Wednesday, February 25, 2009

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-31

Parteibuch Ticker Feed von 2008-10-31


USA und Israel verletzen Völkerrecht von Pakistan und Libanon: kollaboriert Deutschland?
10/31/2008 11:50 PM

not_Fascism_when_we_do_itDer Weltkrieg steht offenbar vor einer weiteren Eskalation. Die Militärs der USA und Israel starteten heute feindliche Aktionen gegenüber den Ländern Pakistan und Libanon und verletzten deren Territorium.


Während bei einem Drohnenangriff auf Pakistan 28 Menschen starben, verletzten 12 Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe den Luftraum des Mittelmeerstaates Libanon.
Nach Auskunft der libanesischen Streitkräfte überflogen 6 Kampfjets aus Israel den Süden des Libanon, 6 verletzten libanesische Hoheitsgebiet vom Mittelmeer aus, wo die auf israelischen Druck hin im Herbst 2006 entsandten deutschen Kriegsschiffe liegen.

Vor einigen Wochen hatte bereits der Kommandeur Truppen an der "Nordfront" Israels, Gadi Eisenkot, mit einem erneuten Militärschlag gegen den Libanon gedroht, falls Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert würden.

2006 hatte Israel den Libanon angegriffen und sich nach einer militärischen Niederlage gegen die Milizen der libanesischen Regierungspartei Hizb-Allah (Hisbollah) zurückziehen müssen. Vorher hatten israelische Lobbyisten in Deutschland massiv nach deutschen Soldaten verlangt, welche im Libanon stationiert werden sollten.

In Pakistan beschossen nach Pressemeldungen Drohnen der US-Militärs ein Dorf der Region Mir Ali in Nord-Waziristan, sowie ein Dorf nahe Wana in Süd-Waziristan. Insgesamt kamen laut ersten Meldungen 28 Pakistanis um´s Leben.
Seit Anfang Oktober griffen die USA damit bereits zum neunten Mal die Atommacht an.

Flankierend zu den koordinierten Völkerrechtsbrüchen der USA und Israels erklärte der US-"Heimatschutzminister" Michael Chertoff, das bisherige seit 1945 durch die UN-Charta schriftlich festgelegte Völkerrecht für unzureichend.
Es müsse durch die Möglichkeit eines Präventivkrieges ergänzt werden - zur "ABWEHR" gegen noch nicht erfolgte "potentielle terroristische Angriffe".
 
In Kapitel 1 Artikel 2 Absatz 3 und 4 der am 26. Juni 1945 durch die 50 Gründungsmitglieder in San Francisco unterzeichneten "Verfassung" (Charta) der Vereinten Nationen heisst es:


"3. Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, daß der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.

4. Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt."


Am 27.September besuchte Michael Chertoff Berlin. Er traf dort die Innenminister von Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Italien Polen und natürlich Wolfgang Schäuble. Beschlossen wurde dabei offiziell u.a. nur die "stärkere Überwachung" des Internets.

Am 8.Oktober wurde dann der Wortlaut eines plötzlich von der Bundesregierung aus SPD, CDU und CSU inszenierten Putsches gegen das Grundgesetz bekannt. Er wurde in letzter Sekunde durch die Landesregierungen und die SPD-Bundestagsfraktion gestoppt.


Der von Aussenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank Steinmeier, der SPD-Justizministerin Brigitte Zypries, Verteidigungsminister Jung (CDU) und Schäuble gemeinschaftlich beschlossene Plan zur Verfassungsänderung sah eine "Ergänzung" des Artikels 35 vor. Er lautete wie folgt:


"(4) Reichen zur ABWEHR eines besonders schweren Unglücksfalles polizeiliche Mittel nicht aus, kann die Bundesregierung den Einsatz der Streitkräfte mit militärischen Mitteln anordnen. Soweit es dabei zur wirksamen Bekämpfung erforderlich ist, kann die Bundesregierung den Landesregierungen Weisungen erteilen.
Maßnahmen der Bundesregierung nach den Sätzen 1 und 2 sind jederzeit auf Verlangen des Bundesrates, im Übrigen unverzüglich nach Beseitigung der Gefahr aufzuheben.
(5) Bei Gefahr im Verzug entscheidet der zuständige Bundesminister. Die Entscheidung der Bundesregierung ist unverzüglich nachzuholen."


Die Bundesregierung in Deutschland ist derzeit noch im Amt.


(...)


08.10.08 Biedermann und die Bundesregierung


aus 2006:


14.08.2006 Wer will deutsche Soldaten im Libanon?
12.08.2006 Regierung startet Kampagne gegen Vorgesetzten Grundgesetz
3.08.2006 Israel will Deutschland in den Weltkrieg bomben

[Link] [Cache]
Dominik Hennig: Whig oder Tory?
10/31/2008 11:45 PM
Via Brad Spangler:
Wer bei uns zu den Tories gehört ist klar: Alles von Gauweiler bis Lafontaine. Aber gibt es in Deutschland überhaupt vereinzelt noch ein paar Whigs? Merz und Metzger sind zwar begnadete Selbstdarsteller, aber in der Sache weder Fisch noch Fleisch und mit einem ähnlichen Fragezeichen zu versehen wie Bob Barr, der Präsidentschaftskandidat der "Libertarian Party", die heute noch "Party of Principle" zu nennen mir zuviel Ironie abverlangte . Möglicherweise ist der Bundestagsabgeordnete Frank Schaeffler das weiße Schaf in der schwarzen Herde?
Jedenfalls besteht auch das Lager der selbsternannten Liberalen (und sogar der Libertären!) hierzulande überwiegend aus Tories, die sich für Whigs ausgeben! Jim Davidson macht deutlich, warum es problematisch ist, wenn zwischen "Klassisch Liberal/Libertär" und "Konservativ" die Trennschärfe verloren geht:

"I won't ever make the mistake of considering conservatives to be libertarians. They are not. They can talk a game about freedom for white people, they can make a pretense about constitutional government for the Christians, and they can mount a patrol against swarthy-complected persons coming across the border and claim it is all about property rights for ranchers along the border, but I don't have to choose to believe it.

[...]

For exactly the same reason we cannot compromise on the war on drugs, we cannot compromise on the wars overseas, we cannot compromise on the corrupt allocation of defense contracts, we cannot compromise on any of our principles. We have to stand for freedom for everyone, all the time."



Man ist Whig oder man ist Tory! Beides zugleich ergibt keinen Sinn![Link] [Cache]
Abzocknews: New Content GmbH mit neuer Domain zur Führerschein-Abzocke aktiv
10/31/2008 11:10 PM
Seit fast 2 Monaten habe ich jetzt nichts mehr von der New Content GmbH des Herrn Robert Giese gehört, bzw. gesehen - Doch wer sich aktuell nach Prüfungsfragen für die Fahrschule umsieht, findet nebst der NOM - New Media Online Ltd. auch wieder eine neue Domain, die auf das Abzockangebot meinfahrschultest.com der New Content GmbH leitet. Die neue Domain der New [...][Link] [Cache]
rotglut.org: Staatsanwaltschaft Kassel stellt Ermittlungen ein
10/31/2008 10:24 PM
Merkwürdige Berufung auf Kriminellenschutzparagraph Die Staatsanwaltschaft Kassel hat Ermittlungen wegen Betruges gegen Günter Freiherr von Gravenreuth nach §154 Absatz 1 StPO eingestellt. Ja. Der "Kriminellenschutzparagraph". Merkwürdigerweise beruft sich die Staatsanwaltschaft ... [Link] [Cache]
Abzocknews: RS Web Services mit neuen Domains aktiv
10/31/2008 09:23 PM
Unkraut vergeht ja bekanntlich nicht. So auch die RS Web Services, bekannt für Abzockangebote wie netarena.tv, traumbedeutung.com, verkehrsprofi.com, movie-scout.net oder auch webtunr.com. Jetzt versucht man durch die Namen der neuen Domains, die ein kostenloses Angebot suggerieren, auf die bekannten Abzockangebote zu verweisen. Die neuen Domains der RS Web Services: gratis-fernsehen.de (leitet auf netarena.tv weiter) tv-project.de (leitet auf netarena.tv weiter) mp3-kostenlos.org (leitet auf webtunr.com weiter) Da die [...][Link] [Cache]
Abzocknews: Über die neuen Abzockangebote mit Fahrprüfungen der NOM - New Online Media Ltd.
10/31/2008 09:23 PM
Die Abzocke mit vermeintlichen Online-Fahrprüfungen ist anscheinend immer ein sehr lukratives Geschäftsmodell. In der Vergangenheit waren es Seiten wie Fahrschulquiz.de der mittlerweile insolventen Bulltrade AG oder Meinfahrschultest.com der New Content GmbH. Dieses Konzept hat auch die NOM - New Online Media Ltd. aufgegriffen. Die Abzockseiten der New Online Media Ltd.: Online-Fahrpruefung.com Fahrpruefung-Einladung.org (leitet auf Online-Fahrpruefung.com weiter) Fuehrerschein-Einladung.net (leitet auf Online-Fahrpruefung.com weiter) Eine [...][Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Kundenbelästigung
10/31/2008 09:14 PM
In letzter Zeit laufen die Computerspiele Produzenten mal wieder Amok mit ihren Kopierschutz Mechanismen. Das Übel zur Zeit heißt SecuRom und ist mehr als nur ein normaler Kopierschutz. Unter anderem beschränkt es die Anzahl wie oft ein Spiel installiert werden darf und führt bei einigen Spielen auch ein Zwanksaktivierung über Internet ein. Spore ist da das populärste Beispiel der vergangenen Zeit und es zeigt auch gleich wie Absurd diese Versuche sind mit immer restriktiveren Kopierschutz Mechanismen den Gewinn zu maximieren. Das Funktioniert nämlich nicht. Zum einen war Spore in sämtlichen Tauschbörsen dieser Welt noch vor dem offiziellen Verkaufsstart verfügbar...und das wunderschön gecrackt. Zum anderen zieht man als Hersteller den Unmut der ehrlichen Käufer auf sich. Ein schönes aktuelles Beispiel dafür ist
Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3. Von der Fachpresse durchweg gelobt bekommt es bei Amazon.de 84 negative Bewertungen mit nur einem Stern...der alleinige Grund: Der Kopierschutz SecuRom. Na ja vielleicht bringt das ja die Industrie zum umdenken...den auch Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 ist bereits in allen Tauschbörsen verfügbar.[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Kleines Wahlcomputer 1x1
10/31/2008 09:14 PM
Nachdem die in Finnland 2% der bei einer Wahl abgegebenen Stimmen durch Fehler von Wahlcomputern verlohren haben, ist das eine gute Gelegenheit noch ein wenig auf dem Thema rum zu hacken mit einer kleinen Wahlcomputer Demonstarion.


[Link] [Cache]
ISLA: Tanzen verboten?
10/31/2008 09:05 PM
"Legen Sie das Maleus Maleficarum beiseite und gedenken Sie der Verstorbenen. Und ob Sie sich dabei verkleiden, tanzen oder nicht sei Ihnen überlassen. In diesem Sinne: Fröhliches Samhain!"[Link] [Cache]
ISLA: No title
10/31/2008 09:05 PM



Samhain candlelight labyrinth
Photo by Readerwalker, CC License[Link] [Cache]
Sozial-Gangbang: Wieviel Freiheit und Demokratie brauchen wir überhaupt noch?
10/31/2008 08:50 PM
Es liegt wohl in der Natur der Sache, das politische Bildung, auch wenn es sich nur um ein absolutes Mindestmaß handelt, wie den Namen der Bundskanzlerin oder des Bundspräsidenten zu wissen, irgendwie nur bei den Menschen zu finden ist, die sich politisch bilden, also das Tagesgeschehen verfolgen oder sich, wenn sonst schon nicht, zumindest vor Wahlen beginnen, mit dem Thema Politik auseinanderzusetzen.
Wahrscheinlich sind aber einem großen Teil der Bevölkerung das nerventötende Gerede und die immer neuen Lügen krankhaft geld- und machtgieriger Lobbyisten längst egal. Einerseits verständlich. Andererseits erschreckend, wenn man erfährt wie gering die Zahl derer ist, die noch nicht einmal wissen, wie unser Wahlsystem funktioniert.
Bis vor wenigen Jahren, genau genommen bis zum Amtsantritt unseres Innenministers Wolfgang Schäuble, war unsere Freiheit eine der größten Errungenschaften, auf die wir in unserer Geschichte zurück blicken konnten. Das uns diese systematisch Stück für Stück genommen wird, scheint kaum jemanden zu interessieren. Sicher gibt es viele die Alarm schlagen, doch es sind zu wenige - viel zu wenige um gegen die intelligenztötende und interessenvertretende Meinungsmache der breit gefächerten Lobbymedien erfolgreich anzukämpfen. Politikverdrossenheit nennt man das. Es interessiert sehr viele Menschen nicht mehr, was über ihren Köpfen entschieden wird. Ist das Kind erst in den Brunnen gefallen, haarsträubende Reformen wie zur Gesundheits-, Renten- oder Sicherheitspolitik erst Wirklichkeit geworden, dann ist es meist zu spät, noch etwas dagegen zu unternehmen.
Viele Menschen haben nicht einmal eine minimale Ahnung davon, wie unser Land und das, was man uns als Demokratie verkaufen will, funktioniert. Ein Spiegel dieser Entwicklung ist unter anderem die Wahlbeteiligung. In den letzten Tagen habe ich sogar Menschen kennen gelernt, die zwar wählen gehen, aber nicht einmal den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme kennen. Da muß man erst mal schlucken.
Nun könnte man sagen, Aufklärung tue Not, politisches Grundwissen und das Interesse am täglichen Geschehen müsse verstärkt in breiten Schichten der Bevölkerung voran getrieben werden, doch wenn die Zielgruppe nicht den Willen aufbringt, diese Informationen auch aufzunehmen, verschwendet man nur seine Zeit.
Tatsächlich spiegelt das immer größer werdende Desinteresse in der Bevölkerung die Tatsache wieder, das vielen ziehmlich egal ist, von wem sie regiert werden und wie er die Legitimation, zu regieren, erhalten hat. Unterschiede zwischen den großen Volksparteien lassen sich, wenn überhaupt, nur noch in Nuancen ausmachen. Sie stehen schließlich alle irgendwie in der Mitte und wer rechts oder links steht soll nicht dazu gehören dürfen, wenn es nach den bezahlten Meinungsschergen des Großkapitals, der angeblich freien Presse, geht. Die kapriolen verbalen Verrenkungen, mit denen man uns jedes politischen Lager jenseits der Mitte als Ausgeburt des Bösen verkaufen will, werden immr toller. Aber so ist wohl de Zeitgeist, willkommen im Zeitalter der Alternativlosigkeit.
Aber wenn man keine Wahl mehr hat, braucht man dann überhaupt noch eine? Sicher nicht, und das nutzen politische Eliten auch gnadenlos aus, um immer dreister die Interessen von im Hintergrund agierenden Lobbygruppen duchzuboxen. Der Finanz- und der Energiemarkt sind da nur zwei von zahlreichen Beispielen. Solange jedenfalls politische Parteien und politische Ansichten jenseits der Mitte nicht geduldet werden und solange Koalitionen mit demokratisch gewählten Parteien als nicht-salonfähig gelten, brauchen wir auch keine demokraischen Wahlen mehr, wir brauchen gar keine Demokratie mehr, denn Politik wird nur noch für 10 Prozent der Bevölkerung gemacht
Das gilt übrigens nicht nur auch, sondern insbesondere, für jene Antidemokraten, die eine Zusammenarbeit von zwei demokratisch gewählten Parteien als einen Verrat am Land ansehen, während sie mit ihrem Standpunkt den Auftrag des Wählers mit Füssen treten, so wie derzeit in Hessen! Leider haben die panikmachenden Schergen des Großkapitals noch nicht den Mut, dem Kind seinen tatsächlichen Namen zu geben. Das könnte sich ja vielleicht noch ändern, wenn unser Innenminister sein Sicherheitspaket derart perfektioniert hat, daß man ohne Angst vor einem Aufstand gemnütlich das Ende der Demokratie ausrufen kann. Allein wer schon laut über den Paragraphen 20 unserer Verfassung nachdenkt, gilt bereits als potentieller Terrorist. Die Menschen würde es wohl freuen - denn dann wird das Leben etwas unkomplizierter... und das wollen sie doch!?[Link] [Cache]
Mein Parteibuch Blog: Erfurter Domgespräch
10/31/2008 08:50 PM

Derzeit stehen im korrupten Köln gerade mal der ehemalige Kölner CDU-Chef Richard Blömer sowie 13 weitere Spezis der Kölner CDU wie der Vorsitzende des Kulturausschusses im Kölner Stadtrats, Lothar Theodor Lemper, und der Bezirksbürgermeister von Köln-Porz, Horst Krämer, wegen des Verdachts von Untreue und Steuerhinterziehung vor Gericht. In Köln ist die Justiz ja bekanntlich eine ganz besondere. Und das ist wohl auch die Verteidigungsstrategie der Angeklagten. Der Kölner Stadtanzeiger berichtete gestern von einem in den Akten als “Erfurter Domgespräch” bezeichneten Vorfall:

“Bei einem zufälligen Zusammentreffen zwischen dem damaligen Kölner Oberstaatsanwalt Norbert Krakau und dem ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten und Kölner Parteichef Richard Blömer sei es zu einem kurzen Wortgefecht gekommen: „Du wirst dich noch wundern. Wir werden dich plattmachen" - mit diesen Worten soll der Oberstaatsanwalt den CDU-Politiker und heutigen Hauptangeklagten bedroht haben.”

Beeindruckend ist auch das unterstellte Motiv. Dem Stadtanzeiger zufolge woll das Motiv des Staatsanwaltes, der auch CDU-Mitglied ist, Rache gewesen sein, weil es Richard Blömer beinahe gelungen sein soll, die Wiederwahl des Schwagers des Staatsanwaltes, Karl Jürgen Klipper (CDU), zum CDU-Fraktionschef durch das Werben für einen Gegenkandidaten zu verhindern:

“Der Ermittler Krakau, auch er Mitglied der CDU, ist der Schwager des CDU-Ratspolitikers Karl Jürgen Klipper, dessen Wahl zum Fraktionschef im Juli 2003 durch eine von Blömer gesteuerte Aktion zwei Tage vor der Begegnung in Erfurt um ein Haar gescheitert wäre.”

Als ob die CDU-Verschwägerung von Politik und Justiz nicht schon genug über den Zustand der Justiz in Köln aussagen würde, kam heute noch ein Artikel zum “Erfurter Domgespräch” im Kölner Stadt-Anzeiger, der dem Ganzen sozusagen die Krone aufsetzt. Dort wird nun sinngemäß gemutmaßt, dass das ganze “Erfurter Domgespräch” ein Manöver - möglicherweise ein gemeinsames Manöver aller Beteiligten - ist, um den Prozess komplett platzen zu lassen. Selbst von einer Bananenrepublik würde man sicher mehr Rechtsstaatlichkeit erwarten.

Die Existenz einer Politjustiz wäre damit in Köln dann allerdings offiziell eingestanden.

[Link] [Cache]
Tricky.at: Internet-Abzocker vor dem Kadi
10/31/2008 08:47 PM
[Link] [Cache]
Tammox: Was wirklich wichtig ist - 2.Teil.
10/31/2008 08:04 PM
Was haben sie bloß im Moment alle mit Senf?
Am 04.Oktober badete der Kulturbeauftragte des deutschen Fernsehens vor einem Millionenpublikum in einem Senffass.
Eben bevor der Moderator von Deutschlands quotenstärkster und für den Gebührenzahler teuersten Sendung mit Marcel Reich-Ranicki über den Niedergang der deutschen TV-Kultur parlierte, zeigte er noch einmal wes Geistes Kind er ist.
Willkommen im Land der Dichter und Denker.
Zu kalauern, daß ich nun „mein Senf dazu gebe" wäre jetzt schwach.
Also ohne Überleitung zum nächsten Senf.
Damit hatte sich Johannes Masing, der von der SPD benannte neue Staatsrechtler im Bundesverfassungsgericht, zu beschäftigen.
Wie kommt's?
Ein ewiggestriger NPD-Schrumpfkopf bezeichnete in Köln öffentlich die deutsche Fahne mit dem vorvorgestrigen Ausdruck „Schwarz-Rot-Senf".
Eine Uraltschmähung aus der ältesten Mottenkiste. In der Weimarer Republik gab es dazu schon Reichsgerichtsurteile, die so eine Wortwahl verurteilten.
Das Wort Mostrich sei "ein Ausdruck zur Verächtlichmachung der neuen Reichsfarben" und "der beschimpfende Charakter" trete "gerade deshalb hervor, weil diese Farben großen Teilen des Volkes als etwas besonders Verehrungswürdiges, Heiliges gelten".
90 Jahre später bekam ein zuhörender Staatsschutzbeamter immer noch Herzbeklemmungen und raste sofort zum Amtsgericht Köln, das einschritt und den Nazi verurteilte!
Hört. Hört!
Wenn der braune Mob über die Dörfer rast, um alles ausländisch aussehende zu verprügeln, oider zu ermorden, bemühen sich Politiker das herunter zu spielen und möglichst aus den Statistiken zu tilgen, aber bei dem Deutschlandfähnchen ist mal Schluß mit lustig.
Das Amtsgericht brummte ihm 1.800 Euro Geldstrafe auf und sah anschließend zu, wie sich der Delinquent durch alle Instanzen nach oben robbte.
Es ist nicht bekannt, welche Kosten das verursacht hat.
Am Ende stand nun also das BVG, welches die exorbitante Geldstrafe aufhob und die causa wieder zum Kölner Amtsgericht schob. «Der Symbolschutz des Staates» dürfe «nicht zur Immunisierung des Staates gegen Kritik und selbst gegen Ablehnung führen»

Den Nazi wird es freuen, er spart die Strafe und genießt nun bundesweite Bekanntschaft.
Die Prozeßkosten übernimmt der Steuerzahler.[Link] [Cache]
emplify: Links - 31.10.2008
10/31/2008 08:03 PM

  • Das wöchentliche Bankenkrisespecial: Eine weitere umgekippte Bank lockt ja keinen mehr, aber jetzt fangen die Banken auch schon an, die Konten zu sperren. Die Rentenkassen scheinen sich nicht nur in Argentinien, sondern auch in Grossbritannien verkalkuliert zu haben.
  • Analog zur Autoindustrie fordern jetzt die Krankenhäuser auch Subventionen? Man lese den Artikel mal in Ruhe. Da steht nur Bullshit drin. Zum einen sind viele Kliniken privatisiert worden. Wieso jammern die bitte? Das ist doch viel effizienter, ist immer eins der Hauptargumente. Viel interessanter ist aber die völlige Abwesenheit von Zahlen in dem Artikel. 34% der Kliniken schätzen ihre Situation "eher unbefriedigend" ein. Was ist denn das für ein Kriterium bitte?! Ich schätze mein monatliches Gehalt auch als eher unbefridiegend ein, weil ich weniger bekomme als Wiedeking und Ackermann. Langsam hab ich das Gefühl, die tagesschau online Autoren kopieren direkt aus den Pressemeldungen einiger Webseiten.
  • Aua. Die Telekom hat eigene Mitarbeiter bespitzelt, um das Leak mit den 17 Mio. Daten zu finden. Und schlussendlich war es doch ein Whistleblower mit dem entscheidenen Tip. Alleine hätten sie das also wahrscheinlich nicht geschafft.
  • Attentatspläne gegen Obama vereitelt: Wie kann man sowas als Nachricht publizieren. Man achte mal auf eine der Bildunterschriften - "Sollte angeblich Opfer eines Anschlags werden". Morgen könnte übrigens auch die Welt untergehen...
  • Die Regierung präsentiert: Mathe für Vollidioten. Um die Autoindustrie anzukurbeln, plant man jetzt Steuernachlässe beim Neuwagenkauf. Eine grandios peinliche Milchmädchenrechnung. Holgi hat das ganze mal für sich aufgeschlüsselt, und da gibt es wenig hinzuzufügen. Aber die ARD hat sich dann nicht entblößt, noch einmal zu schreiben, dass man gar nicht sooo viel spart. Was für ein kritischer Journalismus.
  • Nicht nur am Hindukusch, auch am Kap Horn sind ja bekanntlich deutsche Grenzen. Daher werden sie da auch verteidigt. Ein Schelm, wer da an Rohstoffe denkt.
  • Gute Freunde: Die katholische Kirche und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Wie man als Kirche ruhigen Gewissens derartig gesinnte Leute im Amt lassen kann, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Wobei, in Regensburg rollten ja nichtmal Köpfe für ganz andere Sachen...
  • Der Hammer der Woche: Die Hartz Reformen sind links (okok, ist die taz, aber trotzdem)
  • Jochen Hoff mit seinem Blog Duckhome hat wie von ihm angekündigt ein Ermittlungsverfahren mit Ursprung Sebastian Edathy bekommen. Schön, dass gewisse Menschen so berechenbar (und somit implizit langweilig) sind. Ich wünsche viel Erfolg und noch mehr Spaß.
  • Technik: Ein Team mit Bruce Schneier hat einen neuen Hash Algorithmus namens Skein entwickelt. Mal gespannt, ob er sich hält.
  • Ein Geheimdienstbudget in Höhe von fast 48 Milliarden Dollar haben wohl nicht sooo viele Länder..
  • An die fähigen Ingenieure unter uns. Loremo sucht Leute. Wenn ich davon Ahnung hätte, würde ich ja sofort hinwechseln, aber ich bin ja absolute Ingenieurniete - allerdings kann man Loremo immer noch über ein interessantes Beteiligungsmodell helfen. Aber ich verspreche euch, dass ich mir einen Loremo zulegen werde, wenn es ihn mal gibt, und der Liter Benzin immer noch für Normalsterbliche bezahlbar ist.
  • Zur Auflockerung am Ende noch ein paar Büroscherze

[Link] [Cache]
BLÖD stellt klar: "Ohne die schmerzhaften Reformen unter Kanzler Schröder stünde bei der Zahl der Arbeitslosen heute keine 2 vor dem Komma!"
10/31/2008 07:51 PM

von Folker Hoffmann

Um BLÖD als Agitator behilflich zu sein bedarf es ideologisch gefestigter Persönlichkeiten die nicht davor zurückschrecken Wahrheiten so lange zu entstellen, bis sie sich zu Unwahrheiten mutiert haben.

