Thursday, March 5, 2009

Parteibuch Ticker Feed: 2008-12-13

Parteibuch Ticker Feed: 2008-12-13


EU: ......und morgen die ganze Welt ♫♫♪
12/13/2008 10:14 PM


♫♫♪

Von Folker Hoffmann

Unzählige Hofberichte unserer Märchensender über Konjunktur- und Klimapakete des EU-Gipfels, die in Wirkochkeit keine sind, aber mit keinem Wort wird über die aggressive militärische Expansionspolitik der EU berichtet, die auf diesem Gipfel auch beschlossen wurde.

Auf den EU-Seiten hört man den neuen Napoleon in stillem Tonfall über die Erfolge des Gipfels parlieren und ganz nebenbei ist zu lesen:

Die Staats- und Regierungschefs verdeutlichten durch konkrete Entscheidungen ihren Willen, der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik neuen Schwung zu verleihen und diese an die neuen Herausforderungen für die europäische Sicherheit anzupassen. "
Im Klartext bedeutet dies, zusammen mit mit der neuen Volksabstimmung in Irland, dass sich die EU von einem friedlichen europäischen Projekt, endgültig in ein imperiales Bündnis wandelt, welches die wirtschaftlichen Interessen seiner Finanz- und Kapitaleliten militärisch absichert.
"Die Union muss innerhalb von zehn Jahren tatsächlich in der Lage sein, unter Rückgriff auf die Mittel und Fähigkeiten der Staaten, der EU und der NATO, im Rahmen des Einsatzziels von 60 000 Mann Folgendes gleichzeitig zu planen und durchzuführen:
– zwei umfangreiche Operationen zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau mit angemessener Zivilpräsenz, die mindestens zwei Jahre lang mit 10 000 Mann aufrechterhalten werden kann;
– zwei zeitlich befristete Krisenreaktionsoperationen unter Einsatz der Gefechtsverbände der EU;
– eine Operation zur Evakuierung europäischer Staatsbürger (in weniger als zehn Tagen);
– eine Mission zur Überwachung/Sperrung des See- oder Luftverkehrs in einer Zone, in der die Interessen der Union auf dem Spiel stehen;
– eine bis zu 90 Tage dauernde zivil-militärische Operation zur Leistung humanitärer Hilfe;
– zwölf zivile ESVP-Missionen unterschiedlichen Formats, darunter eine größere Mission, die mehrere Jahre andauern könnte."

Diese Ziele sollen u.a. durch "eine Verstärkung der Unternehmensführungsmechanismen, eine Belebung des europäischen Rüstungsmarkts und eine Intensivierung der Bemühungen im Bereich Forschung und Technologie" bewerkstelligt werden. IMI


Im Vorfeld dieses Gipfels pöbelten Daniel Cohn-Bendit und Sarkozy mit höchst undiplomatischen Worten gegen Kritiker des EU-Verfassungsvertrages. So beschimpften sie die Präsidenten Tschechiens und Polens mit teilweise derben, im Befehlston gehaltenen Formulierungen.
"Es kann nicht sein daß seine Majestät sich hinter anderen Ländern versteckt", so Sarkozy gegenüber dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski auf dem Gipfeltreffen der EU-Staaten in Brüssel. Damit spielte der amtierende Ratspräsident auf die Haltung Kaczynskis an, der seine fehlende Unterschrift unter den Vertrag mit dem Nein der Iren begründet hatte. Sarkozy hatte laut Beobachtern seine Rede unterbrochen und sich in einer Weise an den Polen gewandt, daß dieser in sich zusammenfuhr.

Bereits zuvor hatte der Grüne EU-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit den tschechischen Staatschef Vaclav Klaus im Befehlston angeschnauzt. Demnach überreichte Cohn-Bendit Klaus in provokativer Geste eine EU-Fahne mit den Worten: „Ihre Ansichten interessieren nicht mich. Sie werden diesen Vertrag unterschreiben müssen" BU

Die neokolinalen Ziele der EU sollen mit verstärkten Anstrengungen des europäischen Rüstungsmarkts und einer Intensivierung im Bereich militärischer Forschung und Technologie verwirklicht werden.

Der Lissabonvertrag ermöglicht die vertraglichen Voraussetzungen für dieses Militarisierungsszenario. Jetzt sind Protest und Widerstand gegen diese Entwicklung dringend erforderlich. Eine demokratische, soziale und zivilen EU, war wohl nie das Ziel. Jetzt zeigen die EU-Macher ihr wahres Gesicht. Fällt in der Öffentlichkeit aber nicht weiter auf, da sie sich auf das Schweigen und Manipulationen der Lügenmedien bedingungslos verlassen können. So werden uns Piraterie und Massenmorde als das Werk einheimischer Krimineller verkauft, dabei sind die wahren Drahtzieher und Verursacher in den Chefetagen der Industrienationen zu finden, wo sie mit aller Energie den Planeten plündern, um dieses globale Unrechtssystem aufrechtzuerhalten. Permanente Kriege gehören inzwischen zur absurden Normalität.
"Die Naturalisierung der Ökonomie, die „unsichtbare Hand des Marktes" ist ihre Weltentstehungslehre, die Profitmaximierung ihre Tätigkeit. Diese Weltenstehungslehre und diese Tätigkeit sind strukturelle Gewalt. Die Verschuldung und der Hunger sind die zwei Massenvernichtungswaffen, die von den Herren der Welt eingesetzt werden, um die Völker, ihre Arbeitskraft, ihre Rohstoffe und ihre Träume zu versklaven". Jean Ziegler
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"Die Dreckschleuder": Kleine Änderung…
12/13/2008 10:12 PM

Ab heute werden alle Beiträge nicht mehr mit dobermann-projekt gezeichnet…sondern mit dem Nick “BlackHole”…
Die Umstellung ist bereits erfolgt.
Am Aussehen der Seite etc. ändert sich vorerst nichts…es sei denn es unterbreitet jemand akzeptable Vorschläge.
Kommentare,Fragen und Hinweise etc. können weiterhin an die bekannte Mail gerichtet werden.
So…und nun ist auch für mich Wochenende…

BlackHole 13.12.2008

Posted in Allgemein
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politplatschquatsch: Vom Wir zum Mir
12/13/2008 09:21 PM
Sag wir zu mir, sagt Rainald Grebe in seinem Jammergesang über die Leiden der Leisungsträger um die 40. Die Finanzkrise ist da noch nicht mal mitvertont.[Link] [Cache]
Duckhome: Siegen lernen
12/13/2008 09:01 PM
Als hätte die Welt nicht wahrlich genug Probleme. Täglich krepieren Millionen von Menschen vor unseren Augen an Hunger, an Krankheiten die es nicht geben müsste, während wir nicht wissen wohin mit unserem ganzen Müll. Mit unserm ganzen Geld. Während wir den besten und kürzesten Weg suchen hinein in die Krise, hinein ins Epizentrum unsers selbsgemachten Vernichtungssystems. Ja wir haben wahrlich genug eigene Probleme. Wir können uns nicht mehr um alles kümmern. Sind wir doch selbst vom Hunger bedroht. Wir müssen zuallererst die Banken retten. Die Hungernden können uns nicht retten.



Also investieren wir in die Banken. Und das Klimaproblem? Das muss warten. Bis wir nicht mehr da sind. Dann wird es sich von selbst lösen.



Die Palästinenser müssen ihr Dasein in einem Freiluftgefängnis fristen, ohne Zugang auch nur zum notwendigsten was ein Mensch zum Leben braucht. Und das im eigenen Land. 60 Jahre Menschenrechte und wen kümmerts schon, solange man selbst noch voran kommt, ungehindert, frei und souverän.



Und wen kümmert's wenn in China ein Sack Reis umfällt. Und wen kümmer's wenn irgendwelche exotischen Arten aussterben. Wen kümmert's wenn irgendwelche "folkloristischen Traditionen" aussterben. Oder Menschen das Recht auf kulturelle Selbstbestimmung und Religionsfreiheit verwehrt wird. Wenn Menschen vergewaltigt werden, gefoltert, umerzogen, indoktriniert, verschleppt und Schwangeren ihre Kinder zwangsabgetrieben werden. Im Namen des Humanismus. Und im eigenen Land. Es soll ein Recht darauf geben, die eigene, Kultur und Religion im eigenen Land zu leben? Wer will das? Und wozu?




Als hätte die Welt nicht genug Probleme. Ach ja die Steuererklärung ist auch noch nicht gemacht. Und Religion ist Opium fürs Volk. Ohne Religion wird die Welt endlich gerecht werden. Wenn nur endlich die Agnostiker und Atheisten an die Macht kämen. Dann hätten wir längst Religionsfreiheit, im wahrsten Sinne des Wortes. Humanismus ist was zählt. Nieder mit den Religionen! Weg damit. 60 Jahre Menschenrechte. Nehmen wir uns also das Recht und knechten im Namen des Humanismus. Befreien wir die Verblendeteten vor ihrem falschen Herrn von ihrer Krankheit. Erlösen wir sie. Machen wir sie uns gleich. Eine neu Ära des Herrenmenschseins hat begonnen. Atheismus wird uns alle einen. Von den Missionaren lernen, heisst siegen lernen. Von den Kolonialisten lernen, heisst siegen lernen. Siegen heilt die Welt.



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VERTAN: IG-Farben und die Nazis - Verbrechen in Auschwitz - zweite Eroberung Europas durch Pharmakartell
12/13/2008 08:35 PM

Pharmakonzerne Bayer, Hoechst, BASF und andere haben als IG-Farben die Nazis unterstützt. Die perversen Menschenversuche in Auschwitz wurden von den IG-Farben betrieben und werden heute noch als Chemotherapie weitergeführt. – Die Wahrheit wird heute unterdrückt z. B. durch die BILD-Zeitung. Nach dem Vortrag unten wird auch klar, warum heute der Überwachungsstaat durchgesetzt werden soll (Schäuble als Handlanger).

Das Chemie-Pharma- und Ölkartell betreibt eine menschenverachtende Politik gegen die Menschlichkeit. – Sie haben Macht, und deren Macht wirkt sich auch heute noch in der zweiten diktatorischen Eroberung Europas aus. Die wahren Schuldigen (Hintermänner) am Holocaust in Auschwitz wurden bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt. Aber eben leider nicht alle.

Der Vortrag von Dr. Matthias Rath ist ein echter Augenöffner! – Unbedingt ansehen! Die Wahrheit verdirbt einem zwar das Weihnachtsfest, aber das sollte jeder kennen! – Sein Vortrag ist in der Logik sinnvoll und die Vorgelegten Argumente mit den Beweisen sind erdrückend. – Vor dem Hintergrund wird die aktuelle Europapolitik mit ihrem Überwachungsstaat und den diktatorischen Bestrebungen deutlich.

Videolink – Das Chemie-Pharma-Öl-Kartell

Unsere Politiker sind Helfershelfer eines menschenverachtenden Profitstrebens.

Dokumente zum Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen gegen die Manager des Öl- und Pharmakartells, der IG Farben:
profit-over-life.org

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Radio Utopie: Ambientalismo all'italiana.
12/13/2008 08:09 PM

Abbiamo avuto un "divorzio all'italiana", un "matrimonio all'italiana", un "come elimino il pericolo dell'atrazina nell'acqua potabile senza eliminare l'atrazina" e un "come entro a far parte della zona euro senza adempiere i criteri di Maastricht".


Ora, sull'onda dell'italian style nel mondo, siamo al "come invento il programma piú ambientalista del pianeta eliminando ogni ragionevole provvedimento ambientalista".


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politplatschquatsch: Yes we Gümbel!
12/13/2008 07:21 PM
Auf dem Weg zu neuen Erfolgen im Kampf gegen das finstere Narbengesicht Roland Koch hat die hessische SPD den jungen und charismatischen Neuerer Thorsten Schäfer-Gümbel zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Januar 2009 gewählt. Der 39-jährige Hessen-Obama holte wie einst die SED in der DDR begeisternde 96,7 Prozent und hat damit den Wahlsieg im kommenden Jahr schon so gut wie in der Tasche.

Andrea Ypsilanti, Mutter des Erfolges der Hessen-SPD, kam auf Platz zwei der Landesliste nur knapp hinter Gümbel ein. Beide Spitzenkandidaten versprachen ihrer Partei, künftige Wortbrüche vorher anzukündigen. Alles müsse sich einer Ablösung von CDU-Ministerpräsident Roland Koch unterordnen. "Yes we Gümbel!", riefen die begeisterten Delegierten aus, um einem ansonsten drohenden Ausschlußverfahren wegen parteischädigendem Verhaltens zuvorzukommen.[Link] [Cache]
Narragonien: Hat Klima-Kanzlerin versagt?
12/13/2008 07:18 PM

Die Welt steht vor dem Untergang: die Regenwälder sterben, die Ozon-Löcher wachsen, die Polkappen schmelzen und Tierarten werden ausgerottet. Nur eine Super-Heldin stand bisher zwischen uns und der ökologischen Apokalypse, doch jetzt werden Zweifel an Klima-Kanzlerin laut - dem deutschen Bollwerk gegen den globalen Öko-Terrorismus.

Von einer "Kapitulation der Klima-Kanzlerin" spricht Spiegel-Online. "Deutschlands Nimbus ist dahin im Klimaschutz", meint die Süddeutsche. In der Neuen-Züricher-Zeitung werfen ihr so ziemlich alle Umweltverbände vor, sie sei "Vor der Wirtschaftslobby eingeknickt" und die Frankfurter Rundschau sieht die "Kanzlerin entzaubert, Industrie geschont".

Nur die Frankfurter-Allgemeine-Zeitung (FAZ) sieht alles ganz anders: "Doch hat die Bundeskanzlerin in einem äußerst schwierigen ökonomischen Umfeld gezeigt, wie man das Klima schützen kann, ohne die Industrie zu überfordern", so Wirtschafts-Korrespondent Hendrik Saftsack…äh…Kafsack.

Herr Kafsack erklärt in der FAZ:

"An der Menge der Zertifikate ändert sich ja nichts, wenn diese kostenlos zugeteilt werden. Das vergessen die, die Merkel jetzt angreifen. Manchmal ist es eben kein Widerspruch, Kämpferin für die Industrie und Klimakanzlerin zu sein."

Ganz genau! Aber nochmal im Klartext:

  • Jedes Unternehmen darf nur soviel Umweltverschmutzung betreiben, wie es ihm durch Zertifikate erlaubt wird.
  • Die Verschmutzungs-Zertifikate sollen die Unternehmen dazu anregen, umweltschädliche Emission zu verringern, denn die Zertifikate kosten eigentlich Geld. Somit müsste jeder, der die Umwelt verschmutzt, dafür zahlen.
  • Weil jedes Unternehmen natürlich möglichst wenig Geld ausgeben will, liegt es nahe, dass es deshalb den Ausstoß von Treibhausgasen so weit wie möglich einschränkt.
  • Wenn man gerade den schlimmsten Umweltverschmutzern die Zertifikate jetzt gibt, ohne dass sie Geld dafür zahlen müssen, ändert das ja nichts. Mal abgesehen davon, dass das zugrundeliegende Prinzip etwas ad absurdum geführt wird. Die Menge der Umweltverschmutzung bleibt aber letztlich gleich, weil sofern die Menge der Zertifikate ja auch gleich bleibt, wie die Durchblicker von der FAZ richtig bemerken.

Dass der Anreiz für Unternehmen, möglichst wenig Treibhausgase auszustoßen jetzt enorm verringert wurde, ist ja egal. Denn schließlich gibt es wichtigere Dinge als die Umwelt. Was bringt es denn dem Ottonormalverbraucher, wenn die Pole intakt bleiben, er sich aber keine Kreuzfahrt leisten kann, um sich das vor Ort anzuschauen. Deshalb meint der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ganz richtig:

"Es ist absurd, in Zeiten der Krise über den Treibhausgas-Ausstoß zu reden - das ist, als ob jemand, der Lungenentzündung hat, über eine Föhnfrisur nachdenken würde."

Dass die Erde in Zukunft vielleicht für den Menschen unbewohnbar wird, ist im Gegensatz zur aktuellen Finanzkrise freilich das kleinere Übel. Auch wenn die Polkappen schmelzen und der Meeresspiegel künftig steigt: Wie schwer wiegt das Versinken einer Inselkette schon im Vergleich zum Untergang einer Bankenkette?

Daher müssen wir alle Angela Merkel danken, dass sie der Industrie vor dem Umweltschutz den Vorrang gibt. Denn wenn wir in Europa strengere Umweltschutzrichtlinien durchsetzen würden, dann wandern alle Unternehmen ins Ausland ab und verpesten dort die Luft, wo es keine Richtlinien gibt. Meint zumindest die FAZ:

Es ist schließlich niemandem geholfen, wenn Stahl oder Chemikalien nicht mehr in der EU produziert werden.

Und da ist es mal wieder ein Verdienst der FAZ, dieses Argument anzuführen, dass ja eigentlich nichts anderes als eine Erpressung umschreibt. Damit macht sie eins deutlich: Deutschland ist erpressbar. Vielleicht nicht von Terroristen, aber von Öko-Terroristen. Und dagegen ist selbst Klima-Kanzlerin machtlos.

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Deutsche Justiz: Was treiben die da eigentlich?
12/13/2008 06:41 PM

Wer sich mal die Mühe macht, im besonders gesicherten obersten Stockwerk des Gerichtskomplex Berlin-Tiergarten einen der Verhandlungstage im sogenannten mg-Prozess zu besuchen, der kann dort den deutschen Rechts-Staat in seinem ganzen Irrsinn erleben.

Zuschauer dürfen dazu paarweise in eine Schleuse im Erdgeschoss eintreten, wo ihre Ausweise fotokopiert werden und ihnen mit Ausnahme eines Bleistiftes und zehn Blatt Papier alle persönlichen Sachen abgenommen werden. Die Durchsuchung erstreckt sich dabei auch auf das Ritual des Schuhe-Ausziehens und eine Ganzkörper-Abtastung. Auf eine Durchsuchung von Körperöffnungen wird allerdings großzügig verzichtet. Nach der Durchsuchung geht es dann eine lange enge Nebentreppe hinauf zur Tür des Gerichtssaales. Vom ausweglosen Treppenhaus geht eine Tür zu einem zum Polizeimannschaftsraum umfunktionierten Gerichtssaal ab. Zwei Uniformierte passen auf das vom übrigen Gerichtsgebäude abgetrennte Treppenhaus auf. Vor dem Gerichtssaal im oberen Stockwerk dürfen Zuschauer in einem nackten Treppenhausabsatz vor der Tür warten, bis sie in den Gerichtssaal hineingelassen werden.

Der Gerichtssaal selbst ist ein großer alter Raum. Die Glaskäfige an den Seiten sind derzeit zur Zurschaustellung der Angeklagten nicht in Benutzung. Hinter den Zuschauern sitzen uniformierte Polizisten. Unter die Zuschauer mischen sich wie selbstverständlich BKA-Leute und vermutlich auch Agenten vom BfV. Vor den Zuschauern sitzen einige Pressevertreter. Links sitzen nochmal reichlich Sicherheitsheitskräfte. Zur Linken finden sich die drei Angeklagten und ihre jeweils zwei Verteidiger, vorn sitzt in der Mitte ein Schwarm Richter, von denen lediglich dem Chefrichter Josef Hoch anzumerken ist, dass er nicht schläft und rechts sitzen ein Herr Weingarten und eine Frau mit bayerischem Akzent von der Generalbundesanwaltschaft. Hinter den Richtern befindet sich ein Schrank, in dem die etwa aus 60 Ordnern bestehenden Akten des Verfahrens stehen. Dazu sitzt rechts unten noch eine Frau, die als Sachverständige vorgestellt wird.

Vorgeworfen wird den Angeklagten eine versuchte Brandstiftung sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Den Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung hatte der Tolksdorf-Senat am Bundesgerichtshof der Generalbundesanwaltschaft zuvor weggestrichen. Aus diesem Grund sind die drei Angeklagten auch gegen Kaution auf freiem Fuß. In Anbetracht dessen, dass die Angeklagten selbst zum Gericht kommen, fragt man sich unwillkürlich, ob die ganzen Sicherheitsleute aus optischen Gründen zur Einschüchterung von Angeklagten und Abschreckung von Zuschauern da sind.

Am Mittwoch war der 13. Verhandlungstag und es wurde Ulrike Alles, KOKin beim BKA Meckenheim und nach eigener Aussage seit Oktober 2006 Ermittlungsführerin in diesem Ermittlungsverfahren zu einer sogenannten militanten Gruppe (mg), als Zeugin befragt. Sie saß vorn in der Mitte des Saales mit dem Rücken zu Publikum, Anwälten und Angeklagten.

Gegen 09:00 Uhr begann der Verhandlungstag. Zuerst wurde erstmal von Chef-Richter Hoch verlesen, dass Befangenheitsanträge gegen das Gericht, also gegen ihn und seine Nebenrichter, von ihnen abgelehnt wurden. Auch die Aufzeichnungen, die sich Frau Alles als Zuschauerin des Prozesses zuvor gemacht hatte, konnten leider nicht zu den Akten gericht werden, da diese zwischenzeitlich vernichtet wurden. Und die BKA-Leute, die sonst im Zuschauerraum mitgeschrieben haben, durften nicht als Zeugen geladen werden, weil die zum Verfahren angeblich nichts beitragen können.

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Die Befragung der Zeugin Alles dauerte den ganzen Tag. Im Wesentlichen hatte Ulrike Alles drei Textbausteine parat, mit denen sie den Fragen begegnete: "Dafür war ich nicht zuständig.", "Da kann ich mich nicht dran erinnern." und "Dafür habe ich keine Aussagegenehmigung."

Begründet wurde ihre Aussageverweigerung mit der Notwendigkeit zur Geheimhaltung von laufenden Ermittlungen, Einsatzgrundsätzen und Ermittlungs- und Auswertungssystemen. Was Ermittlungs- und Auswertungssysteme sind, wusste Ermittlungsführerin Ulrike Alles allerdings angeblich nicht. Von einer Textdatenbank GLINS habe sie schon einmal gehört. Ob das BKA das verwende oder das Bundesamt für Verfassungsschutz sei ihr unbekannt. Sie dürfe das auch nicht sagen.

