon, einen 300-Milliarden-Euro-Auffangfonds «à l'américaine» zu kreieren, wie ihn Frankreichs Bush-Marionette Sarkozy losgelassen hat,heruntergeholt werden. In einem zweiten Schritt müssen die Bürger, muss der Souverän erörtern, welches bürgernahe Geld- und Währungssystem das gegenwärtige ersetzen könnte.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden im deutschen Sprachraum mehrere Modelle für ein Geld- und Kreditsystem erprobt (z.B. WIR-Geld, Chiemgauer, Schwundgeld, Freigeld, genossenschaftliche Modelle), die sich lohnen, für einen Neuanfang überprüft zu werden. Wesentlich ist dabei, Lösungen mit kleinräumigen, kontrollierbaren und unabhängigen Einheiten zu berücksichtigen.

Quelle: Zeit-Fragen[Link] [Cache]
Neues aus Rorkvell: Rauswurf
10/12/2008 05:17 PM

Schon interessant, was an Kommentaren in einem Blog so Alles rausgeworfen wird. Da habe ich im Transatlantikblog zu einem Artikel über Sarah Palins Amtsmissbrauch einen Link auf meinen eigenen, schon etwas älteren Artikel veröffentlicht. Und schwupps, weg ist er. Merkwürdig. Bin ich wohl dem Blogbetreiber zu kritisch gewesen? Wahrscheinlicher ist, er hat nur gesehen, dass da kaum mehr als ein Link im Kommentar war, hat sich nicht die Mühe gemacht, diesem Link zu folgen, und hat daher den Kommentar einfach wie Spam behandelt. Das sieht mir sehr nach extremer Oberflächlichkeit aus.

[Link] [Cache]
Neues aus Rorkvell: Kein Promibonus
10/12/2008 04:34 PM

Es geht durch so ziemlich alle Nachrichtenkanäle: Der Rechtspopulist Jörg Haider ist tot. Er starb bei einem Autounfall.

Vor einiger Zeit hatte ich auch mal einen Autounfall. Da bin ich auf einer regennassen Straße, auf der 70 Km/h erlaubt waren, 50 Km/h gefahren. Insbesondere auch deswegen, weil neben der Straße ein Steinbruch ist. Und Steinstaub und Wasser vertragen sich nicht besonders gut. Trotzdem bin ich aus der Kurve geflogen und in einen Bus gekracht. Der Richter meinte nur, ich hätte wissen müssen, dass ich nur 30 Km/h hätte fahren dürfen. Wohlgemerkt, erlaubt waren 70 Km/h.

Aber bei den besseren Leuten ist das ja anders. Ein Promi wie Jörg Haider darf natürlich auf einer Straße, auf der ebenfalls nur 70 Km/h erlaubt sind, selbstverständlich mehr als das doppelte fahren (142 Km/h). Es ist nun mal bekannt seit alters her, dass Einige eben gleicher sind als Andere. Jörg Haider als Promi gehört zur Gruppe "Einige", ich eben zur Gruppe "Andere".

Für Promis sehr zum Ärger interessiert sich aber die Physik nicht für den Promistatus. Die Physik meinte wohl ganz lakonisch, dass 142 Km/h definitiv zu viel sind und ließ Haider zielgenau auf einen Betonpfeiler zufliegen. Tja, die Physik ist schon hart. Betonhart, sozusagen.

[Link] [Cache]
ISLA: No title
10/12/2008 04:23 PM
Otto Wels (SPD)
Auszug aus der Wels-Rede

Rede zur Begründung der Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes
Reichstagssitzung vom 23. März 1933 in der Berliner Krolloper[Link] [Cache]
Bedeutungswirbel: Geld weg?
10/12/2008 03:47 PM

Seit Tagen versuche ich mir darüber klar zu werden, wie denn das jetzt ist mit dem Geld. Ist jetzt wirklich Geld vernichtet worden durch die Krise oder hat es nur jemand anders? Das ist ja für die mittel- und langfristige Beurteilung wie es jetzt weiter geht mit dem Kapitalismus nicht unerheblich.

Glücklicherweise belehrt mich jetzt die Frankfurter Rundschau darüber, dass das niemand so genau weiß. Puh, ich dachte schon, ich bin einfach nur zu blöd. Natürlich steht sowas nur im Feuilleton, nicht im Wirtschaftsteil, wo es hingehört. Geld, mal wieder ein Mysterium. Und, nein weder Marxisten noch Gesellianer noch andere mehr oder weniger kritische Geister können das erklären, obwohl sie es seit langem versuchen. Ganz zu schweigen natürlich von der Mainstream-Wirtschaftstheorie, die einfach antwortet, die Frage sei falsch gestellt. Wenn eine Frage, die über die Zukunft unseres Gesellschaftssystem entscheidet, falsch gestellt sein kann, dann ist die Wissenschaft, die sowas behauptet wohl selber irgendwie falsch oder zumindestens ziemlich irrelevant.

[Link] [Cache]
"Die Dreckschleuder": Zehntausende demonstrieren für "Freiheit statt Angst"
10/12/2008 03:38 PM

Die bislang hierzulande wohl größte Protestkundgebung für den Datenschutz und gegen “Big Brother” gestaltete sich als buntes politisches Signal und Freiheitsparade mit Musikwägen. Bis zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor verlief die Veranstaltung friedlich. Die mit 900 Einsatzkräften präsente Polizei und Demonstranten hielten sich im Unterschied zur Großdemo mit rund 15.000 Teilnehmern vor einem Jahr beidseitig mit Provokationen zurück, auch wenn ein Sicherheitsbeamter deutlich sichtbar von Anfang an eine Videokamera auf die Menge hielt.

In seiner Eröffnungsrede malte Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ein “furchtbares Bild” gegenwärtiger staatlicher Überwachungsprojekte. Die geplante Ausweitung der Befugnisse des Bundeskriminalamts (BKA) nebst heimlicher Online-Durchsuchungen, die Anti-Terrordatei, die Fluggastdatenspeicherung und “andere Grausamkeiten” stünde neben der laufenden Aufhebung der Trennung von Geheimdiensten und Polizeien. Deswegen müssten die Bürger mit aller Kraft ihre Grundrechte und die Freiheit verteidigen.

Hier weiter:

Tagged: Politik, terror, ueberwachung
[Link] [Cache]
redblog: Für 'n Appel und 'n Ei
10/12/2008 03:29 PM
[Link] [Cache]
"Freiheit statt Angst": Weltweite Proteste gegen Überwachung (12.10.2008)
10/12/2008 03:29 PM
[1] (http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Pressecenter_aktuell) forderten Bürgerinnen und Bürger den Abbau von Massenüberwachung, einen sofortigen Stopp neuer Überwachungsmaßnahmen und eine unabhängige Überprüfung bereits beschlossener Gesetze. "Eine freie und offene Gesellschaft kann ohne bedingungslos private Räume und Kommunikation nicht existieren", heißt es zur Begründung in dem internationalen Aufruf.[2] (/content/view/242/144/)[Link] [Cache]
la-bora: "Nur einmal gut essen gehen - Arm und Reich in Deutschland (Dokumentarfilm von Gerhard Faul - 2008)
10/12/2008 03:29 PM

Während die exportorientierte deutsche Wirtschaft kräftig verdient, bekommt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nichts davon ab. Stattdessen müssen die Bürger Abstriche bei sozialstaatlicher Absicherung, Bildungsgleichheit und Gesundheitserhaltung hinnehmen. Dr. Claus Schäfer vom 'Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung' in Düsseldorf berichtet, das verfügbare Einkommen von Arbeitnehmern stagniert seit 1991. Silke Treusch arbeitet in einer Kantine und ihr Freund Florian über eine Leiharbeitsfirma bei Siemens. Der Verdienst von beiden reicht nicht zum Leben. Die Arge zahlt ihnen einen Betrag zur Existenzsicherung. Der Bundesverband der Deutschen Industrie ist gegen die Einführung eines Mindestlohnes für alle Wirtschaftsbereiche.

[Link] [Cache]
Neues aus Rorkvell: Selbstbildnis mit Schreibblockade
10/12/2008 03:12 PM
Babykater

Gelegentlich habe ich ja schon darüber berichtet, dass wir ein Findelkind haben. Und hier der Grund, warum ich nicht so viel wie früher üblich hier blogge: Ich habe unseren Findelkater im Sinne des Wortes am Hals. Wenn er nicht am spielen ist, dann muss ich als Mama-Ersatz herhalten. Der Kleine nuckelt hier mit Begeisterung, Ausdauer und Krallen, dass ich einen ganz roten Hals bekomme.

Sorry, dass das Bild nicht besser geworden ist. Ich konnte ja schlecht ein Auge rausnehmen und hinten auf den Apparat klemmen, um zu sehen, was und wie ich fotographiere.

[Link] [Cache]
Der Spiegelfechter: Das Chamäleon
10/12/2008 03:00 PM

Die verschiedenen Gesichter der Sarah Palin oder Einmal Washington und zurück

Die republikanische Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft gibt sich als unabhängige Politik-Außenseiterin und bodenständige Mutter, während sie über ihre fragwürdigen Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen schweigt. Nun stolpert die selbsternannte Reformerin über ihren Amtsmissbrauch als Gouverneurin von Alaska.

Sarah Palin – das Chamäleon. So zumindest beschreiben sie zwei ihrer ehemaligen Mitarbeiter in Alaska, die unabhängig voneinander für einen aktuellen Artikel in „The Guardian" interviewt wurden. Der Artikel zeichnet das Bild einer Frau, die in erster Linie sich selbst und ihrer Karriere verpflichtet ist. So wird sie als „geborene Schauspielerin" beschrieben, die zwar eine „brilliante Politikerin" sei, der es aber nur um die eigene Popularität ginge.

In vielen liberalen bis linken Medien wird Sarah Palin auch als „Darling" der ultrakonservativen, religiösen Rechten bezeichnet. Und tatsächlich: einer der „Paten" jener Bewegung, der Gründer der einflussreichen Organisation „Focus on the Family" – die, laut eigenen Angaben, allein mit ihren Radioprogrammen täglich bis zu 220 Millionen Hörer weltweit erreicht – James Dobson, erteilte ihrer Kandidatur freudig seinen „Segen". Dobson, der über die Präsidentschaftskandidatur des bis dato innenpolitisch eher moderat eingestellten John McCain alles andere als erfreut war, hatte noch vor kurzem damit gedroht, seinen wahlberechtigten Anhängern vom Gang zur Wahlurne abzuraten.

Kaum war Sarah Palin aufgestellt, änderte er seine Meinung. Er würde nun für McCain stimmen, so Dobson, da die Auswahl Palins „extrem beruhigend für die konservative Basis [der republikanischen Partei, Anm. d. A.] gewesen sei. Dem schlossen sich neben Dobson eine Reihe weiterer einflussreicher Figuren aus der religiösen Rechten, sowie anderer Strömungen aus dem konservativen gesellschaftlichen Lager an.

Wahlkampfgetöse?

Betrachtet man die Äußerungen Palins im laufenden Wahlkampf, ist es leicht nachzuvollziehen, dass man im rechtskonservativen Lager zu großen Teilen regelrecht entzückt von ihr ist. Wiederholt erklärte sie, der demokratische Kandidat Obama „treibt sich mit Terroristen herum" – eine Behauptung, die ebenso abstoßend wie unwahr ist.

Sie habe Angst, so Palin weiter, dass „dies kein Mann [ist], der Amerika so sieht, wie Sie und ich es sehen – als größte Macht für das Gute in der Welt. Ich befürchte dies ist jemand, der Amerika als ‚unvollkommen genug' betrachtet, um mit einem früheren einheimischen Terroristen, der dieses Land angegriffen hat, zusammenzuarbeiten."

Die Resultate dieser Hetz-Kampagne sind umstritten: scheint man im republikanischen Lager der Meinung zu sein, in den noch bleibenden Wochen bis zur Wahl mit dieser Strategie Punkte gut machen zu können, äußerte sich beispielsweise ein ehemaliger Mitarbeiter McCains eher zweifelnd über den Erfolg dieser Taktik: während man damit der Zivilgesellschaft schade, würde es unentschieden Wähler eher abschrecken. Er bezog sich damit auf eine Reihe von Vorfällen, bei denen, im Zuge republikanischer Wahlkampfveranstaltungen, üble Beschimpfungen Obamas und der Demokraten bis hin zu Morddrohungen zu hören waren.

Dabei fällt auf – und dies stellt Glen Greenwald bei Salon.com heraus – das Teile des Mainstreams der US-Medien beiden Seiten die Nutzung der „negative campaigning" genannten Wahlkampfstrategie, bei der die Persönlichkeit des Gegners angegriffen wird, zu gleichen Teilen unterstellen. Dabei hatte eine aktuelle Studie ergeben, dass seit Ende September sämtliche Wahlkampfspots McCains - 100% - negativ ausgerichtet waren, hingegen nur 34% seines Opponenten Obama.

Wer im Glashaus sitzt…

Doch zurück zur vorgeblichen „Hockey mom" aus Alaska, die als Bürgermeisterin ihres Geburtsortes Wasilla auch schon mal eine Maßnahme zur Waffenkontrolle ablehnte, bei der es lediglich darum ging, das Tragen von Waffen in „Schulen, Bars, Krankenhäusern, Regierungsgebäuden und Spielplätzen" zu verhindern.

Während Palin anderen ihre vermeintliche Nähe zu „anti-amerikanischen Extremisten" vorwirft, gibt sie sich Mühe, ihre entsprechenden Wähler-Zielgruppen zu umwerben – beispielsweise durch ihre Mitgliedschaft bei der Organisation „Feminists for Life". Diese Organisation setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Schwangerschaft bzw. Kindern und Karriere für Frauen ein. Im Gegensatz zum eigentlichen Feminismus besteht „Feminists for Life" aber nicht auf Wahlmöglichkeiten für Frauen, sondern fordert die bedingungslose Illegalität aller Formen von Abtreibung – auch nach Vergewaltigungen oder bei schwer missgebildeten Föten. Somit dürfte Palin nicht unbedingt eine Mehrzahl an Frauen aller gesellschaftlichen Schichten ansprechen, sondern lediglich die Stammklientel der Republikaner aus dem Dunstkreis der religiösen Rechten.

Als Sarah Palin in den 1990er Jahren in die Lokalpolitik Alaskas einstieg, fand in der Region des Matanuska-Susitna Valley, in dem Wasilla liegt, ein Kulturkampf statt (wie auch in vielen anderen Teilen der Vereinigten Staaten). Liberale und auch konservative Befürworter der Trennung von Staat und Kirche standen den selbst erklärten „Gralshütern des Christentums" gegenüber, die – in erster Linie angesiedelt in der republikanischen Partei – zum Teil auch nicht davor zurückschreckten, Drohungen gegen Andersdenkende auszusprechen. Auf dieser Seite befand sich auch Sarah Palin, die als „christliche" Kandidatin, gestärkt durch eine Empfehlung der „National Rifle Association", ins Rennen ging. Doch zum Zeitpunkt der Kandidatur Palins für das Amt der Bürgermeisterin Wasillas, existierten auch politische Kräfte, die noch weiter rechts standen als die Republikaner.

Palin verstand sich offenbar mit beiden Lagern gut

Da war Steve Stoll, ein Mitglied der ultrakonservativen „John Birch Society", aufgrund seines Hanges zu antikommunistischen Verschwörungstheorien auch „Black Helicopter Steve" genannt (ein Bezug auf die schwarzen Helikopter, mit denen die, angeblich von der UNO gesteuerte, Bundesregierung ihre Bevölkerung überwacht). Palin versuchte ihm einen Sitz im Stadtrat von Wasilla zu verschaffen – ihm, der auch schon öffentliche Erziehung oder Stadtplanungsaktivitäten als Formen „sozialistischer Regierung" ablehnte.

Und dann war da Mark Chryson, Vorsitzender der Alaska Independence Party (AIP). Delegierte der Partei besuchen regelmäßig die Treffen des „North American Secessionist Movement", welches einen Zusammenschluss aller Organisationen darstellt, die die Unabhängigkeit diverser Bundesstaaten von der Zentralregierung in Washington fordern. In diesem Dunstkreis bewegen sich auch diverse rassistische Organisationen sowie Anhänger einer „christlichen Theokratie" in den USA. Die AIP ist in diesem Zusammenhang auch eng mit der U.S. Constitution Party verbunden, die vor allem auch ein Auffangbecken für aktive und ehemalige Mitglieder größtenteils rechtsgerichteter paramilitärischer Milizen in den Vereinigten Staaten ist.

Während Palins Ehemann Todd von 1995 bis 2002 Mitglied der AIP war, besuchte Sarah deren Parteitage in den Jahren 1994 und 2000. Außerdem hatte sie ständig ein offenes Ohr für Chryson und Stoll und arbeitete im Stadtrat von Wasilla so gut mit ihnen zusammen, dass sie auch schon mal darüber hinweg sah, wenn Stoll und Konsorten eine Sitzung des Stadtrates stürmten, um die bereits erwähnte Maßnahme zur Waffenkontrolle zu verhindern.