Kein Wort über die vielen statistischen Manipulationen des Hauptquartiers, auch kein Wort über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen dieser neoliberalen Form der Sklavenhaltung. Unterwerfung ist angesagt bei den "hire-and-fire-Jobs" die durch kurzfristiges Einstellen und Entlassen von Mitarbeitern gekennzeichnet ist. Wer die Gunst des Chefs verliert, fliegt.

Kein Wort davon, dass es in Deutschland die meisten Langzeitarbeitslosen in Westeuropa gibt, dank oder trotz dieses Jahrhundertwerkes, dass auf den Namen eines prominenten Schmiergeldzahlers getauft wurde. In Deutschland Voraussetzung um es bis in höchste Ämter zu schaffen.

Kein Wort, dass es die viel bessere Konjunktur in einigen Hauptabnehmerländern deutscher Waren war und nicht die angebliche Wunderwaffe, die einen Export an Arbeitslosigkeit ermöglicht haben, der nun zu Ende kommt und sich umkehren wird.

Kein Wort, dass die schlechte Qualität der neuen Arbeitsplätze kombiniert mit - anders als bei unseren Nachbarn - fehlendem Mindestlohn die Massenkaufkraft und die deutsche Binnenkonjunktur unten gehalten hat. Dass die sogenannten Reformen so einen im Vergleich zu den anderen Ländern einmaligen Lohnsog nach unten ausgelöst haben. Daß die schlechte Binnenkonjunktur sich in der Krise bei fallendem Export doppelt rächen wird.

Die "letzte Sondermeldung" vom Stalingrad des Arbeitsmarktes wird nun für lange Zeit mit Durchhalteparolen ersetzt, mit dem Ziel, die Menschenwürde dem "Heiligen Finanz- und anderen Märkten" sowie seinen Nutznießern zu opfern.

Merke: Reichtum ist die Fähigkeit abzuschöpfen!

[Link] [Cache]
anouphagos: Gesellschaftliche Ursachen, Fehldeutungen und Nutzen von Prokrastination
10/31/2008 07:06 PM

E.A.Poes Roman “Die Geschichte des Arthur Gordon Pym” ist ein Fragment geblieben; der Ulysses ist sicherlich so entstanden, wie wir ihn vorliegen haben, weil er nicht mehr sinnvoll überarbeitet werden konnte (das vermute ich jetzt mal, recherchiert habe ich das nicht); Mnemotechniken und Zettelkästen, die Wikipedia (und vermutlich die Schrift an sich) sind entworfen worden, weil Leute zu faul waren, die Sachen auf hergebrachte Art zu machen. Prokrastination - das Phänomen, dem sich Sascha Lobo und Kathrin Passig in ihrem Buch “Dinge geregelt kriegen. Ohne einen Funken Selbstdisziplin” widmen - bedeutet vor allem, Dinge zu erledigen, die man gerade nicht erledigen soll, darüber aber Dinge, die man erledigen soll, nicht zu erledigen. (Das war ein komplizierter Satz, aber Goethe soll mal etwas in diesem Sinne geschrieben haben: “Ich habe keine Zeit für einen kurzen Brief, darum schreibe ich dir einen langen.”) Damit ist (wäre?) erfolgreiche Prokrastination ein Beleg dafür, dass die Deutungshoheit in Sachen “Bedeutung von Aufgaben” unserer Gesellschaft ungerechtfertigt ist.

(Dieser Beitrag wird irgendwann vielleicht noch einmal ergeänzt. Und ich schwöre, dass dies der letzte und einzige Prokrastinations-Gag in diesem Blog bleibt. Jedenfalls nehme ich mir das ganz fest vor.)

[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Tief ruht der See
10/31/2008 07:06 PM
Im Zuge der Durchsetzung von Genehmigungsverfahren für überhöhte Manager-Gehälter mcht die Bundesregierung im eigenen Haus ernst. So hat sie den Vorständen ihres Tochterunternehmens Deutsche Bahn AG offenbar nicht die gesamten 4,5 Milliarden Einnahmen aus dem geplanten Börsengang versprochen, sondern nur einige Millionen.

Gemäß den Bonusplänen, von denen der sozialdemokratische Verkehrsminister Tiefensee absprachegemäß nichts wusste, sollen alle Vorstände für den Börsengang eine „Event-Prämie" von 100.000 Euro sowie eine erlösabhängige Erfolgsprämie erhalten, die bei bescheidenen sieben Milliarden Euro Erlös je eine Million Euro pro Nase beträgt. Wegen seines besonderen Einsatzes und des neuen Achsen-Akandals darf Bahnchef Hartmut Mehdorn das 1,4-fache mitnehmen, Finanzvorstand Diethelm Sack soll nur das 1,2-fache bekommen.

Ein Staatssekretär von Wolfgang Tiefensee, der die Bonusregel im Bahn-Aufsichtsrat mitbeschlossen hatte, durfte nach Bekanntwerden sofort selbst Gebrauch von den großzügigen Abfindungsregeln im Reich des cellospielenden ehemaligen Leipziger Oberbürgermeisters machen, um seinem Dienstherren persönliche Konsequenzen zu ersparen. Der 49-jährige Beamte wurde "entlassen" (Tiefensee), bekommt aber als verbeamteter Staatssekretär natürlich weiterhin seine vollen Bezüge. Bei einer zu erwartenden Rest-Dienstzeit des derzeit recht rüstig wirkenden Herrn Randow von 16 Jahren dürfte das den Steuerzahler weitere rund zwei Millionen kosten - ganz egal, ob die Bahn nun steht, fährt, an die Börse geht oder bleibt, wo sie meistens ist: Zur Achskontrolle.[Link] [Cache]
Oeffinger Freidenker: Mantel oder Kürbis? Eine Replik.
10/31/2008 06:58 PM
Roberto J. de Lapuente hat auf ad sinistram einen Artikel zum Verschwinden des St.-Martins-Tags zugunsten von Halloween geschrieben. In Kürze: der Artikel betrauert das Verschwinden des St.-Martins-Tages und geißelt Halloween, das keine Tradition hierzulande besitzt und materialistisch ist und dabei gleichzeitig die Kinder verzieht, weil sie Fordern anstatt zu teilen. Ich empfehle, de Lapuentes Artikel zu lesen, bevor ihr diese Replik lest.

Mantel oder Kürbis? Eine Replik.

Ich möchte Roberte J. de Lapuente entschieden in seiner Kritik an Halloween widersprechen. Nicht in allen Punkten, sicherlich, aber zumindest in den hauptsächlichen. Es beginnt bereits bei der Einleitung de Lapuentes. Halloween hat keine Tradition in Deutschland. Nun, das mag sicher richtig sein. Aber wenn ich mich richtig erinnere, haben die christlichen Gebräuche und Feiertage auch die heidnischen verdrängt, die früher einmal hier gelebt und gefeiert wurden - oder wer, außer einigen ewiggestrigen Glatzen, begeht den Wotanstag? Nur weil etwas schon eine ganze Weile da ist ist es nicht per se schützenswert.
Ein zweiter Kritikpunkt de Lapuentes bezieht sich auf die Intention der beiden Feiertage.
Man könnte es auch philosophischer zur Auswahl bereiten: Es ist der Widerstreit zwischen plumpen Materialismus und zwischenmenschlichem Idealismus. Oder wenn wir die Terminologie Erich Fromms heranziehen: Eine Auseinandersetzung zwischen der Charakterstruktur des Habens und des Seins. Dass der kindliche Egoismus, der in dieser Phase des Lebens freilich notwendig ist, sich für das Haben entscheiden wird, d.h. für Süßigkeiten und Freude durch Verkleidung, ist nicht weiter verwunderlich.
- de Lapuente
Konsultiert man Wikipedia, findet man in Tradition und Bedeutung des Martinstags einige interessante Punkte:
Die verschiedenen Bräuche wurzeln in zwei wohl zusammenhängenden Umständen. In der von Byzanz beeinflussten Christenheit lag der Martinstag zunächst am Beginn der 40-tägigen Fastenzeit ab dem 11. November, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein – in den Orthodoxen Kirchen teilweise bis heute – vor Weihnachten begangen wurde. Am letzten Tag vor Beginn dieser Fastenzeit konnten die Menschen - analog zur Fastnacht – noch einmal schlemmen. So wird noch heute beim rheinischen Karneval die neue „Session" am 11. November ausgerufen. Daneben war der Martinstag auch der traditionelle Tag des Zehnten . Die Steuern wurden früher in Naturalien bezahlt, auch in Gänsen, da die bevorstehende Winterzeit das Durchfüttern der Tiere nur in einer eingeschränkten Zahl möglich machte. An diesem Tag begannen und endeten auch Dienstverhältnisse, Pacht-, Zins- und Besoldungsfristen. Der Martinstag wurde deshalb auch Zinstag genannt.
- Wikipedia
An eine rein idealistische Ausrichtung des Feiertags brauchen wir nicht zu glauben, diese Vorstellung können wir getrost abschütteln (und sehen anbei auch gleich noch, dass die Tradition aus Byzanz stammt und damit kaum als genuin deutsch zu beschreiben ist). Auch der Martinstag entbehrt damit nicht gerade einer sehr materialstischen Grundlage, nämlich dem Schlemmen vor der Fastenzeit und dem sehr pragmatischen Schlachten der Tiere, die man ohnehin nicht durch den Winter bringen kann.
De Lapuente kritisiert außerdem, dass die Kinder - die heute in beiden Fällen die hauptsächlichen Ausführenden des Feiertages sind - im Falle des St.-Martins-Tages das Beisammensein lernen (durch das Basteln der Laternen und den gemeinsamen Umzug). Das ist bei Halloween aber genauso der Fall. Hier werden vorher gemeinsam die Häuser geschmückt (was bei dem Feiertag eigentlich ein ebenso wichtiger Punkt ist!), die Kostüme hergestellt und alles vorbereitet. Nach dem Durch-die-Straßen-ziehen stehen dann gemeinsame familiäre Rituale (wie das berühmte Äpfelfischen) im Vordergrund. Also auch hier keine reine Gierveranstaltung. Im übrigen:
Im Anschluss an den Martinszug oder auch an einem leicht abweichenden Termin wird vielerorts auch das Martinssingen (auch "Martinilieder") praktiziert, bei dem die Kinder mit ihren Laternen bzw. Lampions von Haus zu Haus ziehen und mit Gesang Süßigkeiten, Gebäck, Obst und andere Gaben erbitten.
- Wikipedia
Also auch hier keine Freiheit vom Materialismus.
Der letzte Kritikpunkt de Lapuentes, mit dem ich mich auseinandersetzen will, ist das erpresserische Verhältnis beim Halloween im Vergleich zu St.-Martin, was ja durch obige Quelle vordergründig noch bestätigt wird (auf der einen Seite die Erpressung, auf der anderen Seite das Bitten). Doch diese Darstellung greift zu kurz und wird von de Lapuente auch unzulässig auf das politische Feld ausgedehnt (Kriegsdrohungen etc.). Denn beim "Trick or Treat" des Halloween handelt es sich ja um eine sehr ritualisierte Form der Erpressung, die sich vor einem Zug laternenschwinkender Kinder oder den Sternsingern kaum unterscheidet - wer könnte hier ernsthaft Süßigkeiten verweigern? Die süßen Kinder erpressen den Adressaten so oder so, ob sie lieb bitten und Laterne schwenken oder singen oder ob sie mit kindlichen Stimmen "Süßes oder Saures!" rufen.
In meinen Augen übersieht de Lapuente hier schlichtweg, dass "Halloween" kein deutscher Feiertag ist - trotz seinem einleitenden Hinweis auf diesen Sachverhalt nur auf den ersten Blick ein Paradoxon. Ich bin kein Kirchenhistoriker, aber ich würde mich zu der Behauptung versteigern, dass bei "Einführung" des St.-Martins-Tags für die entsprechenden Ausführenden ebenfalls weniger das Gedenken an einen obskuren römischen Zenturio als vielmehr das Schlachten, Zubereiten und vor allem Verspeisen der zugehörigen Gans im Vordergrund stand. Gleiches gilt für Halloween. Bislang ist dieser Feiertag hierzulande hauptsächlich als weitere Begründung für dämliche Parties mit hohem Alkoholpegel oder schrottige Verkleidungen von der Stange bekannt, an denen sich die Industrie gutes Geld verdient. Dem Feiertag selbst aber wird damit kein Recht getan.
Denn Halloween hat eigentlich durchaus Berechtigung, in Deutschland ebenfalls Teil des Kulturguts zu werden. Denn wer weiß hierzulande schon, was eigentlich hinter diesem Feiertag steht? Scott Stevenson erklärt dies hervorragend in seinem Blog "USA erklärt". Halloween besitzt überhaupt keine traditionelle Grundlage oder Legitimation. Gerade das macht ja den Charme aus. Es ist ein Feiertag für Kinder, der einzige, im übrigen, denn obwohl Weihnachten inzwischen auch ein reines materialistisches Beschenkungsfest wurde, hat es ja auch einen anderen gewachsenen Hintergrund. Halloween ist einfach nur für die Kinder da, die hier ihren Spaß haben dürfen. Deswegen gehört das Schnitzen der Kürbisse, das Dekorieren der Häuser, das Schneidern der Kostüme und schlussendlich das Erringen von Süßigkeiten (für die der Amerikaner statistisch 18,72 Dollar ausgibt - kein Vergleich zu Weihnachten) ja auch nicht zur Industrie und entbehrt so materialistischer Wurzeln. Halloween ist ein Tag, an dem die Kinder das Vergnügen haben, wildfremde Erwachsene anzusprechen und an leckere Süßigkeiten zu kommen. Das "Streiche spielen" ist dabei keine echte Erpressung, wie bereits erwähnt. Für mich gibt es nicht auch nur den geringsten Grund, Halloween nicht in den Kanon der auch hier in Deutschland begangenen Feiertage aufzunehmen - da schließe ich mich voll Stevensons Meinung an. Man müsste ihn nur denen entreißen, die ihn vollkommen falsch interpretieren, der Wirtschaft, den Jugendlichen (denen er auch nicht gehört, er ist dezidiert für Kinder) und in diesem Fall auch de Lapuente.
[Link] [Cache]
TAMMOX-TV: TV AM SONNTAG, den 2. November 08
10/31/2008 06:53 PM
[if gte mso 9]> [if gte mso 9]> Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE [if gte mso 9]> [if gte mso 10]>

Philosophie, 13.00 Uhr, ARTE: Nach der Unterzeichnung eines einträglichen Vertrages stößt ein Minister mit seinem chinesischen Amtskollegen an: eine banal anmutende Geste mit katastrophalen Auswirkungen. Wer trägt die Schuld? Inwieweit muss man die Verantwortung für sein Handeln übernehmen, wenn es durch Umstände, die man zuvor nicht in Betracht gezogen hatte, unvorhersehbare Folgen nach sich zieht, wenn eine gut gemeinte Absicht Schaden anrichtet? Soll man einen Menschen töten, um das Leben Tausender zu retten oder umgekehrt das Leben eines Einzelnen retten und dadurch, das von Hunderten aufs Spiel setzen? Raphaël Enthoven und sein Gast Gérôme Truc diskutieren zahlreiche Aspekte rund um das Thema Verantwortung.

-Tod des Präsidenten, arte, 16.10 Uhr: "Death of a President" ist eine erschreckend glaubwürdige Dokumentation über ein Attentat, das niemals stattgefunden hat. Am 19. Oktober 2007 wird George W. Bush beim Verlassen eines Hotels in Chicago erschossen, der Täter kann entkommen. Die Welt ist erschüttert und die Suche nach dem Mörder und den Hintergründen der Tat beginnt.

-Radetzkymarsch, arte, Teil1: 20:40 Uhr, Teil 2: 22:50 Uhr: Film von Axel Corti (Österreich, Frankreich, Deutschland, 1994) nach Joeseph Roths 1932 erschienenem Roman über den Untergang Kakaniens: Der Sohn von Baron von Trotta wird nach dem Vorbild seines Großvaters, des "Helden von Solferino", auf den Militärberuf vorbereitet. Eine lastende Tradition und das väterliche Ethos strengster Loyalität und Pflichterfüllung im Dienst formen Gemüt und Charakter des jungen Menschen, der in der Tiefe seines Wesens kein Soldat ist.

- "Sternstunde Philosophie", 3Sat, 09.15 Uhr: Zwischen Tradition und Moderne. Orhan Pamuk im Gespräch mit Nathalie Wappler

-Bowling for Columbine, 3Sat, 22.15 Uhr: Dokumentarfilm, USA/Kanada/Deutschland 2002 Regie: Michael Moore Mit George W. Bush, Charlton Heston, Marilyn Manson, Michael Moore u.a.

-PHOENIX: 07.30 + 18.00 Uhr: Jenseits von Washington. Mit Klaus Scherer durch Amerikas Wahljahr. ARD-Studio Washington, 08.30 Uhr: Jaffa. Geschichten aus der ältesten Hafenstadt der Welt. Film von Gerd Helbig, 09.00 Uhr: Heimatsuche: Jeckes in Israel. Film von Frank Rothert und Christoph Felder, 13.00 + 22.30 Uhr: Kamingespräch. Elmar Theveßen im Gespräch mit Cem Özdemir, 14.00 Uhr: 27.10.1968 - 40. Todestag der Atomphysikerin Lise Meitner, 18.45 Uhr: Die Bronx und der Traum vom großen Geld. Von Boxern, Zockern, Pokerdealern, 19.15 Uhr: Duell ums Weiße Haus. Obama und McCain im Endspurt. Film von Thomas Berbner und Udo Lielischkies

-West.Art am Sonntag, WDR, 11.00 Uhr: Was geht uns der Krieg heute noch an? Unsere Eltern - die verwundete Generation. Moderation: Holger Noltze. Gäste: Gertrud Ennulat, Pädagogin und Autorin ("Kriegskinder - Wie die Wunden der Vergangenheit heilen"), Peter Finkelgruen, Rundfunkredakteur, Korrespondent und Autor ("Erlkönigs Reich"), Ingeborg Jacobs, Autorin ("Freiwild. Das Schicksal deutscher Frauen 1945") und Filmemacherin, Hartmut Radebold, Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und Psychoanalyse ("Söhne ohne Väter: Erfahrungen der Kriegsgeneration"), Alexandra Senfft, Autorin ("Schweigen tut weh - Eine deutsche Familiengeschichte")

-Cosmo-TV, WDR, 15.55 Uhr: Integration durch Religion?, Ford-Mitarbeiter bangen um Jobs, Was zum Glück fehlt

-Hier und Heute, WDR, 02.45 Uhr: Altenhilfe auf Polnisch. Willy B. ist 87 Jahre alt…. Irgendwann fing es an, dass er und seine Frau nicht mehr alleine in ihrem Haus zurecht kamen. Dem alten Herrn fiel das Gehen immer schwerer, seine Frau sah nur noch ganz schlecht. Frau Lydia ist 56 und stammt aus Posen. Dort musste sie mit 200 Euro im Monat auskommen - zu wenig um über die Runden zu kommen. Also ging sie nach Deutschland, vermittelt von einer Agentur. Seitdem lebt Frau Lydia aus dem Koffer, wechselt regelmäßig ihren Arbeitsplatz um keinen Ärger mit den Behörden zu bekommen. Rund 1.400 Euro verdient sie monatlich, Kost und Logis frei. Für die Polin ist das gutes Geld, für Willy B. wäre eine deutsche Kraft zu teuer. Selbst die Diakonie in Soest vermittelt inzwischen polnische Hilfen in die Haushalte alter Menschen. Nicht als Pflegekräfte, wie es offiziell heißt. Doch wer überprüft das? Auch die Verbraucherzentrale gibt zu, dass keiner mehr richtig durch blickt. Der ganze Markt sei eine einzige Grauzone.

-Rund um den Michel, NDR, 18.00 Uhr: Architektonische Entdeckungen im Untergrund - Mit den Fäkalsaugern unterwegs - Schuh-Persepektive - Musikclubs - Asservatenkammer der Polizei - Dessous: Spitzenfrau für's "Untendrunter" - Bergbau im Hamburger Hafen: U4 - Okkultismus - Atombunker unter dem Hauptbahnhof - HSV-Friedhof

-Capriccio, BR, 09.15 Uhr: Was macht eigentlich unser Geld, wenn wir es auf die Bank legen? "Let's Make Money" - der neue Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer folgt der Spur unseres Geldes, Pompeji am Mondsee! Ein Steinzeit-Tsunami vernichtet ein komplettes Pfahlbauten-Dorf, in dem womöglich auch Ötzi gewohnt hat, An der Zeitmauer: Wie Wassily Kandinsky in eine völlig neue Dimension der Malerei vordringt - jetzt im Lenbachhaus in München, Vom bayerischen Wald in die Welt! Der Architekt Peter Haimerl und seine eigenwilligen Häuser, Playgrounds! Die eigenwilligen Fotografien von Peter Friedl zeigen die Spielplätze in aller Welt

-Presseclub, ARD, 12.03 Uhr: Machtkampf ums Weiße Haus. Amerika wählt einen neuen Präsidenten. Katja Gloger, Stern, Matthias Rüb, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Adrienne Woltersdorf, Tageszeitung, Markus Ziener, Handelsblatt

-Billige Engel, ARD, 17.30 Uhr: Pflegerinnen aus Osteuropa

-Bericht aus Berlin, ARD, 18.30 Uhr: 1. Erste Wahl: Was erwartet Deutschland vom neuen amerikanischen Präsidenten? 2. Zweite Wahl: Scheitert Andrea Ypsilanti ein weiteres Mal bei der Wahl zur hessischen Ministerpräsidentin? 3. Kaum eine Wahl: Wollen Privatbanken nun doch unter den Rettungsschirm der Regierung? 4. Keine Wahl: Zeitarbeiter verlieren ihre Jobs infolge der Finanzkrise. Ist das der Beginn einer neuen Massenarbeitslosigkeit?

-Weltspiegel, ARD, 19.20 Uhr: Berichte aus den USA

-Anne Will, ARD, 21.45 Uhr: Monopoly an der Börse - aus der Krise nichts gelernt? Arend Oetker, Unternehmer und Vize-Präsident des BDI, Daniel Goeudevert, Ex-VW-Manager, Hans Eichel (SPD), Silvana Koch-Mehrin (FDP), Klaus Nieding, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

-TTT, ARD, 23.05 Uhr: 1. Max Mosley verklagt die Presse 2. "Incanto"- neues Album von Andrea Bocelli 3. "Celebration" - der Kult des Künstlers: Jeff Koons 4. "Das Herz von Jenin"- der wunderbare Dokumentarfilm von Marcus Vetter 5. (Als Westkorrespondent in der DDR) "Der geduldete Klassenfeind", das Buch des ehemaligen DDR-Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung, Peter Pragal

-Druckfrisch, ARD, 23.35 Uhr: Denis Scheck mit Christian Kracht über seinen neuen Roman und die Weltgeschichte, mit Arthúr Bollason über Island und mit Rafik Schami über Männermacht und Frauenlist.

-ZDF.reportage, 18.30 Uhr: Alemania in Alanya!

-Berlin-Direkt, ZDF, 19.10 Uhr: Pro und Kontra Konjunkturpaket: Impulse für die Konjunktur, Antisemitismus-Antrag: Unpassende Uneinigkeit

- ZDF-History, 00.20 Uhr: Hitlers Reich

-ZDF-History, 01.10 Uhr: Die lange Nacht der US-Präsidenten

-Spiegel TV, RTL, 22.40 Uhr: VERZOCKT UND TROTZDEM AUSGESORGT. Das schöne Leben der Ex- Banker, Null Bock auf Maloche - Das Ausbildungsdesaster; Auf die Plätze, fertig, los - Einstellungstest bei der Feuerwehr

-Planetopia, SAT1, 22.45 Uhr: Der neue Bond - Was moderne Stunt-Technik leistet / Falsch angegurtet - Jedes dritte Kind im Auto schlecht gesichert / Jagd nach Haien - Warum Zehntausende Tiere getötet werden / Blick in den Körper - Neues Verfahren liefert spektakuläre Bilder.

[if gte mso 9]> [if gte mso 9]> Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE [if gte mso 9]> [Link] [Cache]
Linke Zeitung: Mehmets Albtraum
10/31/2008 05:58 PM
Ein deutscher Kurde über seine Haft in der TürkeiEines weiß Mehmet Desde genau: Dass ich Deutscher bin, hat die türkischePolizei nicht interessiert. Mehmet Desde, ein gebürtiger Kurde aus Landshut ist wieder in Deutschland - nach gut sechs Jahren. So lange wollte er nicht fortbleiben, er war doch nur in die Türkei gefahren, um seinen Vater zu beerdigen. Danach hat er mit einem Freund noch ein paar Tage Urlaub an der Ägäisküste gemacht. Was dort aber geschah, hat, wie Desde sagt, mein Leben zerstört .Der 49-Jährige hat alle Daten dieses Horrortrips im Kopf. Es war ein Sommertag,der 9. Juli 2002, als er bei Izmir festgenommen und zur Antiterror-Abteilung der Polizei gebracht wurde. Dort hat man ihn misshandelt, mit Vergewaltigung und dem Tod bedroht. Man werde ihn mit einem Betonklotz in die Ägäis werfen, sagten ihm seine Folterer. Den deutschen Pass nahmen sie ihm ab und erklärten, dieser sei sicher gefälscht . So erzählt es Desde nun mit leiser Stimme.Als er erfuhr, was ihm vorgeworfen wurde, konnte er damit wenig anfangen: Mitgliedschaft in einer Terrororganisation. Von der Bolschewistischen Partei Nordkurdistan/Türkei , der er angehören sollte, hatte Desde nach eigenen Angaben noch nie etwas gehört.Er erhielt trotzdem Ausreiseverbot, wurde angeklagt und zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. In der nächsten Instanz plädierte sogar der Generalstaatsanwalt für Freispruch, aber das Kassationsgericht in Ankara bestätigte am 25. Dezember 2006 das absurde Urteil aus Izmir: Der Deutsche Desde musste in ein türkisches Gefängnis.[Link] [Cache]
Freeman: Petition "Zum Verbot von Goldverkäufen" lanciert
10/31/2008 05:48 PM
Sie Schweizerzeit hat eine Petition "Zum Verbot von Goldverkäufen" lanciert. Zusammen mit einer Gruppe von Nationalräten (Nationalrat Toni Brunner, SG, Nationalrat Hans Kaufmann,ZH, Nationalrat Ueli Maurer, ZH Nationalrat Yves Nidegger, GE, und NationalratLuzi Stamm, AG) wurden ein Bündel konkreter Massnahmen vorbereitet.

Schluss mit Goldverkäufen

Jeder weitere Goldverkauf wird unterbunden. Der Goldbestand ist Volksvermögen. Er muss den Franken auch in turbulenten Zeiten absichern.

Höhere Währungsreserven

Der Nationalbank soll der notwendige Freiraum für zusätzliche Rückstellungen zur schrittweisen Vergrösserung der Währungsreserven als Fundament für einen gesunden, starken Franken gesichert werden.

Gold-Anteil erhöhen

Getreu dem Verfassungsauftrag, wonach ein Teil der Währungsreserven in Gold zu halten ist, soll der (unverkäufliche!) Goldanteil anlässlich der Erhöhung der Währungsreserven angemessen vergrössert werden.

Goldreserven in der Schweiz aufbewahren

Die heute noch im Ausland liegenden Teile der Schweizer Goldreserven sind unverzüglich zurückzuführen.

Bankkundengeheimnis in die Verfassung

Zur Sicherung des Bankkundengeheimnisses vor weiteren böswilligen Angriffen aus dem Ausland ist das Bankkundengeheimnis in die Form eines Verfassungsauftrags zu kleiden, der dann nur noch mittels Volksabstimmung verändert werden kann.

Hierzu kann ich euch noch folgende Zusatzinformationen liefern:

" Die Nationalbank ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft des Bundesrechts. Sie wird unter Mitwirkung und Aufsicht des Bundes nach den Vorschriften des Nationalbankgesetzes verwaltet. Die Aktien sind als Namenpapiere ausgestaltet und an der Börse kotiert. Das Aktienkapital beträgt 25 Millionen Franken und ist zu rund 55 % im Besitz der öffentlichen Hand (Kantone, Kantonalbanken etc.). Die übrigen Aktien befinden sich grösstenteils im Besitz von Privatpersonen (wer?). Der Bund besitzt keine Aktien."

Die SNB und der Bund sind somit NICHT das Gleiche. Der Bund ist das Volk, die SNB eine AG (von der der Bund nicht einmal Aktien besitzt). Wenn der Bund das Gold aufkaufen würde, das die SNB laufend verschleudert, dann würde es wieder dort hin gehen, wo es hin gehört, nämlich in die Hände des Volkes.

Ferdinand Lips (Autor des Buches "Die Goldverschwörung") hatte vollkommen Recht, als er sagte: "Die Gründung der Zentralbanken, insbesondere der FED, war das grösste Verbrechen des 20. Jahrhunderts".

Ohne Zentralbanken wäre z.B. der I. Weltkrieg bereits nach 6 Monaten vorbei gewesen, weil die Regierungen kein Gold mehr hatten, um noch mehr Waffen und Munition zu kaufen. Doch weil die Banken den Krieg wollten (je länger der Krieg, desto grösser die Umsätze und die Schulden), haben dann die Zentralbanken begonnen, vom 100% Goldstandard abzuweichen und einfach mehr Geld zu drucken als durch Gold gedeckt war. Dadurch konnte der I. Weltkrieg auf über 4 Jahre verlängert werden. Seit der Gründung der FED 1913, hat der USD mehr als 98% seines Wertes verloren. Die Zentralbanken auf der ganzen Welt sind die URSACHE der heutigen Probleme (Inflation, Kriege usw.).

Nichts würde die Welt rascher zum Besseren verändern als genau das, was der Präsidentschaftskandidat Ron Paul tun würde: die amerikanische Zentralbank FED schon in der ersten Woche seiner Amtszeit abschaffen.

Ich bitte alle Schweizer, diese Petition auszudrucken und zu unterschreiben. Unsere deutschen Freunde und die Schweizer bitte ich, den Link und die Informationen an sämtliche Kanäle die ihr habt weiterzuleiten. Vielen Dank für eure Mithilfe.

http://www.schweizerzeit.ch/petition_goldreserven.pdf [Link] [Cache]
Adrian: Verbraucherschützer geben Lockvögel zum Abschuss frei
10/31/2008 05:27 PM
Ein Riesenerfolg für verärgerte Schnäppchenjäger: Weil sie im Internet verlogene Lockvogelangebote öffentlich an den Pranger stellten, wurden Firmen jetzt abgemahnt. „Stopp den Lockvogel" heißt es auf der Seite der Verbraucherzentrale NRW. Hier werden alle Kunden aufgerufen, ihre Erfahrungen mit ausverkauften Sonderangeboten zu schildern. Quelle: berlinonline.de / Zum Artikel [Link] [Cache]
Spam-Welle: „Die Gangster haben Kunden weltweit"
10/31/2008 05:25 PM
Seit einigen Tagen rollt eine gigantische Welle gefährlicher Mails durch das Internet. Der Sicherheitsspezialist Achim Kraus von der Firma IronPort Systems erläutert im Interview die aktuellen Trends. Quelle: Focus.de / Zum Artikel [Link] [Cache]
Adrian: Warnung vor irreführender Werbung mit Gütesiegeln
10/31/2008 05:23 PM
Die Wettbewerbszentrale hat im laufenden Jahr rund 50 Beschwerden erhalten, die auf eine missbräuchliche bzw. irreführende Werbung mit Gütesiegeln hinwiesen. Die Behörde will solche “echten Wettbewerbsverzerrungen” nach Möglichkeit außergerichtlich unterbinden. Quelle: Call-Magazin.de / Zum Artikel [Link] [Cache]
Bahn-Vorstand: Neben Boni auch mehr Grundgehalt
10/31/2008 05:21 PM
Die Vorstände der Deutschen Bahn dürfen sich im kommenden Jahr offenbar nicht nur auf Sonderzahlungen beim geplanten Börsengang freuen. Einem Zeitungsbericht zufolge gönnt sich die Unternehmensspitze generell höhere Grundgehälter und Leistungszulagen. Die Steigerungen sollen teilweise 20 Prozent und mehr betragen. Quelle: Focus.de / Zum Artikel [Link] [Cache]
Adrian: Keine Herausgabe von Provider-Nutzerdaten im juristischen Eilverfahren
10/31/2008 05:19 PM
Im September dieses Jahres hatte das Landgericht (LG) Köln entschieden, dass ein Auskunftsanspruch gegen Provider nach Paragraf 101 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) bereits bei Veröffentlichung nur eines aktuellen Tonträgers in einem Tauschbörsennetzwerk besteht. Diese Entscheidung wurde nun durch einen Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Köln vom 21. Oktober 2008 (6 Wx 2/08) wieder aufgehoben. Quelle: Heise.de / Zum [...][Link] [Cache]
meinensenfdazu: 2009 ist Wahljahr!
10/31/2008 05:19 PM
... sofern es nicht zur vorzeitigen Auflösung des Bundestages kommt (was eigentlich zu wünschen/hoffen wäre), muß der Termin für die Bundestagswahl zwischen dem 19. August und dem 18. Oktober 2009 liegen ...

Soviel zum Zeitpunkt der nächsten Bundestagswahl (freundlich entnommen von der Seite des Bundeswahlleiters).

Nach gut drei Jahren "Große Koalition" ist es mehr an der Zeit, eine (Schreckens-)Bilanz aller Ressorts zu ziehen:

Ressort Wissenschaft und Bildung, Ministerin Annette Schavan (CDU)
Jegliche Konsequenzen ignorierend verteidigt Frau Schavan mit Klauen und Zähnen die Studiengebühren. Auch der ständig schrumpfende Anteil Studierender aus weniger begüterten Verhältnissen ficht sie nicht an. Nein, wahrscheinlich ist es der Ministerin [öffentlich un-]erklärtes Ziel, die Universitäten von solchem "Pöbel" frei zu halten?!
Der guten Dame sollten eigentlich der Facharbeiter- und Akademikermangel zu denken geben, aber genau wie bei ihr habe ich bei den anderen Mitgliedern dieser Laienspielgruppe in Berlin starke Zweifel an deren Denkfähigkeit.

Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Ministerin Ursula von der Leyen (CDU)
Die Laien-Ministerin, Tochter von Strahle-Keks Ernst Albrecht, hat in ihrem bisherigen Leben eigentlich noch nichts so richtig "gebacken" bekommen, obwohl sie für sich doch, qua Geburt, in Anspruch nimmt, von ihrem Bereich Ahnung zu haben. Mit der wahnsinns Kindergelderhöhung (10 €/Kind) und der penetranten Förderung des oberen Einkommendrittels hat sich Frau von der Leyen als offizielles Mitglied der neoliberalen INSM/Mohn-Bertelsmann-Clique geoutet und schämt sich dessen kein bisschen.

Ressort Gesundheit; Ministerin Ulla Schmidt(SPD)
Ginge es nach mir, müßte diese Dame wegen permanenter Inkompetenz schleunigst aus diesem Kabinett entfernt werden. Der wichtigste Grund für dieses (vernichtende) Urteil ist, daß sie - wider besseres Wissen - gegen den geleisteten Amtseid handelt. Frau Schmidt demontiert permanent und konsequent das ehemals solidarisch finanzierte Sozialsystem zugunsten eines privatwirtschaftlich orientierten Gesundheitsmodells.
Diesem Zweck dienen auch wohl ihre zahlreichen Konsultationsbesuche in die USA zu Kaiser Permanente. Zunächst wird das deutsche Gesundheitswesen ruiniert, und dann, oh Wunder(!) kommt der "strahlende Retter" aus Amerika und "privatisiert" alle maroden, kranken Kassen, um anschließend Ärzten und Patienten das Fell erst
r i c h t i g über die Ohren zu ziehen!
Die Krankenhäuser bauen permanent (aufgrund der unsäglichen "Fallpauschalen" und ähnlichem Unfug) Personal ab, Ärzte können gegen Ende des Quartals keine Medikamente mehr verschreiben etc... DANKE, VIELEN HERZLICHEN DANK, Frau Schmidt.
Hier ein offener Brief an diese inkompetente und korrupte Trulle (überaus lesenswert!)

Ressort Justiz; Ministerin Brigitte Zypries (SPD)
Eigentlich sollte von man von einem Justizminister, bzw. in diesem Fall von einer Justizministerin erwarten dürfen/können, daß sie mit allen Mitteln den Rechtsstaat verteidigt. Nicht so Frau Zypries; mehr und mehr erweist sie sich als willige und willfährige Erfüllungsgehilfin eines amok laufenden, Verzeihung, eines amok rollenden Innenministers.
Ihre einzige Aktivität scheint sich darin zu erschöpfen, die Vorschläge unseres STASI2.0-Ministers Schäuble kritiklos abzunicken.
Online-Durchsuchungen, Vorratsdatenspeicherung? Kein Thema, machen wir alles, "JAWOLL, mein F ...", äh, Herr Innenminister! Pfui Teufel!

Ressort Innere Sicherheit; Minister Wolfgang Schäuble (CDU)
Dieser Mann ist vorbestraft (siehe CDU-Spendenaffäre) und hat früher für den "Dicken" (Helmut Kohl) schwarze Kassen geführt. Dieser Mann, Wolfgang Schäuble, erdreistet sich, uns unsere Grundrechte scheibchenweise streitig zu machen, in dem er nicht müde wird, immer neue "Terrorgefahren" herbei zu salbadern, um so seine "Gesetzesvorschläge" zu begründen.
Angebliche "Terroranschläge" wurden unter Duldung des BND und Bundeskriminalamts initiiert, um die Bevölkerung zu verar... verunsichern.
Die blamable Lachnummer vom Flughafen Köln/Bonn ist sicher vielen noch in lustiger Erinnerung.
Ach, ja, und komischerweise immer dann, wenn er gebraucht wird, taucht unser "Terror"-Eric (Breininger) aus der CIA-Versenkung wieder auf und ist zur Stelle, unserem Rolli-Mielke bei seinem unermüdlichen Anti-Terror-Einsatz zur Seite zu springen [brüll].

Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen.

Empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist sicherlich das Buch von Jürgen Elsässer

Ressort Verteidigung Minister Franz Josef Jung (CDU)

Franz-Josef-"Deutschland-wird-am-Hindukusch-verteidigt"-Jung ist augenscheinlich jemand, dem jeglicher Sinn für die REALITÄT abgeht, denn wie sonst wäre es zu erklären, daß er, angesichts der jüngsten Opfer in Afghanistan stur behauptet, es handele sich nicht um einen Krieg? Ja, er weigert sich standhaft von "Gefallenen" zu reden.
Was ist das denn sonst, was in Afghanistan abgeht? Ringelpietz mit anfassen?
Ok, dieser Unterbelichtete ist komplett auf den "Terror"-Blödsinn von Bush & Co. reingefallen und kann wohl nun nicht anders als Blech zu reden.
Jung und Schäuble sind e i n e s Geistes(kranken) Kind. Beide haben - wider besseres Wissen - die Terrorlüge der Amis kritiklos und ohne zu hinterfragen geschluckt und sind darin gefangen. Hoffentlich kommt er und seine "Trachtentruppe" der CIA mit ihren Drogengeschäften in Afghanistan nicht all zu sehr ins Gehege, denn DAS könnte u. U. so richtig nach Hinten los gehen (ich sach nur: "friendly Fire") ...

Humanitäre Hilfe für dieses Land und Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur sind eine Sache, aber Deutschland sollte sich dort
k e i n e s f a l l s länger militärisch engagieren! Das ist nicht nur meine, sondern die einhellige Meinung der überwiegenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU)
Der Dicke aus Oggersheim nannte sie einst "mein Mädchen". Im Laufe der Jahre hat sich Kohl´s ´Mädchen´ kometenartig zur mächtigsten Frau in diesem Staat gemausert, und gerade DAS sollte einen einigermaßen stutzig machen bzw. sollte einem zu denken geben. WER ist diese Frau eigentlich w i r k l i c h?
In der ehemaligen DDR war sie priviligiert, da sie, als Tochter eines, dem System suspekten Vaters trotzdem studieren durfte, merkwürdig, oder?
In ihrer Biographie tauchen noch andere, merkwürdige Ereignisse auf, z. B. im Zusammenhang mit der Observation von Robert Havemann durch die Stasi etc..
Hinzu kommt bei Angela Merkel die enge Freundschaft zu Liz Mohn und zur INMS. Diese Verbindungen erklären so einiges hinsichtlich ihrer Politik.
Mir persönlich ist die Sympathie, die sie (angeblich) in der Öffentlichkeit genießt, ein absolutes Rätsel, denn ich weigere mich einfach daran zu glauben, daß sich die dümmsten Kälber ihre Metzger selber wählen, oder doch?.
Wer offenen Sinnes durch dieses Land geht, dem bleibt nicht verborgen, daß es unter der Ägide von Angela Merkel der breiten, arbeitenden Bevölkerung immer schlechter geht; Reiche werden reicher und Arme werden ärmer. Von Arbeitslosen, Hartz IV-Empfängern gar nicht zu reden.
Angela Merkel und ihre Politik stehen als Garant für die Ellenbogengesellschaft - wer hat, dem wird gegeben. Wer nix hat, der hat dann eben Pech gehabt!
Sind wir Deutsche wirklich so blöd und dermaßen ignorant, daß wir nicht erkennen, wohin uns eine solche Politik letztlich führt?
Wann endlich wacht der deutsche Michel auf und erkennt, daß er von dieser korrupten und ignoranten Bande (Bundesregierung) nur ausgenutzt und permanent verarscht wird in Komplizenschaft mit den Mainstream-Medien?

Ein einziges Ressort und dessen Ministerin nehme ich von meiner (harschen) Kritik ausdrücklich aus. Gemeint ist das Ressort für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter der Leitung von Frau Heidemarie Wiczorek-Zeul
Sie macht permanent einen super Job, und ich zolle ihr, als einzig
i n t e g e g r e m Mitglied dieser ansonsten hoffnungslos desolaten Truppe, meinen hohen und uneingeschränkten Respekt!


Wie lange sollen/wollen wir uns das (Schmieren-)Theater noch bieten lassen?

Wie gesagt: 2009 ist WAHLJAHR

Es gibt Alternativen zu dieser Farce, die sich "Demokratie" nennt. Es gibt (noch) Möglichkeiten!

Wir werden immer mehr, die endlich aufwachen und dieser korrupten Truppe von Null-Peilern die Stirn und Paroli bieten!

Links zur Information und Meinungsbildung abseits der Mainstream-Medien: Mein-Parteibuch.com - Ein Internettagebuch mit Katzenbildern

http://infokrieg.tv/

http://www.deutschland-debatte.de/

http://www.flegel-g.de/

http://www.readers-edition.de/

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/

http://www.united-mutations.org/[Link] [Cache]
Australien macht dicht: Arzt mit behindertem Sohn darf nicht einwandern
10/31/2008 05:17 PM
Eine Welle der Empörung hat die australische Einwanderungsbehörde ausgelöst: Eine deutsche Familie darf nicht einwandern, weil ihr Sohn am Down-Syndrom leidet. Schließlich könne er dem Steuerzahler auf der Tasche liegen. Quelle: Netzeitung.de / Zum Artikel [Link] [Cache]
politplatschquatsch: Bilder für Blinde
10/31/2008 05:06 PM
[Link] [Cache]
Der Demokrat: Wo Preiserhöhungen wirklich hingehen
10/31/2008 04:55 PM

Vor gut anderthalb Jahren genehmigte sich der Vorstand der Deutschen Bahn AG, allen voran Hartmut Mehdorn, eine nette Gehaltserhöhung von dreißig Prozent. Damals stiegen die Vorstands grundtantiemen von rund 576.000 Euro auf 750.000 Euro jährlich und waren Anlass für die Lohnforderungen der GDL-organisierten Lokführer der DB und die fast 10-monatige Tarifauseinandersetzung.

Wie sich jetzt wieder einmal herausstellt, ist der offensichtlich besonders gierige Vorstand der Deutschen Bahn AG sehr lernresistent.
Die "Süddeutsche Zeitung" teilt in ihrer heutigen Ausgabe ihren Lesern mit, dass sich Herr Mehdorn und sein Anhang nochmals eine nette Tantiemenerhöhung von rund 20 Prozent gönnen, diesmal von 750.000 Euro auf 900.000 Euro. Hinzu kommen noch gewinnorientierte Vergütungen, die beispielsweise Herrn Mehdorn auf rund 3,5 Mio. Euro bringen können. Somit stiegen innerhalb der letzten zwei Jahre die Vorstandsgrundtantiemen um rund 56 Prozent.

Aufgrund der erneuerten Fahrpreiserhöhungen federt diese Gier einzig der Bahnkunde ab.
Auch können wir uns auf erneute Streiks einstellen, da sich die GDL diesen Affron sicher nicht gefallen lassen wird.

Die Fitmachung der Bahn AG für die Börse trägt somit mehr als bizarre Früchte.
Die Vorstandsmitglieder rechtfertigen die Erhöhnung sinngemäß mit den Worten "Bei der Chemie-, Energie- oder Autoindustrie würde man für das Geld keinen Vorstand bekommen."

Richtig, nur sind das keine Staatsbetriebe, die einzig serviceorientiert dem Bahnkunden und Staatsbürger verpflichtet sind und ob die Leistungen des Bahnvorstandes diese drastischen Erhöhungen wert sind, darf man eh anzweifeln.

[Link] [Cache]
Mein Parteibuch Blog: Eskalation im Kongo-Krieg um Coltan-Minen
10/31/2008 04:50 PM

Ein paar Tage erst ist es her, dass Mein Parteibuch geschrieben hat, nur ein Krieg könne John McCain noch helfen. Und siehe da, schon gibt es einen Krieg, omnipräsent auf allen Fernsehschirmen dieser Welt, mit allem an menschlichen Leid, was zu einem richtigen Krieg dazugehört.

Und natürlich, wie es sich für einen richtigen Krieg gehört, sind die freien Medien in der freien Welt auch im Fall des Krieges im Kongo unfähig zu erkennen oder unwillig zu benennen, wer welche Verantwortung für diesen Krieg trägt. Die USA tauchen in den Medienberichten zufällig erst gar nicht auf. Mein Parteibuch hat ein paar Links zu den Hintergründen des Krieges rund um Goma zusammengesucht.

Vom üblichen Geschwätz der Massenmedien hebt sich ein im Tagesspiegel veröffentlichter Artikel von Dagmar Dehmer und Wolfgang Drechsler mit Titel “Und wieder Krieg” positiv ab. Zuerst einmal wird dort der von den UN mit Haftbefehl gesuchte Kriegsherr Laurent Nkunda vorgestellt:

Nkunda wird von Ruanda unterstützt, auch wenn die Regierung in Kigali dies bestreitet. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gibt es in Nkundas Miliz eine Vielzahl früherer Offiziere der ruandischen Armee.

Mein Parteibuch hat bereits vor einigen Monaten erläutert, dass der Chef der Regierung von Ruanda, Paul Kagame, ein US-Agent ist. Dieser Teil ist damit schon mal klar.

Auch das Interesse der USA am Ostkongo ist schnell erklärt, denn dort gibt es das bei der westlichen High-Tec-Industrie sehr begehrte Erz Coltan.

Dagmar Dehmer und Wolfgang Drechsler weisen in ihrem Artikel darauf hin, dass genau dieses Coltan auf seltsame Weise nach Ruanda kommt:

Tatsächlich hat Ruanda Ende der 90er Jahre zwei Mal Soldaten in den Ostkongo einmarschieren lassen, um Hutu-Milizen zu bekämpfen, und um sich Zugang zu Bodenschätzen zu verschaffen. Vor allem das seltene Metall Coltan, das auch in Mobiltelefonen Verwendung findet, wird überwiegend über Ruanda auf den Weltmarkt gebracht – und hat Kongos Nachbarland reich gemacht. Ruandas Hauptstadt Kigali erlebt einen Bauboom, und die Coltan-Ausfuhren Ruandas lassen sich jedenfalls nicht mit den geringen Vorkommen im eigenen Land erklären.

Es läge an der Regierung in den USA, dafür zu sorgen, dass ihr Statthalter in Ruanda den Raubzügen des Laurent Nkunda ein Ende macht. Die denkt jedoch nicht daran. Plünderverträge, die im Kongo gerade einer umfassenden Revision mit dem Ziel der Annullierung unterzogen werden, waren schon immer nach dem Geschmack der USA. So wundert es nicht, dass die Privatarmee des Laurent Nkunda Berichten zufolge sehr modern ausgerüstet sein soll. Welche globale Supermacht ihm die Waffen geliefert hat, ist nicht schwer zu erraten.

Wer einen visuellen Eindruck von den Verhältnissen in den Minen bekommen möchte, möge sich den im Jahr 2006 erstellten Film “Congo’s Bloody Coltan” anschauen.

Neben Coltan gibt es in der Kriegsregion übrigens auch Gold. Bei soviel Gold und Coltan bleiben alle Hemmungen auf der Strecke. So verwundert es nicht, dass nicht nur die Soldaten der Regierung aus Kinshasa, sondern auch die von der UNO in der Region Kivu eingesetzten “Friedenssoldaten” aus Indien nichts anderes als korrupte Söldner im Kampf um die Minen sind.

[Link] [Cache]
Querdenkerforum: Interessenkonflikte
10/31/2008 04:44 PM
In einem Beitrag über das Thema Pharma-Lobby habe ich folgenden Satz gefunden: " Ein guter Weg für Politiker wäre gewesen, wenn sie das 'Volk' über diesen Druck regelmäßig informiert hätten. Auch Herr Seehofer hat nicht versucht, das 'Volk' zu fragen, ob die Politik diesem Druck standhalten soll oder nicht."

Horst Seehofer sagt in dem zitierten Video wörtlich:

> "Ja, das ist so. Seit 30 Jahren bis zur Stunde, dass sinnvolle strukturelle Veränderungen auch im Sinne von mehr sozialer Marktwirtschaft in deutschen Gesundheitswesen nicht möglich sind wegen des Widerstandes der Lobby-Verbände."
>
> Frontal21: "... Die Pharma-Lobby setzte sich durch mit massivem Druck."
>
> Horst Seehofer: "Ich kann Ihnen nur beschreiben, dass es so ist und dass es so abläuft und zwar sehr wirksam."



Wie könnte dieser Druck entstanden sein?

Pharma-Lobby:

O Wenn der Deutsche Bundestag nicht das macht, was wir wollen, lassen wir vor dem Reichstagsgebäude Panzer auffahren.

O Wenn der Deutsche Bundestag nicht das macht, was wir wollen, reduzieren wir unsere Schmiergelder bzw. die Parteispenden.

O


Quelle: Interessenkonflikte


Die Diskussion ist eröffnet.[Link] [Cache]
Querdenkerforum: Was ist Wahrheit?
10/31/2008 04:44 PM
In einem Beitrag über das Thema Pharma-Lobby habe ich folgenden Satz gefunden: "Vertrauen durch Wahrheit und einen positiven Wandel, der schon Jahre überfällig ist."

Was ist eigentlich Wahrheit?

"Schatz, wie gefällt Dir mein neuer Frühjahrshut?"

O Eine Vogelscheuche würde sich schämen, wenn sie so rumlaufen würde, wie Du.
O Passt schon.
O Schatz, die siehst mal wieder bezaubernd aus.


Telefonische Auskunft auf die Frage, warum jemand nicht zu sprechen sei:

O Der Chef hat für so jemanden wie Sie nie Zeit.
O Der Chef ist schon seit neun Minuten auf dem WC. Ich weiß auch nicht, was der dort so lange macht.
O Der Chef befindet sich auf einer mehrtägigen Geschäftsreise und wird sich glücklich schätzen, Sie nach seiner Rückkehr zurückrufen zu dürfen.


Quelle: Was ist Wahrheit?[Link] [Cache]
Sprachrohr der Opfer: R+V Versicherung und das AGG
10/31/2008 03:44 PM


R+V Versicherung

AGG-Prozess Kampf gegen den Versicherungsriesen R+V
Die 38-jährige Personenversicherungsbetreuerin Sule Eisele-Gaffaroglu aus Schwaben klagt seit Mai 2007 gegen ihren Arbeitsgeber - wegen Diskriminierung.
Von Jana Schulze

Josef Eisele hat seine Frau im Gerichtssaal noch einmal in den Arm genommen und ihr wahrscheinlich “Du schaffst das!” zugeflüstert. So, wie er ihr immer wieder Mut zuspricht, sie unterstützt, ihr schützender Baum ist. Wahrscheinlich wäre Sule Eisele-Gaffaroglu ohne ihn schon total zusammengebrochen.

So aber steht die kleine Frau mit dem Kurzhaarschnitt im Wiesbadener Arbeitsgericht, strahlt Energie aus und spricht klar und deutlich. “Ich bin so wütend und ich will, dass sie endlich die Fakten auf den Tisch packen. Das, was sie gemacht haben, sind für mich keine normalen arbeitsrechtlichen Vorgänge.” Sie – das ist die R+V Versicherung. Sie - das ist ein Konzern mit 11.420 Mitarbeitern. Sie - das ist der Arbeitgeber der 38-Jährigen und gegen den klagt sie seit Mai 2007.

Die 38-jährige Personenversicherungsbetreuerin aus dem schwäbischen Saulgau ist in die Rechtsschlacht gezogen, weil sie nach dem Mutterschutz aus heiterem Himmel einen Nachfolger vor die Nase gesetzt bekam und auf einen schlechter bezahlten Posten versetzt wurde. Ihre Anwälte berufen sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG); in ihren Augen wurde ihre Mandantin diskriminiert – als Mutter, als gebürtige Türkin, als Frau.

Und die Summe, die sie als Wiedergutmachung und Schmerzensgeld fordern, ist gigantisch: Fast eine halbe Million Euro. 433.000 Euro Schadenersatz als Ausgleich für Einkommenseinbußen und rund 44.000 Euro Schmerzensgeld.

Der Gütetermin im Februar war gescheitert

Es ist das zweite Mal, dass Eisele-Gaffaroglu und ihre Anwälte Michael Alenfelder und Frank Jansen auf Ulrich Volk, dem R+V-Rechtsvertreter, im kalten hessischen Arbeitsgericht aufeinander treffen. Im Februar hatte der Gütetermin gerade einmal 45 Minuten gedauert – und war ungütlich geendet. Und auch dieses Mal sagt Volk, ein Mann, der rhetorisch brilliert und gern die Argumente von Jansen und Alenfelder um 180 Grad ins Gegenteil dreht, klipp und klar: “Wir werden bei dieser Sache keinen Cent zahlen. Die R+V hat nicht ansatzweise diskriminiert.” Die neue Stellenbesetzung habe nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Über drei Stunden vergehen an diesem nassgrauen Donnerstagvormittag und mit jeder Minute, in der Richter Jörg Krampe nachhakt, wird die Geschichte der Sule Eisele-Gaffaroglu verzwickter und undurchsichtiger. Da geht es um einen 80-seitigen Schriftsatz, den Alenfelder und Jansen erst am 21. Oktober per Fax an Gericht und Jürgen Volk geschickt haben. Der R+V-Anwalt aber sagt, die Anlagen wären erst am 24. nachgereicht worden.

Vor allem aber schießen Zahlen durch den Gerichtssaal: 47.000 Euro? 65.000 Euro? Wie hoch ist der Einkommensverlust der studierten Germanistin, die seit fast zehn Jahren bei R+V in Baden-Württemberg als Außendienstlerin arbeitet? Und warum bekommt ihr Nachfolger mehr als sie? Liegt es an seiner vorherigen, gutdotierten Position, bei der R+V-Tochtergesellschaft Comperti?

Abschieben in den schlechteren Arbeitsbezirk

Sule Eisele-Gaffaroglu ist seit Juni krankgeschrieben, den Juli und August verbrachte sie in einer Klinik. Bei der Verhandlung aber meldet sie sich immer wieder selbst zu Wort: Man habe ihr ihren Bezirk Bad Saulgau weggenommen, in dem sie “gehobene Privat- und Firmenkunden” betreut und hohe Provisionen erzielt habe. Nun sei sie in Bad Schussenried, einem Bereich, der schlechte Umsätze einbringe.

Volk meint, dass die “Größe einer Bank nicht ausschlaggebend für die Höhe der Provisionen” sei und dass “inhaltliche Veränderung” bei der R+V üblich seien. An dieser Stelle wird es wieder etwas lauter im Gerichtssaal. Volk, Jansen und Alenfelder schaukeln sich immer wieder hoch, einer bezichtigt den anderen der Unwahrheit und oben drauf noch, Show zu machen. Richter Krampe schafft es dann immer wieder, die beiden zu beruhigen und den roten Verhandlungsfaden aufzunehmen: “Vor dem Arbeitsgericht spielen oft emotionale Dinge eine Rolle, aber wir bleiben einfach bei den Fakten.”

Laptop-Freischaltung zum Beweis gefilmt

Doch die sehen beide Seiten in so vielen Punkten grundsätzlich verschieden: Da wäre noch das Dienst-Laptop der Klägerin, das fast ein Jahr gesperrt war. Als es dann endlich auf mehrfachen Klagen von R+V-Techniker freigeschaltet wurde, filmte Josef Eisele die Aktion. “Das ist unser Beweis dafür, dass das Laptop gesperrt war”, sagt der Mann. Die R+V bestreitet das; Volk liefert vor dem Richter technische Argumente, die erst einmal schlüssig klingen.

Am 18. Dezember wird die Schlacht weiter gehen, dann steht der nächste Gerichtstermin ins Haus. Ob es ein Urteil geben wird, ist ungewiss. Vielleicht lädt der Richter auch erst Zeugen. Menschen, die bei der R+V arbeiten oder dort gearbeitet und für Eisele-Gaffaroglu aussagen würden, betont die Klägerin.

25 Indizien hat der Richter in den 350 Seiten der Klägerseiten gefunden. “Wenn die nicht reichen, dann brauchen wir keine Mobbing-Prozesse mehr führen”, sagt Anwalt Jansen. Würde die Personenversicherungsbetreuerin gewinnen, würde das ein Meilenstein in der Geschichte sein, sagen die AGG-Spezialisten Jansen und Alenfelder immer wieder.

Posted in deutschland, politik Tagged: agg, Gesetze, mobbing, r+v versicherung, tacheles, versicherung
[Link] [Cache]
ISLA: No title
10/31/2008 03:05 PM



Samhain candlelight labyrinth
Photo by Readerwalker, CC License[Link] [Cache]
Volksaufklärung: Fernsehen
10/31/2008 02:32 PM

Fernsehbericht des SWR über die Stuttgarter Montagsdemo. Den Bericht kann man sich im Archiv des SWR noch einmal ansehen.

Alles Weitere auf der Seite http://www.stuttgart-demo.de.vu der Stuttgarter Montagsdemo!

[Diese Seite hat ihren eigenen Blog, http://www.montagsdemo.wordpress.com - Marcel, kannst du ihn in deiner Blogliste hinzufügen? Danke. Nächsten Samstag, am 8. November, haben wir ja unsere große Herbstdemo in Berlin]

Posted in Hartz IV
[Link] [Cache]
seelensplitter: nur mal so als erinnerung
10/31/2008 02:20 PM
Zitat:
Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

(Art.62, Abs 1 GG)

Wieso sind dann Soldaten der Bundeswehr im Krieg in Afghanistan, und wieso ist keiner der Politiker, die für diesen Einsatz (und dessen Verlängerungen, Vergrößerungen etc.) gestimmt haben, seines Amtes enthoben und rechtskräftig verurteilt?[Link] [Cache]
scusi!: RAUBZUG der BAHNPRIVATISIERUNG hier und jetzt stoppen!
10/31/2008 02:08 PM
rhbl

Als Lohn für die Verschleuderung der Deutschen Bahn soll das Grundgehalt von Personalchefin Margret Suckale von 400.000 auf 550.000 Euro steigen. Das wären 37,5 Prozent mehr. Außerdem könnte sie 2009 insgesamt fast zwei Millionen Euro Sonderhonorar einstreichen. Die bedauerlicherweise von falschen neoliberalen US-Wirtschaftsvorstellungen geprägte Suckale hat das Lumpengesindel in den Teppichetagen der DB eingestellt, das den Raubzug der Bahnprivatisierung von innen begleitet.

Schlüsselfigur im Privatisierungs-Krimi der DB ist Gnom Mehdorn, dem die üblichen Verdächtigen in den Kopf gesetzt haben, er solle die Deutsche Bahn, die ein gesellschaftliches Vermögen von 250.000.000.000 Euro ( 250 Milliarden Euro ! ) repräsentiert, für einen Bruchteil ihres Wertes, für ca. 11 Milliarden Euro, verschleudern. Zur Belohnung kann Mehdorn im kommenden Jahr 3,51 Millionen Euro verdienen statt bisher 2,99 Millionen Euro. Dazu kämen im Fall eines Börsengangs auf jeden Fall 140.000 Euro; wenn der Börsengang 4,5 bis fünf Milliarden Euro einbringe, steige dieser Sonderbonus für Mehdorn auf 560.000 Euro, bei einem höheren Erlös sogar auf bis zu 1,4 Millionen Euro. Eine Sauerei höchsten Grades ist diese Abzocke zu Lasten der kleinen Leute, denen dafür die Fahrpreise erhöht werden.

Nach Angaben von attac gehen selbst die niedrigsten Schätzungen für den Gesamtwert von 100 Milliarden Euro aus. Der Wert des darin enthaltenen „rollenden Materials" wird auf 40 Milliarden Euro geschätzt, die anderen Werte bilden die Schienen, Bahnanlagen, Grundstücke und Tochtergesellschaften. Die Deutsche Bahn machte 25,1 Milliarden € Umsatz in 2005, sie hat 216.389 Beschäftigte, 5.477 Personenbahnhöfe, 34.211 km Schienen und ist nach dem Schweizer Bahn-Netz das zweitdichteste Eisenbahnnetz der Welt.

Winfried Wolff , der Sprecher der Bahnfachleutegruppe „ Bürgerbahn statt Börsenbahn" sieht in dem Versuch der Bahnprivatisierung einen „Abbau der Daseinsvorsorge".

Treffender sollte von einem Bahnraub gesprochen werden. Der Vorgang ist nur mit dem Überfall der kriminellen Oligarchengangster nach dem Ende der Sowjetunion auf das russische Volksvermögen vergleichbar. Zitat W. Wolff: „ Allgemein ist die aktuelle Phase des Kapitalismus von einem umfassenden Angriff auf das öffentliche Eigentum gekennzeichnet. Alle Formen des gesellschaftlichen Lebens sollen der direkten Kontrolle des privaten ... Kapitals und dem Prinzip der Profitmaximierung unterworfen werden."

Das ist noch verharmlosend formuliert, weil im konkreten Fall der Deutschen Bahn bei den Wall Street Akteuren noch ganz andere „Züge der Erinnerung" aus dem Zweiten Weltkrieg, aus der Geschichte des Holocaust eine Rolle spielen. Die "Rächer", die aus den USA und England tatenlos zusahen, wie Hitler ihre Verwandten mit der Deutschen Reichsbahn nach Ausschwitz transportierte, plagt ihr schlechtes Gewissen. Zur Ablenkung von ihrem Unterlassen greifen sie sechzig Jahre später Deutschlands Bahn an, sind auf die Zerstörung des deutschen "Familiensilbers" aus. Das wird im öffentlichen Diskurs von den Beteiligten natürlich tapfer verschwiegen. Denn die Rachsüchtigen beherrschen fast alle großen Zeitungen, Rundfunkanstalten, das Fernsehen, die übrigen Medien in Deutschland und dem Rest der westlichen Welt.

Die Bahnprivatisierung ist in Wahrheit Teil eines umfassenden Vernichtungsfeldzugs der Rachsüchtigen. Der wird besonders intensiv seit 1989 aus niedrigen Motiven gegen das wiedervereinte Deutschland geführt. Wie kann es sein, wurde ich aus Israel und New York von den oft selbsternannten Betroffenen wiederholt gefragt, dass es Euch Deutschen wirtschaftlich so gut geht? Neid und Mißgunst waren bei den Fragen deutlich herauszuhören. Offenbar haben einige besonders "deregulierte Oligarchen" und neidische Akteure aus dieser Schar sich nicht nur Fragen gestellt, sondern sind schon vor zwei Jahrzehnten zur Tat, zu Raub und Mord nicht nur in Russland, sondern auch in Deutschland geschritten. Anders sind gewisse Ereignisse nach dem Mauerfall wie die Morde an Herrhausen und Rohwedder oder die Vorgänge bei Mannesmann, Siemens etc. schwer vorstellbar.


Ihre kessen Operationen erfolgten offenbar nach dem Motto „getrennt marschieren, vereint zuschlagen". Sie sind, wie sollte man bei so klugen Leuten anders erwarten, hoch effizient. Hier ein paar Beispiele:


- Raubzügen der Heuschrecken in D bei Grohe, Babcock, Klöckner u.a.
( Hedgefonds, Private Equity )

- Systematischer Ausverkauf, bzw. Korrumpierung deutscher Traditionsunternehmen ( Mannesmann, Siemens, Daimler )

- Flutung des Finanzsystems mit Schrottpapieren (Lehman-Zertifikarte)

- Zersetzung der Medien ( Heidenreich zum TV: „hirnlose Scheiße", )

- Zertrümmerung des dt. Bildungswesens („Föderalismusreform I"...)



Daran, dass die laufenden Operationen von einem „neoliberal" gewandeten Big Business aus den USA gefördert und orchestriert werden, daran besteht kein Zweifel. Die Fäden im Bundestag werden erkennbar von führenden proisraelischen Abgeordneten gezogen. Der Rest macht mit, weil es opportun ist. So auch bei der Bahnprivatisierung. Obwohl einzelne SPD-Bundestagsabgeordnete (Lale Akgün) inzwischen aufgewacht sind, ist die Masse der SPD- und CDU/CSU-Abgeordneten offenbar „eingekauft" und spielt bei dem üblen Spiel mit. Die Anti-Deutschen zielen seit Jahrzehnten aus Rache für Hitlers Holocaust auf nichts weniger als auf die Zerschlagung fundamentaler wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Positionen Deutschlands. Bisher haben wir das irgendwie abgefedert und ausgehalten, auch, wenn das Niveau durch die Mischpoke in den Teppichetagen schwer gelitten hat.

In der Weltwirtschaftskrise muss, wie Müntefering sagen würde, auf klare Kante gesetzt werden. Wir, die wir nach 1945 geboren wurden, müssen den antideutschen Operationen gegen unsere Wirtschaft, gegen unser Finanzsystem langsam Einhalt gebieten. Der subkutan-irrsinnige Rachefeldzug einiger offenbar verrückter Wall Street Milliardäre gegen Deutschland muss gestoppt werden.

Der wirtschaftliche Ausverkauf, die gesellschaftliche Entsolidarisierung und die kulturelle Enteignung Deutschlands gehen bei den Irren von der Wall Street erkennbar Hand in Hand. Ihr Lieblingsprojekt, die „Bahnprivatisierung", zielt im Kern auf die Zerstörung des preiswerten, schienengebundenen und deshalb besonders umweltfreundlichen öffentlichen Nah- und Fernverkehrs ab. Wer beim Trassenbau für die Bahn in Deutschland nie einen Handschlag gerührt hat, höchstens an der Finanzierung verdient hat, sollte sich raushalten.

Die Eisenbahnen in Deutschland wurden in mehr als 170 Jahren von vier Generationen und vielen Millionen Menschen durch physische Kraft, mit enormen Antsrengungen und durch riesige öffentliche Mittel aufgebaut.

Das, was wir über Generationen aufgebaut haben, wollen uns ein paar Börsenschieber und ihr Lumpengesindel im DB-Vorstand mit ein paar Federstrichen rauben. Der gesamte DB-Vorstand, der, wie auch die ewigen Achsschäden zeigen, völlig unfähig ist, sollte schlicht entlassen und in die Wüste gejagt werden. Ein paar ordentliche Massendemonstrationen von Ruhrgebietskumpeln vor Herrn Mehdorns und Frau Suckales Domizil und vor dem Verkehrsministerium dürfte die Verantwortlichen zum Hinschmeißen und zum Rückzug bewegen. Die Bahn fährt ja trotz Achsschäden auch vom Ruhrgebiet täglich nach Berlin. Da könnten die Kumpels doch mal zur Belohnung für ihre harte Arbeit unter Tage spontan umsonst mitfahren.

Noch beabsichtigt die Bundesregierung mit dem Bahnprivatisierungsgesetz, die Verfügung über öffentliches Bahn-Eigentum, das 250 Milliarden Euro wert ist, für einmalige Einnahmen in Höhe von 5 bis 15 Milliarden Euro aufzugeben.

Dieses Projekt stellt eine gewaltige Verschleuderung öffentlichen Eigentums zugunsten weniger privater Investoren (Heuschrecken) dar. Genauer, es handelt sich um eine Betrugs- und Rauboperation in einer Dimension, wie es sie in der Geschichte Deutschlands noch nicht gegeben hat. Legen wir den Betrügern und Räubern das Handwerk, bevor es zu spät ist![Link] [Cache]
Radio Utopie: Du bist eine Hexe - tanzen verboten
10/31/2008 01:49 PM

Es ist Halloween. Der Tag an dem Abends der Verstorbenen gedacht wird. Nun ja, so besagt es zumindest eine knapp 5000 Jahre alte Tradition. In der heutigen Zeit ist davon aber nicht mehr viel übrig geblieben. Nach wie vor wird sich dennoch darüber gestritten, ob es in diesem Lande überhaupt gefeiert werden sollte. Man geht sogar soweit und will Tanzverbote erteilen.

 


So geschehen in München. Das Online Magazin "Die Welt" berichtet heute darüber. Das dieses Fest nicht überall Freunde hat ist nichts neues. Neu ist allerdings wie sich die Meinung rasant etabliert Halloween hätte keine Tradition vorzuweisen. Sei gar "inhaltlos". Man kann dem heutigem Halloween alles vorwerfen, der Wahrheit entspricht dies meistenfalls aber nicht. Es ist bestenfalls kommerzialisiert worden und diesem Punkt steht es leider um christliche Feste um keinen Deut besser. Man betrachte einfach das bevorstehende Weihnachtsfest.


Jetzt stellt sich natürlich die Frage "was wird hier eigentlich tatsächlich bekämpft?". Der Kommerz, oder aufkommende Zeichen der Wiederbelebung eines uralten Brauchtums? Die "Rheinische Post" meint:


" Der letzte Oktobertag ist heutzutage für viele Menschen Halloween, ursprünglich jedoch der Reformationstag."



Bei der Behauptung schleicht sich mit donnerndem Getöse ein, dass man Angst hat eine Auferstehung des keltischen Glaubens erleben zu müssen. Genau hier liegt nämlich die Tradition verborgen. Der Satz der Rheinischen Post müsste eigentlich wie folgt lauten:


"Halloween, ursprünglich keltischer Herkunft, im Jahre 837 von Papst Georg IV zu Allerheiligen umbenannt (Christianisierung!), wurde seitens der Christen ab dem Jahre 1517 - als Martin Luther die Thesen an die Schlosskirche schlug - als Reformationstag gefeiert."


Und auch die "Nachdenkseiten" legen den Bezug zur religiösen Furcht nahe mit den Worten:


"Mehr und mehr findet dieses Fest Einzug in den Kalender der hier lebenden Menschen - und dies, obwohl es keinerlei Tradition gibt, auf die sich dieses Fest stützen könnte. Eine andere Festlichkeit schwindet währenddessen, wird verstärkt ausgehöhlt oder einfach verworfen - der Martinstag."


Lassen wir uns für heut Abend dadurch inspirieren:


Legen Sie das Maleus Maleficarum beiseite und gedenken Sie der Verstorbenen. Und ob Sie sich dabei verkleiden, tanzen oder nicht sei Ihnen überlassen. In diesem Sinne:


Fröhliches Samhain!

[Link] [Cache]
redblog: Links um zehn # 81
10/31/2008 01:49 PM
Nach Marx entdeckt der Bürger nun die Marxisten, die Datenkraken sind gekürt, Frank Deppe referiert über Marx, die ARAB diskutiert über Staat & Nation und der CCC tritt den Wahlcomputer-Fetischisten vor´s Schienbein.

[LINK] "Wer's wissen will, der muss da durch." Die FR frotzelt über den Gegenstandpunkt.
[LINK] Am Mittwoch gab´s das Chaosradio zur Verleihung der Big Brother Awards. Wer die Sendung verpasst hat, kann und sollte sie sich jetzt zu Gemüte führen - es lohnt sich.
[LINK] Dass der SDS kampagnenartig Kapital-Lesegruppen gründet und das ganze mit Referaten bekannter Marxisten unterfüttert dürfte sich ja inzwischen rumgesprochen haben. Bei der BaSo gibt es einen Mitschnitt eines solchen Referates von Frank Deppe.
[LINK] Und noch eine Chance, Verpasstes nachzuholen. Die ARAB hat die Mitschnitte ihres Seminars "Staat, Nation und Kapital" online gestellt.
[LINK] Wahlcomputer bei der Brandenburger Kommunalwahl - Der CCC veröffentlicht einen Bericht seiner Wahlbeobachter. Einen guten Überblick zum Thema bietet auch dieser Vortrag.

Vorschläge für LINKs, Kritik, Lob und sonstige Mitteilung bezüglich der "Links um zehn" bitte an redblog[AT]no-log.org[Link] [Cache]
Freeman: Thomas Jefferson kannte bereits die Bankster
10/31/2008 01:48 PM
Im Jahre 1802 schrieb Thomas Jefferson:

" Ich glaube, Bankinstitutionen sind gefährlicher als stehende Armeen!

Wenn das amerikanische Volk es den Privatbanken je erlaubt, die Ausgabe ihres Geldes zu kontrollieren, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, dann werden die Banken und Konzerne, die um diese Banken heranwachsen, den Menschen ihren ganzen Besitz wegnehmen, bis ihre Kinder obdachlos aufwachen, auf dem Kontinent den ihre Vorväter erobert haben.
"

Thomas Jefferson war der dritte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1801–1809) und war der hauptsächliche Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.

Leider hat sich die Warnung von Jefferson bewahrheitet. Die Federal Reserve Bank, welche den Dollar herausgibt, ist eine Privatbank, bzw. wird durch Privatbanken kontrolliert. Und das Resultat ist genau so eingetreten, wie Jefferson es vorausgesagt hat, Millionen von Amerikanern haben durch die Hypothekenkrise ihr Dach über den Kopf verloren, eine geplante Aktion der Bankster.

Verwandte Artikel: Alles Gute zum 4. Juli Amerika, Millionen sind in Amerika obdachlos, Immer mehr Menschen leben in Zeltstädte [Link] [Cache]
politplatschquatsch: Der letzte Kick
10/31/2008 01:05 PM
Im richtigen Moment das Richtige tun, das ist richtige Politik, so sprach schon Angela Merkels Amtsvorgänger Walter Ulbricht, und er lag damit völlig richtig. Eingedenk dessen handelt die Enkelin derzeit wie einst der "Weisen aus Sachsen", der durch den bau der Berliner Mauer regionale Bekanntheit erlangte: Statt im Zuge der Beendigung der Globalisierung neue Handelsschranken zu errichten, plant Merkel die Organisierung eines Nachfrageschubs für die kränkelnde Weltwirtschaft. So sollen die ärmsten der Armen, die überwiegend Autos im Durchschnitssalter von sieben bis zehn Jahren fahren, mit einer neuen Steuerregelung motiviert werden, die überfällige Neuanschaffung eines ökologisch korrekten Wagens jetzt anzugehen.

Zu diesen Zweck plant die Bundesregierung, Käufern von abgas- und verbrauchsoptimierten Neuwagen für zwei Jahre die Kfz-Steuer komplett zu erlassen. Für viele, die bisher rund 200 Euro für ihren acht Jahre alten Opel zahlen, war das der letzte Kick, die Autohäuser zu stürmen. Rechnet sich der Kauf eines nagelneuen Golf zum Listenpreis von 32.000 Euro damit doch schlagartig: Durch den großzügigen Steuererlaß amortisiert sich die laufberuhigte Bereifung des neuen Familienlieblings schon nach zwei Jahren, weitere 160 Jahre später ist das gesamte Auto komplett über die Steuerbefreiung bezahlt. Gesetzt den Fall, die Steuerbefreiung wird jeweils verlängert.[Link] [Cache]
Kritik und Kunst: Bankenopfer
10/31/2008 12:56 PM

Labournet redet nicht von den Banken.

Labournet redet von den Opfern der Banken.

Richtig so!

[Link] [Cache]
Ron Paul News & Comments: Sarah Palin unterstützt neue Untersuchungen zu 9/11
10/31/2008 12:22 PM

Paul Joseph Watson
PrisonPlanet.com
Dienstag, 28. Oktober 2008

Deutsche Übersetzung: Phreak / ronpaul.blog.de

John McCain's Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat - sehr zur Verwirrung der 9/11 Wahrheitsbewegung - vorige Woche während einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio allem Anschein nach ihre Unterstützung zu einer neuerlichen Untersuchung der Terroranschläge zugesagt.

Gefragt von der Organisation "We Are Change Ohio": "Unterstützen Sie die Familienangehörigen und die 9/11-ErstHelfer bei Ihren Bemühungen um eine erneute Untersuchung der 9/11-Anschläge?" antwortete sie: "Ja, das tue ich."

"Ich mache das, weil ich denke, dass es uns hilft dass so etwas nie wieder passiert und damit es vollständig in Erinnerung bleibt" fügte Alaska's Gouverneurin hinzu.

Palin war sich der Bedeutung dieser Aussage bewusst, denn sie fragte anschließend den Kameramann, ob er persönlich von 9/11 betroffen sei.

Selbstverständlich, wegen der unglaubhaften Naivität zu glauben, dass Palin - bestenfalls ein verdattertes republikanisches Vorzeigemädchen, im schlimmsten Fall nur ein weiterer Neo-Con des Establishments - zu ihrer Zusage der Unterstützung stehen würde, wenn John McCain den Sieg ergattern sollte und ins Weiße Haus einzieht.

Und trotz der Tatsache, dass John McCain selbst einmal freudig mit Aktivisten der 9/11-Wahrheitsbewegung für ein Foto posierte, stammte vom Senator aus Arizona das Vorwort zu dem Bestseller 'Debunking 9/11 Myths' aus der Feder des Magazins 'Popular Mechanics' (nicht-politisch, wurde uns versichert) in welchem er meinte, dass die Zweifel an der offiziellen Darstellung der 9/11 Geschichte eine Beleidigung der Opfer sei - und das obwohl die Opfer (bzw. deren Angehörigen) sowie die 9/11-Ersthelfer diejenigen sind, die eine erneute Untersuchung wollen.

Für die meisten Leute ist Palin’s Äußerung, ein neue Untersuchung zu unterstützen, der aussichtslose Versuch irgendetwas zu sagen, womit man Wählerstimmen bekommt die ein weiteres Abrutschen McCain's in den Umfrageergebnissen verhindern - in fünf Tagen ist schließlich Wahl.

Andere Politiker die mit dem Thema 9/11 von "We Are Change" konfrontiert wurden, ignorierten die Fragen jedes Mal oder gingen wie Bill Clinton in die Offensive und verhöhnten die 9/11 Wahrheitsbewegung.

Hier das Video:

[Link] [Cache]
Ich werde Politiker: Ja, was denn nun? Bundeswehr im Inneren, oder doch nicht?
10/31/2008 11:55 AM
Vor einigen Tagen geisterte es durch die Gazetten: Schäuble hat im Kabinett seinen Herzenswunsch, den Einsatz der Bundeswehr im Inneren durchgesetzt (siehe hier oder hier).

Dann wollte ich das Thema mal bei uns im Ortsrat ansprechen und habe mich deshalb im Internet auf die Suche nach diesem Gesetzesentwurf, nach der Änderung des Grundgesetzes, gemacht. Und ich habe nichts gefunden. Nur Zitate und Presse-Informationen.

Daraufhin habe ich gezielt beim Bundesministerium des Inneren nachgefragt. Hier die Antwort:

"Sehr geehrter Herr XXX,

für Ihre E-Mail vom 27. Oktober 2008 an das Bundesministerium des Innern danke ich Ihnen.

Es gibt derzeit keinen Regierungsentwurf zur Änderung des Grundgesetzes. Es gibt auch keinen Kabinettbeschluss bzw. keine Einigung zu einem Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes in Bezug auf den Einsatz der Bundeswehr im Inneren."

Ja, was denn nun?[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Zahl der Grundsicherungsempfänger steigt weiter
10/31/2008 11:13 AM

Pressemitteilung Nr. 408 vom 31.10.2008

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhielten am Jahresende 2007 in Deutschland rund 733 000 Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Insgesamt bezogen damit 1,1% der Bevölkerung ab 18 Jahren diese Sozialleistung. Gegenüber 2006 wuchs die Zahl der Hilfebezieher um rund 51 000 Personen (+ 7,4%). Seit dem ersten Erhebungsstichtag am Jahresende 2003, als rund 439 000 Grund­sicherungsempfänger gemeldet wurden, hat sich die Zahl um rund 67% erhöht.

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist eine seit dem 1. Januar 2003 bestehende Sozialleistung, die den grundlegenden Bedarf für den Lebensunterhalt sicherstellt. Seit dem 1. Januar 2005 werden diese Leistungen nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe") gewährt. Sie können bei Bedürftigkeit von 18- bis 64-jährigen Personen, wenn diese dauerhaft voll erwerbs­gemindert sind, sowie von Personen ab 65 Jahren in Anspruch genommen werden.

Ende 2007 waren etwa 340 000 Personen (+ 9,2% gegenüber dem Vorjahr) oder 46% der Grundsicherungsempfänger zwischen 18 und 64 Jahren alt und erhielten Leistungen der Grundsicherung aufgrund ihrer dauerhaft vollen Erwerbsminderung. Damit bezogen 0,7% der Personen dieser Altersgruppe Grundsicherungsleistungen. Diese Menschen werden auch künftig dem allgemeinen Arbeitsmarkt voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung stehen.

392 000 Personen (+ 5,9% gegenüber dem Vorjahr) oder 54% der Grundsicherungs­empfänger waren 65 Jahre und älter. Somit bezogen 2,4% aller Personen dieser Alters­gruppe Grundsicherungsleistungen, die den Lebensunterhalt der Empfänger sichern.

Frauen stellten mit rund 414 000 Personen oder einem Anteil von 56% die Mehrzahl der Leistungsempfänger. Allerdings stieg im Vergleich zum Jahr 2006 die Zahl der männ­lichen Hilfebezieher mit einem Plus von 8,5% etwas stärker als die der Frauen (+ 6,6%). Insgesamt bezogen bundesweit 1,2% der Frauen und 1,0% der Männer ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

Mit 185 000 Personen war ein Viertel der rund 733 000 Empfänger in stationären Einrichtungen untergebracht, zum Beispiel in Pflege- oder Altenheimen; drei Viertel (548 000 Personen) lebten außerhalb solcher Einrichtungen.

Wie in den Vorjahren zeigte sich auch 2007 eine höhere Inanspruchnahme dieser Sozial­leistung im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin): Hier lag die Quote der Grundsiche­rungsempfänger bei 1,1%, während sie in den neuen Ländern 0,8% betrug. Die höch­sten Bezugsquoten wiesen die Stadtstaaten Bremen, Berlin (je 1,8%) und Hamburg (1,7%) auf. Die niedrigsten Bezugsquoten verzeichneten Thüringen und Sachsen (je 0,6%).

Im Durchschnitt errechnete sich für einen Grundsicherungsempfänger zum Jahresende 2007 in Deutschland ein monatlicher Bruttobedarf von 625 Euro, wovon im Schnitt allein 276 Euro auf Unterkunft und Heizung entfielen. Unter Berücksichtigung des angerechneten Einkommens von durchschnittlich 240 Euro (bezogen auf alle Hilfeempfänger) wurden netto monatlich durchschnittlich 385 Euro an Grundsicherungsleistungen ausgezahlt. Dabei ist festzustellen, dass gut zwei Drittel (71%) der Grundsicherungsempfänger über angerechnetes Einkommen (zum Beispiel Alters-, Hinterbliebenen- oder Erwerbsminderungsrenten) verfügen; in diesen Fällen liegt das angerechnete Einkommen bei durchschnittlich 337 Euro.

Insgesamt wandten die Kommunen und die überörtlichen Träger für Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung im Jahr 2007 brutto rund 3,6 Milliarden Euro auf. Netto – nach Abzug insbesondere von Erstattungen anderer Sozialleistungsträger – verblieben rund 3,5 Milliarden Euro, dies entspricht einem Anstieg um 12,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Nettoausgaben haben sich seit Einführung der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung damit nahezu verdreifacht (2003: 1,3 Milliarden Euro). Rein rechnerisch wurden im gesamten Jahr 2007 pro Einwohner rund 42 Euro für diese Hilfeart ausgegeben.

>>> Methodische Kurzbeschreibung

Empfänger/-innen von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 1)
Jahresende
———
Land
Empfänger/-innen insgesamt
Insgesamt Veränderung gegenüber Vorjahr Empfängerquote 2) davon
in % voll erwerbsgemindert 3) 65 Jahre und älter
1) Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung war bis Ende 2004 im eigenständigen Grundsicherungsgesetz (GSiG) geregelt; seit 01.01.2005 werden die entsprechenden Leistungen nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe") gewährt.
2) Anteil der Empfänger/-innen an der Bevölkerung ab 18 Jahren; Bevölkerungsstand: Jeweiliges Jahresende.
3) Dauerhaft voll erwerbsgeminderte Empfänger/-innen im Alter von 18 bis unter 65 Jahren.
4) Übererfassung der Empfänger/-innen in Einrichtungen im Jahr 2006.
Deutschland
2003 438 831 X 0,65 181 097 257 734
2004 526 034 + 19,9 0,78 232 897 293 137
2005 630 295 + 19,8 0,93 287 440 342 855
2006 681 991 + 8,2 1,00 311 448 370 543
2007 732 602 + 7,4 1,07 340 234 392 368
2007 nach Ländern
Baden-Württemberg 70 580 + 5,0 0,80 32 185 38 395
Bayern 86 036 + 3,9 0,84 36 641 49 395
Berlin 51 416 – 1,0 4) 1,76 22 868 28 548
Brandenburg 18 805 + 10,9 0,86 11 701 7 104
Bremen 10 253 + 5,1 1,83 3 910 6 343
Hamburg 25 346 + 7,3 1,69 8 919 16 427
Hessen 60 452 + 5,5 1,21 26 313 34 139
Mecklenburg-Vorpommern 15 635 + 5,2 1,07 9 861 5 774
Niedersachsen 78 276 + 5,7 1,20 38 233 40 043
Nordrhein-Westfalen 191 858 + 16,5 1,30 84 311 107 547
Rheinland-Pfalz 32 047 + 0,7 0,96 14 867 17 180
Saarland 10 497 + 7,9 1,21 4 318 6 179
Sachsen 23 029 + 5,7 0,63 13 445 9 584
Sachsen-Anhalt 18 519 + 6,3 0,88 11 306 7 213
Schleswig-Holstein 27 358 + 3,2 1,18 13 491 13 867
Thüringen 12 495 + 8,5 0,63 7 865 4 630


Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Markus Dorn,
Telefon: (0611) 75-8534,

[Link] [Cache]
Filmtipp zum Wochenende: Let´s make money
10/31/2008 10:31 AM
Die kalte Jahreszeit beginnt. Die Tage werden kürzer. Die Abende werden länger. Das ist die Zeit, um mal wieder ins Kino zu gehen. Und wer schon "Burn After Reading" gesehen hat, dem kann ich nur empfehlen, sich den Film "Let´s make money" anzuschauen (Link zur Homepage mit Filmvorschau). Jedem anderen natürlich auch.

Der Film ist zwar nicht so lustig wie der zuvor genannte von den Cohen-Brüdern, aber dafür ein guter Dokumentarfilm, der zeigt, welche Fehlsteuerungen wir uns mit dem derzeitigen Finanzsystem leisten. Die Frage ist, wie lange noch. Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten, nachdem er den Film gesehen hat.

Schönes Wochenende

Euer Kuchenjunkie[Link] [Cache]
Die Kuchentester: Neue Obama-Dollar-Note
10/31/2008 10:31 AM
Endlich mal wieder ein Video von HotRoas t:

[Link] [Cache]
seelensplitter: dagegen war die ddr ein kindergarten
10/31/2008 10:20 AM
Zitat:
Zuerst gab es Systembanken die unbedingt erhalten werden mussten, jetzt gibt es Systemindustrien. Natürlich wird dadurch kein Arbeitsplatz gerettet. Das Spiel mit dem Arbeitsplatzabbau geht fröhlich weiter und die Staaten treiben immer mehr Arbeitnehmer in die Leih- oder besser Sklavenarbeit.

Um die Systemindustrien zu schützen wird es bald sicher auch Tarifbegrenzungen geben, natürlich nur auf Zeit, bis alles wieder gut ist. Selbstverständlich werden die Arbeitszeitverordnungen den Bedürfnissen der ach so wichtigen Systemindustrien untergeordnet. Dann werden die Zulieferer in ihren Preisen von Staatsseite aus gedeckelt.

Natürlich macht man dann Gesetze für alles was systemerhaltend oder doch zumindest systemnah ist. Das was man im Endeffekt dann erreicht hat, ist die Planwirtschaft. Es muss ja geplant werden, um die Systembanken, den Systemhandel, die Systemdienstleistung und die Systemindustrie aufeinander abzustimmen.

Da dieser Vorgang weltweit fast zeitgleich passiert, gibt es auch keine Systemalternative. Der allumfassende Staat und seine Planwirtschaft sorgen für alles. Keine Sorge, das wird keine neue DDR. Dort nahm die Partei ja wenigsten noch ein wenig Rücksicht auf die Menschen. Die neue Planwirtschaft wird die Menschen nicht mehr berücksichtigen. Sie braucht nur Sklaven.

Nur in einem wird sie der ehemaligen DDR gleichen. Sie wird auch eine Diktatur sein. Aber zumindest darin kennt sich Frau Merkel ja aus.

(Quelle: Duckhome)[Link] [Cache]
Radio Utopie: Stamokap - Die G8 auf den Spuren von Wladimir Iljitsch Lenin
10/31/2008 07:49 AM

Es dürfte Rudolf Hilferding und Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, dürften sich vor Lachen biegen, wenn sie sehen wie sich weltweit unsere großartigen marktradikalen Neoliberalen nun alle im Rückwärtsgang befinden und in die Obhut des Staates hüpfen.

Das ist sicher nicht gerade die Variante des Staatsmonopolistischer Kapitalismus (Stamokap) die sich die beiden vorgestellt hatten, kommt ihr in ihren Auswirkungen aber doch sehr nahe. Außerdem haben sich die beiden in so vielen anderen Dingen geirrt, dass es auf solch feine Unterschiede nicht ankommt. Kurt Tucholsky hatte zu Hilferding ja schon eine klare Meinung.
Herr Dr. Rudolf Hilferding wurde vom Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie in die Redaktion der Freiheit entsandt. Es gelang ihm, das gefährliche Blatt in zwei Jahren derart herunterzuwirtschaften, daß sowohl von einer Gefahr wie von einem Blatt nicht mehr gesprochen werden kann. Herr Rudolf Hilferding gilt in Finanzkreisen als ausgezeichneter Mediziner. Von ihm gibt es ein Aufsehen erregt habendes Werk: Das Finanzkapital. Seine Bequemlichkeit hat ihn leider daran gehindert, das Buch zu lesen.

Kaspar Hauser: Dienstzeugnisse. In: Die Weltbühne, 3. März 1925, S. 329


Gut dass sich Tucholsky nicht zur aktuellen Situation äußern kann. Er wäre wahrscheinlich schon längst verhaftet. Trotzdem ist das was aktuell passiert, Stamokap in seiner reinsten Form:

Staatsmonopolistischer Kapitalismus (SMK) oder Staatsmonopolkapitalismus ist die marxistisch-leninistische Bezeichnung für die Verschmelzung des imperialistischen Staats mit der Wirtschaft – die in dieser Phase nur noch aus dünn maskierten Monopolen bestehe – zu einem einzigen Herrschaftsinstrument unter Führung einer Finanzoligarchie, die in der Endphase des Kapitalismus erfolge ...

--

Bereits Karl Marx und vor allem Friedrich Engels beobachteten, dass sich der klassische Kapitalismus der freien Konkurrenz im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in den Monopolkapitalismus verwandelte. Das bedeutet, dass die Konzentration und die Zentralisation des Kapitals und der Produktion ein Ausmaß erreichen, durch welches wenigen Großunternehmen eine (markt-)beherrschende Stellung eingeräumt wird. Diese Unternehmen teilten die Märkte untereinander auf, träfen Absprachen über Preise, Löhne und zu produzierende Produktmengen. Hier „schlägt die freie Konkurrenz um ins Monopol", erklärt Friedrich Engels (MEW 19, S. 220). Das Monopol im marxistischen Sinn ist eine Vereinigung der Großkonzerne zur Sicherung ihrer Profite, sie verschaffen sich systematisch Vorteile gegenüber (kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), wodurch sie selbst ständig größer und mächtiger würden, während die kleineren, nichtmonopolistischen Unternehmen ständig in ihrer Existenz bedroht seien. Gleichzeitig komme es zu einem wechselseitigen Verwachsen der großen Industrie- und Handelsunternehmen mit dem Bankkapital – daraus entstehe das monopolistische Finanzkapital. Der Kapitalismus trete damit also zunächst in sein monopolistisches Stadium.

--

Das Hauptmerkmal dieses Stamokap ist laut Lenin nun, dass durch die Allmacht der Großkonzerne, durch ihre Bedürfnisse und Zwänge, diese Monopole sich den Staatsapparat im steigenden Maße unterordnen würden, sie durchdrängen die gesamte Gesellschaft und bestimmten Wirtschaft und Politik. Durch das Verwachsen der ökonomischen Macht der Konzerne mit der politischen und militärischen des Staates entwickele sich der Imperialismus weiter und findet seine volle Entfaltung als Stamokap. Die staatsmonopolistische Phase des Imperialismus bedeutet also, dass es zu einer unmittelbaren Verquickung staatlichen Handelns und den Interessen der großen Konzerne, des Monopolkapitals, komme. Der Stamokap zeichne sich durch das zweckmäßige Verwachsen der Monopolverbände der großen Konzerne mit den staatlichen Organen aus. Dadurch entstehe eine effiziente politisch-ökonomische Herrschaftsstruktur, die alle Bereiche durchdringe. Die Mechanismen des Stamokap seien nun durch die staatliche Absicherung der gesteigerten Machtposition der Großunternehmen, durch die wechselseitige Einflussnahme von Politik und Wirtschaft, die im Interesse eben der Monopole geschehe, sowie durch die Tendenz zum Ausbau der Staatsgewalt in eine verstärkt autoritäre Richtung, die mit der Militarisierung im Inneren wie nach außen verknüpft sei, gekennzeichnet.


Diese Entwicklung haben die Menschen auf der gesamten Welt im Vollbild erlebt. Heute bestimmt VW die Preise seiner Zulieferer und lässt Zulieferer die in Deutschland "Just in Time" operieren müssen, gegen chinesische Arbeits- und Umweltbedingungen antreten. Es zählt nur was dem Kapital nützt. Diese Entwicklung wurde praktisch in allen Ländern der Welt durchgezogen. Ja selbst die Militarisierung im Innern lässt sich an Schäubles Wünschen und an der Homeland Security in den USA ablesen.

Im Grunde genommen ist die Entwicklung seit dem Fall der Sowjetunion genau so gelaufen, wie sie in der Theorie vorhergesagt wurde. Als es keine Systemkonkurenz mehr gab, als der Wettbewerb der Systeme beendet war, gab es kein Halten mehr. Nein das spricht nicht unbedingt für den Erhalt oder gar Wiederaufbau des real existierenden Sozialismus, sondern eher dafür, das man den Kapitalismus wie einen bissigen Köter nicht frei laufen lassen darf, sondern nur an der Leine und mit Maulkorb unter Menschen lassen kann. Aber mal im Ernst. Am besten ist es einen solchen Köter einschläfern zu lassen. Er nutzt niemandem und ist sogar sich selbst ein Ärgernis.

Allerdings ist Stamokap nur der Anfang. Was alle Marxisten, Sozialisten und Kommunisten sich nie vorstellen konnten, ist die Tatsache das der unkontrollierte Kapitalismus ziemlich bescheuert ist. Auch jetzt traut sich noch niemand so recht daran. es laut zu sagen, dass der Kaiser nackt ist bzw. dass ungezügelter Kapitalismus dumm macht. Um das zu verstehen müssen wir in die Biologie. Raubtiere und ihre Beutetiere.

Wenn aus irgendeinem Grunde die Raubtiere aussterben, vermehren sich deren Beutetiere unkontrolliert und vernichten häufig ihre eigene Nahrungsgrundlage und verhungern. Wachsen die Raubtiere auf dem Höhepunkt der Beutetierpopulation wieder nach, oder wandern sie in das Gebiet ein, vermehren sie sich unkontrolliert und vernichten praktisch alle Beutetiere, bevor sie selbst am Hunger sterben.

Die Natur sucht ein Gleichgewicht und ist bei dieser Suche absolut gleichgültig. Sie lässt die Extreme einfach geschehen. Das ist weder für Beutetiere noch für Raubtiere besonders angenehm, aber eben die Natur der Dinge und da sie vermutlich von beiden nicht verstanden wird und demnach auch nicht analysiert werden kann, werden sie auch nicht durch Alternativen beeinflusst und leiden vermutlich nur wenig.

Anders ist es beim Menschen, der die Situation erkennt, analysieren und sogar mit seiner eigenen Vergangenheit und den Erfahrungen anderer Menschen vergleichen kann. Schutzlos einer Meute von Raubtieren ausgeliefert zu sein wird da zum Problem, da ja Raubtier und Beute der gleichen Tierart angehören, dem Homo Sapiens und damit jeder sowohl Räuber als auch Beute sein kann.

Es müssen also Regeln her, wer Beute und wer Raubtier ist. Allzu starre Regeln würden zu Aufständen, Revolutionen und Umstürzen führen, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen. Die logische Folge sind Scheinaufstiegschancen und ebenso Scheinabstiegschancen. Ein klassischer Ausdruck dieser scheinbar gerechten Welt ist der Satz von Anatole France aus dem Jahr 1894:

Das Gesetz macht alle auf erhabene Weise gleich. Es verbietet allen Menschen, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln oder Brot zu stehlen - den Armen ebenso wie den Reichen.


Der Satz ist richtig und wahr. Gleichzeitig zeigt er eine eklige und gemeine Sicht auf die Realität die genau das beschreibt, was Kannegiesser, die INSM, Mohn/Bertelsmann, Springer und das neoliberale Pack um den Erdball herum unter Gerechtigkeit versteht. Wenn die Armen reich wären, brauchten sie auch nicht unter Brücken zu schlafen und Brot zu stehlen. Sie sind doch selber schuld die Armen. Eigenverantwortung heißt das Wort dann.

Aber ungezügelter Kapitalismus macht dumm. Dieser Kapitalismus ist eine Bestie die nur aus Maul und Arsch ohne Verdauungstrakt und natürlich ohne Hirn funktioniert. Es geht ums Fressen, endloses Fressen. Gier ohne Ende. Sabbernde Gier die alles in sich hineinstopft und keine Sekunde an Morgen denkt. Zum Glück funktionierte der Arsch ziemlich lange und entsorgte das Gefressene.

Das wirklich Unvorstellbare aber ist, dass sich diese Gier darin äußert, dass wertloses Zeug zum Wert hochstilisiert und dann als Wertpapier trotz seiner Wertlosigkeit ernsthaft gehandelt wird. Josef Ackermann weiß genau welche Renditen aus Produktion, Handel und Dienstleistung erzielbar sind. Kannegießer weiß das die Leute Geld brauchen um zu kaufen. Sie haben einfach das Resthirn ausgeschaltet und sich der Gier hingegeben.

Es ist ja seit Jahren ständig gewarnt worden. Aber da greifen zwei Mechanismen. Menschen haben ein extremes Beharrungsvermögen. Sie wollen keine Veränderung. Man muss sie zu Veränderungen zwingen. Die meisten wollen deshalb auch keine Veränderungen bei anderen, sehen aber tatenlos zu wie diese trotzdem geschehen.

Solche Berufskomiker wie Horst Köhler, die immer mit etwas abwesendem Blick in die Welt schauen, werden von klugen Finanzhaien, natürlich von der linken in die Rechte Westentasche gesteckt, bevor sie überhaupt begreifen, das Bewegung herscht. Wie soll ein Georg W. Bush begreifen was mit ihm passiert. Der hat doch all die Jahre eine Firma nach der anderen ruiniert. Der ist unfähig. Oder Sarkozy. Ein Industriepüppchen das sich für einen Führer hält. Reden wir besser nicht über Brown und Co. England ist seit dem zweiten Weltkrieg der Hund, der hechelnd für die USA die Pantoffeln holt.

Alle haben zugesehen und gehofft es würde noch ein Weilchen gehen. Natürlich auch, weil die, die daran verdient haben, Beruhigungspillen in Form von Bestechung und tollen Medienberichten auf die Menschen einprallen ließen. Ein schönes Beispiel ist der der Artikel "Unter den Rettungsschirm - Privatbanken wollen doch" unter dem prangte die folgende Werbung:





Unter anderem haben gerade einige Leute mit diesen CFDs richtig Geld bei VW verloren. Aber kaum ist die eine Blase geplatzt kommen solche Demagogentruppen wie n-tv aus dem Hause Mohn/Bertelsmann und versuchen auftragsgemäß die Leute in die nächste Blase zu treiben. Wenn diese Geschäfte so gut wären, würde die Familie Mohn sie alleine machen und reicher als Dagobert Duck werden. Aber sie nimmt lieber den Spatz in der Hand, den sie aus dem Verkauf solcher "Ratgeber" und der Werbung für solche Geschäfte bekommt. Warum wohl? Weil sie vielleicht nicht auf ihre eigenen Lügen hereinfallen?

Diese Geschäfte waren schon immer Luftnummern. Jeder hat es gewusst und nun geht es nicht mehr weiter. Viele Banken sind pleite, praktisch alle Derrivate, Zertifikate und ein großer Teil der Optionen, Hypotheken, Pfandbriefe und Fonds sind wertlos. Lebensversicherungen und Rentenversicherung, Pensionsfonds und Pensionskassen stehen vor kaum lösbaren Problemen.

Zugunsten des Casino-Kapitalismus wurde der Realwirtschaft das Geld entzogen, Innovation und Forschung zurückgestellt, Stammbelegschaften nur nach Kostengesichtspunkten ohne Sinn und Verstand gekürzt, Firmen fusioniert und zerschlagen ohne nachzudenken. Der Erfolg waren Kurssteigerungen und fiktive Gewinne. Als diese Märkte zusammenbrachen wurde von der Goldman Sachs Bruderschaft in der US-Administration, dem Finanzminister Hank Paulson und Ben Bernanke zunächst alle Geldhähne der Notenbanken weltweit geöffnet.

Allerdings wurde schnell klar, dass man Wasser nicht mit Sieben transportieren kann und dass die internationalen Finanzmärkte viel undichter als Siebe sind. Man sprach von Vertrauenskrise wusste aber, dass sich da nur die Betrüger gegenseitig erkannten und mit gutem Grund misstrauten. Deshalb kamen die Rettungspakete für die Banken.

Doch hier weicht das aktuelle Vorgehen von der Stamokap Theorie ab. Die Politik will mitreden. Nicht etwa weil die Politik Ahnung hätte. Hank Paulson wie Peer Steinbrück sind ahnungslos. Aber während Hank und seine Mannen die Wallstreet retten wollen, denken die Politiker in Europa und wohl auch Obama in den USA darüber nach, die Manager zu zügeln und zu regulieren.

Natürlich wäre ein Ende der Zügellosigkeit und eine Regulierung der Finanzmärkte toll. Aber den Politikern geht es mehr um Rache. Zu oft haben die Manager ihnen den Stinkefinger gezeigt und Leute entlassen, obwohl die Politik alle Anforderungen des Großkapitals erfüllt hat. Die Politik will mitreden. Das reicht von lukrativen Aufsichtsratsmandat, bis zu der Freude einen Commerzbankchef knieen zu sehen.

Die Kosten für die Rache trägt der Bürger und der ist der Politik schon lange vollständig egal. Deshalb beteiligt sich der Staat an allem und jedem und wer keine staatliche Hilfe will, der bekommt sie aufgenötigt. Die Politik sucht nach Einfluss. Rettungsschirme für Banken waren der Anfang. Jetzt geht es, wie Sarkozy verlangt hat, mit Industriepolitik los.

Die Automobilindustrie in Europa hat die Entwicklung alternativer Antriebstoffe vergeigt. Egal sie wird subventioniert. Chrysler und GM sind beide totkrank. Ihr Zusammenschluss wird mit 25 Milliarden subventioniert. Wer aber die Automobilindustrie subventioniert muss auch die Zulieferer subventionieren und die Zulieferer der Zulieferer solange sie groß genug sind.

Zuerst gab es Systembanken die unbedingt erhalten werden mussten, jetzt gibt es Systemindustrien. Natürlich wird dadurch kein Arbeitsplatz gerettet. Das Spiel mit dem Arbeitsplatzabbau geht fröhlich weiter und die Staaten treiben immer mehr Arbeitnehmer in die Leih- oder besser Sklavenarbeit.

Um die Systemindustrien zu schützen wird es bald sicher auch Tarifbegrenzungen geben, natürlich nur auf Zeit, bis alles wieder gut ist. Selbstverständlich werden die Arbeitszeitverordnungen den Bedürfnissen der ach so wichtigen Systemindustrien untergeordnet. Dann werden die Zulieferer in ihren Preisen von Staatsseite aus gedeckelt.

Natürlich macht man dann Gesetze für alles was systemerhaltend oder doch zumindest systemnah ist. Das was man im Endeffekt dann erreicht hat, ist die Planwirtschaft. Es muss ja geplant werden, um die Systembanken, den Systemhandel, die Systemdienstleistung und die Systemindustrie aufeinander abzustimmen.

Da dieser Vorgang weltweit fast zeitgleich passiert, gibt es auch keine Systemalternative. Der allumfassende Staat und seine Planwirtschaft sorgen für alles. Keine Sorge, das wird keine neue DDR. Dort nahm die Partei ja wenigsten noch ein wenig Rücksicht auf die Menschen. Die neue Planwirtschaft wird die Menschen nicht mehr berücksichtigen. Sie braucht nur Sklaven.

Nur in einem wird sie der ehemaligen DDR gleichen. Sie wird auch eine Diktatur sein. Aber zumindest darin kennt sich Frau Merkel ja aus.


Quelle Duckhome

[Link] [Cache]
Duckhome: Photovoltaik in Schwierigkeiten
10/31/2008 06:57 AM

Von den internationalen Börsen hören und lesen wir derzeit viel, auch wenn wir nicht beruflich damit zu tun, noch Vermögen zum Investieren = Zocken haben. So gibt es Indizes für einzelne Länder, aber auch
Branchen, denn Indizes sollen dem Namen nach ja eine Entwicklung abbilden. Der Index, an dem Zocker und Volkswirte, die so genannten Experten, aber auch normal Sterbliche wie wir die wirtschaftliche Entwicklung der regenerativen Energien, insbesondere der Photovoltaik Entwickelnden Gesellschaften ablesen
können, heißt Renixx World Index

Nun sind die Indizes, genau wie einzelne Werte darin, oder Währungen, sich verändernde Verhältnisse zwischen ihnen, Spekulationsobjekte, und schon von daher Schwankungen ausgesetzt, die selten
etwas mit der Realwirtschaft zu tun haben. Wenn jedoch einem solchen Index gleich über Jahre schlechte Aussichten beschieden werden, hier speziell der Solar-Branche, so ist das entweder mutig, oder hat andere, tiefer liegende Ursachen.
Wir alle haben mit verfolgen können, wie, trotz Hypothekenkrise, der US-Dollar in den letzten 2 -3 Monaten sich ordentlich zum Euro und anderen Währungen verbesserte, respektive verteuerte, und im Gegenzug das Rohöl und verwandte Titel uninteressant wurden, denn beide sind wie Feuer und Wasser, verlieren nie zeitgleich an Wert.

Die Erklärung für den gestiegenen US-Dollar, für das Wechselverhältnis allgemein, liegt in der Bilanzierung des Erdölhandels in Dollar, dem Geniestreich von Nixon aka Tricky Dicky und dem Königshaus Saud. Ein anderer Grund für die Umverteilung zu Ungunsten von Euro und Yen liegt darin begründet, dass die Börsenkurse nicht berechenbar sind, sondern Spekulanten wie Gläubige handeln, gern auf Ratschläge und Empfehlungen ihrer
Hirten und Gurus
warten. Genau bedeutet das, dass, wo immer viel Geld durch Spekulation verloren geht, auch Krisen- oder Kriegsgewinnler davon profitieren, und konkret US-Gesellschaften in ihrer Heimat investieren, nachdem sie ihre auswärtigen Beteiligungen abgestoßen haben, so den heimischen Markt wider jede Logik stützen. Nicht ohne Grund sagt man den US-AmerikanerInnen einen irrationalen Hurra-Patriotismus nach.

Aber auch das ist nur die halbe Miete. Denn unter den vielen, seit längerem bekannten, alternativen, regenerativen Energiequellen gibt es nämlich auch Lieblings- und Stiefkinder. Nun ratet mal, wo man
realistisch die Photovoltaik einordnet.

Während nämlich die Mühlen der Windkraftparks mindestens 10 Meter in die Höhe ragen müssen, um halbwegs effektiv zu sein, reichen bei Solaranlagen 4 Meter Bauhöhe aus. Die Lobbyisten, die wir auch als Volksvertreterinnen oder Politiker kennen, steuern diese Entwicklung mit Zuschüssen und Genehmigungen noch einmal zusätzlich oder endgültig. Wes' Brot ich ess…

Moderne Windkraftanlagen erzeugen an bis zu 1/3 der Zeit im Jahr Elektroenergie, wenn sie günstig an Land stehen, Offshore-Windparks produzieren immerhin schon die Hälfte der Zeit Energie, die ihre Masten im Wasser stehen, müssen aber auch besonders gegen Korrosion und
andere Unbillen geschützt werden.

Dennoch hat die Windkraft unter unseren Spitzenpolitikern viele Freunde, außer Michael Glos freilich. Der führte nämlich die Windenergie und damit verbundene Konsequenzen auf einen Stromausfall in Niedersachsen im Jahre 2006 zurück.

Wenn also die Windkraftanlagen nur hin und wieder Energie liefern, weil eben nur hin und wieder so starker Wind in deren Nähe herrscht, dass sich ihre Rotoren drehen, sind sie ‚unsichere Kandidaten', es muß mehr, zusätzliche, ‚sichere' Energie ins Netz gespeist werden, falls einmal mehr stabiler Bedarf, aber gerade zu wenig Wind simultan vorhanden sind.

Ist das nicht gegeben, passiert dasselbe, wie bei einer notdürftig von Amateuren geflickten Hausenergieleitung, die vorher vom Anbieter gekappt wurde, weil das Haus besetzt ist: Man friert, und die
Spiralheizung aus Omas Zeiten brummt mehr, als daß sie heizt, hält so die Ausreißerkinder und Hausbesetzer wach. Stellt euch mal bitte vor, unter diesen Voraussetzungen wolltet ihr noch eine Party in dem Haus feiern.

Spätestens,wenn der MC alles anschaltet, brummt nicht mal mehr die kleine Heizung von Oma. Nun ist Michael Glos nur einer von vielen Deppen im Bundestag, hat aber ob seiner herausragenden Position viele Neider und Dulder, vorzugsweise unter den MitkoalitionärInnen, und all jenen, die es mal werden möchten. Michael Glos ist ja noch dazu in der CSU, in der es, wahrscheinlich aus Langeweile beim Alleinregieren, scheint's noch mehr Hauen und Stechen als bei den anderen, großen Parteien gibt, und von daher dürfte er auch in seiner Haltung zur Windkraft eher allein stehen.

Wie nun kann man dieses Verwirrspiel am Besten auflösen? Volksvertreter müssen wieder das werden, was sie dem Namen nach sind, denn Energiepolitik ist kein Spielplatz für Lobbyisten und deren egoistisches Treiben, und, wie man unschwer aus der Lektüre der Referenzmeldungen schlußfolgern kann, muß die Energieerzeugung wieder verstaatlicht werden. Selbst dann, wenn es da so nicht steht.

Zum Abschluß noch dies: Seit die Energieerzeugung wenigen zugeschoben wurde, die sie monopolistisch
umorganisierten, gab es Elektroenergie eine Weile billiger als vorher, doch spätestens vor 4 Jahren zog man wieder gleich mit den Preisen von davor, nur fordern und bitten die lieben Politiker seit dem zum Schein, und die Kontrolle ist fort, dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Ein sehr gutes Beispiel ist der Emissionshandel, der auch in der Japanischen Stadt Kyoto von irgendwelchen Flachzangen beschlossen wurde. Wenn wir nicht bald etwas tun, wird es die eine oder andere innovative Energiegewinnungsform weiter geben, sicher auch die Photovoltaik, doch wird uns diese Technologie von denselben Preisschneidern verhökert, die schon jetzt aus Gier die Tarife ständig erhöhen. Dabei sei auch bedacht, daß etwa
die Tarifanpassungen der GASAG seit 2005 noch immer unbillig sind.

Ihr Gierschlunde, laßt euch was Besseres einfallen, spart das Briefpapier, denn es ist aus Holz –
die Rechtskräftigkeit der Entscheidung von gestern kommt auch bald!


[Link] [Cache]
Lumières dans la nuit: Hokuspokus
10/31/2008 05:45 AM

Kaum jemand weiß, wie das Wort »Hokuspokus« entstanden ist, das ja auch bis heute gern und oft zur abwertenden und treffenden Bezeichnung jeder Form des faulen Zaubers verwendet wird. Es handelt sich um eine Verballhornung der rituellen lateinischen Formel »hoc est corpus meum«, die als wichtig präsentiertes Gemurmel über Jahrhunderte hinweg von so vielen Menschen gehört und doch nicht verstanden wurde. Diese Phrase stammt aus der Liturgie der Messe in der röm.-kath. Kirche, sie wird gesprochen, wenn der Pfaffe die Oblate präsentiert und sie bedeutet auf Deutsch schlicht »Dies ist mein Leib«. Mit diesen hingemurmelten Worten »verwandelt« der Pfaffe kraft seines gleichermaßen kraftlosen wie viel zu breit geglaubten Wortes ein bisschen Teig in einen Gott, an dem sie alle glauben sollen – bis auf den heutigen Tag, und keineswegs nur bei den Katholiken.

Was für ein Hokuspokus! »Wer Ohren hat, der höre!« (Jesus aus Nazaret zugeschrieben, Mt. 11, 15)

[Link] [Cache]
Duckhome: Stamokap - Die G8 auf den Spuren von Wladimir Iljitsch Lenin
10/31/2008 04:57 AM

Es dürfte Rudolf Hilferding und Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, dürften sich vor Lachen biegen, wenn sie sehen wie sich weltweit unsere großartigen marktradikalen Neoliberalen nun alle im Rückwärtsgang befinden und in die Obhut des Staates hüpfen.

Das ist sicher nicht gerade die Variante des Staatsmonopolistischer Kapitalismus (Stamokap) die sich die beiden vorgestellt hatten, kommt ihr in ihren Auswirkungen aber doch sehr nahe. Außerdem haben sich die beiden in so vielen anderen Dingen geirrt, dass es auf solch feine Unterschiede nicht ankommt. Kurt Tucholsky hatte zu Hilferding ja schon eine klare Meinung.
Herr Dr. Rudolf Hilferding wurde vom Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie in die Redaktion der Freiheit entsandt. Es gelang ihm, das gefährliche Blatt in zwei Jahren derart herunterzuwirtschaften, daß sowohl von einer Gefahr wie von einem Blatt nicht mehr gesprochen werden kann. Herr Rudolf Hilferding gilt in Finanzkreisen als ausgezeichneter Mediziner. Von ihm gibt es ein Aufsehen erregt habendes Werk: Das Finanzkapital. Seine Bequemlichkeit hat ihn leider daran gehindert, das Buch zu lesen.

Kaspar Hauser: Dienstzeugnisse. In: Die Weltbühne, 3. März 1925, S. 329


Gut dass sich Tucholsky nicht zur aktuellen Situation äußern kann. Er wäre wahrscheinlich schon längst verhaftet. Trotzdem ist das was aktuell passiert, Stamokap in seiner reinsten Form:

Staatsmonopolistischer Kapitalismus (SMK) oder Staatsmonopolkapitalismus ist die marxistisch-leninistische Bezeichnung für die Verschmelzung des imperialistischen Staats mit der Wirtschaft – die in dieser Phase nur noch aus dünn maskierten Monopolen bestehe – zu einem einzigen Herrschaftsinstrument unter Führung einer Finanzoligarchie, die in der Endphase des Kapitalismus erfolge ...

--

Bereits Karl Marx und vor allem Friedrich Engels beobachteten, dass sich der klassische Kapitalismus der freien Konkurrenz im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in den Monopolkapitalismus verwandelte. Das bedeutet, dass die Konzentration und die Zentralisation des Kapitals und der Produktion ein Ausmaß erreichen, durch welches wenigen Großunternehmen eine (markt-)beherrschende Stellung eingeräumt wird. Diese Unternehmen teilten die Märkte untereinander auf, träfen Absprachen über Preise, Löhne und zu produzierende Produktmengen. Hier „schlägt die freie Konkurrenz um ins Monopol", erklärt Friedrich Engels (MEW 19, S. 220). Das Monopol im marxistischen Sinn ist eine Vereinigung der Großkonzerne zur Sicherung ihrer Profite, sie verschaffen sich systematisch Vorteile gegenüber (kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), wodurch sie selbst ständig größer und mächtiger würden, während die kleineren, nichtmonopolistischen Unternehmen ständig in ihrer Existenz bedroht seien. Gleichzeitig komme es zu einem wechselseitigen Verwachsen der großen Industrie- und Handelsunternehmen mit dem Bankkapital – daraus entstehe das monopolistische Finanzkapital. Der Kapitalismus trete damit also zunächst in sein monopolistisches Stadium.

--

Das Hauptmerkmal dieses Stamokap ist laut Lenin nun, dass durch die Allmacht der Großkonzerne, durch ihre Bedürfnisse und Zwänge, diese Monopole sich den Staatsapparat im steigenden Maße unterordnen würden, sie durchdrängen die gesamte Gesellschaft und bestimmten Wirtschaft und Politik. Durch das Verwachsen der ökonomischen Macht der Konzerne mit der politischen und militärischen des Staates entwickele sich der Imperialismus weiter und findet seine volle Entfaltung als Stamokap. Die staatsmonopolistische Phase des Imperialismus bedeutet also, dass es zu einer unmittelbaren Verquickung staatlichen Handelns und den Interessen der großen Konzerne, des Monopolkapitals, komme. Der Stamokap zeichne sich durch das zweckmäßige Verwachsen der Monopolverbände der großen Konzerne mit den staatlichen Organen aus. Dadurch entstehe eine effiziente politisch-ökonomische Herrschaftsstruktur, die alle Bereiche durchdringe. Die Mechanismen des Stamokap seien nun durch die staatliche Absicherung der gesteigerten Machtposition der Großunternehmen, durch die wechselseitige Einflussnahme von Politik und Wirtschaft, die im Interesse eben der Monopole geschehe, sowie durch die Tendenz zum Ausbau der Staatsgewalt in eine verstärkt autoritäre Richtung, die mit der Militarisierung im Inneren wie nach außen verknüpft sei, gekennzeichnet.


Diese Entwicklung haben die Menschen auf der gesamten Welt im Vollbild erlebt. Heute bestimmt VW die Preise seiner Zulieferer und lässt Zulieferer die in Deutschland "Just in Time" operieren müssen, gegen chinesische Arbeits- und Umweltbedingungen antreten. Es zählt nur was dem Kapital nützt. Diese Entwicklung wurde praktisch in allen Ländern der Welt durchgezogen. Ja selbst die Militarisierung im Innern lässt sich an Schäubles Wünschen und an der Homeland Security in den USA ablesen.

Im Grunde genommen ist die Entwicklung seit dem Fall der Sowjetunion genau so gelaufen, wie sie in der Theorie vorhergesagt wurde. Als es keine Systemkonkurenz mehr gab, als der Wettbewerb der Systeme beendet war, gab es kein Halten mehr. Nein das spricht nicht unbedingt für den Erhalt oder gar Wiederaufbau des real existierenden Sozialismus, sondern eher dafür, das man den Kapitalismus wie einen bissigen Köter nicht frei laufen lassen darf, sondern nur an der Leine und mit Maulkorb unter Menschen lassen kann. Aber mal im Ernst. Am besten ist es einen solchen Köter einschläfern zu lassen. Er nutzt niemandem und ist sogar sich selbst ein Ärgernis.

Allerdings ist Stamokap nur der Anfang. Was alle Marxisten, Sozialisten und Kommunisten sich nie vorstellen konnten, ist die Tatsache das der unkontrollierte Kapitalismus ziemlich bescheuert ist. Auch jetzt traut sich noch niemand so recht daran. es laut zu sagen, dass der Kaiser nackt ist bzw. dass ungezügelter Kapitalismus dumm macht. Um das zu verstehen müssen wir in die Biologie. Raubtiere und ihre Beutetiere.

Wenn aus irgendeinem Grunde die Raubtiere aussterben, vermehren sich deren Beutetiere unkontrolliert und vernichten häufig ihre eigene Nahrungsgrundlage und verhungern. Wachsen die Raubtiere auf dem Höhepunkt der Beutetierpopulation wieder nach, oder wandern sie in das Gebiet ein, vermehren sie sich unkontrolliert und vernichten praktisch alle Beutetiere, bevor sie selbst am Hunger sterben.

Die Natur sucht ein Gleichgewicht und ist bei dieser Suche absolut gleichgültig. Sie lässt die Extreme einfach geschehen. Das ist weder für Beutetiere noch für Raubtiere besonders angenehm, aber eben die Natur der Dinge und da sie vermutlich von beiden nicht verstanden wird und demnach auch nicht analysiert werden kann, werden sie auch nicht durch Alternativen beeinflusst und leiden vermutlich nur wenig.

Anders ist es beim Menschen, der die Situation erkennt, analysieren und sogar mit seiner eigenen Vergangenheit und den Erfahrungen anderer Menschen vergleichen kann. Schutzlos einer Meute von Raubtieren ausgeliefert zu sein wird da zum Problem, da ja Raubtier und Beute der gleichen Tierart angehören, dem Homo Sapiens und damit jeder sowohl Räuber als auch Beute sein kann.

Es müssen also Regeln her, wer Beute und wer Raubtier ist. Allzu starre Regeln würden zu Aufständen, Revolutionen und Umstürzen führen, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen. Die logische Folge sind Scheinaufstiegschancen und ebenso Scheinabstiegschancen. Ein klassischer Ausdruck dieser scheinbar gerechten Welt ist der Satz von Anatole France aus dem Jahr 1894:

Das Gesetz macht alle auf erhabene Weise gleich. Es verbietet allen Menschen, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln oder Brot zu stehlen - den Armen ebenso wie den Reichen.


Der Satz ist richtig und wahr. Gleichzeitig zeigt er eine eklige und gemeine Sicht auf die Realität die genau das beschreibt, was Kannegiesser, die INSM, Mohn/Bertelsmann, Springer und das neoliberale Pack um den Erdball herum unter Gerechtigkeit versteht. Wenn die Armen reich wären, brauchten sie auch nicht unter Brücken zu schlafen und Brot zu stehlen. Sie sind doch selber schuld die Armen. Eigenverantwortung heißt das Wort dann.

Aber ungezügelter Kapitalismus macht dumm. Dieser Kapitalismus ist eine Bestie die nur aus Maul und Arsch ohne Verdauungstrakt und natürlich ohne Hirn funktioniert. Es geht ums Fressen, endloses Fressen. Gier ohne Ende. Sabbernde Gier die alles in sich hineinstopft und keine Sekunde an Morgen denkt. Zum Glück funktionierte der Arsch ziemlich lange und entsorgte das Gefressene.

Das wirklich Unvorstellbare aber ist, dass sich diese Gier darin äußert, dass wertloses Zeug zum Wert hochstilisiert und dann als Wertpapier trotz seiner Wertlosigkeit ernsthaft gehandelt wird. Josef Ackermann weiß genau welche Renditen aus Produktion, Handel und Dienstleistung erzielbar sind. Kannegießer weiß das die Leute Geld brauchen um zu kaufen. Sie haben einfach das Resthirn ausgeschaltet und sich der Gier hingegeben.

Es ist ja seit Jahren ständig gewarnt worden. Aber da greifen zwei Mechanismen. Menschen haben ein extremes Beharrungsvermögen. Sie wollen keine Veränderung. Man muss sie zu Veränderungen zwingen. Die meisten wollen deshalb auch keine Veränderungen bei anderen, sehen aber tatenlos zu wie diese trotzdem geschehen.

Solche Berufskomiker wie Horst Köhler, die immer mit etwas abwesendem Blick in die Welt schauen, werden von klugen Finanzhaien, natürlich von der linken in die Rechte Westentasche gesteckt, bevor sie überhaupt begreifen, das Bewegung herscht. Wie soll ein Georg W. Bush begreifen was mit ihm passiert. Der hat doch all die Jahre eine Firma nach der anderen ruiniert. Der ist unfähig. Oder Sarkozy. Ein Industriepüppchen das sich für einen Führer hält. Reden wir besser nicht über Brown und Co. England ist seit dem zweiten Weltkrieg der Hund, der hechelnd für die USA die Pantoffeln holt.

Alle haben zugesehen und gehofft es würde noch ein Weilchen gehen. Natürlich auch, weil die, die daran verdient haben, Beruhigungspillen in Form von Bestechung und tollen Medienberichten auf die Menschen einprallen ließen. Ein schönes Beispiel ist der der Artikel "Unter den Rettungsschirm - Privatbanken wollen doch" unter dem prangte die folgende Werbung:





Unter anderem haben gerade einige Leute mit diesen CFDs richtig Geld bei VW verloren. Aber kaum ist die eine Blase geplatzt kommen solche Demagogentruppen wie n-tv aus dem Hause Mohn/Bertelsmann und versuchen auftragsgemäß die Leute in die nächste Blase zu treiben. Wenn diese Geschäfte so gut wären, würde die Familie Mohn sie alleine machen und reicher als Dagobert Duck werden. Aber sie nimmt lieber den Spatz in der Hand, den sie aus dem Verkauf solcher "Ratgeber" und der Werbung für solche Geschäfte bekommt. Warum wohl? Weil sie vielleicht nicht auf ihre eigenen Lügen hereinfallen?

Diese Geschäfte waren schon immer Luftnummern. Jeder hat es gewusst und nun geht es nicht mehr weiter. Viele Banken sind pleite, praktisch alle Derrivate, Zertifikate und ein großer Teil der Optionen, Hypotheken, Pfandbriefe und Fonds sind wertlos. Lebensversicherungen und Rentenversicherung, Pensionsfonds und Pensionskassen stehen vor kaum lösbaren Problemen.

Zugunsten des Casino-Kapitalismus wurde der Realwirtschaft das Geld entzogen, Innovation und Forschung zurückgestellt, Stammbelegschaften nur nach Kostengesichtspunkten ohne Sinn und Verstand gekürzt, Firmen fusioniert und zerschlagen ohne nachzudenken. Der Erfolg waren Kurssteigerungen und fiktive Gewinne. Als diese Märkte zusammenbrachen wurde von der Goldman Sachs Bruderschaft in der US-Administration, dem Finanzminister Hank Paulson und Ben Bernanke zunächst alle Geldhähne der Notenbanken weltweit geöffnet.

Allerdings wurde schnell klar, dass man Wasser nicht mit Sieben transportieren kann und dass die internationalen Finanzmärkte viel undichter als Siebe sind. Man sprach von Vertrauenskrise wusste aber, dass sich da nur die Betrüger gegenseitig erkannten und mit gutem Grund misstrauten. Deshalb kamen die Rettungspakete für die Banken.

Doch hier weicht das aktuelle Vorgehen von der Stamokap Theorie ab. Die Politik will mitreden. Nicht etwa weil die Politik Ahnung hätte. Hank Paulson wie Peer Steinbrück sind ahnungslos. Aber während Hank und seine Mannen die Wallstreet retten wollen, denken die Politiker in Europa und wohl auch Obama in den USA darüber nach, die Manager zu zügeln und zu regulieren.

Natürlich wäre ein Ende der Zügellosigkeit und eine Regulierung der Finanzmärkte toll. Aber den Politikern geht es mehr um Rache. Zu oft haben die Manager ihnen den Stinkefinger gezeigt und Leute entlassen, obwohl die Politik alle Anforderungen des Großkapitals erfüllt hat. Die Politik will mitreden. Das reicht von lukrativen Aufsichtsratsmandat, bis zu der Freude einen Commerzbankchef knieen zu sehen.

Die Kosten für die Rache trägt der Bürger und der ist der Politik schon lange vollständig egal. Deshalb beteiligt sich der Staat an allem und jedem und wer keine staatliche Hilfe will, der bekommt sie aufgenötigt. Die Politik sucht nach Einfluss. Rettungsschirme für Banken waren der Anfang. Jetzt geht es, wie Sarkozy verlangt hat, mit Industriepolitik los.

Die Automobilindustrie in Europa hat die Entwicklung alternativer Antriebstoffe vergeigt. Egal sie wird subventioniert. Chrysler und GM sind beide totkrank. Ihr Zusammenschluss wird mit 25 Milliarden subventioniert. Wer aber die Automobilindustrie subventioniert muss auch die Zulieferer subventionieren und die Zulieferer der Zulieferer solange sie groß genug sind.

Zuerst gab es Systembanken die unbedingt erhalten werden mussten, jetzt gibt es Systemindustrien. Natürlich wird dadurch kein Arbeitsplatz gerettet. Das Spiel mit dem Arbeitsplatzabbau geht fröhlich weiter und die Staaten treiben immer mehr Arbeitnehmer in die Leih- oder besser Sklavenarbeit.

Um die Systemindustrien zu schützen wird es bald sicher auch Tarifbegrenzungen geben, natürlich nur auf Zeit, bis alles wieder gut ist. Selbstverständlich werden die Arbeitszeitverordnungen den Bedürfnissen der ach so wichtigen Systemindustrien untergeordnet. Dann werden die Zulieferer in ihren Preisen von Staatsseite aus gedeckelt.

Natürlich macht man dann Gesetze für alles was systemerhaltend oder doch zumindest systemnah ist. Das was man im Endeffekt dann erreicht hat, ist die Planwirtschaft. Es muss ja geplant werden, um die Systembanken, den Systemhandel, die Systemdienstleistung und die Systemindustrie aufeinander abzustimmen.

Da dieser Vorgang weltweit fast zeitgleich passiert, gibt es auch keine Systemalternative. Der allumfassende Staat und seine Planwirtschaft sorgen für alles. Keine Sorge, das wird keine neue DDR. Dort nahm die Partei ja wenigsten noch ein wenig Rücksicht auf die Menschen. Die neue Planwirtschaft wird die Menschen nicht mehr berücksichtigen. Sie braucht nur Sklaven.

Nur in einem wird sie der ehemaligen DDR gleichen. Sie wird auch eine Diktatur sein. Aber zumindest darin kennt sich Frau Merkel ja aus.


[Link] [Cache]
rotglut.org: Trojanische Rechnung vom Anwalt II
10/31/2008 02:22 AM
Alles schon mal da gewesen ... Derzeit häufen sich die Berichte über einen Trojaner, der als Anhang einer Mail kommt, die von Gravenreuth zu kommen scheint. Alles schon mal da gewesen ... ... [Link] [Cache]
Metalltarifrunde: Wir zahlen nicht für ihre Krise!
10/31/2008 01:57 AM
DieUnternehmer malen schwarz. Das tun sie immer. Vor jeder Tarifrunde steht dieWirtschaft vor dem Abgrund. Aber diesmal klingt ihr Geheule ziemlichglaubwürdig. Innerhalb von zwei Monaten hat die größte Vernichtung von Kapitaljemals stattgefunden. Im Olympischen Jahr gab es die tiefsten und schnellstenStürze am Aktienmarkt und die größten Pleiten bei den Banken.Die Chefsder Gewerkschaften reagieren hilflos. Manche beteuern: „Wir haben es schonimmer gesagt.“ und meinen damit, dass sie für eine stärkere Regulierung derFinanzmärkte waren. Aber eine solche stärkere Regulierung hätte damals dieKapitalisten vielleicht beim Geldraffen behindert, weshalb diese natürlichdagegen waren – es hätte allerdings die Krise heute nicht verhindert. DennKapitalismus ohne Krise gibt es nicht. Der einstmals sozial gemeinte Ratschlag,„der Staat solle die Finanzmärkte kontrollieren“, wird jetzt in der sozialbrutalsten Form ausgeführt: Die Staatsmacht verteilt Milliarden an die Bankenum, damit diese weiter Zinsen an die zahlen können, die eh schon zu viel haben.Für Huber von der IG Metall gibt es dafür „keine Alternative“. Aber dieseUmverteilung sollen wir bezahlen: durch höhere Steuern und durch Inflation,also Reallohnverlust. Dazu entwertet die Inflation Betriebsrenten und privateAltersvorsorge. Die Rezession hat noch nicht wirklich begonnen, da droht schonwieder Stellenabbau.In dieserSituation ist es mehr als Hilflosigkeit, die Tarifrunde mit einem Appell an dieUnternehmer nach „einem fairen Anteil“ an den fetten Gewinnen der letzten 2Jahre zu führen. Das Ganze wurde von uns erarbeitet – wie kann dann ein Teildavon fair sein? Die Kapitalisten brauchen gerade in der Krise alles Geld fürsich, wenn sich ihr Konkurrenzkampf untereinander noch verschärft: es gehtimmerhin darum, wer pleite geht oder aufgekauft wird. Da werden Appell garnichts nützen.[Link] [Cache]
annalist: Online-Durchsuchung nicht bei Privatbürgern, sagt Frau Harms
10/31/2008 01:48 AM
Panzer auf dem Hauptplatz in Graz
Die Generalbundesanwältin Monika Harms hat in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung die Bürger aufgefordert, mehr Vertrauen in die Rechtmäßigkeit staatlicher Ermittlungen zu haben. Besonders die mit dem neuen BKA-Gesetz geplante heimliche Online-Durchsuchung von Computern sollte nicht kritisch beäugt werden, weil sie gar nicht die Computer von Privatbürgern im Visier habe.

(heise.de)

Ach so. Ja. Das klingt total plausibel.

Allerdings: wenn es nicht um Computer von Privatbürgern (was ist das?) geht, um welche denn dann? Den internationalen Unternehmensterrorismus? Da würden mir aktuell ein paar Computer einfallen. Nochmal zum Auf-der-Zunge-zergehen-lassen im Original:

"Wir wollen doch gar nicht in den Computer des Privatbürgers schauen, sondern bei einem verdichteten Verdacht die Gefahr schwerster Anschläge abwehren."

Das ist schon richtig Kunst-Rhetorik.

Zum Thema Staatlicher Umgang mit Überwachungstechnologien wurde ich übrigens gerade auf ein Video hingewiesen, bei dem Demos und dazugehörige US-Polizeieinsätze mit Bildern von Polizeikameras und teilweise den Tonaufnahmen dazu dokumentiert sind. Die Perspektive in der Ausführlichkeit kannte ich noch nicht. Ganz ärgerlicherweise wird im Film ständig in sehr penetranter Weise mit dem Holocaust verglichen, schlecht auszuhalten. Deswegen binde ich das Video hier nicht ein und überlasse allen selbst, zu entscheiden, ob Ihr Euch das ansehen wollt: The Eye of the Storm - Part 1 of 2.

Und zum BKA-Gesetz hat mich die Humanistische Union zusammen mit Heiner Busch Samstag zu einer Veranstaltung nach Frankfurt/Main eingeladen: wir freuen uns auf nette ZuhörerInnen.

Foto: IRPC, There is a Creative Commons license attached to this image. NamensnennungKeine kommerzielle Nutzung Keine Bearbeitung

[Link] [Cache]
redblog: Ende im Gelände
10/31/2008 01:46 AM
[Link] [Cache]
Freeman: Porsche hat die Hedgefonds um 15 Milliarden erleichtert
10/31/2008 01:46 AM
Der Sportwagenhersteller hat einer der schmerzhaftesten Börsen-Coup aller Zeiten durchgeführt, in dem die grössten Hedgefonds der Welt zusammen einen Verlust von 15 Milliarden Euros einstecken müssen.

Diese gigantische Summe wurde durch die Hedgefonds verloren, die auf den fallenden Kurs der Volkswagenaktie wetteten, und auf der anderen Seite von Porsche gewonnen.

Der Kurs stieg zeitweise um 400 Prozent in zwei Tagen, was Porsche einen riesen Gewinn bescherte, und die Hedgefonds einen entsprechend grossen Verlust, was sie in den Bankrott treiben könnte.

Die Spekulierer gingen davon aus, dass VW genau so in der Krise ist wie die anderen Automobilhersteller und deshalb der Kurs der Aktie sinken würde. Nur sie hatten vergessen, dass Porsche "heimlich" eine Beteiligung von 75 Prozent an VW anstrebt und den am Anfang fallenden Preis der Aktie nutzte und fleissig zukaufte.

Da es sowieso wenig Aktien von VW auf dem Markt gibt, weil das Land Niedersachsen eine Beteiligung von 20.1 Prozent hält und Porsche bereits einen Grossteil hat, ging der Preis nach oben. Die Hedgefonds hatten sich völlig verspekuliert und mussten sogar dann selber VW-Aktien kaufen, um ihre Verluste zu minimieren, was den Preis noch höher trieb.

Dieses Debakel ist ein weiterer Hammerschlag für die Hedgefonds.

" Letzte Woche, als VW um 50 Prozent fiel, dachten einige Leute, es wird einen Absturz geben," sagte ein Marktteilnehmer. " Einige Fonds dachten, jetzt fällt die Aktie ins Bodenlose, lass uns mit Short-Selling einsteigen." Aber Porsche machte ihnen mit der Ankündigung, 75 Prozent von Volkswagen zu wollen, einen Strich durch die Rechnung.

Die deutsche Wertpapieraufsichtsbehörde BaFin hat eine Untersuchung des Handels mit VW-Aktien angekündigt.

" Wir prüfen verstärkt auf Anhaltspunkte für Marktmanipulation in der VW-Aktie", sagte eine BaFin-Sprecherin.

" Wir weisen vehement alle Beschuldigungen einer Marktmanipulation zurück," sagte ein Sprecher von Porsche, und fügte hinzu, da wird Ursache und Wirkung verwechselt. Er sagte: " Die Verantwortlichen sind die, welche grosse Summen auf einen fallenden Kurs der Volkswagenaktie spekuliert haben."

Einer der Verlierer ist womöglich Nathan Rothschild, mit seinem Atticus Capital Hedgefond, der in England in letzter Zeit grosse Schlagzeilen machte, wegen seinem Streit mit dem Schattenkanzler der Tories George Osborne, wo es um heimliche Parteispenden des russichen Oligarchen Oleg Deripaska geht.

Short-Selling ist eine beliebte Methode der Hedgefonds, um die Kurse einer Aktie zu versenken und riesen Gewinne einzufahren. Es gibt zwei Arten von Short-Selling. Naked-Short-Selling ist der Verkauf von Aktien die man gar nicht hat, sogenannte Leerverkäufe. Die andere Methode des Short-Sellings ist, wenn man Aktien sich vom Besitzer ausleiht und dann verkauft, um sie dann billiger zu kaufen und wieder zurückzugeben.

Wenn andere Marktteilnehmer die fallenden Kurs sehen und ebenfalls verkaufen, die Spekulanten zusätzlich noch böse Gerüchte verbreiten, der Preis dadurch noch mehr fällt, kaufen sie dann die Aktie tiefer ein. Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis ist ihr Gewinn. Mit dieser Methode haben die Aasgeier zum Beispiel die Lehman Brothers Bank zerstört und dabei kräftig abgesahnt. Nur jetzt bei VW hat es nicht funktioniert, weil Porsche dagegen hielt.

Um nicht als Böser da zu stehen und um den Hedgefonds zu "helfen", hat dann Porsche gnädigerweise angekündigt, VW-Aktien in der Höhe von bis zu fünf Prozent wieder auf den Markt zu bringen.

Kommentar: Es geschieht den verdammten Heuschrecken recht, dass sie sich kräftig die Finger verbrennt haben, die nur von der Abzockerei und der Vernichtung von Firmen und Arbeitsplätzen leben. Hoffentlich kratzen sie alle ab. [Link] [Cache]
Urs1798: US-Wahlkampf- TV Werbung um die Ohren gehauen…
10/31/2008 01:04 AM
und was kommt dabei heraus? noch sind wir nicht soweit, obwohl, mehrere Fälle gibt es auch hier Posted in Galerie, Gemein, Politisch, Satire, Sozial?, Ungerecht und Antidemokratisch, USA, Voll daneben, Zwischenmenschliches   Tagged: es kotzt mich an, kein Entrinnen, Statistiken gefälscht, wahlkampf medienwirksam    [Link] [Cache]
politplatschquatsch: Bier für alle
10/31/2008 01:02 AM
wenn das mal keine tolle idee ist: "Mit Barschecks über 125 Euro für alle soll die Bundesregierung die Konjunktur ankurbeln. Das zumindest ist die Idee der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung." wenn kein geld da ist, muss man eben welches beschaffen. das wird dann umgehend in bier, handys und andere schöne dinge umgesetzt - und schwupps brummt die wirtschaft. wenn nicht, gott behüte, der vorstoß stante pede sabotiert wird: "Die deutschen Verbraucher haben im ersten Halbjahr wieder mehr gespart. Im Vergleich zum Vorjahr legte die Sparquote um 0,5 Prozentpunkte auf jetzt saisonbereinigt 11,3 Prozent des verfügbaren Einkommens zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte." vielleicht kaufen sich die bürger doch nur für 2,99 euro einen neuen sparstrumpf und stopfen die restlichen 122,01 euro einfach hinein. immerhin die strumpfindustrie würde profitieren.[Link] [Cache]
ISLA: Happy Halloween
10/31/2008 01:01 AM
allen Wohlmeinenden, den Freunden und den Feinden!


Hier der Hinweis auf einen Eintrag vom 29. Oktober 2005, sollte es da zu Missverständniss gekommen sein. Dieser Eintrag war ein Scherz: "Kann sich bitte bei mir noch mal der charmante Herr aus dem ICQ melden, der ganz diskret im Hintergrund bei einem noch neu zu gründenden Hexenzirkel protokollieren wollte?"






The Spiral Dance Ritual
Starhawk
Halloween night '08
"Dance for Regime Change" free event in San Francisco[Link] [Cache]
ISLA: In der Clip-Kritik:
10/31/2008 01:01 AM
Warum sich selbst und andere fürchten, wenn es genug Pizza mit Porno gibt. Aus dem Leben eines Honigdachses.



[Link] [Cache]
ISLA: Privatzoos und Bootcamps
10/31/2008 01:01 AM
Zweiteintrag wegen fehlender Archivierung bei Google


Lang lebe das Bewusstsein des Bürgers über seine Rechte und Pflichten, wozu auch Protest und Widerstand gegen geplantes Unrecht gehören. Protest und Widerstand selbst auf die Gefahr hin, dass von hinten schon mal die eine oder andere Organisation unter falscher Flagge den Protestzug schiebt und Bürger (fremder oder eigener Staaten) dabei mit Tieren im Zoo verwechselt.
Tiere, insbesondere exotische Tiere zu fangen entsteht oft aus dem Bedürfnis einer gewissen Sammlerleidenschaft heraus. Exotische Tiere so wie Vogelspinnen beispielsweise. Hier ein Beitrag über Stuttgarter Vogelspinnen im Privatzoo. Ein Beitrag aus der gleichen Quelle übrigens wie der unten zitierte über das Versammlungsverbot. Nicht nur aufgrund der Kommentare unter dem Beitrag fällt mir dazu der Spruch einer Anwältin ein, die zu ihrem Kollegen sagte: "Du machst dich wohl immer nur an deine Sekretärinnen ran, weil die nicht so schnell weglaufen können."[Link] [Cache]
Politprofiler: Drohen jetzt Staatsbankrotte?
10/31/2008 01:00 AM
Credit Default Swaps Volumen von 55 Bio. USD

Investoren können sich gegen Staatsbankrott absichern - mit Credit Default Swaps (CDS). Eine Kaskoversicherung für Investoren. Doch wer sichert den Versicherer ab? Daran wir schon gearbeitet und bestimmt wir es wieder einmal der Steuerzahler sein.

Hier werden CDS - SWAPS erklärt






Für isländische Papiere bezahlte man noch 2006 eine Versicherungsprämie von ca. 5 Euro für 10.000 Euro-Nennwert in Staatsanleihen, heute liegt dies bei 1000 Euro. Statt zwei Euro müssen Anleger jetzt 31 Euro für eine Absicherung gegen einen möglichen Bankrott der Bundesrepublik Deutschland bezahlen. Bei Griechenland schoss der Preis für die Prämie von elf auf 100 Euro. Bei Italien kostet die Absicherung 90, bei Spanien 85, bei den USA 38 Euro. Besonders teuer sind die CDS für Südafrika (311 Euro für 10 000 Euro Nennwert), die Türkei (431 Euro) und Argentinien (1650 Euro).

2008 wurde das CDS-Volumen noch mit 55 Billionen US-Dollar beziffert, diese Zahl könnte auch als Grundlage zur Berechnung des Welt-BIP genutzt werden, das bei ca. 59 Billionen liegt. Alle Finanzderivate zusammengenommen würden einen nominalen Wert von 531 Billionen US-Dollar (30.06.08) umfassen (Quelle: International Swaps and Derivatives Association ISDA).

Früher verdienten sich die Menschen ihren Unterhalt mit produktiver Arbeit, heute anscheinend nur noch mit diesen Kunstprodukten der Neuen Finanzwelt, für deren Gewinne immer neue Schulden für neues Geld erzeugt werden muss. Der Anteil von produktiver Arbeit im Deutschland-BIP geht aber immer weiter zurück.

Das ist eine absolute Verzerrung der Rückkopplung im Geldfluss an die Arbeitnehmerschaft. Doch die Wertschöpfung aus dem Kapital ernährt sich von dem immer weniger werdenden Arbeitnehmereinkünften. Eine sehr ungesunde Entwicklung, der wir auch die Finanzkrise zu verdanken haben und die Angst der Politiker vor sozialen Unruhen schürt. Diese Einsicht spiegelt sich wohl in der Absichtserklärung, die Bundeswehr im Innern einzusetzen.

Deregulierung als Ursache für die Finanzkrise




Das zügellos vagabundierende Kapital auf den globalen Finanzmärkten verlangt immer mehr Renditen, für das die erzeugte Geldmenge aus produktiver Arbeit schon lange nicht mehr ausreicht. So wurde wie schon 1929 Fantasiesicherheiten für neue Schulden erfunden. Doch auch für die Fantasieprodukte der Neuzeit, die wir heute als faule Kredite kennen, mussten erst einmal ahnungslose real existierende Arbeitnehmer herangezogen werden.

In den USA verkauften die Banker Häuser an Menschen mit der Illusion, dass sie nach ein paaren Jahren erst mit der Ratenzahlungen anfangen müßten und bis dahin hätten sie bestimmt auch wieder eine Arbeit. Solch ein Angebot schlägt keiner gerne aus, wenn er kein Dach über dem Kopf hat oder teure Miete bezahlen muss.

Doch diese Kredite reproduzierten sich in unvorstellbarer Schnelligkeit als Sicherungsinstrument für Refinanzierungsmaßnahmen sämtlicher Banken dieser Welt und so flossen Unmengen an Geld in die Wirtschaft, die gar nicht existieren dürften.

Vorbereitungen zum Showdown - Bilanzfälschung gemäß Gesetzbuch

Dieses Schlamassel dürfen wir heute alle global ausbaden, und zwar mit hohen Staatsverschuldungen, die sich nach den Rettungspaketen automatisch ergeben werden. Die EZB hat schon vorsorglich erklärt, dass sich die EU-Staaten nicht mehr an die 3%-Klausel der Neuverschuldung im Verhältnis zum BIP halten müssen. Eindeutige Signale, das das Risiko einer Inflation erhöht. Auch die Neuordnung der Bilanzierungsregeln der Banken verhübscht das ganze Disaster. Merkel legalisiert mit dieser Maßnahme eigentlich Bilanzfälschungen im großem Umfang.

Wenn ich das richtig verstande haben, buchen die Banken ihre Derivate (das was sie nicht mehr verkaufen können) einfach zum Einkaufspreis als Aktiva. Das wäre wie wenn ich mein verschrottetes Auto als Neuwagen in meine Geschäftseinlage buche.
Allem Anschein nach, werden mit den weltweit geschnürten Rettungspaketen nur Aufschiebpaket geschnürt und die Regierungen geben sich der Illusion hin, eine sanfte Landung vorzubereiten.

Doch wie sollen die Volkswirtschaften dieser Erde eine sanfte Landung vollführen, wenn ihnen Gläubiger im Nacken sitzen und Billionen von Euros, US-Dollar oder andere Währungen plus Zinsen einfordern?

Mit einem sofortigen Stop von neuen Schulden kann nicht gerechnet werden, denn die Regierungschefs aller Länder versuchen auf Biegen und Brechen den Konsum der Bürger anzutreiben und zwar mit neuen Schulden, für die sie noch mehr Sicherheiten hinterlegen müssen. Genau genommen erwartet Steinbrück das gleiche Opfer von den deutschen Bürgern, was die Amerikaner mit ihrer Immobilienkrise schon erbracht haben.




Jetzt sollen alle neue Autos kaufen!

Das sind doch eindeutige Zeichen dafür, dass unser Wirtschaftswachtum ausschließlich von neuen Schulden abhängig ist. Ein STOPP dieses unsäglichen Schuldgeldsystem ist nicht in Sicht, es wird verbissen daran festgehalten.

Bei aller Reformwut unserer Regierungen vergessen sie, dass eine Reform eigentlich Überdenken und einen Neuanfang beinhaltet. Doch offensichtlich wird "Reform" in Führungskreise so interpretiert, dass gewaltsam an alten, verrohten Marktrichtlinen festgehalten wird, die sich schon lange als unsäglich und ungerecht erwiesen haben.[Link] [Cache]
Kritik und Kunst: Systemtheorie
10/31/2008 12:55 AM

Ich finde es lustig, dass Hans Werner Sinn, und indirekt, metaphorisch auch Michael Hüther, systemische, subjektlose Ursachen für die Krise angeben (von ein paar albernen, den medialen Erwartungen geschuldeten Angriffen auf "die Glücksritter" abgesehen). Linke könnten vorderhand frohlocken. Damit hätten die profiliertesten Vertreter eines aggressiven Kapitalismus zugegeben, dass dem Kapitalismus, zumindest dem derzeitigen, grundsätzliche Schwächen eigneten. Stimmt, genau das haben Sinn und Hüther mehr oder weniger wortwörtlich eingeräumt. Nicht moralisch zu bewertendes Fehlverhalten einzelner, sondern strukturelle Momente verursachten die Krise. Und in der Tat hat auch Marx auf diesen Punkt bekanntlich viel Wert gelegt. Marx und Sinn/Hüther unterscheiden sich - ich meine das kein Jota ironisch! - nur hinsichtlich eines Punkts: Marx hält Krisen wie die derzeitige für im Wesen der kapitalistischen Produktionsweise selbst begründet, während Hüther und Sinn naiverweise immer noch glauben, die Adam-Smithsche Utopie von Gerechtigkeit, die die unsichtbare Hand gleichsam automatisch herstellt, indem ehrbare Kaufleute eigennützig Handel und Wandel miteinander treiben, sei rehabilitierbar.

Nun, das ´Kapital´ soll im wesentlichen die Strukturelemente kapitalistischer Gesellschaften beschreiben - und tut dies auch im großen und ganzen angemessen. Kenner von Marxens Werk wissen: Es enthält noch andere Aspekte. U.a. einen in den berühmten Feuerbach-Thesen angelegten Begriff von menschlicher Praxis, den ich - egal, wie sonst man zum Marxismus stehen mag - für eine der genialsten Errungenschaften philosophischen Denkens halte. Der Wiki-Artikel fasst dieses Konzept schon recht gut zusammen: Menschliches Dasein ist wesentlich menschliches Handeln (der Mensch ist, wozu er sich macht; Marx enthält regelrecht eine existentialistische Komponente!), dieses Machen interagiert aber immer mit strukturellen Momenten: Mit geschichtlichen, kulturellen, gesetzlichen, vor allem und grundlegend ökonomischen Vorgaben. Angelegt ist dieser Praxisbegriff zweifellos in Hegels Phänomenologie, die man ganz abstrakt als den Versuch deuten kann, menschliches Selbstbewusstsein zugleich aus der Binnen- wie der Außenperspektive zu beschreiben und letztlich auf den Punkt zu bringen. Aber Marxens Praxisbegriff bietet etwas, was Hegels Analysen nicht bieten konnten. Nein, ich meine jetzt natürlich nicht Marxens materialistische Wendung, die er Hegels Dialektik gab. Beiläufig bemerkt: Dass Marx Hegel materialistisch auf die Füsse stellte, ist eine der wenigen bildungsbürgerlichen Philosophie-Versatzstücke, die stimmen: Exakt das hat Marx getan. Aber darum geht es mir jetzt nicht. Marxens Praxisbegriff enthält etwas, was Hegels Versuch, sämtliche Momente menschlichen Daseins zu beschreiben, nicht enthielt und in dieser Form nicht enthalten konnte: Die Aufforderung zur Tat, exemplarisch in der letzten, mit Recht berühmtesten Feuerbach-These. Denn Hegel war Luhmann auf idealistisch. Marx war materialistischer Luhmann mit einer Lücke, der entscheidenden, im systemischen Ansatz.

Der grundlegende theoretische Mangel aller Systemtheorie von Hegel bis Luhmann ist es eben, die eigene, teilreflektierte Praxis nicht in den Griff zu bekommen. Wo steht eigentlich der allwissende Systemtheoretiker selber? Ist er ein Metasystem? Dann geht das Spiel von vorne los. Dann benötigen wir einen Metasystemtheoretiker, der die Theorie des Systemtheoretikers ausformuliert undsoweiter. Ist er Teil des Systems? Dann begründet er sich widersprüchlich. Genauer: Dann ist er, gemessen am eigenen Ansatz, gleichsam "bloß" Spielmaterial des Systems, kann also mitnichten zugleich als sein Diskurs-Herr fungieren, es sei denn, er ist bereit, Objekt- und Metaebene ineins zu setzen. (Was das zur Folge hat, lese man bei Tarski nach!) Der Beobachter kann sich selbst niemals zugleich als Beobachtetes enthalten. Dies war der Kern von Schopenhauers völlig richtiger, bis heute unwiderlegter Antwort an Hegel, als er in der ´Welt als Wille und Vorstellung´ darauf beharrte: Zwar kein Subjekt ohne Objekt und vice versa, aber: Das Subjekt (es mag wechseln, womit wir bei Nietzsches Perspektivismus wären!) erkennt alles und wird von niemandem erkannt. Und dies war auch der Kern dessen, was Kierkegaard meinte, als er vom "Sprung" sprach, den das Subjekt vollziehen müsse, ein Sprung weg vom bisherigen ´Subjekt´: die Wahl, zu wählen. "Das" Subjekt "ist" letztlich seine Wahl!

Ich deute Marxens Praxisbegriff als Versuch, zwischen systemischen und subjektiv-persönlichen Elementen zu vermitteln. In terms of persons: Zwischen Hegel und Schopenhauer/Kierkegaard. Und genau dieser Praxisbegriff wird von bestimmten, ich nenne sie jetzt einmal: strukturalistischen Linken bestenfalls missverstanden. Es nimmt doch wirklich kein Wunder, dass ´Links´-Intellektuelle (Foucault-schwangere Postmoderne - nichts gegen Foucault!) und Rechts-Intellektuelle (Luhmann) in den letzten 20-30 Jahren zumindest in einem einig waren: In der Destruierung des Subjektbegriffs, somit auch des Tatsachen- und also Repräsentationsbegriffs. Egal, ob das Subjekt "je immer schon vertextet" war oder "ein System a la Luhmann" - die Preisgabe des Subjekts war Leitmotiv für die letzten Jahrzehnte. Ich habe das immer für Unfug gehalten. Ein starkes Subjekt übt mitnichten Herrschaft aus. Ein starkes Subjekt leistet Widerstand. Und dass jemand hungert und dadurch zur Selbstentwürdigung getrieben wird - auch das habe ich immer getrommelt - ist weder ein "Text" mit gottweißwievielen "Sub/Meta/texten" noch ein "System"...sondern eine brutale, objektive, außersprachliche Tatsache, die benennbare Ursachen hat. Und die benennbare Täter kennt.

Diesen Linken ist ganz offenkundig nicht klar, was Systemtheorie bedeutet, und welche (ich Bürger muss jetzt linkes Vokabular gegen Linke verwenden!) reaktionären Aspekte ihr eignen. Systemtheorie versetzt sich eben - das ist ihr bereits dargestellter Grundwiderspruch! - in die Position des allwissenden Beobachters und agiert zugleich kausal relevant als Teil jener Gesellschaft, die objektiv zu beschreiben sie fälschlich vorgibt. Damit aber ist die Systemtheorie nichts anderes als herrschende Ideologie. Denn immer schon suggerierten Herrschende, ohne sie ginge es nicht. Allein sie hätten den Durchblick, den objektiven Standpunkt. Herschaftsideologie ist nämlich nichts anderes als das tausendfach variierte Gelalle, ohne den Gnä-(Diskurs)Herrn würde die Ernte nicht eingebracht...

Ich war, bin und bleibe eben deswegen kein Linker, weil es innerhalb der Linken zu viele "Strukturalisten" gab und gibt. Zu viele, die ganz genau wissen, wie die Sach´ abläuft...und als allwissende Beobachter zugleich agieren.

[Link] [Cache]
Kritik und Kunst: Kritische Bemerkungen zu ad sinistram
10/31/2008 12:55 AM

Für T

Eines vorweg: ich werde mit gleicher Post den Blog ad sinistram in meine Blog-Roll aufnehmen, denn er ist immer anregend zu lesen. Häufig stimme ich ihm zu.

Wenn ich jetzt einige kritische Anmerkungen zu de Lapuentes Halloween/Martinstag-Gedanken habe, dann verstehe ich die also wirklich mit allem Respekt.

Zum eigentlichen Ansatz, Halloween versus Martinstag, möchte ich dabei nur wenig sagen. Ich bin an der Ostseeküste aufgewachsen, Martinstag in dem Sinne gab es bei uns nicht. Einige Kommentatoren haben ja schon dargestellt, dass sehr wohl auch beim Martinssingen kleine Belohnungen erwartet wurden und werden - ich weiß es wie gesagt nicht. Sei es darum.

Es geht mir um einen der Lieblingsmythen des linken Bildungsbürgertums: Um Fromms "Haben oder Sein" (und natürlich "Die Kunst des Liebens").

Diese Bücher gehörten für einen leicht angelinksten 80er-Jahre-Gymnasiasten selbstverständlich zur Pflichtlektüre. Ich hatte damals schon Bedenken, die ich aber nicht angemessen zur Sprache bringen konnte.

Vielleicht kann man es so sagen: Fromm hat in diesen Büchern selbstredend völlig Recht (das meine ich genau so, wie ich es sage!) - aber er hat Recht in dem Sinne, in dem jemand Recht hat, wenn er sagt "Wir brauchen viel mehr Menschlichkeit!" Wir brauchen in der Tat - ganz unironisch - viel mehr Menschlichkeit. Und wie gehts jetzt weiter?

Ich möchte weder Fromm noch de Lapuente eine Rolle zudiktieren, die sie nicht verdient haben, die niemand, der sich um moralische Fragen kümmert, verdient hat: Die des vertrottelten Philantropen, der es herzensgut meine und in seiner Dussel-Naivität ständig an den harten Fakten des Lebens scheitere. Ein solcher Diskurs ist mir immer zuwider gewesen. (Im übrigen ist meine Nietzsche-gestählte, cynisch-coole, unverbindlich-postmoderne Spassekenmacher-Generation soeben final pleite gegangen, wie der eine oder andere vielleicht bemerkt hat.)

Mir geht es um etwas anderes. Fromm sah nicht, oder jedenfalls nicht konsequent genug, dass die Deformationen, die er völlig richtig, völlig sachangemessen beschrieb, gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielen. Denn man muss kein Marxist sein (ich bin bekanntlich keiner), um zu wissen: In einer Gesellschaft, deren Güterproduktion und Verteilung sich per Konkurrenzsystem organisieren, muss es eine der wesentlichsten Erziehungsziele sein, die Kinder hart zu machen.

Man kann hier nachgerade den Grundwiderspruch des halb aufgeklärten Bürgertums beobachten: Die Kinder sollen, na klar, nicht-rassistisch, human, mit viel soften Fähigkeiten aufwachsen (man denke jetzt mal an das ganze elende EQ-Gequassel!) - sie sollen aber zugleich fittgespritzt werden für die Härten des Lebens. Gerade das halb aufgeklärte Bürgertum - ich nehme mich selber überhaupt nicht aus! - läßt seine Kinder hier in double-binds zappeln. "Jungs dürfen auch mal weinen" - jaja, schon gut. Sicher doch. Taugt prima für die Predigt aufm Kirchentag oder für die Psycho-Gruppe. Aber im Bewerbungsgespräch später, da darf er wirklich nicht weinen... Darum geht es!

Das darf man Fromm und de Lapuente nicht vorwerfen. Aber mich stört schon, dass Fromm die gesellschaftliche Dimension falsch in den Blick bekommt. Es sind eben zwar auch (die Nur-Strukturalisten irren!)persönliche Defizite, wenn ich immer nur haben, haben, haben will...aber nicht nur! Auch ich laviere mich bei meinen Kindern da so durch. Ja, auch ich würde mir Sorgen machen, wenn die Schulleistungen auf einmal abfielen. Aber ich weiß, mit Respekt, dann wenigstens, warum. Und lasse mir ein gesellschaftliches Defizit dann nicht als persönliches aufschwatzen...

Lassen wir in diesem Zusammenhang mal den Begriff der "Selbstlosigkeit" außer Acht. Dass meistens, wenn Selbstlosigkeit suggeriert wird, handfeste Interessen im Hintergrund vorhanden sind, darüber dürften de Lapuente und ich uns einig sein. Gibt es Selbstlosigkeit? Kant und Schiller sagen: Ja. Ich weiß es nicht, hoffe es aber. Was es definitiv gibt: Moralische Reflexion. Das, was Hannah Arendt so großartig "ausdrücklich mit sich selbst zusammenleben" nannte. Man kann es vielleicht eine existentialistische Reformulierung Kantisch-Schillerscher Moralprinzipien nennen. Wer ausdrücklich mit sich selbst zusammen lebt, versucht, sich in moralischen Dingen nicht zu betrügen (im außermoralischen Sinn von Betrug). Er beschreibt sich als der, der soeben das-und-das getan hat.

Der Druck kann unmenschlich sein. Dürfte ich lügen, wenn die Alternative eine schlechte Zukunft für meine Kinder lautete?

Nach Arendt: Ja! Und man dürfte es mir auch nicht vorwerfen. Nur eines erwartet sie: Dass ich mich beschreibe und deute als jemand, der unter Druck gelogen hat. Und nicht etwa versuche, für mein Verhalten auch noch Ausreden zu finden, so a la "ich wusste ja wirklich nicht, wie schlimm das ist" etc. Türlich wusste ich das.

Direkte Taten, etwa Beteiligung an Gewalt, sind für Arendt natürlich nicht verhandelbar, aber für Mitläufertum aus Angst hat sie immer viel Verständnis gehabt - sofern der Mitläufer sich eben als Mitläufer aus Angst beschrieb!

Zurück zum Thema (aber wir haben es nicht verlassen): Fromms völlig richtige Gedanken führen zu Verlogenheiten, weil sie die machtvolle gesellschaftliche Komponente nicht richtig in den Griff bekommen. Wer seinen Kindern einfach nur beibringt, sie sollten in der "Sein"-Welt leben (und in der "Haben"-Welt vermutlich irgendwie ihr Auskommen finden...), schickt sie in double-binds. Denn wir leben derzeit in einer "Haben"-Welt. Leider, sicher! Aber dem ist nunmal so. Viel ehrlicher scheint es mir, unseren Kindern genau das zu signalisieren: dass wir in einer "Haben"-Welt leben, dass derzeit auch keine Alternativen sichtbar sind, dass sie sich darauf einzustellen haben, dass es aber Ziel der Menschheit sein muss, die "Sein"-Welt herzustellen. Und dass sie zwei Regeln beachten sollten: a) direkte Mittäterschaft = "Nein!", definitiv b) indirektes Mittun = solange es irgend geht "Nein", wenn es nicht mehr anders geht, dann steht zu Eurer Schwäche, Eurem Einknicken vor der Macht, Eure Eltern sind auch eingeknickt.

[Link] [Cache]
Esowatch: Heute vor 82 Jahren...
10/31/2008 12:51 AM
... ist in Detroit Harry Houdini verstorben. Wir wollen ihn hier etwas würdigen, weil er, ähnlich wie heute James Randi, gegen die Leichtgläubigkeit der Menschen seiner Zeit gekämpft hat. Vielleicht hätte er an Esowatch Spaß gehabt, wer weiß?

Houdini
Zu Houdinis Zeiten hingen die Narren nicht dem "New Age" oder der "Esoterik" an, sondern dem Spiritismus. Houdini begann sich nach dem Tode seiner Mutter für das Thema zu interessieren, da er anfangs hoffte, so wieder in Kontakt mit ihr zu kommen. Als Profi durchschaute er aber sehr schnell die Tricks der Medien.
So hatte Scientific American 1924 einen Preis von 2500 $ ausgesetzt auf den Nachweis echter übernatürlicher Fähigkeiten. Ein Medium namens Margery bewarb sich, wurde aber von Houdini durchschaut, der das Preiskomitee von ihrem Schwindel überzeugen konnte.

Einige Houdini Weblinks:

  • http://www.tqnyc.org/NYC051907/Harry%20Houdini%202.htm
  • http://www.britannica.com/EBchecked/topic-art/272947/11759/Harry-Houdini
  • http://www.unmuseum.org/notescurator/houdinimuseum.htm
  • http://www.akahoudini.org/htdocs/index.php

[Link] [Cache]
Finanzkrise: Aktionäre freuen sich über üppige Staatshilfe
10/31/2008 12:44 AM

Wo das meiste von den 700 Milliarden US-Dollar, die die US-Regierung zur Rettung der Finanzbranche bereit stellt, wirklich hinfließt:

Finanzminister Henry Paulson wies die Banken extra noch darauf hin. “Das Kapital soll nicht gehortet werden, sondern Haushalten und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden”. Doch die Bankenbranche nimmt Paulsons Aufforderung nicht ernst: Von den 700 Mrd. $, mit denen Washington die Banken stützt, fließt ein Großteil in die Taschen der Aktionäre. (Quelle)

Unfassbar!


Vielen Dank für das Abonnieren meines Feeds (SaarBreaker.com)!

[Link] [Cache]
Feynsinn: Rückzugsgefechte eines Unbelehrbaren
10/31/2008 12:21 AM

Hans-Werner Sinn hält sich noch immer für berufen, dem Volk und der Welt zu erklären, was es zu denken habe. Es gibt keinen Bereich des öffentlichen Lebens, in den er sich nicht einmischt. Daß er als Hobbyhistoriker ein antisemitischer Propagandist ist, ist eine Sache. Daß er als Ökonom ein Totalausfall ist, eine andere. Jetzt geriert er sich auch noch als Umweltpolitiker.
Die “Prinzipien”, nach denen er vorgeht, sind recht einfach: Er spricht grundsätzlich aus Sicht eines neoliberalen Lobbyisten und biegt sich die Wirklichkeit so zurecht, wie sie ihm paßt. So will ausgerechnet er schon immer gewußt haben, wie gefährlich die “Öffnung der Finanzmärkte” war. Zwei Gründe nennt er dafür:
Schon 1977(!) habe er in seiner Dissertation “die Analyse der überhöhten Risikobereitschaft, die durch zu geringes Eigenkapital verursacht wird” geleistet. Damit war dann wohl alles gesagt, wir hätten nur vor, sagen wir, zehn Jahren, seine Arbeit lesen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen müssen. Im Gegensatz zu ihm.
Der zweite Beleg für seine Allwissenheit ist sein Schweigen. Er hat immer alles gewußt, nur nichts verraten:
Gedacht schon, aber keiner wollte die Krise herbeireden. Ich selbst bin seit langem überzeugt, dass die Regulierung zu lasch ist.” Wenn Sinn immer von dem schweigt, was er eigentlich denkt und dann das Gegenteil sagt, wird mir einiges klarer.
Der Kampf gegen Windräder ist sein jüngstes und duchaus passendes Projekt. Kernkraft ist besser. Natürlich denkt er heute bereits an die unmögliche Endlagerung und die Risiken, sowie das nackte Grauen eines möglichen GAUs. Das wird er dann souverän offenlegen, wenn es dazu kommt. Auch die Krise, die durch die Monopolisierung der Stromwirtschaft vorangetrieben wird, ist ihm völlig gewahr. Er weiß, daß nur die Großen der Branche AKWs betreiben können. Sein Setzen auf dieses tot Gleis der Energiegewinnung ist in Wirklichkeit die weise Einsicht, daß man aussteigen sollte. Dies teilt er dann mit, wenn keiner mehr seine Stromrechnung bezahlen kann.
Ganz auf der Höhe des verzweifelten Agendasettings der kapitalistischen Lohndrücker weiß er sich mit Karl Lauterbach in einem Boot: “Autos kaufen Autos”, wissen die beiden, und sind vermutlich schon bei der Mofaprüfung vor die Ampel gefahren. Da Sinn nicht links sein muß, kann er noch haltloser daherschwätzen:
Doch leider ist das Kaufkraftargument schon aus logischen Gründen falsch: Eine Lohnerhöhung ist eine Gewinnsenkung, und so wie Lohnerhöhungen die Kaufkraft der Arbeitnehmer erhöhen, senken sie jene der Arbeitgeber. Die bestehende Kaufkraft wird also nur anders verteilt. Zwar steigt der Konsum der Arbeitnehmer, wenn bei gegebener Beschäftigung mehr Lohn gezahlt wird. Doch nimmt die Investitionsneigung ab, weil die Lohnerhöhung viele potenzielle Investitionsprojekte unter die Rentabilitätsschwelle drückt, und das verringert die Nachfrage.”

- “Eine Lohnerhöhung ist eine Gewinnsenkung.”
Wer sich solcher Sätze erblödet, mag in einer Talkshow gern gesehen sein. Sich dann aber “Ökonom” zu nennen, zeugt von einer ungeheuren Chuzpe. Dieser Satz ist nur dann richtig, wenn man ihn so doof wie möglich interpretiert, im Sinne von “Was ich ausgebe, ist weg”. Jede andere Sichtweise, jede noch so kleine Differenzierung, führt zu anderen Schlüssen. Etwa zu dem, daß es auch noch ein Folgequartal gibt, in dem die Produktivität von der Qualität der Arbeit abhängt. Etwa von der Möglichkeit, Produkte nicht nur herzustellen, sondern sie auch abzusetzen.
Das folgende Lamento bezüglich “Konsum” versus “Investition” ist blanker Nonsens, Gefasel im Luftleeren Raum. Um letztendlich zu bestimmen, ob Lohnerhöhungen Investitionen verhindern, muß man Zahlen haben. Das ist allgemein nicht in gültiger Weise zu formulieren.
Man kann höchstens spekulieren, wogegen ich nichts habe. Dann aber kann man feststellen, daß Lohnerhöhungen auf breiter Basis, vor allem im unteren bis mittleren Einkommensbereich, unmittelbar zu höherem Konsum führen, der wiederum äußerst willkommen ist in einem ewig schwächelnden Binnenmarkt.
Investitionshemmend wirken sich höhere Löhne hingegen dann aus, wenn der Gewinn zu gering ist, um noch investieren zu können. In weiten Bereichen der deutschen Wirtschaft kann davon nicht die Rede sein. Die Kassen sind voll. Allerdings sind es meist die der Shareholder, die gar nicht investieren wollen. Ein wirkliches Investitionshemmnis besteht in den irrsinnigen Renditeversprechen der letzte Jahre. Wer so abkassieren will, ist an keiner Zukunft interessiert. “Investition” bedeutet dann nur das Abgrasen der nächsten Wiese. Es läuft aber immer auf dasselbe hinaus: Löhne runter, damit hier genau so große Gewinne möglich sind wie Ausland. Löhne runter, damit investiert werden kann. Gewinne nicht schmälern.

Eine Gesellschaft, die im Verhältnis zu ihrer gesamtwirtschaftlichen Produktivität niedrige Löhne hat und die dementsprechend dauerhaft einen höheren Prozentsatz ihres Sozialprodukts investiert und einen kleineren Prozentsatz konsumiert, baut ihre Produktionskapazität schneller auf und wächst deshalb schneller.”
Auch das ist blanker Unsinn, weil es den einbrechenden Absatz nicht berücksicht, ebensowenig wie die Tatsache, daß Gewinne eben nicht zu stabilen Investitionen geführt haben.

Einen noch, mir ist selbst schon schlecht:
Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur. Der derzeitige Boom der deutschen Wirtschaft ist der beste Beweis dafür, dass es für eine gute Konjunktur auf eine sofortige Erhöhung der Konsumgüternachfrage gar nicht ankommt.

Dieser unfassbare Schwachsinn stammt von einem deutschen Wirtschaftsprofessor. Schon die Behauptung ist so abseitig, daß jeder Hirninhaber innegehalten hätte, anstatt dafür auch noch Gründe zu suchen. Sinn hingegen gelingt es, so zu argumentieren. Er glaubt tatsächlich, es gebe Konjunktur ohne Konsum. Der Gartenzwerg, der uns ewig das Lied der “Globalisierung” gesungen hat, damit hier die Löhne gesenkt werden, kapiert nicht, daß der Konsum im Ausland auch einer ist. Er kapiert nicht, daß sich diese Schuld just zu rächen beginnt. Ich bin inzwischen davon überzeugt, daß dieser Mann gar nicht der sinistre Ideologe ist, für den ihn viele halten. Er ist vielmehr von erschreckend schlichtem Gemüt.

[Link] [Cache]
Book review: ZK - Ajax without the JavaScript Framework
10/31/2008 12:01 AM

Da die Book Reviews ja in letzter Zeit stark nachgelassen haben - ich komme irgendwie nur noch sehr eingeschränkt zum Lesen - haben vor allem die technischen Bücher am stärksten unter diesem Streik gelitten. Daher werde ich das mit diesem Post mal wieder etwas auflockern. Da ich probiere, im Bereich der Java-basierten Web Frameworks mit einem möglichst breiten Wissen zu punkten, um mich dann auf meine Favoriten zu spezialisieren, habe ich mir für letztes Wochenende mal ZK etwas genauer angeschaut. Da ich das Wochenende weitestgehenst ohne Internet verbracht habe, hatte ich mir dafür das passende Buch von Henri Chen und Robbie Cheng gekauft. Bei einem Preis von 18 EUR konnte man da nicht allzu viel verkehrt machen - da es auch anscheinend das einzige verfügbare Buch zu dem Thema.

Bevor ich weiter mache, vielleicht erstmal einen kleinen Einschub zu ZK selber. ZK soll - wie jedes Webframework - die Entwicklung eigener Seiten total vereinfachen. Dazu bedient sich zum einen aus einer XML Datei, die die Applikation und deren Fenster beschreibt, sowie Java in den Backend Klassen, die sich dann an die ZUML Dateien binden lassen. ZK sieht sich selber als direkter Konkurrent zu GWT und vergleicht sich selbst auch damit, wo es nur geht (primär immer in den Bereichen, in denen es um möglichst wenig Codezeilen geht). ZK hat eine ganze Reihe praktischer Plugins für Dinge wie Dojo, Google Maps oder auch Spring Integration. Klingt also alles in allem zumindest so interessant, sich mal ein Wochenende damit zu beschäftigen.

Das einzige Problem ist eigentlich, dass das Buch einen nicht gerade ermutigt, sich damit zu beschäftigen. Der Aufbau des Buches ist ziemlich misslungen. Am Anfang steht ein langatmiges Eclipse Setup Kapitel, gefolgt von einem direkten Einstieg, der überhaupt nicht zu verstehen ist, wenn man die Backend Klassen nicht kennt, die allerdings erst am Ende erklärt werden. So startet man zwar direkt mit ZK und dem Frontend, aber ohne Hintergrundinformationen. Der Trick, Dinge im Buch zu erklären, die man dann auf den letzten Seiten als "Bad Practice" markiert mit einer Lösung für dieses Problem, ist ebenfalls hochgradig verwirrend (es ging um Annotation Based Data Binding, welches einem das ganze Getue mit Gettern und Settern spart, da diese automatisch aufgerufen werden).

Alles in allem verschafft das Buch einem einen kleinen Überblick, den man allerdings mit einer webrecherche am Wochenende genauso hinkriegen würde, daher gibt es hier keine Kaufempfehlung.

[Link] [Cache]

No comments: