Wednesday, February 25, 2009

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-17

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-17


elementarteile: Kinderpornoterroristen!
10/17/2008 11:21 PM

Ich gebe zu, ich komme nicht mehr hinterher: erst war das Internet böse wegen der ganzen Kinderpornographie (ihr wisst schon, 2-3mal geklickt, landet jeder von uns auf kinderpornokram…), dann war das Internet böse, weil ja die Terroristen dort heimlich kommunizieren (ihr wisst schon, deswegen muss euer Rechner heimlich durchsucht werden: Terroristen=Internet, du im Internet=Terrorist).
Jetzt kommt es aber noch dicker und wenn fefe von der unglaubwürdigsten Geschichte spricht seit es Internet und Terrorismus gibt übertreibt er nicht:

Und die unglaubwürdigste Geschichte des Monats, wenn nicht des Jahres, kommt heute von der Times: Islamische Terroristen benutzen Kinderporno-Webseiten zur Kommunikation. Äh, whut?

Die Argumentation verläuft ungefähr so:

  1. Kinderpornoserver sind sicher, weil die Polizei dort nicht sucht. (ist klar, ne?)
  2. über Steganographie kommunizieren Terroristen mit Hilfe von Kinderponobildern (weil bei ner Durchsuchung kann man ja dann sagen:”Hey, ich bin kein Terrorist, ich bin ein unbescholtener Pädophiler, ihr könnt mir nix!” ist klar, ne?)
  3. beim Angucken der ganzen Bilder sind sie selber zu begeisterten Pädophilen geworden (Gehirnwäsche, ist klar, ne?)
  4. ein Nazi wurde wegen Terrorismus zu 16 Jahren Haft verurteilt. Er besaß 39.000 Kinderpornobilder (böse Menschen sind immer pädophil, Terroristen sind böse, also pädophil, ist klar, ne?)
  5. Terrorismus ist Kinderpornographie
  6. Kinderpornographie ist Terrorismus

(wenn Kinderpornographie nicht so ein ernstes Thema wäre, würde ich mich ja nur noch drüber lustig machen. All dieses Gewäsch führt ja nicht dazu, dass Kinderschänder geschnappt werden, ab und zu mal einer, der sich die Bilder gekauft hat, aber so gut wie nie werden die Schweine gefunden, die sich an den Kindern vergreifen. Das macht mich noch viel wütender als das ganze Terrorgelaber! Stellt euch das mal vor, da sitzen Polizisten und gucken quasi dabei zu, wie Kinder missbraucht werden und wollen so Terroristen fangen… ja sach mal gehts noch?)

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Kritik und Kunst: Frustrierter Björn Hengst faked Tatsachen
10/17/2008 10:47 PM

Bartsch sieht angeblich rot, meint Björn Hengst, SpON (wo sonst?). Die Weisswäscherei des Desasters geht also munter weiter.

Selbst mir als Laien stockt der Atem. Eines muss man Hengst lassen: er ist entweder bemerkenswert kühn, oder er hält sein Publikum wirklich für dumm. Speichern Sie sich die Seite ab: So sieht Neudenk aus! Gespenstisch...

Im Einzelnen:

(1)

Bartsch erwähnt nur am Rand, dass die Arbeitslosigkeit zuletzt deutlich zurückging

Die statistisch erfasste Erwerbslosigkeit ging in der Tat zurück. Es gehört schon einige Gemeinheit dazu, einem Maßnahmebesucher, Ein-Euro-Jobber, Midijober oder ZAF-Beschäftigten (850 netto für eine Vollzeitstelle) ihren derzeitigen Zustand als zu bejubelnde Lösung eines Problems anzudienen. Lassen Sie sich diesen Unfug nicht erzählen: Es gab keinen relevanten Rückgang der realen Arbeitslosigkeit. Es gab neue statistische Verfahren und Maßnahmen wie etwa EEJs. Ordentlich bezahlte VZ-Stellen haben nicht zu-, sondern abgenommen.

(2)

Von der rot-grünen Steuerreform hätten allein Kapitalgesellschaften und Besserverdiener profitiert. Während Durchschnittsverdiener kaum entlastet worden seien, würden Einkommensmillionäre immer weniger Steuern zahlen. Dass der Eingangssteuersatz von 25,9 auf 15 Prozent sank - davon liest man bei Bartsch nichts

Drüber und drunter! Der geringere Einstiegssteuersatz ist durch die Erhöhung der MwSt, die ja insbesondere Bezieher kleiner Einkommen trifft, konterkarriert worden. Dass es massive Steuergeschenke für oben gegeben hat, insbesondere solche zugunsten der Finanzwirtschaft, sollte nun wirklich unstrittig sein.

(3)

Selbst für die derzeitige Finanzmarktkrise ist die SPD Bartsch zufolge mitverantwortlich, weil etwa der sozialdemokratische Finanzminister Peer Steinbrück und sein Vorgänger Hans Eichel "Steuerbefreiungen für Spekulanten" erwirkt hätten. Die SPD habe als Regierungspartei "Deutschlands Weg in den Casino-Kapitalismus systematisch geebnet".

Genau so ist es ja auch gewesen (s.u.). Bartsch formuliert bemerkenswert zurückhaltend.

(4)

Die eigentliche Ursache der Finanzkrise - unseriöse Kredite an Haushalte ohne Sicherheiten in den USA - erwähnt Bartsch mit keinem Wort.

Die eigentliche Ursache für die Finanzkrise - internationaler Handel mit ABS, von Steinbrück jubelnd zugelassen - erwähnt der ersichtlich völlig inkompetente Hengst mit keinem Wort.

(5)

Auch dass Kanzlerin Angela Merkel und die Große Koalition auf dem G-8-Gipfel in Heiligendamm im vergangenen Jahr strengere Regeln und einen Verhaltenkodex für die Hedgefonds-Industrie durchsetzen wollten und unter anderem am Widerstand der USA und Großbritanniens scheiterten, passt nicht in das Argumentationsschema von Bartsch.

Das ist nun absurd. Es mag sein, dass Merkel/Steinbrück in Heiligendamm mit etwas pipsiger Stimme darum gebeten haben, jetzt aber doch bitte vielleicht hie und da ein paar Regeln einzuführen (zu spät gewesen wäre es ohnedies). Tatsache bleibt, dass der Bundesfinanzminister unter Merkels Kanzlerschaft, den Koalitionsvertrag einlösend, weiter kräftig und fröhlich dereguliert - und sich dafür feiern lassen hat (Belege siehe oben Punkt (4)). Dass sind die relevanten Tatsachen. Das war ihr politisches Tun, dafür sind sie verantwortlich! Was Merkel oder Steinbrück irgendwo irgendwie in irgendwelchen Relativsätzen mal gesagt oder angedeutet haben, hat mit den relevanten Tatsachen nicht das geringste zu tun.

Da auch unfreiwillige Komik erheiternd wirkt, habe ich mich bei Hengsts Albernheiten nicht gerade gelangweilt. Ich bleibe - gegen Befürchtungen des guten Albrecht Müllers - dabei: Solcher Schmonzes wie dieser hier zeigt mir deutlicher als alles andere: Sie haben fertig. Sie sind am Ende und sie wissen das. Das kann ich nun wirklich nur noch als verzweifelten Versuch verstehen, den schwarzen Peter schnell noch abzuschmeißen. Damit werden sie nicht durchkommen. Die Merkels und Steinbrücks nicht, die Sinns und Miegels nicht. Und auch nicht Journalisten wie Hengst, die mit der Produktion von Schalmeienklängen für die brave new liberalian world befasst waren, die ihr Leben als frei, wild, dezentral, als floatend und nicht ideologisch verstanden und die jetzt vor den Trümmern ihres persönlichen postmodernen Lebensprojekts stehen. Daran wird meine Generation zu knabbern haben: In aller Postmodernität einer gewalttätigen Ideologie aufgesessen zu sein. "aufgesessen sein" stimmt auch nicht ganz. Sie haben ja mitgemacht, niemand zwang sie.

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TAMMOX-TV: Charlotte Roche unter Altenpflegern
10/17/2008 10:42 PM
Charlotte Roche unter Altenpflegern
Mittwoch, den 22.10.2008

23:15 Uhr
3Sat

"Guten Morgen, ich bin der Lehrling von Herrn Waetzold", begrüßt Charlotte Roche die Bewohner des Kölner Caritas-Altenzentrums St. Heribert. Zwei Arbeitstage in Früh- und Mittelschicht, vom Aufstehen am frühen Morgen bis zur Nachtruhe am Abend, folgt Charlotte Roche dem geduldigen Altenpfleger Martin Waetzold auf der Station. Sie hilft beim Ankleiden und Tablettenverteilen, reicht Essen und schiebt Rollstühle. Und erzielt zunächst gemischte Reaktionen: Die hochbetagte Frau Aschenbroich reagiert anfangs sehr verhalten auf die neue Pflegehilfe und spricht nicht mit ihr. Ganz anders Frau Thorau, die schon morgens schmissige Musik zum Anziehen hört und sich selbst als eine von "der schnellen Truppe" bezeichnet. Die lustige Frau Müseler lobt das Heim: "Man ist gut aufgehoben - nur die älteren Leute sind manchmal was komisch" und bedankt sich augenzwinkernd beim Kameramann, dass er sie "so schön geknipst" hat. Die freundliche Frau Engels muss sich noch eingewöhnen, und Frau Braunwirft spontan Küsschen und schließt Charlotte Roche gleich in ihr großes Herz. Am Ende der zwei Tage macht sich Charlotte Roche Gedanken, was für eine Art von Heimbewohnerin sie wohl später sein wird. "Jemand mit dem man viel lachen kann", sagte Herr Waetzold, "zu dem man gerne hingeht." "So eine wie Frau Braun? Ich möchte so eine wie Frau Braun sein", wünscht sie sich. Denn eins wird ihr schnell klar bei der Arbeit in St. Heribert: Alt sein ist nichts für Feiglinge.
Jäger, Bestatter und Trucker: Improvisationstalent Charlotte Roche lernt in fünf Folgen der neuen Reihe "Charlotte Roche unter ..." ganz unterschiedliche Menschen und ihre Berufe kennen. Alles ist spontan, nichts inszeniert.[Link] [Cache]
TAMMOX-TV: Alarm im Pflegeheim
10/17/2008 10:42 PM

Die Reportage

  • NDR Fernsehen
  • Mittwoch, 22. Oktober 2008 um 22:30 Uhr (bis 23:00 Uhr)


Alarm im Pflegeheim - Wenn die Kontrolleure kommen

Über zwei Millionen pflegebedürftige Menschen gibt es in Deutschland. Ihre Versorgung ist ein Geschäft. Die Heime sparen, wo sie können, und der Druck auf das Pflegepersonal wächst ständig. Das weiß die gelernte Krankenschwester Edelgard F. aus Erfahrung.

Seit zwölf Jahren kontrolliert sie Pflegeeinrichtungen im Landkreis Ludwigslust, Mecklenburg-Vorpommern. Zusammen mit einer Kollegin überprüft sie Dienst- und Pflegeplanung, Hauswirtschaftskonzepte und sanitäre Einrichtungen. Am wichtigsten aber sind ihr die Gespräche mit den Bewohnern. "Wenn doch nur einmal am Tag jemand käme und sich mit mir unterhalten würde", beklagt sich Friedrich H. bei den Kontrolleurinnen, "dann wäre das schon ein ganz anderes Leben." Der 87-Jährige verbringt fast den ganzen Tag allein in seinem Zimmer. Gespräche mit den Bewohnern sind im Dienstplan nicht vorgesehen.

Eine alte Dame, die nicht mehr gehen kann, sitzt jeden Abend ab 18.00 Uhr im Nachthemd in einem Sessel. Sie erzählt Edelgard F.: "Ich kann doch so früh noch nicht schlafen gehen". Aber der Pfleger kann auf die Einwände der alten Dame keine Rücksicht nehmen. Mit nur einer Hilfskraft versorgt er 40 zum Teil schwer pflegebedürftige alte Menschen.

Ute Jurkovics begleitet die Kontrolleurinnen bei ihrer Arbeit. Die beiden Frauen notieren Beschwerden, spüren Missstände auf und drängen auf Abhilfe. Manchmal kommen sie nach kurzer Zeit wieder - unangemeldet. Auch wenn ihre Prüfaktionen nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein" sind, wissen sie, dass ohne die amtlichen Kontrollen viele hilfsbedürftige, alte Menschen dem Heimalltag noch schutzloser ausgeliefert wären.

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TAMMOX-TV: Arm trotz Arbeit
10/17/2008 10:42 PM
Mittwoch | 22.10.2008 WDR
22.30 - 23.15

Menschen hautnah

Arm trotz Arbeit

Susanne Q. aus Bochum arbeitet als Servicekraft in einem großen Krankenhaus. Sie bekommt den tariflichen Mindestlohn. Wenn Miete, Strom und Versicherungen bezahlt sind, hat sie im Monat gerade mal 300 Euro zur Verfügung.
Ein Computer für den Sohn ist nicht drin, doch Susanne Q. lässt sich nicht hängen. Von ihrem Vater hat sie den Satz gelernt: "Das Geld, das du ausgibst, musst du auch selbst verdient haben." Daran hält sich die 34-
Jährige. Ihr Stolz verbietet es, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wie Susanne geht es Millionen Deutschen, sie sind arm trotz Arbeit. Der alleinstehende Peter P. aus dem Siegerland schafft es, mit 5,35 Euro Stundenlohn über die Runden kommen.
Das Ehepaar S. aus Essen hat drei Kinder, deren Bildung ihnen am Herzen liegt.
Wie kommen sie mit ihrem Geld aus, ohne dass die Kinder und das Familienleben darunter leiden? Wie erleben sie die Schulferien, ohne verreisen zu können?
Einen Monat lang begleiten die Autoren die Familien, die jeden Euro zweimal umdrehen. Wir lernen Menschen kennen, die wenig haben, aber nicht klagen, sondern kämpfen. Manchmal aber taucht auch bei ihnen die Frage auf: Lohnt es sich überhaupt zu arbeiten?
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TAMMOX-TV: Ich bin ein junger Amerikaner Am 4. November 2008 findet die Wahl des neuen US-Präsidenten statt und Amerika trifft die spannende Entscheidung, wer
10/17/2008 10:42 PM
21:00

Ich bin ein junger Amerikaner

Am 4. November 2008 findet die Wahl des neuen US-Präsidenten statt und Amerika trifft die spannende Entscheidung, wer die Nachfolge von George W. Bush antreten wird: John McCain oder Barack Obama?

DETAILS
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ARTE F

Dienstag, 21. Oktober 2008 um 21.00 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Ich bin ein junger Amerikaner
(120mn)
ARTE F


Am 4. November 2008 findet die Wahl des neuen US-Präsidenten statt und Amerika trifft die spannende Entscheidung, wer die Nachfolge von George W. Bush antreten wird: John McCain oder Barack Obama? Der Themenabend richtet sein Augenmerk auf die heute 20-jährigen US-Bürger, die die Zukunft des Landes mit dem neuen Präsidenten gestalten werden. Welche Vorstellungen hegen sie von Politik und Kultur, und für welche Werte treten sie ein? ARTE zeigt diesen Themenabend innerhalb des Programmschwerpunkts "USA 2008".

Kurz vor den Präsidentschaftswahlen in den USA, die am 4. November stattfinden werden, lässt der Themenabend das junge Amerika zu Wort kommen. Es äußern sich die heute 20-Jährigen, die das Land nach den Jahren der Regierung Bush in Zukunft gestalten werden. Unverblümt erzählen sie, was sie über Politik und Kultur denken, wie sie die Welt sehen und welche Träume sie hegen. Ohne ihnen mit Vorurteilen zu begegnen und ohne sie durch die europäische Brille zu betrachten, schildert der Themenabend, auf welche Weise die jungen Amerikaner Politik machen, wie sie sich als verantwortungsvolle Bürger verhalten und welche Werte sie vertreten. Er zeigt die großen Debatten im heutigen Amerika aus der Sicht der jungen US-Bürger mit ihren Gewissheiten und Zweifeln, ihren Vorlieben und Abneigungen und stellt die Frage "Amerikaner sein" - was bedeutet das für die 20-Jährigen?

21:00

American Paradox

Wovon träumen junge Amerikaner - welcher politischen Couleur auch immer - kurz vor der Präsidentschaftswahl?

DETAILS
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ARTE F

Dienstag, 21. Oktober 2008 um 21.00 Uhr

Wiederholungen:
30.10.2008 um 09:55
American Paradox
(Frankreich, 2008, 45mn)
ARTE F
Regie: Franck Guerin, Julien leconte

16:9 (Breitbildformat)

Wovon träumen junge Amerikaner - welcher politischen Couleur auch immer - kurz vor der Präsidentschaftswahl? Was wünschen sie sich für ihr Land und was für die Welt nach George W. Bush? Dazu werden Studenten der Universität von Berkeley, Kalifornien, befragt. "American Paradox" beweist die ungeheure Vitalität der US-amerikanischen Demokratie.

Entlang der Hauptallee des Campus der Universität von Berkeley, dem legendären Ort, von dem in den 60er Jahren das Free Speech Movement ausging, bauen seit Jahresbeginn täglich zwischen 10.00 und 15.00 Uhr die Vertreter aller politischen Gruppierungen ihre Stände auf, verteilen Flugblätter und diskutieren. Im Zentrum steht die im November anstehende Präsidentschaftswahl. Vor allem beim Thema Irak-Krieg geht es hoch her.
Sie sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, studieren Mathematik, Literatur oder Maschinenbau, sind Obama- oder McCain-Anhänger, bekennende Homosexuelle oder Abtreibungsgegner und alle vertreten ihre Sache mit größtem Engagement. Dabei darf jeder seine Meinung äußern. Romy, ein praktizierender Muslim, bekennt: "Ich fühle mich frei, als Moslem in den USA zu leben, und ganz besonders an dieser Universität, ich fühle mich frei, auch in der Öffentlichkeit zu beten und muslimisch gekleidet zu sein." Die junge Afro-Amerikanerin Roxanne sagt: "Noch einmal ein republikanischer Präsident? Das kann ich mir nicht vorstellen! Wenn doch, dann überlege ich mir ernsthaft, ob ich nicht auswandere." Und begeistert fährt sie fort: "Stellen Sie sich mal vor: Dieses Amerika, das so tut, als gäbe es die Schwarzen nicht, das denkt, wir seien zu nichts nutze, würde von einem Schwarzen regiert! Das ist doch wahnsinnig aufregend!"
Auch der eingefleischte Republikaner Ross steht zu seinen Idolen: "Ich liebe George Bush, ich habe ihn von Anfang an verehrt und gehöre zu den wenigen, die ihn noch immer verehren. Er ist eine absolut integre Persönlichkeit, wie McCain steht er zu seinen Grundsätzen."
Welchen Traum hegen diese jungen Menschen für ihr Land? Was glauben sie, deren Jugend vom 11. September und von den Kriegen in Afghanistan und im Irak geprägt wurde, verändern zu können? Vielleicht gibt Joe eine schlüssige Antwort: Seit der ehemalige Marinesoldat aus dem Irak zurückgekehrt ist, will er Journalist werden: "Ich habe den Eindruck, Bush handelt eher aus persönlichen und finanziellen Motiven, dient aber nicht den Interessen des Landes. Ich will die Leute aufklären, ich will ihnen zu einem besseren Verständnis der Lage verhelfen, darum will ich als Journalist arbeiten."

21:45

Generation Irak

Über 80.000 junge Amerikaner unter 20 Jahren haben sich bis Ende März 2008 zum Dienst in der US-Armee gemeldet.

DETAILS
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ARTE F

Dienstag, 21. Oktober 2008 um 21.45 Uhr

Wiederholungen:
30.10.2008 um 10:40
Generation Irak
(Frankreich, 2008, 45mn)
ARTE F
Regie: Barbara Necek

16:9 (Breitbildformat)

Über 80.000 junge Amerikaner unter 20 Jahren haben sich bis Ende März 2008 - mit Genehmigung ihrer Eltern - zum Dienst in der US-Armee gemeldet. Die jungen Menschen wissen, dass sie tatsächlich in den Krieg geschickt werden können. Das Filmteam um Regisseurin Barbara Necek hat einige von ihnen in einem Trainingslager besucht, wo sie den Krieg im Irak in Kulissen simulieren, die dem Nahen Osten nachempfunden sind.

Tony Scotts Actionfilm "Top Gun" zeigt heldenhafte Soldaten, die bereit sind, fürs Vaterland ihr Leben zu lassen, und Vater, Mutter und Familie zurücklassen, um ihr Land zu verteidigen. Doch das ist Fiktion. Wer will heute, wo immer mehr alliierte Soldaten im Irak fallen, wirklich für Amerika in den Krieg ziehen? Laut Auskunft der US-Streitkräfte hatten sich bis zum 31. März 2008 81.000 junge Menschen unter 20 Jahren mit Genehmigung der Eltern zum Militärdienst gemeldet. Dabei wissen die zukünftigen Soldaten, dass sie mit einem Kriegseinsatz tatsächlich rechnen müssen. Was erwarten die jungen Menschen von der Armee? Auf welchen Krieg bereiten sie sich vor? Wie werden sie ausgebildet? Ist ihre Entscheidung von Patriotismus bestimmt oder sind vielmehr finanzielle und berufliche Überlegungen ausschlaggebend? Und was halten sie von Europa?
Ryan, Todd, Paul und Felicia, vier Soldaten der US-Streitkräfte zwischen 19 und 27 Jahren, versuchen, diese Fragen zu beantworten. Das Filmteam begleitet sie während eines Sonderübungslagers in Fort Irwin in Kalifornien, unmittelbar vor ihrem Irak-Einsatz. Auf einem über 3.000 Quadratkilometer großen Gelände hat die US-Armee hier den Nahen Osten in Miniatur rekonstruiert. In neun nachgebauten Dörfern versuchen 250 Schauspieler ein möglichst realistisches Szenario mit irakischer Bevölkerung, Armee und Aufständischen zu entwerfen. Ziel der Übung ist, den Kampf gegen den Terrorismus zu simulieren und Strategien zu entwickeln, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Trotz des äußerst anstrengenden Trainings finden die mutigen und engagierten jungen Leute immer wieder Zeit, mit dem Filmteam über ihre Hoffnungen, Zweifel und Erwartungen zu sprechen.

22:30

Gesprächsrunde

DETAILS
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Dienstag, 21. Oktober 2008 um 22.30 Uhr

Wiederholungen:
30.10.2008 um 11:25
Gesprächsrunde
(Frankreich, 2007, 30mn)
ARTE F

16:9 (Breitbildformat)
23:05

Who's Afraid of America?

(1): Glaube und Freiheit

[Link] [Cache]
TAMMOX-TV: "Generation Doof" – Jugend ohne Zukunft?
10/17/2008 10:42 PM
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LEHRSTELLENMARKT

Sendetermin: Dienstag, 21.10.2008, 23.15 - 00.10 Uhr, VOX

"Generation Doof" – Jugend ohne Zukunft?



Die Chancen auf dem Lehrstellenmarkt sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. Erstmals seit 2001 gibt es wieder mehr Ausbildungsplätze als Bewerber.

Selbst in Berlin, der Hauptstadt der Arbeitslosigkeit, bleiben hunderte Lehrstellen unbesetzt. Dabei suchen noch tausende Jugendliche einen Ausbildungsplatz – und Unternehmen händeringend nach passendem Nachwuchs.

Unter den jugendlichen Berufsanwärtern klaffen die Vorstellung zwischen Traumberuf und Realität oft weit auseinander. Unternehmen beklagen die fehlende Ausbildungsreife der Bewerber. Mangelnde Rechtschreibkenntnisse und Lücken bei der Anwendung von Grundrechenarten versperren den Teenagern den Weg ins Berufsleben. Doch es gibt Auswege aus der Misere. So sollen berufsvorbereitende Schulen schwer vermittelbare Jugendliche fit für eine anerkannte Ausbildung machen. Hier stehen neben theoretischem Basiswissen, je nach angestrebter Lehre, auch praktische Übungen auf dem Lehrplan. Ziel ist es, besonders jenen Jugendlichen mit schlechtem oder ganz ohne Schulabschluss eine Chance auf ein Leben mit Arbeit zu eröffnen.

SPIEGEL TV Extra begleitet Jugendliche und ihre Ausbilder auf dem steinigen Weg ins Berufsleben.


Sendetermin: Dienstag, 21.10.2008, 23.15 - 00.10 Uhr, VOX[Link] [Cache]
TAMMOX-TV: Jesus Freaks
10/17/2008 10:42 PM
Jesus Freaks
Sa, 18.10.08, 22.30 Uhr
PHOENIX

Auf der Suche nach moralischem und sozialem Halt haben sich Heike, Mireille und Claire in Berlin den Jesus Freaks angeschlossen, einer freichristlichen Bewegung mit betont coolem Anstrich. "Jesus Freaks" ist ein beobachtender, sehr einfühlsamer Film, der tief in die extrem christlich geprägte und oft widersprüchliche Gedankenwelt seiner Protagonistinnen eintaucht.


Nicht immer lassen sich die Bedürfnisse der drei modernen, jungen Frauen und ihr Verlangen nach Geborgenheit und Zweisamkeit mit dem religiösen Regelwerk der Bewegung in Einklang bringen.

Ob Punk oder Vollakademiker, die Anfang der 90er Jahre von zwei orientierungslosen Jugendlichen in Hamburg gegründeten Jesus Freaks haben mittlerweile Tausende zumeist junge Mitglieder und sind international aktiv. "Hört auf, euch mit Alk breit zu hauen. Damit macht ihr nur euer Leben kaputt. Lasst euch lieber mit dem Heiligen Geist abfüllen." Mit Zitaten wie diesen hat sich die "Volxbibel" - eine kontroverse Übersetzung der Bibel im Jugendjargon - bereits fast 100.000 Mal verkauft.

"Jesus Freaks" ist ein Film der jungen Autorin Anne Pütz und entstand in Koproduktion mit der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin dffb. Mentor war der renommierte Dokumentarfilmregisseur Andreas Veiel ("Black Box BRD", "Der Kick")

Film von Anne Pütz (2008)[Link] [Cache]
Böse Worte: WIR-Bank - Oh super, aber...
10/17/2008 10:42 PM
Michail Kalaschnikow soll einmal gesagt haben:
"Alles Einfache ist gut. Alles Komplizierte ist unnütz."

Genau dieser Spruch ist mir eingefallen, als ich den Beitrag "Wir machen uns die Bank,wie sie uns gefällt" bei Duckhome gelesen habe.

Einer von Jochens regelmäßigen Lesern hat ihm da eine gute Idee unterbreitet. Er nennt es die WIR-Bank. Es ist wirklich eine gute Idee. Allerdings nur wenn man den Ansatz betrachtet. Denn der ist wirklich genial einfach. Wenn nur möglichst viele Menschen mit einem Kleinstbetrag als Einlage eine Bank gründen. Dann ergebe sich eine interessante Alternative zum etablierten Bankensystem.

Diese einfache Bank müßte lediglich die Gelder ihrer Kontoinhaber treuhänderisch verwalten, eine rein genossenschaftliche Eigentümerstruktur, logische und gewinnorientierte (nicht Maximalgewinne aber ohne Überschuss funktioniert es einfach nicht) Kreditvergabe und ebensolche Anlagekonzepte. Das alleine wäre schon schwer doch noch einfach genug, um machbar zu sein.

Aber das war ja nur der Ansatz des Vorschlages. Denn dann kommen leider die üblichen träumerischen Schwärmereien. Natürlich muß auch dort wieder all das mit hineingepackt werden, was einen hilft die Welt zu verbessern. Umwelttechnologien, Nachhaltigkeit, Dritte Welt, Kultur...

Nicht, dass diese Dinge nicht wichtig wären. Doch es sind genau die Themen, mit denen sich Menschen beschäftigen können, wenn sie sonst keine Probleme haben. Wer von Hartz IV oder dem Gehalt eines Leiharbeiters den Lebensunterhalt seiner Familie bestreiten muß, der denkt beim Einkaufen nicht über biologische Lebensmittel aus nachhaltiger Landwirtschaft nach. Der überlegt lediglich was er nehmen kann um satt zu werden und über den Monat zu kommen. Der ist auch glücklich wenn er seine Energierechnug überhaupt bezahlen kann. Wie diese Energie erzeugt wird ist da eher zweitrangig. Hauptsache er kann dei Rechnung bezahlen. Mal ganz davon abgesehen, dass ihm das Wirken irdgendwelcher alternativer Kulturprojekte wohl auch nicht gerade als sehr wichtig erscheint.
Warum sollte nun gerade solch ein Mensch sich (wenn auch nur mit 1 Cent) an einer Bank beteiligen, die es auch noch für wichtig hält mit der Graham-Bank in Indien zusammenzuarbeiten?

Natürlich muß in dieser Bank alles ganz demokratisch ablaufen. Da wir es dann auch richtig kompliziert. Denn wer einmal die demokratischen Disskussionen in linksalternativen oder ökologischen Gruppierungen erlebt hat, der kann sich die Entscheidungsprozesse in dieser Bank bildlich vorstellen. Außerdem bilden sich dann auch ganz schnell Fraktionen und Profilierungssucht. Damit schlägt dann auch die Stunde der Lobbyisten. Das Thema von "ehrenamtlichen Mangern" erledigt sich sowieso von selbts. Denn der einzige Mensch der mir dazu bedingt einfällt, Mutter Teresa, ist bereits tot. Außerdem konnte sie eh nicht mit Geld umgehen.

So bleibt es denn wohl doch bei der Realität. Das bedeutet, dass der Waffenkonstrukteur Recht behält und die derzeit Mächtigen die Macht.[Link] [Cache]
Tammox: Rechter Sex
10/17/2008 10:05 PM
Michael Frank warnte am 16.10. in der SZ vor Legendenbildung bezüglich Haider.
"König der Kärntner Herzen" nennt man ihn und sämtliche Politiker Österreichs von links bis rechts überschlagen sich mit Lob. Über die Toten nur Gutes - Felix Austria.
Wenn es denn so einfach wäre. Frank befürchtet, daß Haiders unseliges Wirken nun „auf immer" verklärt wird. Das Alpenvolk strickt kollektiv an einer Legende, bejammert die Tragik des frühen Todes und strömt zu Myriaden zu den Trauerfeierlichkei ten.
Dabei ist er nicht etwa wie Hollands berühmtester Rechtspopulist Pim Fortuyn plötzlich erschossen worden, sondern raste voll wie eine Strandhaubitze mit über 140 km/h durch die österreichische nebelige Nacht.
„An Haiders Tod war nichts tragisch!" Frank fährt fort: „Dass Haider auch ein Lügner, ein Hetzer, ein Rattenfänger war, mag keiner sagen. Auch nicht, dass er zwar den kleinen Leuten kleine Wohltaten zukommen ließ, aber auf Kosten noch Kleinerer und Schwächerer, nämlich der Asylsuchenden, der Ausländer, der "fremden" Volksgruppen, der "Sozialschmarotzer".
Aber nun besteht ja Hoffnung, daß die Verklärung doch etwas abgemildert wird - die Staatsanwaltschaft, die den Tod untersuchte, bestätigte nun das offiziell, was man schon länger ahnte:
Haider war eine Klemmschwester und kam just aus dem Klagenfurter Schwulenclub " Zum Stadtkrämer", dessen Besitzer Hans-Peter Grasser bestätigte in Haider einen regelmäßigen Kunden gehabt zu haben.
Gerüchte über Haiders Homosexualität gibt es schon lange, queer.de schreibt:
……was seit Jahren lautstark gemunkelt wurde. Eine Gerüchteküche, an der sich die österreichischen Medien übrigens unüberhörbar beteiligten, ohne je direkt ein Outing zu wagen. Sie sprachen von "Haiders Buberlpartie" und meinten damit eine Gruppe von ehemals jungen österreichischen Politikern, die während der Zeit des polit ischen Aufstiegs von Jörg Haider zwischen 1986 und 1999 dessen engsten Kreis bildeten. Auch zum Nachfolger Haiders in dessen Partei BZÖ, Stefan Petzner, gibt es solch eindeutigen Andeutungen. So berichtet die Wiener Zeitung: "Der erst 27-jährige Haider-Intimus, dessen stets braungebrannte, modisch gekleidete Erscheinung Reminiszenzen an Haiders alte 'Buberlpartien' weckt, scheint wie verloren in seiner Trauer um seinen besten Freund."
Tja, Gerüchte, die Haider selbst am Kochen erhielt - im Gegensatz zu seinem ebenfalls schwulen rechtsradikalen Kollegen Pim Fortuyn, der niemanden etwas vormachte.
Die Homosexuellen Initiative Wien, HOSI, schreibt im Jahr 2000 über das Quasi-Outing Haiders durch Elfride Jelinek und Rosa von Praunheim:
Betrachtet man Outing als politischen Akt gegen versteckte Homosexuelle, die in wichtigen politischen Funktionen anti-homosexuell agieren und handeln, so ist gerade in Haiders Fall ein Outing gerechtfertigt. Immerhin hat Haider 1996 als Nationalratsabgeordneter gegen die Aufhebung der menschenrechtswidrigen Paragraphen 209 und 220 gestimmt (diskriminierendes Mindestalter, Informationsverbot über Homosexualität).
Bevor das hier mißverstanden wird - ich halte Haider für charakterlich total verkommen; er war eine abscheuliche Ausprägung der Spezies Mensch.
Ob er lieber, mit Frauen oder lieber mit „Buberln" poppte, spielt da nicht die allergeringste Rolle.