Anscheinend gefiel es ihr auch bei der AIP so gut, dass sie 2006 wieder erschien und sogar eine Rede hielt. Und während der stellvertretende Vorsitzende der AIP ein Jahr später davon sprach, die Republikaner und Demokraten zu „infiltrieren", schickte Frau Palin dieses Jahr eine Video-Grußbotschaft an den Parteitag der AIP – an die Partei, deren Gründer einst sagte: „Die Feuer der Hölle sind vereiste Gletscher, verglichen mit meinem Hass auf die amerikanische Regierung. Ich werde nicht unter ihrer verdammten Flagge begraben werden […]."

Ein kurzer Auftritt?

Trotz ihrer Nähe zur religiösen Rechten und anderen fragwürdigen Figuren hat Sarah Palin anscheinend auch im eigenen Lager ein Problem: Glaubwürdigkeit. Während sie ihren Bürgermeisterwahlkampf in Wasilla als jemand betrieb, der den „Status quo" der etablierten Politik durcheinander wirbeln wollte, beschuldigte man sie schon nach wenigen Monaten der Vetternwirtschaft und durchsichtiger politischer Manöver, wie der Entlassung der Stadt-Bibliothekarin aufgrund eines Streites um die, von Palin geforderte, Zensur eines Buches über homosexuelle Eltern.

Während der Gouverneurswahl 2006 trat Palin als Frontfrau der religiösen Rechten und „als moralische Kreuzzüglerin" an, die Korruption und Verschwendung bekämpfen wollte. Der amtierende Gouverneur Murkowski, der aufgrund seiner engen Beziehungen zur Ölindustrie immer unbeliebter beim Wahlvolk wurde, machte es ihr einfach. Sie ging öffentlich auf Distanz zu einigen korrupten Parteifreunden und eroberte das Amt des Gouverneurs damit im Sturm.

Diejenigen hingegen, die nun auf die rasche Umsetzung der politischen Agenda der religiösen Rechten, oder aber auf echte Reformen bezüglich der Probleme Alaskas gehofft hatten, sollten eine Enttäuschung erleben. Abgesehen von einigen populistischen Maßnahmen, die in einem 1200 US-$ Scheck für jeden Bürger Alaskas mündeten, war nichts zu sehen von mittel- oder langfristigen politischen Planungen der frisch gebackenen Gouverneurin und bekennenden Anhängerin des Kreationismus.

Vielleicht war sie in jenen Tagen schon mit dem nächsten Ziel, ihrem Einstieg in die Bundespolitik beschäftigt. Sicher ist zumindest, dass ihr der Ruf als moralisch und ethisch gefestigte Person, die sich im Zweifelsfall auch mit der eigenen Partei anlegt, beim Präsidentschaftswahlkampf zwei Jahre später hilfreich sein sollte. Wenn, ja wenn da nicht die Episode aus Sarah Palins Leben wäre, die in den amerikanischen Medien inzwischen als „Troopergate" bekannt geworden ist.

Wie ein überparteilicher parlamentarischer Untersuchungsausschuss gestern mitteilte, ist es erwiesen, dass Sarah Palin ihre politische Macht als Gouverneurin für persönliche Zwecke missbraucht hat. Sie hatte Druck ausgeübt, um die Entlassung ihres früheren Schwagers aus den Reihen der Staatspolizei von Alaska zu erreichen. Vorausgegangen war eine Art Rosenkrieg zwischen ihm und Palins Schwester. Es endete mit der Entlassung des Beauftragten für öffentliche Sicherheit, der sich entschieden gegen die Entlassung des Polizisten ausgesprochen hatte.

Auch wenn diese Entscheidung vorerst keine persönlichen Konsequenzen für Palin haben wird – die Parlamentarier können keinerlei Sanktionen gegen die Gouverneurin verhängen – dürfte diese Entwicklung doch schwerwiegende Konsequenzen für den republikanischen Wahlkampf im Allgemeinen und für Sarah Palin im Besonderen haben. Ihr Ruf als „Maverick", als politische Außenseiterin, die sich nicht von ihrer Macht korrumpieren ließ, ist nun schwer beschädigt. Etwas mehr als drei Wochen vor der Wahl ist es noch zu früh, endgültige Prognosen zu treffen, doch diese Steilvorlage für den Wahlkampf werden sich die Demokraten nicht entgehen lassen.

Eine Vizepräsidentschaftskandidatin, die des Amtmissbrauchs für schuldig befunden wurde, ist mit Sicherheit keine gute Grundlage, um eine Wahl zu gewinnen. Was einige der Anhänger der Republikaner noch wütender machen dürfte, als sie ohnehin schon sind.

Nick Abbe


© Nick Abbe for Der Spiegelfechter, 2008. | Permalink | No comment | Add to del.icio.us Post tags:

Feed enhanced by Better Feed from Ozh

[Link] [Cache]
ISLA: In Molke eingelegte Widderhoden
10/12/2008 02:23 PM
Hungern muss niemand, Ihr rechten Rattenfänger! Ihr, die Ihr Euch gerade auch in BlogLand versucht breit zu machen! Ihr, die Ihr Euch andient den frauenverachtenden Fundamentalisten in der Hoffnung auf ein braunes Bündnis. Es gibt genug für alle. Es ist nicht das Ende von Genuss und gutem Essen, geschweige denn Essen überhaupt.[Link] [Cache]
Club der halbtoten Dichter: Abschiedsrevue - Die Bazi Akten
10/12/2008 02:00 PM

otto wels

Otto Wels (SPD)

*

Auszug aus der Wels-Rede

*

Rede zur Begründung der Ablehnung des Ermächtigunsgesetzes

Reichstagssitzung vom 23. März 1933 in der Berliner Krolloper


“Meine Damen und Herren! Der außenpolitischen Forderung deutscher Gleichberechtigung, die der Herr Reichskanzler erhoben hat, stimmen wir Sozialdemokraten um so nachdrücklicher zu, als wir sie bereits von jeher grundsätzlich verfochten haben.

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Ich darf mir wohl in diesem Zusammenhang die persönliche Bemerkung gestatten, daß ich als erster Deutscher vor einem internationalen Forum, auf der Bremer Konferenz am 3. Februar des Jahres 1919, der Unwahrheit von der Schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges entgegengetreten bin.

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Nie hat uns irgendein Grundsatz unserer Partei daran hindern können oder gehindert, die gerechten Forderungen der deutschen Nation gegenüber den anderen Völkern der Welt zu vertreten.

(Bravo! bei den Sozialdemokraten.)

Der Herr Reichskanzler hat auch vorgestern in Potsdam einen Satz gesprochen, den wir unterschreiben. Er lautet: »Aus dem Aberwitz der Theorie von ewigen Siegern und Besiegten kam der Wahnwitz der Reparationen und in der Folge die Katastrophe der Weltwirtschaft.« Dieser Satz gilt für die Außenpolitik; für die Innenpolitik gilt er nicht minder.

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Auch hier ist die Theorie von ewigen Siegern und Besiegten, wie der Herr Reichskanzler sagte, ein Aberwitz. Das Wort des Herrn Reichskanzlers erinnert uns aber auch an ein anderes, das am 23. Juli 1919 in der Nationalversammlung gesprochen wurde. Da wurde gesagt: »Wir sind wehrlos, wehrlos ist aber nicht ehrlos.

(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Gewiß, die Gegner wollen uns an die Ehre, daran ist kein Zweifel. Aber daß dieser Versuch der Ehrabschneidung einmal auf die Urheber selbst zurückfallen wird, da es nicht unsere Ehre ist die bei dieser Welttragödie zugrunde geht, das ist unser Glaube bis zum letzten Atemzug.”

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. - Zuruf von den Nationaldemokraten: Wer hat das gesagt?)

Das steht in einer Erklärung, die eine sozialdemokratisch geführte Regierung damals im Namen des deutschen Volkes vor der ganzen Welt abgegeben hat, vier Stunden bevor der Waffenstillstand abgelaufen war, um den Weitervormarsch der Feinde zu verhindern. - Zu dem Ausspruch des Herrn Reichskanzlers bildet jene Erklärung eine wertvolle Ergänzung.

Aus einem Gewaltfrieden kommt kein Segen;

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

im Innern erst recht nicht.

(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Eine wirkliche Volksgemeinschaft läßt sich auf ihn nicht gründen. Ihre erste Voraussetzung ist gleiches Recht. Mag sich die Regierung gegen rohe Ausschreitungen der Polemik schützen, mag Sie Aufforderungen zu Gewalttaten und Gewalttaten selbst mit Strenge verhindern. Das mag geschehen, wenn es nach allen Seiten gleichmäßig und unparteiisch geschieht, und wenn man es unterläßt, besiegte Gegner zu behandeln, als seien sie vogelfrei.

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.

(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.)

Nach den Verfolgungen, die die Sozialdemokratische Partei in der letzten Zeit erfahren hat, wird billigerweise niemand von ihr verlangen oder erwarten können, daß sie für das hier eingebrachte Ermächtigungsgesetz stimmt. Die Wahlen vom 5. März haben den Regierungsparteien die Mehrheit gebracht und damit die Möglichkeit gegeben, streng nach Wortlaut und Sinn der Verfassung zu regieren. Wo diese Möglichkeit besteht, besteht auch die Pflicht.

(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)

Kritik ist heilsam und notwendig. Noch niemals, seit es einen Deutschen Reichstag gibt, ist die Kontrolle der öffentlichen Angelegenheiten durch die gewählten Vertreter des Volkes in solchem Maße ausgeschaltet worden, wie es jetzt geschieht,

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

und wie es durch das neue Ermächtigungsgesetz noch mehr geschehen soll. Eine solche Allmacht der Regierung muß sich um so schwerer auswirken, als auch die Presse jeder Bewegungsfreiheit entbehrt.

Meine Damen und Herren! Die Zustände, die heute in Deutschland herrschen, werden vielfach in krassen Farben geschildert. Wie immer in solchen Fällen fehlt es auch nicht an Übertreibungen. Was meine Partei betrifft, so erkläre ich hier: wir haben weder in Paris um Intervention gebeten, noch Millionen nach Prag verschoben, noch übertreibende Nachrichten ins Ausland gebracht.

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Solchen Übertreibungen entgegenzutreten wäre leichter, wenn im Inlande eine Berichterstattung möglich wäre, die Wahres vom Falschen scheidet.

(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Noch besser wäre es, wenn wir mit gutem Gewissen bezeugen könnten, daß die volle Rechtssicherheit für alle wiederhergestellt sei.

(Erneute lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Das, meine Herren, liegt bei Ihnen.

Die Herren von der Nationalsozialistischen Partei nennen die von ihnen entfesselte Bewegung eine nationale Revolution, nicht eine nationalsozialistische. Das Verhältnis ihrer Revolution zum Sozialismus beschränkt sich bisher auf den Versuch, die sozialdemokratische Bewegung zu vernichten, die seit mehr als zwei Menschenaltern die Trägerin sozialistischen Gedankengutes gewesen ist

(Lachen bei den Nationalsozialisten.)

und auch bleiben wird. Wollten die Herren von der Nationalsozialistischen Partei sozialistische Taten verrichten, sie brauchten kein Ermächtigungsgesetz.

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Eine erdrückende Mehrheit wäre Ihnen in diesem Hause gewiß. Jeder von Ihnen im Interesse der Arbeiter, der Bauern, der Angestellten, der Beamten oder des Mittelstandes gestellte Antrag könnte auf Annahme rechnen, wenn nicht einstimmig, so doch mit gewaltiger Majorität.

(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

(Lachen bei den Nationalsozialisten.)

Aber dennoch wollen Sie vorerst den Reichstag ausschalten, um Ihre Revolution fortzusetzen. Zerstörung von Bestehendem ist aber noch keine Revolution. Das Volk erwartet positive Leistungen. Es wartet auf durchgreifende Maßnahmen gegen das furchtbare Wirtschaftselend, das nicht nur in Deutschland, sondern in aller Welt herrscht.

Wir Sozialdemokraten haben in schwerster Zeit Mitverantwortung getragen und sind dafür mit Steinen beworfen worden.

(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

(Lachen bei den Nationalsozialisten.)

Unsere Leistungen für den Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft, für die Befreiung der besetzten Gebiete werden vor der Geschichte bestehen.

(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Wir haben gleiches Recht für alle und ein soziales Arbeitsrecht geschaffen. Wir haben geholfen, Deutschland zu schaffen, in dem nicht nur Fürsten und Baronen, sondern auch Männern aus der Arbeiterklasse der Weg zur Führung des Staates offensteht.

(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Davon können Sie nicht zurück, ohne Ihren eigenen Führer preiszugeben.

(Beifall und Händeklatschen bei den Sozialdemokraten.)

Vergeblich wird der Versuch bleiben, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Wir Sozialdemokraten wissen, daß man machtpolitische Tatsachen durch bloße Rechtsverwahrungen nicht beseitigen kann. Wir sehen die machtpolitische Tatsache Ihrer augenblicklichen Herrschaft. Aber auch das Rechtsbewußtsein des Volkes ist eine politische Macht, und wir werden nicht aufhören, an dieses Rechtsbewußtsein zu appellieren.

Die Verfassung von Weimar ist keine sozialistische Verfassung. Aber wir stehen zu den Grundsätzen des Rechtsstaates, der Gleichberechtigung, des sozialen Rechtes, die in ihr festgelegt sind. Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus.

(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten. Sie selbst haben sich ja zum Sozialismus bekannt. Das Sozialistengesetz hat die Sozialdemokratie nicht vernichtet. Auch aus neuen Verfolgungen kann die deutsche Sozialdemokratie neue Kraft schöpfen.

Wir grüßen die Verfolgten und Bedrängten. Wir grüßen unsere Freunde im Reich. Ihre Standhaftigkeit und Treue verdienen Bewunderung. Ihr Bekennermut ihre ungebrochene Zuversicht -

(Lachen bei den Nationalsozialisten.)

(Bravo! Bei den Sozialdemokraten.)

verbürgen eine hellere Zukunft.”

(Wiederholter Beifall bei den Sozialdemokraten.)

(Lachen bei den Nationalsozialisten)

[Link] [Cache]
Freie ArbeiterInnen Union: Interhelpo Nummer 27 erschienen!
10/12/2008 01:36 PM
Die FAU-Zeitung aus Münster steht hier zum Download bereit. Die Themenschwerpunkte: Postmindestlohn wird eingeklagt, lokale Klassenkämpfe, Hochschulreformen und Klassenlage von Studierenden, Klassenkämpfe in Mexiko, Keine Arbeit ohne Lohn, Chefduzen.de, Vor 80 Jahren: FAUD Münster gegründet.[Link] [Cache]
redblog: Serdars Gruß zu Haiders Unfall
10/12/2008 01:29 PM
[Link] [Cache]
Mutantenstadl: Chomsky zur Weltwirtschaftskrise
10/12/2008 01:19 PM
Chomsky in der Irish Times (via ZNet):

Der Anlass des aktuellen Zusammenbruchs liegt im Platzen der Immobilienblase, die, unter Aufsicht von Federal Reserve-Chairman Alan Greenspan, die strauchelnde (US-)Wirtschaft während der Bush-Jahre durch »Konsum auf Pump« und ausländische Kredite am Laufen hielt. Doch die Wurzeln liegen tiefer. Sie liegen teilweise im Triumph der Liberalisierung im Finanzwesen der letzten dreißig Jahre — sprich: in der weitgehenden Befreiung der Märkte von gesetzlicher Regulierung. […]

Es ist die Aufgabe von Finanzinstitutionen, Risiken einzugehen und dabei sicherzustellen, dass ihre eigenen möglichen Verluste abgedeckt sind. Die Betonung liegt dabei auf »ihre eigenen«. Im Staatskapitalismus gehört es nicht zu ihren Aufgaben, die Auswirkungen auf Dritte — die »externen Effekte« oder »Externalitäten« — zu berücksichtigen, wenn ihre Geschäftspraktiken zu Finanzkrisen führen, was regelmäßig passiert.

Die Liberalisierung der Finanzmärkte wirkt sich jedoch bei Weitem nicht nur auf die Wirtschaft aus. Es ist seit langem bekannt, dass sie sich als Waffe gegen die Demokratie richtet. Die Freizügigkeit des Kapitals führt zur Bildung eines »virtuellen Parlaments« von Investoren und Gläubigern, die die Pläne der Regierung beobachten und gegen sie »abstimmen«, falls sie »unvernünftig« sind (also zum Wohle der Menschen wirken, statt zum Wohle der privaten Machtkonzentrationen).

Investoren und Gläubiger »geben ihre Stimme ab«, indem sie ihr Kapital abziehen, Währungen angreifen oder andere Instrumente nutzen, die ihnen die liberalisierten Finanzmärkte bieten. Dies war einer der Gründe, warum das Bretton-Woods-System, das die vereinigten Staaten und Großbritannien nach dem zweiten Weltkrieg etablierten, Kapitalkontrolle ermöglichte und starre Wechselkurse einführte. […]

John Maynard Keynes, der britische Verhandlungsführer, betrachtete das Recht von Regierungen, Kapitalflüsse zu kontrollieren, als wichtigste Errungenschaft von Bretton-Woods.

Im krassen Gegensatz dazu wird — in der neoliberalen Phase, die nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems in den Siebzigern begann — die Kapitalfreiheit vom US-Finanzministerium jetzt als » Grundrecht« betrachtet, nicht zu verwechseln mit vermeintlichen »Rechten« wie sie in der UN-Menschenrechtscharta garantiert werden: Gesundheit, Bildung, Arbeit, Sicherheit und andere Rechte, die von Reagan- und Bush-Regierungen als »Wünsche an den Weihnachtsmann«, »grotesk« oder als »Mythen« abgetan wurden.


(Hoffentlich sinngemäße Übersetzung und Wikipedifizierung von mir, für Englischversteher gilt Lesebefehl!)
[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Vorratsdatenspeicherung ist überall
10/12/2008 01:09 PM

100.000 Bürger - nein, 100.000 Wähler haben sich gegen die heutige Politik aufgelehnt!

1. Faktenlage

DD zitiert von der Seite des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung:

“Nach einem Gesetz, das CDU, CSU und SPD am 9. November 2007 gegen die Stimmen von FDP, Grüne und Linke beschlossen haben, soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden.

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich. Zugriff auf die Daten erhalten Polizei, Staatsanwaltschaft und ausländische Staaten, die sich davon eine verbesserte Strafverfolgung versprechen.”

Weiter heißt es:

Die Aufzeichnung von Informationen über die Kommunikation, Bewegung und Mediennutzung jedes Bürgers stellt die bislang größte Gefahr für unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben dar.

Unter einer Vorratsdatenspeicherung leiden wir alle:

  • Eine Vorratsdatenspeicherung greift unverhältnismäßig in die persönliche Privatsphäre ein.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung beeinträchtigt berufliche Aktivitäten (z.B. in den Bereichen Medizin, Recht, Kirche, Journalismus) ebenso wie politische und unternehmerische Aktivitäten, die Vertraulichkeit voraussetzen. Dadurch schadet sie letztlich unserer freiheitlichen Gesellschaft insgesamt.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung verhindert Terrorismus oder Kriminalität nicht. Sie ist unnötig und kann von Kriminellen leicht umgangen werden.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen das Menschenrecht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung ist teuer und belastet Wirtschaft und Verbraucher.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung diskriminiert Nutzer von Telefon, Mobiltelefon und Internet gegenüber anderen Kommunikationsformen.
  • Vorratsdatenspeicherung ist ein wichtiger Baustein auf dem Wege zu einer durchregulierten vollüberwachten Gesellschaft, in der die persönliche Freiheit der Bürger auf der Strecke bleibt. Der nächste wichtige Baustein wurde vor wenigen Tagen in der Öffentlichkeit, weniger in der offiziellen, mehr in der halboffiziellen, dem Internet, diskutiert: der Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Darüber hinaus besteht das Bestreben, in Wohnungen einzudringen, um dort Abhörmaßnahmen und andere tief in die Intimsphäre der Bürger eingreifenden Kontrollmaßnahmen einzurichten. Zusätzlicher Baustein besteht darin, dass den Überwachungsbehörden der Innenministerien Möglichkeiten eingeräumt werden, die man niemals in den 70er oder 80er Daten für möglich gehalten wären.

    Man kann den Eindruck gekommen, dass die bundesdeutschen Behörden von der DDR viel gelernt haben:

    stückchenweise wird die Freiheit geopfert, tief wird in das Netz des Grundgesetzes, das 1948 als ein relativ freiheitlich- demokratisches Gesetz ( ohne Verfassungscharakter ) konzipiert war, eingeschnitten. Und diese Methodik wird äußerst feinsinnig vorangetrieben, so dass medial von den theoretischen Möglichkeiten gesprochen wird, und beim Lesen der weniger informierte Bürger den Eindruck bekommt und befreit aufseufzt “das ist ja nur eine Option, im Fall aller Fälle, das betrifft uns doch nicht wirklich”.

    Zwischen “Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Unfreiheit des Einzelnen beginnt” und dem Recht auf persönliche Freiheit, informationelle Freiheit eingeschlossen, ist ein weites Feld, das nun von Überwachungsbehörden besetzt wird. Die Amtspersonen Schily und Schäuble stehen für das, was heute exisitiert: die ständige Ausuferung des Staates in die Privatsphäre der Bürger. Es ist nicht zu verdenken, dass manche den Eindruck haben, dass der Staat die Bürger zum Feind erkoren hat - mit scheinheiligsten Argumenten, von denen eines die Gesellschaft dominiert:

    Bei vielen ernsthaften Wissenschaftlern und Gruppen besteht mehr als nur der Verdacht, dass der sogenannte Terrorismus, beginnend mit 9/11, New York, kein Attentat einer islamistischen Vereinigung war, sondern eine perfekte Inszenierung mit dem Ziel, dass sich die westlichen “Demokratien” eine Argumentation schaffen, um nach außen und auch nach innen der kontrollierenden Demokratie eine alles dominierende Rolle einzuräumen. Der seit Jahren viel gepflegte und honorierte Begriff “Weltpolizist” bekommt zunehmend eine neue Bedeutung: die Dominierung großer Teile der Welt durch den Westen. Da passte es gut, dass die UDSSR zerfallen wurde, da passte es gut, dass man im Irak rollende Chemiefabriken aus dem bundesdeutschen Märchenwald holte, da passte es gut, dass man Taliban in Afghanistan als Argument für kriegerische Operationen nutzen konnte, da passte es gut, dass in westlichen Ländern fürchterliche Anschläge passierten, von denen man einige gern nutzte, um sie dem Islamismus, dem neuen Feindbild des Westens, zuzuschreiben, auch, wenn sie höchst wahrscheinlich völlig anderen Urhebern zuzuschreiben waren. Zu Maßnahmen gehören Maßnahmengründe, die für die Bürger möglichst verständlich sind, und viele dieser Maßnahmengründe wurden bis zur Offensichtlichkeit verbogen!

    Vorratsdatenspeicherung als eine der vielen Maßnahmen der Staatskontrolle über Bürger ist, das muss man erkennen, nur ein Baustein, wenngleich auch ein überaus wichtiger. Daher ist es richtig, dass unter der Maßgabe, wir Bürger treten für die viel in der westlichen Welt gelobte Freiheit in der Demokratie ein, man sich des Zugriffs des Staates durch Vorratsdatenerfassung, -speicherung und -auswertung jeglicher Art wehrt. DD sagt, dass heute mehr denn je der ‘68er Spruch gilt:

    Wer sich nicht wehrt,
    der lebt verkehrt!

    Nur eine Randbemerkung: man sollte nicht glauben, dass Vorratsdatenerfassung, -speicherung und -auswertung nur ein Privileg des Staates sei. Im weiterführenden Prinzip ist die industrielle Vorratsdatenerfassung, -speicherung und -auswertung ein ebenso einseitiges und nutzbares Feld für die entsprechenden Interessenträger; darauf soll hier jedoch nicht weiter eingegangen werden, um die rote Linie nicht zu verwischen, sie muss aber erwähnt werden, weil an einigen Nahtstellen staatliche und industrielle Vorratsdatenerfassung, -speicherung und -auswertung Hand in Hand zusammenarbeiten.

    2. Privater Widerstand

    Nachdem vom Westen, von einem giftspritzenden Medienapparat die DDR mit seinen Überwachungsmöglichkeiten vor dem Fall der Mauer tagtäglich angeprangert wurde, nachdem Bürger im Westen darauf sensibilisiert wurden, ist es ein Wunder, dass, bezogen nun auf den eigenen Staat diese Sensibilität immer noch schlummert? Vor Jahren gründete sich also der “Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung”, über den Wiki schreibt:

    „Auf dem Weg zum Überwachungsstaat" ist das Konzept für einen Informationsabend - organisiert von Vertretern des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (Ak Vorrat) in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Freiheitsredner" - zum allgemeinen Stand der staatlichen Überwachungsmaßnahmen in Deutschland und aus aktuellem Anlass zur geplanten Vorratsspeicherung der Kommunikationsdaten. Der AK Vorrat ist ein bundesweiter Zusammeschluß von Bürgerrechtlern, Datenschützern, Juristen und Internetnutzern und hat sich zum Ziel gesetzt, weitere geplante Überwachungsmaßnahmen zu verhindern und über bestehende zu informieren und letzlich aufzuklären.”

    Es ist nur zu konsequent, wenn der Staat Gesetze beschlossen hat oder beschließen will, dass eine große Bewegung die Öffentlichkeit auf andere Weise informiert. Längst ist die Presse in Deutschland durch die Konzernstrukturen und Presse- Unternehmervereinigungen so weit medial gleichgeschaltet, dass hier keine ernste Möglichkeit besteht, ein solches Thema über die normalen Informationskanäle an die Bevölkerung zu bringen. Einzig zwei Rechte sind noch geblieben:

    1. das Internet und
    2. Demonstrationen.

    Im Internet finden sich etliche ( sicherlich von staatlichen Überwachungsorganen tagtäglich überwachte Internetseiten - guten Tag, Herr Verfassungsschutz, und schönen Sonntag auch Ihnen ) Seiten, die sich sehr kritisch mit der Lage in Deutschland und in der Welt aus jeweils unterschiedlichsten Blickwinkeln auseinandersetzen. Die Sprache, die Aufmachung wird sicherlich je nach Alter und Hintergrund recht unterschiedlich sein, allen aber ist eines gemeinsam: sie fordern den Freiheitsraum, den ein wichtiges Gesetz das Grundgesetz von 1948, den Deutschen auf den Weg gab.

    Demonstrationen sind vom AK Vorratsdatenspeicherung schon einige gelaufen und es war kein Wunder, dass jetzt und in Berlin zu einer Großdemonstration aufgerufen wurde, die nicht nur hier, in Berlin, sondern in etlichen Städten der westlichen Welt an demselben Tage durchgeführt wurde. DD traf sich vor ein paar Monaten mit Lotar Küpper, der für Berlin einen wesentlichen organisatorischen Teil übernahm. Lotar schilderte die Hoffnung, dass endlich die Bevölkerung in großer Breite aufwachen möge, erkennen möge, wie wichtig und, im wahrsten Sinne des Wortes einschneidend, dieses Thema für die Bürger ist. Wer Lotar Küpper kennengelernt hat, wird feststellen, hier ist kein Chaot, Verwirrter, Spinnerter, Phantast, Demokratiefeind am Werke, hier ist einer am Werke, zusammen mit etlichen guten Bürgern aus ganz Deutschland, der aufklären will, der wachrütteln will - parteilos-überparteilich!

    Wer, und das ist in dieser westlichen Welt immer mehr zu befürchten, solche Mitbürger diskreditiert, in irgendeine radikale Ecke steckt, der sollte sich fragen, aus welcher Ecke er schießt!

    So gab es zu gestern den Aufruf zur Demonstration gegen diesen Überwachungswahn breiter politischer Kreise über die fast gesamte Breite unseres realen menschlichen Daseins:

    “Freiheit statt Angst”-Demo in Berlin

    DD war dabei, Bernd Müller, hatte sich als Ordner zur Verfügung gestellt, um der Organisation etwas zu helfen, zumal auf DD auch immer die Aufklärung über Zusammenhänge ein wichtiges Thema ist.

    Treffen vor dem Roten Rathaus - 10:30 - ein wunderschöner Herbsttag, zum öffentlichen Mitlaufen geradezu geeignet. Ein wenig müde kamen die ersten Berliner und aus nah und fern Zugereisten dorthin. Es begann sich der Vorplatz zu füllen. Um etwa 14:00 Uhr wurden die ersten Eröffnungsreden gehalten, unter anderem auch der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, sprach als einer der Redner zu dem protestierenden Bürgern und Kollegen, die hier wiedergegeben werden soll:

    “Liebe Mitstreiter an dieser Bürgerrechtsdemo, liebe Freunde!

    Vielen Dank, das ich hier und heute zum Thema Vorratsdatenspeicherung im Gesundheitswesen sprechen darf.

    Ich bin der Präsident der Freien Ärzteschaft, aber in erster Linie spreche ich heute zu Ihnen und Euch als Arzt. Diesen Beruf übe ich seit 25 Jahren aus, zunächst im Krankenhaus und seit mehr als 16 Jahren als Hausarzt in Erkrath bei Düsseldorf.

    Als Arzt tritt man an, um den Menschen umfassend zu helfen, um ihnen bei ihren gesundheitlichen Problemen, ihren Sorgen und Nöten zur Seite zu stehen.

    In diesem ganz spezifischen zwischenmenschlichen Verhältnis konnte bislang Ur-Vertrauen gelebt werden, zwischen Patienten und Arzt. Das Arzt-Patient-Verhältnis war durch die ärztliche Schweigepflicht geschützt!

    Die ärztliche Schweigepflicht, dieses unverzichtbare Bollwerk einer verantwortungsvollen Diagnostik und Therapie wird derzeit in menschenverachtender Manier sturmreif geschossen!

    Von Staats wegen eingesetzte praxisferne Technokraten und so genannte Gesundheitsökonomen haben in ihrem Bürokratie- und Regulierungswahn unserem Gesundheitswesen bereits fast irreparablen Schaden zugefügt. Jetzt greift der Staat in einer geradezu wahnhaften Gier nach Daten abermals in die Gesundheitsversorgung ein!

    Das Instrument für das staatliche Überwachungsprojekt heißt elektronische Gesundheitskarte!

    Mit einem kleinen Chip auf einem kleinen Stück Plastik soll nach dem Willen unserer Politiker das, was ärztliches Tun ausmacht, außer Kraft gesetzt werden: das Menschliche, die Privatsphäre und die Intimsphäre - und das schon genannte Urvertrauen - bleiben auf der Strecke!

    Mit dieser eCard wird der Mensch zum Datenkörper. Ein gläsernes Konstrukt aus Bits und Bytes.

    Entgegen aller Beteuerungen erhält der Patient seine informationelle Selbstbestimmung damit nicht. Die Daten werden nicht auf dem Karten-Chip gespeichert, sondern sie werden in Wahrheit auf Großrechnern im Netz zusammengeführt.

    Das nenne ich Vorratsdatenspeicherung in verwerflichster Rein-Kultur, meine sehr verehrten Damen und Herren!

    Der Patient verkommt als Datenkörper - staatlich gewollt - zur Verfügungsmasse von Behörden, Versicherungen und nicht zuletzt die Gesundheitsindustrie. Mit der Maxime der industrialisierten Gesundheitsversorgung will man sich an dieser gigantischen Vernetzung bereichern.

    Welch ein Szenario: der Arbeitgeber sortiert per Mausklick seinen Mitarbeiter aus, der sich in nervenärztlicher Behandlung befindet. Versicherungen selektieren via Bildschirm ihre Kunden und der Aids-Patient ist im Netz dem allgemeinen Begaffen ausgeliefert.

    Das alles wollen wir nicht, liebe Mitstreiter! Das alles dürfen wir unter gar keinen Umständen zulassen!

    Und deshalb ermuntere ich Sie im Namen der ‚Freien Ärzteschaft’ sehr eindringlich: Machen wir weiter im Kampf gegen die Vorratsdatenspeicherung, ob in der Telekommunikation oder im Gesundheitswesen! Wir haben einen großen Vorrat an Gemeinsamkeiten in unserem Kampf gegen die Vorratsdatenspeicherung!

    Für das Gesundheitswesen gemeinsam im Bündnis ‚Stoppt die eCard’.

    Wehren wir uns gemeinsam gegen Staats-Willkür und Daten-Gier!

    Der Mensch mit seinem informationellen Selbstbestimmungsrecht und allen daraus erwachsenden ethischen Anforderungen steht dabei für uns im Mittelpunkt!”

    Man hat die Leidenschaft gespürt, nicht nur bei Martin Grauduszus, die die Tiefgründigkeit dieses Konfliktpunktes “Vorratsdatenspeicherung” erfaßt! Erschütternd der Bericht einer Bürgerin, deren Mann, Soziologe, wegen Verwendung eines Wortes “Gentrification” in die Fänge staatlicher Behörden geriet, Wohnungsdurchsuchungen über Stunden ertragen musste, psychischem Druck ausgesetzt war und immer noch über die Breite der operativen behördlichen Möglichkeiten verfolgt wird.

    Was die Offiziellen der Politik dazu erklärend und beschwichtigend sagen werden, weiß man jetzt schon:

    • Einzelfälle
    • übertriebene Darstellungen
    • wer nicht zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten
    • alles rechtlich einwandfrei durchgeführt …

    Im schlimmsten Fall heißt es: “über das Ziel hinausgeschossen”. Das war’s dann. Der Bürger mit seinen Rechten ist dem Staat total egal! Um eine später zu diskutierende Mediendarstellung an dieser Stelle vorweg zu nehmen: es gab einen kleinen Beitrag im Fernsehen, in dem ein CDU Mann aus den hinteren Bänken zum Besten gab, dass das alles richterlich abgesegnet sei, daher sollten die Bürger, die her demonstrierten, doch zufrieden sein.
    Ein verdammtes Argument: wie Richtersprüche bei der Direktionsmöglichkeit durch die Politik zustande kommen, kann man oft nur ahnen! Professor Schelenz steht dem Rechtssystem mehr als kritisch gegenüber und er könnte mit Sicherheit hierzu einiges sagen!