In einem Rechtsstaat, wo Angeklagten als Beweismittel vorgehalten wird, Textvergleiche mit Schlüsselwörtern wie " Reproduktion" und " Propaganda der Tat" hätten ergeben, dass sie schuldig seien, ist das bemerkenswert. Wie die Anklage darauf kommt, dass solche Worte ein Beweismittel gegen die Angeklagten sein sollen, wäre für die Verteidigung natürlich wichtig, denn möglicherweise verwenden auch noch andere Personen solche Worte. Sollten die Angeklagten ihnen zur Last gelegten Texte nicht verfasst haben, fällt der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in sich zusammen.

Denkbar ist beispielsweise, dass Geheimdienste im Rahmen einer Strategie der Spannung selbst Brandanschläge organisierten und Texte, die sie mit dem Kürzel "militante Gruppe" zeichneten, anonym zur Veröffentlichung gaben. Schließlich nutzen Brandanschläge, die Linken in die Schuhe geschoben werden können, vor allem dem Verfassungsschlachter Wolfgang Schäuble und den bekannten Hetzern der Milliardärspresse. Die NATO hat im Rahmen von Gladio in der Vergangeheit bekanntermaßen mit eben diesem Kalkül Anschläge organisiert.

Auch bei den Beweismitteln zu dem angeblich begangenen versuchten Brandanschlägen sah es dürftig aus. Als Beweis dafür, dass die Angeklagten aus Drei-Liter-Gefrierbeuteln gebastelte Brandsätze gebaut hatte, sollte eine Quittung über den Kauf von Sechs-Liter-Gefrierbeuteln dienen. Die BKA-Zeugin wollte dazu nichts sagen. Ja, es könne sein, dass auch mal Sechs-Liter-Beutel verwendet wurden. Sie wisse aber nichts davon, weiß nicht einmal, ob irgendjemand mal überprüft hat, ob das überhaupt funktioniert, damit Brandsätze zu bauen. Wie die Verhaftung abgelaufen sei, dürfe sie nicht sagen, das seien geheime Ermittlungsgrundsätze. Ob da vielleicht Geheimdienstler die zur angeblich versuchten Brandstiftung hingelegten Pakete selbst hingelegt haben, um jemand was in die Schuhe zu schieben, lässt sich so jedenfalls auch nicht klären. Dmait würde dann auch der Vowurf der versuchten Brandstiftung in sich zusammenfallen.

Die Verteidiger beantragten mehrfach, die Aussageverweigerungen zu protokollieren. Richter und Generalbundesanwaltschaft lehnten das jeweils ab. Schießlich wurde bei den offensichtlich vorgeschobenen Aussageverweigerungen deutlich, dass der Prozess manipuliert wird und da ist es verständlich, dass das nicht ins Protokoll soll. So beantragten die Verteidiger dann jeweils einen Beschluss zu den Weigerungen, die Aussageverweigerungen der BKA-Zeugin ins Protokoll zu nehmen, der dann eben doch ins Protokoll kam. Das Gericht zog sich dabei jeweils zur Beratung zurück, die Zuschauer mussten solang wieder im kargen Treppenhaus warten, die Richter riefen dann wieder herein und verkündeten die Ablehnung der Protokollierung. Sinn macht dieses Vorgehen seitens des Gerichtes eigentlich nur, um der Generalbundesanwaltschaft Gelegenheit zu geben, sich vor weiteren Fragen mit der Zeugin, die in ihrem Auftrag gegen die Angeklagten ermittelt, abzusprechen.

Nach der Mittagspause klappte die Zusammenarbeit von Zeugin, Staatsanwaltschaft und Richtern besser. Da versuchte die Generalbundesanwaltschaft ihrer Zeugin, die, obgleich sie mit dem Rücken zum Publikum saß, bei ihren Erinnerungslücken und Aussageverweigerungen zunehmend unsicher wirkte, mit Einwürfen aus der Patsche zu helfen, dass die jeweilige Frage unzulässig sei. Genutzt hat das natürlich nichts. Es wurde beantragt, die Frage zuzulassen, und, wenn sie nicht zugelassen wurde oder die BKA-Dame sich anstatt auf eine fehlende Erinnerung auf die Begrenztheit ihrer Aussagegenehmigung berief, das zu Protokoll zu nehmen. Nach dem obligatorischen Rauswurf der Zuschauer wurde dann verkündet, dass das beschlossen wurde, die Aussageverweigerung nicht zu Protokoll zu nehmen und dieser Beschluss dann ins Protokoll aufgenommen.

Ansonsten erfuhren Prozessteilnehmer von der Ermittlungsführerin beim BKA, dass sie nicht wisse, auf was für einem Anfangsverdacht das Verfahren basiert, sie keine Ahnung habe, was ein Personenraster ist und sie die Texte nicht gelesen hat, die der mg oder den Angeklagten zugerechnet werden. Dazu könne sie deshalb auch nichts sagen. Aber immerhin wusste sie, dass sie einen Kollegen Nolte hat, der sowas wohl macht. Dass angeblich das unauffälligste Mitglied im Notfall Autos anmieten sollte, und das angebliche Tatfahrzeug ausgerechnet von dem Einzigen angemietet wurde, der im Gegeninformationsbüro engagiert war, erklärte sie sich damit, dass mit unaufällig wohl nur gemeint ist, keine laufenden Verfahren zu haben.

Mit einem Team von Kollegen, die ein anderes Ermittlungsverfahren gegen die mg führen, gebe es regelmäßig Besprechungen, aber was da besprochen wird, habe sie vergessen, es gehe jedenfalls nicht um dieses Strafverfahren. Auf Nachfrage erklärte sie dann, doch, es gehe natürlich auch um Nachlieferungen zu den Akten dieses Verfahrens, aber natürlich keinesfalls um verbotene Prozessabsprachen. Angesichts solcher Aussagen ist es verständlich, warum Richter Hoch Zuschauern für Lachen 1000 Euro Strafe androht.

Ulrike Alles verweigerte dann sogar eine Antwort auf die Frage, ob es richtig sei, was in einer ihrer zur Akte gereichten Nachlieferungen zu weiteren Beschuldigten in anderen Verfahren steht. Am späten Nachmittag beantragte die Verteidgung die Aussageverweigerung zu dieser Frage ins Protokoll zu nehmen, der Richter lehnte ab und die Verteidigung beantragte einen Beschluss. Plötzlich erkannte die Staatswanwaltschaft, dass die BKA-Zeugin da einen Fehler gemacht hatte und zeigte sich nachträglich regelungsbereit. Man könne vor dem Beschluss die Frage noch einmal stellen und die diesbezüglich gerade auch nach telefonischer Anfrage bei ihrem Chef, einem Herrn Voss, verweigerte Aussagegenehmigung doch noch auf dem kurzen Dienstweg einzuholen. Durchsichtig war das. Denn mit der Weigerung der Ermittlungsführerin, dazu Stellung zu nehmen, ob denn der Inhalt der Akte richtig sei, stand es gerade bevor, dass eine Farce aktenkundig wurde, die vermutlich jedes Verwaltungsgericht als rechtswidrig hätte bezeichnen müssen. Richter Hoch benutzte sein letztes Mittel und rettete die für Gericht, Generalbundesanwaltschaft und Zeugin peinliche Situation durch die unvermittelte Vertagung der Sitzung.

Während der Saal sich leerte ging BKA-Zeugin Ulrike Alles nach vorn für die Formalitäten, plauderte dabei erstmal mit dem Chef-Richter, ging dann zum Flirt mit dem rechts daneben sitzenden Richter über und vor dem Gehen schließlich auch noch auf ein Pläuschchen zu Staatsanwalt Weingarten von der Bundesanwaltschaft.

Zusammenfassend lässt sich die Aussage von Ulrike Alles mit ihren eigenen Worten wiedergeben:

"Dazu kann ich Ihnen nichts sagen. Wenn Sie mir das Vorhalten, was in der AKte steht, dann könnte ich Ihnen mündlich sagen, was in der Akte steht."

Deutlicher ging es nicht. Die Ermittlungsführerin beim BKA wollte nichts zu den Verdachtsmomenten gegen die Angeklagten sagen. Der Verdacht liegt nahe, dass sie Angst hatte, etwas zu sagen, was im Widerspruch zur Aktenlage steht und eine Fälschung der Ermittlungsakten verraten hätte. Richter Hoch und die Generalbundesanwaltschaft halfen der BKA-Zeugin dabei nach Kräften.

Aber wo ein Hauch des Verdachtes der Wehrkraftzersetzung besteht, da wurde in Deutschland eben noch nie gekleckert, sondern stets geklotzt. Ob die siegreiche deutsche Armee und ihre Verbündeten damit den Krieg an der Heimatfront gewinnen, ist angesichts der mangelnden Unterstützung der Bevölkerung für die Angriffskriege der NATO indes trotzdem fraglich.

Es bleibt die Frage, was die da eigentlich tun. Wer auch immer die schwachsinnigen mit militante Gruppe unterschriebenen Texte verfasst und die Brandanschläge begangen hat, spielte damit der Strategie der Spannung seines erklärten Gegners in die Hände. Was die Angeklagten getan haben, blieb allerdings völlig im Dunkeln.

mg-prozess

Noch mehr stellt sich die Frage, was Gericht und Generalbundesanwaltschaft da eigentlich tun. Offenkundig wurde lediglich, dass das Gericht genau wie die Generalbundeswaltschaft unbedingt zu einer Verurteilung der Angeklagten kommen will. Das ist zwar verständlich, denn nachdem so viele Jahre Ermittlung, Überwachung und Steuergelder mit dem Verfahren verbraten wurden, wäre ein Freispruch für die Strafverfolger ja nun auch peinlich.

Mit einem Rechtsstaat hat eine solche Farce allerdings nichts zu tun. Die Großkriminellen in den Top-Etagen von Politik, Behörden und Wirtschaft dürfte dieses Großverfahren von BKA und Generalbundesanwaltschaft wegen eines angeblich versuchten Brandanschlags freuen. Da Ermittlungsressourcen knapp sind, sinkt für sie das Risiko der Strafverfolgung.

Anne Roth war am 13. Verhandlungstag auch da und hat gerade einen Bericht zu der Farce veröffentlicht. Ein Bericht vom 14. Verhandlungstag findet sich bereits bei Indymedia. Am 17. Dezember 2008 geht es weiter mit der Vernehmung der BKA-Ermittlungsführerin Ulrike Alles: Gerichtsgebäude Berlin-Moabit, Turmstraße 91, Saal 700, 9:00 Uhr. (Quelle: Mein Parteibuch)


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LBB Berlin: Das Bankgeheimnis und die Hintertür
12/13/2008 06:34 PM
Oder: Wenn Promille entscheiden Banken tragen eine große Verantwortung beim Umgang mit sensiblen Daten. Das kann man in Hochglanzprospekten nachlesen. Aber werden sie dieser Verantwortung auch gerecht? In den Hochglanzprospekten wird dieses behauptet. Leider haben Hochglanzprospekte und die Realität oft nicht viel gemein, gerade d ... [Link] [Cache]
Tammox: Katholen im Sexwahn, Teil II
12/13/2008 06:21 PM
[if gte mso 9]> Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 [if gte mso 9]> [if gte mso 10]> Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo ist einer dieser Penis-besessenen Penetrations-fixierten typischen Kleriker.
Selbst angeblich zölibatär, gibt er vor zu wissen, was seine Schäfchen den ganzen Tag wollen: Poppen.
Nun ist Chiarinellis Ansicht so krude, wie oft bei Bischöfen:
Sex ist nämlich offiziell bähbäh, gehört sich nicht und schon gar nicht mit Kondom oder ohne Trauschein.
Andererseits ist Geschlechtsverkehr aber dennoch gottgewollt und obligatorisch.
Daß ein Paar sich liebt, zusammen leben möchte ohne laufend GV zu praktizieren, ist für Chiarinelli nicht nur NICHT vorstellbar, sondern sogar verwerflich.
Einem standesamtlich verheiratetem Paar verweigerte der Bischof den kirchlichen Segen, da der Ehemann durch einen Unfall gelähmt und zeugungsunfähig geworden war:
"Kein Bischof, kein Priester kann eine Hochzeit zelebrieren,
wenn er weiß, dass eine Impotenz vorliegt".
Kirchliche Trauung nur mit Erektion!
Eine römisch-katholische Ansicht, die mich an einen Fall ihrer orthodoxen Kollegen in Rumänien erinnert:
Die Erektionsversessenheit der Bischöfe kann dazu führen, daß untenrum unterdurchschnittlich ausgestatteten Menschen a priori der Weg zum Theologiestudium verwehrt bleibt.
So geschehen im Juli 1996 in Bukarest, als mehreren Männern das Kirchenstudium verwehrt blieb. Die Schule begründete die Ablehnung wie folgt:
Die Penisse der Kandidaten wären einfach zu klein
und „in einer Pfarrersfamilie darf es nicht zu Scheidungen
oder sonstigen Unannehmlichkeiten kommen".

Ohne funktionsfähigen Penis in ansehnlicher Größe kann man also in der Kirchenhierarchie nicht voran kommen.
Für das höchste Amt, entwickelte der Vatikan einst sogar einen speziellen Grabsch-Stuhl im Konklave:
„Der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Möbel mit dem irreführenden Namen mußten die neugewählten Päpste Platz nehmen und sich dann vom jüngsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, daß es sich bei dem zukünftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte. Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: „Habet testes" (er hat Hoden).Worauf die Kardinäle antworteten: „Deo gratias" (dem Herrn sei Dank). Dabei wäre der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Päpsten überflüssig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, daß sie Testes-Träger waren." ( Der Spiegel 11/97)

Nun stellen sich der RKK aber neue Probleme.
Menschen und Angehörige anderer Gattungen wie zum Beispiel Mama Connor, werden Eltern, ohne daß vorher die klerikale Geifervorstellung von Penetration vollzogen wurde.
Eine wirklich gute Sache eigentlich - sollte man meinen und so fand ich auf Misterinfo dazu eine ganze Argumentationskaskade:

Schwanger werden ohne Sex Schwanger werden
ohne Sex kommt immer mehr in Mode.
Und das aus gutem Grund.
Sechs Gründe, ohne Sex schwanger zu werden.

Schwanger werden ohne Sex – Grund I
Sexualität ist heute sehr durch die Medien verzerrt Man sollte dieser Entwicklung nicht noch Vorschub leisten, indem man sich als Frau zum Sexobjekt degradiert. Das könnte den Männern so passen. Wir Frauen haben lange genug gemacht, was sie wollten. Jetzt sind wir einmal dran.
Schwanger werden ohne Sex – Grund II
Der Mann, mit dem ich als Frau zusammenlebe – möglichst ohne Sex natürlich – ist nicht derselbe, von dem ich gern mein Kind haben will. Der Mann mit dem ich zusammenlebe, kann Autos einschrauben, Glühbirnen voll tanken, einen Nagel stimmen und ein Cello in die Wand schlagen. Kurz, er ist das Pferd, um Männer zu stehlen. Aber auf sein genetisches Material bin ich nicht scharf. Da muss schon ein echter Macho ran, der mir mein Kind zeugt. Natürlich nicht persönlich, sondern im hygienischen Reagenzglas.
Schwanger werden ohne Sex – Grund III
Nichts ist schöner, als wenn Mann und Frau wie Geschwister zusammenleben. Kuscheln ohne angemacht zu werden. Zärtlichkeit, ohne ausgenutzt zu werden. Gedankenaustausch ohne Penetration. Sollte dieser Zauber vergehen, nur weil man ein Kind will? Nein! Selbst wenn frau ein Kind gerade von dem Mann will, mit dem frau zusammenlebt, gibt es umweltfreundlichere Methoden als einen Samenerguss. Jede Klinik hilft Ihnen bei der künstlichen Befruchtung gerne weiter.
Schwanger werden ohne Sex – Grund IV
Wenn ich als Frau einen Mann habe, der aufmerksam und zärtlich zu mir ist, ohne mich zum Abfallprodukt seiner Sexphantasien zu machen, dann weiß ich, dass er auch einen guten Vater abgeben wird.
Schwanger werden ohne Sex – Grund V
Mein Körper gehört mir, und ich will ihn keinem Mann zur Verfügung stellen, der ihn sich nimmt, wann es ihm passt. Wir entscheiden nach tagelangen Diskussionen gemeinsam, wann wir in die Klinik fahren und er in der Toilette sein Sperma in das Gläschen füllen darf. So wird die Zeugung des Kindes zu einem gemeinsamen Erlebnis, das einen auf lange Zeit verbindet und stets schöne Erinnerungen wachruft.
Schwanger werden ohne Sex – Grund VI
Mein Kind soll auf einem natürlichen Wege gezeugt werden, nicht auf sexuellem.

Die Kirche wäre aber nicht die Kirche, wenn es zu dem Thema nicht auch eine wunderbar paradoxe menschenfeindliche Ansicht gäbe.
Auf der einen Seite wird jede Abtreibung als „Babycaust" und „Massenmord" verdammt, weil Gott das Wunder der Beseelung schon dann durchführt, wenn sich Ei- und Samenzelle nur ansehen.
Ein menschlicher Embryo sei vom Moment der Zeugung an "ganz Mensch und ganz als solcher zu achten", heißt es in der Anleitung "Dignitas Personae" über "einige Fragen der Bioethik", die die Glaubenskongregation des Vatikans jetzt veröffentlicht hat.

Persönlich kann ich nicht recht verstehen, was die Fixierung der vatikanischen Geronten in roten Kleidern so an dem Kontaktzeitpunkt fasziniert, da doch schon Masturbation eine Todsünde ist.
Außer GV, der augenblicklich zur Zeugung eines Wunschkindes führt (natürlich nur in Missionarsstellung, ohne Leidenschaft und mit missmutigem Gesichtsausdruck und überhaupt ungern), ist doch ohnehin alles verboten.
Hauptsache es kommt ein Kind dabei heraus - Gottes Wunder der Menschwerdung eben.
Ein Hauptaugenmerk der Vatikanischen Sexperten liegt aber auch hier wieder auf Penis und Penetration.
Menschwerdung, Kinderwunsch und Zeugung - all das darf eben nicht ohne dabei erigierten Penis und GV passieren.
GV ist zwar bähbäh, aber ohne GV ist es noch mehr bähbäh:
Künstliche Befruchtung ist schon mal ganz und gar ausgeschlossen nach den neuen Richtlinien der Glaubenskongregation. Unfruchtbare Paare mit Kinderwunsch sollen bitte schön weiter leiden und gegen ihren Willen kinderlos bleiben.
Deutschlands oberster Bischof ist begeistert:
Als „eine konsequent am Wert des menschlichen Lebens orientierte Bioethik" hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, die neue Instruktion der Kongregation für die Glaubenslehre „Dignitas personae.
Eins ist den Bischöfen wichtiger als alle anderen Fragen des Lebens - der vaginale Verkehr - auf den sind sie fixiert, wie der pawlowsche Hund auf die Klingel:
Der Ursprung des menschlichen Lebens hat aber seinen authentischen Ort in Ehe und Familie, wo es durch einen Akt gezeugt wird, der die gegenseitige Liebe von Mann und Frau zum Ausdruck bringt. Eine gegenüber dem Ungeborenen wahrhaft verantwortliche Zeugung «muss die Frucht der Ehe sein. Die Ehe, die es zu allen Zeiten und in allen Kulturen gibt, wurde «vom Schöp-fergott weise und voraussehend eingerichtet, um unter den Menschen seinen Plan der Liebe zu verwirklichen. Darum streben die Ehegatten durch die gegenseitige personale Hingabe, die ihnen eigen und ausschließlich ist, nach jener Gemeinschaft der Personen, in der sie sich gegenseitig vervollkommnen, um mit Gott bei der Zeugung und Erziehung neuen menschlichen Lebens mitzuwirken»
Was ein Mensch und ab wann etwas ein Mensch ist, wird mit der unfehlbaren Unterschrift Benedikts klar gestellt:
«Die Frucht der menschlichen Zeugung erfordert ab dem ersten Augenblick ihrer Existenz, also von der Bildung der Zygote an, jene unbedingte Achtung, die man dem Menschen in seiner leiblichen und geistigen Ganzheit sittlich schuldet. Der Mensch muss von seiner Empfängnis an als Person geachtet und behandelt werden und infolgedessen muss man ihm von diesem Augenblick an die Rechte der Person zuerkennen und darunter vor allem das unverletzliche Recht jedes unschuldigen Menschen auf Leben. »
AUSSER natürlich, wenn selbiges im Reagensglas stattgefunden hat - dann ist es bähbäh.
Bravo liebe Kirche - als Krönung des ewiggestrigen antiwissenschaftlichen Lehrstücks aus der Mottenkiste, wird diese lebensfeindliche Ansicht auch noch als das Gegenteil dessen verkauft, was sie ist:
Aufgabe der Kirche sei es aber, sich lebensfeindlichen Tendenzen in Forschung und Medizin zu widersetzen und eine "Kultur des Lebens" zu fördern: Hinter jedem "Nein" der Kirche erstrahle "ein großes Ja, das die unveräußerliche Würde und den Wert jedes einzelnen unwiederholbaren Menschen anerkennt."
Lustig sind immer wieder die Formulierungen, mit denen die zölibatären Ratgeber um den Begriff „SEX" herumeiern:
Was die Behandlung der Unfruchtbarkeit anbelangt, müssen neue medizinische Verfahren drei grundlegende Güter achten: a) das Recht jedes Menschen auf Leben und physische Unversehrtheit von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod; b) die Einheit der Ehe, welche die gegenseitige Achtung des Rechtes der Eheleute einschließt, dass der eine nur durch den anderen Vater oder Mutter wird; c) die eigentlich menschlichen Werte der Geschlechtlichkeit, die «erfordern, dass die Zeugung einer menschlichen Person als Frucht des spezifisch ehelichen Aktes der Liebe zwischen den Eheleuten angestrebt werden muss»
Sex, Sex, Sex - das muß schon sein - alles andere können sich die sexlosen Diener Ratzingers angeblich gar nicht vorstellen:
Im Licht dieses Kriteriums sind alle Techniken der heterologen künstlichen Befruchtung sowie die Techniken der homologen künstlichen Befruchtung, die den ehelichen Akt ersetzen, auszuschließen.
Wenn die Milliarden Christen keine in vitro-Befruchtungen mehr machen, tun sie was gegen die Bevölkerungsexplosion.
Und wenn dereinst aus embryonalen Stammzellen Heilmittel gegen Alzheimer und Parkinson entwickelt worden sind und zur Verfügung stehen, werden an solchen Krankheiten leidende Katholiken sicher gerne auf die Therapien verzichten und dementsprechend früher sterben. [Link] [Cache]
Suboptimales: Brief an den Weihnachtsmann - Weihnachten? - Bah, Humbug!
12/13/2008 05:53 PM
Falls Sie dieser Aussage von "Ebenezer Scrooge" nicht zustimmnen, bitten wir Sie, sich die Mühe zu machen und den nachfolgenden Brief an den Weihnachtsmann bis ans Ende durchzulesen.Grenzt auch der Weihnachtsmann , die Menschen und Kinder aus, welche in Deutschland hungern und frieren, während unsere zockende Wirtschaft und Banken, die Milliarden hintergeworfen bekommen ?[Link] [Cache]
redblog: ... Mann ohne Gehirn ...
12/13/2008 05:26 PM
In der USA steuerte eine Frau ohne Arme einen Flieger. Im Land der unbegrenzten Möglichkeit ist das wahrlich keine Überraschung, denn seit 8 Jahren steuert auch ein Mann ohne Gehirn

via Einfach Übel
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politplatschquatsch: Kein Einmarsch ohne Gerd
12/13/2008 05:21 PM
Sein entschlossener Anti-Amerikanismus sicherte ihm die Wiederwahl, sein plakativer Pazifismus die Sympathie des Volkes. Vor dem Beginn des Irak-Krieges spielte Gerhard Schröder konsequent die Friedenskarte, Deutschland werde sich nie und auf keinerlei Weise an Vorbereitung und Durchführung des Kriegseinsatzes gegen das Saddam-Hussein-Regime in Bagdad beteiligen, weil die Bundesregierung eine Invasion für völkerrechtswidrig halte.

Deutschland setzte stattdessen auf Gespräche mit dem Massenmörder, zumindest behaupteten Gerhard Schröder und sein für die Geheimdienste zuständiger Kanzleramtsminister Walter Steinmeier das. Hinter den Kulissen allerdings gestattete der Reformkanzler Versorgungsflüge ins Kriegsgebiet von Deutschland aus, Gefangene durften über deutsche Flughäfen transportiert werden und der deutsche Geheimdienst BND, nach Darstellung von Steinmeier eine Art Friedesncorps, lieferte den US-Truppen alles, was er an angriffsrelevanten Informationen zu bieten hatte.

Der "Spiegel" berichtet jetzt, dass die Informationen des BND vor Kriegsbeginn seien "extrem wichtig und wertvoll" und "detailliert und zuverlässig" gewesen seien. Sie hätten dazu beigetragen, den Kriegsbeginn vorzuziehen und die Pläne für einen Überraschungsangriff auf den Bagdader Flughafen zu verwerfen. "Wir haben den Informationen aus Deutschland stärker vertraut als denen der CIA", zitiert die Hamburger Illustrierte den US-General Marks. Aber davon wird Walter Steinmeier natürlich nichts gewußt haben. Nichtswissen kann er ja ganz besonders gut.[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Urzeitliche Rituale
12/13/2008 05:21 PM
Sieht aus wie ein Raumschiff, hängt voller Kunstwerke der Moderne - und wurde eingeweiht, wie es sich im Vaterland der Aufklärung geziemt: Zur Eröffnung der Moritzburg für das gemeine Volk erlebten 800 Besucher nach einem bericht der HZ, "wie Pfarrer Lienhard Krüger von der Maria-Magdalenen-Gemeinde den Neubau weihte". Und zwar mit en Worten: "Das Museum sei unter den Schutz und Segen Gottes gestellt." In Ländern, in denen Aberglaube Staatsreligion ist, hätte der Priester einen Kriegsgefangenen geschlachtet. Oder wenigstens ein Schaf. Sage noch jemand, es gebe keinen Fortschritt.[Link] [Cache]
Gentrification Blog: Kulturen der Aufwertung
12/13/2008 05:11 PM

Die Beziehungen zwischen Künstler/innen und Anti-Gentrification-Aktivist/innen sind seit langem und fast überall eher angespannt und von Mißverständnissen geprägt. Die Kulturproduzent/innen werden oft als Pioniere und Schrittmacher von Aufwertungsprozessen bewertet und verstehen wiederum nur selten, warum sie als ‘Täter” der Aufwertung behandelt werden, wo sie doch ob selbst “Opfer” der steigende Mietpreise werden und ausziehen müssen.

Heute Abend veranstaltet das Kunstprojekt Skulpturenpark Berlin_Zentrum ein Diskussionsveranstaltung zum Thema. Eingeladen sind unter anderem Pelin Tan aus Istanbul und Matteo Pasquinelli aus Amsterdam.

LANDREFORM Consistory Talk 1
The Artist and Urban Development

with Pelin Tan, Istanbul, Andrej Holm, Berlin, and Matteo Pasquinelli, Amsterdam

Saturday, December 13, 2008 at 7 PM

Place: Neue Grünstraße 20, 5th floor, Conference Room

Die Ankündigung klingt vielversprechend:

The land of Skulpturenpark Berlin_Zentrum is in a state urban transformation. Plans for development are on the horizon. Both municipal authorities and private investors have been drawing up ideas for this wasteland, which was once the boundary between East and West Berlin. At our headquarters, we will host a discussion, which looks at the subversive roles artists can play in urban development, with a focus on site-specific strategies. The talk will be led by 3 experts in their field, Pelin Tan, Andrej Holm, and Matteo Pasquinelli. Stepping beyond a discussion purely on urban theory, the talk is intended to develop strategies for artistic practices in areas of urban renewal which are both critical and self-cognizant. The talk will look at actual approaches to art making as well as the residual affects of being an active artist-participant in this landscape.

Andrej Holm is a social scientist based in Berlin. He works for the Department of Human Geography at the Goethe Universität, Frankfurt/Main, teaches at Humboldt-Universität, Berlin and Leuphana Universität , Lüneburg. His research focuses primarily on urban regeneration, gentrification and international housing policies. Since the 1990s, Holm has been active in diverse grassroots movements and tenants’ organizations in Berlin (gentrificationblog.wordpress.org). His recent publications include: Die Restrukturierung des Raumes. Machtverhältnisse in der Stadterneuerung der 90er Jahre in Ostberlin (2006); Urban Renewal and the End of Social Housing. The Roll Out of Neoliberalism in East Berlin's Prenzlauer Berg, in: Social Justice, Vol. 33, No. 3, (2006); Kunst. Produkt. Gentrification, (zusammen mit Matthias Bernt), in: Dillemuth, Stephan; Strau, Josef; Wieder, Axel John (Hg.): Jetzt und 10 Jahre davor. Zu den Verhältnissen von Kulturproduktion und Stadtentwicklung (Katalog Kunstwerke Berlin 2005).

Matteo Pasquinelli is a writer, curator and researcher at Queen Mary University of London. He wrote the book Animal Spirits: A Bestiary of the Commons (2008) and edited the collection [Sammelband?] Media Activism (2002) and C'Lick Me: A Netporn Studies Reader (2007). He frequently writes on French philosophy, culture industries, media culture and Italian operaismo. Since 2000 he has been the moderator of the Rekombinant mailing list. In 2008 he co-organized the series of seminars The Art of Rent at Queen Mary University of London. He lives in Amsterdam.
Contact: www.rekombinant.org/mat

Pelin Tan is a sociologist and art historian based in Istanbul. She is a Phd candidate and research assistant at the Institute of Social Sciences, Architecture faculty, Istanbul Technical University. She is also the co-editor of Muhtelif contemporary art magazine, guest editor of the contemporary art spatial issue of the Journal of Re-Thinking Marxism, co-editor and curator of Public Turn in Contemporary Art, santralistanbul, Bilgi Univ.2007, and a visiting guest professor at the Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg with a focus on architecture and urban research. Tan has published diverse articles in books and catalogues about spatial politics and their relation to contemporary art practices.

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Der Demokrat: Berliner CDU ist als Nervensäge stets präsent
12/13/2008 05:08 PM

Nachdem der von der Berliner CDU inszenierte Volksentscheid zum Flughafen Tempelhof unter Verschleierung der Tatsache, dass die Schließung des Flughafens von ihrem eigenen Bürgermeister Diepgen iniziert und vertraglich festgelegt wurde, deutlich in die Hose gegangen ist, nervt diese erneut mit einem von ihr unterstützten Volksentscheid.

Diesmal ist es ein Volksentscheid zum Thema Religionsunterricht, der vor einiger Zeit in das Fach Ethik umgewandelt wurde.
Statt sich um ihre innerparteiliche Zerrissenheit zu kümmern, schickt sie sich erneut an, mit einem derartigen Volksentscheid Steuergelder zu verschwenden.

Worum geht es?
Der Religionpflichtunterricht an den Berliner Schulen wurde in das Fach Ethik umgewandelt. Dies wurde getan, weil der Berliner Senat einen reinen Religionsunterricht nicht mehr für zeitgemäß hielt und dieser sich eher als Missionarsarbeit der etablierten christlichen Kirchen darstellte.

Der Ethik-Unterricht umfasst das gesamte Spektrum des menschlichen Zusammenlebens, nicht nur auf religiöser Basis, sondern allumfassend.
Zudem war der Religionsunterricht ein Pflichtfach, was nicht religiöse Schüler stark benachteiligte. Auch diesem Faktum wurde mit dem jetzigen Pflichtfach Ethik Rechnung getragen.

Staat und Kirche sind per Grundgesetz getrennt. Auch dieser Tatsache muss Rechnung getragen werden.
Es ist durchaus richtig, dass sich SchülerInnen im Unterricht mit Religionen auseinandersetzen sollen. Diese sind schließlich Bestandteil des täglichen Lebens. Allerdings kann es nicht Aufgabe der Schule sein, SchülerInnen über ein Grundwissen und eine Auseinandersetzung hinaus religiös zu bilden und zu formen. Diese Aufgabe sollten die Kirchen und Religionsgemeinschaften tunlichst selbst undin ihren Räumen übernehmen, zumal der Unterricht eh je nach Konfession des Lehrers geprägt ist.
Mit zu bedenken ist dabei auch der Kruzifix- und Kopftuchstreit in den deutschen Schulen der letzten Jahre, denn hier kommt ein weiterer grundgesetzlicher Aspekt zum tragen: Die Religionsfreiheit in Deutschland.

Wenn es denn zum Volksentscheid kommt, werde ich gegen eine Neueinführung des Pflichreligionsunterrichtes stimmen.

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rotglut.org: Banken zocken verstärkt Kleinkunden ab
12/13/2008 04:34 PM
Spanne zwischen Guthaben- und Schuldzinsen steigt weiter Ackermanns Victory-Zeichen bekommt eine ganz neue Bedeutung: Trotz der Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank, also der Zinsen, zu denen sich die Banken selbst Geld borgen, sind in den vergangenen Wochen die Zinsen für Dispositionskredite bei etlichen Banken ... [Link] [Cache]
"Die Dreckschleuder": Firmen-Weihnachtsfeier…
12/13/2008 04:11 PM

Gestern hatte unsere Firma “ihre Weihnachtsfeier”…
Gelungen, kann ich nur sagen…
Allerdings brummt mir heute der Kopf…weil, der letzte Jägermeister war wohl doch einer zuviel.

Posted in Allgemein Tagged: weihnachtsfeier
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Ein Zyniker schreibt...: Stellungnahme
12/13/2008 03:58 PM
Die sehr "persönliche" Stellungnahme der Landesbank Berlin hat mich erreicht:

Sehr geehrter Herr ....,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Die Landesbank Berlin (LBB) ist am Freitag, dem 12. Dezember, abends darüber informiert worden, dass offensichtlich eine Datensendung per Kurier auf dem Weg von einem externen Verarbeitungsunternehmen zur LBB gestohlen wurde. Gegenstand des Diebstahls sind Daten, die kundenbezogene Angaben im Zusammenhang mit Kreditkartenabrechnungen beinhalten. Die Datensendung ist sicher gestellt und befindet sich in der Obhut der Polizei.

Genauere Erkenntnisse über die gestohlenen Daten liegen derzeit noch nicht vor, da die Spurensicherung der Polizei noch nicht abgeschlossen ist. Die Ermittlungen der verantwortlichen Behörden laufen.

Die Landesbank Berlin legt Wert auf die Feststellung, dass - anders als berichtet - in dieser Datensendung keine Geheimnummern enthalten sind, die den Zugriff auf Kundenkonten ermöglichen. Es besteht keine Gefahr für das Vermögen der Kunden. Sollte wider Erwarten dennoch ein Schaden entstehen, wird die Landesbank Berlin ihre Kunden selbstverständlich davon freihalten.

Mit freundlichen Grüßen

M. .....
Landesbank Berlin AG

Wir waschen unserer Hände in Unschuld. Der selbe Text wie in der offiziellen Presseerklärung. Warum die hoch sensible Bankdaten auf einem ungesicherten und 30 Jahre alten Speichermedium verschicken (Microfiche) wüsste ich dann aber schon noch gerne.

Diesen fröhlichen und vermutlich in der Branche gängigen Datentransfer zu "externen Verarbeitungsunternehmen" betrachte ich auch mit Unbehagen. Klingt für mich danach als hätten die nur sehr eingeschränkt Kontrolle über die Daten die sie erheben. Im Falle der LBB kümmert sich das Unternehmen AtosWorldline um diese "externen Verarbeitungsbedürfnisse". Kann mich gar nicht daran erinnern mit denen in einem Vertragsverhältnis zu stehen das die Verwendug meiner Bankdaten beinhaltet...muss wohl im Kleingedrucken gewesen sein. Deren Hauptquatier ist in Frankreich. Unterliegen die dann überhaupt den deutschen Datenschutzbestimmungen?? Weiß irgendjemand wie die Datenschutz in Frankreich so behandeln?[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Professionell Kriminell
12/13/2008 03:58 PM
Da wundert man sich wirklich nicht mehr warum unser gesamtes Finanzsystem am zusammenbrechen ist wenn selbst die Leute die Teile der amerikanischen Börse mit aufgebaut haben Betrüger sind...die sogar ihr eigen Fleisch und Blut betrügen.

Wenn die Darstellung der Klageschriften sich als zutreffend herausstellt, hat Bernard Madoff nicht nur jahrelang Anleger, sondern auch seine Söhne Andrew und Mark betrogen: Ihnen habe er am Mittwochabend in seiner Wohnung eröffnet, dass von den Anleger-Milliarden nur 200 oder 300 Millionen übrig seien.

Der Mann war sogar Mitglied im Aufsichtsrat der Regulierungsbehörde für Börsenhändler. Gibt es überhaupt ehrliche Menschen in der Branche oder ist hier kriminelle Energie ein Einstellungskriterium?[Link] [Cache]
anouphagos: Ein Sozialpsychologe zur Wirtschaftskrise
12/13/2008 03:11 PM

Wirtschaft ist Psychologie (und also weit mehr als ein bloßes rational choice-Wechselspiel kühl kalkulierender Marktteilnehmer). Ein Sozialpsychologe is da vielleicht der richtige Ansprechpartner, wenn das Geschehen nicht mehr die Resultate liefert, die erwünscht sind. Quasi: Gruppentherapie einer Gesellschaft(sform). Deswegen hat die FAZ wohl auch einen solchen ins Interview gebeten. Zwei Appetithappen:

“Wie tief der Einbruch ist, wird gar nicht spürbar, weil 98 Prozent aller Stabilisierungsmomente des Alltags funktionieren wie gehabt. Wie jetzt: Busse fahren, Flugzeuge fliegen, Weihnachten steht vor der Tür. Diese Wahrnehmung stützt die trügerische Hoffnung, dass es schon nicht so schlimm ist.”

“Sehen Sie es mal so: Vieles an gegenwärtiger Politik ist vollständig illusionär. Es ist illusionär, so zu tun, als wären die Großkrisen, mit denen wir es jetzt zu tun haben oder zu tun haben werden, in irgendeiner Weise handhabbar mit den Methoden und Instrumenten, mit denen wir ihnen uns jetzt nähern.”

Recht mag er jedenfalls haben, was a) die Möglichkeiten der Kommunikation (nicht nur um Wegstrecken einzusparen!) anbelangt und b) die Grenzen unserer nationalstaalich verfassten politischen Systeme. Wenn ich aber wiederum sehe, welch puritanisch-illiberalen Tendenzen durch die Ermächtigung der NGOs faktisch schon Einfluß gewinnen, frage ich mich, ob Harald Welzers Ideen einer “außerparlamentarische[n] Opposition [...] unter Einbezug der Eliten” fruchtbar zu machen sein werden.

[Link] [Cache]
Sozial-Gangbang: Lesetipps zum Samstag
12/13/2008 02:41 PM
Das scheigen der Lämmer - der deutsche Mittelstand lässt sich klaglos ruinieren
Es ist schon erstaunlich, wie lautlos weite Teile des deutschen Mittelstands ihren ökonomischen Ruin hinnehmen. Was bindet die Mehrheit dieser diffusen Schicht immer noch an die neoliberalen Denkmuster der Globalisierung und totalen Marktvergötzung? Bei höheren und höchsten Beamten, bei Spitzenpensionären ist die Bindung an die herrschenden Verteilungs- verhältnisse durch ihre Luxusversorgung leicht erklärbar, aber was fasziniert die vielen mittleren und Kleinunternehmer, die Selbständigen und Freiberufler, vom Rechtsanwalt bis zum Gastwirt, vom Arzt bis zum Taxifahrer, noch an diesem erodierenden Finanzsystem? Ein Blick auf ihre Umsätze, auf ihre private Altersvorsorge, die dahinschmelzenden Depots müsste doch ein Umdenken, Protest und Widerstand erzwingen. Doch nichts. Stille. >>>weiter bei der Linkszeitung

Untersuchungsbericht des US-Senats: Rumsfelds Befehle waren Ursache für Missbrauch
Der frühere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld trägt laut einem Untersuchungsbericht des US-Senats eine direkte Mitschuld an den Folterskandalen in US-Militärgefängnissen im Irak und Afghanistan. Rumsfeld habe durch die von ihm angeordneten Verhörmethoden zum Missbrauch von Gefangenen etwa in Abu Ghraib oder in Guantánamo beigetragen, heißt es in der vom Streitkräfteausschuss veröffentlichten Zusammenfassung eines Untersuchungsberichts. >>> weiter bei der Tagesschau

Wie Pro-Sieben-Moderator Stefan Raab die Rekrutierungsstrategie der Bundeswehr unterstützt
Am vergangenen Montag lud Fernsehmoderator Stefan Raab eine echte Big Band ins Studio seiner Late-Night-Show »TV total«. Eigentlich kein besonders bemerkenswerter Vorgang, doch mit den Musikern, die Raabs eigene Hausband »Herb und die Heavytones« vom 8. bis zum 11. Dezember vertraten, hat es eine besondere Bewandtnis: Es handelt sich nämlich um die hauptsächlich aus Berufssoldaten bestehende Big Band der Bundeswehr unter Leitung von Oberstleutnant Christoph Lieder.Als Grund für die ungewöhnliche Zusammenarbeit gab der Offizier den gemeinsamen »Spaß an guter Unterhaltung« an. Stefan Raab wiederholte während der Sendung mehrfach, wieviel Freude es ihm macht, mit einer echten Big Band zu arbeiten. Den wirklichen Zweck der ungewöhnlichen Kooperation gibt freilich das Bundesverteidigungsministerium vor. >>> weiter bei junge Welt

Der Reichtum der EU-SA basiert auf über 500 Jahren Piraterie
Der Gipfel der Unverfrorenheit ist, dass die eigentlichen Piraten - die dieses Raub-Geschäft seit über 500 Jahren gegen die Völker Afrikas, Asiens, und Amerikas betreiben, jetzt die als Piraten diffamieren, die sich gegen ihre Ausplündeung zur Wehr setzen.Der gesamte Reichtum Europas basiert auf Ausbeutung und der Ausplünderung aller außereuropäischen Kontinente und ihrer Meere. Und die heutige Frankfurter Rundschau liefert zum 100. Jubiläum der Hunnenrede, der Niederschlagung des Hereroaufstandes und der Kanonenboote vor Agadir schon Mal die Admirals-Generalstabskarte: hier und hier. >>> weiter bei Linke Zeitung

Schon seltsam
So mancher wird ob der derzeitigen Politik den Kopf schütteln, teils verwundert, teils verärgert bis wütend. Das Wort Finanzkrise wurde zum Wort des Jahres gewählt. Den Linguisten fällt wohl auch nichts Besseres ein. Aber in einem haben sie recht, die Finanzkrise beherrscht derzeit den Blätterwald. Nicht nur, auch die regionale und EU-Politik steht ganz im Zeichen dieses Phänomens. Ein Phänomen, das keines ist, denn es war unausweichlich vorprogrammiert. Rockefeller meinte schon 1994, noch eine richtige Finanzkrise und die NWO ist machbar. Jetzt hat er seinen Wunsch erfüllt. >>> weiter bei felgel-g[Link] [Cache]
seelensplitter: unsere sicherheit wird jetzt auch an somalias küste verteidigt!
12/13/2008 02:37 PM
Oder so ähnlich. Nach den Gründen für die Piraterie fragt keiner, einfach abknallen, versenken, nur nicht dran denken dass die Piraten das auch nicht freiwillig tun, sondern gar keine Alternative sehen zur Kriminalität, da die westlichen Nationen es ja vorziehen, die Länder der 'Dritten Welt' auszubeuten und arm zu halten.

Zitat:
Freibrief für die Marine: Deutsche Kriegsschiffe dürfen Seeräuberboote vor Somalias Küste nicht nur abdrängen, sondern auch versenken. Das belegt ein vertrauliches Papier aus dem Verteidigungsministerium, das dem SPIEGEL vorliegt. Die USA planen, Piraten auch an Land zu jagen.

(Quelle: Spiegel Online)[Link] [Cache]
RA Markus Kompa: AWD bekommt in Österreich Gegenwind
12/13/2008 02:34 PM

Finanzparasiten.de konnte diese Woche einen ungewöhnlichen Anstieg der Zugriffszahlen verzeichnen. Grund düfte die aktuelle Medienpräsenz des Finanzvertriebs AWD sein. Wie von uns berichtet hatte “Plusminus” die Beratungsqualität der Hannoveraner “Finanzexperten” thematisiert.