ABER es gibt Anlass zur Schadenfreude über das schlimmste und abstoßendste Hetzorgan in deutscher Sprache: Denn das ebenso fanatisch homophobe, wie fanatisch antisemitische Pseudokatholen-Forum Kreuznet hatte Haider zu seinem Idol erklär t:
Jörg Haider war ein aufrechter Patriot und ein großer Politiker. Haider hat trotz seines Erfolgs den Kontakt zum Volk nie verloren und Wahr heiten ausgesprochen, auch wenn sie unbequem waren.
Also Haider hin oder her - es beinhaltet natürlich schon eine ordentliche Portion Komik, daß sich ausgerechnet die aggressivsten Schwulenhasser von Kreuznet selbst einem Homosexuellen verschrieben haben.
Wieso aber gibt es ausgerechnet auf der politisch ganz rechten Seite so viele „Sexskandale"?
Insbesondere in Amerika ist es ja evident, daß regelmäßig GOPse mit bizarren Sexgeschichten auffallen, es sind auch gerade die besonders streng moralisierenden Katholiken, die einen Pädophilenskandal nach dem nächsten anzetteln, Beate Uhse verkauft die meisten Pakete in das katholische Bayern, das katholischste Land Europas - Polen - hat die höchsten Abtreibungszahlen (und in Ländern mit liberalen Regelungen wie Holland, sind die Abtreibungszahlen sehr niedrig), bei den Promisekeepern gibt es die höchsten Teenagerschwangerschaftsraten, etc.
Sowohl Sarah Palin selbst, wie auch ihre Tochter wurden unverheiratet schwanger.
Man meint doch ein Muster zu erkennen - die liberaler eingestellten Menschen scheinen generell viel weniger „amoralisch" zu sein, als diejenigen selbst, die den Liberalen Amoralität unterstellen.

Eine stadtbekannte Irre (aus dem Großraum Fuhlsbüttel) empfahl mir kürzlich ein Buch, das ich erstaunlicherweise gar nicht kannte und das ich jetzt bei dieser Gelegenheit weiterempfehlen möchte:
Win McCormack: You Don't Know Me: A Citizen's Guide to Republican Family Values details over 100 cases of sexual misconduct by Republican officials, office holders, and ideological supporters. Published by Tin House Books
August 2008 paperback / 300 pages ISBN-13: 9780979419867 ISBN-10: 0979419867

Der Harvard-Absolvent Win McCormack, Pubizist und Journalist, dokumentierte über 100 Fälle von sexuellen Abstrusitäten, die ausgerechnet von den auf Moral und Ehre pochenden Republikanern begangen wurden.
Er nennt es „sonderbar"und berichtet: Ein Berater des konservativen Fernsehpredigers Jerry Falwell erstickte beim Masturbieren in seinen Latexklamotten. Und ein militanter Abtreibungsgegner gestand, Sex mit Tieren gehabt zu haben. Ich dachte mir: es könnte sich lohnen, da ein bisschen nachzuforschen.
In der Tat fällt auf, daß Demokraten in Amerika weit weniger mit solchen Geschichten auffallen. Elliot Spitzer ist einer der wenigen Fälle.
Die tollen Stories wie die von Larry Craig und Mark Foley liefern immer die streng christlichen Konservativen. In diesem Blog wurde mehrfach darüber berichtet.

Bleibt die Frage: WIESO?
McCormack:
Der Soziologe Theodor Adorno argumentierte, dass es eine Beziehung zwischen unterdrückter Sexualität und autoritärer Regierungsführung gebe. Ich glaube, da ist was dran. Während der Recherche ist mir aufgefallen, dass Leute, die vehement gegen die Sexualität anderer vorgehen, ihrem eigenen Verlangen erliegen. Diese Republikaner predigen Familienwerte, aber sie verletzen sie selbst.[Link] [Cache]
"Die Dreckschleuder": 14. Februar 1945… Bombenangriff auf Dresden…
10/17/2008 10:00 PM

Die Flächenangriffe der amerikanischen und britischen Flieger auf Dresden in der Nacht auf den 14. Februar 1945 haben nach verschiedenen Schätzungen bis zu 35 000 Menschenleben gefordert. Doch in der Bundesrepublik wird die Meinung laut, dass bestimmte Kräfte diese Zahlen bewusst überhöhen.

Wissenschaftler sind nach einer großangelegten Studie von Archivdokumenten zu dem Schluss gekommen, dass die Zahl der Opfer nicht höher als 25 000 Menschen sein konnte. Auf der exakten Totenliste, die die Wissenschaftler erstellt haben, stehen allerdings nur 18 000 Namen. Dabei sind die meisten nicht wegen der Bombenexplosionen, sondern unter den Trümmerhaufen umgekommen oder nach dem Flugangriff in den Kellern und Luftschutzbunkern erstickt.

Grund für das Interesse der deutschen Historiker an jenen Ereignissen sind die zahlreichen Spekulationen über die Opferzahl, die Brutalität und die militärische Sinnlosigkeit der Bombardements. Unter anderem halten sich die deutschen Nationalisten an diese Meinung. Sie wollen damit beweisen, dass die Alliierten Völkermord an den Deutschen verübten.

Die deutsche Regierung nimmt dabei -wen wundert es- eine entgegengesetzte Position ein:

Deutschland habe kein Recht, wegen solcher „Vergeltungsaktionen" der Alliierten böse zu sein, da die Nazis den Krieg anfingen und anderen Völkern viel Leid zufügten.

Es gibt aber auch die Meinung, dass die deutschen Historiker gegenwärtig versuchen, die Handlungen der angelsächsischen Verbündeten zu rechtfertigen, da sie Partner in der Nato sind.

Das Ausmaß der Zerstörung, die in historisch einwandfreien Dokumenten festgehalten ist, lässt an der Objektivität der Experten zweifeln. Die Feuersturm hat damals zwölf Quadratkilometer niedergebrannt, 25 000 Häuser und 90 000 Wohnungen zerstört, was für „nur" 25 000 Tote zu viel ist. Außerdem ist bekannt, dass sich damals in der Stadt nicht nur deren Bewohner, sondern auch etwa eine halbe Million Flüchtlinge befanden.

Tagged: Germany
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Code Rot: Was ist schiefgelaufen im kapitalistischen Casino?
10/17/2008 09:53 PM

Die großen Krisen zwischen den Kriegen waren nicht das Werk Gottes oder das blinder Kräfte. Sie waren das sichere Ergebnis einer so großen Konzentration von wirtschaftlicher Macht in den Händen so weniger Männer. Diese Männer haben ausschließlich gelernt, im Interesse iher eigenen bürokratisch betriebenen Privatmonopole zu handeln, die man mit totalitären Oligarchien innerhalb unseres demokratischen Staates vergleichen kann. Sie trugen keine Verantwortung für die Nation und fühlten keine."

Diese Worte stammen aus dem Manifest der (britischen) Arbeitspartei (Labour) aus dem Jahr 1945. Titel: 'Let Us Face The Future'. In brillanter Weise beschreibt das Manifest genau die Art von Krise, die man heute als "Krediteinbrüche" bezeichnet - so, als handle es sich lediglich um einen Schluckauf in einer wunderbaren, neoliberal globalisierten Welt. Es ist ein Schluckauf, der durch massive Steuerzahlersubventionen korigiert werden könne, heißt es, damit die Wallstreet-Casinos und ihre Partner auf der ganzen Welt wieder Profite einfahren können. Das erinnert mich an die Tatsache, dass damals, als die Sklaverei abgeschafft wurde, die Sklavenhalter Regierungsentschädigungen erhielten, die Sklaven aber nicht.

Wahrscheinlich noch wichtiger ist eine Tatsache, die in den Medien nie erwähnt wird. Die Nachrichten drehen sich - täglich, stündlich - immer nur um die Banker. Präsidenten, Ministerpräsidenten und andere gewählte Führer dieser Welt haben nur noch die Rolle von Kommentatoren, von denen erwartet wird, dass sie das Geld der Steuerzahler beschaffen - Geld, das benötigt wird, um die Reichen auszulösen.

Was wir sehen, ist nicht weniger als der stete Transfer realer politischer Macht von der Urne an den Markt (from the ballot to the wallet). Die demokratischen Errungenschaften der letzten hundert Jahre, die es uns zunehmend ermöglicht hatten, unsere Stimme einzusetzen, um unsere wirtschaftliche Zukunft mitzugestalten, werden revidiert.

Unser Manifest von 1945 (siehe oben) stellt in der Passage, die auf die oben zitierte folgt, fest: "Die Nation will Essen, Arbeit und Häuser. Sie will noch mehr als das. Sie will viel und gute Nahrung, sie will sinnvolle Arbeit für alle und gemütliche Heime, die mit wenig Arbeit errichtet werden und bei denen die Vorteile und Ressourcen der modernen Wissenschaft und der produzierenden Industrie in vollem Maße zum Einsatz kommen".

Diese Politik brachte die Abgeordneten der Labour-Partei 1945 an die Macht. Sie verschafften der Nation das 'Nationale Gesundheitssystem' (NHS), ein Wohlfahrtssystem und ein großes Hausbauprogramm. Die gewählten Amtsträger vor Ort ermöglichten dies, indem sie sich aus dem Schatzamt Ressourcen beschafften.

Heute, 63 Jahre später, sind wir in einer ganz ähnlichen Situation. Wir müssen uns klar darüber werden, wie dies geschehen konnte - um den Weg nach vorne zu sehen.

Tag für Tag wird uns von den Medien gesagt, wir sollten dem Markt vertrauen. Die gewählten Regierungen seien das Problem und nicht die Antwort auf das Problem. Daher sollten sie sich auch heraushalten.

Zum erstenmal tauchte diese Vorstellung 1979 im Mainstream auf, als Margaret Thatcher an die Macht kam. 1994 übernahm "new" Labour diese Idee als Basis für einen entsprechenden eigenen Ansatz. Das erklärt, warum Thatcher "new" Labour einmal als "die größte Errungenschaft" bezeichnet hat.

Heute sind die Rechte der Gewerkschaften eingeschränkter, als sie es 1906 waren. Die Löhne werden niedrig gehalten. Stattdessen wird den Leuten geraten, auf Pump zu kaufen. Das erklärt, warum die Börsenkurse fallen und mehr und mehr Menschen in die Schuldenfalle gesperrt werden (was an sich schon eine subtile Form der Sklaverei ist).

Das ist der Grund für die Angst vieler Menschen. Manchmal gelingt es, Verängstigte davon zu überzeugen, es sei die Lösung, einen Feind zu finden, den man als Sündenbock für das Versagen (anderer) verantwortlich machen kann. Hitler ist so verfahren, als er den Juden, den Kommunisten und den Gewerkschaftlern die Schuld für die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland gab. Er errichtete eine faschistische Diktatur, die zum 'Holocaus' und zum Krieg führte.

Hitler bekämpfte die Arbeitslosigkeit, indem Arbeitsplätze in Rüstungsfabriken und bei den Streitkräften schuf. Dies führte zum Zweiten Weltkrieg und all seinen riesigen menschlichen Kosten.

Was immer die Linke tut, auf keinen Fall darf sie reagieren, indem sie sich ideologisch zersplittert und eine Masse von kleinen Sekten bildet, die sich auf Ewig gegenseitig bekämpfen. Dies würde zu Frustration, Scheitern und zur Niederlage führen.

Die Zeit ist reif für eine Kooperation der ganzen Linken - um die Probelme, die uns alle angehen, auf nichtsektierischer Basis zu bekämpfen, wie wir dies im Antikriegs-Bündnis (Stop the War Coalition) und in den Kampagnen für Gewerkschaftsrechte, Bürgrechte, Renten, nukleare Abrüstung, für die Schaffung von 'Rauthäusern' und für ein faires Steuersystem sahen/sehen. All diese Bewegungen benötigen für ihren Erfolg den vollen Rückhalt der Gewerkschaften.

Verschlimmert sich die ökonomische Situation weiter - was höchstwahrscheinlich der Fall sein wird -, müssen wir auf die Gefahr einer "Koalitions"-Lösung achten: Vielleicht wird man uns ein "Bündnis" als einzige Alternative zur Lösung der Probleme präsentierten. Das sehen wir derzeit in Amerika - wo sich George Bush, John McCain und Barack Obama zusammentaten, um das von der Wallstreet geforderte $700 Milliarden-Paket zu unterstützen, das die Wallstreet freikaufen sollte.

Mit dem gleichen Argument bildete Ramsey MacDonald* 1931 eine Nationale Regierung - die die Labour-Partei bei den Bundeswahlen fast in den Ruin getrieben hätte. Nur 51 Labour-Abgeordnete wurden damals wiedergewählt. Ohne Ernie Bevins Kühnheit und ohne (den Gewerkschaftsverband) TUC, wäre Labour wohl nicht mehr auf die Beine gekommen. Aber 1945 geschah dies.

Hoffentlich bedeutet die Tatsache, dass Peter Mandelson ins britische Kabinett zurückgeholt wurde (im Rahmen der jüngsten Umgestaltungen) nicht, dass die Idee, ein Bündnis sei der beste Weg, um uns aus der Krise zu führen, recycelt wird. Das könnte das Ende der Demokratie sein, denn dies könnte es der EU-Kommission ermöglichen, die Wiedereinführung von öffentlichem Besitz und von Bankenkontrolle zu verhindern. Viele Menschen sehen in diesen Maßnahmen den besten Weg in die Zukunft.

Zum erstenmal in meinem Leben steht die Öffentlichkeit in Großbritannien links von einer Labour-Regierung. Der gesunde Menschenverstand gibt diesem Weg Recht. Es ist ein ganz anderer Weg als der, auf dem wir uns seit 1979 befinden (als Thatcher sich daran machte, die Gewerkschaften zu zerschlagen, die lokalen Verwaltungen zu verstümmeln und unser öffentliches Vermögen zu privatisieren. Dieses Vermögen wäre heute nötiger denn je).

1945 erkannte die Nation, dass die Friedensprobleme mit derselben Leidenschaft angegangen werden müssen wie die Probleme des Krieges. Auch die katastrophalen Erfahrungen im Irak und in Afghanistan stärken dieses Argument wieder. Die Menschen fragen sich: Warum verschwenden wir soviele Gelder an diese illegalen, brutalen und nicht zu gewinnenden Kriege oder an neue Atomwaffen, während Menschen ihre Jobs verlieren und vor der Räumung ihrer Häuser stehen?

Die Argumente für Frieden und Sozialismus sind sehr, sehr praktischer Natur. Und weil dies so ist, werden weite Teile der Öffentlichkeit und der Wählerschaft Frieden und Sozialismus - heute wie 1945 - unterstützen. Es könnte heute erneut geschehen.

Anmerkung d. Übersetzerin

* Ramsey MacDonald (1866-1937): Erster Labour-Premierminister in Großbritannien
Orginalartikel: Red Alert: What went wrong in the capitalist casino?
Übersetzt von: Andrea Noll

Quelle: ZNet[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Flachbildschirme kontra Klimakatastrophe
10/17/2008 08:54 PM
Bärenpate Sigmar Gabriel geht neue Wege bei der Bekämpfung der Klimakatastrophe. Nach Kühlschrankschecks, mit denen sich Hartz-4-Empfänger demnächst energiesparende Vorratstruhen anschaffen können sollen, plant der Bundesumweltminister laut Wallstreet-Online nun auch die Ausgabe von Berechtigungsscheinen zum Bezug von modernen LCD-Fernsehgeräten und Computer-Flachbildschirmen für Sozialhilfeempfänger. Dank erheblich geringerer Stromaufnahme könne hier ganz schnell ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes erfolgen. Flachbildschirmgeräte sind auch im Standby-Betrieb erheblich stromsparender als hrkömmliche Fernseher.

Noch nicht entschieden ist, ob die Bundesregierung Bedürftigen auch kostenlosen Ersatz für die oft noch gefahrenen spritfressenden Automodelle aus den 90er Jahren anbieten wird.[Link] [Cache]
ISLA: Bridging the Gap
10/17/2008 08:54 PM
between Ancient and Modern Paganisms.[Link] [Cache]
For Sale: Temple of Cybele, Slightly Used
10/17/2008 08:54 PM
"The temple of the goddess Cybele is preserved really well, and according to archeologists, is the only one of its type in Europe. The temple is also the best-preserved building from the Hellenic Age in the Balkans. It includes a number of statutes of Cybele, coins from the time of the Roman Emperor Valens, and other ancient artifacts."







Plate depicting Cybele pulled in her chariot drawn by lions, a votive sacrifice and the Sun God - Ai Khanoum, Bactria (Afghanistan), 2nd century BCE[Link] [Cache]
TAMMOX-TV: TV AM SONNTAG, den 19 Oktober 08
10/17/2008 08:42 PM
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Philosophie, 13.00 Uhr, ARTE: Ab dem 19. Oktober lädt ARTE jeden Sonntag um 13.00 Uhr zum Philosophieren ein. Der junge Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit brandaktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Zum Thema Macht: Was hat Tocqueville mit Nicolas Sarkozy im Trainingsanzug und einem Gemälde von Ludwig XIV. zu tun? Mehr als man auf den ersten Blick wahrzunehmen vermag. Zusammen mit einer Spezialistin für politische Philosophie, Céline Spector, Dozentin an der Universität Bordeaux und Mitglied des Institut universitaire de France , macht der Moderator und Philosoph Raphaël Enthoven grundlegende Fragestellungen anschaulich und lädt zum Mit- und Nachdenken ein: Woher kommt Macht? Ist sie gottgegeben? Oder gar natürlich? Wie lässt sie sich legitimieren? Und wie hat das Internet die moderne Demokratie von heute verändert?

-PHOENIX: 14.00 Uhr: 16.10.1978 - Vor 30 Jahren: Wahl von Karol Wojtyla zum Papst Johannes Paul II, 17.00 Uhr: Wer darf was im Internet? - Medienpolitische Diskussion. Jörg Schönenborn diskutiert mit Fritz Raff (ARD-Vorsitzender), Bodo Hombach (Geschäftsführer WAZ-Mediengruppe), Eva-Maria Michel (WDR Justitiarin), Volker Lilienthal (Publizist) und Helmut Heinen (Präsident BDZV)

-"Sternstunde Philosophie", 3Sat, 09.15 Uhr: Theorie und Praxis der Intrige. Der Sturz des Armeechefs, die Abrechnung mit Bundesrat Samuel Schmid, das angebliche "Komplott" gegen Christoph Blocher: Die Schweiz erlebt ein Festival der Intrigen. Aber auch andernorts geht es nicht besser zu. Ist Politik ein Doppelspiel? Sind Verstellung und Schliche stets von Übel oder manchmal sogar unerlässlich? - In "Sternstunde Philosophie" spricht Roger de Weck mit Peter von Matt.

-Carl Djerassi - Formeln des Lebens, 3Sat, 18.30 Uhr: Der 1923 in Wien geborene Carl Djerassi wurde 1938 wie viele Juden vertrieben. In den USA machte der "Vater der Pille" Karriere als Chemiker und wurde Dollar-Millionär. Die Kehrseite von Glück und Erfolg erlebte er in seiner Familie: Seine Tochter beging mit 28 Jahren Selbstmord. Dieses Ereignis prägte die folgenden Jahrzehnte seines Lebens. - Porträt eines schwierigen und genialen Menschen.

-West.Art am Sonntag, WDR, 11.00 Uhr: Die Macht des Geldes: Kapitalismus in der Krise - Wo bleibt die Menschlichkeit? Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistung an der Universität Hohenheim, Marc Grandmontagne, Persönlicher Referent der Geschäftsführer der Ruhr.2010, Brigitta Lentz, Autorin und Journalistin, Huberta von Voss, Autorin ("Arme Kinder, reiches Land"), Erwin Wagenhofer, Dokumentarfilmer ("Let's make MONEY")

-Capriccio, BR, 09.15 Uhr: Nach mehr als 30 Jahren wieder ein Brandner Kaspar-Film Ein Vergleich: Welche Fassung ist die Beste?, War Mickey Mouse ein Europäer? Eine Ausstellung in der Hypo-Kunsthalle in München zeigt Walt Disneys verblüffende Anleihen bei europäischen Meistern, Das Schöne und die Wissenschaft! Verblüffende Parallelen zwischen Meisterwerken der Kunst und wissenschaftlichen Fotografien, Bedrohte Landschaft: Der Münchner Fotograf Olaf Otto Becker dokumentiert vom Schlauchboot aus die schwindende Schönheit Grönlands, Buddhist, Poet und Verführer! Leonard Cohen meldet sich mit CD und Gedichtband zurück ...

-Cosmo-TV, WDR, 15.55 Uhr: Benachteiligung mit System - Bildung in Deutschland, Systemflucht aufs Privatgymnasium, Gefangen im Übergang, Taxi International!

-Presseclub, ARD, 12.15 Uhr: Der Staat - der nützliche Idiot? Von Managern, Steuerzahlern und Gerechtigkeit. Diskussionsleitung: Jörg Schönenborn, Tissy Bruns, Tagesspiegel, Ulrike Herrmann, taz, Sergej Lochthofen, Thüringer Allgemeine, Wolfgang Weimer, Cicero

-Bericht aus Berlin, ARD, 18.30 Uhr: 1. Weniger Gehalt, keine Abfindungen - Steinbrücks Folterinstrumente für die Banker. Steinbrücks Forderungen sind eindeutig: Bankmanager sollen pro Jahr nicht mehr als 500.000 Euro verdienen dürfen, wenn ihr Institut Staatshilfe bekommt. 2. Bekämpfen statt ignorieren - SPD-Kurswechsel gegenüber Linkspartei, 3. Vor dem Bildungsgipfel: Was bringt die Berufsförderung für Jugendlichen ohne Schulabschluss?, 4. Terrorbasis Pakistan: Wie sicher ist Deutschland vor Attentätern?

-Weltspiegel, ARD, 19.20 Uhr: USA: Kampf um Virginia - Obama gegen McCain Der Bundesstaat Virginia wählt seit 1964 republikanisch, in diesem Jahr aber könnten die Demokraten es schaffen.Er bedeutet Hoffnung. In Virginia Beach, im Containerhafen, werden weniger Schiffe entladen, das bedeutet weniger Tagesjobs für die Dockarbeiter. Vor allem die Weißen hier wollen McCain wählen. „Der nimmt mir weniger Steuern ab als Obama", sagt einer. IRAN: Als Sündenböcke missbraucht - Die Juden im Iran. Die rund 20 000 Juden im Iran haben es schwer. Für die islamische Führung des Gottesstaates sind sie "zionistisches Krebsgeschwür, das ausgerottet werden muss", kurz, die Juden sind Sündenböcke für alles. Besonders aggressiv wird am jährlichen "Jerusalem - Tag" gegen Israel gehetzt. Den iranischen Juden bleibt nichts anderes übrig als zu schweigen oder auszuwandern. GROSSBRITANNIEN: Shisha und Sharia - Muslime in London. Als Heranwachsender zog sich Ousman Raja in London in die Welt des Islam zurück. Bücher hatten ihn radikalisiert, die vor genau 20 Jahre erschienenen „Satanischen Verse" hielt er lange für Teufelswerk. MEXIKO: Geschäft mit der Angst - Die Entführungsindustrie. In Mexiko geht die Angst um. Rund 700 Menschen sind in diesem Jahr schon entführt worden. Mit der Angst lassen sich mittlerweile gute Geschäfte machen. CHINA: Ein Berg als Dach - Die Höhlenmenschen von Zhongdong

-Anne Will, ARD, 21.40 Uhr: Milliarden für die Banker - Zahlen die Bürger die Zeche? Norbert Röttgen BDI-Lobbyist und nebenberuflich Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ottmar Schreiner (SPD), Bischof Wolfgang Huber, ,Carsten Maschmeyer, Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbands

-TTT, ARD, 23.05 Uhr: TTT-Extra zur Buchmesse

-ZDF.reportage, 18.30 Uhr: Setzen, sechs! Versagen die Schüler oder die Schule?

-Berlin-Direkt, ZDF, 19.10 Uhr: Vor dem Bildungsgipfel. Im Land der Dichter und Denker

-Das philosophische Quartett, ZDF, 23.55 Uhr: Kampf um eine neue Weltordnung. Safranski und Sloterdijk. Gäste: Michael Stürmer. Kanzlerberater und Chefkorrespondent. Nach seiner internationalen Karriere als Historiker und von Bundeskanzler Helmut Kohl als Berater geschätzt, wirkt Professor Dr. Michael Stürmer nun als Publizist und Chefkorrespondent der "WELT", Karl Schlögel Hochdekorierter Russland-Spezialist. Professor Dr. Karl Schlögel gilt als ausgemachter Kenner Osteuropas. Insbesondere über die Geschichte und Soziologie Russlands hat er ein reiches publizistisches Werk vorgelegt.

-Spiegel TV, RTL, 22.55 Uhr: KRISE? WELCHE KRISE? Gewinner des Börsencrashs, Handwerker allein zu Haus - verzweifelte Lehrlingssuche; Ihr öffentliches Unrecht - die Abzocker von der GEZ; Integration auf dem Drahtesel - Fahrradkurs für Migrantinnen

-Planetopia, SAT1, 22.45 Uhr: Gefährliche Flughäfen - So trainieren Piloten für die schwierigsten Landepisten / Internetverkäufer wider Willen - So stehlen Betrüger Identitäten unbescholtener Bürger / Säue strömen in die City - So nutzen Wildtiere die Vorteile des Lebens in der Stadt / Modernste Kinder-Herzklinik der Welt - So hilft neues Diagnoseverfahren vor und nach Operationen

-ntv-Auslandsreport, 6.35 + 9.30 Uhr: USA: Barack Obama - uneinholbar vorn?, Simbabwe: Statt neuer Regierung - täglicher Überlebenskampf, Tibet: Nach Unruhen dürfen wieder Touristen ins Land, USA: Ein U-Bahn-Riff vor New Yorks Küste, Kenia: Auf Du und Du mit dem Nashorn

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Mein Parteibuch Blog: Peter Sodann for President
10/17/2008 08:41 PM

Der Schauspieler Peter Sodann wurde von der Partei “Die Linke” jüngst als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland nominiert. Nun gab Peter Sodann der sächsichen Zeitung ein Interview. Auf die Frage “Muss man nicht auch den Menschen erklären, wie schwierig viele Entscheidungsprozesse in der Demokratie sind?” sagte er:

“Ich halte das, was wir haben, nicht für eine Demokratie. Es ist auch das Schwierigste, was den Menschen einfallen kann.”

Das war grandios, ganz große Klasse. Denn nun fallen die Milliardärspresse gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Propagandafunk der regierenden Politkaste über ihn her, verbreiten so jedoch die Meinung von Peter Sodann und beweisen mit ihrer ebenso einseitigen wie dämlichen Berichterstattung unfreiwillig, wie richtig Peter Sodann mit seiner Äußerung liegt.

Peter Sodann hält Deutschland nicht für eine Demokratie. Wer der Meinung ist, Deutschland sei eine Demokratie, könnte nun erwarten, dass Medien und Presse erklären, warum sie Deutschland für eine Demokratie halten. Aber nicht ein einziger Politiker der meudalistischen Einheitsfront Deutschlands und kein Bericht in den Massenmedien von Milliardärspresse und öffentlich-rechtlichem Märchenfunk ist auf die einfache Frage eingegangen, was eigentlich eine Demokratie ausmacht und in welchem Maße das in Deutschland verwirklicht ist.

Ist Demokratie etwa eine binäre Eigenschaft, in der es nur ja und nein als Zustände gibt? Wohl kaum. Demokratie ist ein Ideal, das niemals ganz erreicht werden kann, sondern dem sich eine Gesellschaft nur in unterschiedlichem Maße nähern kann. Abhängig von der Einschätzung, in welchem Maße sich dem Ideal der Demokratie angenähert wurde, kann man dann entscheiden, ob die Gesellschaftsfom mit der Bezeichnung Demokratie zutreffend beschrieben ist oder nicht. Mein Parteibuch bezeichnet die real existierende Herrschaftsform in Deutschland bekanntlich als Illusion der Demokratie. Selbstverständlich kann man auch anderer Meinung sein. Darüber kann man nicht nur diskutieren, darüber sollte zum Wohle der Demokratie auch diskutiert werden.

Für die herrschende Kaste von Meudalisten in Deutschland ist die Antwort auf die Frage, wie demokratisch oder undemokratisch Deutschland eigentlich ist, offensichtlich so peinlich, dass die Milliardärspresse diese Frage beim Niedermachen von Peter Sodann fein säuberlich weggelassen hat. Weil die Milliardärspresse das versäumt, macht Mein Parteibuch hier mal eine kurze Rundreise durch die real existierenden Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland, die Peter Sodann nicht für eine Demokratie hält.

Josef Ackermann und sein Geld
Der redliche Ackermann und sein Geld
CC 2008 Urs1798

Derzeit werden in Hinterzimmern über die Besetzung der Listenplätze die meisten der Bundestagsmandate für die Wahl 2009 verteilt, ohne dass es eine nennenswerte öffentliche Diskussion über diese Kandidaten gibt. Die in der Hand von wenigen Milliardären befindlichen Massenmedien der real existierenden Mediokratie sorgen dann mit ihrer Medienmacht dafür, dass diese Politiker mit erstaunlicher Sicherheit gewählt werden.

Die Medien sind nicht vierte Gewalt, sondern auf psychologische Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung spezialisierte Sprachrohre von Geheimdiensten und Milliardären. Anstelle von Äußerungsfreiheit herrschen die Schweigegebote der Doktrin des Buskeismus. Kritische Journalisten werden eingesperrt. Meinungsforschungsinstitute kontrollieren laufend, ob das Volk die Propaganda auch geschluckt hat. Die von größtenteils geheim operierenden transatlantischen Seilschaften wie der Atlantik-Brücke gestellten Kandidaten der meudalistischen Einheitsfront Deutschlands werden so bei der Wahl auch wieder locker auf 80-90% er Mandate kommen.

Will das Volk die transatlantische Kriegspropaganda partout nicht schlucken, dann sorgt die CIA mit Bestechung und Erpressung dafür, dass nach der Wahl trotzdem die Politik der Transatlantiker gemacht wird. Gewählt ist schließlich gewählt. Und wenn das auch nicht hilft, um das Volk auf transatlantischen Kriegskurs zu bringen, dann gibt es eben Terror oder es wird gleich ein mörderischer Staatsstreich organisiert.

Menschen verhungern aus Armut. Gesetze werden in Deutschland gemacht, in dem sie von finanzkräftigen Lobbygruppen geschrieben und vom Parlament abgenickt werden. Die Politiker führen einen von A-Z verlogenen Krieg gegen Afghanistan, obwohl das Volk dagegen ist.

Anstelle einer vom Volk in einer Volksabstimmung beschlossenen Verfassung gibt es ein provisorisches Grundgesetz, dem von den herrschenden Politikern still und heimlich der Rang einer Verfassung eingeräumt wurde. Die Gewaltenteilung funktioniert nicht. Richter, Staatsanwälte und Polizisten sind weder unabhängig, noch werden sie überhaupt gewählt. Die Aufklärung von Regierungsverbrechen wird von der politischen Führungsebene gezielt verhindert. Wer es wagt, das öffentlich zu machen, wird von der Politjustiz verfolgt.

Bitte schön, wer das Demokratie nennen will, soll das tun. Eine Demokratie ist eben keine ganz einfache Sache. Aber das sagt Peter Sodann ja auch. Und nun noch was zur Bundespräsidentenwahl.

Der erste Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist der transatlantische Wirtschaftsfetischist Horst Köhler, der sich in der Finanzkrise als ehemaliger Chef des IWF mit dem Titel “Master of Desaster” schmücken darf, und sich als Bundespräsident nicht mal für die Heuchelei schämt, andere Banker dazu aufzufordern, um Entschuldigung zu bitten. Als Alternative wurde von der meudalistischen Einheitsfront Deutschlands die der wirtschaftsfetischistischen SPD-Seilschaft Seeheimer Kreis zugehörige Gesine Schwan aufgestellt, die für genau die gleiche Politik wie der andere Kandidat der meudalistischen Einheitsfront steht. Das Volk darf den Bundespräsidenten jedoch gar nicht erst wählen. Das erledigen von den Parteien nach Proporz bestimmte Wahlmänner und -frauen. Und was dabei rauskommt, wird ohnehin schon lange vorher in Hinterzimmern klargemacht. Der Propagandist Bernhard Honnigfort schreibt in der dem Milliardär Alfred Neven DuMont gehörenden Frankfurter Rundschau hämisch, aber entlarvend zutreffend, zu den Chancen von Peter Sodann:

“Eine Mehrheit für den alten Linken, der zudem noch gegen die Sozialdemokratin Gesine Schwan antritt, ist bei der Wahl der Bundesversammlung im Mai 2009 nicht in Sicht. Aber das weiß er ja.”

Mit seinem Interview in der sächsischen Zeitung hat Peter Sodann jedoch schon vor einer Amtszeit viel für Deutschland getan. Peter Sodann hat es gegen den Willen der Milliardäre geschafft, die Frage des Zustandes der real existierenden Demokratie in Deutschland auf die Tagesordnung der öffentlichen Diskussion zu setzen.

Und damit, dass Peter Sodann vorschlägt, die Nationalhymne des Fremdenhassers und Antisemiten Hoffmann von Fallersleben durch ein gescheiteres Lied zu ersetzen, macht Peter Sodann gleich einen zweiten hervorragenden Vorschlag.

Genau das ist Aufgabe eines Bundespräsidenten. Der soll sich um die Demokratie sorgen und mit seiner Autorität dazu beitragen, dass sie besser wird. Von den beiden meudalistischen Kandidaten ist das jedoch weder vor noch in ihrer Amtszeit zu erwarten. Und wenn Peter Sodann sagt, er würde als Fernsehkommissar gern mal Josef Ackermann verhaften, dann spricht er damit sicher vielen Menschen in Deutschland aus der Seele, die der Meinung sind, dass es falsch gewesen ist, das Strafverfahren gegen Josef Ackermann mit einem Deal bei Zahlung von ein paar Peanuts einzustellen. So darf man Josef Ackermann heute noch nicht mal einen Kriminellen nennen.

Peter Sodann ist eindeutig der bessere Präsident. Mein Parteibuch erklärt sich hiermit zum Unterstützer von Peter Sodann. Peter Sodann for President.

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Nebenbei bemerkt ...: Nicht kleckern ...
10/17/2008 08:17 PM
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emplify: Book reviews:Scriptum und The Dark River
10/17/2008 08:01 PM

Heute gibt es mal zwei Book reviews auf einmal, da ich keine Lust hatte, die Einträge zu splitten und es sich eh nur um zwei Romane handelt.

Zum einen hätten wir da die Fortsetzung von The Traveller, dass ich hier neulich schon rezensiert hatte. Leider gibt es den dritten Teil der Trilogie noch nicht, so dass man noch warten muss (ist ja wie bei Star Wars). The Dark River geht genau da weiter, wo The Traveller aufgehört hat: Kapitel, die mittendrin endet, damit die Spannung hochgehalten wird, relativ flache Charaktere, die aber durch die ganz alltägliche Überwachungsgesellschaft ausgeglichen werden, die den eigentlichen Inhalt des Buches ausmachen - Quantumcomputer, die eine vollständige Überwachung ermöglichen, ein sehr kleiner Kreis Eingeweihter sowie ein noch kleinerer Kreis von Leuten, die sich gegen dieses System wehren. Insgesamt wirkt der zweite Teil an einigen Stellen etwas langatmig und als hätte man ihn auf den Film vorbereitet (eine weitere Widerstandswelle, auf die der Hauptdarsteller stößt, sind Freerunner...), aber ansonsten ist das Buch flüssig und schnell zu lesen.

Eine ganz andere Richtung dagegen schlägt Robert Khoury mit Scriptum ein. Nämlich die Glaubensrichtung. Somit erinnert das Buch automatisch ein wenig an die Brown'schen Geschichten. Hier geht es einmal mehr um das entscheidene Schriftstück, welches die Grundmanifeste des Christentums erschüttern könnte. Dazu noch die übliche Prise mit einem Hauch Liebesgeschichte, ein wenig Spannung, dem Rätsel, wer jetzt gut oder böse ist, und ruckzuck hat man den Standardroman erstellt. Leider viel zu offensichtlich alles. Dennoch legt man das Buch erst aus der Hand, wenn man es durch hat. Das dauert allerdings auch nichtmal eine Woche. Gottseidank war es nur geliehen. Und nun wieder zurück zu Sachbüchern.


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Deutschland Debatte: Der Volksbetrug unserer Regierung II
10/17/2008 07:31 PM

Update zum Beitrag vom 16. 10.2008:

Das Fernsehmagazin MONITOR deckt auf, dass

  • die von der Regierung genannten 100 Mrd. die berühmten Peanuts sind; aber Verwirrung über die Zahlenwelt ist gewollt: zunächst hieß es 400 Mrd, dann 500 Mrd, dann 100 Mrd. Was denn nun - im Extremfall?
  • die Regierung die Finanzinstitute von allen Risikopapieren befreit, zu Lasten der Bürger; die Bundeskanzlerin ruft aus: “Sofern es erforderlich werden sollte, wird der Fonds auch die Möglichkeit haben, den Finanzunternehmen Problemaktiva abzukaufen.” Und was heißt das? Die Dinger, die keiner haben will, die NUR verlorenes Geld sind, sollen Sie - soll ich - sollen wir alle zahlen, damit die Banken gesunden und weiter den Abzocker spielen dürfen! Völlig offen: Anzeigepflicht für den Aufkauf der Problemaktive? Wahrscheinlich wird das hinter dem Rücken gemacht, “diskret”, wie es heißt. Und wie sieht die Gegenrechnung aus? Ist vereinbart, dass über eine längere Laufzeit die Verluste einschließlich Verzinsung und Inflationsausgleich zurückzuzahlen sind? NEIN! Merkel und Steinbrück können nun rufen “Für meine Freunde, die Banken, tue ich alles”! Und für das Volk? Haha: erste Rufe nach Steuererhöhung sind da!
  • trotz öffentlicher Ankündigungen der Regierung, “So wird es zum Beispiel Auflagen zur Begrenzung der Managergehälter, zur geschäftspolitischen Ausrichtung des Instituts, zur Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen geben können.” ( OT Merkel höchstpersönlich ), KEINE Kontrolle der Regierung über Finanzinstitute durchführen darf:
    “Die §§ 65 bis 69 der Bundeshaushaltsordnung finden keine Anwendung”, heißt es im Gesetz, wie der WDR herausfand; das sind die Paragraphen, die festlegen, dass bei staatlicher Beteiligung der Staat in dem Unternehmen mitbestimmen muss. Mitnichten also Mitbestimmung, von der medial so großmäulig durch unsere Kanzlerin zur Beruhigung ihrer Untertanen geschwafelt wurde.
    Ich sage Ihnen deutlich: so brutal hat uns Bürger noch keine Regierung verarscht!

Es steht zu vermuten, dass Frau Merkel und Herr Steinbrück den Vertrauenskredit der Bürger völlig verspielt haben! Im Laufe des Samstags werden wir mehr darüber berichten!

In jedem Falle heißt das, liebe Leser: Schluss mit dieser Lügenregierung. Macht uns stark, lasst das Volk regieren und nicht korrupte Wahrheitsfälscher, hier treten die auf, die mit Ehrlichkeit gewinnen wollen, die nicht Sinnloses ZUSAGEN, die Sie, den Bürger, entscheiden lassen, Macht von unten:

Folgendes e-Mail erreicht uns gerade:

WEITERLEITUNG!

Liebe und sehr geehrte Newsletter-Abonnenten,

hier im Anhang - ohne weiteren Kommentar - eine Rundmail des Herrn Prof. Dr. Schmelz, die er heute an eine Reihe von “Multiplikatoren” gesandt hat.

Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer

(Meine Würdigung der “Rettung” folgt mit dem nächsten Paukenschlag)
_________________________________________________________________________
Absender: EWK-Verlag - Kühbach
der Verlagsbereich von E.W.K. …der Unternehmerberater e.K.
Schrobenhausener Str. 15, 86556 Kühbach
HR Augsburg HRA 13360

—– Original Message —–
From: Prof. Dr. Schmelz
To: prof-dr-schmelz@web.de
Subject: Wer es etwas genauer zur ‘Finanzkrise’ wissen will - “Und hier die Wetteraussichten für Morgen ….”

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich halte es einfach nicht mehr aus und habe deswegen das nachfolgende ,Paket’ zusammengestellt:

Das Wichtigste zuerst - “Böses Erwachen bei Credit Default Swaps: Finanzbranche droht neuer Milliardenschock”

Schaust Du zuerst hier - Zahltag ist der 21.10.2008 - deswegen die Eile:

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:B%F6ses-Erwachen-bei -Credit-Default-Swaps-Finanzbranche-droht-neuer-Milliardenschock/425294.html ?p=1

Und das ist noch lange nicht alles !

Dann doch mal reinschauen, wie der (bekannte) Börsianer redet, wenn er nicht gerade von der “ARD Tagesschau” oder “ZDF Heute” interviewt wird:

http://www.fixmbr.de/weltwirtschaftskrise/

Wer es etwas genauer wissen wollte, konnte sich bereits im Mai 2008 (!) zur absoluten Mangelhaftigkeit des bisherigen Risikomanagements der Banken und den Verantwortlichkeiten informieren. Leider auch einiges Fachchinesisch, aber dennoch lesbar und lesenswert:

http://www.risknet.de/Mai-2008.445.0.html

Es ist nicht so, daß man es nicht hätte kommen sehen können … man mußte nur wenigstens die Fachzeitungen lesen.

(Dachte, wenigstens das macht Staatsekretär Asmussen für Hans-Dampf-Schnadderschnauze Steinbrück.)

Hinweise (na ja, Andeutungen) auf die Folgen der Lehmann-Pleite gab es bereits am 16.9.2008 in der Fachpresse (der ‘Fachmann’ konnte und mußte dem nachgehen !):

http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&tx_ttnews[swords]=ABCP& tx_ttnews[tt_news]=1235&tx_ttnews[backPid]=499&cHash=0dc11053fd

Wer erinnert sich dagegen noch an die dummen Sprüche von Steinbrück nach der Lehmann-Pleite ?

Na ja, es bleibt wie es ist … “Pest heute statt Cholera morgen”.

Banker zeigen vollidiotischen Politikern gerade so viel (an Zahlen), um diese (die Politiker) in die gewünschte Richtung zu lenken … und um vor der Katastrophe möglichst viele Schäfchen noch schnell ins Trockene zu bringen.

Ministerialbürokraten, die die Gesetze von der Finanzindustrie schreiben lassen, haben längst den Durchblick verloren … außerdem kommen sie (ebenso wie die Aufsicht aus BaFin und Bundesbank) aus der neoliberalen Kumpanei nicht mehr heraus …

Die “Wetteraussichten für Morgen”:

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das-Kapital-Pest-heu te-oder-Cholera-morgen/425771.html?nv=nl

Bereits im September 2007 habe ich im Finanzausschuß des Deutschen Bundestages gefordert, eine Kommission zum Banken- und Kapitalmarktrecht einzusetzen und die unsägliche bundesdeutsche Gesetzgebung kritisch zu überprüfen und systematisch zu ordnen.

Man hätte schon viel weiter und vorbereitet sein können …

Wo sind denn die Herren Berger (Consultants) & Consorten jetzt, die unseren Politikern immer (für viel Geld) “die Welt erklärt” haben ?

Mit freundlichen Grüßen

Schmelz

Prof. a.D. Dr. jur. Karl-Joachim Schmelz

Frankfurter Straße 198 B

61118 Bad Vilbel

Tel: 06101 - 995 209

Fax: 06101 - 995 273

Mob: 0178 - 803 6522

prof-dr-schmelz@web.de

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Urs1798: SPD Sonderparteitag am Samstag
10/17/2008 07:26 PM
Alles im Vorfeld geklärt, Flügelkämpfe wird es nicht geben… das nenne ich “Demokratie” und Beck soll sich im Urlaub befinden? Satire Posted in Fortsetzung Kanzlerkandidat, Galerie, Politisch, Satire   Tagged: Andrea Nahles, Berlin, Demokratie, Flügelkämpfe, Geschlossenheit der Partei, Müntefering, SPD, SPD Sonderparteitag, Steinmeier, Urlaub    [Link] [Cache]
Sozial-Gangbang: Wer einmal lügt dem glaubt man nicht...
10/17/2008 06:41 PM
...auch wenn er mal die Wahrheit spricht. Das dieser Spruch nicht der Realität entliehen sein kann, sehen wir im alltäglichen politischen Geschäft immer wieder, denn dann wäre unser Land ohne politische Führung. Viel interessanter ist dagegen das Schicksal jener, die sich dann doch einmal trauen, die Wahrheit zu sagen und Mißstände beim Namen zu nennen, so wie es der Schauspieler und Kandidat der Linkspartei Peter Sodann beim Interview mit der sächsischen Zeitung tat.
So will Sodann ein wenig mehr Farbe in das Amt des Bundespräsidenten bringen und scheut sich auch nicht davor, den Papst aufzufordern, endlich Tacheless zu reden. Was soll daran schlecht sein? Auch Sodanns Aussage, das wir hier schon lange nicht mehr in einer Demokratie leben, entspricht nichts anderem als der Wahrheit, und die Entrüstung eines Guido Westerwelle über einen solchen Satz, paßt nur all zu gut in das Bild unserer Gesellschaft, das wir beim Blick in den Spiegel nicht erblicken wollen.
Insgesamt erinnert unsere Gesellschaft ein klein wenig an den Alkoholkranken, der sich den Blick in den Spiegel morgens auch erspart während er sich einredet alles sei bestens. Um bei dem bildlichen Sinn dieses Vergleiches zu bleiben, kann man da nur sagen: "Hauptsache die Haare liegen... ." [Quelle][Link] [Cache]
Stefan-Ziller.de: Banken gerettet - Staat pleite
10/17/2008 06:39 PM

Am heutigen Freitag haben Bundestag und Bundesrat dem 480 Milliarden Rettungspakekt zugestimmt. Dieses soll die Menschen vor den Auswirkungen der Finanzmarktkrise schützen. Diese Krise des Raubtierkapitalismus macht uns unmißverständlich klar. So kann es nicht weitergehen.

Nach dem nun die Banken und damit die Banker gerettet wurden, müssen schnellstmöglich neue Regeln für die internationalen Finanzmärkte folgen. Dazu sollten auch aktuelle Vorhaben in der Sozialpolitik überdacht werden. Angesichts der 500 Milliarden hören sich die 10 Euro Kindergelderhöhung eher wie ein schlechter Witz an. Auch eine Anhebung der Regelsätze von Hartz IV muss wieder auf die Tagesordnung. Dies wäre gleichzeitig ein Beitrag um die Binnenkonjunktur zu stützen!

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ZAF: Der Rettungsplan
10/17/2008 04:57 PM

Aus wie gewöhnlich gut unterrichteten Greisen Kreisen wurde der ZAF folgendes Propagandaflugblatt zugespielt, mit dem die Bundesregierung in etwas hipper Weise Stimmung für den beim Sonntagsnachmittagskoalitionskaffeekränzchen ausgehandelten Rettungsplan in Höhe von 500 Milliarden (500.000.000.000) Euro (das sind 977.915.000.000 also 0,977 Billionen DM für diejenigen, die wie der Große Vorsitzende der ZAF auch noch immer alles in DM umrechnen, um dann aber doch in Euro zu bezahlen) zu machen - mit dem Betrag könnte man auch jedem der rund 82 Millionen Bundesbürger einmalig knapp 6100 Euro zukommen lassen. Oder aber gleich ein gigantisches Förderungsprogramm für neue Arbeitsformen, alternative Energien, die Informationsgesellschaft etc. ins Leben rufen…aber ich schweife aber, es geht ja darum, die fähige Bundesregierung zu lobpreisen und über den grünen Klee zu loben, daß man einmal mehr in der Lage ist, derart unpopulistische Maßnahmen (weil völlig an der Mehrheit des Volkes vorbei) zu beschliessen und im Bundestag durchzudrücken. Deshalb hier der versprochene Flyer mit dem bitterbösen Monstrum der internationalen Finanzkrise.

Andernorts sieht man das nicht ganz so rosig und hat schon mit der Produktion von T-Shirts begonnen. Ein erstes Probeexemplar wurde Angela Merkel auch schon überreicht.

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Der Demokrat: Bundeswehr-Einsatz im Inland (Teil 2)
10/17/2008 04:42 PM

Er wurde im Bundeskabinett beschlossen und muss noch durch den Bundestag und den Bundesrat geprügelt werden. Gleiches gilt für die Änderung des §35 des Grundgesetzes. Was ich damit sagen will ist, dass der Bundeswehr-Einsatz im Inland derzeit noch nicht erlaubt und somit verfassungswidrig ist, ausser natürlich bei Hilfeleistungen bei Übersachwemmungen u.ä..

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber ich kann zumindest soviel sagen, dass Kommunikation mit Sicherheitskräften wie Polizei, LKA und BKA zu meinen unmittelbaren Aufgaben gehört. Dazu gehört, dass ich den entsprechenden Bediensteten auch des Öfteren "guten Tag" sage und ihnen die Hand schüttele.

Ein solcher Fall war gestern. Zwei Polizisten der Brandenburger Landespolizei begrüßten mich und stellten mir ihren Begleiter in Zivil vor: einen Feldwebel der Bundeswehr als "Praktikant".

Auf meine spätere Nachfrage bei einem der Polizisten, was es denn mit dem Feldwebel auf sich hätte, zuckte dieser mit den Schultern und antwortete: "Er wird hier ausgebildet, um ausbilden zu können."

Das heisst nichts anderes, als dass das Gesetz schon massiv vorbereitet wird.
Ganz im Stillen und ohne dass der Bürger es merkt.

Also passt auf, liebe BürgerInnen, jeder Zivilist, der sich in Begleitung einer Polizeistreife befindet, könnte durchaus schon ein Bundeswehrsoldat sein, der sich auf seinen Inlandeinsatz vorbereitet.

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Principiis Obsta: Weichen umstellen!
10/17/2008 03:53 PM
Die politischen und wirtschaftlichen Eliten verschärfen mit »Rettungsprogrammen« ihren neoliberalen Kurs der Machtabsicherung. Die Linken hadern noch mit einer systemkritischen Lösung der Finanzkrise. Ein Richtungsentscheid ist aber notwendig

Von Gretchen Binus



Die Nachrichten über die internationale Finanzkrise überschlagen sich. Jeden Tag Horrormeldungen mit Angstszenarien, jeden Tag Beschwichtigungen der Bevölkerung durch die Regierungen und hektische Aktionen. Auffallend sind die zunehmenden Rufe nach dem Staat angesichts der Börsenturbulenzen und der Panik des Kapitals, vor allem durch diejenigen, die das bisher streng verurteilt haben. Es häufen sich die Forderungen nach einer neuen Regulierung des Finanzsystems, nach einem neuen politischen Ordnungsrahmen usw. Bürgerliche Wissenschaftler und Banker sprechen gegenwärtig sogar von einer »systemischen Krise« und meinen mit ihren Forderungen nach staatlichen Garantien eigentlich eine tragbare Neuordnung der Sicherung ihres Profitsystems. Unter den Linken hat jetzt ebenfalls ein reger Disput über den Zustand des gegenwärtigen Kapitalismus eingesetzt. Auch hier wird die Systemfrage gestellt, aber unter anderen und ganz unterschiedlichen Aspekten. Sie fragen danach, ob der Staat zurückkehrt und der Neoliberalismus in der Krise steckt, ob man Staat und Ökonomie neu definieren muß, wie Staatshandeln unter neuen Herausforderungen auszusehen hat oder ob man gar von einer Krise des Kapitalismus sprechen kann.

Karikatur:© Ursula Behr, http://urs1798.wordpress.com/

In dem gegenwärtigen Wirrwarr sind wirksame Gegenstrategien nicht zu finden. Den Regierungen wird allerorts mangelndes Krisenmanagement bescheinigt. Atemlose Hektik charakterisiert Regierungen, EU-Institutionen und internationale Organisationen. Die vielen Erklärungen zur Stützung angeschlagener Banken, zu massiven staatlichen Interventionen angesichts der zunehmenden krisenhaften Erschütterung des gesamten Wirtschafssystems machen eine Tendenz deutlich: Formen der staatlichen Regulierung ändern sich, wenn die Existenz des kapitalistischen Systems bedroht ist oder sich die Bedingungen für die Kapitalverwertung gravierend verschlechtern. Diese Tendenz aber liegt in der Entwicklung und Dominanz der monopolistischen Herrschaftsstruktur des heutigen Kapitalismus begründet. Ohne generell dieses System in Frage zu stellen, wird es aber keine Lösung im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung geben.

Die SMK-Theorie

In diesem Zusammenhang ist es ohne Zweifel angebracht, zum Verständnis der gegenwärtigen politischen Situation mit ihren staatlichen Aktivitäten kurz auf die von vielen linken Wissenschaftlern beiseite geschobene Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus hinzuweisen. Dieses theoretische Konzept – mit »Stamokap« oder »SMK-Theorie« bezeichnet – war in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, gestützt auf grundlegende Arbeiten von DDR-Wissenschaftlern, Bestandteil der Kapitalismus­analyse in der gesamten marxistischen Linken. Es knüpfte an Aussagen von Karl Marx und Friedrich Engels über die historische Tendenz des Kapitalismus an: Die inneren Widersprüche der Kapitalverwertung, wie der tendenzielle Fall der Profitrate, zwingen den Kapitalismus immer stärker dazu, dem wachsenden gesellschaftlichen Charakter der Produktivkräfte mit Formen des »Gesellschaftskapitals« zu entsprechen, ohne die Gesellschaftsordnung überwinden zu können. Diese Widersprüche zeigte die SMK-Theorie am Beispiel der Bildung der Aktiengesellschaften und der Funktion des Kreditwesens auf.

Solche Formen gesellschaftlichen Kapitals entwickeln sich mit der fortschreitenden Monopolisierung der Wirtschaft weiter oder entstehen neu – als Anpassung an veränderte konkret-historische Bedingungen und auf Druck neuer gesellschaftlicher Herausforderungen. Und dies fordert immer stärker die »Staatseinmischung« heraus. Der marxistische Ökonom Rudolf Hilferding charakterisierte solch eine Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Herausbildung des Finanzkapitals. Er schrieb in seinem Buch gleichen Namens: »Das Finanzkapital bedeutet die Vereinheitlichung des Kapitals. Die früher getrennten Sphären des industriellen, kommerziellen und Bankkapitals sind jetzt unter die gemeinsame Leitung der hohen Finanz gestellt, zu der die Herren der Industrie und der Banken in inniger Personalunion vereint sind. Diese Vereinigung selbst hat zur Grundlage die Aufhebung der freien Konkurrenz des Einzelkapitalisten durch die großen monopolistischen Vereinigungen. Damit ändert sich naturgemäß auch das Verhältnis der Kapitalistenklasse zur Staatsmacht.«

Der Kern der SMK-Theorie begründet sich in der Aussage, daß mit der weiteren Entwicklung der Produktivkräfte und dem raschen Voranschreiten der gesellschaftlichen Arbeitsteilung der Maßstab der »privaten« Monopolisierung nicht mehr ausreichte, die Kapitalverwertung zu sichern. Es entwickelte sich infolgedessen der Staatsinterventionismus als eine permanente Erscheinung. Im selben Maß wie die staatliche Gewalt ökonomisch wirksam wird, erweitert sich der Maßstab der monopolistischen Umverteilung und der Durchbrechung des Konkurrenzmechanismus. Der Staat hat mit allen seinen Gliedern die ganze Gesellschaft zum Wirkungsfeld, ganz im Gegensatz selbst zu den größten Monopolen.

Daß der Staat immer stärker in das Wirtschaftsgeschehen einbezogen wird und vor allem im Interesse des Großkapitals wirkt, ist eine charakteristische Besonderheit in der Entwicklung des Kapitalismus. Er ist aber angesichts des äußerst engen Beziehungsgeflechts von Wirtschaft und Politik keineswegs ein bloßer Vollstrecker von Konzerninteressen. Nach wie vor hat er gesamtgesellschaftliche Aufgaben wahrzunehmen, hat soziale Prozesse und Konflikte für den Erhalt der herrschen Machtkonstellation zu sichern bzw. zu lösen. Die staatlichen Interventionen in die Wirtschaft unterliegen zudem dem jeweiligen politischen Kräfteverhältnis und sind daher auch beeinflußbar. Seine regulierende Funktion erscheint jedoch oberflächlich mit wachsendem Umfang, mit der Vielgestaltigkeit und der Neuartigkeit ihrer Methoden oft nicht als eine kapitalistische Form der Profitregulierung, sondern als eine im Interesse der Gesellschaft.

Die Permanenz staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft charakterisiert den Kapitalismus in jeder Stufe seiner Entwicklung, aber mit beträchtlichen Unterschieden in Gewicht und Formen. Gleichzeitig haben Umfang und Intensität staatlicher Interventionen besonders auch mit der Internationalisierung der Wirtschaft und der Bildung von supranationalen Institutionen und Organen zugenommen. Das ganze Instrumentarium der staatlichen Wirtschaftspolitik von Subventionen, Steuermaßnahmen, Staatsaufträgen bis hin zu direkten Eingriffen ist variabel einsetzbar. Hinzu kommt, daß das Verhältnis von Monopolen und Staat sich nicht nur auf die Gesamtheit der sozial­ökonomischen und politischen Verhältnisse bezieht, sondern auch direkt auf die Schwerpunktsetzung in der Gestaltung von Wirtschafts- und Sozialpolitik und ihre ideologische Begründung; d. h., die Staatseingriffe sind mit verschiedenen Varianten verbunden. Entsprechend den jeweiligen Existenzbedingungen des Kapitals und der politischen Kräfteverhältnisse kann es eine konfrontative Variante sein, wie seit den 70er Jahren mit der Herausbildung des Neoliberalismus, oder eine keynesianistische, eine auf mehr soziale Gerechtigkeit und Beschäftigungssicherung gerichtete. Beide Varianten beruhen im Prinzip noch auf der gleichen sozialökonomischen Grundlage. Die zweite Variante aber bietet demokratischen Kräften eher die Möglichkeit, alternative Vorstellungen in Wirtschaft und Gesellschaft einzubringen und entsprechend den politischen Konstellationen auch durchzusetzen. Zur letzteren Variante zählt z.B. das gegenwärtig vieldiskutierte Schwedische Modell. Es ist eine spezifische Form nationaler staatmonopolistischer Entwicklung auf Grundlage eines sozialen Kompromisses zwischen Arbeit, Kapital und Staat, entstanden nach der Weltwirtschaftskrise 1929 und aufgrund der politischen Kräftekonstellation mit starken Gewerkschaften und einer starken Sozialdemokratie in Schweden.

Staat begünstigt Finanzkapital

Bloß keine Einschränkungen für das Finanzkapital: Nach Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sollen die Fehlbeträge der Geldinstitute aus Steuergeldern ausgeglichen werden

Die bisherige neoliberale Ausrichtung staatlicher Wirtschaftsregulierung mit ihrer Deregulierung und Liberalisierung der Märkte sowie einer großangelegten Privatisierung öffentlicher Güter hat die Kapitalverwertung des Großkapitals wesentlich verbessert, aber gleichzeitig damit auch die Voraussetzungen für eine riesige Spekulationsblase geschaffen. Staat und staatliche Institutionen haben vor allem im letzten Jahrzehnt auf nationaler und internationaler Ebene mit einer Vielzahl von Gesetzen und anderen Maßnahmen die Expansion der Konzerne in neue und profitable Anlagesphären begünstigt. Hingewiesen sei hier nur auf die gesetzgebenden Maßnahmen der SPD-Grünen-Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder in den Jahren 2003 bis 2005: Steuerbegünstigungen mit Milliardengeschenken für die Großunternehmen durch Aussetzen der Vermögenssteuer, Kürzung des Spitzensteuersatzes, Senkung der Gewinnssteuer oder Zulassung der Hedgefonds in Deutschland und einer »Bankaufsicht mit Augenmaß«. Auch im EU-Rahmen wurden mit der Finanzmarkt­integration auf Grundlage zweier Pläne für den Zeitraum von 1999 bis 2010 staatliche Instrumentarien geschaffen, die vor allem den Großbanken und anderen großen Finanzinstitutionen einen leichteren Zugang zu neuen Kapitalmärkten profitable Finanzierungsquellen erschließen. Hand in Hand ging damit der staatlich betriebene Sozialabbau.

Im Ergebnis veränderte sich auch die Primärverteilung zwischen Löhnen und Profiten zugunsten des Großkapitals, ablesbar an der Zunahme der enormen Profite mächtiger Konzerne. So erhöhte sich in Deutschland die Gewinnquote am Volkseinkommen von 2000 bis 2007 von 27,8 auf 35,4 Prozent, während die Löhne stagnierten und real aufgrund der Preiserhöhungen und der Steuerpolitik sogar sanken. In der Konsequenz bot die dadurch beschränkte kaufkräftige Nachfrage für die gestiegenen Gewinne der Konzerne in der Realwirtschaft keine profitablen Aussichten mehr. Es kam zu einer Überakkumulation von Geldkapital. Riesige Geldmengen vagabundierten auf den Finanzmärkten. Nach dem »World Wealth Report« 2008 wurde das Finanzvermögen der Dollarmillionäre für das Jahr 2007 mit 40,7 Billionen Dollar gegenüber 19,2 Billionen 1997 angegeben. Institutionelle Anleger wie Pensions- und Investmentfonds sowie Versicherungen verwalteten 2005 nach Angaben der International Financial Services 56 Billionen Dollar gegenüber 21 Billionen zehn Jahre zuvor.

Diese Anhäufung finanzieller Mittel beschleunigten das Tempo der
Karikatur:© Ursula Behr, http://urs1798.wordpress.com/
Kapitalkonzentration außerordentlich. In der EU wurden 2006/2007 mit 758 Zusammenschlüssen von der Wettbewerbsbehörde mehr Fälle notifiziert als zur Zeit der großen Fusionswelle 2000/2001. Und die Finanzkrise kurbelt den Konzentrationsprozeß noch an.

Der Staat ist also mit dieser Form der staatlichen Regulierung, der vielgepriesenen neoliberalen Politik, auch als Vertreter der Interessen des Großkapitals für das jetzige Debakel in der Finanzwelt mitverantwortlich, zumal er die Bankenlobby in die Ausarbeitung seiner Maßnahmen stets einbezogen hat. Das hat dazu beigetragen, daß der Finanzbereich als wesentliche Funktionsbedingung der Wirtschaft zur Drehscheibe einer unkontrollierten Kapitalmacht mit undurchsichtigen Geschäften und zügellosen Kreditvergaben geworden ist.

Profiteure dieser neoliberalen Richtung waren die den Markt dominierenden Großbanken der internationalen Finanzbranche, die mit einer Vielzahl von »Produktinnovationen« maximale Renditen erzielt haben. So schreibt die Zeitschrift diebank in der Oktoberausgabe noch mit Bezug auf eine Analyse für das Jahr 2006: »Der Trend ist beeindruckend: In ihrer Gesamtheit kennen die 1 000 größten Banken in puncto Erträge und Profitabilität nur eine Richtung – nach oben.« Mit Blick auf die jetzige Finanzkrise schätzt sie jedoch Gewinne und Ertragskraft zwar für »maßvoll rückgängig«, die Kapitalstärke und die Bilanzsummen jedoch als »weiter im Auftrieb« ein. Auch das neueste Gutachten der bundesdeutschen Monopolkommission konstatiert die weiter gestärkte Position der größten deutschen Banken. Sie wird darin sichtbar, daß die zehn größten Kreditinstitute ihren Marktanteil gemessen an der Bilanzsumme aller Kreditinstitute von 47,7 im Jahr 2004 auf 51,3 Prozent 2006 erhöhten.

Die Deutsche Bank als größte der deutschen Monopolbanken ist wesentlicher Akteur in diesem ganzen Finanzdesaster. Sie zählt zu den mächtigsten zehn Konzernen Deutschlands, ist Primus untern den deutschen Kreditinstituten und nimmt im Rang des internationalen Finanzkapitals unter den 1000 mächtigsten Banken der Welt entsprechend ihrem Gewinn den elften Platz ein. Sie zieht aus der krisenhaften Situation noch Nutzen, indem sie dubiose Spezialanleihen in Kernkapital umwandelt und ihr Eigenkapital erhöht. Mit einem Wachstumsprogramm bis 2012 will sie weiter expandieren und europaweit in den Privat- und Geschäftskundenbereich mit rund 400 neuen Filialen einsteigen, um vom »schwankungsanfälligen Investmentgeschäft« unabhängiger zu werden.

Grundlegende Neuorientierung

Der neoliberale Kurs staatlicher Regulierung hat mit der Finanzkrise das gesamte Wirtschaftssystem direkt an den Abgrund geführt, wobei die Folgen für die gesamte Wirtschaft noch gar nicht absehbar sind. Die Verknüpfung schon länger wirkender Faktoren der zunehmenden konjunkturellen Rezession und drohenden Wirtschaftskrise mit der jetzigen Finanzkrise bedingt eine Situation in der Welt, in der die Weichen für eine andere Richtung im Regulierungsmechanismus gestellt werden müssen. Ein Umdenken darüber hat im bürgerlichen Lager erst begonnen. »Eines ist sicher«, sagte Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz am 9. Oktober in einem Interview mit der Berliner Zeitung, »die Philosophie der Deregulierung ist tot«. Eine neue richtungsweisende Strategie aber ist noch nicht angedacht oder sichtbar.

Gerungen wird jetzt zunächst um eine Krisenbewältigung des Finanzbereichs. Hierfür gibt es auf internationaler Ebene einen Aktionsplan der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrieländer (G 7), den Vorstoß der europäischen Regierungen, eine einheitliche Regelung für das europäische Finanzsystem zu finden, sowie die Aktionspläne einzelner Länder. Eines wird hierbei schon klar: So notwendig die Pläne zu einer raschen Stabilisierung des Finanzsystems auch sein mögen, die Kosten des Finanzdebakels haben nicht die Profiteure, sondern die Steuerzahler zu tragen.

Von der Bundesregierung wurde am 13. Oktober ein bis 2009 datierter »Finanzmarktstabilisierungsfonds« vorgestellt. Der Plan enthält eine Reihe finanztechnischer Regelungen, so zum Rechtsanspruch, zur Garantie- und Kreditermächtigung, zur Rekapitalisierung und Änderung der Bilanzierung, die mit größten Vollmachten für den Finanzminister zwar staatliche Eingriffe in den Finanzmarktmechanismus bedeuten. Sie sind dennoch klar finanzkapitalistisch geprägt und auf die Stabilisierung und Stärkung finanzkapitalistischer Strukturen ausgerichtet. Dies ist kein Wunder, denn an diesem Konzept arbeitete die Bankenlobby mit. Neben Vertretern des Kanzleramtes, des Finanzministeriums und der Bundesbank waren der Präsident deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, der Vorstand der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und der Chef der Commerzbank, Martin Blessing, beteiligt. Damit findet der Plan zugleich auch die Unterstützung der herrschenden Wirtschaftselite. Hervorgehoben wird von dieser, daß man die »richtige Orientierung« gefunden habe oder daß die »systemstützenden Banken« mit Kreditmitteln abgesichert werden.

Mit großer Medienwirksamkeit wird der Öffentlichkeit dieses in aller Eile geschnürte Rettungspaket als eine im Interesse der gesamten Bevölkerung liegende Maßnahme vermittelt, obwohl die finanziellen Kosten noch unabsehbar sind. Dahinter verschwindet ganz der Inhalt dieser Aktion als eine kapitalistische Form zur Sicherung des Renditesystems des monopolistischen Bankwesens. Weil die Lage am Finanzmarkt alle betrifft, wird um »Vertrauen« geworben, »Zuversicht« zu vermitteln gesucht und mit Blick auf den »sozialen Frieden« mit solchen staatsmännischen Floskeln der Bundeskanzlerin Angela Merkel unterlegt: »Wir tun das nicht im Interesse der Banken, sondern im Interesse der Menschen.«

Eine Rolle in all den Aktionsplänen verschiedener Länder spielt die Verstaatlichung oder Teilverstaatlichung der Banken auf Zeit. In den USA hat die Regierung bereits einige Finanzinstitute unter staatliche Kontrolle gestellt und nun 250 Milliarden Dollar aus dem Haushalt für den Einstieg in die Banken bereitgestellt. Die Regierung in Großbritannien beabsichtigt, acht der größten Banken teilweise zu verstaatlichen. In Island steht aufgrund der großen Last von Auslandsschulden mittlerweile das ganze Banksystem unter staatlicher Kontrolle. Die italienische Regierung will »im Notfall« Aktien kriselnder Institute übernehmen. In Spanien wird ein 50 Milliarden Euro schwerer Staatsfonds geschaffen, der sich auch an Banken beteiligen kann. Im deutschen »Finanzmarktstabilisierungsfonds« wird eine Option zur staatlichen Beteiligung eröffnet, d.h., der Staat kann sich an einer Rekapitalisierung der Banken beteiligen, indem er wie ein Aktionär Anteile oder stille Beteiligungen erwirbt.

Ganz sicher ist die Verstaatlichung für das Finanzkapital eine Horrorvorstellung und löst Schrecken aus, sieht es sich doch dadurch in seiner Existenz bedroht. Aber Verstaatlichung ist generell keine sozialistische Maßnahme. Staatseigentum hebt, wie Engels im »Anti-Dühring« schreibt, das Kapitalverhältnis nicht auf, treibt es auf die Spitze, »aber es birgt in sich das formelle Mittel, die Handhabe zur Lösung«. Die Banken fürchten daher diese Maßnahme wie der Teufel das Weihwasser. Die Regierungen beeilen sich deshalb auch mit Erklärungen, daß staatliche Beteiligungen keine Zielsetzung, sondern nur eine Notmaßnahme seien, die bei wirtschaftlicher Gesundung des Marktes wieder rückgeführt werde.

Die staatmonopolistischen Bankenrettungsaktionen dokumentieren die Unfertig- und Unfähigkeiten für eine Erfolg versprechende Lösung der Finanzkrise. Sie unterstreichen aber zugleich die Notwendigkeit zu einem Wandel im
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de/
Regulierungssystem. Die herrschenden politischen und wirtschaftlichen Eliten orientieren bereits auf einen neuen »politischen Ordnungsrahmen«, der unter Beibehaltung der sozialökonomischen Grundstruktur mit der Dominanz des Großkapitals die »Freiheit der Märkte« sichert. Er soll ihnen unter anderem mit der geforderten Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Banken- und Sparkassensektors den Zugang zu neuen Kapitalanlagesphären eröffnen. Zugleich drängen sie auf die Schwerpunktverlagerung zu einer stärkeren internationalen staatlichen Regulierung zur Gewährleistung ihrer profitablen Auslandsambitionen.

In der Tat, wir haben es heute mit einem bedeutenden Einschnitt in der Entwicklung des Kapitalismus, mit einer großen Instabilität des gesamten Systems zu tun. Die Zeit ist reif für eine neue Regulationsweise des Wirtschafts- und Finanzsystems. Diese muß – wenn man nur an die großen Herausforderungen wie Armut und Hunger, Klima und Energie in der Welt denkt – demokratisch und international sein. Die Linken und alle demokratischen Kräfte sollten in die Offensive gehen und mit Nachdruck in der Öffentlichkeit auf einen radikalen Kurswechsel zu einer staatlichen Regulierung drängen, in der nicht die mächtigsten Konzerne die Richtung bestimmen und die nicht auf der alten, überholten finanzkapitalistischen Grundlage mit ihren fatalen Folgen fußt.

* Gretchen Binus war Professorin für Politische Ökonomie des Kapitalismus an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg und ist Mitherausgeberin der Marxistischen Blätter

Quelle: junge Welt[Link] [Cache]
Freeman: Referendum gegen den Biometriezwang formell zustande gekommen
10/17/2008 03:46 PM
Jetzt ist es offiziell. Das Referendum gegen den Abgabezwang von biometrischen Daten bei Schweizer Pässen und Identitätskarten ist formell zustande gekommen.

Wie die Bundeskanzlei in Bern heute mitteilte, sind nach Prüfung der eingereichten 64'064 Unterschriften, rund 63'733 Unterschriften als gültig erklärt worden. Ein sehr grosser Erfolg.

Wann genau die Vorlage vors Schweizer Stimmvolk kommt, steht derzeit gemäss Aussagen der Bundeskanzlei noch nicht definitiv fest, doch wird dies frühestens am 17. Mai 2009 sein. Dann können die Schweizer an der Urne entscheiden, ob sie zwangsweise biometrische Pässe und ID's wollen oder nicht.

Das Referendum wurde vom Überparteilichen Komitee gegen Biometrische Schweizer Pässe und Identitätskarten eingereicht, das aus parteilosen und bislang politisch nicht aktiven Bürgern besteht.

Gratuliere!

Referendum gegen Biometriezwang [Link] [Cache]
Neues aus Rorkvell: Öffentlich-rechtliches Puff
10/17/2008 03:32 PM

Es ist ja schon viel geschrieben worden über Reich-Ranickis Zorn auf die Medien und speziell auf das Fernsehen. Eigentlich juckt mich das ganze Gezeter wenig. Nun gibt es aber mal ein richtig gutes Statement dazu, vom Literaturkritiker Henryk M. Broder:

Das ist, als würde ich in einen Puff gehen und mich beschweren, dass man da keine Jungfrauen findet.

Köstlich: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen als Puff ohne Jungfrauen. Und Broder bringt es fertig, mit diesem lapidaren Satz Reich-Ranicki einerseits zu widersprechen und gleichzeitig andererseits voll zu bestätigen. Das muss man erst mal können.

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Ein Zyniker schreibt...: Von Edelnutten
10/17/2008 03:28 PM
Ich hab hier ja noch nix zur Finanzkrise geschrieben. Der Grund ist einfach: Als Zyniker hatte ich sowas schon seit längerem erwartet, schließlich leben wir alle nur auf Pump, das kann auf Dauer nicht gut gehen. Zudem bin ich sowieso der Überzeugung, dass wir, unser kapitalistisches Finanzsystem und auch sämtliche Demokratien dieses Planeten dem Untergang geweiht sind. Das wird durch den aufopfernden Einsatz der Edelnutten aus der Finanzwelt...manche nennen sie auch Fondmanager oder Aktienhändler...nur wenig beschleunigt. Also was bringt es sich darüber auszulassen auf welchem Weg jetzt unsere Steuergelder verschwendet werden...verschwendet werden sie doch sowieso. Genießen wir lieber den beschleunigten Untergang von einem Platz in der ersten Reihe. Nebenbei kann man sich mit solchen Meldungen die Zeit vertrieben...es geht um Paris Hilton und Prinz Harry aus England:

Nachdem dieser "eindeutig nicht mit ihr reden wollte", habe sie vor ihm einen "sexy Tanz" aufgeführt. Mit geringem Erfolg: Harry zeigte sich unbeeindruckt und sei schließlich peinlich berührt aufgestanden, habe ihr die Hand geschüttelt - und das Weite gesucht.

Wahahahahaha...danach hat sie es dann gleich Erfolglos beim Bruder versucht.

Daraufhin habe Hilton seinen älteren Bruder William angesteuert. Dieser sei jedoch schon in ein Gespräch mit einer anderen Blondine vertieft gewesen. Als Hilton nach einer halben Stunde schließlich doch noch seine Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte, habe William fluchtartig den Club verlassen.

Ein weiterer Weg als Edelnutte zu scheitern und ich bin mir sicher in diesem Fall lag es nicht am Geld.[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Marketingpotenzial verkannt
10/17/2008 03:28 PM
Auch die öffentlich Rechtlichen haben nun eingesehen, dass der Radsport wohl nie sauber werden wird. Gut ich vermute das ist den Verantwortlichen im Radsport und bei den Sendern eigentlich egal...aber den Sponsoren nicht. Die haben (zumindest in Deutschland) keinen Bock mit Epo in einem Satz genannt zu werden und bleiben weg. Keine Sponsoren = Kein Radsport. Ich frag mich allerdings warum nicht endlich mal ein paar Pharmaunternehmen da einsteigen. Könnte es bessere Werbung geben? Wer gutes Epo produziert, des Asperin ist bestimmt auch nicht schlecht.[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Tot der Bildersuche?
10/17/2008 03:28 PM
Ein Hamburger Gericht hat (mal wieder) ein ziemlich abstruse Urteil zur Google Bildersuche gefällt. Google darf keine Vorschaubilder für die Werke eines Fotografen und eines Comiczeichners mehr anzeigen. Wenn man die Konsequenzen dieses Urteils weiter denkt, dann bedeutet das im Prinzip ein Verbot der Bildersuche im Internet...denn ohne Vorschaubilder ist die reichlich Sinnlos. Ungefähr so als würde man nach einer Webseite suchen und als Ergebnis nur "Seite1", "Seite2", "Seite3" etc. als Ergebnis bekommen.
Wie so ein Urteil zustande kommen kann wird klar wenn man sich die Erklärung des Institut für Urheber- und Medienrecht ansieht:

"Ein Fotograf und ein Comiczeichner waren gegen die Vorschauansichten ihrer Bilder in der Ergebnisliste der Suchmaschine vorgegangen. Die [...] Thumbnails seien zwar starke Verkleinerungen des Originals, stellten jedoch keine selbstständigen Werke dar, so das Gericht. Vielmehr handle es sich lediglich um Umgestaltungen urheberrechtlich geschützter Werke, so dass durch die Anzeige in der Suchmaschine Ausschließlichkeitsrechte der Urheber verletzt werden, sofern keine Einwilligung vorliegt."

Also eins ist klar. Dieser Richter weiß vielleicht was es mit dem Internet theoretisch auf sich hat aber er hat es selber noch nie verwendet...EMails werden von der Sekretärin ausgedruckt. Wie stellt er sich eigentlich die praktische Umsetzung dieses Urteils vor??? Ich frage mich langsam warum sich gerade die Hamburger Gerichte immer mit diesen verwirrten Urteilen in den Vordergrund drängen. Ich vermute hier erhöhtes Geltungsbedürfnis verbunden mit einer guten Priese Sendungsbewusstsein.[Link] [Cache]
Urs1798: Wahrlich, so denken Sie wirklich
10/17/2008 03:25 PM
Danke Herr Ackermann, wirklich sehr großzügig, wie wäre es mit einer kleinen Spende für die Armen? Sie können es sich ja von Merkel zurück geben lassen, aus Steuergeldern, versteht sich. Ich finde das ganze menschenverachtend. Posted in Galerie, Justiz, Politisch, Satire   Tagged: Ackermann und seine peanuts, ackermann-hat-sich-sein-geld-redlich-verdient, Bankenkrise, Bereicherung, da fällt mir nichts mehr ein, Drecksäcke, Geldsäcke, [...][Link] [Cache]
politplatschquatsch: Durchblick
10/17/2008 02:54 PM
der gründer der international flat earth society, samuel shenton, kommentierte die aus dem weltall aufgenommenen fotos der kugelförmigen erde mit einem denkwürdigen satz: "es ist leicht zu sehen, wie eine solche fotografie das ungeschulte auge täuschen kann."[Link] [Cache]
Elo-Forum Deutschland: „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente"
10/17/2008 02:48 PM
„Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“: Worum geht es und wie ist der Stand der Dinge? von Manuela Wischmann Fraktion DIE LINKE 1. Was ist geplant? Im vorgelegten Gesetzentwurf sind weitreichende Änderungen der Sozialgesetzbücher II und III vorgesehen. Ziel ist die Weiterentwicklung des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums. Die Zahl der Instrumente soll reduziert werden und gleichzeitig die Handlungsspielräume der Arbeitsvermittler/Fall-Manager erhöht werden. Wichtige Änderungen im SGB II (ALG II) und III (ALG I) und deren Bewertung: [Link] [Cache]
Mein Parteibuch Blog: Ein Brief an die ARGE Breisgau-Hochschwarzwald
10/17/2008 02:40 PM

Wie der Filz der CDU funktioniert, ist bestens bekannt. Mein Parteibuch hat am 05.09.2008 auf den Fall von Bruno Schillinger hingewiesen, der öffentlich kritische Fragen zum Tode und Erbe seines Vaters gestellt hat und den der herrschende Klüngel wegen Äußerungen auf seiner Webseite in den Knast stecken wollte. Nun hat Mein Parteibuch ein Brief an die ARGE Breisgau-Hochschwarzwald erreicht, den wir nacholgend dokumentieren.

Bruno Schillinger – Bachstrasse 1 – 79232 March

17.10.2008
Arbeitsgemeinschaft Breisgau-Hochschw.
Herr Huber EILIG z.Hd. Herr Leibe
(Noch-Direktor AA-FR)
Lehener Str. 77
79106 Freiburg

per Fax: 0761 - 2710-669 Seiten: 3

- Ihr Anruf am 16.10.08 15:02:38 - ARGE verweigert Kranken notwendige Hilfe - kein
ALG-II – 61702BG0000801

Herr Huber,

Ihr Anruf hat nicht nur überrascht und erschüttert, sondern auch die Brutalität aufgezeigt, mit der die ARGE gegen Bruno vorgeht. Glücklicherweise hatte gestern Abend noch jemand Kontakt und konnte ihm dann bis 03:00 helfend zur Seite stehen. Dabei kam auch Ihr Telefonat und vor allem der Betreuervorschlag ans Tageslicht.

Die Brutalität beginnt bereits damit, dass Sie ihn über 1 Std. am Telefon halten, obwohl er Ihnen sofort zu Beginn gesagt hat, dass es ihm nicht gut geht und er unter Schmerzmedikamenten steht. Sie haben sogar die Erstickungsanfälle ignoriert und spätestens der zweite Anfall hätte jeden von uns, egal wie skrupellos er sonst
vielleicht ist, veranlasst Hilfe zu schicken. Doch Ihnen ging es anscheinend nur darum, Ihre “Hilfe” anzubieten, um einen Akteneintrag machen zu können, aber nicht um ehrliche Hilfe. Offensichtlich geht es der ARGE nur noch darum, nachdem sie Bruno zuerst beruflich, dann finanziell ruiniert haben, ihn nun auch gesundheitlich ruinieren – was ja auch bisher sehr erfolgreich war. Die finale Lösung würde natürlich auch ihre Probleme
lösen. Kein Opfer mehr, auch keine Probleme.

Wir schließen uns Bruno hier an und fordern Sie nochmals auf, endlich für öffentliche Aufklärung zu sorgen. Beginnend mit der ersten Stellensabotage, dem dubiosen Fallmanagerbericht, der lt. Ihrem Geschäftsführer zuerst die Basis der weiteren Zusammenarbeit ist, dann so gar nicht vorliegt und zu guter Letzt “weitere
Nachforschungen sind nicht zielgerichtet” abgetan wird, über die Kürzungen, weitere Stellensabotagen, Nahrungsmangel, Medikamentenverweigerung, Betrug am Bundestag, Datenweitergabe, unterlassene Hilfeleistung, fehlende Fahrtkostenerstattung (Vorstellung und auch zum 1€Job) oder ungeklärte Überzahlung der Fahrtkosten, provozierte Sanktionen und Ruin, sog. 1€Job, der sogar gesundheitsschädlich gewesen
wäre, und und und. Wir verzichten alles nochmals aufzulisten und verweisen auf die Unterlagen und die bis heute ignorierten Fragen. Es ist aber interessant, dass Sie Bruno die ganzen Probleme wiederholen lassen, obwohl Sie doch die Akte vor sich haben. Auf jeden Fall hat er Sie zur Hilfe und Aufklärung aufgefordert, wie auch bereits Ihre Kollegen vorher und öfters, die dies aber generell ignorieren.

Da Sie sich aber anscheinend auf Ihre angebliche Unzuständigkeit zurückgezogen haben – was nicht überprüfbar ist – gehen wir davon aus, dass Sie die Hilfe und Aufklärung ebenso verweigern, wie Sie nun mögliche Straftaten billigen. Wenn Ihr Gruppenführerkollege die Aufklärung der Nötigung schon über 1 ½ Jahre verzögert, dann ist der Rückschluss auf Ihre Aufgabe “mach du ihn auch nieder” sehr einfach.

Der Vorschlag eine Betreuung einzurichten ist aber das allerletzte. Zuerst ruinieren Sie Bruno nach allen Regeln der Bürokratie und nun möchten Sie ihm noch einen Betreuer auf den Hals hetzen. Vermutlich damit der mit der ARGE Frieden schließt und alles legalisiert. Bruno hat schon mehrfach von der ARGE Aufklärung gefordert, diese Forderungen wurden nur ignoriert. Ebenso wie sein Wunsch nach Schutz vor der ARGE Breisgau-Hochschwarzwald. Ein Schutz der bitter nötig zu sein scheint. Denn im Dickicht der angeblichen Selbstständigkeit der ARGE, Sie haben dies ja auch wieder ausdrücklich betont, scheinen schiere Willkür und Amtsmissbrauch zu herrschen.

Ihre Auskunft, dass die ARGE unabhängig sie und keine vorgesetzte Dienststelle hat, kann nicht stimmen, denn der Direktor der AA Freiburg hat sich doch als Gesamtverantwortlicher / Gewährleistungsverantwortlicher geoutet. Also haben Sie Bruno hier doch bereits vorsätzlich angelogen, oder welchen Spiel spielen Sie hier? Hase und Igel und ein Kranker muss den Hasen machen?

Ebenso ist es dubios, dass Sie für die Verlängerung des Antrages auf neue Formulare bestehen, hier sogar am Sonntag! bei ihm vorbeikommen möchten und das Schreiben vom 30.09.08 (Landratsamt/BA/AA/ARGE) als Verlängerungsantrag werten wollen. Was soll dies? Ist das versuchte Vertuschung oder schon Betrug? Bruno hat am 27.07.08 die Verlängerung beantragt. Dass dann Ihre Mitarbeiterin den Antrag nicht annimmt und auf neue Formulare verweist ist schon schlimm genug. Aber das Sie in dem Schreiben diese Formulare nicht einmal beilegt, ist unbeschreiblich. War dies nur Unfähigkeit, Unwillen oder einfach Vorgabe?

Nochmals, Bruno hat am 27.07.08 die Verlängerung beantragt und am 30.09.08 nur nachgefragt, was nun daraus wurde. Wir sind sicher, dass es durch die überraschende Erkrankung auch eine Möglichkeit gegeben hätte, den Fortzahlungsantrag zu bewilligen. Aber es scheint, dass die ARGE die günstige Gelegenheit genutzt hat, um Bruno weiter zu schaden. Wenn Sie nun die Rückfrage vom 30.09.08 als Neuantrag sehen, dann versuchen Sie hier offensichtlich vorsätzlich die Tatsachen zu verdrehen und die Akten passend zu machen.

Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass Bruno durch die ARGE völlig unnötig in Not geraten ist, die ARGE systematisch Steuergelder verschwendet und anscheinend alles unternimmt, um dies zu vertuschen. Dass die ARGE und auch Sie nicht auf bekannten Nahrungsmangel reagieren und das wiederholt. Oder wo blieb die Hilfe im Frühjahr, als er durch provozierte Sanktionen und das vorstrecken der Müllgebühren in Not kam. Nur weil die ARGE die Müllgebühren die vollständig für das ganze Jahr bezahlt werden mussten, nur monatlich erstattet. Und nun scheinen Sie ihm etwas von einer monatlichen Überweisung vorgelabert zu haben, völlig fehl am Platze, denn das kommt erst 2009 vielleicht noch zum tragen und die ARGE hat sich ja in 2008 einen Kredit
erschlichen. Davon ganz abgesehen, solche Nebensächlichkeiten zu erzählen, wenn das ALG-II verweigert wird.

Wir fordern Sie nun nicht nur auf Bruno endlich die Fortzahlung des ALG-II zu bewilligen sondern auch den ganzen Fall aufzuklären oder Verantwortliche einzuschalten. Ihr Geschäftsführer schied ja bereits lange aus, Ihr Kollege ebenso, so bleibt nur die Öffentlichkeit übrig.

Da sich nun auch der Gerichtsvollzieher gemeldet hat, eine Folge der Stellensabotagen und der monatelang verzögerten Erlaubnis zur Umschuldung, ist nur noch die Wahrheit angesagt. Zur aktuellen Situation zitieren wir nun Bruno: “Es reicht, jetzt wird klar Schiff gemacht, was soll’s ob ich jetzt oder später über die Klinge springen muss, die möchten doch nur gut dastehen, Hilfe ist doch keine zu erwarten sonst hätten die doch schon lange aufgeklärt und das Problem angegangen. Wozu habe ich bei der Arbeitssuche alles riskiert, nur um durch solche Typen umgebracht zu werden. Was für einen Staat haben wir hier, wo sich Behörden völlig kontrollfreie neue Behörden bauen können und die sich dann an Menschen austoben dürfen, ohne jede Kontrolle und sogar wenn es um Leben um Tod geht, wird noch gelogen.”. Die beiden Hustenanfälle
haben wir draußen gelassen.

Zwei Anmerkungen zum Schluss. Das Papierfax war seit der Abreise auf “Telefonfunktion” geschaltet, konnte also gar keine Faxe empfangen, was auch die Endlosrolle beweisen dürfte. Der PC Fax Eingang war gesperrt. Wir sind aber dabei die Festplatten zu kopieren, um Zugriffe zu sichern und bevor noch Ideen zur
Beschlagnahme aufkommen.

Sie haben Bruno massiv zugesetzt, um zu erfahren wer die Helfer sind. Das ist ganz einfach, jeder Mensch der sich der Menschlichkeit verpflichtet fühlt und einen gewissen Anstand besitzt, kann Helfer werden und es gibt noch viele andere Opfer und viele andere Täter. Doch wir werden immer mehr.

Wie geht es nun weiter – wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, wie lange Bruno noch durchhält, er hat noch bis Ende Oktober ca.1.100 Kal./Tag, also viel zu wenig. Doch das dürfte Sie ja nicht interessieren, hat es ja auch im Frühjahr nicht. Vielleicht sagen Sie endlich den Verantwortlichen, was für Dinge in der ARGE laufen und da Ihr direkter Vorgesetzter ja aktiv involviert ist, ist der natürlich kein Ansprechpartner für eine Lösung, sondern da müssen nun die Bäcker her, um es in Ihrer Sprache zu sagen. Bruno wird beim nächsten Arztbesuch (auch hier verhindert die ARGE dringend notwendige Arztbesuche, bereits die Diabeteskontrolle ist nicht machbar, Augenuntersuchungen, andere Ärzte ebenso wenig) massiv darauf einwirken wieder gesund geschrieben zu werden, denn Ihre Betreuungsdrohung steht nun im Raum. Als Fazit zu Ihrer Aktivität kommen wir zu dem Schluss, dass Sie versagt haben. Die Akte Bruno Schillinger stimmt sicherlich, doch als Beamter haben Sie auch die Aufgabe die Menschen zu schützen und sich nicht hinter Ihrem Zuständigkeitsbereich zu verbarrikadieren. Als Mensch haben Sie deshalb unserer einhelligen Meinung nach sogar völlig versagt.

Bruno wird in der Zwischenzeit auf Schmerzmedikamente verzichten und sobald er “klar” ist, trotz der Schmerzen, seinen eigenen Nachruf diktieren. Wir werden den Mord oder im Moment noch Mordversuch öffentlich machen. Das haben wir ihm versprochen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Helfer

Geld ist in den heutigen Zeiten des Wirtschaftsfaschismus übrigens genug da. Gerade heute hat der Bundestag ein 480 Milliarden Euro schweres Sozialhilfe-Programm für deutsche Banken und ihre Aktionäre beschlossen.

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seelensplitter: marcel reich-ranicki spricht es aus
10/17/2008 02:15 PM
Zitat:
Man hat den Eindruck, heute regiert in Deutschland die Gestapo.

(Marcel Reich-Ranicki; Quelle: Deutschland-Debatte)[Link] [Cache]
Urs1798: Zu spät gerudert?
10/17/2008 01:25 PM
und nochmal wegen der Farbe Posted in Galerie, Politisch, Satire   Tagged: Alle zugleich, Finanzpolitik, Politik, Regierung    [Link] [Cache]
Mutantenstadl: Falsche Anreize im Gesundheitssystem?
10/17/2008 01:20 PM
Ich geh ja nach vielen schlechten Erfahrungen nur noch ungern — und daher selten — zum Arzt. Ich verlass mich immer erst mal auf die alte Regel »Was von alleine kommt, geht auch von alleine« — und damit bin ich bisher auch ganz gut gefahren. Jetzt hab ich aber mal was ernstes, was nicht von alleine geht und schon nach wenigen Wochen hab ich verstanden, was gerade im Gesundheitssystem schief läuft.

Ich saß mal für AOL in einem Callcenter. In diesem Callcenter bekamen wir Telefonclowns ein ziemlich mickriges Grundgehalt, das wir uns durch Prämien aufbessern konnten. Im technischen Support verdiente man sich die Prämien in erster Linie durch einen niedrigen Durchschnitt bei der Gesprächsdauer, natürlich sekundengenau von der Telefonanlage festgehalten.

Ein Callcentermitarbeiter, ein Agent (bitte englisch aussprechen!), der wirtschaftlich dachte und in der ersten Gesprächsminute feststellte, dass er keinen typischen, schnell zu lösenden Fall am anderen Ende hatte (das konnte man teilweise schon beim Abfragen der Hardwarekonfiguration erkennen), war versucht, den Kunden möglichst schnell abzuwimmeln. Er gab dem Kunden z.B. einen längeren Arbeitsschritt (»Installieren Sie bitte mal nochmal neu.«) und bat ihn, erneut anzurufen, wenn’s danach »wider Erwarten« immer noch nicht funktionieren sollte. Im Notfall drückte er ihn weg und notierte im CRM »Kunde hat aufgelegt«.

Für den betroffenen Kunden war das vermutlich recht frustrierend, weil er immer wieder neue Gesprächspartner hatte, die ihn vielleicht auch noch in unterschiedliche Richtungen lenkten, aber die Callzeiten blieben dank »Customer-Ping-Pong« kurz und die Prämien hoch… Und wenn der Kunde hartnäckig genug war, landete er schon irgendwann bei einem Agent, der sich seiner nach einem schluchzenden »Aber ich hab doch schon viermal neu installiert!« erbarmte.

Ein Agent, der dieses Spiel nicht mitspielte, verzichtete dadurch bewusst auf einen Teil seines Einkommens.

Gleiches Spiel in der Medizin: seit ich nicht mehr im Saarland wohne — da hatte ich das Schwein, einen, »der nicht mitspielte« als Hausarzt zu haben (im Nauwieser Viertel, ich empfehl ihn auf Anfrage) — halten Ärzte ihre »Callzeiten« niedrig, indem sie mit mir »Patienten-Ping-Pong« spielen.

Netto zahlen Callcenter und Gesundheitssystem drauf, weil die wirtschaftlich sinnvolle (!) Reaktion auf den falschen Anreiz natürlich zu viel höheren Folgekosten führt. Und zu frustrierten Anrufern und Patienten. Von der verschwendeten Lebenszeit der Beteiligten will ich gar nicht reden.

Parallel zu den beschriebenen Callcentern gibt’s übrigens auch 0900-Hotlines für ein paar Euro pro Minute, wo man sich jede Mühe gibt, das Gespräch so lange auszudehnen wie nur möglich — auch da ist nicht unbedingt ein Anreiz gegeben, das Problem des Anrufers resourcenschonend und gründlich zu beheben. (Jede Ähnlichkeit mit dem System der privaten Krankenkassen wäre rein zufällig.)

(Der Rest des Eintrags besteht nur noch aus Gejammer über meine jüngsten Erfahrungen. YHBW. HAND.)

"Falsche Anreize im Gesundheitssystem?" vollständig lesen [Link] [Cache]
Mutantenstadl: Ach, da draußen glaubt uns noch jemand?
10/17/2008 01:20 PM
Albrecht Müller erklärt Heribert Prantl, dass Propaganda wirkt (» Medienschaffende übersehen gerne die Wirkung von gezielten Kampagnen und damit die Wirkung ihrer eigenen Arbeit«):

[Heribert Prantl] berichtet [...], die Deutschen bewahrten im Angesicht der Finanzkrise Ruhe — und änderten kaum ihre politischen Präferenzen. Die Wähler rächten sich nicht einmal an der FDP, und die Linkspartei könne wider Erwarten von der Krise nicht profitieren. [...] Man braucht sich darüber nicht [...] zu wundern, wenn man die massive Propaganda beobachtet, die die Finanzkrise begleitet, zum Beispiel:

• Steinbrück und Merkel werden zu Helden hochstilisiert, obwohl sie unser Land nachweisbar durch Förderung obskurer Finanzprodukte und der Tätigkeit von Heuschrecken für die Krise geöffnet haben.
• Auf allen Kanälen sozusagen wurde weiter der Versuch gemacht, die öffentlichen Banken als die eigentlichen Sünder und Verlierer darzustellen. Diese verfälschende Darstellung zahlt sich direkt zum Beispiel für die FDP aus.
• In Talkshows und bei vielen anderen Gelegenheiten wurde Oskar Lafontaine schon auf läppische Weise als Mitverursacher dargestellt, weil er im Verwaltungsrat der KfW sitzt und bei der entscheidenden Sitzung einmal nicht anwesend gewesen sei.
• Die Bild-Zeitung zum Beispiel hat der Bundeskanzlerin attestiert, dass sie schon lange für eine Regulierung der Finanzmärkte gewesen sei. Und selbst ihr Vorschlag, Tietmeyer zum Vorsitzenden eines Beratungsgremiums zur Neuordnung der Finanzmärkte zu machen, wurde ihr nur als Missgriff und nicht als Absicht angerechnet.
• Die Verfilzung der Politik mit den Hauptmatadoren der Finanzwirtschaft, auch der amerikanischen Investmentbanken, wird in unseren Medien nicht zum Thema gemacht.
• In ihrer überwiegenden Mehrheit wundern sich unsere Medien nicht darüber, dass die Brandstifter jetzt Feuerwehr spielen.
• Nahezu ausnahmslos wird die beginnende Rezession jetzt der Finanzkrise zugeordnet statt der nachlässigen, falschen und verspäteten Wirtschaftspolitik der Bundesregierung und der Hochzinspolitik der EZB. So werden die eigentlichen Verursacher des beginnenden wirtschaftlichen Niedergangs, der schon mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Punkte begann und am Einbruch des Konsums schon im Sommer 2007 erkennbar war, durch die Finanzkrise, die den angelegten Abschwung verstärken wird, reingewaschen.
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anouphagos: Wie ich von Unternehmen unter Druck gesetzt werde
10/17/2008 01:01 PM

Nein, keine Sorge, hier gehts nicht um einen unzufriedenen Rezensenten, sondern um eine QYPE-Standard-E-Mail bei Inaktivität; Betreff: “[QYPE] Qype vermisst Dich!” (Mit Luhmann gesprochen: Hier sorgt das funktionale System Kommunikation für Druck; ich würde aber behaupten, dieser Druck wächst, wenn ihn das Bewußtsein - also das funktionale System Psyche - aufgenommen hat, weiter an.)

Im Sinne der De-Prokrastination hab ichs gemacht wie in diesem schlauen Buch empfohlen und das Problem zugunsten wichtigerer Projekte beiseite geschoben.

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Neue Kategorie: zeitliches
10/17/2008 01:01 PM

Dinge, die sich um Zeitpolitik drehen, die mit “Zeitmanagement” zu tun haben oder Ähnliches, wandern ab jetzt in diese Kategorie.

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politplatschquatsch: Angst vor Veränderung
10/17/2008 12:54 PM
ungeahnte konsequenzen haben die temperaturabweichungen in arktis auch für die fauna. die wissenschaftler haben erstaunliches und beängstigendes herausgefunden. die rentierherden werden kleiner, während die zahl der gänse zunimmt. über viele walross-kolonien weiß man nix, während die bestände einiger walarten ab-, die anderer walarten aber zunehmen. sorgen macht man sich auch um die eisbären - die gründe dafür werden nachgeliefert. alles in allem: die fauna der arktis bleibt nicht so, wie sie ist. sie ändert sich sogar! wo doch die tiere im ewigen eis bekanntermaßen friedlich-schiedlich beschlossen hatten, einfach so weiterzuleben, wie sie es seit noahs arche getan hatten ...[Link] [Cache]
Kritik und Kunst: Geschichtsstunde bei SpON
10/17/2008 12:46 PM

Die Katze Der Spiegel läßt das Mausen nicht. An sich ein interessanter Bericht über die Bankenkrise 1931. Aber gleich greift der Spiegel in die aktuelle Debatte ein.

Einem der Akteure jedoch kam das ganz und gar nicht zugute: der Regierung. Gewerkschaften und Kommunisten wetterten gegen die "Sozialisierung der Verluste". Von der Wirtschaftskrise gebeutelt, waren antikapitalistische Reflexe in der Bevölkerung bereits die Norm: Dass das Kabinett sich scheinbar vor allem für das Großkapital, die unpopulären Banken in die Bresche warf, brachte ihm keine Sympathiepunkte ein.

Das ist nicht nur historisch Unfug - Brüning ist an seiner verheerenden Deflationspolitik und an Intrigen der Hindenburgcamarilla gescheitert, nicht an irgend einer Kapitalismuskritik. Es ist auch ungeheuer durchtrieben. Denn wir alle wissen, wer, nach zwei kurzen Intermezzi, Brüning schlussendlich ablöste. Habe ich mich den wirklich verhört, wenn SpON hier wieder mal Politik macht, nämlich für eine neoliberale Lösung der Finanzkrise? Und habe ich mich verhört, wenn hier, ganz fein, wieder einmal ausgestreut wird: Kapitalismuskritiker, die sich gegen das Sozialisieren von Zock-Verlusten wenden, machen irgendwie den Adolf?

Ich hatte gehofft, die Unart, dem Opponenten immer gleich Adolf Hitler reinzuschmieren, sei vorbei... Aber SpOn kann wohl das Mausen nicht lassen...

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Empire Europa: Das militärische Fundament der Wirtschaftsmacht EU
10/17/2008 12:00 PM
Die Europäische Union ist derzeit dabei, sich grundlegend zu verändern. Beleg hierfür sind etwa die Aussagen von EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn, der die Union als ein „gutmütiges Imperium“ [1] bezeichnet oder von Kommissionschef José Manuel Barroso, der in ihr ebenfalls „eine Art Imperium“ sieht.[2] Die Zeit falscher Bescheidenheit ist vorbei, offensiv formulieren die Verantwortlichen in der EU und den Mitgliedsstaaten inzwischen den Anspruch, in den Kreis der Großmächte aufsteigen zu wollen. Die im Jahr 2000 veröffentlichte Lissabon-Strategie mit ihrer Zielvorgabe, inner-halb von zehn Jahren zur Weltwirtschaftsmacht Nummer eins aufzusteigen, stellt in diesem Zusammenhang die wirtschaftliche Komponente der „Supermacht EU“ dar. Erreicht werden soll dieses ehrgeizige Ziel einerseits durch einen neoliberalen Umbau innerhalb der Mitgliedstaaten – in Deutschland etwa mit der Agenda 2010 und dem damit einhergehenden massivem Sozialabbau – sowie durch die Durchsetzung der eigenen Liberalisierungsagenda nach Außen.Nicht von ungefähr wurde nahezu parallel mit einem umfassenden Programm zur Militarisierung der Europäischen Union begonnen, um dem ökonomischen Weltmachtanspruch ein militärisches Fundament zu verschaffen. Dieser Beitrag zeichnet die wichtigsten Stationen, Dokumente und Komponenten dieser Entwicklung nach und analysiert sie im Kontext einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP), die immer offener auf die Durchsetzung eigener Machtansprüche abzielt. Im Kern geht es dabei inhaltlich um drei Dinge: Einfluss im Weltmaßstab – auch gegen die USA; Rohstoffkontrolle; und die militärische Absicherung der neoliberalen Weltwirtschaftsordnung.[Link] [Cache]
ad sinistram: Neues Heldentum
10/17/2008 11:57 AM
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redblog: Links um zehn # 73
10/17/2008 11:50 AM
Über IT-Profis, pflegereife Politiker, herbe Enttäuschungen, eine Datenpanne beim KIKA, und qualifiziertes Personal

[LINK] Wer nichts wird, wird ... IT-Techniker bei der Agentur für Arbeit!
[LINK] McCaine gerät ausser Kontrolle.
[LINK] David erklärt, warum der Kapitalismus am Ende vielleicht doch siegen könnte.
[LINK] Der KIKA hatte ein kleines "Datensicherheitsproblem" und schwupdiwup waren die Namen, Adressen und Geburtsdaten von 1000 Kids online.
[LINK] Auf der Flash-Seite palinaspresident.com haben sich Satiriker ausgemalt, was die US-Vizepräsidentin-Kandidaten wohl im Weißen Haus anstellen würde. Die Seite steckt voller satirischer Anspielungen auf die privaten und politischen Ausrutscher der Governeurin von Alaska.

Vorschläge für LINKs, Kritik, Lob und sonstige Mitteilung bezüglich der "Links um zehn" bitte an redblog[AT]no-log.org[Link] [Cache]
BooCompany: BooCompany eröffnet die debitel/freenet-Kantine (INTERN)
10/17/2008 11:43 AM
So, nachdem der debitel-Chef vom Hof gescheucht wurde, besteht sicher Diskussionsbedarf. Ich habe keine Ahnung, wie groß der Mut der Mitarbeiter bei debitel und freenet ist. Ich weiß aber, dass in einer solchen Situation der Austausch von Informationen wichtig ist. Deshalb schenke ich den Mitarbeitern beider Unternehmen einen Platz zum reden.[Link] [Cache]
Neues aus Rorkvell: Sodann eckt an
10/17/2008 11:32 AM

Der Kandidat der Linken für das Präsidentenamt eckt an. Ich muss ehrlich gesagt bei seinen Aussagen breit grinsen. Er setzt seine wohl gewählten Worte so feinfühlig wie die Axt im Walde. Ob er bei der gezeigten hohen Kunst der Diplomatie jetzt unbedingt als Bundespräsident geeignet ist, na ja... Aber so ganz falsch liegt er mit seinen Aussagen nicht.

Ich halte das, was wir haben, nicht für eine Demokratie. Es ist auch das Schwierigste, was den Menschen einfallen kann.

Da hat er gar nicht so Unrecht. Demokratie erschöpft sich nicht darin, alle paar Jahre einmal wählen zu dürfen. Wählen zwischen Parteien, die inzwischen kaum noch eine Alternative darstellen. Demokratie ist wesentlich mehr. Fazit: Recht hat er. Etwas grobschlächtig formuliert, aber ansonsten durchaus richtig.

Desweiteren würde er als Polizist (Er als Schauspieler spielt einen Kommissar in der Tatort Reihe) würde Ackermann verhaften lassen. Nun ja, Stichwort Bankenkrise, Veruntreuung, und vermutlich noch ein paar mehr Dinge. Ob's nach Gesetz für eine Verhaftung ausreichen würde, weiss ich nicht. Ist auch egal. Auch hier wieder: Grundsätzlich Wahres mit dem Vorschlaghammer präsentiert. Nicht die feine Englische, aber so ganz Unrecht hat er nicht

Ausserdem will er unsere Nationalhymne durch eine andere ersetzen. Durch eine, die im Zuge der Wiedervereinigung schon mal im Gespräch war. Ich finde die Idee gar nicht schlecht. Die Wenigsten können heute noch den Text unserer Nationalhymne verstehen. Und dem geeinten Deutschland eine neue Nationalhymne zu geben halte ich grundsätzlich für eine gute Idee. Ostdeutschland ist nicht von Westdeutschland geschluckt worden. Eigentlich haben wir die Wiedervereinigung im Wesentlichen den Bürgern der ehemaligen DDR zu verdanken. Da wäre auch symbolisch ein Neuanfang eine gute Idee.

Tja, und nun hagelt es Kritik. Der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst bezeichnete den Schauspieler als "unwürdigen Kandidaten für das höchste Amt im Staat". Soso, der Verzicht auf eigene und unbequeme Gedanken macht Jemanden also "unwürdig" für das höchste Amt im Staat. Das ist ja interessant. Also, ich finde Jemanden, der selber denkt, und diese seine Gedanken auch beim Namen nennt, durchaus für "würdig". Ich muss seine Gedanken und Ideen nicht 100%ig teilen, und ich kann seine Methoden und seine Rethorik grobschlächtig finden, aber der Mann beweist mehr Würde für dieses Amt als die meisten sonstigen Politiker. Ich bin mir nicht sicher, ob er bessr wäre als z.B. Gesine Schwan. Er ist sicher ganz anders. Aber unwählbar? Eher im Gegenteil. Hier wird eine echte Alternative geboten. Man muss ihn ja nicht unbedingt wählen, aber man sollte ihn respektieren.

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Neues aus Rorkvell: Ackermann verzichtet auf Millionen-Bonus
10/17/2008 11:32 AM

Der Chef der größten deutschen Bank verzichtet dieses Jahr auf seinen Bonus in Höhe mehrerer Millionen Euro. Angeblich zugunsten verdienter Mitarbeiter.

Mal davon abgesehen, dass dies eine notwendige und richtige Geste ist angesichts der Finanzkrise, wirft das dennoch mehrere Fragen auf. Vor Allem die Frage, wieso in sonstigen Jahren ein Ackermann mehrere Millionen als Bonus einstecken kann, und die angeblich ja vorhandenen verdienten Mitarbeiter gehen leer aus. Wie kann das sein, dass ein Firmenchef die Verdienste seiner Mitarbeiter jahrelang ignoriert und praktisch deren Bonus selber einstreicht? Denn wenn er das dieses Jahr ausnahmweise mal nicht wie üblich handhabt, sondern den Bonus den Mitarbeitern zukommen lässt, die ihn ja, seiner eigenen Aussage nach, verdient haben, dann heisst das doch im Umkehrschluss, dass er eben diesen verdienten Mitarbeitern in sonstige Jahren ihren verdienten Bonus vorenthält und selber kassiert.

Nächste Frage ist natürlich, wieso überhaupt ein Bonus ausgeschüttet wird. So weit ich weiss, hat die Bank Verluste eingefahren durch die Bankenkrise. Also müsste konsequenterweise kein Bonus gezahlt werden, sondern ein Malus kassiert werden. So aber werden Diejenigen, die jetzt einen Bonus kassieren, also vom Staat resp. unfreiwillig vom Steuerzahler dafür belohnt, dass sie Geld vernichtet haben, und das in großem Maßstab. Irgendwie widersinnig. Dass Ackermann allerdings eben diesen Malus dieses Jahr an "verdiente" Mitarbeiter abwälzen will, ist wohl eher ein Gerücht.

Und letzte Frage: Inwieweit ist das nun Augenwischerei? Oder kann man hieraus ein generelles Umdenken ableiten? Vermutlich eher nicht. Es ist wohl eher die "großzügige" Geste Desjenigen, der schon so viel Geld hat, dass es ihm zu den Ohren herausquillt, und der sich damit als mildtätig profilieren will.

Eine saubere Konsequenz der Benkenkrise wäre, erstens eventuelle Boni tatsächlich sehr breit zu verteilen. Und zweitens sollte Jeder, absolut Jeder, der einen Bonus bekommt, zu gleichen Teilen auch an einem Verlust beteiligt werden. Wer also 1% des Firmengewinns als Bonus bekommt, sollte auch mit 1% am Verlust der Firma mit seinem Privatvermögen beteiligt werden. Denn bis jetzt ist es so, dass die Spitzenmanager am Gewinn einer Firma (Bank) beteiligt sind, die Steuerzahler jedoch am Verlust. Und zwar jeweils ausschließlich.

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Neues aus Rorkvell: A-Blogger, Leitmedium
10/17/2008 11:32 AM
Ey, willst Du cool ein auf Leitmedium machen, pimpst Du Deine Maus auf Selbststeuerung, die is voll User generated content.

Was Ralph Segert da zitiert hat, ist derartig genial, das lasse ich einfach mal so stehen.

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Neues aus Rorkvell: Das Highschool Zombie Massaker
10/17/2008 11:32 AM

Und wieder einmal hat die Rasterfahndung einen bedeutenden Erfolg zu verzeichnen. Ein Schüler einer High School in Kentucky wollte offenbar ein neues Schulmassaker anrichten. Dazu wollte er die Schule durch Zombies überrennen lassen und alle Schüler und alle Lehrer so in Zombies verwandeln. Wie die Polizei da drauf gekommen ist? Ganz einfach, der Schüler hat darüber geschrieben. Er hat seine geplanten Taten alle fein säuberlich in einer Kurzgeschichte aufgeschrieben.

Infamerweise benutzte er dazu die Gelegenheit, die ihm sein Englischlehrer bot, als dieser die Klasse mit dem Schreiben einer Kurzgeschichte als Hausaufgabe beauftragte.

Doch Rasterfahndung und umfassender Überwachung sei Dank ist ihm die Polizei auf die Schliche gekommen. Jetzt sitzt er im Gefängnis und wird des Terrorismus angeklagt.

So gesehen kann ich Schäuble natürlich gut verstehen. Bei all den vielen Zombies, mit denen unsere Gesellschaft unterwandert ist, müssen natürlich Rasterfahndung und Überwachung weiter ausgebaut werden. Und hier auch gleich mein Tipp des Tages dazu: Unbedingt die Rasterfahndung auf die Videotheken ausdehnen. Da gibt es tonnenweise Beweismaterial zm Beschlagnamen. Und die Kinos erst! Alle voll von Sympatisanten. Am Besten Alle verhaften.

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Deutschland Debatte: Reich-Ranicki bekennt
10/17/2008 11:30 AM

“Man hat den Eindruck, heute regiert in Deutschland die Gestapo.”

Liebe Leser: das muss man so allein stehen und wirken lassen. Lasst uns alle einmal nachdenken: ist es so? Ist Reich-Ranicki ein Spinner, ein Wirrkopf, ein alter vergreister Trottel?

Und was passiert mit Elke Heidenreich, die Reich-Ranicki zustimmt? Sie scheint gemobbt zu werden.

Und was passierte Eva Herrmann? Sie wurde entsorgt.

Man kann zu den einzelnen Personen stehen, wie man will ( darauf kommt es nicht an ); entscheidend ist die Frage:

Kann man ein Prinzip erkennen?

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politplatschquatsch: Heiße News vom Pol
10/17/2008 10:53 AM
Der jährliche Bericht der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA gibt Rätsel auf: Die Temperaturen in der Arktis liegen um fünf Grad über dem langjährigen Durchschnitt, schreibt die Klimazeitung "Der Spiegel" unter Berufung auf immerhin "46 Wissenschaftler aus zehn Ländern". Soviele Zahlen, und eine fehlt: Wo liegt eigentlich die langjährige Durchschnittstemperatur?

Eine Grafik, die die 46 Wissenschaftler aus zehn Ländern ihrem Bericht beigefügt haben, zeigt eine Temperaturkurve, die genau von minus 1,5 Grad Celsius bis + 2 Grad Celsius reicht. Der langjährige Durchschnittswert seit Beginn der Grafik um 1910 liegt danach bei ungefähr 0,5 Grad, die Spitze heute bei etwa 2 Grad. Nach Adam Riese sind das anderthalb Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Woher die fünf Grad kommen, die es derzeit wärmer ist, wird eine neue Kommission noch ermitteln müssen, der dann vielleicht zur Abwechslung zehn Wissenschaftler aus 46 Ländern angehören sollten.[Link] [Cache]
ISLA: Göttin des Tages:
10/17/2008 10:53 AM
Schiwanokia (Shiwanokia)
Zuni, USA


"Schiwanokia spuckte in die Hände und gebar daraus die Erdgöttin Awitelin Tsita. Sie symbolisiert die umfassende schöpferische Kraft der Frau. Von ihr können wir die Macht und den Gebrauch der Spucke lernen."

Luisa Francia, Eine Göttin für jeden Tag




Worship of the Earth Mother among the Zuñis of New Mexico

The Zuñis of New Mexico speak of the Earth Mother (Awitelin Tsita) as the source of all man's food, both vegetable and animal.12 In all the poetic conceptions of the Zunis one great object is said to be paramount, and that is food to support the life of man. Thus they pray, saying, "May the rain-makers water the Earth Mother that she may be made beautiful to look upon. May the rain-makers water the Earth Mother that she may become fruitful and give to her children and to all the world the fruits of her being, that we may have food in abundance. May the Sun Father embrace our Earth Mother that she may become fruitful, that food may be bountiful [plentiful], and that our children may live the span of life, not die, but sleep to awake with their gods."



ZUNI COSMOGONY

Of all the Pueblo tales of the origin of the universe the Zuñi account is the most interesting, for it alone displays some power of metaphysical conceptualization. "In the beginning Awonawilona with the Sun Father and the Moon Mother existed above, and Shiwanni and Shiwanokia, his wife, below (Shiwanni and Shiwanokia labored not with hands but with hearts and minds; the Rain Priests of the Zuñi are called Ashiwanni and the Priestess of Fecundity Shiwanokia.) All was shipololo (fog), rising like steam. With breath from his heart Awonawilona created clouds and the great waters of the world. (He-She is the blue vault of the firmament. The breath-clouds of the gods are tinted with the yellow of the north, the blue-green of the west, the red of the south, and the silver of the east of Awonawilona. The smoke clouds of white and black become a part of Awonawilona; they are himself, as he is the air itself; and when the air takes on the form of a bird it is but a part of himself — is himself. Through the light, clouds, and air he becomes the essence and creator of vegetation.). After Awonawilona created the clouds and the great waters of the world, Shiwanni said to Shiwanokia, `I, too, will make something beautiful, which will give light at night when the Moon Mother sleeps.' Spitting in the palm of his left hand, he patted the spittle with the palm of his right hand, and the spittle foamed like yucca suds and then formed into bubbles of many colors, which he blew upward; and thus he created the fixed stars and constellations. Then Shiwanokia said, `See what I can do,' and she spat into the palm of her left hand and slapped the saliva with the fingers of her right, and the spittle foamed like yucca suds, running over her hand and flowing everywhere; and thus she created Awitelin Tsita, the Earth Mother."[Link] [Cache]
ISLA: Brückenkopf Türkei
10/17/2008 10:53 AM
Aus Anlass der Frankfurter Buchmesse bekräftigt die Bundesregierung ihre Pläne zur Nutzung der Türkei als "Brücke" in die mittelöstlichen Ressourcengebiete. Entsprechenden Aussagen des deutschen Außenministers bei der Eröffnung der Frankfurter Großveranstaltung schließt sich jetzt die Bundeskanzlerin in einem Namensbeitrag für die Boulevardpresse an. Damit setzt Berlin seine Bemühungen fort, Ankara für die deutsche Mittelostpolitik einzuspannen, unter anderem für die Einflussnahme im Iran. Diesem Ziel dient auch ein "Dialog" mit hochrangigen türkischen Militärs, den die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung im Sommer in die Wege geleitet hat; er soll die militärpolitischen Konzeptionen Ankaras mit den deutschen Plänen verzahnen. Auch eine gemeinsame Kaukasuspolitik hat Berlin im Blick. Während die EU der Türkei offiziell den Beitritt in Aussicht stellt und sie auf diese Weise zu weitestreichender Anpassung an die europäischen Normen veranlasst, lehnen maßgebliche Kräfte in Berlin die EU-Mitgliedschaft des Landes kategorisch ab. Wie deutsche Parlamentarier verlangen, solle Ankara mit einer "privilegierten Partnerschaft" abgespeist werden. Diese zwänge die Türkei zu Anpassungsleistungen, ohne sie mit Mitteln aus europäischen Haushalten zu entschädigen.[Link] [Cache]
Die Kuchentester: Danke schön, ich sag´ Danke schön
10/17/2008 10:19 AM
Laßt mich das Rettungspaket noch mal kurz rekapitulieren:

Die Finanzbranche basiert auf dem Gedanken, dass Banken sich Geld ausleihen, um es dann Kreditnehmern zu höheren Zinsen wieder zu verleihen. Damit das auf Dauer gutgeht ist erforderlich, dass der Kredit für eine sinnvolle Investition gegeben wird und dass der Kreditnehmer die Schulden zurückzahlen kann, sprich die Belastung tragen kann. Sehr simpel. Funktioniert schon ziemlich lange.

Nun sind natürlich auf diese Weise die Geschäftsmöglichkeiten limitiert. Gute Schuldner und gute Investionen sind begrenzt. Jetzt wäre es doch schön, wenn man diese Limitierung aufheben könnte. Man leiht also auch an schlechte Schuldner. Das führt nicht nur dazu, dass man mehr Geschäft macht, sondern man kann auch noch mal überproportional am Kredit verdienen, da die schlechten Schuldner natürlich auch einen höheren Zins zahlen müssen. Das Ausfallrisiko ist ja höher. Nun ja, das muss jetzt jede Bank für sich entscheiden, welche Risiken sie eingehen will oder besser nicht eingeht. Die Meldungen der letzten Tage haben gezeigt, dass sich die meisten amerikanischen Banken für das expansive Geschäftsmodell entschieden haben. Na gut, wir leben ja nicht im Sozialismus. Das ist Marktwirtschaft. Jedes Wirtschaftssubjekt trifft autonom seine Entscheidungen.

Diese Geschäftsmodell hat dann zu exorbitanten Gewinnen in der Finanzbranche geführt (zumindest auf dem Papier). Und alle haben dementsprechend verdient und sich die Taschen voll gemacht. Der Makler, der zu hohen Preisen Häuser an den Mann bringen konnte. Die Bank, die den Kredit zu hohen Zinsen vergeben hat. Die Investmentbank, die die Kredite gebündelt und gegen hohe Provision an die Börse gebracht hat. Die Ratingagentur, die gegen hohe Gebühren ihr Bonitätssiegel an das Kreditbündel dran gepappt hat. Und die Anleger, die sich nicht mit den niedrigeren Zinsen für Staatsanleihen begnügen mussten, sondern eine Extra-Rendite einstreichen konnte und sich trotzdem in einer (falschen) AAA-Sicherheit in den Schlaf wiegen konnten. Eine ausführlichere Erklärung gibt es hier.

Tolles Modell. Nennt man im anderen Zusammenhang auch Schneeballsystem oder Ponzi-Scheme. Die funktionieren halt nur solange, wie man genug Dumme findet, die bei steigenden Preisen immer noch einsteigen und darauf hoffen, dass sie wieder einen finden, der wiederum mehr bezahlt als sie selbst. Nur jedes Schneeballsystem bricht irgendwann einmal zusammen. Spätestens wenn jeder ein, zwei, drei oder mehr Immobilien in irgendeiner Vorstadt hat, ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Blase platzt. Dann fallen die Häuserpreise. Und sie werden weiter fallen. Insgesamt mindestens 40% sagt Herr Roubini. Im Moment sind wir bei 25%. Der Überhang an Häusern beträgt immer noch 10-11 Monate und das Preis/Miete-Verhältnis beträgt zum Teil noch 22. Langfristiger Durchschnitt ist 15.

Jetzt tritt auf einmal die Bankenlobby auf den Plan und sagt uns: "Also Moment mal. Das mit der Marktwirtschaft, das war nicht so ganz Ernst gemeint. Wir brauchen staatliche Hilfe". Die Politik kann jetzt natürlich zeigen, wie toll sie ist. Endlich wird sie gebraucht. Und anstatt dass sie jetzt den Banken zeigt, dass Marktwirtschaft in beide Richtungen funktioniert, macht sie was? Sie verschleudert unser Steuergeld. Wenn man die Bank schon nicht pleite gehen lassen will, weil das unabsehbare Folgen hätte, warum verstaatlicht man sie denn dann nicht? Alle Aktionäre verlieren ihren Einsatz. Dann werden sie sich beim nächsten Mal genauer überlegen, welche Nasen sie in den Vorstand lassen. Nach einer Übergangsphase kann man die Banken dann wieder privatisieren. Das einzige was jetzt angesagt ist, dass man sich mittels Vorzugsaktien einkaufen will. Dafür sind aber nur 80 Mrd. vorgesehen. 400 Mrd sind für andere Maßnahmen vorgesehen. Was passiert damit?

Nun, da läßt man sich ein Hintertürchen offen:

Ein weiterer möglicher Weg ist, problematische Vermögenswerte aufzukaufen und sie so zeitweise aus den Bankbilanzen zu nehmen.


Wenn das kommt, passiert Folgendes: Die Kredite, die man nicht an vernünftige Menschen verkaufen konnte, werden jetzt dem Steuerzahler auf´s Auge gedrückt. Man tauscht insolvente Schuldner gegen solvente Schuldner aus. Dadurch hat man ein wahnsinnig großes, untragbares Kreditvolumen aufgeblasen und besorgt sich jetzt im nachhinein in Person des Staates den entsprechend großen und solventen Schuldner dazu. Und so trägt der deutsche Steuerzahler die Schulden der Amerikaner ab.

Und dieser Stelle kann ich nur schon mal sagen: Danke schön!!!

Euer Kuchenjunkie


PS: Manche wollen die Sache noch stoppen. Link Link[Link] [Cache]
rotglut.org: Ein typisches Ganovenstück [Update]
10/17/2008 10:19 AM
... von einem Verein zwielichtiger Gestalten Am Anfang haben sie über mich gelacht und Mario Dolzer aus München meinte, er müsste alle Welt belügen und behaupten, ich hätte seinen beschissenen Trojaner empfohlen. Ok ... Dann haben sie angefangen mich zu beleidigen und zu verleumden. Das waren Mario Dolzer, Andreas Neube ... [Link] [Cache]
keimform.de: Kritische Auseinandersetzung mit Frithjof Bergmann
10/17/2008 09:58 AM

Was schon länger fällig war, hole ich jetzt nach: Auf der heutigen Veranstaltung im Stadtteilzentrum Bassena in Wien, bei dem der dritte große Anlauf zur Auseinandersetzung mit neuen selbstorganisierten Arbeitsprozessen im Kontext mit New Work - Ideen erfolgt, halte ich zur Einführung und zur Einstimmung folgendes Referat:

Was heißt „Neue Arbeit"? – eine kritische Auseinandersetzung mit Frithjof Bergmann

1. Ich möchte heute versuchen, eine Gratwanderung zu machen. Eine Gratwanderung insofern, als ich das Konzept von Frithjof Bergmann, das sich “Neue Arbeit Neue Kultur” nennt, nicht nur für grundsätzlich sinnvoll halte, sondern auch selbst seit meiner ersten Begegnung mit Frithjof im Jahr 2004 immer wieder versucht habe, es unter die Leute zu bringen und zu realisieren. Auf der anderen Seite steht die Erfahrung, dass sich diese Konzept nicht durchgesetzt hat …. Wir haben zwei große Anläufe in Wien unternommen, mit Diskussionsveranstaltungen und Workshops, an denen Frithjof immer wieder teilgenommen hat, und es war die Erfahrung dass er auf der einen Seite mit traumwandlerischer Sicherheit einen ganz sensiblen Nerv getroffen hat, und gleichzeitig etwas zum Schwingen und Tanzen gebracht hat. Das große gesellschaftliche Tabuthema, die heilige Kuh der “Beschäftigung”, die Arbeitsreligion, mit der auf das Abschmelzen der existenzsichernden Lohnarbeit reagiert wurde, das greift er an, und zwar nicht irgendwie, sondern frontal, gekonnt. Und er zeigt zugleich, dass die Arbeit längst die Seiten gewechselt hat, dass vieles von dem das was wir als Arbeit betrachten längst in die Haushalte gewandert ist und uns gerade durch die Produkte der Industrie ständig mehr Spielraum verfügbar wird, ohne dass uns das bewusst wird und ohne dass es wirklich fruchtbar gemacht werden könnte.

2. Damit füllt er Säle, damit erntet er Begeisterung. Auch hier in Wien. Hunderte Menschen sind durch dieses Begeisterungserlebnis durchgegangen, haben zunächst auch herzlich mitgelacht und mitgedacht beim Nachweis, dass in Wirklichkeit schon längst niemand mehr an die Beschäftigung und die Arbeitsplätze glaubt, die angeblich ständig durch jede Menge Entlassungen gesichert werden müssen. Und viel Zustimmung erntet Frithjof wenn er dagegen hält: Arbeitslosigkeit ist kein temporäres Phänomen, sondern eine universelle Tendenz. Die Lohnabeit ist am Ende, weil die Maschinen viele Dinge effizienter und vor allem billiger tun können - und zwar auch im berühmten Dienstleistungssektor. Die mikroelektronische Revolution, die Automatisierung der Fabriken und der Banken, der globale Produktionskampf, das alles hat die Kalkulation der normalen Menschen auf ein Einkommen durch Arbeit auf den Kopf gestellt. Es entspricht offensichtlich voll und ganz der persönlichen Erfahrung vieler Menschen, was Frithjof im Unterschied zu den verlogenen Predigten der sogenannten Experten über Arbeit und Beschäftigung zu sagen hat: hier wird sich von selbst nichts mehr verbessern, hier kann es nur weiter bergab gehen.

3. Und so ist es auch: die unbarmherzigen Rituale mit denen Arbeitslose traktiert werden, um “vermittelbar” zu werden gleichen immer mehr religiösen Veranstaltungen, in denen irrationaler Glaube und grundlose Hoffnung durch Bewerbungsgespräche und Selbstbewusstseinstrainings beschworen werden, während gleichzeitig die allgemeinen Zukunftsbilder immer düsterer werden. Man soll sich selbst und seine Motivation finden, ohne dass man im Arbeitsprozess selbst noch eine bestimmende Rolle zu spielen oder auch nur ein klares Lebensbild oder Angebot vor Augen hätte. Freiheit als bloße Auswahl zwischen fremdbestimmten Alternativen - das ist keine Freiheit. Die Erlebnisse von Konkurrenz und Mobbing am Arbeitsplatz machen krank, kränken oft viel mehr als die Monotonie und das Tempo der Arbeit selbst. Jederzeit auswechselbar zu sein, eine lästige Größe in der betriebswirtschaftlichen Kalkulation zu sein, sich anonymen und undurchschaubaren Prozessen anpassen und unterordnen zu müssen und dafür auch noch miserabel bezahlt zu werden; die “milde Krankheit Arbeit” ist genauso unerträglich wie die erzwungene Stillegung von Können und Aktivität auf der anderen Seite. Und es ist nicht abzusehen, wie beides durch ein wenig Umverteilung besser werden sollte, außer dass der Streit und die Sorge um Geld noch weiter angefacht wird.

4. Aber Bergmann verfällt nicht in die übliche Larmoyanz gewerkschaftlicher Vertretungsrhetorik von den geknechteten Lohnabhängigen oder sozialarbeiterischer Beteuerung, dass es eben nichts anderes gibt. Er zeigt dass zu diesem prekären Benutzungsverhältnis Verhältnis zwei Seiten gehören, dass die Anpassungsleistung eine fundamental freiwillige ist, die mit nichts besser beschrieben werden kann als mit Hegels Redewendung von der “Armut der Begierde“: ein Wille, der sich seinen Inhalt von außen vorgeben lässt, weil er gar nicht über die Mittel verfügt sich zu realisieren. In einprägsamen Bildern beschreibt Frithjof diese allgemeine Armut, wie in dem vom Erstarren der kanadischen Indianer, die auf das Postflugzeug mit den Sozialversicherungsschecks warten, zu “Stümpfen im Schnee”. Das Kapitel über die Armut der Begierde mündet in dem Satz: “Wenn überhaupt irgendetwas eine Flamme in ihnen entzünden kann, dann ist es ihre verschwommene Wahrnehmung, dass es irgendwo doch noch etwas gibt das sie tatsächlich wollen.

5. Man spürt: diese Bilder sind nicht ganz von der Hand zu weisen, die fundamentale Passivität und das Desinteresse sind tatsächlich anerzogene Grundkonstanten einer industriellen Gesellschaft, die auch in ihrer sozialistischen Variante Kreativität und Selbstverwirklichung als etwas behandelte, das nur wenigen vorbehalten ist, störend und gefährlich ist. Frithjof Bergmanns epochaler Vorschlag ist, dass die stillgelegte Arbeitskraft radikal aufhören muss sich als einerseits als schuldig und minderwertig, andererseits als Betreuungs- und Versorgungsfall zu betrachten. Sie muss sich bei Strafe des Unterganges auf die Hinterbeine stellen, selbst etwas unternehmen und die eigenen Zeit- und Wissenspotentiale autonom aktivieren - und kann dies auch angesichts der zunehmend intellgenter, kleiner und verfügbarer werdenden Produktionsmittel. Aus seinen Schriften und Vorträgen kommt uns eine Verheissung von Freiheit entgegen, die wir in der Realität längst verloren oder nie gehabt haben - und die doch angeblich unser höchstes Gut sein soll. Wir ahnen freilich schon lange, dass der Übergang von der sozialstaatlichen Betreuung zum Terror gegen die Überflüssigen und Unnützen fließend ist und unvermeidlich wieder Schreie laut werden, das Arbeitsvolk irgendwann in staatlichen Dienst zu nehmen und nicht einfach endlos durchzufüttern. Hier zuvorzukommen und in einem “Tanz von Ying und Yang” die Potentiale menschlicher Emanzipation zu suchen, die in der (Wieder)Erfindung des verschütteten Selbst auf der subjektiven, im Strukturwandel der Technologie auf der objektiven Seite liegen, das ist eine wichtige und richtige Idee und ein bleibendes Verdienst von Frithjof.

6. Und doch liegt etwas seltsam Abstraktes in den Vorschlägen der Neuen Arbeit, ganz gerade so als ob sie sich selbst noch der Gesellschaft als alternatives Betreuungs- und Beschäftigungsprogram für Arbeitslose anbieten würde. Frithjofs Stellung zu seinen eigenen Vorschlägen, was denn die Arbeitslosen tun sollen, ist zumindest ambivalent: auf der einen Seite dienen rote Elektroautos, einfache Kühlschränke und Handies als Illustrationsbeispiele: das könntet Ihr selber tun und produzieren. Auf der anderen Seite sind sie ernst gemeint, sollen wirklich umgesetzt werden, in Unternehmen der neuen Arbeit - doch motivieren und inspirieren diese Beispiele nicht allzuviele, sind zu sehr durchschaubar als Abziehbilder der ohnehin schon bestehenden Produkteflut. Dieser aufgesetzte Charakter ist auch den anderen konkreten Vorschlägen Frithjofs zueigen: Für uns Europäer muten vertikale Gärten seltsam an und wir haben oft gar nicht die Raumstruktur um so etwas zu realisieren. Und das Dorf, das Frithjof vorschlägt, mit dem aufgeblasenen Betondom als Werkstätten- und Kulturzentrum, das verlagern wir im Geist und in der Realität nach Afrika. Es geht uns eigentlich nichts an, es ist ja auch nicht unser Dorf. (Wir wollens auch nicht so genau wissen, das weiß auch Frithjof. Alles was wir wirklich wissen müssen ist dass dort der Erlöser geboren wird)

7. Bleibt nur die Hoffnung auf den alleinseligmachenden Erlöser, nein das ist nicht Jesus, sondern - der Fabrikator. Die Universalmaschine mit der es dem Individuum möglich ist, alleine und ohne gesellschaftliche Vermittlung Reichtum an Gütern zu produzieren, die dann möglicherweise noch dazu langlebig, haltbar, nachhaltig, sinnvoll, aufregend, bunt und individuell sein sollen. Nicht dass es nicht hunderte Beispiele gibt, dass sich viele Segmente gesellschaftlicher Produktion in Richtung dezentraler Automation bewegen, ist das Kritikable hier - sondern dass diese Beispiele als rein plakative Belege für das Kommen einer Erlösungsmaschine genommen werden, der uns jeden Gedanken über das aufwändige Gestalten von Produkt- und Stoffketten erspart und gesellschaftliche Produktion in die unmittelbare individuelle Disposition stellt. Wer dann entdeckt dass der Einsatz von Fabrikatoren auf wenige und möglicherweise problematische Materialien beschränkt ist, dass sie langsam und immer noch teuer sind, der reagiert dann mit Enttäuschung.

8. Ich habe viele Gläubige erlebt in der Bewegung für Neue Arbeit - Menschen die sich sehr begeistern ließen von der Aussicht auf Erlösung aus dem Jammertal der Arbeit, die sofort missionarischen Eifer entwickelten und selber in Arbeitsgruppen organisierten etc. Ich habe erlebt dass diese Menschen bitter enttäuscht waren, dass sich die Vorschläge der neuen Arbeit als pseudopraktisch und ihre Heilserwartungen als zu jenseitig erwiesen. Einige haben der Neuen Arbeit die Treue gehalten, weil sie den Mythos aus irgendeinem Grund als nützlich empfanden - als Zutat in ihrer Arbeit als Arbeitslosenbetreuer etwa. Die meisten gehen der Neuen Arbeit aber verloren, weil sie das Gefühl kriegen dass sie ihnen nicht hilft bei den Problemen der Lebensbewältigung. Viele davon reagieren heute mit Feindschaft und Verbitterung, aber das spielt noch keine Rolle denn neues Publikum strömt ja immer noch in die Hörsäle.

9. In guten Momenten ist Frithjof das alles klar, das weiß ich aus persönlichen Gesprächen. Und ich weiß um die Tragik und kann sie nachvollziehen: dass einerseits mit Händen zu greifen ist, dass ein immer größerer Entfremdungsprozess zwischen Wirtschaft und Arbeit passiert, dass die Arbeit als zentrales Element der menschlichen Kulturbildung eine immer traurigere Rolle spielt, dass die im einzelnen “durchrationalisierte” und effiziente Produktion in ihrem Zusammenhang zunehmend irrational und ineffektiv wird - auch und gerade in den sogenannten Dienstleistungssektoren. Dass die Chancen auf den Erwerb von Wissen, Kompetenz und Können sich andererseits mit den neuen Technologien der Information und Kommunikation verhundertfachen (gegentendenz siehe unten) . Dass eine Selbstorganisation der Arbeit also nicht nur ein Gebot der Stunde, sondern auch eine reale Möglichkeit darstellt. Andererseits sich aber Passivität und Depression sehr weit vorgefressen haben in die Massen, inklusive Tribalisierung, Brutalisierung und Realitätsflucht, auch und gerade durch Schnäppchenjagden in der Konsumwelt und virtuelle Heldentaten in Compuerspielen . “Sie hören mir nur zu wenn ich konkrete und appetitmachende Beispiele bringe” sagt Frithjof und er hat in gewissem Sinne auch recht. Viele können ihm aber gerade wegen der immer wiederkehrenden Topoi auch schon gar nicht mehr zuhören.

10. Dabei wäre die Welt voll mit Beispielen von Versuchen sich in das postindustrielle Zeitalter vorzutasten. Aber diese Beispiele widersprechen in vielem der Botschaft von der sich wie ein Wirbelwind durchsetzenden, effizienten, konkurrenzfähigen, mühelosen Do it yourself-Produktion, das Frithjof mit seinen Klodeckeln auf Knopfdruck aus dem Produktionscafe erzeugt, die der Sehnsucht nach der reinen Selbstverwirklichung paßgenau entgegenkommt. Sie sind vielmehr verbunden mit großem persönlichen Einsatz, mit der Bereitschaft zu lernen und sich zu verändern, Kompetenz zu erwerben - auch und durchaus im Sinn der traditionellen Meisterschaft im Handwerk. Sie entstehen in Nischen, die oft nicht verallgemeinerbar sind, wie Ökodörfern oder anderen kreativen Millieus. Sie benötigen Netzwerke, die aufwändig zu organisieren sind und jeweils im Einzelfall ganz verschieden funktionieren. Solche Netzwerke der professionellen Amateure sind geboren im beständigen Kampf mit Industrien, die einerseits gerne die Gratisarbeit von afficionados als Marketinginstrument verwenden, andererseits deren Abhängigkeit von den eigenen Produkten und deren Zyklen nicht gerne in Frage stellen lassen. Sie sind nicht eindeutig zuordenbar und oft Welten auseinander. Im System wird immer mehr Arbeitskraft hinausgeschmissen und dann als “Verselbständigte” wieder hereingeholt - weils billiger ist. Digitale Boheme und Cultural Industries bevölkern als Masse an auftragsheischenden Kleinstfirmen gentrifizierte Quartiere. Sie haben oberflächlich mit den Armen nichts zu tun und auch kein Interesse an ihnen, obwohl es ihnen so gut nicht geht. All dies ist eher eine “Multitude” als eine einheitliche Bewegung, und dies müsste mit aller Ehrlichkeit zugegeben werden. Neue Arbeit wäre dann eher eine Vermittlungsarbeit zwischen diesen Welten als ein weiterer monolithischer Block.

Mit diesen 10 Thesen wäre eine erste Annäherung und zugleich notwendige Kritik an Frithjof Bergmann geleistet. Die Schlussfolgerung heißt: lest ihn, hört ihn, aber glaubt nicht dass er auf alle Fragen die er aufwirft auch eine Antwort parat hat. Die Antworten liegen weitgehend in Eurer eigenen Fähigkeit des Erkennens und Entdeckens und Eurer eigenen Phantasie.

Im Anhang noch fünf Thesen zur Diskussion.

ANHANG

11. Beispiele wie die freie Softwarebewegung, Wikipedia, OpenDesign, OpenSourceEcology etc. zeigen, dass sich reale gesellschaftliche Macht durch Addition und Multiplikation der Kompetenzen der unmittelbaren Produzenten herauszubilden vermag. Dass sich die Eigenarbeit in unbeschränkt großen Netzwerken des Informationsaustausches zu vernetzen imstande ist, ist die wichtigste Grundbedingung ihrer “Konkurrenzfähigkeit” und nicht eine “natürliche Überlegenheit der Kleinproduktion”. Das Aufrechnen durchrationalisierter Fabriken mit perfekter Logistik gegen Werkstätten ohne Management-Overhead ist dabei ziemlich witzlos: beide Seiten können vermutete Produktivitäts- und Effizienzvorteile für sich reklamieren. Die ernstzunehmendsten Erfolge erwachsen dort, wo Design und Denkarbeit global vergesellschaftet werden. Sträflicher Optimismus wäre es also, sich beim Entwurf “neuer Arbeit” auf die isolierte Eigenarbeit zu verlassen. Dass die Neue Arbeit aber gerade keine Theorie der Zusammen - Arbeit und der gesellschaftlichen Organisation von Eigenarbeit vorlegt, sondern die Dualität von “Betrieben” und “Unternehmen” auf der einen Seite und monadischen Individuen auf der anderen Seite fortschleppt, macht ihren größten Mangel aus. Komplexe Netzstrukturen und Kommunikationsflüsse die gerade Verlässlichkeit und Autonomie fördern können, werden nicht thematisiert.

12. Die Emphase der Arbeit - von Frithjof selbst immer wieder zurückgenommen in die Dualität von Arbeit und Kultur, aber eben einer Kultur die sich im wesentlichen als eine Kultur der neuen Arbeit versteht - bewirkt eine Abstraktheit im Lebensentwurf auch noch der Neuen Arbeit. “Anders Leben” hat einen Inhalt und der liegt zwar nicht komplett “neben” der Arbeit, aber auch nicht “in” der Arbeit. Eine Perspektive die der Arbeit per se einen Sinn zuspricht muß fehlgehen: wenn Frithjof sagt: “Es ist möglich, die Arbeit so zu verändern dass sie beides erreichen kann - sowohl eine unvergleichlich produktivere und zugleich unvergleichlich menschlichere Wirtschaft als auch der Berggipfel einer wahrhaften Spiritualität” und den Inhalt dieser Spiritualität darin bestimmt dieses eine Leben so intensiv wie möglich zu leben (NANK 414 und 416), dann verzichtet er bewusst darauf dieses Leben jenseits der Arbeit zu entdecken und material zu beschreiben. Emphatisch ließe sich dagegen halten, dass Arbeit immer das Reich des Notwendigen und nicht das Reich der Freiheit ist und dass der wahrhafte Sinn der Arbeit allemal darin besteht, ihre eigene Notwendigkeit zu verringern - außer sie hat einen meditativen oder kommunikativen Charakter (ist dann aber auch nicht Arbeit im engeren Sinne). Die neue Arbeit leidet an diesem Punkt an einer Armut der kulturellen Utopie, der Formen die die Feier des Lebens selbst zum Inhalt haben und aus der Arbeit allemal erst ihren Sinn bekommt. Sonst würde sie sich vielleicht mehr an der Armseligkeit der Ziele stoßen, die sie in Aussicht stellt. Ein Beispiel ist die längst ins breite Bewusstsein getretene Absurdität des Automobils: ein neues Auto zu produzieren soll alles sein was wir wirklich wirklich wollen? Gibt es nicht viel reichere und spannendere und vielfältigere Formen der Mobilität? Und die Reihe läßt sich endlos fortsetzen. Nehmen wir das Wohnen: unser gesamtes Leben ist in Schachteln eingepackt, die unsere Passivität voraussetzen. Raum ist die reale Gesellschaftlichkeit und muss vollkommen neu geschaffen und gestaltet werden. Dabei spielen auch die Ästhetik, die Wiederannäherung an die Natur und ökologische Gesichtspunkte eine Rolle - auch sie werden kaum thematisiert.

13. Doch vor all dem steht die reale Möglichkeit für eine große Anzahl von Menschen, tatsächlich dem von Frithjof beschriebenen ungeheuren Zwang der ökonomischen Versklavung in ihren vielfältigen Formen zu entfliehen. Die Frage ist ganz banal zu formulieren: wo kriege ich meine Brötchen her? Die Neue Arbeit hat bis jetzt keine überzeugende Antwort auf diese Frage vorlegen können, außer dass es eine Brotbackmaschine gibt, die aber wiederum mit Mehl, Wasser, Strom, Zeit und Aufmerksamkeit gefüttert werden will - die auch nicht jeder aufbringt. Es gilt, als Ausgangspunkt die ärgerliche Grundtatsache zu akzeptieren dass in dieser “Gesellschaft des maximalen Kaufens” alles vom Geld abhängig ist. Ein gesellschaftstheoretisches Konzept, das wesentlich geprägt ist durch Selbst-Organisation und Selbst-Gestaltung, das Subsidiaritäts- und Solidaritätsprinzipien berücksichtigt, und in das sich das Konzept der Neuen Arbeit mit Fragen des Grundeinkommens, regionaler Währungen, regionaler Bildungszentren und vieler anderer Bausteine und Muster einer neuen Gesellschaft synergetisch vermittelt - das ist ein weiteres Manko der neuen Arbeit, (noch) kein wirkliches Thema für sie. Grundeinkommen oder besser Grundauskommen - warum soll das automatisch zur Passivität führen? Der Schluss ist vollkommen verkehrt: Unglaubliche Chancen der Aktivierung tun sich auf im Wechselspiel von gewonnenen Zeitpotentialen mit Technologie, Bildung und Innovation, um die “Gesellschaft des Kaufens” allmählich zurückzudrängen. Hier und gerade hier, hätte ein “Mentoring” anzusetzen, in einer Welt realer Chancen und Mittel.

14. Ohne radikale Gesellschaftstheorie werden wir dabei nicht auskommen. Wir können nicht so tun, als wäre die Wirtschaft in der Lage, das Abschmelzen der Arbeitskraft als zentraler Quelle der Verwertung des Wertes ohne schwerwiegende Deformationen und Dysfunktionalitäten zu überstehen. Frithjof spricht von der “Krise hinter der Krise”, und doch wird selten thematisiert was es bedeutet wenn konkurrierende Kapitale in der Investition in physische Produktion keinerlei Wachstumschance mehr sehen. Der Finanz- und Spekulationsberg, der sich in den letzten Jahrzehnten aufgetürmt hat um die Abrechnung gigantischer verfehlter Investitionen hinauszuschieben, ist nur eine Erscheinungsform einer amoklaufenden Wirtschaft. Ene andere ist die mit diesen Investitionen noch immer angeheizte aggressive Produktion selbst, die Ressourcen jenseits unserer Vorstellungskraft freisetzt, um völlig überflüssige Gegensätze und Inkompatibilitäten in die Welt zu setzen, die Kunden binden und in Abhängigkeiten von Produktzyklen bringen sollen. Dazu gehört auch die planmäßige Unbrauchbarmachung und Entwertung dessen was noch gestern als der letzte Schrei angepriesen wurde. Oder die verbissene Arbeit an der Bezollung sogenannten geistigen Eigentums,um von der Landwirtschaft über die industrielle Produktion bis hin zur Kultur jede andere Tätigkeit, jeden Gebrauch von natürlichem und gesellschaftlichem Reichtum, schlicht und einfach verbieten zu können. Es verbietet sich von selbst, hier frisch und fröhlich zur Selbstentfaltung durch Arbeit aufzufordern, ohne nicht auch ständig die permanente latente und manifeste Bedrohung zu sehen, die dieser entgegensteht. Diese äußert sich nicht nur in Rechtsunsicherheit und juristischer Bedrohung, sondern auch in ganz banalen Fragen der operativen Gestaltung. Bildlich gesprochen steht hinter jedem neuen Schraubengewinde die Festlegung der Eigenarbeit auf vorgestanzte Abläufe. Kein Wunder dass unter diesen Bedingungen nicht nur die Materialien und Vorbedingungen einer wirklich aus sich heraus gestaltenden Arbeit dahinschwinden, sondern auch das Wissen über die Prozesse und Verfahren, die dazu notwendig sind. Diese Schraube wird immer weiter angezogen und Eigentätigkeit, so phantastisch auch die prozessorgesteuerten miniaturisierten Produktionsmittel sein mögen, hängt zunehmend am Tropf einer fremdbestimmenden Industrie. Was den meisten Leuten zumeist nur daran auffällt, was eben heute alles nicht mehr geht. Ganz elementare Grundlagen handwerklicher Souveränität müssen mühsam zurückgewonnen werden, ganze Bereiche von Technik gegen die Industrie neu erfunden werden. Dieser Prozess hat in ernsthafter Form eben erst begonnen, und er liegt ebenfalls unter dem Radar der Neuen Arbeit.

15. Resume: die Neue Arbeit ist ganz und gar unvermittelt, aber sie könnte vielleicht gerade deswegen eine ganz große Rolle als Vermittlungsbewegung spielen. Darüber bin ich mir in seltenen guten Momenten mit Frithjof einig. Aber wie sieht das aus? Das ist die offene Frage, für die ich nur einige Anhaltspunkte zusammentragen konnte.

Wien, am 15. Oktober 2008

Franz Nahrada

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BooCompany: Schon wieder Post von Ecki Spoerr (INSIDER)
10/17/2008 09:43 AM
Hoffentlich wissen die debitel-Mitarbeiter genau, wen sie jetzt vor der Nase haben. Es ist wie immer alles super für Genossen Spoerr und er lässt dies auch gern seine Untertanen wissen:[Link] [Cache]
HU-Marburg: Wie die Technik die Menschen dressiert
10/17/2008 09:29 AM
VHS-Kurse zur Nutzung von Fahrscheinautomaten - HU-Ortsverband Marburg.

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HU-Marburg: Sammlung von Menschenrechtsverletzungen der Polizei
10/17/2008 09:29 AM
Aufruf zur Erstellung eines Archivs - HU-Ortsverband Marburg.

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Raymond Walden: Welche Werte verteidigen wir in Afghanistan?
10/17/2008 09:02 AM
Vertraut man Umfragen, so ist eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Das hindert das Parlament und die Regierung nicht daran, im Oktober 2008 den Bundeswehreinsatz nicht nur zu verlängern, sondern auch zahlenmäßig aufzustocken. Sind es solche Werte, die in Afghanistan verteidigt werden?
Zweifellos leben wir in einer Demokratie! Sie ist aber verbesserungswürdig. Verbesserung, Weiterentwicklung und Verteidigung der Demokratie geschehen vorrangig im eigenen Land und nicht sonst irgendwo in der Welt, schon gar nicht in Afghanistan, wo sich bereits ganz andere Politiker und ihre Armeen verhoben haben.[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Kühlschrankprämie gegen Arktisschmelze
10/17/2008 08:53 AM
Alarm! Zur Abwechslung nimmt der Klimawandel Arktis mal wieder dramatische Ausmaße an. Die Temperaturen liegen dort zur Zeit so hoch wie noch nie zuvor im Herbst, melden Wissenschaftler. Folgen: Die Schmelze der Eisberge erreicht einen neuen Rekordwert, der Meeresspiegel steigt, die Zahl der Gänse nimmt zu. Wie aus dem dritten Arktisbericht von 46 Wissenschaftlern aus zehn Ländern hervorgeht, liegen die Temperaturen zurzeit um fünf Grad über dem Normalwert und damit so hoch wie nie zuvor im Herbst. Die Schmelze der Eisberge erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert, für dieses Jahr rechnen die Wissenschaftler mit dem zweithöchsten Wert seit Beginn der Messungen. So verlor die Eisdecke auf Grönland im vergangenen Jahr nach Angaben der Wissenschaftler ein Volumen von 101 Kubikkilometern.

Bei einem Gesamtvolumen von rund drei Millionen Kubikkilometern ging die Gesamteisfläche der Aktis damit schlagartig um 0,0033 Prozent zurück. Zum Vergleich: ein Mensch mit 75 Kilo Kilo Gewicht, dem ein Haar vom Kopf fällt, verliert dabei durchschnittlich 0,62 Prozent seiner Körpermasse - also etwa das Zweihundertfache des Eisverlustes der Arktis. Ginge die Eisschmelze im Norden in derselben Geschwindigkeit weiter, wäre die Arktis schon in 30.000 Jahren komplett eisfrei.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, als Eisbärenpate selbst Betroffener des Klimawandeln, hat dennoch umgehend auf die neuen Hiobsbotschaften aus dem Norden reagiert. Mit Fördermitteln will er die deutschen Haushalte bei der Anschaffung von Kühlschränken unterstützen. Vater Staat würde jedem 150 Euro spendieren, so Gabriel. Ziel ist es, durch die zusätzliche Kühlkraft eine weitere Aufheizung der Aktis und ein Abschmelzen von weiteren Eisflächen zu verhinden.[Link] [Cache]
Principiis Obsta: „68er Köpfe"
10/17/2008 07:51 AM
Fotogalerien Eine Ausstellung der Arbeiterfotografie Köln, von Portraits und Statements zu '68'

Von Christian Heinrici und der Arbeiterfotografie Köln

Sie sind ganz verschieden, die „68er Köpfe", so wie ihre Werdegänge und vielleicht auch die Beweggründe, die sie dazu gebracht haben, 1968, davor und danach, zu rebellieren, jede und jeder auf die ganz eigene Art. Die Portraitierten zeugen von der Vielfalt der Bewegung und davon, dass längst nicht jeder bei dem „Marsch durch die Institutionen" ebendort stecken geblieben ist. Mit ihrer Ausstellung legt die Arbeiterfotografie ein eindrucksvolles Dokument der Rebellion vor – damals wie heute.

In der Ausstellungshalle der Alten Feuerwache in Köln sind sie noch bis zum 19. Oktober zu sehen, die „68er Köpfe": Menschen die sich vor vierzig Jahren an den Schulen, Unis oder in den Betrieben politisiert haben und die nicht aufgehört haben zu kämpfen. Die Ausstellung zeigt großformatige Portraits und die 68er, von denen viele eine Verbindung zu Köln haben oder dort stadtbekannte Persönlichkeiten sind, in ihrer heutigen Umgebung, ihrem Aktionsfeld. In einem dokumentierten Fragenkatalog geben die Portraitierten Auskunft über ihre Motivationen, Aktivitäten, Ereignisse, die sie besonders geprägt haben, Ziele, Wirkung und Rezeption der 68er Jahre.

„68er Köpfe" hat ohne Zweifel zeitdokumentarischen Wert, doch die Fragen und die Antworten der Exponenten weisen in die Zukunft. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind sehr persönlich, kommen den Menschen nah – auch dem Betrachter: Sie bewegen, durch die Geschichte und die Geschichten, die sie erzählen, die Geschichte der menschlichen Emanzipation, die noch lange nicht zu Ende geschrieben ist. Die Ausstellung mit Fotografien von Anneliese Fikentscher, Senne Glanschneider, Hans-Dieter Hey, Andreas Neumann, Karin Richert und Gabriele Senft, hat auch der Kinder- und Enkelgeneration etwas zu sagen und wird hoffentlich noch in anderen Zusammenhängen zu sehen sein.

Die NRhZ zeigt in den kommenden Ausgaben weitere Fotografien der „68er Köpfe" sowie die Antworten aus dem Fragenkatalog – in dieser Ausgabe gibt es einen Vorgeschmack mit Auszügen aus der Biografie der Portraitierten:

Klaus Schmidt
„Der Kampf geht weiter – global"


Foto: Andreas Neumann

Klaus Schmidt, geboren 1935 in Reydt +++ Studium der Theologie, Geschichte und Soziologie +++ 1961/62 Antirassismus-Training unter Martin Luther King in den USA +++ 1965 Berufsschulpfarrer in Köln +++ 1969/70 Sprecher der „Aktion Kirchenreform" +++ 1970 Vorsitzender des „Republikanischen Clubs Köln" +++ trotz Widerstände der Kirchenleitung Wahl zum Studentenpfarrer in der Kölner Ev. Studentengemeinde +++ Begleitung von Günter Wallraff und seine Arbeit +++ Publikation zum Thema Christen und Sozialismus, gemeinsam mit Dorothee Sölle, Walter Dirks und Martin Stankowski +++ Aktionen für Nicaragua +++ Freundschaft mit dem ASTA-Auslandsreferenten Enrique Schmidt +++ Abwehr von Berufsverbotsversuchen +++ 1978 Pfarramt in Troisdorf (trotz sog. „Sympathisanten"-Verdächtigungen) +++ 1987/88 theologische Dozentur und Menschenrechtsarbeit auf den Philippinen +++ dort Inhaftierung durch das Militär (absurder Vorwurf: Beteiligung an Guerilla-Aktionen) +++ Freilassung nach wochenlangen Interventionen (durch Botschaft, Außenminister u.a.) +++ danach kontinuierliche Mitarbeit im Philippinenbüro +++ nach langjähriger Mitgliedschaft Austritt aus der Partei „Bündnis 90/Die Grünen" (insbesondere wegen Kosovo-Politik) +++ sechsjährige Unterstützung der „Kölner Klagemauer für Frieden und Völkerverständigung" +++ ab 1996 Rückbesinnung auf die demokratischen Wurzeln und Freiheitsbewegungen im eigenen Land: Publikationen über die Revolution 1848/49 in der preußischen Rheinprovinz.


Kurt Holl:
„Als Verliebtsein und Rebellieren eins waren"


Foto: Anneliese Fikentscher

Kurt Holl, geboren 1938 in Nördlingen +++ überlebt den Krieg auf dem Hof seiner Großeltern, umsorgt von zwei russischen Zwangsarbeitern +++ 1953 verschlägt es ihn nach Köln +++ hat während seiner Schulzeit Kontakt zur algerischen Befreiungsfront (FLN) +++ erhält 1959 während seines Theologiestudiums zum ersten Mal Besuch vom Verfassungsschutz +++ als die BRD nicht nur den Kolonialkrieg der Franzosen unterstützt, sondern auch den Vernichtungskrieg der USA gegen das vietnamesischeVolk, tritt er aus der SPD aus +++ Staatsexamen als Lehrer +++ kurzer Marsch durch die Institutionen, „Entfernung aus dem Schuldienst" nach 1968 als SDS-Mitglied (Begründung: „Herr Holl hat nicht die für einen Beamten notwendige charakterliche Eignung") +++ Versuch der Stadt, ihn durch „Pflichtarbeit" auf dem Melatenfriedhof zu „resozialisieren", misslingt: Verbot, den „Friedhof weiterhin zu betreten", er habe die anderen „Pflichtarbeiter" zum Streik aufgestachelt +++ bereitet einen Einbruch in das „EL-DE Haus" vor, in dessen Kellerräumen sich die Zellen des ehemaligen Gestapogefängnisses befinden, wo Tausende von Wandinschriften der Häftlinge einer „Renovierung" zum Opfer fallen sollen (lichtete in einer Nacht gemeinsam mit dem Fotografen Goni Huber 1200 Graffitis der Inhaftierten ab) +++ als er wieder Lehrer sein darf, fällt er unter die Zigeuner, die von der Wiese hinter seiner Schule vertrieben werden sollen, und versucht gemeinsam mit ihnen, die unverschämtesten Angriffe auf ihre Rechte abzuwehren +++ wenn er manchmal resignieren will, machen ihm seine Frau Hanne und seine Söhne Hannes und Benjamin wieder Mut.


Erasmus Schöfer
„Ein Frühling irrer Hoffnung"


Foto: Andreas Neumann

Erasmus Schöfer, geboren 1931 in Altlandsberg bei Berlin +++ studiert an den Universitäten in Berlin, Köln, Bonn und Freiburg im Breisgau Germanistik, Sprachwissenschaft und Philosophie, unterbrochen von einer dreijährigen Tätigkeit als Fabrikarbeiter in Berlin und Köln +++ 1960 Promotion zum Doktor der Philosophie +++ seit 1962 als freier Schriftsteller tätig +++ zieht 1965 nach München, wo er sich gegen die Notstandsgesetze und später in der Ostermarschbewegung engagiert +++ 1969 Mitgründer des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt", dessen Sprecher er bis 1973 ist und für den er zahlreiche Veröffentlichungen betreut +++ nachdem er einige Jahre auf den griechischen Inseln Patmos und Ithaka gelebt hat, wohnt er seit 1970 in Köln +++ ist seit 1970 Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller (zeitweise Bundesvorstand) und seit 1980 des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland +++ zwischen 2001 und 2008 erscheint die Sisyfos-Tetralogie, ein auf vier Bände angelegter Romanzyklus „Die Kinder des Sisyfos" über die deutsche und europäische Geschichte zwischen '68 und '89.



Maria Mies
„Unter dem Pflaster, da liegt das Land"


Foto: Anneliese Fikentscher

Maria Mies, geboren 1931 als Kind einer Bauernfamilie in der Eifel +++ kann als erstes Mädchen ihres Dorfes eine Höhere Schule besuchen +++ wird Lehrerin für Englisch und Deutsch, arbeitet von 1963 bis 1968 als Lektorin für Deutsch am Goethe-Institut in Puna, Indien +++ studiert Soziologie an der Universität Köln und wird dort von der Studentenbewegung stark beeinflusst +++ Professorin für Soziologie am Fachbereich für Sozialpädagogik an der FH Köln +++ gründet mit ihren Studentinnen 1976 das erste autonome Frauenhaus in Deutschland +++ ist bis heute eine Aktivistin und Theoretikerin der Internationalen Frauenbewegung +++ 1979-1982 Gastprofessur am Institute of Social Studies in Den Haag +++ untersucht die Zusammenhänge zwischen Patriarchat und Kapitalismus, engagiert sich in Ökologiebewegung, Friedensbewegung und Bewegung gegen Kolonialismus und kämpft seit 1997 aktiv gegen die neoliberale Politik und Privatisierung +++ Mitbegründerin der Bewegung gegen das MAI (Multilateral Agreement on Investment) +++ veröffentlicht Bücher wie „Frauen, die letzte Kolonie", „Patriarchat und Kapital", „Ökofeminismus", „Die Subsistenzperspektive", „Lizenz zum Plündern", „Globalisierung von unten", und „Krieg ohne Grenzen". 2008 ist ihre Biographie „Das Dorf und die Welt – Lebensgeschichten, Zeitgeschichten" erschienen.


Dieter Höss
„Ein Beginn hoffnungsvoller Zeiten"


Foto: Senne Glanschneider

Dieter Höss, geboren 1935 in Immenstadt im Allgäu +++ macht Abitur am Abendgymnasium in Köln +++ ist nach einer Ausbildung zum Grafiker über zehn Jahre selbständig in diesem Fach tätig +++ beginnt daneben, schriftstellerisch zu arbeiten +++ seine ersten satirischen Gedichte erscheinen im „Simplicissimus", danach regelmäßig Texte in „pardon", „Die Zeit", „stern", „Süddeutsche Zeitung", „Frankfurter Rundschau", „Kölner Stadt-Anzeiger", „Augsburger Allgemeine", „Nürnberger Nachrichten" uvm. sowie im Radio +++ veröffentlicht zahlreiche Bücher +++ erhält im Jahr 2000 in Siegburg den Rheinischen Literaturpreis für sein Lebenswerk +++ ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt als freier Autor in Köln.


Birgit Netschert
„Gegen alle Formen der Macht"


Foto: Hans-Dieter Hey

Birgit Netschert, geboren 1944 +++ herangewachsen im Jahrzehnt der Ideologie der „Sozialen Marktwirtschaft" und des Antikommunismus, der Entpolitisierung der Massen +++ Konsequenz: Einzelgängerin, Flucht ins Kulturstudium (Theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie) +++ 1968 Wissenschaftskritik, Basisgruppenarbeit „Wem nützt das, was wir lernen" +++ Ergebnis: Bruch mit der Perspektive bürgerlichen Kulturschaffens, Aufgabe: Kapitalismus als Herrschaftsform angreifen +++ 1970 Mitwirken in der Gruppe „Arbeiterkampf" (Ford von außen) +++ 1971-73: 4711, Betriebsarbeit in Frauenbetrieb +++ 1973-76 Frauenzentrum Ehrenfeld +++ 1976-77 Einzelkampf als Lehramtsanwärterin +++ 1977 Kampf in der „Nippeser Baggerwehr" gegen den Bau der Stadtautobahn +++ 1977-79 Hauptschullehrerin +++ 1979-80 „Exil" (Belgien, Frauenzentrum und kämpferische ArbeiterInnen-Kultur) +++ 1980 Besetzung von Stollwerck und Kartäuserwall, Frauenkneipe, Anti-Knast-Arbeit +++ ab 1981 Mitarbeit im „Kölner Volksblatt" +++ 1991 Hausbesetzungen Zülpicher Wall und Kartäuserwall +++ Mitarbeit im Selbsthilfe-Kollektiv Anti-Knast-Werkstatt +++ 1992 Gründung der Mitmachzeitung „von unge" – seit 1998 unter dem Titel „kumm erus".


Werner Rügemer
„Nochmal, aber besser!"


Foto: Anneliese Fikentscher

Werner Rügemer, geboren 1941 in Amberg +++ studiert in München, Tübingen, Berlin, Paris, Bonn +++ aktiv in „Marxistischer Studentenbund Spartakus" und Studentenparlament Bonn +++ Promotion an der (damaligen) Reformuniversität Bremen zu „Philosophische Anthropologie und Epochenkrise" +++ 1975-1989 Redakteur von „Demokratische Erziehung" (Pahl-Rugenstein Verlag) +++ Publizist und Lehrbeauftragter an der Universität zu Köln +++ Vorsitzender von „Business Crime Control" +++ Politische Stadtführungen durch Köln +++ Einige Veröffentlichungen: Letzte Bücher: „Colonia Corrupta" (2002), „Cross Border Leasing. Lehrstück zur Enteignung der Städte" (2004), „Die Berater" (2004), „Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred von Oppenheim" (2006), „Heuschrecken im öffentlichen Raum. Public Private Partnership" (2008) +++ zahlreiche Verleumdungsklagen durch Unternehmen und Politiker +++ Veranstaltungsverbot in der Kölner VHS und allen städtischen Räumen wegen „Colonia Corrupta" +++ drei Journalistenpreise +++ durch Gerichtsurteil Aushändigung des aberkannten Preises des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) +++ ausgezeichnet mit dem Kölner Karls-Preis 2008 der Neuen Rheinischen Zeitung +++
www.werner-ruegemer.de


Wolfgang Bittner
„Gegen latenten Faschismus, für demokratische Verhältnisse"


Foto: Andreas Neumann

Wolfgang Bittner, geboren 1941 in Gleiwitz +++ lebt als freier Schriftsteller in Köln +++ der promovierte Jurist schreibt für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen und ist Mitglied im PEN +++ Mitarbeit bei Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen; Lehrtätigkeit im In- und Ausland +++ von ihm erscheinen mehr als 60 Bücher, u.a. die Romane „Niemandsland", „Narrengold" und „Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben" (siehe auch diese Ausgabe der NRhZ) – ein, wie Martin Walser sagte, „exemplarischer Entwicklungsroman" vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders und der Studentenrevolte, sowie der Erzählband „Das andere Leben" und das Sachbuch „Beruf: Schriftsteller" +++ www.wolfgangbittner.de


Walter Herrmann
„Nicht den Weg des geringsten Widerstands gehen"


Foto: Anneliese Fikentscher

Walter Herrmann, geboren 1939 in Würzburg +++ lebt seit 1967 in Köln +++ von Beruf Lehrer +++ 1968 Mitwirkung beim Aufbau der Sozialistischen Selbsthilfe Köln (SSK) +++ Engagement für das autonome Kulturzentrum Stollwerck und die Bäume am Kaiser-Wilhelm-Ring (Platania) +++ 1. Klagemauer: Protest gegen das Abholzen von Platania +++ 2. Klagemauer: zur Wohnungsnot, in der Schildergasse +++ 3. Klagemauer: für Frieden und Völkerverständigung, auf der Domplatte (seit Beginn des Golfkriegs 1991) – gegen den Widerstand von Stadt und Kirche, in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen (2008 zu den Themen Hiroshima/Nagasaki und Israel/Palästina) +++ „Klagemauer-Gastspiele" in Bonn, Koblenz, Leipzig, Amsterdam, Aachen, Berlin, Mainz +++ 2001 Engagement gegen die Veräußerung der Flora/Botanischer Garten an die „Zoo AG" +++ 2003 Engagement gegen die Veräußerung der GAG- und Grubo-Wohnungen an eine auswärtige Heuschrecke.


Lothar Gothe
„1968: notwendige Revolte – unvollendet"


Foto: Anneliese Fikentscher

Lothar Gothe, geboren 1944 im Oberbergischen +++ katholische Dorfvolksschule +++ Aufbaugymnasium, 1963 Abitur, Studium in Köln (Germanistik, Philosophie, politische Wissenschaften) +++ 1967 politische Happenings an der Uni +++ 1968 Aktionen im antiautoritären SDS (Rektoratsbesetzung/Barrikade u.a.) +++ Studium nach acht Semestern abgebrochen +++ später Examen als Sozialarbeiter +++ 1969 Wohngemeinschaft Salierring 41 +++ dort entsteht 1969/70 der SSK (Sozialistische Selbsthilfe Köln) +++ 1970 Familiengründung (drei Kinder) +++ leben, arbeiten und kämpfen im SSK +++ Versuch eine Utopie zu leben +++ 1986: Tschernobylschock +++ aus dem SSK heraus entstehen zwei ökosoziale Projekte im Bergischen Land (Subsistenzbauernhof/neuartige Kompostieranlage für Küchenabfälle) +++ erfolgreiche Aktionen mit attac gegen grüne Gentechnik, cross-border-leasing-Projekt u.a.


Ellen Diederich
„Wir werden die Welt verändern"


Foto: Anneliese Fikentscher

Ellen Diederich, geboren 1944 in Dortmund +++ seit 1961 Beteiligung an Aktionen der Friedens-, der Frauenbewegung, gegen Herrschaftsstrukturen, Krieg und Gewalt, konzerngesteuerte Globalisierung, Privatisierungspläne und Liberalisierung +++ vor und 1968 Beteiligung an der Kampagne gegen die Notstandsgesetze, nach dem Attentat auf Rudi Dutschke an den Aktionen gegen den Springer Verlag, Mitwirkung im Republikanischen Club in Dortmund +++ Beteiligung an allen Festivals auf der Burg Waldeck +++ Solidaritätsarbeit gegen Krieg und Gewalt in El Salvador, Chiapas, Bosnien, Nordirland, USA, Kanada, China, Nairobi, Marokko und in vielen europäischen Ländern gegen Atomwaffen und Rüstung +++ Organisation von Friedensmärschen und dem Frauenfriedensbus +++ Schaffung von Foren, in denen Frauen aus sogenannten Feindesländern miteinander in Dialog treten +++ Herstellung von Öffentlichkeit durch Veranstaltungen, Rundfunkarbeit, Bücher, Zeitungen, Fotoausstellungen und Filme, neben den obigen Themen auch zu Globalisierung, Erwerbslosigkeit, Kindererziehung +++ betreibt das Internationale Frauenfriedensarchiv Fasia Jansen in Oberhausen.


Hans-Günther Obermaier
„Ablehnung von Obrigkeit, aller Ismen und Zwänge"


Foto: Senne Glanschneider

Hans-Günther Obermaier, geboren 1943 in Oberbayern +++ 1955 Umzug nach Bottrop +++ 1961, nach der mittleren Reife, Lehrzeit bei einem Dekorationsmaler +++ in Essen Studien an der Folkwangschule in Bildhauerei und Grafik +++ seit 1967 verheiratet, lebt und arbeitet in Köln +++ seit 1974 als freischaffender Maler und Bildhauer tätig +++ es entstehen politische Gemälde und Objekte, insbesondere zum Thema Ökologie +++ 1975 Max-Ernst-Preis der Stadt Brühl +++ 1976 bis 1987 öffentliche und private Aufträge für große Wandbilder in Köln, Brühl, Wuppertal, Münster, Dortmund +++ seit 1988 nur noch Skulpturen in Holz und Bronze in zahlreichen Ausstellungen und im öffentlichen Raum


Klaus der Geiger
„Nein! Wir woll'n nicht Eure Welt!"


Foto: Senne Glanschneider

Klaus der Geiger, geboren 1940 als Klaus von Wrochem +++ lebt anfangs ein relativ normales bürgerliches Leben trotz Aufwachsens in Kriegs- und Nachkriegszeiten (Erzgebirge und Berlin) +++ geht 1960 zum studieren nach Köln an die Musikhochschule +++ heiratet 1965 +++ verdient das Geld als Aushilfs-Geiger in diversen Sinfonie-Orchestern und im WDR und versucht sich auch als moderner Komponist +++ in dieser Funktion geht er in die USA (Buffalo, N.Y. und San Diego, California) +++ wird durch Vietnam-Krieg und Hippie-Kultur geprägt – nach seiner Rückkehr 1970 Kommunarde und Straßenmusiker, wird als „Klaus der Geiger" („Asphalt-Paganini") auch bundesweit bekannt, zumal er bei fast jeder größeren links-politischen Aktion angefordert wird +++ leitet neben zahlreichen Konzerten mit verschiedenen Formationen das Orchester des Kölner Kunstsalons, gibt Kurse in Improvisation (u.a. LAG Musik NRW, Musikschule Papageno, Festival Vielsaitig).


Gisela Kochs
„Kapitalismus ist überall – und überall muss Widerstand geleistet werden"


Foto: Senne Glanschneider

Gisela Kochs, geboren 1938 in Osnabrück +++ diverse soziale Praktika u.a. in England und in der Schweiz +++ 1960 Studium christlicher Sozialwissenschaften in Münster, Soziologie in Frankfurt +++ Diplomarbeit über Revolution, Religion und Armut in Frankreich +++ 1968 Abschluss in besetzter Uni +++ 1969 Mitwirken am „Politischen Nachtgebet" in Köln zu den Themen Randgruppen und Frieden +++ 1970 Stelle in der alternativen Obdachlosenarbeit (Ökumenischer Verein) +++ 1972 Kündigung des gesamten Teams wegen Besetzungen in Obdachlosensiedlungen +++ 1973 Stelle in der evangelischen Gemeinde Köln-Mülheim +++ Aufbau erfolgreicher Stadtteilarbeit „Mülheimer Selbsthilfe Teestube e.V." +++ 1976 Kündigung, Weiterarbeit unter anderer Trägerschaft +++ 1980 Besetzung einer Tankstelle in Köln-Mülheim als Straßencafé +++ 1990 „Durchkämpfen der MÜTZE" auf besetztem Gelände (Bürgerzentrum in Köln-Mülheim) +++ Ab Mitte der 90er Jahre private Pflege der Mutter und teilweise Rückzug aus der „MÜTZE" +++ Friedensarbeit und Unterstützung der Klagemauer für Frieden und Völkerverständigung.


Gunter Demnig
„Wachgerüttelt"


Foto: Karin Richert

Gunter Demnig, geboren 1947 in Berlin +++ ab 1967 Studium Kunstpädagogik, HfbK Berlin bei Prof. Herbert Kaufmann +++ 1969-1970 Studium „Industrial Design", HfbK Berlin +++ ab 1971 Studium Kunstpädagogik, Kunstakademie/GhK Kassel +++ 1974 Erstes Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien +++ 1974-1977 Studium Freie Kunst, Universität Kassel, FB Kunst, Atelier Kramer +++ 1977-1979 Denkmalsanierung; Planung, Bauleitung, Ausführung +++ 1980-1985 künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im FB Kunst, Universität Kassel +++ ab 1985 Atelier in Köln +++ seit 1987 Mitglied im Internationalen Künstlergremium +++ 1990 erste Aktion zur Erinnerung an die Deportation von Sinti und Roma aus Köln im Jahre 1940 +++ 1993 Entwurf zum Projekt STOLPERSTEINE (Erinnerung an die während des NS-Zeit aus ihren Wohnungen Deportierten) +++ 1997 erste Stolperstein-Verlegung in Berlin-Kreuzberg (nicht genehmigt; später legalisiert) +++ ab 2000 STOLPERSTEINE in ganz Deutschland.


Eusebius Wirdeier
„Es sieht ganz so aus, als wärst Du frei..."


Foto: Hans-Dieter Hey

Eusebius Wirdeier, geboren 1950 in Dormagen +++ 1967-1973 Kunststudium an den Kölner Werkschulen/FH Kunst und Design im Fachbereich Kunst und Design +++ seit 1968 Einzel- und Gruppenausstellungen, Fotoprojekte, Editionen und Bücher, so wie 1990 Buch und Ausstellung „kölsch? – Heimatphotographie", 1991 Ausstellung und Buchgestaltung „Trotzdem Alaaf! – Kölner Rosenmontag zum Golfkrieg", 1996 Buch mit Wolfgang Niedecken „noh un noh – Texte und Fotografien aus Köln", 1998 Gestaltung und Herstellung des Bildtextbandes „1968 am Rhein – Satisfaction und Ruhender Verkehr" +++ lebt in Köln und beschäftigt sich fotografierend mit Alltag und öffentlichem Raum im Rheinland +++ arbeitet als Gestalter, Herausgeber und Kurator.


Rainer Kippe
„1968: Die erste Revolution, die nicht gescheitert ist"


Foto: Anneliese Fikentscher

Rainer Kippe, geboren 1944 +++ diplomierter Sozialarbeiter +++ gehört 1968 zum antiautoritären Flügel des Kölner SDS +++ ist 1969 beteiligt am Versuch, Funktionäre der „Kölner Studenten Union" daran zu hindern, an der Rektorwahl teilzunehmen +++ verlässt 1969 die Kölner Universität und entscheidet sich für ein Leben mit ausgestoßenen Jugendlichen +++ gründet mit dem Journalisten Jens Hagen, der Malerin Dorothee Joachim, Lothar Gothe u.a. die Underground-Zeitung „Ana et Bela", die zur Kontaktadresse für viele der mehr als 1000 illegal in Köln lebenden Jugendlichen wird +++ die Sozialistische Selbsthilfe Köln (SSK) entsteht – zunächst unter dem Namen „Sozialpädagogische Sondermaßnahme Köln" +++ beteiligt sich 1979 an der Besetzung einer alten Schnapsbrennerei in Köln-Mülheim +++ wird Mitbegründer der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim (SSM), die in der alten Fabrik eine integrative Arbeit mit Behinderten und eingeschränkt arbeitsfähigen Menschen aufbaut (1993 langfristiger und günstiger Mietvertrag mit der Stadt Köln).


Norman Paech
„1968: Die Entrümpelung der Republik"


Foto: Gabriele Senft

Norman Paech, geboren 1938 in Bremerhaven +++ 1957-1959 Studien der Geschichte und des Rechts an den Universitäten Tübingen, München und Paris +++ 1959-1962 Jura-Studium an der Universität Hamburg +++ 1962-1965 Dissertation über ein Thema im Bereich Arbeits- und Öffentliches Recht +++ 1967-1968 Zusatzstudium am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik Berlin +++ 1968-1972 tätig im Bundesministerium für Wirtschaftliche Entwicklung in Bonn +++ 1972-1974 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) in Hamburg +++ 1969 Eintritt in die SPD +++ 1972-1973 Mitglied im Juso-Landesvorstand Hamburg +++ 1975-1982 Professor für Politische Wissenschaft an der Einstufigen Juristenausbildung der Universität Hamburg +++ 1982-2003 für öffentliches Recht an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg +++ Mitglied der „Vereinigung demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler", der „Freundschaftsgesellschaft Vietnam-BRD", im Wissenschaftlichen Beirat der IALANA und bei IPPNW, Attac und im Auschwitz Komitee +++ 1977-1986 Vorsitzender der Vereinigung demokratischer Juristen in der BRD +++ 2001 Austritt aus der SPD +++ 2007 Eintritt in die Partei DIE LINKE +++ seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages +++ außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.


„68er Köpfe"
Portraits mit Statements zur 68er Bewegung
Ausstellung der Arbeiterfotografie Köln
5. bis 19. Oktober 2008
in der Ausstellungshalle Alte Feuerwache
Melchiorstraße 3, 50670 Köln
Öffnungszeiten: mi./do. 19-21 Uhr
Sa. 11-14 Uhr und nach Vereinbahrung
(CH)

Online-Flyer Nr. 167 vom 08.10.2008




Quelle: NRhZ[Link] [Cache]
Duckhome: Obsession - nur eine Baustelle von vielen
10/17/2008 06:53 AM
Auch etablierte US-Medien berichten mittlerweile über die Kampagne. Die steht allerdings nicht im luftleeren Rum, sondern hat einige Vorläufer, z.B. die Kampagne zur Etablierung des Wortes "Islamofaschismus". Der funktioniert dann so: die Araber haben im 2. Weltkrieg mit den Nazis rumgemacht und es gab "Hitlers Mufti" und heute ist das genauso. Ganz wesentlich lanciert wurde der Begriff von Daniel Pipes, weiter benutzt von den üblichen Verdächtigen - in den USA und hier: von der Neoconnerie iner- und ausserhalb der Bush-Administration. Im letzten Jahr wurde vom "conservative pundit" David Horowitz (auf den wir unten noch zurückkommen) die "Islamofascism Awareness Week" lanciert, um, besonders an den Universitäten, auf den Begriff einzuschwören. Mehr als 100 Universitäten wurden mit Veranstaltungen beglückt.
Auch die WELT versuchte, den Begriff in die deutsche Debatte einzubringen, wozu Alan Posener wieder mal Christopher Hitchens übersetzte.





Joe Lieberman Daniel Pipes


Die üblichen Blogs der "smearcasters" (s.u.) versuchten, die "Woche zu hypen, wie hier - als eines der Flagschiffe - Michelle Malkin - auf unser deutschen Freunde einzugehen, erspare ich mir - mit einer Ausnahme:



Bei der "Terrorwerbung auf PI", siehe dazu die erhellenden Artikel von Stefan Niggemeier hier und hier, wird das Motiv ebenfalls ausgereizt. Nun wollen wir keinesfalls den "konservativen Denken" eine Nähe zur von PI beworbenen JTF unterstellen, doch die aktuelle Stoßrichtung ist klar; die anti-muslimische Kampagne, die im letzten Jahr noch ein Selbstzweck zu sein schien, zielt in diesem Jahr gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama.
[Eines sei hier noch am Rande erwähnt: dazu gehört auch, daß man jegliche Aktivität von Muslimen gegen "muslimischen" Extremismus konsequent totschweigt.

Mittlerweile berichtet auch CNN über die Funktion dieses Anti-Islam-Spins als Wahlkampfhilfe für McCain in den Swing States:

Embedded video from CNN Video


CNN stellt heraus:
Because a number of Americans still believe, incorrectly, that Democratic presidential candidate Sen. Barack Obama is a Muslim, political observers said they believe the DVD plays directly into that misperception.


und berichtet ebenfalls über die Aktivitäten von CAIR, die wir hier dokumentiert haben, und auch darüber, daß die DVD-Verteilung (einige Zeitungen haben sich übrigens geweigert) ein Rohrkrepierer war:



Doch es gibt noch andere, die sich an der Obsession-Kampagne nicht beteiligt haben, aber ansonsten schon ihr Scherflein beitragen: die Smearcasters - das "Dreckige Dutzend" der Islamophobie:



Allerdings gibt es hier auch Schnittmengen zu den beiden oben erwähnten Kampagnen: Daniel Pipes, Robert Spencer und David Horowitz, ex-Trotzkist wie Christopher Hitchens. Die englischen Wikipedia-Einträge lohnen sich und es lohnt sich auch, den Links nachzugehen.

Auf die smearcaster (Dreckschleudern) werde ich sicherlich noch zurückkommen. Zunächst gilt es aber, den letztes Jahr so massiv gehypten Begriff Islamofaschismus nochmals unter die Lupe zu nehmen.

Ende August 2006 veröffentlichte das renommierte Flagschiff der linken US-Medien, The Nation, einen Artikel der bekannten Journalistin Katha Pollitt: Wrong War Wrong Word. Den hatte ich damals für mein BigBerta-Blog -übersetzt - in der TAZ - erschien er auch. Das hier ist meine Version mit einem Teil der Kommentare, sowie weiteren Artikeln:

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Hast Du die Sprache, so hast Du die Debatte.


Kontrollierst Du die Sprache, kontrollierst du die Debatte. Da die Nahostpolitik der Bush-Administration in einer immer blutigeren Zusammenhanglosigkeit versinkt, bekam der "Krieg gegen den Terror" eine lingusistische Auffrischung. Das wurde dann "der Krieg gegen den Islamofaschismus". Dieser Begriff kreist schon seit 1990, als der Historiker und Autor Malise Ruthven den Begriff "Islamofaschismus" im Londoner "Independent" benutzte, um autoritäre Regierungen der islamischen Welt zu beschreiben. Nach dem 11. September schnappten ihn Neocons und bellizistische Bescheidwisser (prowar pundits) auf, einschließlich Stephen Schwartz im Spectator und Christopher Hitchens in diesem Magazin, um damit einen breiten Schwaden von Muslim bad guys zu beschreiben, angefangen von Osama bin Laden bis hin zu den Mullahs im Iran.

Der Begriff kam diesen August in den Mainstream, als Bush sich auf die kürzlich in Großbritannien vereitelten Selbstmordanschläge bezog, die er als "starke Mahnung. daß diese Nation sich im Krieg mit islamischen Faschisten befindet". Joe Lieberman (ex-Demokrat und jetziger McCain-Unterstützer.BB) vergleicht den Krieg im Irak mit "dem Spanischen Bürgerkrieg, der ein Vorbote war von dem, was noch kommen würde". Der Schwenk weg vom "Krieg" gegen den Terror" kam für die Sprechpuristen, die Probleme hatten, gegen eine Taktik Krieg zu führen, keinen Moment zu früh. Und nicht zu reden von jenen, die fragten, wenn denn der Terrorismus das Problem, warum der Einmarsch in den Iran die Lösung sei. (Aus einer Pressekonferenz des Präsidenten am 21. August: Frage: "Aber was hat der Irak mit dem 11. September zu tun?" - antwort: "Nichts." Nun sagt er's.

Und was ist falsch mit "Islamo-Faschismus"? Für Anfänger: es ist eine schreckliche historische Analogie: Italienischer Faschismus, Deutscher Nationalsozialismus und andere europäische faschistische Bewegungen der zwanziger und dreißiger Jahre waren nationalistisch und säkular, fest verbunden mit dem internationalen Kapital und darauf gerichtet, machtvolle, allumfassende Staaten zu schaffen, die auf der Höhe ihrer Zeit waren. Einige ihrer Insignien mögen anti-modern gewesen sein, wie Mussolinis Rückschau auf das alte Rom und die Faszination der Nazis für nordische Mythologie und anderen Wagner-Quatsch - doch der grundlegende Impetus war modern, bürokratisch und rational. Man würde keinen faschistischen Führer finden, der die Bibel zu Rate zieht, um auszuknobeln, wie er das Bankensystem, die Frauenmode oder das Strafrecht organisiert. Sogar der faschistische Antisemistismus war "wissenschaftlich". Das "Problem" war die angebliche, angeblich genetisch bedingte Minderwertigkeit und Andersartigkeit der Juden, die unzählige Biologen, Anthropologen und Mediziner "beweisen" sollten - und nicht etwa, daß die Juden Christus ermordet hätten oder einem falschen Glauben anhingen. Nennt mich einen Pedanten, doch, wäre es nur aus dem Grunde, uns zu erinnern, daß die schlimmsten Barbareien der modernen Zeit von den modernsten Menschen begangen wurden, so wäre es mir wert, den Begriff "Faschismus" als Begriff mit einem speziellen historischen Gehalt zu bewahren.

Zweitens - und wichtiger: "Islamofaschismus" verschmilzt viele verschiedene und und ungleiche Staaten, Bewegungen und Organisationen miteinander, als ob sie, wie seinerzeit die Faschisten, alles das gleiche Ziel hätten und alle gemeinsam daran arbeiteten, es zu erreichen. Neocons nannten Saddam Hussein und die syrischen Baathisten "Islamofaschisten", doch diese relativ säkularen nationalistischen Tyrannen haben nichts gemeinsam mit der staatenlosen, fundamentalistischen Schattenmacht namens Al Qaida - wie mittlerweile sogar Bush zugibt - und die Taliban, die das Land ins siebte Jahrhundert zurückführen wollten, gleichen dem Iran nicht, der verschieden ist (und manchmal weniger repressiv) als Saudi-Arabien - uuups, unser großer Alliierter im Nahen Osten! Wer sind denn die "Islamo-Faschisten" in Saudi-Arabien - das gegenwärtige Regime oder seine religiös-fanatischen Gegner?

Es war die aktuell existierende Regierung, die von den USA unterstützt wurde, unter der Schülerinnen in ihre brennende Schule zurückgetrieben wurden und man ihnen verwehrte, unverschleiert den Flammen zu entkommen. Unter dieser Regierung werden Menschen ausgepeitscht und geköpft, dürfen Frauen nicht wählen und kein Fahrzeug führen und der Dress-Code wird von Staats wegen gewaltsam erzwungen. Der Wahhabismus, dieses "islamofaschistische" Bekenntnis wird um die Welt exportiert.

"Islamofaschismus" sieht aus wie ein analytischer Begriff, ist aber ein emotionaler, der uns dazu bringt, weniger zu denken und mehr zu fürchten. er präsentiert und die verwirrende Politik der muslimischen Welt als simples "wir" gegen "die", mit dem Krieg als letzendlich einziger Antwort, und mit Hitler.

Wenn Sie einen Zweifel daran haben, daß jeder britische Muslim unter dreissig bereit ist, sich für Allah in die Luft zu sprengen, oder daß das Zerreissen unserer Verfassung der Weg ist, uns vor Selbstmordbombern zu schützen, wenn Sie meinen, Hamas wäre weniger populär, wenn die Palästinenser nicht so arm dran wären, werden Sie auf Neville Chamberlain (und das Wort vom appeasement, BB) zurückgeworfen, während Bush FDR spielt, Franklin Delano Roosevelt, (den US-Präsidenten währen des "Zweiten Weltkrieges" BB). "Islamofaschismus" rettet die Neocons vor einer herben Verurteilung des Einmarsches in den Irak, der ja angeblich ("ein Kinderspiel...Rosen... Leckerchen...Chalabi") war, indem sie das heraufziehende Debakel zur Randnotiz einer wesentlich größeren Geschichte machten, nämlich der von den bösen Verrückten, die die Grüne Fahne des islam über den Hauptstädten des Westens hissen wollen.

Plötzlich ist es bloß ein Detail, daß Saddam mit dem 11. September nichts zu tun hatte, daß er keine Massenvernichtungswaffen hatte, daß er überhaupt nicht bereit war, die Vereinigten Staaten oder Israel anzugreifen - er hasste die Freiheit, und das reichte. Es macht auch nichts, daß die irakischen Sunniten und Schiiten offenbar weniger daran interessiert sind, sich gegenseitig umzubringen, als die Ummah zu einen. (Ummah, die islamische Gemeinschaft, Gegenbegriff zu "Nation". BB) Mit etwas Glück sind wir dann so verängstigt, daß wir die andere Seite nicht mehr anhören wollen, ist sie doch eindrucksvoll im Irrtum bezüglich der größten politisch-miltärischen Initiative der letzten 30 Jahre und ihre Kahlköpfe werden viele weitere Nächte auf unseren Fernsehschirmen leuchten. Auf nach Teheran.

Es bleibt abzuwarten, ob "Islamofaschismus" die linksliberalen Security Moms zurückgewinnen wird, die 2004 für Bush gestimmt haben, , seit kurzem aber im Lager der Demokraten sind.

[Mittlerweile ist das beantwortet. Security Moms, so wurde seinerzeit gesagt, seien das, was aus den "soccer moms" geworden sei. Soccer oder hockey mom ist das, was Frau Palin zu sein behauptet. Aber die scheinen den Republikanern davongelaufen zu sein:
Republicans Losing The 'Security Moms'

By Jim VandeHei
Washington Post Staff Writer
Friday, August 18, 2006; Page A01

CLINTONVILLE, Ohio, Aug. 17 -- Married women with children, the "security moms" whose concerns about terrorism made them an essential part of Republican victories in 2002 and 2004, are taking flight from GOP politicians this year in ways that appear likely to provide a major boost for Democrats in the midterm elections, according to polls and interviews.

This critical group of swing voters -- who are an especially significant factor in many of the most competitive suburban districts on which control of Congress will hinge -- is more inclined to vote Democratic than at any point since Sept. 11, 2001, according to data compiled for The Washington Post by the Pew Research Center.


Womit wir wieder die typischen DVD-Adressaten hätten... aber weiter im Text]

Wie ich zum Beispiel geschrieben habe, hat die New York Times eine Seite "offener Briefe" von der Al Kharafi Gruppe, einer gigantischen kuwaitischen Baufirma, veröffentlicht, die dazu schrieb:

Wir denken, hier liegt eine falsche Begriffsbestimmung vor - wer verdient es, 'Faschist' genannt zu werden?


"Islamofaschismus" macht ohne Sinn auch noch die zusammenschmelzende Gruppe von Muslimen wütend, die uns noch nicht hassen. Zur gleichen Zeit vernebelt es eine Menge von Situationen mit Ideologie: Libanon, Palästina, Sprengstoffattentate auf Flugzeuge und (U-)Bahnen, Afghanistan, Irak - wir müssen dringend klar sehen und diese Themen mit der nötigen Aufmerksamkeit behandeln.

Kein Wunder, daß die, die uns das Desaster im Irak eingebrockt haben, auf den Begriff so stolz sind.

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Diesen Begriff kritisierte der israelische Historiker Moshe Zuckerman in einem auf Telepolis veröffentlichten Interview, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Titel:
"Der islamistische Fundamentalismus hat mit Faschismus nichts zu tun"


Zur Person von Moshe Zuckermann:
Moshe Zuckermann wurde 1949 in Tel Aviv geboren. Mit seiner Familie kam er 1960 nach Deutschland und kehrte 1970 nach Israel zurück. Zuckermann Leiter des Instituts für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv. Seit langem setzt er sich für den Friedensprozess mit den Palästinensern ein und ist ein scharfer Kritiker der israelischen Politik. Veröffentlichungen u.a.: Israel – Deutschland – Israel. Reflexionen eines Heimatlosen (2006); Zweierlei Israel (2003); Gedenken und Kulturindustrie (1999); Zweierlei Holocaust (1998).


Auch der Spiegelfechter hat seinerzeit einen Artikel verfasst, der heute noch lesenswert ist:

Islamo-Faschismus oder "Wer Faschist ist bestimmen wir"
Neue Formeln müssen her

...Dafür musste von den Falken in Washington und Tel-Aviv ein Kampfbegriff gefunden werden, der möglichst aggressiv-hegemonial ausgeschlachtet werden kann. Gefunden wurde die Formel "Krieg der Demokratie gegen den Islamo-Faschismus", einer Neuauflage des "Kampf der Kulturen", den Samuel Huntigton einst selbsterfüllend prophezeite. In Deutschland wurde dieser Begriff durch Josef Joffe in seinem Leitartikel „Islamo-Faschismus" in der ZEIT vom 18. März 2004 aus der Taufe gehoben. Ein solch „feiner" kulturkämpferischer Terminus wurde natürlich neben der dem American Enterprise Institute zugehörigen Ayaan Hirsi Ali, eine Holländerin, somalischen Ursprungs, auch von den islamophoben und philosemitischen Auguren Henryk Broder und Leon der Winter mit Begeisterung aufgenommen und weiterverbreitet. Konnte doch so der moralisch-stringente Schluss gezogen werden, das es wieder die „Faschisten" sind, die die Existenz der Juden und die Demokratie bedrohen. Das „Faschistenhütchen" wurde dem Islam übergestülpt. Mit Freude wurde vom Jerusalemer Großmufti Mohammed Amin al-Husseini berichtet, der im zweiten Weltkrieg mit den Nazis sympathisierte. Gerade so, als wären Leute wie Charles Edward Coughlin oder Oswald Mosley nur Hirngespinste von Feinden der Demokratie und die National Union for Social Justice eine gänzlich unamerikanische Abart des „friedliebenden" Garanten der Freiheit.

[Wobei ich mich natürlich, was Henryk Broder und Leon de Winter betrifft, von dem Begriff "islamo phob" distanziere und ehrlichen Herzens erkläre, daß ich nicht davon ausgehe, daß die Beiden Angst vor dem Islam haben. - Daß ich den Artikel lesenwert finde, bedeutet natürlich nicht, daß ich mir Ausagen, die ggf. justiziable sind, "zu eigen mache", sondern mich im Gegenteil davon distanziere. Gleichs gilt sinngemäß für alle weiteren hier von mir herangezogenen Artikel...]

Es gibt eine Menge weiterer ausgefeilter Widerlegungen im Netz, was die Macher von Obsession (in dem ja ein ehemaliger Hj-Führer als "Faschismus-Experte" auftritt (!!!), die Smearcasters und die ganze Szene nicht daran hindert, diese Karte weiter zu ziehen. Daß man sich mit Ignazio Silone eines Stichwortgebers bedient, der - angeblich Linker - den Faschisten als Spion diente, passt da nur ins Bild. Weitere Quellen dazu: (1) , (2) , (3) .
Und jetzt ist der Begriff wichtig, weil man so den Kampf gegen Obama als antifaschistische Tat tarnen kann - als Rassismus der guten Sache. Und es gibt Deutsche, die haben dafür Verständnis.

wird fortgesetzt





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Duckhome: Moschee Heinersdorf - es ist vollbracht...
10/17/2008 06:53 AM
Gestern haben wir ja schon über den Sachstand am Vorabend berichtet. rbb berichtet, es seien 300 Gäste zum Feiern gekommen und 100 hätten gegen die Moschee demonstriert, die TAZ hat 50 Gegendemonstranten gezählt, die Antifa Pankow ebenfalls 150, auch n-tv kam auf 150 und PI muß zum Aufwärmen zuviel Grog getrunken haben, denn dort wurden 350 Gegendemonstranten gezählt, wobei man allerdings einräumen muß, daß auch der Focus und AP die Zahl 300 vermeldeten. Wenn man einmal annimmt, daß es wirklich 300 Demonstranten waren und die in Beziehung setzt zur realen Einwohnerzahl, dann wären das 4,56% gewesen. Da aber sicherlich eine Menge "Reisekader" dabei waren und es möglicherweise doch eine geringere Zahl war, dürfte auch der Anteil der Heinersdorfer Moscheegegmer geringer sein, die Polizei hat 160 gezählt.

Übrigens beeindruckte PI ansonsten durch Sparsamkeit: es wurde ein uns aus der erfolgreichen Antiislamisierung-Veranstaltung am 19. und 20.September bekanntes Poster recycelt - man kann übrigens sicher sein, daß das auch in Köln wieder zum Einsatz kommen wird - mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten.



Hier ist erstmal das historische Transparent.

Hier im Video ist das Transparent im Einsatz.

Eine der VordenkerInnen des Protests war - wie auch in dem gestern eingebundenen Video zu sehen - Dr. Hiltrud Schroeter. Hier ist ihr weblog. Selbsterklärend. Wie aus der seitlichen Bande ersichtlich ist, fühlt sich Frau Schroeter nicht nur für die Berliner Moschee zuständig...


Was die Ahmadis betrifft: es gibt innerislamisch erhebliche theologische Streitigkeiten, zu denen ich hier keine Stellung beziehen will. Sie sind übrigens auch in sich gespalten.
Der politische Hauptvorwurf:
Ein oft (besonders in Pakistan/Indien) erhobener Vorwurf ist, dass die Ahmadiyya von den Briten gepflanzt sei.[53] Der Hintergrund ist hierbei, dass im indischen Befreiungskampf verschiedene islamische Gruppen zum Dschihad gegen die Engländer aufriefen, während Mirza Ghulam Ahmad dies ablehnte mit der Begründung, solange die Engländer die Religionsfreiheit garantieren würden, sei ein Dschihad nicht zulässig. Die Ahmadiyya wurde daraufhin von islamischen Extremisten als Verräter eingestuft.

Die Ahmadis haben die erste Moschee überhaupt auf deutschem Boden (sieht man von der Moschee im Kriegsgefangenenlager Wünstorf ab) gebaut, die Wilmersdorfer Moschee, die allerdings seit 2007 geschlossen ist, da man wohl mit den zur Verfügung stehenden Mitteln der Kriegsschäden niemals Herr geworden ist. Desweiteren haben sie die erste von Muslimen gemachte Übersetzung des Koran ins Deutsche besorgt.
Interessant ist im Zusammenhang mit der Moschee nur folgendes: finanziert wurde die Moschee durch die Ahmadi-Frauenorganisation (!!!), Ladschna Imaillah, deren Motto lautet:
Keine Nation kann Fortschritte machen ohne ihre Frauen zu bilden.

Daß die Moschee nach C hadidscha bint Chuwailid benannt ist, der reichen und emanzipierten Kauffrau aus Mekka, die als 40-jährige ihrem 25-jährigen Angestellten Muhammad die Ehe antrug, halte ich ebenfalls für ein Statement.


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Duckhome: Wir machen uns die Bank, wie sie uns gefällt
10/17/2008 04:53 AM

Bankenkrise, nein Danke. Gestern morgen erreichte uns ein Leserbrief eines unserer bekannteren und sehr guten Kommentatoren, der nur mal eben eine Überlegung rüberschieben wollte, die er zur Diskussion stellen möchte. Während hier oft die Rede von revolutionärem Umsturz ist, hatte der Leser der erst einmal ungenannt bleiben möchte, die Knalleridee schlechthin.
Die WIR-Bank

Ich weiß nicht ob dieser Weg gangbar ist, aber eine konsequente Maßnahme
wäre es für Arbeitnehmer, ihre Konten bei deutschen Banken zu kündigen und sich einer Bank zuzuwenden, die entsprechend ethische Grundsätze vertritt.zb Umweltbank.

Zu überlegen wäre auch, ob es nicht möglich wäre eine eigene Bank zu gründen. 4 Millionen Arbeitslose und mit Sicherheit ein Potential von mehreren Millionen Arbeitnehmern, die Interesse an einer genossenschaftlichen eigenen Bank hätten, sollten reichen. Es verbietet uns ja keiner eine Partei zu gründen, ebensowenig eine eigene Bank.

Ich könnte mir vorstellen, dass man diese Idee zb. auch über Attac transportieren könnte. Die letzte Ausgabe " Entwaffnet die Märkte" sagt da schon einiges.

Ich bin leider kein Finanzexperte, aber derer gibt es sicherlich genug bei dem potenziell intersssierten Publikum. Wenn ich mal weiter träumen darf.

Sagen wir mal wir gewinnen 2 Millionen Kunden, die mit einem Einlagenkapital von 5 € eine eigene Bank gründen. Damit kann man doch schon einiges machen. Dieses Geld konsequent in Umwelt- und neue Energietechnologie sowie Kultur angelegt.

Dezentrale Verwaltung der Bank über Internet.

Transparente demokratische Entscheidungen über die Verwendung der Gelder.

Hauptamtliche Mitarbeiter erhalten Gehälter, die denen eines durchschnittlichen Angestellten entsprechen.

Alle Vorstandstätigkeit erfolgt ehrenamtlich gegen Aufwandsentschädigung.

Die Bank setzt sich zum Ziel internationale Allianzen mit ähnlichen Projekten einzugehen. ( zb. Indien/Graham-Bank)

Die Bank fördert vornehmlich lokale dezentrale wertschöpfende Unternehmen des Mittelstandes und Kleinunternehmen, die den Richtlinien einer Nachhaltigkeit entsprechen.

Die Bank handelt keine Aktien und Derivate, sondern sieht ihr Geschäftsfeld in der Förderung von Realwerten, wie Grund & Boden, Immobilie, Landwirtschaft, lokaler Infrastruktur und Unternehmensförderung.

Die Bank bietet jedem eine Guthabenkonto auf Plusbasis ohne weitere Bedingungen.

Zielsetzung ist es, ausgehend von den Erfahrungen der Graham-Bank/Indien, die Eigeniniative sozialer Randgruppen und deren Teilnahme im sozialen und wirtschaftlichen Leben zu fördern.

Die Bank gibt sich den Namen:

W I R ( Wirtschaft ist regional)

Über den Rahmen der Bankgeschäfte hinaus, bietet die WIR-Bank eine Plattform zur Integration außerparlamentarischer Opposition und motiviert ihre Mitglieder sich aktiv im politischen Leben zu beteiligen
und Einfluss auszuüben.

Warum jetzt?
Warum eine Bank?

Ich glaube wir haben in den letzten Jahren immer geglaubt, wir könnten über rein politische Betätigunng Änderungen herbeiführen und sind kläglich gescheitert. ( wenn wir ehrlich sind)

Die Bankenkrise macht nun aber eines deutlich:

Nicht die Politik hat die Macht, sondern das Kapital.

Wir können das verdammen und verteufeln wie wir wollen, was auch berechtigt ist, aber obkjektiv betrachtet ist es ein Faktum.

Das Besondere an dieser Krise, die im Endeffekt eine Vertrauenskrise ist, ist die Möglichkeit, dass etwas Neues entstehen kann, denn in der Tat traut niemand heute mehr den etablierten Bankensystem als auch der Politik.

Das ist ein Vakuum, welches darauf wartet sinnvoll gefüllt zu werden.

Und wir haben heute alle Mittel zur Hand.

Wir haben die Möglichkeit der umfassenden Vernetzung über Internet.

Wir haben Experten.

Wir haben Millionen hinter uns.

Wir haben schlummernde Reserven.

Wir haben Visionen.

Wir haben Kapital.

Wir können etwas bewegen in dieser Krise, wenn wir aufhören uns auf die Kritik und den Zynismus zu versteifen, so sehr ich das auch verstehe.

Wir wollten mit dem Kapitalismus nicht zu tun haben, sowenig wie Agnostiker mit dem Papst. Wir haben uns unsere Refugien gebastelt, die sich als undichte Hütten herausgestellt haben.

Tatsache ist: Wir brauchen ein Tauschsystem um Waren und Dienstleistungen zu handeln.

Definieren wir Kapitalismus neu.

Jetzt ist unsere Chance dazu.


Es gibt natürlich einen oder zwei Punkte an denen man jetzt herummäkeln könnte und später sicher auch noch mäkeln muss. Aber als Anfangskonzept ist dieses Papier absolut erste Sahne. Duckhome wünscht sich eine rege Diskussion darüber. Allerdings möchten wir jedem Kommentator eine Vorgabe mitgeben. Es ist nicht zielführend zu sagen das es nicht geht und das es morgen regnet. Es geht darum konstruktive Kritik zu äußern.

Sagt nicht, wie es nicht geht. Sagt wie es geht. Eine bessere Bank als Ackermann bekommen wir immer hin. Es wäre auch schön wenn mal irgendwer aus muslimischer Sicht etwas zu dem Phänomen islamischer Banken sagen würde. Da gibt es soweit ich weiß ein paar ganz nützliche Ethikregeln.
Et

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Freeman: Politiker sind entweder ahnungslos oder lügen
10/17/2008 03:45 AM
Was die Schweizer Politiker vor dem Rattenpaket der UBS alles gesagt haben:

" Nein, die UBS wird nicht untergehen, weil sie die richtigen Schritte eingeleitet hat." Bundesrätin Doris Leuthard am 17.9. im BLICK

" Für uns waren die letzten zwei Quartale schwierig. Wir haben Kunden verloren. Doch jetzt haben wir die Basis, um diesen Trend umkehren zu können." UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer am 4.10. im BLICK

" Warum soll man Geld hineinpumpen, wenn es nicht nötig ist?" Bundesrat Couchepin am 9.10. in der «Tagesschau»

" Möglicherweise sind wir etwas besser vorbereitet als andere Länder." Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf am 10.10. im BLICK

" Ich bin überzeugt, dass keine Schweizer Bank zusammenbrechen wird. Es geht dem Schweizer Bankensystem sehr gut." Pierre Mirabaud, Präsident der Schweizer Bankiervereinigung, am 12.10. im «Sonntag»

" Da werden kaum Fakten recherchiert, sondern es wird skandalisiert." Bundesrat Moritz Leuenberger über die Rolle der Medien in der Finanzkrise in seinem Blog am 13.10.

" Keine wichtige Bank befindet sich heute in Schieflage." Finanzdepartementssprecher Roland Meier am 15.10. in der «Handelszeitung»

Und Trara ... Tusch ... den Preis für die grösste Blamage bekommt Gerold Bührer, den Präsidenten des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse.

In der aktuellen «Weltwoche» von gestern schwärmt er: "Die Krisenresistenz unserer Banken ist einmal mehr eindrücklich. Wenn andere verstaatlichen und zum gefährlichen Gift riesiger Subventionen greifen, so setzen wir auf Wettbewerb, Flexibilität und Anreiz." Was für eine Lachnummer!

Nach diesen ganzen positiven Aussagen, muss jetzt plötzlich der Staat die UBS vor dem Untergang retten, mit 68 Milliarden Franken!!!

Entweder haben die Politiker, Konzern- und Verbandschefs und Experten keine Ahnung von was sie reden, tappen völlig im Dunkeln und sind alle inkompetent, oder sie lügen uns die ganze Zeit an. Ich würde meinen, es ist "all of the above!"[Link] [Cache]
Lumières dans la nuit: Lichtwink am Herbstabend
10/17/2008 03:42 AM

herbstihme

Wenn am Abend eines trüben grauen Tages das kalte Tröpfeln aufhört; wenn gar die Wolken aufreißen und mehr als nur eine Spur des Lichtes auf die Welt fallen lassen; wenn die Schichtungen der Wolkenfetzen im abendlichen Orange des Sonnenballes zum pastellen Farbenspiel werden, das sich in jeder dreckigen Pfütze zwischen abgenagten Blattskeletten spiegelt und doch von keiner Kamera so ergriffen werden kann, wie das Auge ergriffen ist; wenn das sterbende Laub des Oktobers flauschebunt an einem Fluss steht, dessen stinkendes Braun für zwei Minuten im Augenblick vergessen ist; dann verschwindet das durchnässte Frieren des Tages und die triste Mahnung an den kommenden November und den noch tristeren, darauf folgenden Seelenwinter von ganz allein aus der Aufmerksamkeit, wenn auch nur hauchlang.

Wie ich manchentags meine Mitlebewesen beneide, die einen Winterschlaf vor sich haben!

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elementarteile: nebenbei
10/17/2008 03:19 AM

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Gentrification Blog: Wird Wilhelmsburg Szeneviertel?
10/17/2008 02:45 AM

Zumindest der Harburger behauptet eben dies in einem Beitrag: Wilhelmsburg: Von alten und neuen Pionieren Elbinsel ist auf dem Weg zum Szenequartier. Wem der Ruf als Szenviertel dient wird im Artikel schnell klar:

Mittlerweile besitzt Grevenkamp ein zweites Haus in der Fährstraße und freut sich, dass das Negativ-Image von Wilhelmsburg am Verschwinden ist.

Der dort angesprochene Hausbesitzer hat - so wird in dem Artikel berichtet - vor dem Kauf seiner Häuser Scheinannoncen in Zeitungen aufgegeben um die Vermarktungsfähigkeit der Gegend zu ermitteln.

Seine Frau schüttelte nur mit dem Kopf und sagte: “Da will doch niemand wohnen.” Doch der Unternehmer Konrad Grevenkamp aus St. Pauli machte die Probe aufs Exempel und inserierte Wohnungsangebote in Wilhelmsburg, die er aber noch gar nicht hatte. “Ich wollte einfach mal sehen, wie die Reaktion ist.”

Eine Methode, über die auch Stadtteil- und Mieterinitiativen nachdenken könnten um die Tiefen des Bodenmarktes auszuloten.

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Feynsinn: Rettet den Michel - Kauft einen Kühlschrank!
10/17/2008 02:13 AM

Beck ist weg, fehlt bloß der Glos. Gut, dieser Reim von der Brechstange ist niveaulos, wörtlich genommen Unsinn und grammatikalisch gestanzt, aber er liegt damit voll im Trend. Der zwei Maß volle Minister aus der Wirtschaft ist ein Totalausfall, das hatten wir gestern schon. Aber haben wir nicht alle unseren kleinen Fehler? Und ist es nicht besser, jemand läßt die Krise Krise sein, anstatt sie durch planloses Herumfuhrwerken noch zu verschlimmern?
Die “Welt” findet Glos zwar nicht so groß wie seine Vorgänger, den Gottvater des Neoliberalismus Lambsdorff etwa oder die weiterverkauften Optionsheinis Müller und Clement, aber immerhin hätte er doch tolle Ideen - die keiner wahrnimmt. “Dabei würde dies die Bürger um etliche Milliarden Euro entlasten.” Ich habe ähnlich großartige Ideen, die keiner wahrnimmt und von daher vollstes Verständnis dafür, wenn der Michel sich in der Öffentlichkeit zurückhält. Nix gegen drogenerweitertes Bewußtsein, aber die Welt ist einfach nicht reif dafür.
Eine ganz große Rettungstat ist der subventionierte Kühlschrank für “Arme”. Dem muß die rhetorische Blendgranate Sigmar Gabriel natürlich feste zustimmen. Mit der Einschränkung, daß nur HartzIV-Empfänger davon profitieren sollen. Verzichtet auf die Schulbücher, hört auf zu rauchen und unterstützt die Wirtschaft, liebe hochverehrte Sozialschmarotzer! Macht es besser als die Mittelschicht und solvente Altersvorsorger und macht euch nicht mitschuldig an der Finanzkrise!
Da soll noch einer sagen, es gebe keine gute Ideen in schweren Zeiten. Der Michel muß bleiben, denn es könnte verflucht schlimmer werden. Das Magazin für geistigen Kahlschlag stellt nämlich fest: “Einen anderen Wirtschaftsfachmann hat die Union nicht aufzuweisen, nachdem Friedrich Merz vor Merkel aus der Politik flüchtet” und rät “zu einem mächtigen Gespann […] wie einst Karl Schiller und Franz Josef Strauß“. Gemeint sind damit diese beiden: Der eine sah nichts kommen, wollte eine Bank retten, indem er von ihrer “Abwicklung” sprach, stellte sodann fest, daß es eine Krise nur in Amerika gibt, um hernach mit Augenmaß und ohne die Krise herbeizureden seinen ausgeglichenen Haushalt ins Jahr 2525 zu verschieben - um nur einige aktuelle Details seiner Inkompetenz zu nennen. Der andere mächtige Hengst im Gespann des Ludwig Greven wäre dann Roland Koch, der Chruschtschow von Wiesbaden. Deutschland rückt zusammen. Die freie Presse Hand in Hand mit den politischen Führern, damit die Leistungsträger nie wieder verfolgt werden wie die Juden.
So viele gute Ideen, und keiner will sie hören. Ein Ruck sollte durch Deutschland gehen, und ich rucke und rucke, aber niemand will mir folgen. Vereinsamt und enttäuscht hole ich mir noch ein Bier, nur der Kühlschrank hört mein Seufzen. Und ich seines.

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xxlkillababe: Nur Gott kann USA aus Finanzkrise helfen
10/17/2008 01:45 AM

Irans Präsident Ahmadinedschad zur Situation der USA:

“Die USA wollen den gesamten Erdölgewinn im Irak und der Region kontrollieren. Ich sage dem Westen: Genug der Verbrechen, wendet Euch Gott, der Reinheit und Gerechtigkeit zu. Glaubt nicht, dass ihr Euch retten könnt, indem Ihr Milliarden von Dollar ausgebt. Eure Errettung liegt beim Herrn und wenn Ihr dem zustimmt, so ist das für Euch von Vorteil, doch wenn nicht, so wird Euer Schicksal nicht besser sein als jenes, das die Gewaltherrscher in der Vergangenheit ereilte”, so der iranische Staatschef. [de.rian.ru]

Fakt ist, dass wir erst am Anfang dieser Krise stehen, Ahmadinedschad weiss sicher einiges mehr als der Otto- Normalo “Aktuelle Kamera” desinformierte Bürger. Die Politik übt ja schon das Synchronschimmen in der Sickergrube und man liest schon von Gedanken die Bretton Woods beinhalten. Nun dies würde sicher gehen aber nicht zu den Bedingungen wie bisher. Das die Luft langsam recht dünn wird zeigt folgende Passage die heute die Gazetten der Republik verbreiten:

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verzichtet in diesem Jahr auf seinen Bonus. Die “Bild am Sonntag” zitierte ihn am Donnerstag mit der Erklärung: “Ich habe dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank mitgeteilt, dass ich in diesem schwierigen Jahr auf meinen Bonus verzichte.

Hier läuft nicht etwa der falsch Film was hier klar werden sollte:

Auch der Bürger soll etwas bekommen: Staat soll jedem Bürger 200 Euro schenken

Man sollte wie bei unseren Politikern sehr beliebt immer nach der “Aktuellen Kamera” die Tageskomentare bei Michael Winkler lesen um für den kommenden Tag gerüstet zu sein.

Zitat Michael Winkler:

Laßt uns den Winter im Norden verbringen… So ungefähr wirken die Vorschläge der Staatsmänner mit ihrer Vasallenkanzlerin auf mich. Wir sollten eigentlich ganz andere Dinge tun, aber wir machen eben das, gehen hin, wo es richtig kalt ist, und freuen uns, wenn wir alle frieren. Am 480-Milliarden-Hilfspaket zur Erhaltung der Bankvorstände werden die Bundesländer mit 35% beteiligt, allerdings mit der Obergrenze von 7,7 Milliarden Euro. Wenn man darauf den Dreisatz anwendet, schrumpfen die gargantuesken 480 Milliarden auf merkelhafte 22 Milliarden, also auf Beträge, die unsere Kanzlerin mit leichter Hand per Steuererhöhung einkassiert. 22 Milliarden, das sind gerade zweimal die IKB und nicht mal die halbe HRE. Und das soll die deutsche Bankenwelt retten? [Michael Winkler]

Die EZB hat gerade einen Versuch des Bailout’s des im Osten sehr beliebten “Urlaubsland” Ungarn gemacht. Der gierige Pleitegeier wurde aber nur ganz kurz am Fressen gehindert.
NZZ: Franken-Kredite drohen Krise in Ungarn zu verschärfen
Wir reden bald nicht mehr nur über Banken sondern Staaten werden in die Pleite gehen. Ahmadinedschad sieht und weiss mehr (Geheimdienst usw.) und folgert einfach aus der Tatsache heraus seine Schlüsse das die Länder die Dollars in (Un) Mengen haben (China, Russland, Saudi Arabien, Singapur usw.) außer Acht (8) gelassen werden.

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Kärntner Doppelleben: Sein Tod macht Jörg Haider zur Legende - die Umstände zertrümmern sie
10/17/2008 01:28 AM

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Die Neue Züricher Zeitung bleibt immer nüchtern, auch wenn herum alle besoffen sind. So wundert sich das Schweizer Qualitätsblatt bzw. dessen Österreich-Korrespondent Charles E. Ritterband aktuell über “Tod und Verklärung im Lande Jörg Haiders“.
Fast beiläufig erfährt man in dem Bericht, dass Haider nicht mit 142 km/h, sondern mit 184 km/h in den Tod raste.
Den intelligentesten Nachruf findet man ebenfalls in einem Schweizer Blatt - in der Weltwoche. Dort lässt seine Biografin Christa Zöchling wenig Raum für eine Legendenbildung um das “politische Ausnahmetalent”.
Tatsächlich zertrümmern die Umstände seines Todes das Image des Law & Order Politikers.
Mit 184 km/h und 1,8 Promille im Blut durch ein Ortsgebiet zu rasen hätte man - wenn überhaupt - einem unreifen 18-Jährigen zugestehen können, der von Gesetzen nichts weiß. Aber Haider war nicht 18, sondern 58 und er hätte das Gesetz repräsentieren sollen, wo er es tatsächlich in und mit seinem Dienstwagen unfassbar ignorierte.

Im Übrigen ging (nicht nur für die Welt-Online) das “Rätselraten um Jörg Haiders Tod” weiter. Sie schreibt:

>Nachdem gestern herauskam, dass der in seinem Auto Verunglückte 1,8 Promille Alkohol im Blut hatte, stellt sich nun die Frage: Wo betrank sich Haider? Klar ist: Der Politiker besuchte vor seiner Unglücksfahrt eine Veranstaltung in der Nobeldiskothek „ Le Cabaret". Zeugen bestreiten jedoch, dass er dort Alkohol trank. Die österreichische Gratiszeitung „Heute" rechnet vor, dass ein Mann von Haiders Statur mindestens sieben Bier (0,5 Liter) und 22 Schnäpse hätte trinken müssen, um auf besagten Blutalkoholspiegel zu kommen. Der Veranstalter der Party, Egon Rutter, sagte jedoch: „Ich bleibe dabei, Haider war nüchtern, als er gegen 0:15 Uhr unser Fest verließ. […] Sein politischer Nachfolger und engster Mitarbeiter Stefan Petzner verabschiedete sich nach eigenen Angaben noch im Auto von seinem Chef. Über den Unfall und die Zeit davor möchte er jetzt allerdings nicht mehr reden.[…] Was geschah in der Stunde zwischen dem Verlassen der Party und dem Unfall? Zurzeit kursieren darüber verschiedene Versionen. Ein Augenzeuge berichtet, Haider habe in seiner Klagenfurter Stadtwohnung vorbei geschaut. Ein anderer will ihn um 0:25 Uhr an der Bar des Hotels „Moser Verdino" gesehen haben. Sein Chauffeur berichtete allerdings, dass Haider ihn gegen 0:45 Uhr vor der Haustür absetzte. Viele Fragen bleiben also offen.< [Links und Hervorhebungen von uns]

Die “Kärntner Tageszeitung” vermutet, dass Haider an diesem Abend auch im “Stadkrämer” war, laut Eigenwerbung “Das Schwulen Lokal in Klagenfurt“. (Dessen - unter “Gaypages” gelistete - Website war? bzw. ist inzwischen passwortgeschützt.) Die Zeitung schreibt:

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>Bleibt die Frage, wo und wann Haider zu seiner schweren Alkoholisierung gekommen ist. Fest steht, dass er gegen 19.30 Uhr an der Eröffnung der neuen Bar “Bem Vindo” am Klagenfurter Kardinalplatz teilgenommen hat. Danach soll er mit Petzner in den Veldener Klub “Le Cabaret” gefahren sein, um bei der Präsentation eines neuen Society-Magazins mitzufeiern. Zu hören ist, dass er die Party zwischen 22.45 und 23 Uhr verließ und zurück nach Klagenfurt fuhr. Dort verliert sich für einige Zeit seine Spur. Haider tauchte um etwa 0.15 Uhr wieder auf. Da soll er dem “Stadtkrämer“, wo er dem Vernehmen nach öfters verkehrte, bis 0.45 Uhr einen Besuch abgestattet haben. […] Hans-Peter Gasser, Betreiber des “Stadtkrämers” und des “Bem Vindo” sagt: “Ja, Haider war bei unserer Eröffnung. Laut meinen Kellnern hat er aber nichts bestellt und höchstens ein Mineralwasser getrunken.” Von einem späteren Besuch des “Stadtkrämers” will Gasser aber nichts wissen: “Ich kann auch nicht bestätigen, dass er öfter bei uns zu Gast war.” < [Links und Hervorhebungen von uns]

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Dass Haider an diesem Abend im “Stadtkrämer war, berichtet nun auch der ORF:

>Nach der Verabschiedung von seinem Sprecher Stefan Petzner soll Haider im “Stadtkrämer”, einem Szene-Lokal in Klagenfurt mit einer Runde einen Geburtstag gefeiert haben. Darauf deutet eine E-Mail hin, die die Staatsanwaltschaft Klagenfurt erhalten hat.<

Auch oe24.at sieht Haider in einer Chronologie seiner “letzten Stunden” im Szene-Lokal “Stadtkrämer”. Allerdings hat man dort offenbar kurzfristig die Diktion geändert.
Der Wiener Künstler und Grünen-Aktivist Peter Wurm will schon lange vorher Neigungen und Schicksal des Jörg Haider erahnt haben.
So schreibt er auf seinem Blog (Untertitel: “Für Respekt im Umgang mit anderen”):

>Ich halte mir zugute, nach Jörg Haiders selbstverschuldetem Tod dasselbe zu schreiben wie davor. Haiders pikantes Leben jenseits der Medien ist mir in Auszügen seit 1999 bekannt. "Braucht Jörg Haider minderjährige asiatische Strichjungen?" habe ich damals öffentlich gefragt.
Jörg Haiders in Szenekreisen bekannte Homosexualität war zwar interessant, mir aber eher wurscht. Nicht wurscht war und ist mir manipulative Unterdrückung. Und ganz und gar nicht wurscht ist mir die Diskrepanz zwischen Gepredigtem und Gelebtem. Jörg Haider war ein Grenzgänger. <

Vorher huldigte er seinem politischen Gegner:

>Jörg Haider war ein hochintelligenter, hochsensibler Grenzgänger. Das ist der mir mit Abstand sympathischte Menschentyp, obwohl ich Grenzgänge mit fortschreitendem Alter immer anstrengender finde. Jörg Haider war eine menschliche Ausnahmeerscheinung auf höchstem energetischen Niveau. Dieses Phänomen teilt er neben erfolgreichen Künstlern mit den meisten Diktatoren. Ich rechne ihm hoch an, dass er sensibel genug war, keiner zu werden.<

Auf oe24.at ist ein Interview zu hören, das Haider zwei Stunden vor seinem Tod dem Sender “Antenne Kärnten” gab. Darin bekennt der Politiker, dass er sehr gerne Weißwein trinkt und nicht nur einige, sondern “eigentlich alle Talente” besitzt. Dass er “eigentlich alle Talente” hat, sei ein “Problem”.

Ebenfalls auf oe24.at kann man ein “Portrait” lesen, mit dem Claudia Haider “ihren geliebten Ehemann Jörg” kurz vor den Wahlen menschlicher zeigen wollte.

So schreibt sie:

>Der von uns steht ihm näher, der andere weiter entfernt – auch das wechselt von Zeit zu Zeit. Ich denke, Langzeitbeziehungen, auf welcher Basis sie auch immer beruhen, sind etwas sehr Wertvolles und Wichtiges. Die gewachsene Langzeitbeziehung gibt, so glaube ich, dem Leben Bestand. Eine Beziehung, die schon lange Bestand hat, ist unsere eigene.<

Das klingt, in Anbetracht der Gerüchte, nicht einmal unehrlich.

Markus Zachbauer wundert sich in seinem Blog “Elaborat“, warum die Medien in Österreich Haiders vermutetes Doppelleben so lange kaschierten. Er schlussfolgert:

>Dann wär die österreichische Gesellschaft gefühlt wohl irgendwie zu homophob, um sich als Spitzen-Politiker zu outen, aber tolerant genug, um einer zu werden.<

Live aus Klagenfurt bloggt Bernhard Torsch (” Der Lindwurm“), nach eigener Aussage linksliberal und antitotalitär. Er trauert nicht, denn:

>… der Lindwurm war gerade Zigaretten holen, und was musste er vor der Einserstiege seines Wohnhauses sehen? Zwei Grabkerzen und dazwischen ein Haiderfoto, aufgestellt heute Abend, wohl als Trotzreaktion auf die bekannt gewordene peinliche Tatsache, dass "der Jörg" ein Gesetzesbrecher war, der sich im Vollrausch und mit extrem überhöhter Geschwindigkeit aus dem Leben katapultiert hat.<

Auf Telepolis würdigt Stefan Weber weniger den Toten und eher “das Netz”:

>”Jörg Haider” und “schwul” auf Google - Es hat doch auch sein Gutes, dass wir uns unsere Wirklichkeit ergoogeln können: Was uns die (österreichischen) Massenmedien vorenthalten oder wo sie sich in eindeutig-uneindeutigen Anspielungen verlieren, dort kann mit Hilfe der Suchmaschine weiterrecherchiert werden.<

Für die deutschen Massenmedien gilt die Vorenthaltung so wohl nicht. Der FOCUS fragt ganz unverblümt: “War Haider noch im Schwulenlokal?”

Ganz anders hat ein (rechter) Südtiroler Blogger die Medien in Verdacht:

Er fragt: “Ente im Phaeton-Kleid? Medienfälschungen im Fall Haider?” und meint:

>Die österreichischen Medien und Behörden sind bei der "Aufklärung" des Haider-Unfalls offensichtlich auf der Überholspur und werden genau wie angeblich ihr Untersuchungsobjekt aus der Kurve getragen. Falsche Animationen und nachgeschobene Erkenntnisse sollen den Unfallhergang plausibler machen. Der Eindruck, Medien und Behörden wollten im Fall Haider vollendete Tatsachen schaffen und jede Diskussion abwürgen, drängt sich auf.<

Seine Verschwörungstheorie versucht er mit eingeblendeten Videos und Animationen zu untermauern.

Und wer war Haider feindlich gesonnen? Die “Hochfinanz”? Karl-Heinz Strache? Wessen Hirn dazu delirieren will, wird aus Haiders letztem Interview Nahrung ziehen können.

Der hatte gegenüber der “Kleinen Zeitung” wieder markige Worte gewählt. Zu Managern, die die Finanzkrise mitverursacht hätten, meint er:

>Wir brauchen eine strengere Managementhaftung, eine Änderung des Strafrechts und einen Sondergerichtshof für Wirtschaftsdelikte. Manager, die über Grenzen gehen, müssen mit ihrem Vermögen haften. Die sind ja nicht arm, die haben gigantisch verdient. Auch ist die strafrechtliche Verantwortung klarzustellen, dann müssen sie eingesperrt werden. < [Hervorhebungen von uns]

Angesichts der (Finanz-) Krise befürwortet er eine “Krisenregierung in besonderer Formation“:

>Man könnte die Koalitionsverhandlungen aussetzen und für zwei Jahre eine Regierung der Stärke bilden. Die Opposition soll miteingebunden sein, je nachdem, wie weit sie das will. … Es soll ohne Streit gearbeitet werden, danach kann man neue Koalitionsüberlegungen anstellen. <

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elementarteile: die Bahn kommt!
10/17/2008 01:19 AM

Schon wieder eine neue ICE-Panne: Die Bahn hat bei einer Routinekontrolle Schäden an der Achse eines ICET entdeckt. Diese Züge müssen nun öfter zur Inspektion. Auch der ICE3 wird derzeit häufiger als sonst gewartet. In den Fernzügen wird es in den kommenden Tagen deshalb eng für die Fahrgäste.

Was für ein dummer Zufall aber auch, dass “wegen der Bankenkrise” die Privatisierung erstmal auf Eis gelegt wurde… schon klar.

Ich würde mir auch kein Fass ohne Boden kaufen.

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ISLA: Feeling it!
10/17/2008 12:49 AM
Krieg und Sex passen prima zusammen. Es gibt sogar Göttinnen, die sind für beides zuständig. Inanna zum Beispiel. In den nächsten Wochen mehr zu ihr. Nach der Kriegsgöttin des heutigen Tages hier nun eine lebende Filmgöttin: Petra Joy. Die berichtete vor kurzem in der Bildzeitung über das teuerste Hobby der Welt. Und gab ganz nebenbei in Kürze eine prägnante Inhaltsangabe für Hardcore-Pornos. Da die meisten Ladies hier ja ganz bestimmt noch niemals in ihrem Leben so was gesehen haben, lohnt sich ein kurzer Klick. Um dann ganz schnell "Feeling it" zu kaufen. Schließlich muß bei ihr beim Casting keiner masturbieren, sondern darf wirklich was sagen.





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Afghanistan: Der Blogkollege Etalon...
10/17/2008 12:23 AM

belehrt mich darüber, was ich im Rahmen der Finanzkrise fast vergessen hätte: Der weitere Afghanistaneinsatz ist gedeckelt. Bis zu 1.000 Mann mehr als bis dato. Die sind ja restlos verrückt.

Als ich den schmutzigen kleinen Herrn Karsai vor etwa 5, 6 Jahren als das bezeichnete, was er objektiv und ontisch ist: als dreckige, korrupte Marionette, da war ich ein "Antisemit". Wenn Kritik am Afghanistan-Einsatz "unserer" Truppe Antisemitismus ist, dann bitte mehr davon! Man sitzt da und schüttelt nur noch den Kopf. Selbst britische Militärs wissen es besser. Wer Clausewitz gelesen hat, wusste es von vorneherein: Nicht zu gewinnen, einfach nicht zu gewinnen! Aber sie wollen es offenbar gezeigt bekommen. Muss man es ihnen dann wirklich eintränken? Mir tuts leid um den Arbeitslosen, der sich mangels Alternative verpflichtet hat...aber was soll ich dazu noch sagen?

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Volksaufklärung: YouTube
10/17/2008 12:18 AM

Bedrohungsakte bei YouTube dokumentiert. Wie aus den Kommentaren eindeutig hervorgeht, ging den zahlreichen Straftaten nach § 238 StGB, dem Stalking, seit über einem Jahr ein oder mehrere Strafrechtsbestände der §§ 186 und 187 StGB, übler Nachrede und Verleumdung, in Zusammenhang offenbar mit weiterer Verbreitung illegal ergattertem Bildmaterial, § 201 StGB, in Hohenlohe voraus. Ein weiterer Beweis, wie schlimme, ja lebensbedrohliche Formen Stalkmobbing annehmen kann, vor allem dann, wenn es auf dem Glauben des Straßenmobs an falsche Tatsachen beruht, dieser Glaube dann auch noch durch blinde Schreibtischentscheidungen bestärkt wird, von denen dann aber wegen amtlicher Geheimhaltung nur das Ergebnis, nicht aber die tatsächlichen Gründe sichtbar sind.

Posted in Mobbing
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Nebenbei bemerkt ...: "Ein schlechtbezahlter Job ist besser als gar kein Job"
10/17/2008 12:12 AM
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