    Kurz vor dem Beginn der Demo wurden die Demoregeln verlesen und der Veranstalter wies darauf hin, dass sich alle vernünftig verhalten sollten. Dann setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. DD schätzte zum Start die Anzahl auf etwa 25.000 Menschen.

    DD kann sagen, die einzigen, die wirklich aufgerüstet waren, waren Polizisten, die bereits zu Anfang eine merkwürdige Rolle spielten:

    • Fahrzeuge wurden durchsucht
    • wir sind hier, um darauf zu achten, dass Sie nicht auf das Grün ( Gras ) treten
    • kamerabewaffnete Fahrzeuge …

    Was konnte man unterwegs feststellen?

    1. eine unglaubliche Anzahl Menschen standen rechts und links an der Prachtstraße “Unter den Linden”
    2. größtenteils hörte man offene, verständnisvolle Worte; das bürgerliche Unmutsgefühl ist unten angekommen
    3. es gab kleinere Gruppen asiatischer Ausländer, die mit teils offenem Mund der Demo zusahen.

    Ich bin auf eine Gruppe von ca. 10 Asiaten zugegangen und habe sie gefragt, woher sie kämen: aus China - nicht weit von der Stadt entfernt, wo ich selber 8 Monate insgesamt arbeitete. Ich habe ihnen darauf erklärt, was diese Demonstration bedeutete und welche bürgerlichen Rechte ( noch ) bestehen und dass wir Deutschen die Befürchtungen haben, demnächst in einem Überwachungsstaat zu leben ( was mögen diese jungen Touristen jetzt nun gedacht haben? ). Es war eine überaus freundliche Verabschiedung! Vielleicht haben sie jetzt ein Stück praktizierter Rest- Demokratie von Deutschland mitbekommen!

    Vorbei an Prachttempeln des Konsums und der Autowelt, bis zum Brandenburger Tor. Vorbei am Bundestag, dem Reichstagsgebäude, schwerst bewacht von geifernden Hunden, an denen Polizisten hingen und wieder zurück zum Brandenburger Tor. Hier erwartete und eine grandiose Kulisse, die jeden, der mitgelaufen war, mit Stolz und großer Freude erfüllen musste: Lust auf mehr!

    3. Medienöffenlichkeit

    Man kann als Dabeigewesener nur sagen: beschämend! Eine organisierte Desinformation:

    Insgesamt kann man davon ausgehen, dass die mediale Gleichschaltung wieder hervorragend nutzte. Man kann nur durch eine Strategie diese Obrigkeitsstrategie gegen die Wand fahren lassen: Leute, macht an einem und demselben Tage in allen Deutschen Großstädten eine Demo! Die Bürger sind es leid, von den Politikern ständig gegängelt zu werden; sie werden sich solchen Demonstrationen auch anschließen wollen.

    Ein paar Worte von zu den Teilnehmerzahlen: ja, zu Beginn, am Roten Rathaus, waren gerade, wie oben gesagt, ca. 25.000 Menschen dort. Aber unterwegs füllte sich der Zug, von den Seiten konnte man beobachten, wie die Bürger sich einreihten. Ich sage:

    Auch nicht den Mut zu haben, dass man von Anfang an dabei ist, wissend, dass man auf den Festplatten der Polizei für immer eingebrannt ist ( sofern sie nicht abhanden kommen ), ist ein Ergebnis der Einschüchterungspolitik unserer Fürsten in Berlin!

    Bürger, habt den Mut mitzumachen! Was Recht war, soll wieder Recht werden, aber dafür muss man kämpfen.

    4. Parteienbeteiligung

    Es besteht ein fahler Nachgeschmack, wenn sich die Schilly- Grünen an dieser Demonstration beteiligen. Es besteht ein fahler Nachgeschmack, wenn sich die stets CDU hörige FDP wenn sich die Schilly- Grünen an dieser Demonstration beteiligt.
    Aus Sicht von DD wurde von vielen Grüppchen diese Demonstration instrumentalisiert! Dieser Instrumentalisierung hat sich die Partei “DIE BASIS” nicht angeschlossen, obwohl seit Monaten Kontakte bestanden, weil wir der tiefen Überzeugung sind, dass ein solches Thema zu ernst ist, um für strategische Parteispielchen missbraucht zu werden!

    h2>Abschlussbemerkung:

    DD dankt allen, die mit einem wahnsinnigen Aufwand diese Demo geplant haben. Macht weiter, schließt Euch zu größeren Einheiten zusammen, weil Vorratsdatenspeicherung in Baustein ist, wohin diese Gesellschaft geführt werden soll. Ich persönlich erinnere mich an die Anfänge der Grünen, die Anti- AKW- Bewegung, die ich selber auf einer Demo zum Bonner Hofgarten begleitet hatte. Aber eine Warnung würde ich Euch auf den Weg mitgeben: Versottet nicht!

    [Link] [Cache]
    politplatschquatsch: Alles Geld der Welt
    10/12/2008 12:24 PM
    25 Prozent Rendite, wie sie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann von seinem haus fordert, seien zuviel, ist Hans-Werner Sinn, Wirtschaftsforscher mit Käpt-Briese-bart, sicher. Wo er recht hat, hat e recht: Rein mathematisch betrachtet sind nämlich schon die bisschenmehralsdrei Prozent, die die Europäische Zentralbank an Zinsen nimmt, also als Renditeerwartung vor sich herträgt, genau ein bisschenmehralsdrei Prozent zuviel. Dass europa- und natürlich auch weltweit nur 100 Prozent Geld von den Zentralbanken ausgegeben werden, diese hundert Prozent aber vom Markt zu 103 Prozent zurückgezahlt werden sollen, ist paradox: Aus einem leeren Glas, in das man den Inhalt einer Flasche gießt, kann man nicht mehr trinken, als in der Flasche war, aus 100 Prozent vorhandenem Geld können nicht durch Verteilung drei Prozent mehr werden.

    100 Prozent geschöftes Geld können natürlich nur zu hundert Prozent zurückgezahlt werden - die Prämie darauf können Schuldnern nur auf Kosten anderer Schuldner erwirtschaften. Die Zinsen, die Schuldner erwirtschaften, sind die Kredite, die andere Schuldner schuldig bleiben, das ist das Grundgesetz der Zinswirtschaft. Warum nun eine Bank nicht als Ziel ausgeben soll, 25 statt 3 Prozent erwirtschaften zu wollen, ist unklar: Die Politik predigt schließlich auch ein Ende der Staatsschulden, das es nicht geben kann, weil ein Ende der Staatsschulden auch ein Ende der Bürgerguthaben in Staatspapieren bedeuten würde.[Link] [Cache]
    ISLA: Vesta - Hestia
    10/12/2008 12:23 PM





    Vesta war der römische Name der griechischen Göttin Hestia, "der ersten von allen Gottheiten, zu der man beten muß". Mit ihrem Namen begannen und endeten alle Gebete und Opferrituale, sagte Cicero, denn sie ist "die Hüterin der innersten Dinge". (Fußnote) Pythagoras zufolge war das Feuer ihres Herdes oder Altares das Zentrum der Erde. (Fußnote) Deshalb war der Altar der Vesta in rom, der von den jungfräulichen Vestalinnen gehütet wurde, auch ein Symbol des Erdmittelpunkts. Ein ähnlicher Altar war in Griechenland das Prytaneum ("öffentlicher Herd"), der ebenfalls von der Göttin verwaltet wurde, die "von allen Gottheiten am meisten verehrt" wurde. (Fußnote)



    Vesta oder Hestia war aus dem matriarchalen Zeitalter erhalten geblieben, in dem der Herd der Clanmutter der erste Feueraltar gewesen war. Ihre hausfraulichen Funktionen bestanden darin, das Feuer zu hüten, die Nahrung zu bereiten und das heilige Zentrum des Clanlebens zu gestalten, und sie galten als die heiligsten von allen menschlichen Tätigkeiten. In scharfem Kontrast dazu steht die moderne Hausfrauenarbeit, die in den meisten Fällen einfach nur als Nicht-Arbeit gilt, die keiner Bezahlung würdig ist. Sie wird nicht als ehrwürdig sakral, sondern als profan betrachtet.



    Das Zeichen für Vestia (oder Hestia) war ein Altartisch, auf dem Zwillingsflammen wie Schlangen zum Himmel aufzüngeln. Die Form des Altars entspricht dem griechischen Buchstaben pi, der in der Zahlenmagie der Pythagoreer überaus wichtig ist, wie jedes moderne Schulkind weiß.



    Die jungfräulichen Vestalinnen war die heiligsten Frauen von Rom, weil sie mit dem ewigen Feuer zu tun hatten, das im Herzen des Imperiums brannte. Vestas Altarflammen durften niemals ausgehen, denn dies hätte das Ende des Imperiums bedeutet. Die Priesterinnen waren zunächst virgines im alten Sinne; das heißt, sie waren nicht notwendigerweise keusch, sondern lebten unabbhängig von einem Mann. Später wurden sie zu nonnenhafter Keuschheit gezwungen und waren nur mit dem Geist von Rom "verheiratet" (der wahrscheinlich die Form des phallischen Palladiums besaß) - wie auch christliche Nonnen später mit Christus "verheiratet" wurden.
    Der Beiname eine Vestalin lautete Amata ("Geliebte"). (Fußnote)



    Im 4. Jahrhundert n. Chr. löschten die Christen das vestalische Feuer und entzogen den Jungfrauen ihre politischen und religiösen Privilegien. Dies führte bei gebildeten römischen Heiden, die noch immer dem alten Glauben anhingen, zu großer Empörung. Die Jungfrauen waren höchst sakrale Wesen - obwohl das patriarchale Rom ihren ursprünglichen Charakter vergessen (oder absichtlich verdunkelt) hatte:
    Sie waren orgiastische Priesterinnen und jungfräuliche Mütter, die bei Sommersonnwendfeiern vor dem 6. Jahrhundert v. Chr. von den Göttern geschwängert wurden. (Fußnote) Sobald die christliche Kirche genügend politische Macht hatte, ließ sie die Göttin Vesta und ihre heiligen Priesterinnen verschwinden. "Ihre christlichen Feinde fürchteten sie als geheimnisvolle und magische Frauen: Sie verstanden sie nicht und wollten sie auch nicht verstehen; sie wollten sie nur vernichtet wissen. (Fußnote)




    Aus:
    Barbara G. Walker, Die geheimen Symbole der Frauen. Lexikon der weiblichen Spiritualität[Link] [Cache]
    Kritik und Kunst: Finanzkrise zum vorletzten
    10/12/2008 11:57 AM

    ich weiß, Anstand ist keine politische Kategorie (Inszenierung von Anstand schon, aber Anstand selber ist politisch natürlich nicht sonderlich relevant oder produktiv).

    Aber wenn, ganz ausserpolitisch, Horst Köhler noch einen letzten Rest an Anstand und Selbstachtung hat - wenn er nicht der wäre, der er ist -, tritt er jetzt zurück. Die Aufforderung des Deregulierers und Ex-IWF-Geschäftsführers Köhler an Bänker, sich zu "entschuldigen", sein Plädoyer dafür, Ethos wiederzuentdecken, kann nicht mal mehr als Realsatire durchgehen. Das ist einfach nur noch abstoßend. Schlimmer noch als Paulsons Kniefall vor Pelosi oder die Umlabelungen Merkels und Steinbrücks zu kompetenten "Krisenmanagern". Weitere Reformen, klar, mahnt er auch noch an. Es ist nur noch irre.

    Nicht, dass mich da was wundert. Aber nachdem die Party der Wenigen vorbei ist, die Zeche nach unten durchgereicht wurde - und sie wird ja auch beglichen werden -, möchte ich von Typen wie Köhler wenigstens nicht auch noch verhöhnt werden. Ich persönlich halte Politiker, die Schneeballsystemen vorsätzlich den Weg bereitet haben, übrigens nicht polemisch, sondern präzise juristisch für Gauner, die ins Gefängnis gehören statt ins Amt. Das trifft allerdings auch auf Politiker zu, die mit Waffen dealen oder sich von Waffenhändlern freihalten lassen.

    Die nächste Party kommt übrigens so sicher wie das Amen in der Oldenburgischen Landeskirche. Das wird so lange weitergehen, wie der Mittelstand, dumm und verlogen, wie er ist, sich das alles gefallen läßt: Für ein paar lumpichte Trostpreise, für den halben, unsicheren Wohlstand auf Pump und für die Erlaubnis, die Unterschicht demütigen zu dürfen.

    [Link] [Cache]
    Radio Utopie: Great Depression
    10/12/2008 11:29 AM

    Natürlich werden sie uns retten. Die Bushs, Merkels und Steinbrücks. Unter tätiger Mithilfe von Axel Weber, Josef Ackermann und dem Chef der Commerzbank. Natürlich werden sie etwas retten. Als erstes ihren Arsch. Damit niemand ihre Verbrechen untersucht. Dann als zweites ihr Geld und das Geld ihrer Freunde. Bezahlen werden wie immer die Ehrlichen und Anständigen.

    Ihre gekaufte Journallie schreibt ja schon stündlich von der Unschuld der Banken und Bankenaufseher und der Schuld des gierigen Mittelstands und der bösen Kunden. Auch die Politik ist schuldlos. Schuld haben nur die Bürger. Wenn wir sie damit durchkommen lassen, dann habe ich hier schon mal die Bilder und die Lieder. Nicht nur als Erinnerung sondern auch als Blick in die Zukunft.

    Natürlich wird es anders aussehen und es müssen auch neue Lieder her. Aber man bekommt ein Gefühl für die Stimmung.

    The Dust Bowl and The Great Depression

    Bing Crosby - I’m Through With Love

    Brother can you spare a dime? Tom Waits

    Knocking on Heaven’s door - Avril Lavigne

    Great Depression Blues - Out Of Nowhere

    Julia Gerity - Sittin’ On A Rubbish Can

    The Great Depression

    Who’s Afraid of the Big Bad Wolf (Disney Sing Along Song)

    Ja auch die drei Schweinchen gehören in diese Zeit. Aber das sind nette Schweine. Die wahren Schweine von heute tragen teure Anzüge, werden von Sicherheitsleuten beschützt und unsere Regierung bricht ihnen unsere Türen auf, damit sie uns leichter berauben und benutzen können.

    Aber meine lieben Leser. Die die uns da eine Rettung vorgaukeln wollen, haben keine Chance. Sie sind zu gekauft, zu dumm und vor allem viel zu faul um etwas zu erreichen. Sie werden noch mehr Geld vernichten. Hier hundert Millarden und da mal eben tausend. Unser Geld versteht sich. Wir können das zulassen, oder wir schmeißen sie einfach raus.

    Ich bitte meine Leser sich zu überlegen ob es nicht an der Zeit ist, das Geld von der Bank zu holen, die Lebensversicherung beitragsfrei stellen zu lassen und dann auf die Straße zu gehen und laut und deutlich “Nein” zu sagen. Aber lassen sie sich von meinen Nachrichten nicht den Sonntag verderben. Die Welt und das was wirklich wichtig ist, wird auch am Montag noch bestehen.

    In diesem Sinne wünsche ich allen außer Bankern, Versicherungen, Finanzmaklern, Politikern und ähnlichem Pack, einen wundervollen Herbstsonntag und eine tolle Woche in der wir vielleicht etwas in Deutschland bewegen sollten. Übrigens der Herbst hat tolle Farben. Blätter sammeln.

    Ein besonderer Gruß an den Freund, der zum Dollar sagt, das seien lauter Papierchen, bedruckt mit toten Präsidenten. Das bringt mich immer zum lächeln.

    Ach ja bevor ich es vergesse. Unser Bundespräsidentdarsteller Horst Köhler, der jetzt fordert, das die Banken sich entschuldigen, sollte sich daran erinnern das er und seine Politik diese Wege freigemacht hat. Wenn sein Gedächtnis auch schlecht sein mag. Wir kennen die Täter genau. Und ansonsten soll der Vogel den Kopf zu machen. Wir brauchen keine Entschuldigungen von Ackermann und Co, sondern Urteile von anständigen Gerichten, die sich auch mit dem Köhler beschäftigen sollten.

    Quelle Duckhome

    [Link] [Cache]
    redblog: Bundesvorsitzender in spe abgesägt
    10/12/2008 11:29 AM
    Am Samstag wählte die Landesdelegiertenkonferenz der baden-württembergischen Grünen ihre Landesliste für die Bundestagswahlen im kommenden Jahr.
    Auf einen der Listenplätze wollte auch Cem Özdemir. Von 1994 bis 2002 saß er bereits im Bundestag, musste dann jedoch seinen Platz räumen nachdem bekannt geworden war, daß er einen günstigen Privatkredit von PR-Berater Moritz Hunzinger bekam und er dienstlich erworbener Bonus-Meilen privat nutzte. Nach einer Politpause ging er 2004 ins Europäische Parlament. Jetzt stand ein großes Comeback bevor: Özdemir soll neuer Bundeschef der Grünen werden, ohne Gegenkandidat, nachdem der Berliner Ratzmann seine Kandidatur zurückzog.
    Jedoch wollte Özdemir auch zurück in den Bundestag. So stellte es sich gestern zur Wahl. Da die Grünen jedoch ihre Listen noch immer quotieren, blieben ihm von den acht Plätzen nur vier. Von diesen vier Plätzen war einer vorab vergeben für den Fraktionschef Kuhn. Listenplatz vier ging an den Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick. Blieben Özdemir also nur zwei Plätze für seine Kandidatur: Platz sechs und Platz acht.
    Zweimal stellte er sich zur Wahl, zweimal scheiterte er grandios.



    Damit gaben die Delegierten dem Oberrealo nicht nur eine gelbe, sondern gleich eine rote Karte. Laut SPON packte er sich nach der Bekanntgabe der letzten Ergebnisse seinen Rücksack und dampfte ab.[Link] [Cache]
    Neues aus Rorkvell: Die Lösung der Finanzkrise
    10/12/2008 10:33 AM

    Charisma hat die Lösung der Finanzkrise gefunden: Einfache Wertverdopplung des Geldes. Und das geht so: Man nehme einen Euro, bohre zwei Löcher hinein und verkaufe ihn für 2€ als Knopf.

    Ich frage mich allerdings, wie man dieses Rezept auf faule Kredite anwendet. Vielleicht so wie bei der Baumsanierung. Da bohrt man auch Löcher in den Baum, entfernt dann alle faulen Bestandteile sowie die Verursacher der Baumfäule, spritzt anschließend Etwas hinein, was übriggebliebene Verursacher der Baumfäule abtötet, und dann kann der Rest-Baum sich wieder erholen.

    Wenn man also bei Banken den großen Bohrer ansetzt, und nicht nur alle faulen Kredite entfernt, sondern auch deren Verursacher, und dann dafür sorgt, dass diese Verursacher der Kreditfäule nicht so schnell wieder nachkommen können, sollte sich so eine Bank eigentlich in ein paar Jahren von ganz alleine wieder erholen.

    Charisma for Bundeskanzler!

    [Link] [Cache]
    Duckhome: Bitte alle mal rüber zu F!XMBR
    10/12/2008 10:32 AM

    Geht doch bitte alle mal Fernseh gucken bei F!XMBR.

    Das ist obszön. Nackte Tatsachen und ob das schön ist.


    [Link] [Cache]
    meinensenfdazu: "Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % fliegt uns das Finanzsystem um die Ohren", Mr. Dax, ein nicht politisch korrekter Börsianer.
    10/12/2008 10:17 AM


    [Link] [Cache]
    Duckhome: Polnische Geschichte - eine Ergänzung
    10/12/2008 08:32 AM
    Als Antwort auf und Ergänzung zu Jochens aktuellen Polen-Artikel reiche ich ein wenig Geschichte nach. Das kann naturgemäss nur ein sehr kurzer sein und auch nur das absolute Minimum umfassen.

    Wenn das Wort Erbfeindschaft heute noch passt, dann passt das auf Polen und Russen, und das schon seit fast 300 Jahren: als Kernrussland sich gerade mal auf Moskowien beschränkte, gabe es ein polnisch-litauisches Großreich, das nicht nur in der Schlacht von Tannenberg den Deutschen Orden besiegt hat, sondern auch, bis zur Zeit Katharina der Großen auch immer Ansprüche auf den russischen Zarenthron erhob und lange weite Gebiete Westrusslands besetzt hielt. Seitdem diese Macht verloren ging, hat sich das für die Polen so dargestellt, dass immer, wenn etwas beschissenes passierte, die Russen ihr Finger mit im Spiel hatten, so z.B.die drei polnischen Teilungen 1772, 1793 und 1795. (Das sich Polen und Franzosen gegenseitig unterstützen ist Napoleon zu danken.
    In jener Zeit der Nationenbildung hatte dann der Kampf der Polen gegen die Russen die gleiche Identifikationswirkung wie der der Griechen gegen die Osmanen: Chopin und die Gräfin Walewska sind bekannter als die gesamte Geschichte. Die polnische Nationalhymne ist hier meistens nach ihrer ersten Zeile bekannt,
    Noch ist Polen nicht verloren,

    heisst aber eigentlich:
    Mazurek Dąbrowskiego,Dąbrowskis Mazurka
    , nach dem polnischen Nationalheld Jan Henryk Dąbrowski, an den in ihrem Text erinnert wird:



    Danach wurde Polen zu Kongress-Polen und als solches "Russisch-Polen" und blieb es bis 1918. Einige waren übrigens von der Idee überzeugt - auch unter bolschewistischen Vorzeichen wie der Gründer der berüchtigten Tscheka, Felix Dserschinski. (Daß der zaristische Geheimdienst, Ochrana, auch sehr effizient war, und die Tscheka genau da weitermachen konnte, wo dieser aufgehört hatte, ist eine andere Geschichte), oder der Marschall der Sowjetunion, K.K. Rokossowski, der im Folgenden allerdings etwas ausführlicher besprochen werden soll, da er wesentlich richtunggebender auf die polnischen Befindlichkeiten gewirkt hat als der berühmte "Tschekist" und Namensgeber des Stasi-Wachregiments. Beide sind aus begreiflichen Gründen in dieser Liste berümter Polen nicht aufgeführt.

    1918 bekamen sie dann ihren eigenen Staat und wurden 1920 bereits von der Roten Armee angegriffen, was dieser eine verheerende Niederlage einbrachte. Leseempfehlung: Polnisch-Sowjetischer Krieg - das kann einem doch glatt bekannt vorkommen:
    Das Hauptmotiv der polnischen Führung, allen voran des Staatsoberhauptes Józef Piłsudski, war die Erlangung einer möglichst starken Position gegenüber jenen Staaten, die mehr als hundert Jahre zuvor an den polnischen Teilungen beteiligt waren – also Russland, Preußen und Österreich-Ungarn. Dies führte nicht nur zu Auseinandersetzungen mit Russland, sondern beispielsweise auch in den Abstimmungsgebieten Schlesiens, wo sich deutsche Freikorps und polnische Nationalisten zeitweise (bis 1921) gegenüberstanden. Den größten Spielraum sah die polnische Führung im Osten. Einem möglichen Wiedererstarken Russlands, diesmal unter kommunistischer Führung, setzte Piłsudski die Idee einer von Polen dominierten osteuropäischen Konföderation entgegen. Als historisches Vorbild für das polnisch geführte „Zwischenmeerland" (poln. Międzymorze) diente hierfür die polnisch-litauische Realunion, die bis 1791 bestanden hatte. Der Staatenbund sollte Polen, die Ukraine, Weißrussland und Litauen umfassen. Der polnische Militärhistoriker Edmund Charaszkiewicz nannte diese Politik 1940, mit Bezug auf eine aus dem Russland des neunzehnten Jahrhunderts stammende Bewegung, Prometheismus. Dieser Politik stellten sich zwar einflussreiche polnische Politiker wie Roman Dmowski entgegen, da sie einen vergrößerten polnischen Nationalstaat anstrebten, Piłsudski konnte sich allerdings durchsetzen.


    Das identitätsstiftende Moment war die Schlacht bei Warschau, auch das "Wunder an der Weichsel" genannt. Negativ identitätsstiftend übrigens auch für die Sowjets. Dem während der Großen Säuberung 1937 hingerichteten Marschall Michail Tuchatschewski, 1920 Oberkommandierendem der sowjetischen Streitkräfte machte man in der Anklageschrift die Niederlage ausdrücklich zum Vorwurf. Was in Deutschland auch nicht immer klar ist: durch die Westverschiebung Polens hat sich die Sowjetunion im Wesentlichen diejenigen Gebiete zurückgeholt hat, die Polen in diesem Krieg eroberte.
    Der Hitler-Stalin-Pakt hat Polen praktisch das vierte Mal geteilt:
    Polen sollte längs der Flüsse Narew, Weichsel und San geteilt werden. Die beiden Vertragspartner verständigten sich darauf, dass die Frage „ob die beiderseitigen Interessen die Erhaltung eines unabhängigen polnischen Staates erwünscht erscheinen lassen und wie dieser Staat abzugrenzen wäre" erst „im Laufe der weiteren politischen Entwicklung geklärt werden" könne.

    Darüberhinaus gab es noch einen "Deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag: dieser zementierte die erneute polnische Teilung und ermöglichte sowohl Deutschen als auch Sowjets, in ihre Gebiete einzurücken. Wenn man auf die Karte klickt, zeigt die dicke, schwarze Linie die Deutsch-sowjetische Grenze. Polen hatte als Staat ein viertes Mal aufgehört, zu existieren.
    4 mal eine Teilung, weil sich Deutschland und Rußland auf Kosten Polens geeinigt haben wird jetzt klar, wieso die Polen die Krise kriegen, wenn sich Deutschland und Russland über den Kopf von Polen auf irgendwas einigen?
    Ach ja: eine unmittelbare Folge des Nichtangriffspaktes war das Massaker von Katyn.

    Der poliitsche polnische Widerstand war - grob - geteilt in die Anhänger der polnischen Exilregierung und die Anhänger derr Sowjetunion. Für die ersteren kämpften die Soldaten des Generals Anders, für die letzteren die Soldaten des prosowjetischen Generals Berling. Und in Polen kämpfte die Polnische Heimatarmee - es war gegen die Deutschen ein Aufstand begonnen worden - auf dem einen Weichselufer. Und auf dem anderen Weichselufer stand die Rote Armee und griff auf Befehl Stalins nicht ein. Dies ist ein weiterer Stein im schlechten Verhältnis zwischen Polen und Russland: man habe die Heimatarmee verbluten lassen, repräsentierte sie doch den nichtkommunistischen Teil des antideutschen Widerstandes. Das Ende des Aufstandes beschreibt der als lesenswert bewertete deutsche Wikipedia-Eintrag so:
    Die deutschen Truppen begingen Massenmorde unter der Zivilbevölkerung, und die Stadt wurde nach dem Aufstand fast vollständig zerstört. In Polen löste das Verhalten der verbündeten Roten Armee gegenüber dem Aufstand eine Kontroverse aus, da sie nicht eingriff, obwohl sie dazu in der Lage gewesen wäre.

    Den Generalen der Roten Armee war befohlen worden, abzuwarten. Unter ihnen war ein in Warschau geborener Pole: Marschall Konstantin Konstantinowitsch Rokossowski.

    Rokossowski, dessen Vatersname eigentlich Ksawierowitsch lautete, war eine wahrlich tragische Figur: polnischer, verbürgerlichter Adliger, der bis 1937 seine militärische Karriere durchlief, dann wegen "Kontakten mit einer ausländischen Macht" bis 1940 im GULAG verschwand, wo er alle Fingernägel und 9 Zähne verlor, ihm die Rippen gebrochen und er dreimal einer Scheinerschiessung unterzogen wurde. 1940 wurde er dann wieder in die Armee zurückgeholt, wobei ich mal irgendwo gelesen habe, sein Kiefer sei so kaputt gewesen, dass man erst eine komplizierte Operation hätte durchführen müssen, damit man ihn überhaupt wieder hätte verstehen können. Seine militärischen Highlights waren dann: Teilnahme an der Befreiung von Moskau, in Stalingrad den Finalschlag geführt - und dann stand er vor Warschau - wohl wissend, daß in Warschau seine polnische Herkunftsfamilie festsaß...

    Bis zum Ende des Krieges rückte er in der Hierarchie der Roten Armee auf den 2. Platz vor, hinter der Nummer 1, Schukow (der in den dreissiger Jahren mal sein Untergebener gewesen war). Er durfte, wie es in allen Armeen das Privileg der Nummer 2 ist, die Parade melden. [Er ist der auf dem schwarzen Pferd] Sich melden lassen durfte die Nummer 1, Schukow. Hier sieht man den entsprechenden Ausschnitt:



    Übrigens wurde während des Krieges in der Abteilung "Fremde Heere Ost" diskutiert, dass man, um den Krieg im Osten evtl. in einen Bürgerkrieg umwandeln könnte, wenn man einen prominenten General zur Mitarbeit bewegen könne. Angeblich soll sein Name der erste auf der Liste gewesen sein - wenn man ihn denn gefangen hätte, wobei natürlich zweifelhaft ist, ob er dafür zur Verfügung gestanden hätte. Den Job bekam statt dessen ein weiterer Verteidiger von Moskau, Andrej Andrejewitsch Wlassow. Von 1949 bis 1956 war er - auch auf eigenes Betreiben - als Marschall von Polen und Verteidigungsminister in Polen (das Bild an der Seite zeigt ihn in polnischer Uniform) und so ist sein Name in Polen mit der Periode der schärfsten stalinistischen Unterdrückung assoziiert und er, der gebürtige Pole soll sich in entsprechenden Diskussionen auch später immer für ein hartes Vorgehen gegen seine ehemalige Heimat ausgesprochen haben. Dazu passt, dass von ihm berichtet wird, er habe seine polnische Muttersprache nur noch gebrochen gesprochen und kategorisch verlangt, daß die Polen mit ihm nur Russisch sprechen durften.

    Die Zeit bis 1981 wird bestimmt durch kürzere oder längere moskauer Zügel, die seinerzeit Gegenstand der westlichen Kreml-Astrologie waren: was will Moskau uns und den Satelliten sagen...

    Der Rest ist bekannt und Geschichte und heute ist Polen in der NATO. Am Rande sei noch erwähnt, dass die Verletzungen auch auf russischer Seite tief sitzen. So habe ich z.B. polnischstämmige Offiziere kennengelernt, die es in der russischen Armee recht schwer hatten.

    Zweck dieses kurzen Überblick war es, zu zeigen, dass die heutige polnische Politik und die polnisch-russischen Beziehungenaus meiner Sicht von einer langen Geschichte gegenseitiger Verletzungen und Mißtrauen bestimmt ist. Samthandschuhe sind nötig.

    [Link] [Cache]
    Duckhome: Titten und Arsch im Dienste der Islamophobie - eine Wanderlegende in neuer Form
    10/12/2008 08:32 AM
    Ey' isch fick' Deine Mutter, oder so...
    - Nach Leon de Winter müssen wir ja auch mal schauen, was Afshin Ellian so macht. Zur Einstimmung mal eines der Lieder aus " A Chorus Line", das zum Thema passt: Lehnt Euch zurück, es wird schlüpfrig.




    Afshin Ellian gilt in den Niederlanden als Intellektueller. Er soll einer der dreissig am meisten gefährdeten Männer der Niederlande sein und hat deswegen zwei Leibwächter. Das ist darauf zurückzuführen, daß Ellian ein "Islamkritiker" ist und der Rechtspopulist Pim Fortuyn erschossen wurde, wie man dem hier verlinkten Beitrag entnehmen kann. Das kann man zwar beim besten Willen den Muslimen nicht auf die Rechnung setzen, aber man kann so tun als ob, in dem man es immer erwähnt. Er ist Jurist, hat über die Wahrheitskommission in Südafrika promoviert, und was er darüber geschrieben hat, ist mir garnicht mal so negativ in Erinnerung, genau wie einen Artikel aus seinem Buch "brieven van een pers" gelesen, indem es darum ging, daß man MigrantInnen nichts Gutes tut, wenn man sie lediglich als Objekt sozialpädagogischer Bemühungen betrachte. Keine Feier ohne Meier und kein event der "Islamkritik" ohne Ellian - entweder er lief gleich dort auf, oder er gab ein Interview oder verfasste zumindest einen Artikel. Der letzte, für den er die Trommel rührte, war Ehsan Jami, was wohl auch ein bißchen für den niederländischen Ableger des Komitees der Ex-Muslime werben sollte. Laut englischem Wikipedia-Eintrag existiert das Komitee in den Niederlanden nicht mehr.

    Nachdem, wie ich heute gelesen habe, Leon de Winter auf dem Elseviers-Blog eine Auszeit genommen habe (alle seine Texte stehen allerdings immer noch auf dem Blog), muss Ellian jetzt das Blog alleine befüllen. Und da hat er sich offensichtlich gedacht, "Sex sells", und gegen die Musels allemal.
    Aber ich komme zum obigen Zitat zurück, mit dem ja angeblich die Muslime so um sich schmeissen, die ja nichts anderes im Kopf haben, als sexuelle Angriffe auf Nicht-Musliminnen, die sie ja angeblich alle als Huren betrachten. Wie befreiend ist es da, wenn man mal die Tochter eines "Hass-Imams" begrapschen kann - und wenn's nur verbal ist. Die "Andersgläubigen Erektionen" waren ja schon immer spannend. Und das hat man ja von den Muslimen gelernt: die sind ja angeblich damit zu treffen, indem man ihre Frauen im wahrsten Sinn des Wortes bloßstellt.

    Am 28. September enthüllten britische Tabloids, die Tochter von Omar Bakri, einem aus Großbritannien ausgewiesenen islamistischen Prediger, die in den Medien nur als "busty Yasmin Fostok" bezeichnet wird (busty=vollbusig), ihren Lebensunterhalt nach der Scheidung ihrer von den Eltern aufgezwungenen (na klar...) Ehe den Unterhalt für sich und ihren dreijährigen Sohn verdiene, indem sie an der Stange tanze,
    topless and tattooed...
    [Quelle]
    Nach anderen Berichten tanze sie im Regelfall jedoch nicht oben ohne, sondern,
    I don't normally do topless work, but I'm willing to go topless if the venue is right..


    Auf Deutsch, bzw. Schwyzerdütsch wird sie gleich zur "Nackttänzerin" und bei einem bekannten islamkritischen Portal gehen zwei Postern die Pferde gleich ganz durch. So kommen die angeblichen Gewißheiten aus der islamischen Welt zustande...Mittlerweile hat sie auch eine eigene Internetseite, und es muß befüchtet werden, daß man sie weiterhin gnadenlos instrumentalisiert: in der Presse wird sie nämlich dahingehend zitiert, daß sie, die mit ihrem Kind von der Sozialhilfe lebt, die Absicht gehabt habe,
    ...to keep it secret...

    Auf der Seite mit ihrem Namen ist auch zu lesen, wie die ganze Geschichte in die Öffentlichkeit kam:

    Fostok revealed her night job after she was contacted by a tabloid magazine pretending to be an agent interested in booking her for a performance.


    Ja, und jetzt säftelt die ganze englischsprachige islamkritische Szene (ich räume gerne ein, daß sich die deutsch- und niederländischsprachigen Väter von Töchtern bislang zurückgehalten haben...) und es wird ganz feucht und heiss. Der Gateway Pundit, auf dessen Seite sich neben Unterstützungsbanner für Palin/McCain und Tips für Männer für eine möglichst ungerupfte Scheidung auch ein Schockvideo zwecks Beförderung des Vegetarismus findet, findet das obenstehende Plastikbusen-Plastikperücken-Tüllgardinen-Outfit ganz "beautiful" - aber eigentlich freut ihn was ganz Anderes.
    Und das freut auch die "Sun", die man mit "britischer BILD" so in etwa beschreiben könnte, aber sich nicht wundern dürfte, wenn BILD dann etwas beleidigt wäre. Die Daily Mail hat das gleiche Foto und sabbert: raunchy... Auf welchem Hintergrund das passiert, kann man erkennen, wenn man den englischsprachigen Wikipedia-Artikel aufruft. Hier findet sich an der Seite ein aussageffähiger, copyright-geschützer scan eines Titelblatts, das einem seltsam bekannt vorkommt. Kolumnistin bei der Daily Mail ist Melanie Phillips, in islamophoben Kreisen dies-und jenseits des Atlantiks ein gerngesehener Gast. Was Frau Phillips so umtreibt, kann hier (nach Ansage der Moderatorin) und hier besichtigt werden. Aus dem zweiten Teil stammt auch dies:
    „Da Großbritannien es seit langem aufgegeben hat, die Tradition der Mehrheit zu ehren und hochzuhalten, mit dem Argument, dass die Werte der Minderheiten gleichrangig seien, wenn nicht geradezu denen der Mehrheit überlegen, gibt es keine Leitkultur mehr, in welche Einwanderer sich integrieren könnten. In das so entstandene Vakuum strömt der radikale Islam hinein mit seinem eigenen Angebot einer Identität, basierend auf Hass, Gewalt und Lügen."


    Bei Lichte besehen, hat sich auch Yasmin nach Meinung derer, die jetzt über sie schreiben, von einem Leben unter der Knute des Islam befreit. Wie es einer richtigen Ex-Muslima gebührt, war ihr Leben vorher geprägt von Islam, Haßprediger-Papa und bedeckender Kleidung:
    She grew up a devout Muslim and in her teens wore a veil. She left school in Enfield at 16 after her parents arranged a marriage to a Turk but the couple separated....She was brought up a strict Muslim and had all of his extreme teachings about morality drummed into her head...
    She remained a devout Muslim in her teens and wore a veil and "cover-all" clothes.
    Family sources said she left Salisbury School in Enfield, North London, at 16 after her parents fixed an arranged wedding to the Turk.
    But the marriage faltered as she became disillusioned by her father's hardline mantras.


    Und islamkritisch geäussert hat sie sich angeblich auch schon:
    His daughter says: "I don't agree with his views — I just get on with my life and that's it."


    Und die Sun fasst zusammen:

    Today The Sun can reveal how busty Yasmin has turned her BACK on her father's fundamentalist teachings to flash her FRONT in men's clubs.

    In der Übersetzung kämen dann "Tits ans Ass" vor.


    Und Afshin Ellian? Dichtet ihr erstmal eine Burqa an:
    Volgens The Sun wil de dochter van de haatimam niet alleen geen burqa dragen, maar (paal)danst zij zelfs voor publiek. Van burqa naar naakt! Dat noem ik pas evolutie.

    Deutsch:
    Wie die "Sun" berichtet, will die Tochter des des Hass-Imams nicht nur keine Burqa tragen, sondern (will) auch öffentlich an der Stange tanzen. Von Burqa nach nackt. Das nenne ich mal Evolution.


    Ja, laut Afshin Ellian ist sie eine echte Islamkritikerin:
    Jarenlang leidde zij een dubbelleven. Maar nu wil zij in alle openbaarheid haar opvattingen (!) verspreiden. Yasmin treedt op in de Britse nachtclubs. Zij is paaldanseres geworden.

    Deutsch:
    Jahrelang führte sie ein Doppelleben. Doch nun will sie öffentlich ihre Auffassungen (sic!) verbreiten. Yasmin tritt in britischen Nachtclubs auf. Sie ist GoGo-Tänzerin geworden.


    Und Ellian weiss auch ganz genau, was uns das sagen will:
    Ik ben geen liefhebber van paaldanseressen. Toch begrijp ik waarom Yasmin dit doet. Door openlijk haar lichaam tentoon te stellen, eigent zij zich haar lichaam toe. Haar lichaam is niet van Allah, noch van haar vader.

    Deutsch:
    Ich bin kein Liebhaber von GoGo-Tänzerinnen. Doch ich verstehe, warum Yasmin das tut. Durch das öffentliche Zurschaustellen ihres Körpers eignet sie sich ihren Körper an. Ihr Körper ist weder von Allah, noch von ihrem Vater.

    So kann man das natürlich so sehen. Wird das jetzt Trend und alle ex-Muslimas und Islamkritikerinnen eignen sich jetzt ihre Körper an?
    Und was sagt Alice dazu?

    Tja, übrigens steht ganz verschämt auf der Fostok-Site folgender Eintrag (verlinkt habe ich auf die Originalnachricht):
    La Fostok non e' mia figlia
    (ANSA) - BEIRUT, 6 OTT -Il predicatore fondamentalista Omar Bakri, ha negato ogni parentela con Yasmina Fostok, la spogliarellista che lo ha indicato come suo padre. Bakri, per molti anni residente in Gran Bretagna, dal 2005 e' in Libano dopo esser stato accusato di incitamento al terrorismo.'Quella ragazza di cui parlano non e' mia figlia e non la conosco', ha detto Bakri in una intervista chiedendo che venga 'effettuato l'esame del Dna per smascherare queste menzogne'. 'E' una montatura per screditare me e l'Islam'.

    Deutsch:
    Fostok ist nicht meine Tochter
    Der fundamentalistische Prediger Omar Bakri hat heute bestritten, der Vater von Yasmina Fostok zu sein, der Stripperin, die ihn ihren Vater genannt hatte. Bakri, der viele Jahre in Großbritannien gelebt hatte, bis er 2005 in den Libanon abgeschoben wurde, um anschliessend wegen Anstiftung zum Terrorismus angeklagt zu werden. "Das Mädchen, von dem hier die Rede ist, ist nicht meine Tochter und ich kenne sie nicht," hatte Bakri in einem Interview gesagt, in dem er um eine "DNA-Untersuchung bat, damit diese Lüge entlarvt werde. Das ist eine Fälschung, um den Islam und mich zu diskreditieren."


    Man darf gespannt sein, und so ist dies kein Bericht darüber, was Frau Fostok macht oder nicht - und auch nicht, wie weit ihre Beteiligung an dieser Geschichte reicht (das Geld damit werden sowieso andere machen), sondern wie die Story erzählt wird. Genauso wurde sie schon in den 30ern z.B. von E.E.Kisch - erzählt, als die junge Sowjetunion die Frauen zwangesentschleierte. Hier das Motiv des Schleiers als Gefängnis: Kisch01.PDF (Das Motiv des Elends der muslimischen Frauen) und hier die Geschichte der Emanzipation von Chasjad Mirkulan: Kisch02.PDF
    (c) Aufbau-Verlag Berlin/DDR, Gesammelte Werke Bd III, 4. Auflage 1989 "Asien gründlich verändert".

    Sowas nennt man eine Wanderlegende:
    Als Wanderlegenden bezeichnet man Legenden, die in unterschiedlichen Zusammenhängen erzählt werden, im Wesentlichen mit der gleichen Handlung, nur mit wechselnden Hauptpersonen, wechselnden Örtlichkeiten und wechselnden sonstigen Einzelheiten.

    Wie sich das, was Kisch geschrieben hat, verselbständigt hat und für bare Münze genommen wurde, kann man hier anhand eines Reiseberichts über eine 1965 gemachte Reise nachvollziehen.

    Wenn die basics mal geklärt sind, kann man aus diesen Grundzutaten jede Geschichte stricken. Besonders schön ist auch dieses Motiv eines kleinen Jungen mit königlichen Insignien:
    Ludwigshafen, Hohenzollernstraße 89, 3. April 1935. Der kleine Helmut hat Geburtstag. Trotzdem steht er in einem der sieben Zimmer der elterlichen Wohnung und weint. Helmut hat sich ein Laken um die Schultern gelegt und den Kaffeewärmer auf den Kopf gesetzt - aber niemand spielt mit ihm. Wie ein Prinz steht der Fünfjährige im Flur, doch da ist niemand, dem König die Schleppe zu tragen.

    Es gibt eine turkomongolische Erzählung, die "Erzählung von Edige", die davon handelt, daß ein kleiner Junge mit seinen Kameraden spielt und dabei als König verkleidet ist. Er erlebt viele Abenteuer und, als er schlußendlich die Machtfrage stellt, kann er sich auf seine Freunde aus Kindertagen stützen. Wie die Promotion von Andrea Schmitz beschreibt, gab es sie schon nach ihrer Entstehung in mehreren Varianten. Ich habe Andrea Schmitz damit auf einem Kongress in Samarkand gehört und sie berichtete, daß man diese Geschichte auch über Tamerlan erzählt. Tja, und die "jüngste" Variante kenne ich so: die obige Verkleidung von Helmut Kohl mit Wehrmachtsdecke um die Schultern und Kaffeewärmer auf dem Kopf habe den Spielkameraden imponiert.

    Und genauso haben alle "ex-Muslimas" das gemacht; deren Wanderlegende sagt: schuld an der mangelnden Selbstverwirklichung waren der Islam, die Verhältnisse im Land und ein verbohrtes Elternhaus. Und dann haben sie sich befreit: vom elterlichen Erbe, von Islam, vom Schleier, von den langen Haaren - oder eben halt komplett von den Kleidern. Dann wird man in der Presse gehyped. Bis eine jüngere, hübschere kommt - mit einer besseren Geschichte.

    Über den weiteren Verlauf wird berichtet.

    Als Belohnung für die Geduld gibt es jetzt mal echten Orientalischen Bauchtanz: keine Zuleika-Anneliese, sondern Fifi Abduh, die Königin des Agyptischen Bauchtanzes. Obwohl sie altersmäßig dicke die Mutter, fast schon die Großmutter von Frau Fostok sein könnte, wage ich mal die Behauptung, daß sie die arme Yasmin bei den meisten Männern immer noch locker auspunktet:




    2006 gab es zunächst Ärger, da sie, wie einige andere Tänzerinnen und Schauspielerinnen im Ramadan eine Armenspeisung durchführte:
    2006: The provision of free food to the poor by professional female entertainers (including Fifi Abdo) during Ramadan is bedeviled by controversy. Some religious leaders have declared that it is haram for the poor to eat from mercy tables provided by belly dancers and other "debauched entertainers" and "seductresses" during Ramadan.
    Das hat sich aber jetzt erledigt und sie hat gezeigt, daß man gut aussehen kann, tanzen und damit viel Geld verdienen (400.000 € jährlich und das in Ägypten) und trotzdem als fromme Muslima durchgeht.


    [Link] [Cache]
    Europa nach dem Zweiten Weltkrieg: Freiheitliche Demokratien oder Satelliten der USA?
    10/12/2008 07:33 AM
    «Nato-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung»

    von Dr. Henriette Hanke Güttinger

    Seit Anfang 2008 ist die Forschungsarbeit des Historikers Daniele Ganser «Nato-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung»
    endlich auch in deutscher Sprache zugänglich. ­Brillant geschrieben legt Ganser auch für den historischen Laien differenzierte Sachverhalte gut verständlich dar. Die Fakten, die Ganser aufzeigt, werden die Geschichtsschreibung über die Zeit des kalten Krieges grundlegend verändern. Einmal in die Hand genommen, kann man das Buch nicht mehr weglegen.

    Ganser zeigt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1990 in den Nato-Staaten parallel zu den regulären Nato-Truppen Nato-Geheim­armeen (auch Stay-behind oder Gladio genannt) existierten, die vom amerikanischen Geheimdienst CIA und vom britischen Geheimdienst MI 6 aufgebaut worden waren.2 Geführt und koordiniert wurden diese Nato-Geheimarmeen durch ein geheimes Sicherheitsbüro im Nato-Hauptquartier in Brüssel. Die Nato wiederum unterstand dem Pentagon in Washington – so US-Präsident Nixon.3

    Die Vertreter der Geheimarmeen trafen sich jährlich. «Bei den Konferenzen der Stay-behind waren die Repräsentanten der CIA immer anwesend», berichtete General Serravalle, der die italienische Stay-behind von 1971 bis 1974 geführt hatte.4

    Mit den Nato-Geheimarmeen wurden geheime Strukturen geschaffen, um Westeuropa gegen eine sowjetische Invasion zu wappnen und um eine mögliche Machtergreifung durch Kommunisten in den europäischen Ländern zu verhindern.5 CIA und MI 6 finanzierten Aufbau und Betrieb dieser geheimen Guerillatruppen, trainierten sie und legten geheime Waffen- und Sprengstofflager an.

    Ganser beschreibt die Aktivitäten6 der Nato-Geheimarmeen in Grossbritannien, den USA, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, in den Niederlanden, Luxemburg, Dänemark, Norwegen, Deutschland, Griechenland7 und in der Türkei. In diesen Ländern waren jeweils nur einige ausgesuchte politische Repräsentanten über die Existenz dieser Geheimarmeen informiert. Die vom Volk gewählten Parlamentarier waren in der Regel ahnungslos. Damit waren die Geheim­armeen der Nato jeglicher demokratischer Kontrolle entzogen.

    Field Manual 30-31B

    Gemäss einem geheimen Grundlagenpapier des US-Generalstabes (Field Manual 30-31B)8 hatten die Nato-Geheimarmeen unter anderem die Aufgabe, Regierungen zu verhindern oder auszuschalten, die den USA nicht genehm waren. 1961 plante die Nato-Geheimarmee allerdings ohne Erfolg einen Putsch gegen die Regierung de Gaulle. In Griechenland stürzte die Nato-Geheimarmee 1967 die Regierung Papandreou und setzte eine brutale Militärjunta ein. In der Türkei war die Nato-Geheimarmee beim Militärputsch von 1960, beim Militärputsch von 1971 sowie beim Militärputsch von General Evren von 1980 beteiligt.