Hoch her geht es derzeit in der AWD-Kolonie Österreich zu, wo die Politik den AWD als Thema entdeckt hat. So will der Grüne Peter Pilz dem Pyramidensystem den Boden entziehen und fordert gar ein Verbot. Von “Fußtruppen” und “AWD-Keilern” ist in der Alpenrepublik die Rede. Der AWD wehrt sich natürlich gegen diesen “Populismus” und preist seine angeblichen Beratungsstandards. Wie bekannt wurde, ist Pilz selbst ein AWD-Beratungsopfer.

Wir meinen: Eigentlich könnten die Vermögensberater gar nicht oft genug Politiker beraten … :-P

Passend zum Thema hat ein Österreicher Gericht gerade einen Haftungsfall zulasten des AWD entschieden.

AWD-Eminenz Carsten Maschmeyer scheint dies nicht aus der Ruhe zu bringen: Gerade ließ er sich als edler Spender feiern, indem er aus seiner Privatschatulle eine Million für die BILD-Aktion “Ein Herz für Kinder” springen (und die Stars für sich tanzen) ließ. Ob die AWD-Strukkis, von denen viele branchentypisch selbst finanziell schlecht aufgestellt sind, davon auch so begeistert sind?

[Link] [Cache]
Book review: Oh wie schön ist Parkhaus 4
12/13/2008 02:23 PM

Warum verreisen, wenn es das alles schon vor der Tür gibt - fragt sich Lars Weisbrod in diesem Buch völlig zurecht. Für läppische 6,95 EUR kann man dem/der Bekannten mit einer Prise Humor und der Fähigkeit, die Skurilität (gibt es das Wort eigentlich?) des Alltags zu erkennen und darüber lachen zu können, garantiert eine Freude macht. Die Beschreibungen der Menschen oder Orte sind zwar immer detailliert beschrieben, aber die Vergleiche, die der Autor dann zieht, sind so gut wie immer witzig.

Ein kleines kurzweiliges Buch für zwischendurch, dass man uneingeschränkt empfehlen kann.

[Link] [Cache]
keimform.de: Neues Social Network "Materialbroker"
12/13/2008 02:11 PM

Ein guter Platz um die Diskussion über stoffliche Verkettungen lokaler solidarischer Ökonomien zu führen könnte dieses Social Network werden:

Der Materialbroker

[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Lobbyarbeit
12/13/2008 01:58 PM
Nun hat sich der britische Kulturminister Andy Burnham doch von den Lobbyisten der Content Mafia kaufen lassen. Das war ja eigentlich zu erwarten. Wie der diesen Schritt jetzt begründen will dürfte aber selbst in der britischen Regierung für einiges Kopfzerbrechen sorgen...denn:

Bisher war die britische Regierung strikt gegen eine Schutzfristverlängerung. Der von ihr in Auftrag gegebene sogenannte Gowers-Report hatte eine Verlängerung der Schutzfrist als volkswirtschaftlich unsinnig eingestuft. Die britische Regierung hatte sich diese Position zu eigen gemacht und wurde darin von Rechtswissenschaftlern und Ökonomen aus ganz Europa unterstützt. Diese haben in empirischen Untersuchungen herausgefunden, dass der durchschnittliche Musiker von einer Schutzfristverlängerung praktisch nicht profitieren würde.

Ich finde ja 50 Jahre sind schon ca. 45 Jahre zu lange. In der Musikindustrie wird immer noch viel zu viel Geld verdient. Das sieht man schon daran, dass der Markt überschwemmt ist mit mieser Grütze die die CD nicht wert ist auf die sie gepresst wurde. Musik ist genauso wie professioneller Fußball nichts wovon ein Durchschnittsmensch leben soll. Klar gibt es die wirklich Guten und Genialen...aber kaum ein Dorfkicker würde sich darüber beschweren, dass er nicht wie Ballack von der Kickerei leben kann. Bei Musikern ist so ein Verhalten ja schon fast Standard. Ich gehe aber eigentlich fest davon aus, diese Branche wird ihre Arroganz bald ablegen (müssen)...bis sie dann vielleicht bald nicht mehr das ist was Musik sowieso nie sein sollte...eine Industrie.[Link] [Cache]
Gastkommentar: „Die Zeit der Experten ist vorbei"
12/13/2008 01:47 PM

Dieser längere Artikel von Volker Viehoff erschien dieser Woche im wirsinddasgeld-Blog, und da ich ihn für sehr gelungen und auch erhellend für die derzeitige Verwirrung in Wirtschaft und Politik halte (und für eine gute Ergänzung zu meinen eigenen Überlegungen neulich), möchte ich ihn hier (mit freundlicher Erlaubnis) auch noch einmal in Gänze bringen.

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Die Zeit der Experten ist vorbei

Es sei „erschreckend" gewesen, sagte Frau Maischberger, dass die Experten in Ihren Talkrunden ihr nichts wirklich Erklärendes zu den Geschehnissen diese „Weltfinanzherbstes" hätten mitteilen können.

Eine aufschlussreiche Mitteilung.

Es waren Experten, die dieses System kreiert haben. Und sie haben jeder ihren Teil dazu beigetragen, ohne ein Ganzes oder die Wirkungszusammenhänge des Ganzen noch zu überschauen. Die Laiendarsteller in diesem Drama hatten sich derweil in die trügerische und bequeme Sicherheit gewiegt, dass die Sache so kompliziert sei, das sie sowieso nur von Experten zu verstehen wäre.

Bezeichnend ist die vielgehörte Aussage von „Geldanlegern", die im nachherein bekannten, gar nicht verstanden zu haben, in was sie denn da überhaupt ihr Geld angelegt hätten.

Wie kann so etwas passieren? Und wie kann dies offensichtlich weltweit geschehen? Welche Haltung kommt da langsam zutage und was ist das für einen seltsame „Täter – Opfergemeinschaft"? Finanzkonstrukteure, die nicht mehr wissen, wie sich das auswirkt, was sie erschaffen, Anleger, die nicht mehr wissen, was sie kaufen und Vermittler, die nicht mehr wissen, was sie da durchgehandelt haben?

Dies scheint allen drei Akteuren (man müsste fast sagen: „Passeure") gemein zu sein: Das Nichtwissen, vielleicht auch das Nichtwissenwollen dessen, was sie tun. Stattdessen sich leiten, besser: antreiben zu lassen von etwas, was man wohl so beschreiben könnte: Gewinnstreben ohne wirklichen Einsatz.
Was geht hier vor? Auf welchen Haltungen beruhen solche Handlungen?

Es wird bald offensichtlich, was sich hier zeigt: Ein eklatante Vermeidung, ein systematisches Aus-dem-Weg-Gehen dessen, was für wahrhaft menschliches Existieren doch unvermeidlich ist: Verantwortung zu übernehmen für die eigenen Handlungen oder Unterlassungen.

Die ganze Geschichte der Neuzeit als Vorläuferin der Moderne und dessen, worin wir uns gerade befinden, scheint sich in der Konsequenz unserer Tage unter einer Leitmaxime zusammen fassen zu lassen. Diese lautet in etwa: „Handle stets so, dass sich ein ( vermeintlicher ) Vorteil aus Deiner Handlung für Dich ergibt und vermiede alles, was Dich an die möglichen oder erahnten tatsächlichen Folgen Deines Handelns oder Unterlassens erinnern könnte." Ein kantiger Imperativ – mit verheerenden Auswirkungen.

Folgen einzelne Individuen dieser Spur ist das für sie selber in. der Regel bedauerlich; sind diese „Neurotiker des Geistes" dann in herrschender Stellung ist es für die davon Betroffenen fatal. Handelt hiernach ein ganzes Zeitalter, ereignet sich, was gerade geschieht: Eine Katastrophe. Global.
Wie kommt so etwas zustande? Wie hat es sich entwickeln können, dass so eine „seelische Fehlhaltung" zum öffentlich-unrechtlichen Allgemeingut wurde?

Es würde zu kurz greifen, zöge man nur die Geschichte des deutschen Scheiterns der Zwangskollektivierung 1933- 1989 hier zurate. Es stimmt zwar, dass die dort verordnete absolute Priorität des „Gemeinwohls" – so wie es die Machthaber es verstanden wissen wollten – zu einer heftigen Reaktion nach Abschaffung der Tyrannei geführt haben. Die 5 Reichsmark Scheidemünze des 3ten Reiches zierte nicht nur Hakenkreuz und Hindenburgkopf, sondern am Rande stand der Satz zu lesen: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz".

Das derzeitige Geldgebaren ist wohl eher so zu umschreiben: Aus maximalem Eigennutz entsteht Gemeinwohl irgendwie von alleine. Was es dazu braucht, um so einer „Logik" folgen zu können ist eine unheilvolle Vermengung von wissenschaftlicher Theorien, geschichtlichem Vergessen, diskursbestimmender Pressebeherrschung, indoktrinierender Lobbyarbeit, und vor allem jede Menge individueller Bereitschaft sein Leben mit einem Höchstmaß an Unbewusstheit „zu führen". Man müsste eher sagen: Führen zu lassen. Vom Sich-Führen-lassen dieser Art ist es nicht weit bis zum Verführt werden.

Die Frage ist: Wer verführt hier wen?

Dazu müssen wir näher an das Epizentrum dieses „Bewusstseinsbebens" heran kommen. Vielleicht müssen wir uns von einer Vorstellung verabschieden, ohne die modernes Menschenbewusstsein scheinbar gar nicht auszukommen vermag: Es gibt Schuldige, das sind die anderen und hinter fast allem steckt eine verborgene Absicht von Unterdrückung und Beherrschung.

Die Sache liegt wohl tiefer, als wir bislang bereit waren anzuerkennen. Und das wohl aus – nicht gutem, aber – nachvollziehbarem Grunde.

Die Neuzeit hat dem Menschen glauben machen wollen, er könne sein Existenz selbstbestimmt, selbstherrlich und von daher willkürlich führen. Dazu müsse er „den Mut haben sich seines eigenen Verstandes zu bedienen". Was anfangs nicht verraten wurde: Dafür braucht einige Generationen später der Einzelne Experten, die ihm erklären müssen, wie die Systeme, die sein Verstand sich ausgedacht hat und von dessen funktionieren er mittlerweile fast total abhängig geworden ist, denn überhaupt noch funktionieren.
Der derzeitige Medienstar der Genforscherszene beispielweise, Craig Vester, hat angemerkt dass „ die Bevölkerung es sich deshalb auch nicht mehr leisten (kann), die Wissenschaften nicht zu verstehen: Wenn du kein wissenschaftliches Verständnis hast, während unsere Zukunft gleichzeitig komplett auf wissenschaftlichen Erfolgen aufbaut, dann überlässt du anderen die Gestaltung deiner eigenen individuellen Zukunft. Das sind beängstigende Aussichten."

Wenn das schon ein „ausgewiesener Experte" von sich gibt – was heißt das aber für die Verlässlichkeit von Expertentum überhaupt? Galten Experten zwar lange schon als ein wenig seltsam, mitunter auch als krude Fachidioten, so hat man ihnen dennoch nicht abgesprochen „etwas zu verstehen", was letztlich von Belang oder sogar von existentieller Bedeutung ist. Was sich aber jetzt zeigt ist, dass die Experten von dem, was wir meinten, dass sie es verstünden ( und beherrschen!) selber keine Ahnung mehr zu haben scheinen.

Das ist allerdings eine beängstigende Vorstellung, mehr - eine erschütternde Tatsache. Die „Finanzkrise" ist nur Symptom. Sie steht, als wirksam gewordener Ausdruck für unsrem Umgang mit dem „Lebensmittel Geld" stellvertretend für eine tiefwurzelnde Fehlhaltung, eine grundlegendes Missverstehen unsrer Existenz als Mensch.

Da tut sich der wahre Abgrund auf.

Wenn davon gesprochen wird, dass weltweit „das Vertrauen" der Marktteilnehmer ineinander verloren gegangen sei, ist das doch also nicht nur ein Manko, ein Problem, dass es schnell zu lösen gelte. Es ist – fast möchte man sagen – eine erste Reaktion der Reste des gesunden Menschenverstandes. Eine Art „Vollbremsung" vor dem Abgrund, in den die massenweise Abgabe der Verantwortung für die eigenen Handlungen an die Kaste der Experten, die mit „hohepriesterlichem" Nimbus die Prozession der Wissenschaftsgläubigen zielsicher an den Rand desselben geführt haben. Offensichtich ohne wirklich zu wissen, was sie da tun! Und ohne „Unrechtsbewusstsein". „Wer plant, wer forscht, wer treibt voran und wer will? Das wissen nicht einmal die Forscher. Frag einen Forscher und die Dürftigkeit einer Antwort wird an die eines Feldmarschalls grenzen, der Millionen Tode befiehlt und niemals über den Tod nachdachte". So urteile der 1975 verstorbene Philologe und Byzantinist Erhart Kästner über die Unsäglichkeit des modernen Wissenschaftsbetriebes. Dieser Spezies verdanken wir die verantwortungslosen Weltwirtschaftsmodelle, die dann diese „Subspezies" der Finanzexperten erst hervorbrachte, denen heute vor Ratlosigkeit bei Maischberger auf dem Sofa nichts Vernünftiges mehr einfällt. Es wird Zeit aus dem Tiefschlaf der Aufklärung aufzuwachen. Halten wir den Film an. Schluss mit „Eyes wide shut…."!

Der Mensch wird nur Mensch in der Entscheidung. Er kommt nicht umhin alle seine Handlungen und Unterlassungen als Frucht immer wieder zu treffender, zu erringender Entscheidungen zu begreifen. Entscheidungen sind, wie das Wort sagt, die Beendigung einer Scheidung. Etwas Geschiedenes wird Entschieden. Dadurch entsteht ein Weg, der Richtung gibt und zu dem man stehen kann, wodurch allein Verantwortung entsteht. Warum wird den Managern, bei aller Übertreibung, denn zurecht verantwortungsloses Handeln vorgeworfen? Ein Vorwurf, der seltsam verhallt? Weil diese, stellvertretend für alle „Marktteilnehmer", vom Kleinanleger bis zum Politiker im Verwaltungsrat der Landesbank, ihre eigenen Handlungen letztlich nicht als eigene Handlungen erleben!

Ein unheimliches Phänomen wird hier sichtbar. Angedeutet und vorbereitet hat sich diese verhängnisreiche Entwicklung schon lange.

Es ist bei der Suche nach hilfreichen Gegenwartsanalysen m.E. immer von größtem Aufschluss (und auch bestürzender Bewahrheitung), in den Archiven einige Jahrzehnte zurück zu blättern. Was dort mitunter über die damals anbrechende Zukunft ausgesagt wurde, ist heute oftmals zu deutende Gegenwart.

So auch die Aussagen, die der Theologe Romano Guardini um 1950 in seinem Werk „ Die Macht" über das Wesen der anbrechenden Zeit systematisch organisierter Verantwortungslosigkeit auszusagen hatte.
„Es gibt keine nicht-verantwortete Macht.(..) Deren Wirkung ist immer Tat – oder wenigstens Zulassung – und steht als solche in der Verantwortung einer menschlichen Instanz, einer Person. Das ist auch dann so, wenn der Mensch, der sie ausübt, diese Verantwortung nicht will. (..) Sobald auf die Frage: wer hat das getan? weder ein „Ich" noch ein" Wir"; weder eine Person noch eine Personengemeinschaft mehr antwortet, scheint Machtausübung zur Naturwirkung zu werden."

Er führt weiter aus, dass Macht immer dann zur Gefahr werde, wenn hinter ihr überhaupt kein ansprechbarer Wille mehr stehe, sondern nur einen anonyme Organisation, in welcher „ jeder durch benachbarte Instanzen geleitet, überwacht und dadurch – scheinbar- der Verantwortung enthoben" sei.

Diese dann nicht mehr vom Bewusstsein einer Person getragene Handlung lasse dann im Handelnden einen eigentümlichen leeren Raum entstehen. Da er sich nur als ein „Element in einem Zusammenhang" erlebe, scheine er selber als „Subjekt der Handlung" auszufallen.

Was aber als Folge dann geschieht, weist in aller Dramatik auf die eigentliche Dimension dieses Missverstehens menschlichen Existierens hin. Es zeigt unweigerlich das, wovor das moderne Bewusstsein immer noch beharrlich die Augen verschließt, obwohl seine Wirkungen sich allenthalben explosionsartig ausbreiten: Diese Leere, die dort entstehe, wo die Person übersehen, verleugnet und vergewaltigt werde, bleibe nun nicht. Was sich in diese hineinzwänge, ergieße, sei nichts anderes als das Böse – als Theologe wird er deutlicher: Der Böse.

Es gehört zu den fürchterlichsten Folgen neuzeitlicher Irrtümer über die Wirklichkeit, dass sie, wie Kästner es formulierte, das Böse nicht kenne. „Soviel Hilfe hatte es nie."

Wer einigermaßen seine eigenen Seelenabgründe erkundet hat, weiß wovon hier die Rede ist. Und er sieht schmerzerfüllt, dass, solange hier nicht mutiger gedacht, gesprochen und beschrieben wird, alle wirtschaftlichen „Rettungsmaßnahmen" oberflächlicher Art so viel Nutzen wie Löcher ins Wasser zu graben. Es wird die letzten Kräfte sinnlos verbrauchen.

Sie hätten in einen „bodenlosen Abgrund" geschaut, bekannte ein Wall Street Banker in den frühen Oktobertagen. Peer Steinbrück und Angela Merkel seien „erbleicht", als Ihnen geschildert, welches unbeherrschbare Chaos unmittelbar bevorstehe, wenn die HRE Bank nicht gerettet werde. Hier waren wir nahe dran am wirklichen Geschehen. Was noch fehlte? Der Mut wirklich zu sehen, was man sieht.

Nun versuchen alle wieder die Experten ihren „Job" machen zu lassen, nachdem sich die Lust an Managerschelte erschöpft hat. Wir versuchen noch einmal den Bannzauber der Wissenschaft über das Desaster zu werfen, um ohne radikaler Infragestellung unserer inneren Daseinshaltung doch noch irgendwie durchzukommen.

Das wird nicht gut gehen.

Und am Ende wird uns dabei kein Experte mehr zu Seite stehen. Die notwendende Hilfe kommt auch nicht „von oben". Sie wartet innen. In jedem Einzelnen. Und hier ist jeder Experte - wenn er sich nur traut.

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Duckhome: Run on Africa - Mal wieder eine Jagd nach Rohstoffen ...
12/13/2008 01:00 PM
Nachdem ich den Streifen hier unten entdeckte, war ich von der demagogischen Aussagekraft und Intensivität der Stimme etwas geplättet. Denn hier werden Sinnlosigkeit und die nackte Grausamkeit des Krieges mit aller Kraft beschrieben. Die Hörspielaufnahme im Filmbeitrag scheint hier aus Ernst von Salomons Feder zu stammen; was wiederum paradox erscheinen mag.


Ernst von Salomon, geboren am 25.09.1902, im damals preußischen Kiel, war Anhänger der rechtsextremen Organisation Consul und Mitglied im paramilitärischem Freikorps. Er wurde angeklagt wegen Mittäterschaft an der Ermordung des Außenministers Walter Rathenau. (Auch Rathenau war ein Kriegstreiber im Namen der Großindustriellen, und gerade in der Geschichte Belgiens, während Weltkrieg 1 hatte er nichts Gutes im Sinn). Salomon trat am 1. November 1938 der NSDAP bei (Mitglieds-Nr. 6.738.231) war aber gleichzeitig mit einer Jüdin liiert, die er rettete, indem er sie als seine Gattin ausgab. Gespaltener kann eine Persönlichkeit wohl kaum sein.

Nun zum aktuellen Säbelrasseln. Die Bundesrepublik will sich - neben den Deutschen-Bundesgrenzen-Verteidigungs-Auftritt in Afghanistan - zusammen mit den Raubrittern der übrigen „Aufbauhelfer-Armeen", und dies natürlich unter Kommando der Amerikanern - erneut am Somalia-Abenteuer „beteiligen". Manche Groß-Deutschland-Spinnern werden sich hier vielleicht siegesseufzend ein traditionsgemäßes „wir werden wieder die teutonische Horizontal-Trikolore in den sandigen und ausgemergelten afrikanischen Boden rammen" herbei wünschen. Auch 1992 bis 1995 war die Bundeswehr mit ca. 1700 Soldaten an der UN-„Intervention" beteiligt, aber ein Ghana-Hochgefühl wird es dann wohl nicht direkt sein (1683 wurde am Kap der drei Spitzen der brandenburgische rote Adler im heutigen Ghana gehisst.) Immerhin ist man fast wieder in Carl Peters Ost-Afrika angelangt.

Angela, unsere Herdenführerin, hat bereits am Mittwoch für die Freigabe von 1400 Stück Kanonenfutter, für das mediengerechte Piratenjagd-Spektakel, die Fingerchen hochgerissen, und manche Kriegsgaleeren der Bundesmarine werden bereits, unter Schutz der UN-Resolutionen, gen afrikanisches Horn gepaddelt. Die Junge Welt-Autoren bemerken hier: „Die USA streben einen Beschluss des UN-Sicherheitsrats an, der zum Zweck der Piratenbekämpfung Militäroperationen auch auf dem somalischen Festland und im darüber liegenden Luftraum erlauben soll. Nach Resolution 1816 vom 2. Juni, die am 2. Dezember durch Resolution 1846 um ein Jahr verlängert wurde, sind bereits Aktionen in den Territorialgewässern Somalias zulässig"... kaum ein Staat wird dieser Resolution einen Stein in den Weg legen, da alle am auf afrikanischem Boden verteilten Plünder-Raubzug beteiligten Nationen Interessen haben, die geschundene afrikanische Kontinental-Haxe weiter abzunagen.

Hier geht es wohl weniger um einen humanitären Einsatz, geschweige, dass den Nato-EU-US Armeen wirklich daran gelegen ist, „Piraten" vor Ort „präventiv" zu jagen. Es sollte klar sein, dass eher der Iran von seinem Öllieferanten in der ehemaligen italienischen Kolonie Eritrea abgeschnitten werden soll, um somit die Schlinge um den Gottesstaat weiter zu zuziehen. Der Druck auf Ahmadinedschad wächst weiter, und es ist eine Frage der Zeit, bis auch die Agenda für den Iran-Krieg grünes Licht bekommen wird.

Belgien wird natürlich auch mit von der Partie an der afrikanischen Tafel sein, denn nebst Somalia und Simbabwe wurde auch mal wieder der Kongo auf die EU-Speisekarte gesetzt – sorry - als „Rettungsaktionsplan". Die Vereinten Nationen haben Belgien um die Entsendung von Militärtruppen nach Ostkongo gebeten. Generalsekretär Ban Ki-Moon selbst hatte gebeten, Truppen zur Verfügung zu stellen. Die EU-Außenminister sind sich jedoch noch uneins über einen möglichen Militäreinsatz zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Ostkongo. Einen militärischen Einsatz wird es vorerst nicht geben.



Auf einen nicht gerade waffenlosen Einsatz hatte vor allem die ehemalige Kolonialmacht Belgien gedrungen. "Mit schweren Waffen sollten 2500 bis 3000 Soldaten ausreichen", sagte Belgiens Außenminister Karel De Gucht. Und weiter: „Wenn Belgien einen Beitrag zu einem eventuellen europäischen Truppeneinsatz leistet, soll es um einen bewaffneten humanitären Auftrag gehen. Humanitär vom Charakter, aber den Umständen im Kriegsgebiet angepasst".

Dies dürfte allerdings einige Probleme mit sich bringen, denn eine belgischer Fahne im Kongo zu schwenken, wäre nicht besonders klug. Man darf nicht vergessen, dass dieses Land, neben Burundi und Ruanda mal belgische Kolonien waren und während dieser Zeit an die 9 Millionen Schwarz-Afrikaner verheizt wurden. Verteidigungsminister Pieter De Crem flog nun am Dienstag schon mal zu einem „Arbeitsbesuch" ins Nachbarland Burundi, um heraus zu finden, ob eine Zusammenarbeit zwischen der burundischen und belgischen Armee möglich ist. Was dies auch immer heißen mag, und hier wohl nicht eher ein Brückenkopf aufgebaut werden soll, dies wird sich zeigen.

Die Nato-Verbündeten sollen wirklich acht geben, dass sie sich in ihrer Gier nach Öl und ihrem devoten Pro-Neoliberalen-Verhalten in Afrika und sonstigen muslimischen Ländern - nicht die Finger verbrennen, denn... „bella stulta sunt"... die meisten Regierungschefs sind es auch. Letztendlich sind die meisten Opfer immer wieder unter den Zivilisten zu verbuchen!



Hierzu kommen mir diese Gedanken:

Krieg. Alle wollen sie den Krieg. Denn sie sind Könige, Herrscher der feigen Gedanken. Sie wollen an den Krieg glauben. Sie glauben zu wollen. Sie glaubten glauben zu wollen, den Krieg zu wollen, weil diese Glücksritter sich gegenseitig dafür bewundern, den Krieg zu wollen. Und unter abgeschaltetem Geist wollen manche schreien: „Es ist töricht, die Sonne von der Erde zu trennen. Den Krieg zu wollen". So flüstert das Gewissen, Hure der Gedanken, es uns in aller Seelenruhe immer wieder zu: „Nimmt ihn wieder mit, wenn er zum letzten mal röchelt, er zum letzten Male die feuchte Erde an den Gliedern spürt. Gedenkt dem/des Gedanken(s), wenn er das allerletzte mal in den Himmel blickt. Denkt den Glauben am Gedanken; Denkt daran, wenn ihr ihm die Augen schließt, im Sterben, im Krieg... „Denkt" ...


Rechtschreibefehler bitte ich zu entschuldigen, da deutsch nicht meine Muttersprache ist.





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Duckhome: Köhler möchte die Demokratie schnell abschaffen
12/13/2008 01:00 PM


Horst Köhler, der aktuelle Darsteller des Bundespräsidenten, hat sich dafür eingesetzt, dass Stimmenthaltungen im Bundesrat nicht mehr als "Nein" gewertet werden. Das ist formalistisch betrachtet eine legitime Forderung, die aber wie alles, was Horst Köhler tut, den Menschen in Deutschland massiv schaden und vor allem jede Art von Freiheit beseitigen soll.

Die Wertung der Enthaltung im Bundesrat als "Nein" soll es Koalitionsregierungen in den Ländern ermöglichen, sowohl dem Frieden in der Koalition als auch dem Frieden in der Partei gerecht zu werden, wenn die Koalitionspartner unterschiedliche Ansichten zu einer Sache haben. Deshalb sehen praktisch alle Koalitionsvereinbarungen auf Länderebene vor, dass im Zweifelsfall mit Enthaltung gestimmt wird.

Genau wie Schäuble, der von sich selbst ja immer wieder behauptet, nicht total durchgeknallt zu sein, der aber jedes Gerichtsurteil gegen seine Gesetze in vielfältigster Art und Weise zu unterlaufen versucht, kann Köhler nicht mehr damit leben, dass noch nicht alles gleichgeschaltet ist. Obwohl ja im wesentlichen die Neoliberalen und das Großkapital das Leben in Deutschland in ihrem festen Würgegriff haben, reicht das Köhler noch nicht.

Er sieht zu recht die große Gefahr, dass das deutsche Volk noch rechtzeitig genug wach wird, bevor die Schäuble-Diktatur endgültig errichtet ist. Auch wenn die Systempresse alles tut, um den Anschein von Ruhe im Volk zu erwecken, ist es doch unüberhörbar, dass es im Volk erheblich grummelt. Die Wut kocht langsam, aber sie kocht. Wie beim Kochen von Wasser gibt es eine Zeit, in der nur einzelne Dampfbläschen nach oben steigen, und man meint es würde noch ewig dauern, bis es sprudelnd kocht. Aber man irrt sich. Im Gegensatz zur gesamten Kochzeit, ist diese Zeit recht kurz.

Natürlich wird mit allen Mitteln versucht, so zu tun, als ob es Entlastung für die Menschen gäbe, während gleichzeitig alle Schrauben weiter angezogen werden. Das macht aus Deutschland eine Art Druckkochtopf in dem sich der Druck ständig erhöht, was den Kochprozess noch beschleunigt. Gemäß dem Ansatz der 20:80-Gesellschaft werden bald 80 Prozent der Menschen in Köhlers Gesellschaft nicht mehr gebraucht.

Diesen 80 Prozent ihre Rechte komplett zu nehmen, ist das Ziel der Gesetzgebungen, die immer schon mit dem Namen Köhler in Verbindung standen. Wenn man sich seine berufliche Lebensgeschichte anschaut, dann wird schnell klar, dass Köhler ein Produkt des Systems ist, wie es typischer nicht sein könnte.

Er hat nie in der wirklichen Welt gearbeitet und daher keine Vorstellung von dem, wie es realen Menschen in diesem Land geht. Vom Studium direkt in das Berufsbeamtentum, dann in die Partei, die ihn weiterbeförderte, und danach stets als williger Handlanger des Großkapitals und der neoliberalen Idee.

Laut Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegels, war Köhler in seiner Eigenschaft als Staatssekretär hauptverantwortlich für die Gestaltung der Währungsunion, die, nach Aussage des Bundesrechnungshofes, die ostdeutschen Betriebe und Banken zugunsten der westdeutschen Unternehmen und Finanzinstitute übervorteilte und den bundesdeutschen Haushalt mit einem zusätzlichen Schuldenaufkommen von 200 Milliarden Euro belastete


Durch seine Tätigkeit als Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat er es dann geschafft, die notwendigen Veränderungen in der Welt durchzusetzen, die zu der heute als Finanzkrise bezeichneten Hypothekenblase und uns letztlich in die Weltwirtschaftskrise führten.

Horst Köhler hat also gute Gründe, die Demokratie abzuschaffen. Denn wenn die Wut der Bürger überkocht, braucht er die Mittel der Diktatur, um sich selber zu schützen. Eine freie Staatsanwaltschaft würde sich seiner Entscheidungen und seines Verhaltens annehmen, und eine freie Richterschaft würde ein Urteil fällen. Es ist also die pure Angst, die ihn treibt. Das ändert natürlich nichts daran, dass er zur Verantwortung gezogen werden muss.

Dagegen helfen könnten ihm nur härtere Gesetze, und die bekommt er nur dann schnell genug, wenn er die Demokratie, mit der er ja wirklich nicht viel zu tun hat, endgültig abschafft. Allerdings bedenken Köhler, Schäuble und die Merkel eines nicht. Man kann nicht wirklich 80 Prozent der Bevölkerung ausgrenzen. Das ist einfach zu viel.

Da reicht es auch nicht, eine kampfstarke und in allerlei Auslandseinsätzen auf Gewissenlosigkeit trainierte Bundeswehr im Inneren zum Einsatz zu bringen. Denn diese Soldaten entstammen genau den 80 Prozent, die sie unterdrücken sollen. Das macht es schwer. Die herrschenden fünf Prozent und die geduldeten 15 Prozent der Bevölkerung müssten sich praktisch in Trutzburgen zurückziehen, um überleben zu können.

Sie müssten sich selbst einsperren und würden trotzdem wahrscheinlich nach kurzer Zeit überrannt und vernichtet. Köhler ist intelligent genug, das zu sehen, und fordert deshalb ja auch Geld für die Automobilindustrie und andere Branchen. Damit hofft er noch Druck aus dem Kessel zu bekommen, aber die Deutschen haben begriffen, dass sie noch einmal zusätzlich verladen werden.

Knapp 80 Prozent der Deutschen glauben, dass sich die Krise noch weiter verschlimmern wird, aber nur die wenigsten wissen, wie hart es wirklich werden wird. Viele haben gedanklich noch die Wirtschaftsschwäche der siebziger Jahre im Kopf und können sich die Große Depression gar nicht vorstellen. Tatsächlich wird es noch schlimmer werden als in der Großen Depression, und dass der Ausweg ein Weltkrieg mit unvorstellbaren Zerstörungen sein wird, dürfte auch schon feststehen.

Die Milliarden, die jetzt noch einmal an das Großkapital ausgeschüttet werden, dürften denen gut zupass kommen. Arbeitsplätze werden dadurch nicht gerettet. Man stärkt nur die eigene Kriegskasse, um sich schwächere Gegner einzuverleiben. Köhler sollte sich also nicht darauf verlassen, dass er das Volk aufhalten kann. Vielleicht wäre es klug, in seiner Neujahrsrede einmal auf seine eigene Schuld einzugehen und danach sein Amt niederzulegen. Er ist als Bundespräsident genau so untragbar, wie er es bei seiner Wahl war. Nun ist es an der Zeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu gehen.


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Oeffinger Freidenker: Der Wolf!
12/13/2008 12:59 PM
Kennt ihr das Märchen von dem Hirten, der zum Spaß ruft, dass der Wolf käme? Und als er dann wirklich kommt, glaubt ihm niemand mehr? Das gleiche Schicksal wird die Anti-Terror-Politik erleiden.
Al-Qaida soll angeblich Kontakt zu den somalischen Piraten aufgenommen haben, da gebe es "klare Hinweise". Schon klar. Heute die somalische Küste, morgen die ganze Welt. Was Al-Qaida nicht immer angeblich alles tut...Ständig hört man, dass Al-Qaida Kontakt zu der aktuellen Begrüdung für weitere Grundrechtseingriffe hat. Danach hört man nie wieder etwas davon. Al-Qaida bleibt ein Gespenst, nicht greifbar. Eine bloße Beschwörungsformel, die immer wieder aus dem Schrank gepackt wird, wenn man sie gerade brauchen kann.
Dazu passt, dass die USA künftig somalische Piraten auch auf dem Festland jagen wollen. Irgendwie scheint der Schock von Magadishu 1993 bereits wieder vollkommen vergessen zu sein. Die Aktionen stehen in keinem Verhältnis zu den Gefahren, die dort unten lauern, und mit militärischen Aktionen wird dem auch nicht beizukommen sein. Die meisten Piraten sind zu ihrem Gewerbe gekommen, weil die Fischerei dank der Großkonzerne nichts mehr abwarf, und nicht, weil es so viel Spaß macht.

NACHTRAG: Auch Feynsinn äußert sich am Rande zum Thema.
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Nicht-Abzocken.eu: Deutsche Inkassostelle - DIS, Heiße Luft aus Eschborn
12/13/2008 12:57 PM

Udo Polzin, Geschäftsführer der Deutschen Inkassostelle und der Zentralen Inkassostelle in Mainz, dort ist er auch Gesellschafter, versucht Einzelurteile als herrschende Rechtsmeinung zu verkaufen.

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Mordor & Company: Washingtons PLO-Soldaten
12/13/2008 12:36 PM

junge Welt, Samstag, 13. Dezember 2008

Wie die Idee der Spaltung des palästinensischen Widerstandes von den USA forciert wird

von Jürgen Cain Külbel

Der US-Sicherheitskoordinator für Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete, Ex-Generalmajor Keith Dayton managt die Ausbildung der „nationalen Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde für die Westbank". Am gestrigen Freitag lobte er in einem Interview in der israelischen Jerusalem Post seine Rekruten überschwänglich als „die fähigsten palästinensischen Sicherheitskräfte, die jemals hier ins Feld geschickt wurden".

….

Die Idee einer militärischen Spaltung und damit Schwächung des palästinensischen Widerstandes innerhalb der PLO ist nicht neu. Ariel Sharon, israelischer Verteidigungsminister in den 80er Jahren, pickte sich schon um 1982 den in der Westbank ansässigen jordanischen Expolitiker Mustafa Dudin heraus: Der installierte in der Westbank die so genannte „Dorf-Liga". Als Anti-PLO konzipiert, mit Waffen und Geld von Sharon bestückt, sollte eine Alternative zur PLO Yassir Arafats aufgebaut werden. Das Unterfangen schlug fehl, obwohl Dudin anlässlich seines Besuches in Washington sogar von Senator Lee Hamilton, damals Geheimdienstkoordinator und CIA-Berater, Unterstützung zugesagt wurde… [mehr]

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Radio Utopie: Berliner Chunta droht mit Mumbai-Attentaten auch in Deutschland, will schon wieder Grundgesetz kippen
12/13/2008 12:08 PM

BundesregierungbeiAmtsantritt2005mitKoehlerBundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat in Indien gestern die Behauptung aufgestellt, dass sich Mitglieder der sogenannten "Lashkar-e-Taiba" (LeT) in Deutschland aufhalten. Diese Gruppe soll mutmasslich die Mumbai-Attentate verübt haben.


Desweiteren behauptete Schäuble einen Zusammenhang mit der sogenannten "Islamischen Dschihad Union", auch Sauerland-Gruppe genannt, welche mit von der CIA gelieferten militärischen Sprengzündern in Deutschland angeblich Attentate verüben wollte obwohl sie monatelang mit eigenem Wissen auch durch deutsche "Sicherheitsorgane" beobachtet und durch das BKA abgehört worden waren.


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Lumperladen: Ihre Daten sind sicher
12/13/2008 11:59 AM

Ganz sicher!

Hier ist eigentlich jeder Kommentar überflüssig. Weil die Daten sind sicher, insbesondere die Vorratsdaten, die gespeichert werden, damit passiert natürlich so etwas nicht!

Und die Vorratsdaternspeicherung ist unverzichtbar begründet Herr Schäuble:

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RA Markus Kompa: Lobbyismus der Finanzindustrie
12/13/2008 11:56 AM

Warum werden Organisationen wie Finanzstrukturvertriebe, die der Arbeitskultur dieses Landes Hohn sprechen, vom Gesetzgeber eigentlich noch geduldet?

Nun ja, der Gesetzgeber hat da so einige gemeinsame Freunde mit den Strukkibuden. Diese Woche thematisierten diese Verflechtungen

Letzteres ist mir ein bisschen perinlich, denn als gelegentlicher Autor bei Telepolis hatte man eigentlich mich vor etlichen Wochen um Beitrag über die Finanzvertriebe gebeten. Aber leider war das aus Zeitgründen bisher nicht möglich. Noch nicht … ;-)

Zuvor hatten im November bereits die Nachdenkseiten Rürups Interessenkonflikte thematisiert:

Rürup beim AWD: Maschmeyers "Edel-Strucki"
Um seine Nähe zur Versicherungswirtschaft hat sich Rürup nie wirklich geschert, auf ihren Honorarlisten steht er seit Jahren. Allein im Jahr 2005 hat der Experte mehr als ein Dutzend mal auf MLP-Kundenveranstaltungen über das Alterseinkünftegesetz referiert - und habe dabei jeweils "eine fünfstellige" Summe als Honorar einkassiert, wie Insider berichten. Als Rürup dann seinen späteren Duzfreund Carsten Maschmeyer kennenlernt, streicht er auch beim Konkurrenten gutes Geld ein.

Er tingelt auf Vortragstour gemeinsam mit Walter Riester und "Maschi" durch die Lande, parliert mit den VIPs dieser Republik auf AWD-Großveranstaltungen, lässt sich mit Maschmeyer und anderen in mehrseitigen Anzeigenkampagnen abbilden. Dass Rürup jetzt dauerhaft auf der Gehaltsliste des AWD steht, verwundert einige Beobachter daher nicht.
Quelle: Manager Magazin

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Perspektive2010.org: Zitat des Tages
12/13/2008 11:50 AM

Eine Gesellschaft, die so reich ist, wie die deutsche, muss es sich einfach leisten, sich um die Ärmsten zu kümmern - alles andere ist beschämend.

Jenny De la Torre

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Der Demokrat: Herr Datenklau hat wieder zugeschlagen
12/13/2008 11:07 AM

Derzeit geschehen wirklich sehr merkwürdige Dinge in diesem Land. Schon wieder wurde einer Zeitung ein nicht unerheblicher Datenpool von Bankkunden zugespielt. Diesmal traf es die Landesbank Berlin und ihr Kreditkartensegment und Empfänger der fröhlichen Botschaft war die Frankfurter Rundschau .

Diesmal wurden der Zeitung nicht nur die Daten-CDs sondern die entsprechenden Microfilme mit sensibelsten Daten der Kreditkartenkunden, einschließlich der Konten-Kennwörter bzw. Karten-PINs sowie vollständige Kreditkartenabrechnungen mitgeliefert.

Das geht nun schon seit Jahresbeginn so. Damals traf es den Bilderberger und ehemaligen Post-Chef Zumwinkel, der aufgrund eines Datenklaus in Liechtenstein in die Steuerfalle tappte.
Dann vor Wochen die Hiobsbotschaft, dass rund 25 Millionen Bankdaten von Kunden auf CD's in Umlauf sind - nach Meinung unserer Staatsgilde verursacht von Callcentern.
Jetzt wieder das gleiche Spiel.

Alles in allem sollten die Vorgänge zu denken geben. Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier jemand, neben der eh schon prikären Bankenkrise Panik unter den Kunden der Banken verbreiten möchte und gezielt den Unwillen der BürgerInnen schürt.
Bizarr ist auch, dass diese Daten stets irgendwelchen Medien zugespielt werden, denn wenn sich jemand diese mit soviel krimineller Energie beschafft, will er sie auch verwenden und spielt sie nicht Zeitungen zu. Hier stinkt etwas ganz gewaltig.
Im jetzigen Falle können es nicht einmal Callcenter gewesen sein. wie sollten diese an die Sicherungsmicrofilme der LBB kommen? Hier waren wohl eher Insider unterwegs - zu welchem Zweck auch immer.

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scusi!: Für Bush, Cheney, Rumsfeld und Blair wäreTodesstrafe durch Erhängen angemessen
12/13/2008 10:24 AM
rhbl

Seit die Tage des Alkoholkranken Bush im Amt gezählt sind, erscheinen immer mehr Berichte der „heldenmütigen" West-Journaille über die Missetaten des noch amtierenden US-Präsidenten und seiner Spießgesellen. Jetzt besteht ja keine Gefahr mehr, dass einem die Sphirren des US-Diktators oder seiner Helfershelfer noch ernsthaft zusetzen können.

So meldete am 12.12.08 die NZZ unter Berufung auf Reuters heldenhaft folgendes:

„Der frühere Pentagonchef Donald Rumsfeld trägt eine direkte Mitschuld an den Folterskandalen in amerikanischen Militärgefängnissen im Irak und Afghanistan. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des US-Senats. Rumsfeld habe durch die von ihm angeordneten Verhörmethoden zum Missbrauch von Gefangenen etwa in Abu Ghraib im Irak oder in Guantanamo auf Kuba beigetragen, heisst es in der vom Streitkräfteausschuss des Senats veröffentlichten Zusammenfassung des Berichts. Rumsfelds Handlungen seien eine «direkte Ursache für Gefangenenmissbrauch» im Lager Guantanamo gewesen und hätten «zum Gebrauch missbräuchlicher Techniken in Afghanistan und Irak beigetragen». Auch andere Mitglieder der scheidenden US-Regierung seien für die Menschenrechtsverletzungen mitverantwortlich "

Die Nachricht kommt für viele Folteropfer ein wenig zu spät. Tausende dürften seit der Aufdeckung der Zustände in Abu Ghraib noch ins Gras gebissen haben. Obwohl die Verantwortlichen, Bush, Cheney, Rumsfeld und Blair doch weltweit bekannt waren, samt ladungsfähiger Anschrift. Nicht nur ein paar Pazifisten, darunter ein bekannter englischer Nobelpreisträger, auch Scusi hat seit Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass beim amerikanischen „Krieg gegen den Terror" der Fisch vom Kopf her stinkt. Dass es höchste Zeit wäre, die Kriegsverbrecher Bush, Cheney, Blair und Rumsfeld vor ein Kriegsgericht oder zumindest vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu stellen.

Zuletzt hat Scusi zum fünften Jahrestag des Kriegsbeginns gegen den Irak zur Aburteilung der Verbrecher aufgerufen (15. März 2008: Fünf Jahre Bushkrieg und die Folgen):

„Beschämend ist für das Pentagon auch die Tatsache, dass nicht wie etwa bei Iraqbodycount halboffiziell "zugegeben" maximal ca. fünfundsiebzigzigtausend Iraker im Krieg umkamen, sondern nach einer Studie von ORB (medialens) ca. 1,2 Millionen irakische Kriegstote zu beklagen sind. Ganz überwiegend Zivilisten, Frauen, Kinder und ältere Männer wurden in diesem sinnlosen Rachegemetzel der US-Army auf Befehl von George W. Bush, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und Tony Blair mit völlig überdimensionierten Sprengbomben in den irakischen Städten eingeäschert, von ungenau gezielten, irgendwo in Bagdad explodierenden US-Marschflugkörpern zerrissen oder sie erstickten unter dem Schutt ihrer bombardierten Häuser. Eine unbekannte Zahl von jüngeren Muslimen, vielleicht Hunderte, wurde in Abu Graib und anderen Geheimgefängnissen zu Tode gefoltert. Ganze Familien wurden auf den Straßen irakischer Städte vom überfallartigen "Sperrfeuer" angloamerikanischer Maschinengewehrgarben zerfetzt oder sonstwie umgebracht. Junge Irakerinnen wurden von den verwahrlosten, kriminellen amerikanischen Soldaten vergewaltigt, bevor sie zusammen mit ihrern Familien ermordet wurden. Zeugen vor Ort wurden oft eliminiert. Die deutschen und amerikanischen, proisraelisch gesteuerten und antimuslimisch geimpften Medien schweigen zu 99,9 Prozent zu alldem komplizenhaft. Die US-Soldateska im Irak beruft sich auf Befehle von ganz oben. Ganz oben sitzen oder saßen Rumsfeld, Cheney und Bush; in England Tony Blair.

Wann werden diese vier abscheulichsten Kriegsverbrecher endlich in Den Haag vor Gericht gestellt und abgeurteilt? Die "Chain of Command", die Kommandokette ging, wie u. a. der STERN oder THE NEW YORKER (Seymour Hersh) berichteten, in allen Fällen von der "Front" im Irak über die verschiedenen Kommandoebenen der US-Army hoch zum Verteidigungsminister Rumsfeld und weiter hinauf hinauf bis zu Cheney und Bush, in England bis zu Tony Blair. Trotzdem laufen diese "Staatsterroristen" heute noch frei herum. Ihr Vermögen ist nicht beschlagnahmt, ihre Konten sind nicht eingefroren, niemand spuckt ihnen ins Gesicht, wenn sie irgendwo in der freien westlichen Welt aus dem Flugzeug steigen, niemand verhaftet sie und steckt sie in die grüne Minna, damit sie vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gebracht werden."

Lassen wir diese Verbrecher nicht davonkommen. Nach den Gesetzen ihrer Länder haben sich die Kriegsverbrecher Bush, Cheney, Rumsfeld und Blair die Todesstrafe durch Erhängen redlich verdient.[Link] [Cache]
Wall Street: Madoff deckt offensichtlich gigantisches Schwarzgeldsystem
12/13/2008 10:08 AM

BernardL.MadoffDer Fall scheint klar: alter Mann um die 70 hat alle ehrlichen Reichen und Geldmacher an der Wall Street ca. 30 jahre lang über´s Ohr gehauen, in all der Zeit nur um 50 Mrd betrogen, dann seinen Söhnen gebeichtet und nun muss er "büssen" (also "Du, Du, Du" vom Gericht und dann dicke Rente).


Der Fall des ehemaligen Chefs der NASDAQ, Bernard L. Madoff, ist sehr viel komplexer. Er beleuchtet ein Geldsystem was keinen Betrug kennt, weil es allmächtiger Betrug ist.


 


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Principiis Obsta: Wird Hunger Raketen stoppen?
12/13/2008 08:12 AM

Blockade des Gazastreifens ist unmoralisch und wird die Qassam-Angriffe nicht beenden

AUTOR: Orly NOY

Übersetzt von Ellen Rohlfs




Die enttäuschende Haltung, die die von Olmert geführte Regierung gegenüber den Palästinensern während seiner Amtszeit eingenommen hat, erreichte an ihrem Ende ihren Höhepunkt – oder ist es eher ein Tiefpunkt? Während der Ministerpräsident weiter lächelnd Treffen mit Friedensplänen voller Wahnvorstellungen abhält, erzählt sein Außenminister dem UN-Generalsekretär, dass Israel nicht die Absicht habe, den Aushungerungsprozess von 1,5 Millionen belagerter Bewohner des Gazastreifens abzubrechen.


Wie wir wissen, stecken wir in Israel mitten in einer Wahlkampagne, und die Außenministerin ist daran interessiert, die Art ihrer Entschlossenheit zu zeigen, die viele Beobachter anzweifeln, selbst wenn es auf Kosten von Israels internationaler Position geht, das zu ihrer Verantwortung gehört. Und obwohl der UNO-Generalsekretär eine Maßregelung veröffentlichte und Jordaniens König Abdullah sehr beunruhigt war, dass er sogar dringend unsern Ministerpräsident und den Verteidigungsminister zu einem Treffen in seine Residenz einlud, blieb die israelische Regierung hartnäckig: die Belagerung des Gazastreifen wird solange nicht aufgehoben, solange noch Qassams auf Israel abgeschossen werden.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, http://www.koufogiorgos.de

Natürlich zweifelt keiner das Recht und die Pflicht der Regierung an , für die Sicherheit der Bewohner im Negev zu sorgen, doch sollten wir vermerken, dass die zwischen Israel und der Hamas herrschende Gefechtspause, die nun seit fünf Monaten andauert, im Gefolge israelischer militärischer Aktionen innerhalb Gazas verletzt wurde und denen dann prompt Qassam-Angriffe folgten. Diese Operation diente als weiterer Beweis dafür, dass Israel den Gazastreifen noch immer als ein Gebiet ansieht, das in jeder Weise unter seiner vollen Kontrolle steht und sich das Recht bewahrt, dort zu tun, was es will. Es ist eine Art Besetzung mit Fernbedienung.

Es ist erschreckend, mit welcher Gelassenheit ein israelischer Verteidigungsminister durch Äußerung einiger Worte das tägliche Leben von 1,5 Millionen Menschen beeinträchtigen kann. Die lakonische Entscheidung „ den Transport von Waren in den Streifen einzuschränken" heißt für die Menschen dort seit über einem Monat schwere Überlebensbedingungen: Auf Grund von Brennstofflieferkürzungen funktionieren die Kraftwerke kaum mehr, sodass es 6-10Stunden keinen Strom mehr gibt. Inzwischen haben viele Familien auch kein Gas mehr zum Kochen und sind gezwungen, ihre Mahlzeiten im Hof auf Holz- und Kohlefeuer zu bereiten. Die Mehlreserven gehen zu Ende und in den Bäckereien gibt es fast kein Brot mehr. Und dies alles während der Winterzeit, die keine internationalen Grenzen kennt, aber nun in die Gassen des Gazastreifens kriecht.

Leere Gesten gegenüber Abbas

Glaubt Ehud Barak wirklich, dass hungrige und vor Kälte zitternde Kinder die Lösung sind, um das Abfeuern von Qassam-Raketen in den Negev zu beenden? Und während Israel offensichtlich das Völkerrecht verletzt, das explizit kollektive Bestrafung gegenüber einer zivilen Bevölkerung ächtet, hat unsere Regierung da eine Art rote Linie gezeichnet, die der gewalttätigen Belagerung schnell ein Ende macht? Würden Photos von Leichenhaufen am Straßenrand das einzige sein, das dieser unmoralischen Haltung ein Ende setzt?

Woanders trafen sich der Präsident und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres und Prinz Charles, um diesen bei der Freilassung von Gilad Shalit dringend um Hilfe zu bitten. Peres tat gut daran, weltweit die Aufmerksamkeit auf das Shalit-Problem zu lenken. Doch wenn er in die Richtung des Gazastreifens schaut, würde es gut sein, wenn er auf die Worte der anderen Friedensnobelpreisträgein Mairead Maguire hören würde, die dazu aufrief, Israels UN-Mitgliedschaft zurück zu ziehen, da es eklatant die Resolutionen zum israelisch-palästinensischen Konflikt missachtet.

Sir Peres, der altgediente Politiker, wird sicher die Auswirkungen dieser Worte für Israels internationale Stellung begreifen. Er weiß auch sehr gut, dass die Schikanen gegenüber den Bewohnern des Streifens die Freilassung Shalits nicht um einen Tag früher bringen wird, weil der Schlüssel für seine Rückkehr in Israels Gefängnissen liegt und nicht in den Gassen des in Hungersnot geratenen Gazastreifens.

Die israelische Regierung hätte Gilas Freilassung kurz nach seiner Gefangennahme haben können – doch sie hat die Forderungen der Hamas ignoriert – die im Laufe der Zeit nur größer geworden sind. Stattdessen hat Israel als leere Geste gegenüber Mahmoud Abbas andere Gefangene frei gelassen, da es nicht in der Lage ist, den erforderlichen Mut und Redlichkeit aufzubringen, um die beiden Völker aus dem Teufelskreis des Schreckens und der Schmerzen herauszuholen.

Israel kann die wachsende internationale Kritik an sich auch weiterhin ignorieren oder - wie es dies oft tut - die Bemerkung fallen lassen, das seien Ausdrücke mit antisemitischem Hintergrund. Sollte es diesen Weg wählen, müssten die unbegründeten Behauptungen der IDF gegenüber den Medien mit harter Arbeit ergänzt werden, um die Verteidigung vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag vorzubereiten.

Quelle: Will hunger stop rockets?

Originalartikel veröffentlicht am 1.12.2008


Über den Autor


Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von
Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl die Autorin, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=6534&lg=de

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Nebenbei bemerkt ...: Jedem seine Chance!
12/13/2008 04:34 AM
Die Unterdrückung der Sklaverei durch Ausschluß auch der freiwilligen Ergebung in formal sklavenartige Beziehungen war Produkt vor allem der Verschiebung des Schwerpunktes der ökonomischen Weltherrschaft in Gebiete hinein, in welchen die Sklavenarbeit infolge der Kostspieligkeit des Lebensunterhaltes und zugleich der Entwicklung des indirekten Arbeitszwanges, wie ihn das Lohnsystem mit seiner drohenden Chance der Entlassung und Arbeitslosigkeit bietet, als eines für qualitative Arbeitsleistungen gegenüber dem direkten Zwang wirksameren Mittels, Arbeit aus den Abhängigen herauszupressen.

Max Weber. Wirtschaft und Gesellschaft. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). Tübingen 1985 (1.Aufl.: 1922). S 415.


Mit Dank an Roberto J. De Lapuente, dessen jüngster Artikel mir dieses Textstück ins Gedächtnis rief.

;-)







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Freeman: Interview mit Gerald Celente
12/13/2008 04:02 AM
Wir werden die grösste Depression überhaupt erleben, viel schlimmer als die sogenannte „Grosse Depression" der 30ger Jahre!

Gerard Celente ist ein Trendvorhersager, Buchautor und Chef des Trend Research Instituts, welches er 1980 gegründet hat. Berühmt ist er für seine richtigen Vorhersagen von Weltereignissen, wie den Crash der Börse 1987, den Zusammenbruch der Sowjetunion 1990, die Asienkrise 1997, den Zusammenbruch der russischen Wirtschaft 1998, das Platzen der Internetblase 2000, die Rezession 2001, den Anfang des Goldrausches 2002, den Abstieg des Immobilienmarktes 2005, die Rezession 2007 und die Panik von 2008.

Da wir vor dem Jahresende stehen, wollte ich von Herrn Celente wissen, was er uns für eine Prognose für das Jahr 2009 gibt. Hier das Interview, welches ich am 12.12.08 mit ihm geführt habe:

Freeman: Wie sehen sie die augenblickliche Lage in Amerika?

Celente: Das Finanzsystem ist völlig zusammengebrochen. Die einzigen zwei Sachen welche die Regierung noch macht, um das Land am Leben zu erhalten, ist entweder mehr Geld zu drucken oder die Zinsen zu senken. Wir nennen es den Bernanke Doppelschritt, es gibt nur zwei Schritte die der FED-Chef machen kann. Keiner dieser beiden Massnahmen werden den Kurs ändern und den Wirtschaftsabsturz aufhalten.

Es wird eine neue produktive Kapazität benötigt, wie zum Beispiel in den 90ger Jahren, als wir in eine Rezession gingen, kamen wir durch die Internet-Technologie wieder raus. Alles wurde auf das Internet umgestellt. Das war reell. Es gab wohl eine Spekulation in den Märkten, aber das hatte nichts mit der Existenz des Produktes zu tun. Es war eine produktive Kapazität. So etwas kann man nicht mit einer monetären oder fiskalischen Anregung auslösen.

Zum Beispiel, wir haben einen neuen Präsidenten, der 2.5 Millionen Arbeitsplätze schaffen will, wie er sagt. Wo will er das Geld dafür hernehmen? Er kann es nur drucken. Mit was wir hier konfrontiert sind, ist eine Hyperinflation wie damals in der Weimarer-Republik, das kann auch dem Dollar blühen.

Ich bin übrigens ein politischer Atheist. Ich glaube nicht an Märchen, ich bin ein erwachsener Mensch. Wenn irgendjemand glaubt, die Politiker werden uns retten, der begeht Selbsttäuschung oder ist ein Kind. Und dieser Selbstbetrug ist sehr ausgeprägt in Amerika. Die Menschen sind sehr hoffnungsvoll, dass der neue Präsident irgendwie eine Veränderung bewirken wird.

Freeman: Wenn man sich die Mannschaft anschaut, die Obama bisher ausgesucht hat, dann gibt es keine Veränderung.

Celente: Richtig, aber nicht nur das, wie kann es eine Veränderung geben, wenn er die selben Leute ausgesucht hat, welche die Krise überhaupt erst verursacht haben? Wie zum Beispiel, Larry Summers, der sein Wirtschaftsberater sein wird, und dieser Timthy Geithner, der Chef der FED von New York. Das sind alles Protegé von Robert Rubin. Summers war in der Clinton-Regierung nach Rubin Finanzminister. Das sind die Leute welche das Glass-Steagall Gesetz zerstört haben.

Freeman: Die Aufheben des Glass-Steagal Gesetzes im Jahre 1999 durch Clinton, ist ja die Hauptursache für unsere Krise, denn dadurch wurde die Trennung der Geschäftsbanken von den Investmentbanken aufgehoben und die totale Liberalisierung eingeführt, was den Banken die unkontrollierte Spekulation wieder ermöglichte.

Celente: Das stimmt genau. Sie wissen offensichtlich Bescheid. Das sind die Leute die das Klima geschaffen haben, damit die ganzen Derivate entstanden sind, wie Credit Default Swaps SIV's, CDO's, diese sogenannten exotischen Finanzinstrumente, die nichts anderes sind als Wetten, es ist ein Spiel wie im Kasino.

Freeman: Glauben sie, die Finanzkrise wird absichtlich gemacht oder ist es ein Versagen?

Celente: Es ist ein Versagen. Es gibt immer dieses Gerede über die Illuminati. Wenn es die Illuminati angerichtete haben, dann sind es wiederum Illuminati die es richten müssen. Es gibt keine einzige Sache welche irgendeiner dieser Leute mit Erfolg zustande gebracht hat. Nicht eine einzige in ihrer Laufbahn. Die haben noch nie was richtig gemacht. Die sind nur durch Inkompetenz und Arschkriechen nach oben gekommen. So passiert es im Staatswesen.

Nur um ihnen etwas Hintergrundinformation zu geben, ich begann meine Karriere beim Staat in Yonkers New York nach dem Unistudium 1971, eine ordentlich grosse Stadt, mit 300'000 Einwohner. Dann haben sie mich in die Hauptstadt des Staates New York nach Albany geschickt und ich war dort der Assistent des Sekretärs des Senats des Staates New York. Ich kenne mich deshalb im Regierungsapparat aus. Ich hab auch für Reagan gearbeitet und anderen Topleuten.

Die Menschen haben die Illusion, diese Leute sind gescheiter als alle anderen. Tatsächlich ist es so, wenn man für den Staat arbeitet, dann ist man meistens dümmer als alle anderen.

Die andere Realität ist, ich sah in dem Job den ich in Albany hatte, wie die Politiker gekrochen sind, um nach Oben zu kommen. Sie haben sich hochgesaugt. Deshalb zu glauben, diese Politiker wären in der Lage das Problem zu lösen, ist eine Selbsttäuschung. Ausserdem sind alle politischen Organisationen in Wahrheit kriminelle Organisationen, und ich sage das nicht leichtfertig.

Freeman: Aber wussten die nicht, dass wenn Greenspan das Geld so billig macht, dass das ganze Finanzsystem implodieren würde?

Celente: Die meinten, damit die Leute nicht ihr Geld wegen des Platzen der Internatblase verlieren, ich meine damit die grossen Spieler nichts verlieren, können sie einfach die Zinsen senken, was sie ab März 2000 machten. Seit dem warnten wir in unserem Institut und es steht in unseren Schriften, was passieren würde, aber niemand wollte es glauben. Wenn wir geschrieben haben, ein Zusammenbruch wird stattfinden, bekamen wir viele Zuschriften mit der Aufforderung, könnt ihr nicht auch mal etwas positives sagen, könnt ihr nicht mal etwas nettes berichten?

Es war genau so mit dem Krieg. Wir haben den Leuten vor Beginn des Krieges im Irak gesagt, Amerika wird verlieren. Man wird wohl schnell reingehen und Saddam beseitigen, aber danach wird er als Guerillakrieg weitergehen, der nicht gewinnbar ist. Aber niemand wollte das hören, es wäre unpatriotisch. Und? Nach bald 8 Jahren Krieg, sind wir keinen Schritt weiter.

Wenn ich also von kriminellen Organisationen rede, dann meine ich das nicht als Verleumdung, sondern als Tatsache. Amerika kämpft einen Krieg, der auf falschen Gründen beruht. Ob sie es wussten oder nicht, ist akademisch. Es waren einfach falsche Gründe, und sie töten damit unschuldige Menschen, Frauen und Kinder, was gegen meine moralischen Grundsätze geht. Und sie stehlen die Menschen blind, am helllichten Tag, mit diesen Rettungspaketen. Es gibt diese „ sie sind zu gross um zu fallen" Mentalität, was ja heisst, wir alle sind zu klein zu retten.

Es ist diese typische englische Titanic-Denke. Die Reichen dürfen in die Rettungsboote, der arme Rest wird im Unterdeck eingesperrt und darf mit dem Schiff absaufen.

Freeman: Was meinen sie wird jetzt passieren, weil sie den „Bailout" für die Autoindustrie nicht verabschiedet haben?

Celente: Es macht keinen Unterschied. Das war von Anfang an eine Totgeburt. Es wäre sowieso Geld zum Fenster hinaus geschmissen. Ausserdem, jeder der ein amerikanisches Auto kauft, der hat sie nicht alle, die sind einfach Schrott. Und die Chefs sind unfähig. Der Vizeaufsichtsratsvorsitzende von General Motors Devine sagte 2005, wer meint, der hohe Benzinverbrauch wird die Leute davon abhalten SUV's zu kaufen, weis nicht wovon er spricht. Er lagt völlig falsch. Diese Leute produzieren und reden nur Schrott, seit Jahrzehnten. Es gab mal eine Zeit, wo Amerika tolle Autos baute, aber die ist schon lange vorbei. Es ging denen immer nur um den Profit, wie viel Geld können sie mit dem billigsten Schrott machen.

Freeman: Die Finanzkrise ist über den Atlantik nach Europa rüber und ruiniert die ganze Welt.

Celente: Ja das stimmt. Auf meinen Reisen merke ich leider immer wieder, die Europäer und die Asiaten übernehmen einfach jeden Mist aus Amerika und machen alles nach. So ist die CS und die UBS der gleichen Gier und Geldmanipulation unterlegen, wie die Banken hier. Vor einem Jahr gab es noch die Frage, ob das Ausland sich anstecken würde. Jetzt hat die ganze Welt eine Lungenentzündung.

Schauen sie sich nur an was in Spanien passiert, mit dieser zügellosen Bautätigkeit, die eine gigantische Immobilienhalde produziert hat. Das Land ist pleite.

Genau so ist es mit den ehemaligen Ostblockstaaten. Ich habe Leute von dort getroffen und musste mit Erstaunen zuhören, wie sie über Investitionen und über Marketing herumposaunt haben, wie wenn sie schon immer im Kapitalismus gelebt hätten. Die haben mit mir gesprochen, wie wenn sie genau wüssten was Sache ist. Sie haben sich mehr wie Raubtiere benommen, wie die Alteingesessenen aus dem Westen. Diese Länder und viele andere haben sich ihre eigene Wirtschaftskrise eingebrockt und sind alle voll auf die Nase gefallen.

Freeman: Wie sehen sie das Jahr 2009? So wie es aussieht, kommt die Wirtschaft zu einem völligen Stillstand.

Celente: Wir haben gerade unsere Prognose für 2009 veröffentlicht. Wir sagen den völligen Kollaps der Wirtschaft voraus. Am 7. November 2007 haben wir den Finanzcrash und die Panik für 2008 vorhergesagt, und es ist eingetroffen. Nächstes Jahr werden wir den ganzen Einzelhandel zusammenbrechen sehen, dann den Zusammenbruch der gewerblichen Immobilien, usw. ... wir werden die grösste Depression überhaupt erleben, viel schlimmer als die sogenannte „Grosse Depression" der 30ger Jahre.

Freeman: Wow!

Celente: Und ich sage auch warum. Damals besassen nicht so viele Leute hoch verschuldete Liegenschaften, sie haben sie auch nicht bis oben hin beliehen wie jetzt, sie hatten damals auch keine Kreditkarten, sie waren nicht mit 14 Billionen in der Kreide. Damals gab es einen Handelsüberschuss, jetzt liegt Amerika mit über 700 Milliarden pro Jahr im Minus. Der Staatshaushalt war damals ausgeglichen, jetzt haben wir ein gigantisches Defizit und die Staatsverschuldung liegt bei 13 Billionen, wobei alleine in diesem Jahr 1 Billion neu dazukam.

Am Anfang des II. Weltkrieges, war die USA der Motor der ganzen Industrieproduktion der Welt, wir hatten die höchste Produktivität. Das ist schon lange vorbei. Wir sind eine Nation im Niedergang. Wir gehen in die grösste Depression, und sie wird weltweit stattfinden.

Freeman: Was meinen sie, wird er eine Massenarbeitslosigkeit, mit anschliessenden Aufständen geben?

Celente: Ja, einen Trend zu einer Revolte sehen wir auch. Was in Griechenland im
Augenblicklich abgeht, kann überall passieren. Es geht dort nicht um die Erschiessung des 15 jährigen Jungen, sondern die Menschen rebellieren gegen diese völlig inkompetente, durch und durch korrupte politische Kaste, die aber überall so ist. Ich war beim Staat beschäftigt, ich kenne die Grössenordnung der Korruption. In Washington geht es nur darum, Projekte zu lancieren, um sich und die Kumpels zu bereichern, eine Hand wäscht die andere, Geld für die Freunde, das System ist von oben bis unten korrupt.

Freeman: Werden wir jetzt ein oder zwei Jahre eine Depression erleben und dann aus dem Tal rauskommen?

Celente: Wie sollen wir aus dem Tal rauskommen? Was wird uns da raus helfen?

Freeman: Dann wird es eine langanhaltende Depression werden?

Celente: Ja!

Freeman: Tönt ja gar nicht gut. Wie wird es Europa treffen?

Celente: Europa wird besser dastehen, weil die Menschen dort nicht so verschuldet sind, und sie sind eher in der Lage sich selber aus dem Schlamassel zu ziehen. Amerika hat sich in ein Land voller Weicheier verwandelt, sie können gar nichts selber machen, sie können nur konsumieren, leben in grossen Häusern, fahren grosse Autos und sind selber gross und fett geworden. Sie können einfach nicht aufhören zu konsumieren. Sie verbrauchen zu viel Essen, Energie und Raum. Sie wissen nicht wie man bescheiden lebt. Jetzt ist die Party vorbei und den Gürtel enger schnallen wird sehr schmerzhaft werden. Wir haben eine wachsende Schicht von völlig verarmten, was wir so noch nie hatten. Es ist erschreckend. Wir werden eine sehr hohe Arbeitslosigkeit haben, mehr als bei der letzten Depression.

Freeman: Sie sehen demnach keine Lösung wie man da raus kommt.

Celente: Nur wenn wir eine neue Produktionskapazität in Gang setzen können, wie eine neue Technologie für alternative Energien zum Beispiel. Es muss etwas revolutionäres sein, was der neue Motor für die Wirtschaft wird, wie die Entdeckung des Feuers oder die Erfindung des Rades.

Freeman: Die Geschichte zeigt, wenn Machthaber mit grossen Wirtschaftsproblemen konfrontiert sind, dann lösen sie diese nicht, sondern meinen, ein Krieg wird alle Probleme lösen. Gibt es die Möglichkeit wieder eines grosse Krieges?

Celente: Damals nach der letzten grossen Depression, wurde der II. Weltkrieg als Ausweg gesucht. Jetzt leben wir in einer anderen Zeit. Der nächste Krieg wäre einer mit Massenvernichtungswaffen. Die heutigen Kriege kann man nur noch gegen unterentwickelte Länder führen. Es geht nicht mehr um das Abfeuern von Interkontinentalraketen, sondern um einen Guerilla-Hightech-Krieg, so wie wir ihn im Irak und Afghanistan sehen. Nur, die Politiker sind zu allem fähig.

Freeman: Meinen sie damit einen Angriff unter falscher Flagge?

Celente: Ja, die lügen doch dauernd über alles, wie, Saddam hatte Atomraketen und Verbindungen zu Al-Kaida. Wer kann denen noch ein Wort glauben?

Freeman: Sie haben geschrieben, Amerika geht den Weg von Grossbritannien. Meinen sie damit, Amerika kann sich das Imperium und die Stationierung von Truppen in 130 Länder nicht mehr leisten?

Celente: Ja, das amerikanische Imperium ist am schwinden, es wird den gleichen Weg gehen wir das Englische. Wir können es uns einfach nicht mehr leisten.

Freeman: Der einzige Politiker der das in Amerika sagt, auch eine vernünftige Wirtschaftspolitik hat und die Verfassungsrechte wieder herstellen will, ist Ron Paul. Was halten sie von ihm?

Celente: Ich hätte in als Präsident gewählt. Ich musste aber für Nader stattdessen stimmen, weil er nicht auf dem Wahlzettel stand. Ich werde keine der kriminellen Organisationen unterstützen, welche sich die Macht in Washington teilen. Und ich äussere mich sehr klar darüber. Jeder der die Kriminellen gewählt hat, unterstütz damit die Fortsetzung des Mordes und des Diebstahls. Da gibt es nichts schönzureden. Sie töten unschuldige Menschen jeden Tag.

Freeman: Wie viel Schuld an der ganzen Situation tragen eigentliche die Medien? Sie verhalten sich ja nur noch wie Propagandaorgane.

Celente? Sie tragen eine grosse Schuld daran. Sie sind ja in Bett mit der Macht. Man muss ja nur schauen welche engen Verbindungen zwischen den Medienvertretern und den Behörden, Ministerien und dem Weissen Haus bestehen. Die gehen dort ein und aus. Zum Beispiel, wir können uns bei der New York Times bedanken, dass sie uns den Irakkrieg verkauft hat. Oder diese Zeitung sagte im Jahre 2007, das Problem mit der Wirtschaft ist nur ein Schluckauf und wird vorübergehen, obwohl wir schon den Crash sahen. Die Medien sind sehr auf der Seite der Wirtschaft und der Regierung, erfüllen ihre Aufgabe in keiner Weise.

Freeman: Was können sie meinen Lesern sagen, wie sie sich auf die kommende Depression vorbereiten sollen?

Celente: Wir im Institut sagen schon lange, man soll keinen Cent mehr ausgeben als man hat. Wir werden eine neue Bescheidenheit leben müssen, in dem man nur Sachen kauft, die man wirklich benötigt und sie dann auch länger verwendet. Dieser ganze Zyklus des Konsums ist vorbei, dass man Glück sich nicht erkaufen und durch Materialismus erlangen kann. Verstehen sie mich richtig, ich mag auch schöne Sachen, nur jetzt geht es um Qualität, oder weniger ist mehr.

Dann, wegen der Ausbildung der Kinder. Hier in Amerika wollen alle ihre Sprösslinge auf Hochschulen und Universitäten schicken. Das kostet ein Vermögen. Für was? Damit sie Wirtschaft oder Jura studieren und ihren MBA machen? Wir haben mehr als genug Bänker und Anwälte, die für nichts zu gebrauchen sind, und keine Werte schaffen. Besser ist eine praktische und nutzbringende Ausbildung, wie Ingenieur, Techniker oder alle handwerklichen Berufe.

Das ganze fängt auf lokaler Ebene an. Man muss sich um seine Gemeinde kümmern, und dort aktiv sein. Wie kann man seinen Mitmenschen nützen. Seien sie froh, in der Schweiz haben sie ja direkte Demokratie und können mitbestimmen. Hier in Amerika haben wir absolut nichts mehr zu sagen, sie machen was sie wollen. Zum Beispiel, die Menschen sind gegen die Rettungspakete, aber was machen die Politiker? Sie machen es trotzdem.

Freeman: Ich sag meinen Lesern, kämpft in euren Städten und Gemeinden um den Beibehalt der öffentlichen Infrastruktur. Verhindert die Privatisierung und den Ausverkauf aller Werte.

Celente: Es gibt Dienste die sind essenziell und sollten öffentlich sein, wie Transport, Energie und Wasserversorgung. Hier haben wir die Weltregierung am Werk, ich meine ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber jeder weis wo die Reise hingeht. Die wollen alles kontrollieren und zentral steuern.

Freeman: Meinen sie, durch die ganzen Finanzprobleme der Mittelmeerländer und der neuen Beitrittsländer im Osten, wird die EU und der Euro auseinanderfallen?

Celente: Ja das glauben wir. Wir haben das bereits vorhergesagt. Alles was es dazu braucht, ist einen nationalen Populisten in einem Mitgliedsland, der meint, nur durch einen Austritt, die Krise bewältigen zu können, und dann fällt die EU auseinander. Berlusconi hat das ja schon angedeutet, mit der Kündigung des Schengen-Abkommen, wegen der vielen Einwanderer.

Wie das weltweite Problem der Massenmigration. Die westlichen Länder werden von Menschen die ein besseres Leben wollen oder aus einer Not flüchten, überschwemmt. Da nutzt kein Altruismus, wer soll das alles bezahlen? Wo sollen für die Fremden Unterkunft, Essen und eine Arbeit herkommen, wenn für die eigenen Leute kaum mehr gesorgt werden kann?

Freeman: Meinen sie, es wird zu einer Nordamerikanischen Union zwischen Mexiko, USA und Kanada kommen?

Celente: Ja das halten wir für möglich, nur jetzt ist die Chance, dass ein Auseinderbrechen stattfindet viele höher. Einzelne Regionen werden erkennen, die Krise können sie besser ohne Bundesregierung bewältigen. Für was brauchen sie das ferne Washington? Ich meine, schauen sie sich nur an, was dort alles für Politiker sich tummeln. Die sind unfähig und korrupt, denken nur an ihren eigenen Vorteil. Wir sehen ein Auseinderbrechen der Vereinigten Staaten.

Freeman: Meinen sie, die Funktion der Zentralbanken ist überholt? Schliesslich haben sie die Krise verursacht und total versagt.

Celente: Ja sie haben versagt, aber es findet ein Machtkampf statt, die Grossen wollen die Kleinen zermalmen, so wie es in der Geschichte immer wieder passiert ist. Einer der Trends die wir uns anschauen, nennen wir „weg mit ihren Köpfen." Das wird sicher passieren.

Freeman: Sie meinen, es wird eine richtige Rebellion geben?

Celente: Absolut. Schauen sie sich das ganze Gesindel an der Wall Street an, oder von den Universitäten wie Harvard und Yale. Die haben noch nie in ihrem Leben sich die Hände schmutzig gemacht. Die haben keine Ahnung was es heisst, völlig verarmt auf der Strasse zu leben. Wenn man den Menschen alles weggenommen hat und sie nichts mehr zu verlieren haben, dann sind sie zu allem bereit.

Freeman: Was sie uns alles voraussagen, ist nicht gerade optimistisch.

Celente: Das hat mit Optimismus oder mit Pessimismus nichts zu tun, sondern mit Realismus. Es ist wie wenn sie zum Doktor gehen und er sie mit Krebs im Endstadium diagnostiziert. Soll er sie anlügen oder sagen wie es ist? Ein falscher Optimismus änder nichts an der Tatsache, sie werden bald sterben.

Freeman: Meinen sie, es ist eine gute Idee für den Einzelnen oder auch für ganze Gemeinschaften und Gemeinden, Selbstversorger zu werden und sich vom Netz zu nehmen?

Celente: Absolut. Ganz sicher. Man sollte die Möglichkeiten prüfen, sich unabhängig vom System zu machen. Eigene Lebensmittel oder Strom zu produzieren. Das ist, was ich vorher erwähnt habe, mit neuen Technologien wird das möglich. Wenn das passiert, dann werden sich die Menschen vom Vaterstaat und von den Konzernen entfernen. Ich habe bereits im Jahre 1997 ein Buch mit dem Titel „ Trends 2000" veröffentlicht, was genau dieses Thema behandelt. Das zentrale System hätte schon vor langer Zeit zusammenbrechen müssen. Es wurde nur durch billiges Geld zusammengehalten. Aber das funktioniert auch nicht mehr. Für was brauchen wir eine zentrale Regierung, die sowieso nur alle Problem verursacht und keine Lösungen hat?

Die weitestgehende Selbstständigkeit und Dezentralisierung ist die Zukunft.

Freeman: Vielen Dank für dieses Interview.

Copyright © 2008 Alles Schall und Rauch – Freeman

Celente sagt voraus, dass die USA in 4 Jahren keine entwickelte Nation mehr sein wird, er spricht von Revolution, Aufständen und Steuerrebellionen bis zum Jahr 2012:
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Lumières dans la nuit: Grüne und andere Alternativen
12/13/2008 04:00 AM

Zwei Geisteskranke, die in einer dieser geschlossenen Anstalten eingesperrt sind, hinter deren Mauern die Menschenrechte enden, sie wollen ausbrechen. Sie planen es gut und mit zwangsneurotischer Sorgfalt; sie betrachten das Gebäude, das Gelände und alle ihre Möglichkeiten genau; sie suchen sich schließlich eine bestimmte Nacht für ihr Vorhaben aus; sie sehen zu, dass sie vorher die zentraldämpfenden Mittel nicht herunterschlucken und so schaffen sie es tatsächlich, das Gebäude durch ein Fenster zu verlassen und über die Mauer des Geländes nach draußen zu klettern. Und. Wo sie so draußen stehen, sagt der eine zum anderen: »Jetzt aber schnell zurück, unsere Generalprobe hat ja ganz prima geklappt.« – und sie gehen wieder in ihre Anstalt zurück.

Daran erinnert es, wenn Menschen aus persönlicher Einsicht heraus das bestehende gesellschaftliche System überwinden wollen, aber dabei Bestandteil jenes medialen und politischen Etablissments werden wollen, welches im bestehenden gesellschaftlichen System vorgesehen ist.

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Ein Zyniker schreibt...: Jobsuche im Büro
12/13/2008 03:57 AM
Solche Software macht mir wirklich Sorgen. Maltego ist eine Datamining Software für Unternehmen. Sie sammelt Informationen über so gut wie alles was man in einem (Firmen)Netzwerk überwachen will. Bis hin zu den Googlecookies der Mitarbeiter. Ich sag jetzt nicht generell das Data Mining schlecht ist aber wenn man sich das Video 4 auf der Seite ansieht dann macht man sich schon Sorgen wie das "gegen" Menschen eingesetzt werden kann. Da geht es darum wie ein Arbeitgeber herrausfinden kann ob einer der eigenen Mitarbeiter woanders nach einem neuen Job sucht. Gruselig, vor allem wenn man bedenkt was für Möglichkeiten diese Art von Software in 5 Jahren bieten wird!!![Link] [Cache]
Feynsinn: Worterbrechen
12/13/2008 02:36 AM

“Wortbruch” ist mein Unwort des Jahres, weil die Wörterschmiede der neoliberalen Front in ihrer beispiellosen Kampagne gegen Andrea Ypsilanti den Mißbrauch ihrer Definitionsmacht in unerträgliche Dimensionen gesteigert hat. Daß es im politischen Tagesschäft seit Jahrzehnten Usus ist, sich an sein “Geschwätz von gestern” nicht erinnern zu wollen, ist Grund genug, die Vokabel als dreiste Lüge zu entlarven. In diesen Zeiten gilt als “ernstzunehmend”, wer nach Waschlappenart sich jederzeit so verknautscht, daß er auch dann noch als gut und nützlich durchgeht, wenn er bis zur Unkenntlichkeit herumlaviert.
Ein feines Beispiel dafür gibt Peter Struck ab. Vor einigen Tagen machte er sich für “Kampfeinsätze” gegen “Piraten” stark, ohne jede rechtliche Legitimation. Ich habe dies moniert und ihn zitiert:
Es kann nicht sein, dass wir tatenlos zusehen, wie Schiffe gekapert werden und Lösegeld erpresst wird für Geiseln und auch für die Ladung.
Kurz darauf trumpfte er als großer Kritiker der Reeder auf:
‘Die Reeder machen es sich zu leicht, wenn sie nur auf den Schutz der Marine zählen. Sie müssen auch selbst Abwehrmechanismen auf ihren Schiffen installieren’, sagte Struck dem Tagesspiegel.
Als Beispiel nannte er sogenannte Schallgeschütze, mit deren Hilfe Piraten außer Gefecht gesetzt werden können. Zugleich forderte der SPD-Politiker die Reeder dazu auf, ‘unter deutscher Flagge zu fahren’. Es sei ‘unanständig, den Schutz der Bundesmarine in Anspruch zu nehmen, aber in Deutschland keine Steuern zu zahlen.’

Zwiesprech, Schizophrenie, eine nationalistische Ideologie im Gewand “vernünftiger” Argumente. Wenn dieser Unsinn noch einen Inhalt hat, kann ich ihn nur so übersetzen:
Wir schicken die Marine in Kampfeinsätze, um deutsche Reeder zu schützen. Dafür dürfen gern deutsche Soldaten sterben. Es ist zwar völlig unnötig, weil es andere Mittel zur Bekämpfung von “Piraten” gibt [wie ich in meinem Artikel bereits erwähnte], aber für Steuern zahlende deutsche Reeder betreiben wir dennoch eine expansive Flottenpolitik.
Strucks Worterbrechen, seine zynische Blut-für-Geld Politik wird ihm niemand zur Last legen. Er hat ja nicht wirklich etwas gesagt, und er hat nicht gegen den neoliberalen Konsens verstoßen. Er hat sich lediglich als nationaler Militarist entlarvt.
Wenn er demnächst in den Ruhestand geht, wird man ihn als “großen Sozialdemokraten” feiern.

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ad sinistram: Unscheinbare Worte
12/13/2008 02:18 AM
Es gibt Worte, die historisch-ideologisch derart verseucht sind, dass sie eigentlich nicht mehr verwendbar erscheinen. Dabei handelt es sich um ganz banale Worte der deutschen Sprache, nicht um ausgewiesene Spezialtermini, welche in der heutigen Zeit sowieso schon wegen ihrer Überholtheit nicht mehr benutzbar wären. Obwohl „der Führer" keinerlei Deutung über denjenigen zuläßt, der einst selbst Führer war, wird dieser Begriff heute nicht sehr oft benutzt – und wenn doch, so wird geschmunzelt oder sich entrüstet, wird klargemacht, dass man von „Führern" nicht mehr sprechen dürfe. Dabei ist es nur eines vieler Worte, welches sich im Deutschen findet. Der „Führer" ist tabu, aber Müntefering darf seine Partei anführen. Ähnlich verhält es sich mit „dem Juden", der ja Jude ist, immer war, aber bei dem man sich scheut, es auch so zu sagen – „der Jude" war in den braunen Vorgängerjahren der Bundesrepublik ein Schimpfwort. Heute spricht man lieber vom „Judentum" oder vom „Jüdischsein" eines einzelnen Zeitgenossen – dass er Jude sei, das wird nicht gerne verkündet. Man kann das freilich verstehen, nach Auschwitz schwingt „beim Juden" einfach zu viel Anklage und Hetze mit – aber es ändert nichts daran, dass es sich hierbei um ein deutsches Wort handelt, welches bar jeder historischen Betrachtung, keinerlei Wert oder Unwert in sich erkennen läßt.

Nur zwei Worte, denen eigentlich kein moralischer Impetus innewohnt, die aber dennoch heute nur zähneknirschend, wenn überhaupt, verwendet werden. Sie sind im Gegensatz zu vielen anderen Begriffen, denen auch offensichtlich ein ehrabschneidendes Motiv zugrundeliegt, wertfrei. Angeführt wird heute immer noch und Führergestalten gibt es auch nach 1945, genauso wie auch heutige Juden, eben Juden sind – was man geschichtlich mit solchen Begriffen konnotiert, hat nichts mit den Worten selbst, mit ihrem Ursprung, ihrer sprachlichen Isoliertheit zu tun. Solche Worte, die moralisch eigentlich vollkommen unverdächtig, die einfach nur Bestandteil deutscher Sprache sind – um ihren griechischen, lateinischen, französischen oder englischen Ursprung soll es hier nicht gehen -, findet man auch heute wieder – in anderer Weise freilich, nicht an der Schwelle zum Krematorium, dafür aber in einer Menschenverachtung mit lächelnden Antlitz. Es handelt sich dabei um Worte aus dem neoliberalen Jargon, der unseren Alltag diktiert bzw. der alltägliche Begriffe immer mehr zweifelhaft werden läßt. Dabei sind gar keine Fachbegriffe aus den Wortfabriken von think tanks gemeint, sondern gängige und gebräuchliche Worte aus dem deutschen Wortschatz, ja sogar aus dem deutschen Grundwortschatz.

An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass die Abhandlung dieser Begriffe im Subjektiven stattfinden soll, zumindest zum großen Teil – also nicht anhand der Man-Sichtweise, sondern aus dem Mich, Mir, Ich heraus; so wie es sich für mich darstellt, es sich mir aufdrängt, ich es sehe. Subjektiv auch, um die Lesenden dieser Zeilen damit zu Reaktionen zu animieren, sie damit zu befragen, ob sie es ähnlich empfinden, sich vielleicht sogar in manchen Sichtweisen erkennen können. Wie empfinden die Leser also die folgenden Begrifflichkeiten in ihrem Alltag? Finden sie sie anstößig? Winken sie ab, wenn man ihnen bestimmte Termini unter die Nase reibt? Finden sie es mittlerweile sogar bedrohlich, wenn selbst z.B. im Schulwesen unscheinbare Alltagsworte wie Kampfansagen aussehen?

Erfolg: Dieser erste Begriff wurde im Laufe der Zeit uminterpretiert. Dies geschah zwar schon vor der neoliberalen Ära, aber in voller Entfaltung der Eindimensionalität, hat sich die Umdeutung erst heute derart entwickelt, dass der Begriff für sich alleine eine Konkretheit ausstrahlt, wie es dem Wortursprung nach nicht ersichtlich wäre. Heute bedeutet „Erfolg" immer „guter Erfolg", bedeutet immer ein positives Resultat. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Zustand der „danach eintritt", der erfolgt – und dieser Zustand ist rein terminologisch betrachtet, nicht an gut oder schlecht gekettet. Wenn man heute sagt, wie man es gelegentlich hört, dass der Erfolg Hitlers die Zerstörung Deutschlands war, dann wertet man es als Ausdruck von bösartigem Zynismus – dabei wird hier der Begriff gar nicht fehlerhaft oder sehr zynisch gebraucht, denn was auf Hitler „erfolgte" war Zerstörung. Selten liest man nurmehr davon, dass man jemanden „guten Erfolg" wünsche. Heute kann man sich vorangestellte „Gute" sparen, denn das Wort „Erfolg" scheint unerklärlicherweise das Positive in sich aufgesogen zu haben. Die heutige Alltagssprache tut so, als sei das Erfolgte immer positiv – darin versteckt sich ein stiller Aufruf zum Optimismus, der ja gerade in Zeiten großer Ungerechtigkeit zu einer Art Lebenselixier mutiert ist, zu einer Überlebensstrategie: Man schürt positives Denken, fördert das think positive und merzt negative Schwingungen damit aus.
Immer wenn ich dieses Wort heute höre, wenn ich höre wie über die Erfolgsaussichten fabuliert wird, oder wie man darüber spekuliert, wie der Erfolg einer Unternehmung wohl ausfallen möge, dann frage ich mich, warum der zu erwartende Erfolg immer als positives Ereignis erwartet wird und warum es dann nicht im Sinne des Erfolgbegriffes ist, wenn das Erfolgte weniger erfreulich ist, zumal man auch aus „negativem Erfolg" Schlüsse ziehen könnte. Was aber dieses schwammige Gerede von Erfolg für mich so unerträglich macht ist die Tatsache, dass man den positiven Erfolg immer als logische Schlußfolgerung von erbrachter Leistung hinstellt, selbst wenn die, die sich mit „guten Erfolg" Übergangsgelder und Provisionen eingeschoben haben, nichts weiter als warme Luft geleistet haben. Darin liegt die andere Seite des think positive, des Erfolgpredigens: Wer leistet, der erntet positiven Erfolg. Das sollte man einmal einen Leiharbeitnehmer erklären, der sich abrackert und schuftet, und der von dem was auf seinem Konto erfolgt, kaum leben kann. Das positive Erfolgsherunterbeten animiert zur Leistung.

Leistung: Landauf landab wird von Leistung gesprochen. Darüber, dass sie sich wieder lohnen müsse; dass derjenige der leistet, auch gut verdienen müsse; dass Leistungsbezieher auch selbige erbringen müssen. Die „Leistung" ist das Zauberwort der herrschenden Ideologie. Wer etwas leistet, den will sich die Gesellschaft auch weiterhin leisten; wer nichts mehr leisten kann oder darf, den soll man am besten gar keine finanziellen Leistungen mehr überweisen. Der heutige Leistungsbegriff scheint reichlich pervertiert, weil er Leistungen, die sich außerhalb des ökonomischen Wettbewerbs – zum Wettbewerb: siehe nächsten Absatz - abspielen, gar nicht als solche anerkennen will. Jemand der Kinder erzieht und beaufsichtigt, jemand der einen kranken Onkel oder Nachbarn pflegt, der engagiert sich ehrenamtlich, aber von Leistung wird da kaum geredet. In der neoliberalen Weltanschauung ist Leistung immer mit dem „Was kann ich daran verdienen?" verbunden, wird immer nach Kosten und Nutzen analysiert, um dann zur anerkannten Leistung zu werden – oder eben nicht.
Wenn heute die Lehrer meiner Kinder von Leistung sprechen, die meine Kinder im Unterricht zu erbringen haben, dann empfinde ich ein flaues Gefühl im Magen. So weit ist es gekommen, dass für mich das deutsche, eigentlich recht unscheinbare Wort „Leistung" zu einem Unwort wurde, weil ich damit immer gleich Ausbeutung, Kosten-Nutzen-Kalkül, Verwurstung von Arbeitskraft etc. in Verbindung bringe. Die von den Lehrern erhoffte Leistung mag gar nicht ideologisch unterminiert sein – ist sie wohl auch nicht -, aber alleine das Wort reicht aus, um in mir alle Alarmglocken zu aktivieren – dem neoliberalen Dauerbombardement sei Dank. Das Wort ist für mich derart in Misskredit geraten, dass ich stets versucht bin, es aus meinem Wortschatz herauszuhalten.

Wettbewerb: Man bewirbt sich, um an einer Wette, an einem Ringen um den Wettsieg, teilzunehmen. Der Begriff „Wettbewerb" symbolisiert zunächst nichts Negatives, sondern ist in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Die Bundesliga ist ein Wettbewerb, genauso wie das abendliche Schafkopfen oder Pokern am Stammtisch. Das Kraftmessen im Spielerischen ist Teil der conditio humana, entspricht der menschlichen Natur. Man ist dabei in den Regeln der Wette oder des Spiels gefangen, muß sich diesen unterwerfen und spielend das Beste daraus machen. Die Arbeitswelt aber, der Kampf zwischen Unternehmen genauso, wie der Kampf aller Arbeitnehmer gegeneinander, ja selbst der inszenierte „Wettbewerb" zwischen Arbeitssuchenden, ist kein Spiel – es ist daher kein Wettbewerb, denn die (oft unfreiwilligen) Teilnehmer am sozio-ökonomischen Gesellschaftsgefüge wetten nicht mit, haben sich nicht um die Teilnahme an einem Spiel beworben, sondern sorgen sich um ihr persönliches Überleben. Sie gehen nicht spielend mit den Regeln des Marktes um, sondern nehmen die Zustände ernst, müssen sie sogar so ernst nehmen, wenn sie nicht aus Spaß an der Freude zugrundegehen wollen.
Vom Wettbewerb lese und höre ich immer wieder; sogar Zeitgenossen aus meinem Umfeld sprechen davon. Dies tun sie mal ganz offen, mal versteckt hinter Floskeln – viele Menschen sind der Ansicht, dass das Leben eine große Ansammlung von Wettbewerben sei, die es auszufechten gilt. Höre ich heute diesen Begriff, bin ich schon versucht das Weite zu suchen. Die ganze Wettbewerberei innerhalb dieser Gesellschaft setzt mir so zu, dass ich keinerlei, nicht mal mehr gesundes Kontrahentendasein dulden mag. Der Wettbewerbsbegriff, den der neoliberale Jargon meint, steht für mich vorallem dafür, das Leid der Menschen zu rechtfertigen, welche in diesem ominösen Wettbewerb nicht leistungsfähig genug erschienen. Dabei entfremde ich mich vom menschlichen Erbe des Kräftemessens radikal, denn der Begriff ist für mich heute derart untragbar geworden, derart verschmutzt, dass ich selbst einen Wettbewerb im Tischtennis für unerträglich halte – dies ist genau betrachtet Irrsinn, aber das ständige Berieseln mit diesem Begriff, beschwört zuweilen die seltsamsten Reaktionen.

Eigentum: Es ist das Eigene eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen. Das „Eigentum" ist das Vaterunser der neoliberalen Sektierer. Alles, jeder Stein auf Erden, soll jemanden gehören – nicht der Allgemeinheit, denn die soll nicht Eigentümer sein, sondern einer Organisation, einem Konzern oder einfach einer Privatperson. Macht Euch die Erde untertan, macht sie Euch zu eigen – das ist die Losung der neoliberalen Schule. Was herrenlos ist, ist entweder nutzlos oder sofort in Privateigentum zu überführen. Wenn heute von Eigentum gesprochen wird, dann geht es vorallem darum, gigantische Privatreichtümer zu rechtfertigen und per Eigentumsgesetzgebung zu legalisieren. Teilhabe aller am Wohlstand der Menschheit? - Davon wollen die Apologeten des Eigentums nichts wissen. Wer jedoch kritisch an der Eigentumslehre herumdeutelt, der ist Kommunist und damit ein unbelehrbarer Anachronismus.
Mir fällt es heute schwer, meinen Kindern etwas über das Eigentum von Menschen zu erzählen, ihnen bewußt zu machen, dass man das Eigentum anderer respektieren, und diesen Respekt auch von anderen Menschen abverlangen muß. Dies fällt mir nicht schwer, weil ich etwa kein Eigentumsgefühl hätte, oder versucht wäre, mir das Eigentum meiner Nächsten anzueignen; es fällt mir schwer, weil ich schrittweise erkannt habe, dass das Eigentum der Superreichen immer mehr dazu führt, dass es Menschen gibt, die lediglich ein Paar Möbelstücke - wenn überhaupt - ihr Eigentum nennen können. Lehre ich meinen Kindern heute die Regeln des Eigentums, so wie sie heute praktiziert werden, so lehre ich sie die Regeln des entfesselten Eigentumwahns, lehre ich sie die Habgier, pflanze ihnen eine Lehre in den Kopf, die das Treiben der herrschenden Kreise legitimiert – was der Vater sie lehrte, was die Gesellschaft schamlos praktiziert, so könnten sie schlußfolgern, wird seine Richtigkeit schon haben; lehre ich ihnen hingegen, dass Eigentum verpflichtet, ihr spärliches Eigentum gleichermaßen wie jenes von den Millionären dieser Erde, dann erziehe ich sie im Sinne uralter Ketzereien, die heute bedeutungslos geworden sind, ja geradezu gefährlich. Am Ende würden sie aufgrund dieser Ketzerei annehmen, ein Millionär habe die Verpflichtung, von seinem Wohlstand etwas abzugeben, damit jedem Menschen Chancen offenstehen.

Chancen: Die "Chance", wie wir sie heute im politischen Diskurs immer wieder vernehmen, ist eine schwammige, nicht konkretisierte Möglichkeit, eine Kann-Situation, die mit viel Glück, Beziehung und Geld eintritt, die aber keine Garantie darstellt. Wir wollen in dieser Gesellschaft keine Gerechtigkeit mehr, sondern Chancengerechtigkeit – d.h. wir wollen eine Gerechtigkeit, die dann und wann die Chance bietet, auch wirklich gerecht zu sein. Aber dies eben nur, wenn die Prämissen stimmen. Dies ist eine abgegrenzte Gerechtigkeit, die nicht faßbar ist, weil sie sich durch das Gewimmel der (nicht genutzten) Chancen aus dem Staub machen kann. So bieten wir Hochschulbildung an – wer sie jedoch nicht ergreift, weil beispielsweise der Geldbeutel der Eltern zu schmal ist, der hat damit seine Chance verstreichen lassen. Das Palaver um die Chancengesellschaft gleicht dem berühmten Ausspruch, wonach jene, die nach Brot verlangen, doch einfach Kuchen essen sollen – auch die Brothungrigen hatten damit ihre Chance gehabt.
Wie soll ich also reagieren, wenn ich im Alltag das Wort „Chance" höre? Nach all den Verblödungen, die sich um diesen Begriff rankten, ist er mir so suspekt geworden, dass ich ihn gar nicht mehr hören kann. Wenn mein Sohn, nachdem er sich mehrfach meinen Anweisungen oder familiären Vorschriften widersetzt hat, mit Konsequenzen – auch das Wort tut mir mittlerweile weh – konfrontiert sieht und er daraufhin bittet, man solle ihm noch eine Chance einräumen, dann ärgert mich dieses Wort sogar dort. Ich will keine Chancen geben, ich will ja gerecht sein, nicht nur chancengerecht; will ihm keine schwammigen Kann-Gebilde anerkennen, sondern klare Garantien. Dass die Chance einst gar nichts Schwammiges an sich hatte, dass sie erst durch den neuen Jargon so inhaltlich entwertet wurde, wird mir dann erst nach einigem Nachdenken bewußt.

Es gäbe noch viele Wörter, die man täglich aus den Medien vernimmt, die klar vorgezeichnet in die medialen Fahrwasser geleitet werden, und die eigentlich nur gebräuchliche deutsche Wörter wären, wenn sie nicht andauernd von den Meinungsmachern mißbraucht würden. Denn das kommt hinzu, wird immer wieder vergessen: Die Meinungsmacher, die Umsetzer dieser Meinungen in die Praxis, formen nicht nur die sozio-ökonomischen Zustände dieser Gesellschaft um, sondern "entweihen" diese Sprache, machen sie zum linguistischen Patienten, zur Sprache, die irgendwann so leer ist an Aussagekraft, dass man sie nicht mehr benutzen will - und insofern man etwas damit ausdrücken will, sie auch gar nicht mehr benutzen kann, weil es an konkreten Worten fehlt. Da können manche noch soviel davon träumen, die deutsche Sprache ins Grundgesetz zu betten – solange man zuläßt, dass traditionell gebräuchliche Worte aus dem Deutschen in dieser Form entleert, mißbraucht und umgedeutet werden, ist das Deutsche auf dem besten Wege, zum inhaltslosen Idiom zu werden, ja sogar zur toten Sprache. Die Kreise, die das Deutsche zum grundgesetzlichen Wert erheben wollen, haben recht wenn sie behaupten, dass die deutsche Sprache verhunzt wird. Doch die Gefahr lauert nicht bei den Türken innerhalb Deutschlands, nicht bei den Anglizismen oder anderen Sprachvermischungen – die deutsche Sprache ist genau betrachtet, wie die meisten Sprachen, eine einzige große Sprachvermischung -, sondern bei denen, die glasklares Deutsch sprechen, aber die Begriffe so sinnfrei umdeuten, dass damit kein sinnvoller Satz mehr formulierbar scheint.

Für mich gibt es heute deutsche Worte, die eigentlich vollkommen unverdächtig wären, wenn sie nicht dauernd vergewaltigt würden. Ich hätte nichts dagegen, auch mal Leistung abzufordern, wenn ich nicht wüßte, wie der Begriff heute untermalt und verstanden wird – aber so, mit diesem Vokabular der Menschenverachtung, fällt es mir schwer. Mehr und mehr wird die deutsche Sprache, die für mich in ihrem Klang zwar nicht melodiös, dafür jedoch in ihrer Ausdrucksvielfalt wertvoll ist, zur Sprache der Dummheit, zur Sprache ohne Seele, die ich nicht mehr sprechen und teilweise nicht mehr schreiben will. Als Oskar Schindler "seinem" Listenschreiber Itzhak Stern sagte, er würde natürlich auch auf die Liste kommen und er würde eine Sonderbehandlung erhalten, da antwortet ihm Stern, dass er wüßte, was „Sonderbehandlung" hieße, er habe mehrfach Dokumente gesehen, die von „Sonderbehandlung" berichteten. Schindler meinte, Stern wisse aber doch, wie er das meine und überhaupt, müsse man denn eine ganz neue Sprache erfinden. Sterns Antwort: „Ich glaube schon." – So weit bringen es auch jene, die mittels Sprache die Menschen manipulieren, sie verdummen, sie abrichten, sie zu ihren Nutzvieh degradieren. Sie bringen es so weit, dass wir uns eine neue Sprache ersinnen müssen, weil wir die althergebrachten Begriffe nicht mehr für aussagekräftig genug halten, für leere Worthülsen, mit denen kein Satz zu machen ist.

Bis aber die Deutschromantiker, die meinen, eine deutsche Sprache gesichert durch das Grundgesetz, könne dieses Land vor dem Untergang retten, ihr Vorhaben umsetzen, da gibt es diese zu schützende deutsche Sprache gar nicht mehr – was bleibt ist eine Sprache, die mal die Sprache der Deutschen war, aber dann so verdreht und ausgehöhlt wurde, dass sie nurmehr eine Art Neusprech ist, mit dem sich kaum mehr etwas Tiefgründiges ausdrücken läßt.
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Radio Utopie: Die Hoffnung eines Lukas Podolski
12/13/2008 02:07 AM

Das Lukas Podolski (23) den FC Bayern verlassen will und wird, steht ausser Frage. Es bleibt nur das „wann“ und „wohin“. Es wird zwar immer prognostiziert dass er unbedingt zurück nach Köln möchte, dies darf aber aus verschiedenen Gründen angezweifelt werden. Schließlich wäre er schon 2006, nach intensiven Gesprächen, fast in Hamburg gelandet.


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murdelta: links zum klicken, tauschen und lieb haben
12/13/2008 01:59 AM

ich schaetze mal, dass die leser hier, mir nicht unbedingt alle auf identi.ca bzw. twitter folgen und/oder meine soup lesen. deshalb habe ich mal ein paar ausgewaehlte links der letzten tage und wochen zusammengekratzt, die mir alle keinen eigenen blogeintrag wert waren, aber nicht unerwaehnt bleiben sollen:

* ESO CC-Licensed Photo and Video
* dafont.com - a collection of free fonts
* “Es geht nicht um Terror”
* Petition gegen ePersonalausweis eingereicht
* bedpost.com offers zero social networking features, but masturbation tracking ;)
* fickr.org - bullshit science
* Minister für Liebe verkündet [pic]
* D’oh! I’m a modern icon: He’s a fat yellow moron who’s just won the Turner Prize. So why DOES the world love Homer Simpson?
* Call Wolfgang (2008) - terrorist generated content
* 20 Vector Graphics Editors Reviewed
* joerg haider und stefan “lebensmensch” petzner auf soup.io
* Old Soviet Christmas card collection
* The Funniest Flowcharts on the Internet!
* They say that in a down economy and stock market, one industry that will undoubtedly do well is alcohol.
* Videos aus der ZDF ARD 3Sat - Mediathek laden (Teil 1)

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Neues vom Vlaams Belang: Roeland Raes wegen Holocaust-Leugnung verurteilt, Frank Vanhecke hat auch schon wieder Ärger, und was das übrige Personal so treibt
12/13/2008 12:59 AM

Heute wurde das Urteil gegen das VB-Führungsmitglied Roeland Raes verkündet: 4 Monate Gefängnis mit Bewährung. An das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung und den Dachverband jüdischer Organisationen muss er darüberhinaus 1.000 Euro Entschädigung zahlen. Zwar legte er seine Ämter nun endgültig nieder, doch laut Extreemrechts in Vlaanderen ist er weiter für den "Studiedienst" des VB tätig. Und Frank Vanhecke hat das nächste Ding an der Backe. Und auch das restliche Personal bietet weiter Unterhaltung.




Roeland Raes und sein VB-Umfeld hatten wir hier schon ausführlich gewürdigt. Und auch Frank Vanhecke lässt wieder von sich hören.

Nun, dass Roeland Raes verurteilt worden ist, war vorauszusehen. Und auch Frank Vanhecke hat das neue Problem eventuell kommen sehen: ein kamerunstämmiger Belgier hat ihn angezeigt. Vanhecke habe in einem Interview mit dem französischen Sender A2 gesagt, die Frankophonen würden sich in Belgien wie Kolonialherren aufführen und die Flamen wie (Zehn) kleine Negerlein ansehen. Der Kläger fand, dass das die Erniedrigung der Kolonisierten unter den Kolnialregimen verharmlose, und reichte Klage ein. Das zwar schon 2007, aber die Behörden von Brügge waren halt etwas langsam. Noch findet Vanhecke das voll lustig.

Und Herbert Verbeke wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht. Er hatte sich mit einer philippinischen Schwägerin gezankt und stundenlang in einem Copyshop verschanzt:


Original Video- More videos at TinyPic


Die Brüder Verbeke, Herbert und Siegfried, gehörten dem Vlaams Militanten Orde an, der zum Umfeld des VB gerechnet wird. Bis 1995 war Siegfried Verbeke Mitglied im Vlaams Blok und eines der Gründungsmitglieder; der verlinkte Beitrag von Yelloman zeigt eine lange Liste von Vergehen und Strafen für beide. Verbeke führt einen Verlag, in dem er u.a. die Schriften von Germar Rudolf vertreibt und alles, was den Holocaust-Leugner sonst noch interessiert. Der jetzt verurteilte Roeland Raes hat für eine von Verbeke herausgegebene Publikation - Haro - gearbeitet.

Und ein Ex-Top-Ermittler gibt seinen Senf zur Verhaftung von sechs mutmaßlichen al-Qaida-Mitgliedern und erzählt uns, was der französische und amerikanische Geheimdienst den belgischen Kollegen schon lange erzählt hat. Was sagt uns das? Er ist wohl auch Geheimdienstexperte, was wir bislang noch überhaupt nicht gewürdigt hatten.

Und was wir schon lange mal erzählen wollten: Der VB hat weitere fähige Leute, die zu gut waren für die belgische Polizei. Johan Demol zum Beispiel, den Spitzenkandidaten für 2009 in Brüssel. Polizist seit 1976, seit 1979 Führungsmitglied einer rechtsextremen Privatmiliz, ebenfalls berüchtigt für "haarde aanpak". Wurde 1998 aus dem Polizeidienst entfernt.







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emplify: Webmontag in München - 08.12.2008
12/13/2008 12:19 AM

Am Montag war der erste rein technisch ausgerichtete Webmontag. Die Flex Usergroup sowie die PHP User Group hatten Mihai Corlan von Adobe geladen, der ein wenig über Flex referieren sollte. Während Adobe die Getränke und das Essen gesponsort hat, hat Optaros die Location gesponsort. Dafür erstmal vielen Dank.

Durch die klare Ausrichtung, waren auch die Vorträge etwas Webmontag untypisch sehr viel länger. Gerade der Flex Vortrag ist hier nur teilweise gut angekommen, unter anderem wegen der Länge.

  1. Der Vortrag war mehrheitlich vor einem Entwicklerpublikum auf absolutem Einsteiger Niveau gehalten (und genau von denen waren nur sehr wenig da). Wie ein Debugger funktioniert, wissen die meisten. Damit zu zeigen, wie man also auch bei Flex sich den Status einzelner Variablen anschauen kann, ist somit nur begrenz neu.
  2. Pausen. Bei der Demonstration hat mal hier und da etwas nicht funktioniert, was zur längeren Fehlersuche geführt hat. Das ist der Grund, warum man Livedemos nur machen sollte, wenn man sich absolut sicher ist. Ansonsten ist das Publikum extrem schnell gelangweilt. Ich bin ja Freund von Videos und Screencasts.
  3. Ich als Entwickler habe nicht einen Grund gesehen, mir das Framework näher anzuschauen. Zum einen mag ich deklarative Generatoren nicht, die mein Programm in XML beschreiben (ZK hat ja einen ähnlichen Ansatz und es ist mir einfach nicht sympathisch). Zum anderen wurde es dann noch unübersichtlicher, als ActionScript Code mit in dieses XML versenkt wurde. Das war auch einer meiner Hauptkritikpunkte dem Vortragenden gegenüber, der mir dann zwar gesagt hat, das Flex PureMVC unterstützt. All das hätte aber in den Vortrag gehört, vor allem, wenn man anderen Entwicklern gegenüber steht.
Der letzte Vortrag ging dann noch über Dojo, und war interessant, wenn man es noch nicht kannte. Viel interessanter aber waren die Unterhaltungen dazwischen. Im Moment ist geplant, im Februar/März eine rein technische Veranstaltung an einem Wochenende mit Vorträgen aus möglichst vielen Disziplinen zu halten. Da die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe, die ewigen "mein Framework ist viel geiler als deins" Vorträge leid sind, wäre ein "Integration Day" eigentlich das beste, was man machen kann. More to come zu dem Thema. Es haben sich auch schon Sponsoren angekündigt, so dass es eigentlich nur noch um die Organisation geht. Hoffentlich verschlafe ich das nicht wieder wie das Barcamp. [Link] [Cache]

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