    False flag operations

    In Field Manual 30-31B werden auch «false flag operations»9 beschrieben. Es handelte sich um Terroranschläge, die von Geheimdiensten oder den Nato-Geheimarmeen veranlasst oder ausgeführt und dann den Kommunisten oder Sozialisten angelastet werden sollten. In einigen Nato-Mitgliedstaaten wurde dieses geheime Konzept – so Ganser – angewendet: «Dieser Kampf gegen den inneren Feind war in einigen Ländern Teil des Konzeptes. Er basierte auf der sogenannten ‹Strategie der Spannung› und war auf Terror aufgebaut. In Italien und der Türkei10 wurde diese schon fast teuflische Strategie wohl am erfolgreichsten umgesetzt: mit Bombenanschlägen und Massakern gegen die eigene Bevölkerung, die man anschliessend dem politischen Feind, also den Linken, in die Schuhe schob.»11

    Der geheime Krieg in Italien

    Wie Ganser minutiös belegt, haben die USA die Politik in Italien zwischen 1945 und 1993 massgeblich beeinflusst. Die CIA, der italienische militärische Geheimdienst, die italienische Geheimarmee der Nato (Gladio) sowie rechtsradikale Terroristen führten einen geheimen Krieg gegen die italienischen Kommunisten (PCI) und Sozialisten (PSI). Einerseits wurden die Christdemokraten (DCI) bei ihren Wahlkämpfen gegen die italienische Linke von den USA mit Millionen von Dollars unterstützt. Andererseits wurden blutige Terroranschläge verübt. So explodierten kurz vor Weihnachten 1969 auf belebten Plätzen in Rom und Mailand vier Bomben, und 16 Menschen verloren dabei ihr Leben. Angelastet wurde diese Bluttat den Kommunisten. 1972 explodierte in der Nähe des italienischen Dorfes Peteano eine Autobombe und tötete drei Carabinieri. Zwei Tage später erhielt die Polizei einen anonymen Hinweis, die Roten Brigaden seien die Täter. 1974 explodierte mitten in einer antifaschistischen Demonstration eine Bombe: 8 Tote und 102 Verletzte.
    Emblem von Gladio :
    "Im schweigenden Dienst der Freiheit"

    Im August 1974 explodierte eine weitere Bombe im «Italicus Express» von Rom nach München. 12 Menschen wurden getötet und 48 verletzt. Auf dem Bahnhof von Bologna wurden am 2. August 1980 durch ein Bombenattentat 85 Menschen getötet und 200 Menschen verletzt. Medien und hohe Politik bezeichneten die Roten Brigaden als Täter.

    Aldo Moro, ein Opfer von Gladio?

    Am 16. März 1978 wurde Aldo Moro auf seiner Fahrt zum Parlament entführt und 55 Tage später in Rom im Kofferraum eines Autos tot aufgefunden. Die Empörung über diese hinterhältige Bluttat, die den Roten Brigaden angelastet wurde, war gross. Die italienische Linke geriet massiv unter Druck und verlor in der westlichen Welt viele Sympathien.

    Zum Fall Aldo Moro hat Ganser viele Indizien zusammengetragen, die auf eine «false flag operation» von Gladio hindeuten. Seit 1972 hatte Aldo Moro immer wieder versucht, die italienische Linke entsprechend ihrem Stimmenanteil bei den Wahlen an der Regierung zu beteiligen. Als italienischer Aussenminister flog Moro 1974 mit Ministerpräsident Giovanni Leone nach Washington. Sie beabsichtigten, die PCI und PSI an der Regierung zu beteiligen. Darüber wollten sie mit den Amerikanern sprechen.

    Bei seiner Rückkehr nach Italien war Aldo Moro für Tage krank und erwog seinen Rückzug aus der Politik. Gemäss seiner Ehefrau erhielt Moro in Washington folgende Antwort: «Sie müssen Ihre Politik, alle politischen Kräfte in Ihrem Land in eine direkte Zusammenarbeit zu bringen, aufgeben. Entweder geben Sie diese Politik auf oder Sie werden teuer dafür bezahlen.»12

    In den nationalen Wahlen von 1976 hatten die Kommunisten mit 34,4 Prozent die DCI geschlagen. Als Präsident der DCI anerkannte Aldo Moro diesen Sieg. Er beschloss, dem italienischen Parlament einen Plan vorzulegen, um die Kommunisten an der Regierung zu beteiligen. Er packte die entsprechenden Unterlagen ein und wies seinen Chauffeur an, ihn zum Parlament zu fahren. Auf dieser Fahrt wurde sein weisser Fiat gestoppt und Aldo Moro wurde entführt…

    Und John F. Kennedy?

    In der Studie von Ganser finden sich auch einige brisante Ausführungen zur Aussenpolitik von John F. Kennedy in bezug auf Italien. Im Gegensatz zu den Präsidenten Truman und Eisenhower tolerierte Kennedy eine Teilnahme der italienischen Sozialisten (PSI) in der Regierung, entsprechend ihren Wahlerfolgen. Im Juli 1963 besuchte Kennedy Rom und lud dabei Pietro Nenni, den Führer der italienischen Sozialisten, zu einem Besuch in die USA ein. Im November 1963 wurde Kennedy in Dallas ermordet. Fünf Monate später sorgten die CIA und die Geheimarmee Gladio dafür, dass die italienischen Sozialisten ihre Kabinettsposten wieder verlassen mussten.

    Zur Begründung des Terrors

    Bild:© Ursula Behr www.atelier-behr.de/


    1984 sagte der rechtsgerichtete Vinciguerra, der das Attentat von Peteano ausgeführt hatte, vor Gericht aus. Er enthüllte die Existenz von Gladio, der italienischen Geheimarmee der Nato. Vinciguerra sagte aus, dass Gladio an Attentaten beteiligt gewesen sei, die dann den Roten Brigaden in die Schuhe geschoben worden waren. Gladio sollte zugunsten der USA verhindern, dass die Linke in Italien an Macht gewinne. Dabei sei Gladio von den offiziellen Geheimdiensten, den politischen und den militärischen Kräften unterstützt worden.

    Im Jahre 2000 bestätigte eine italienische parlamentarische Untersuchungskommission die Aussagen von Vinciguerra, nachdem sie Gladio und die italienischen Massaker untersucht hatte: «Diese Massaker, diese Bomben, diese militärischen Aktionen wurden von Männern innerhalb italienischer staatlicher Einrichtungen organisiert oder gefördert oder unterstützt und, wie kürzlich aufgedeckt wurde, auch von Männern aus dem Umfeld der Geheimdienste der USA.»13

    Der geheime Krieg in der Türkei

    Die Türkei war und ist für die geostrategischen Interessen der USA von besonderer Bedeutung.14 Im kalten Krieg hatte die Türkei gemeinsame Grenzen mit den Ländern des Warschauer Paktes, unter anderem der Sowjetunion. Von den USA mit hochtechnischen Geräten ausgestattet, diente sie den USA als Horchposten in den Ostblock hinein. Die Türkei war jedoch nicht nur wichtig als antikommunistischer Frontabschnitt gegen die Sowjets. Sie war und ist Brückenkopf für Operationen der USA und der Nato im ölreichen Mittleren Osten und der kaukasischen Region, so auch 1991 im ersten Golf-Krieg.15

    Zum Aufbau ihrer Nato-Geheimarmee «Konter-Guerilla» in der Türkei bedienten sich die USA16 der pantürkischen Bewegung17, in der Oberst Alparsan Türks, ein Bewunderer Hitlers, eine zentrale Rolle spielte.18 Die Konter-Guerilla war für drei blutige Staatsstreiche gegen gewählte türkische Regierungen verantwortlich sowie für das Kizildere-Massaker (1972), das schreckliche Massaker in Istanbul (1. Mai 1977), das Massaker von Bahcelivler (1978). Das Attentat auf Papst Johannes Paul II. geht auf das Konto der Konter-Guerilla. Die Todesschwadronen der türkischen Geheimarmee der Nato spielten auch eine üble Rolle bei der blutigen Unterdrückung der türkischen Kurden.

    Fäden in die neutralen Länder

    Ganser musste bei seinen Forschungen feststellen, dass auch in den vier neutralen Ländern Finnland, Österreich, Schweden und der Schweiz Geheimarmeen mit indirekten Verbindungen zur Nato existierten. Auch zu dieser Thematik hat Ganser veröffentlicht.19

    Europa, eine amerikanische Kolonie

    Nachdem 1990 bekannt geworden war, dass in allen europäischen Ländern Geheim­armeen der Nato heimlich agierten, war der Skandal gross. Obwohl in allen Parlamenten Stimmen verlangten, dass dieses dunkle Kapitel aufgeklärt werden müsse, haben lediglich Belgien, Italien und die Schweiz Untersuchungskommissionen eingesetzt und deren Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgelegt. In allen anderen Ländern und auch von der EU wurde soviel wie möglich vertuscht und gelogen. Es wurde jeweils gerade soviel zugegeben, wie nachgewiesen werden konnte.

    Auf eine ähnliche Mauer des Schweigens stiess Daniele Ganser bei seinen Recherchen zu den Nato-Geheimarmeen in Europa. Ihm standen lediglich öffentlich zugängliche Prozessakten und Dokumente zur Verfügung. Die Nato und der britische Geheimdienst MI 6 verweigerten ihm den Zugang zu ihren Archiven.

    Das schockiert. Verdeckte geheimdienstliche Operationen (Morde, Massaker, Staatsstreiche und Terroranschläge) in europäischen Demokratien können nicht aufgeklärt werden, weil Nato und MI 6 sich weigern, ihre Archive zu öffnen … Ganser konnte also lediglich die Spitze des Eisberges untersuchen. Was er hierbei zu Tage gefördert hat, ist finster und wirft die Frage auf, wie souverän die europäischen Staaten tatsächlich waren und sind.20 Demokratien wurden zur Farce und gewählte Volksvertreter zu Marionetten, die keine Ahnung davon hatten, was an verdeckten Operationen in ihren Ländern seit 1945 abgelaufen war.

    Politik der begrenzten Souveränität

    Die Forschung zu den Nato-Geheimarmeen21 geht davon aus, dass sich die Geheimdienste der Nato-Mitgliedsstaaten bei ihrem Beitritt zur Nato verpflichten mussten zu verhindern, in ihren Ländern Kommunisten an die Macht kommen zu lassen. Dies bedeutet einen Eingriff in die inneren Angelegenheiten dieser Länder. Präsident de Gaulle soll beim Austritt von Frankreich aus der Nato dieses Vorgehen explizit als Eingriff in die nationale Souveränität verurteilt haben.22

    1967 veröffentlichten norwegische Journalisten ein streng geheimes undatiertes Nato-Dokument, das vom stellvertretenden Kommandeur der amerikanischen Streitkräfte in Europa, J.P. McConnel, unterzeichnet war. Aus diesem Dokument geht hervor, dass die USA bereit gewesen wären, in Westeuropa militärisch zu intervenieren, wenn ihre Interessen dort gefährdet worden wären: «Im Falle inländischer Unruhen, welche die amerikanischen Truppen oder ihre Missionen beeinträchtigen könnten, etwa militärische Aufstände oder starker inländischer Widerstand gegen die Regierung muss die US-Armee alles in ihrer Macht stehende tun, um derartige Unruhen durch den Einsatz eigener Ressourcen zu unterdrücken.»23

    Konsequenzen für die historische Forschung

    Angesichts der Verbrechen, die die Forschung zum Thema der Nato-Geheimarmeen bereits heute nachgewiesen hat, müssten Politiker und Historiker von ihren Parlamenten verlangen, dass die geheimen Archive in den Nato-Staaten bereits heute geöffnet und der Forschung zugänglich gemacht werden. Die Geschichte des kalten Krieges wird neu geschrieben werden müssen. Während zur Geschichte der Sowjetunion nach 1989 neues Archivmaterial24 eine sorgfältigere Aufarbeitung von Aussen- und Innenpolitik ermöglicht hat, gehen viele Menschen im Westen immer noch davon aus, dass mit den USA 1945 auch die Freiheit nach Europa zurückgekehrt sei. Dass dem tragischerweise nicht so war, wird die historische Forschung weiter aufarbeiten müssen.

    Quelle: Zeit-Fragen[Link] [Cache]
    Duckhome: Great Depression
    10/12/2008 06:31 AM

    Natürlich werden sie uns retten. Die Bushs, Merkels und Steinbrücks. Unter tätiger Mithilfe von Axel Weber, Josef Ackermann und dem Chef der Commerzbank. Natürlich werden sie etwas retten. Als erstes ihren Arsch. Damit niemand ihre Verbrechen untersucht. Dann als zweites ihr Geld und das Geld ihrer Freunde. Bezahlen werden wie immer die Ehrlichen und Anständigen.

    Ihre gekaufte Journallie schreibt ja schon stündlich von der Unschuld der Banken und Bankenaufseher und der Schuld des gierigen Mittelstands und der bösen Kunden. Auch die Politik ist schuldlos. Schuld haben nur die Bürger. Wenn wir sie damit durchkommen lassen, dann habe ich hier schon mal die Bilder und die Lieder. Nicht nur als Erinnerung sondern auch als Blick in die Zukunft.
    Natürlich wird es anders aussehen und es müssen auch neue Lieder her. Aber man bekommt ein Gefühl für die Stimmung.

    The Dust Bowl and The Great Depression




    Bing Crosby - I'm Through With Love




    Brother can you spare a dime? Tom Waits




    Knocking on Heaven's door - Avril Lavigne




    Great Depression Blues - Out Of Nowhere




    Julia Gerity - Sittin' On A Rubbish Can




    The Great Depression




    Who's Afraid of the Big Bad Wolf (Disney Sing Along Song)



    Ja auch die drei Schweinchen gehören in diese Zeit. Aber das sind nette Schweine. Die wahren Schweine von heute tragen teure Anzüge, werden von Sicherheitsleuten beschützt und unsere Regierung bricht ihnen unsere Türen auf, damit sie uns leichter berauben und benutzen können.

    Aber meine lieben Leser. Die die uns da eine Rettung vorgaukeln wollen, haben keine Chance. Sie sind zu gekauft, zu dumm und vor allem viel zu faul um etwas zu erreichen. Sie werden noch mehr Geld vernichten. Hier hundert Millarden und da mal eben tausend. Unser Geld versteht sich. Wir können das zulassen, oder wir schmeißen sie einfach raus.

    Ich bitte meine Leser sich zu überlegen ob es nicht an der Zeit ist, das Geld von der Bank zu holen, die Lebensversicherung beitragsfrei stellen zu lassen und dann auf die Straße zu gehen und laut und deutlich "Nein" zu sagen. Aber lassen sie sich von meinen Nachrichten nicht den Sonntag verderben. Die Welt und das was wirklich wichtig ist, wird auch am Montag noch bestehen.

    In diesem Sinne wünsche ich allen außer Bankern, Versicherungen, Finanzmaklern, Politikern und ähnlichem Pack, einen wundervollen Herbstsonntag und eine tolle Woche in der wir vielleicht etwas in Deutschland bewegen sollten. Übrigens der Herbst hat tolle Farben. Blätter sammeln.

    Ein besonderer Gruß an den Freund, der zum Dollar sagt, das seien lauter Papierchen, bedruckt mit toten Präsidenten. Das bringt mich immer zum lächeln.

    Ach ja bevor ich es vergesse. Unser Bundespräsidentdarsteller Horst Köhler, der jetzt fordert, das die Banken sich entschuldigen, sollte sich daran erinnern das er und seine Politik diese Wege freigemacht hat. Wenn sein Gedächtnis auch schlecht sein mag. Wir kennen die Täter genau. Und ansonsten soll der Vogel den Kopf zu machen. Wir brauchen keine Entschuldigungen von Ackermann und Co, sondern Urteile von anständigen Gerichten, die sich auch mit dem Köhler beschäftigen sollten.


    [Link] [Cache]
    Duckhome: Muss man Blasphemie bepreisen
    10/12/2008 06:31 AM

    "Brights - Die Natur des Zweifels" berichten über den Blasphemie-Preis "Der Freche Mario" des "Bund der Geistesfreiheit München".

    Nun ist es ja nicht so, dass es eine Mangel an, oder eine Notwendigkeit für Blasphemie gibt. Denn meist ist Blasphemie weniger Gotteslästerung als die Beleidigung andersdenkender. Das was bei diesem Wettbewerb bepreist wurde ist für mich weniger Blasphemie als ganz normale Kritik mit den Mitteln der Satire.
    Es ist ein Stück gewöhnlicher Umgang mit dem Thema auch wenn das einige Fanatiker sicher wieder anders sehen. Der erste Preis ging an Salvatore Pertutti.

    sacrés livres




    Der zweite Preis ging an Leo Lukas und sein Team.

    Sehr Geehrter Islam




    Der geteilte, dritte Preis ging an Til Mette und Dieter Wessinger. Den Preis der Jury erhielt Della Croce (Gerd Hedler)


    Duckhome hat da noch seinen eigenen Favoriten. Hagen Rether.

    Hagen Rether über Papst Benedikt XVI.




    [Link] [Cache]
    Living in China: Viel zu tun
    10/12/2008 06:20 AM

    In den letzten Tagen war es im Blog wieder etwas ruhiger. Das liegt daran, dass ich nach der Rückkehr aus Shanghai in der Firma viel zu tun hatte und meisten erst Abends wieder nach Hause kam. Die einzige Ausnahme war der letzte Mittwoch, als es in der Botschaft die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit gab. Schirmherr der Veranstaltung war der niedersächsische Ministerpräsident Wulff, allerdings war er bei weitem nicht der einzige Prominente. Mindestens auch noch da waren der brandenburger MP Platzeck, Altkanzler Schröder, RWE-Chef Großmann und vermutlich noch viele weitere, die ich nicht erkannt habe. Unabhängig von den Gästen waren Bier und Essen, insbesondere die zwei Schweine, die sich langsam über dem Grill drehten, nicht von schlechten Eltern. Der nachfolgende Arbeitstag war leider um so härter. :-)

    [Link] [Cache]
    politplatschquatsch: Reich-Ranicki rechnet ab
    10/12/2008 02:22 AM
    Marcel Reich-Ranicki, der als Literaturkritiker berühmt wurde, hat den Ehrenpreis für sein Lebenswerk, den ihm das ZDF verleihen wollte, nicht angenommen. Auf offener Bühne hielt der greise Viel-Leser stattdessen eine Rede, in der er mit dem Niveau des deutschen Fernsehens abrechnete: Er habe schon viele Preise überreicht bekommen, zitiert der "Stern" den ehemaligen Mitarbeiter der polnischen Staatssicherheit, doch diesmal sei er in einer schwierigen Situation. "Ich nehme diesen Preis nicht an. Ich gehöre nicht in diese Reihe", verkündete der 88-Jährige den staunenden Gästen der feierlichen Gala.

    Dann übte er scharfe Kritik an den für den deutschen Fernsehpreis nominierten Produktionen. "Wenn dieser Preis mit Geld verbunden wäre, würde ich es zurück geben", sagte Reich-Ranicki. Er finde es schlimm, dass er "das hier heute Abend erleben musste... diesen Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben". Nicht nur die ARD, RTL, Sat.1 und ZDF, die den Deutschen Fernsehpreis 1999 ins Leben gerufen haben wurden kritisiert. Auch Sender wie Arte und 3Sat seien nicht mehr das, was sie mal waren, befand RR, der offenbar bei allem Bücherlesen jahrelang auch noch zum ausgiebigen Fernsehen kam.

    Marcel Reich-Ranicki verließ die Bühne ohne Preis, Alles_moderator Thomas Gottschalk, auch hier im Einsatz, fragte das Publikum: "Wo waren wir... Weiß einer wie es weiter geht? Jetzt ist es eh Wurst, jetzt sind wir ihn los". Die Aufzeichnung der Gala wird heute Abend im ZDF ausgestrahlt. Die Frage ist nur, ob mit Reich-Ranickis Aufritt oder ohne.[Link] [Cache]
    politplatschquatsch: Blasen mit Bill
    10/12/2008 02:22 AM
    Josef Joffe von der "Zeit", der neulich herausgefunden hat, dass 2048 die letzte Zeitung in die Briefkästen gesteckt werden wird, liest bis dahin offenbar schonmal PPQ und schließt sich in seinen Texten dann gelegentlich den unseren an. So hat auch er jetzt mit zwei Tagen Verspätung die Ursachen für die große, gräßliche Finanzkrise gefunden: Bill Clinton und sein Entschluss, auch den ärmsten Amerikanern zu Wohneigentum zu verhelfen, selbst wenn die es gar nicht bezahlen können:

    Gier – neutraler: Gewinnstreben – ist so alt wie die Menschheit, folglich kann sie nicht erklären, warum diese Blase so maßlos angeschwollen und umso lauter zerplatzt ist. Dass dabei so manche quasistaatliche Bank in Deutschland in den Strudel geriet, zeigt, dass Gier nicht nur privates Laster ist. Aber das ist nur eine hübsche Pointe. Entscheidend ist der Staat als Schrittmacher, ja als Anstifter.

    Am Anfang der Tragödie stand im Lande des »Raubtierkapitalismus« die staatlich verordnete Aufblähung der Nachfrage nach Wohneigentum im Namen dessen, was in Deutschland »soziale Gerechtigkeit«, in Amerika »a nation of homeowners« genannt wird. Zwischen 1997 und 2005, rechnet Ökonomie-Professor Russell Roberts vor, habe sich der Durchschnittspreis eines Hauses mehr als verdoppelt. Und warum?

    Weil der Staat von 1992 an die öffentlich abgesicherten Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac dazu »ermunterte«, immer mehr Hypotheken für die Ärmeren zu finanzieren; bis 2005 stieg die Quote auf 52 Prozent! Bis dato hatten Freddie und Fannie Aberhunderte von Milliarden abgesichert, darunter, wie vorauszusehen war, allzu viele Hypotheken von Schuldnern ohne Bonität (»subprime«), die nicht mehr als zehn Prozent des Kaufpreises hinblättern mussten. Jimmy Carters Community Reinvestment Act von 1997 tat Gleiches den normalen Banken an: mehr Darlehen für »Schlechtergestellte«, also Risikoschuldner. Das war »sozialer Wohnungsbau«, der die Staatskasse nicht belastete – Gerechtigkeit »für lau«. Dritter wohlgemeinter Zockerfaktor: Um Wohneigentum zu fördern, haftet ein US-Schuldner nur mit dem Häuschen, nicht mit dem Gesamtvermögen. Das fördert nicht Umsicht, sondern Leichtsinn.

    Schließlich bedurfte es noch einer weiteren staatlichen Wohltat, um die Zockerei überhaupt zu ermöglichen: billiges Geld. 2002 senkte die Zentralbank die (Interbank-)Zinsen (Federal Funds Rate) auf zwei Prozent und 2003 auf ein 40-Jahres-Tief von 1,25 Prozent. Der Roulette-Tisch war gedeckt, faites vos jeux. Die Häuserpreise stiegen und stiegen, also fiel und fiel die Pleite-Gefahr, also schossen die Einsätze (Hypotheken an Risiko-Kunden) in die Höhe. Und jeder sahnte gern ab, von Lehman bis zu den Landesbanken.

    Die wirkliche Moral von der Geschicht'? Eine freundliche Sozialpolitik (die in Amerika die Wohnungseigentumsquote auf 70 Prozent hochtrieb) ist nicht immer kluge Wirtschaftspolitik, und schon gar nicht fördert sie kluges Einzelverhalten bei Reich und Arm. Der Staat war bei dieser Blase der wohlmeinende Anstifter; warum betrachten wir ihn dann als Heilsbringer? PS: In Amerika überwachen acht Bundesagenturen sowie die einzelnen Staaten die Finanzmärkte – eine unglaublich hohe Regulierungsdichte. PPS: Federal Funds kosten seit Dienstag wieder läppische 1,25 Prozent. Freuen wir uns auf die nächste Blase.
    [Link] [Cache]
    ISLA: ?
    10/12/2008 02:21 AM
    Ich habe mein eigenes Blog am 30. August zuletzt besucht?

    Google-Copy:
    ISLA - Independent Sensitive Liberation Army - 9 Besuche - 30. Aug.

    Das zweite Blog, Lilith L, habe ich am 16. August zuletzt besucht?
    Lilith L. - Gallery - 2 Besuche - 16. Aug.


    Technorati
    Latest Post ISLA:

    Equinox
    http://independentsla.blogspot.com/2008/09/equinox_6714.html

    " Discover the cosmos! Each day a different image or photograph of our fascinating universe is featured, along with a brief explanation written by a professional astronomer." 22. September 17:44 MESZ. Herbst-Tagundnachgleiche - Mabon…

    2 days ago[Link] [Cache]
    Das Leben usw.: Unübertrefflich
    10/12/2008 02:18 AM

    Die Wirklichkeit ist unübertreffbar. Gleichgültig, was ich auch immer über Probleme beim Datenschutz zu schreiben hätte, die Wirklichkeit übertrifft es. Ganz gleich, was ich über die Finanzkrise schreiben könnte, die Wirklichkeit übertrifft es. (Hoffentlich lernen wir daraus.)
    Jetzt praktizieren Hai-Weibchen die Jungfrauengeburt, der goldene Colt aus dem James-Bond-Film ähnlichen Namens ist geklaut worden und Marcel Reich-Ranicki liest dem Fernsehen die Levitten.
    Was soll ich da noch schreiben?

    [Link] [Cache]
    Der Demokrat: Jörg Haider ist tot
    10/12/2008 02:15 AM

    Wie die Medien berichten, ist gestern der österreichische Rechtspopulist und Kärntner Landeshauptmann (gleicht einem Ministerpräsident eines unserer Bundesländer) Jörg Haider bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.
    Bei einem offensichtlichen Überholversuch mit seinem Dienstwagen verlor er die Kontrolle und überschlug sich mehrmals. Haider starb noch am Unfallort.

    Haider war Ende der Achtziger bis Ende der Neunziger Jahre durch seine rechtspopulistische FPÖ bekannt geworden, welche auch mit der ÖVP koalierte und eine Regierung unter Bundeskanzler Schüssel stellte. Der damalige Erfolg der FPÖ und die Regierungsbildung führten damals zum Boykott Österreichs durch die EU-Mitgliedsstaaten.

    [Link] [Cache]
    Ein voller Erfolg: Freiheit statt Angst - Stoppt den Überwachungswahn
    10/12/2008 02:15 AM

    Gestern Nachmittag fand die wichtigste Demonstration der freidenkenden Bürger Deutschlands statt - vom Berliner Alexanderplatz (Rotes Rathaus) bis zum Brandenburger Tor. Mehr als 20000 TeilnehmerInnen (die Veranstalter sprechen von fast 100000), aus allen demokratischen Schichten, demonstrierten gegen Vorratsdatenspeicherung, Überwachungswahn, Datenmissbrauch der Bundesregierung und großer Konzerne.
    Die Bandbreite der TeilnehmerInnen war groß: 117 Organisationen wie Parteien, Berufsverbände, Gewerkschaften und jede Menge engagierte BürgerInnen zeigten dem (bestehenden) geplanten Überwachungsstaat und seinen Handlangern, wie der BmI Dr. Wolfgang Schäuble, die Zähne.

    Ein voller Erfolg.
    Ich hoffe, dass dieses Signal des Bürgerwillens seinen Weg auch nach Karlsruhe findet, wo irgendwann über die Sammelklage gegen die Vorratsdatenspeicherung entschieden wird, an der auch ich mich beteiligt habe.

    Gegen Vorratsdatenspeicherung

    [Link] [Cache]
    Club der halbtoten Dichter: Copyright BPA (Bazi Presse Agentur)
    10/12/2008 01:57 AM

    sfs

    Impressum

    Opa minus Edi ätt gmx dott net

    seeopa

    max munzl

    Opa (als Polizeipsychologe Max Munzl) muss strippen

    [Link] [Cache]
    Über Haiders Ende oder: der Ingolstädter Mescalero
    10/12/2008 01:34 AM
    [Link] [Cache]
    The Grand Chessboard: Osama for President?
    10/12/2008 01:07 AM

    Panne in einem Wahlbezirk im US-Staat New York: Hunderte Briefwähler haben Unterlagen erhalten, mit denen sie ihre Stimme dem Republikaner John McCain geben können - oder aber einem gewissen “Barack Osama”.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,583499,00.html

    [Link] [Cache]
    The Grand Chessboard: Countdown With Keith Olbermann - Live Bear Chase
    10/12/2008 01:07 AM

    For a break :-)

    http://www.youtube.com/watch?v=xPZUXX2Rohc

    [Link] [Cache]
    The Grand Chessboard: New World Order - die russische Variante
    10/12/2008 01:07 AM

    Der Russische Präsident Mevedev schlägt den Europäischen Führern eine Neue Weltordnung vor, die die Rolle der USA minimiert.

    Russian president Dmitry Medvedev calls for Europe to freeze out US

    The Russian president, Dmitry Medvedev, has called on European leaders to create a new world order that minimises the role of the US.

    By Adrian Blomfield in Moscow
    Last Updated: 6:33PM BST 08 Oct 2008

    Confident that a spat with Europe prompted by Russia’s invasion of Georgia in August was over, Mr Medvedev arrived in the French spa town of Evian determined to woo his fellow leaders into creating an anti-US front.

    Gone was the kind of war time rhetoric that saw Mr Medvedev lash out at the West and characterise his Georgian counterpart Mikheil Saakashvili as a “lunatic”. Instead Mr Medvedev spoke of a Russia that was “absolutely not interested in confrontation”.

    Yet there was little doubt that Mr Medvedev was playing the divide-and-rule tactics of his predecessor Vladimir Putin by seeking to pit the United States against its European allies.

    In a speech delivered to European leaders at a conference hosted by President Nicolas Sarkozy of France to discuss the international financial crisis, Mr Medvedev sought to show that the United States was at the root of all the world’s problems.

    He blamed Washington’s “economic egotism” for the world’s financial woes and then accused the Bush administration of taking Europe to the brink of a new cold war by pursuing a deliberately divisive foreign policy. He also maintained that the United States was once again trying to return to a policy of containing Russia.

    “After toppling the Taliban regime in Afghanistan, the United States started a series of unilateral actions,” Mr Medvedev said. “As a result, a trend appeared in international relations towards creating dividing lines. This was in fact the revival of a policy popular in the past and known as containment.”

    While he called for a cooling of the noxious rhetoric that has blighted East-West relations in the past two years, Mr Medvedev clearly laid the blame for the deterioration on the United States, which he said was again viewing Russian through the prism of the Cold War.

    “Sovietology, like paranoia, is a very dangerous disease, and it is a pity that part of the US administration still suffers from it,” he said.

    To remedy Washington’s ambitions to play the global policeman, Mr Medvedev proposed an overhaul of the world’s security and financial structures.

    In order to end the “unipolar” model in which the world depended on the United States, he proposed creating new financial systems to challenge the dominance of the International Monetary Fund and the World Trade Organisation, both of which had fallen under Washington’s spell.

    Slamming the enlargement of Nato, which he said had advance provocatively towards the borders of Russia, he also proposed drafting a new European Security Treaty. While Russia has insisted it is not intending to supplant Nato, Mr Medvedev made it clear that the US-dominated alliance was partly responsible for the war in the Caucasus by its failure to rein in Georgian “aggression”.

    If the tone was softer, the theme of the speech was familiar, and drew comparisons with an address by Mr Putin in February last year in which the former president, now prime minister, railed against US “hyperpower”. Many observers say that address heralded the beginning of a new era in East-West confrontation.

    “Medvedev’s speech was more balanced than previous ones, but it was still permeated with criticism of the United States,” said Nikolai Petrov, a Russian foreign policy expert at the Carnegie Centre think-tank in Moscow. “He curtsies to Europe but what he proposes is ultimately anachronistic rather than constructive.”

    To what extent Europe will warm to Mr Medvedev’s policies is uncertain. It is clear, however, that Russia’s diplomacy with Europe’s major powers – Britain aside – has been remarkably successful in the aftermath of a war that saw Moscow branded an international pariah, even by traditional allies like Germany.

    The Russian president won fulsome praise from Mr Sarkozy after he announced that all Russian troops had been withdrawn from buffer zones around Georgia’s rebel enclaves of South Ossetia and Abkhazia before Friday’s deadline for a pull out.

    Describing his guest as a man who had “kept his word”, Mr Sarkozy immediately declared that talks on an EU-Russia partnership deal, suspended as punishment for Russia’s military operation in Georgia, could resume.

    Russia has also mended fences with Germany, concluding a new bilateral energy deal and winning assurances from Angela Merkel, the chancellor, that Berlin would not support granting Georgia or Ukraine Nato candidate status when the alliance meets in December.

    While Russia may have pulled out of undisputed Georgian territory, Kremlin critics fret that the EU has won a pyrrhic diplomatic victory. Russia has doubled its troop presence in Abkhazia and South Ossetia in contravention of United Nations resolutions and in defiance of earlier EU calls, which now appear to have been dropped, to withdraw to pre-conflict positions.

    Despite international condemnation, Russia has also unilaterally recognised the independence of both provinces, a fact that observers say could cause instability in the Caucasus for years to come.

    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/russia/3159998/Russian-president-Dmitry-Medvedev-calls-for-Europe-to-freeze-out-US.html

    [Link] [Cache]
    The Grand Chessboard: McCain redet US Büger mit "my fellow prisoners" an
    10/12/2008 01:07 AM

    http://www.youtube.com/watch?v=JYFm5kK4f1k

    Unten noch mehr von McCain. Obama ist jedoch keine Alternative, denke man nur an seinen Sicherheitsberater Zbig­niew Brzezinski.

    http://www.youtube.com/watch?v=hAzBxFaio1I

    http://www.youtube.com/watch?v=GEtZlR3zp4c

    [Link] [Cache]
    Mein Parteibuch Blog: Der Führer ist tot
    10/12/2008 12:10 AM

    Des Führers Autobauer Volkswagen bewirbt sein PS-strotzendes Top-Modell Phaeton wie folgt:

    "Konkurrenzlos sicher - Perfekter Schutz für alle Insassen. Die Verarbeitung von 16 verschiedenen Metallen und Spezialkunststoffen bietet Ihnen ein Höchstmaß an Stabilität, beste Crash-Sicherheit und konkurrenzlose Torsionssteifigkeit."

    Der österreichische Führer Jörg Haider ist mit seinem VW-Phaeton heute morgen in den Tod gerast.

    Das Dach ist beim Überschlag leider eingeknickt. Da kann man nicht meckern.

    Vielleicht kann man ja VW dazu bewegen, zur Abwechselung mal was Gutes zu tun und ein Sponsoring-Programm aufzulegen, mit dem Rechtsextremisten zukünftig mit Phaetons versorgt werden?

    [Link] [Cache]

    No comments: