Thursday, March 5, 2009

Parteibuch Ticker Feed: 2008-12-25

Parteibuch Ticker Feed: 2008-12-25


SaarBreaker: Wie man Kriminalität wirkungsvoll bekämpft
12/25/2008 11:35 PM

Der ukrainische Innenminister Jurij Luzenko macht vor, wie man Kriminalität am wirkungsvollsten bekämpft:

“Ich bestehe mit Nachdruck darauf, dass in der Ukraine keine erschrecklichen Kriminalitätsraten registriert sind. Das Innenministerium ist zum effektiven Widerstand der Kriminalität fähig. Wir halten alles unter Kontrolle,” (Quelle)

Das wäre doch auch etwas für Schäuble gewesen:

Ich bestehe mit Nachdruck darauf, dass wir in Deutschland Terroristen haben…


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SaarBreaker: Billigere Arbeitskräfte braucht das Land
12/25/2008 11:35 PM

Man muss sich wirklich fragen, ob der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), der auch noch Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist, noch alle Tassen im Schrank hat? Er hält Kurzarbeit für die „richtige Antwort" auf den Nachfrageeinbruch und will deshalb die Kurzarbeit für Unternehmer billiger machen. Außerdem hält Laumann, wie auch alle anderen Wirtschaftslobbyisten und machtgeilen Bonzen, nichts von Steuersenkungen. Mehr Geld für die Wirtschaft und billigere Arbeitskräfte sollen es richten.

In einem AP-Interview hält er Investitionen sinnvoller als Steuersenkungen für das Volk (Focus):

Von Steuersenkungen zum jetzigen Zeitpunkt halte er dagegen gar nichts. „Ich glaube nicht, dass wir damit die Konjunktur anreizen", betonte Laumann. Wesentlich sinnvoller seien Investitionen, die schnell zu mehr Nachfrage führten. „Wir müssen stark in die Infrastruktur investieren, in Schulen, Uni- und Krankenhausgebäude oder in die Breitbandverkabelung ländlicher Gebiete", sagte der CDU-Politiker. Wenn sich der Staat wegen der Konjunkturkrise schon schwer verschulde, sollten dabei auch bleibende Werte geschaffen werden. Durch das Vorziehen von Investitionen könne sich der Staat nach der Krise dann wieder erheblich zurückziehen. „Diese Luft kann man dann nutzen, um die Schulden dann wieder abzubauen", erklärte der CDA-Vorsitzende.

Wie soll ich das verstehen? Meint dieser Dummkopf damit tatsächlich, dass das Volk, wenn es hundert Euro mehr im Monat hätte, diese niemals ausgeben würde? Oder kann ich mich auf meinem Verstand verlassen und sagen, damit würden wir die Konjunktur ankurbeln?

Investitionen in Bildung sind immer gut, helfen aber nicht im mindesten die momentane Krise zu meistern. Diese Vorschläge sind augenwischerei und dienen nur einem Zweck, Geld in die Wirtschaft zu pumpen, die sich nach wie vor in einer miserablen Auftragslage befindet.

Als Chance der Krise bezeichnete Laumann die Erkenntnis, „dass auch in Zeiten der Globalisierung ein internationaler Ordnungsrahmen wichtig ist". Man brauche ihn an den Finanzmärkten und zur Regelung von Wirtschaftsmärkten. „Wir brauchen jetzt keine Demonstrationen mehr gegen, sondern für einen G-8-Gipfel, weil wir die Chance haben, die Idee der sozialen Marktwirtschaft international durchzusetzen", sagte er.

Was für ein Schwachsinn! Die Globalisierung hat uns doch erst dahin gebracht, wo wir heute sind – mitten in einer Finanzkrise, die in einer schweren Rezession enden wird. Durch die Globalisierung wurde es der Wirtschaft erst möglich, den Binnenmarkt zu vernachlässigen und stattdessen auf Exportwirtschaft zu setzen. Man wollte das ganz große Geschäft machen. Und nun? Die ausländischen Märkte sind weg gebrochen und die Autoindustrie steht plötzlich ohne Nachfrage da und mit ihr viele Zulieferer. Das war eine äußerst kluge Entscheidung! Denn damit wurde zeitgleich die deutsche Lohnpolitik globalisiert und die Löhne gedrückt.

Worum es in Deutschland und EU-weit geht, ist nicht etwa – wie viele annehmen - die drohende Rezession durch geeignete Maßnahmen zu bremsen, sondern um eine Neuausrichtung der „sozialen Marktwirtschaft". Diese „sozialen Marktwirtschaft", wie es diese Herrschaften nennen, bedeutet aber nichts anderes als noch billigere Arbeitskräfte.

Mit Leiharbeitern und mit den vom Bundessozialgericht zur Zwangsarbeit verurteilten will man offensichtlich gegen die Rezession ankämpfen. Das erklärt auch warum das Geld in die Banken und Wirtschaft fließt und wirksame Maßnahmen, wie etwa Steuersenkungen, kategorisch abgelehnt werden. Wirklich toll! Mehr Armut für die Armen und mehr Reichtum für die Geldgeilen!

800 Tafeln gibt es inzwischen in Deutschland, die weit über einer Million Menschen versorgen müssen. Das hat diese verlogene Regierung zu verantworten!


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SaarBreaker: Neuer Angriff auf das Grundgesetz
12/25/2008 11:35 PM
Hans-Jrgen Papier
Hans-Jürgen Papier

Hoher Gerichtshof der Öffentlichen Meinung, ich beginne nun mein Plädoyer für den Beklagten, die Verfassung.

Für ihren nächsten Zersetzungsversuch am Beklagten hat sich die Bundesregierung gestern einen effektiven Verbündeten an günstiger Stelle gesucht. Diesmal übernahm ausgerechnet Hans-Jürgen Papier, Vorsitzender des Bundesverfassungsgerichtes und Mitglied der CSU, den Part als Staatsanwalt der Regierung die Verurteilung des Beklagten Grundgesetz zu fordern.

Es soll wieder einmal in Haft genommen werden für die üble Sabotage der Ankläger, die es einfach nicht umsetzen.

Gestern schrieb das “Hamburger Abendblatt”, unter Bezug auf das geplante “Konjunkturpaket” der Bundesregierung, welches angeblich 40 Milliarden Euro umfassen soll:

“Der Gerichtspräsident forderte strengere Verschuldungsregeln für Bund und Länder. Es sei richtig, dass die Föderalismuskommission eine rigidere Schuldenbremse schaffen wolle, betonte Papier. `Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass dieses Ziel trotz widriger Umstände auf der Tagesordnung bleibt.` Eine Möglichkeit sei, ein absolutes Schuldenverbot, das nur in wirklichen Notzeiten durchbrochen werden dürfe, im Grundgesetz zu verankern. Die gegenwärtigen Verschuldungsregeln hätten sich `als unzureichend erwiesen`.”

Hieran stimmt nichts. Nur Ungebildete - dass heisst: im Lesen und Verstehen Ungeübte - werden irgendeinen logischen Sachzusammenhang zwischen aufkommender Wirtschaftskrise und Zusammenbruch des Bankensystems mit dem deutschen Grundgesetz erkennen können.
Viel näher liegt ein Sachzusammenhang mit der desaströsen Politik derjenigen, die hier das Grundgesetz in die Verantwortung ziehen wollen: die Bundesregierung.

Deren Mitglieder wirken wie bewusste Saboteure der Republik, auf politischer, wirtschaftlicher, finanzieller, kultureller, gesellschaftlicher, rechtlicher und vor allem: verfassungsrechtlicher Ebene.

Verfassungsgerichtspräsident Papier reiht sich nun nahtlos in die Berliner Chunta ein, welche nichts anderes mehr zu versuchen scheint als sowohl jeden Hemmschuh für ihre eigene Destruktion des Landes, als auch die Grundrechte von dessen Bürgern loszuwerden.
Seit Monaten wird zu diesem Zweck im Zuge eines generalstabsmässig exekutierten Grossangriff gegen unsere Verfassung in regelmässigen Abständen eine neue Politsau durch das Regierungsdorf getrieben. (Quelle: Radio Utopie)

Weiterlesen bei Radio Utopie…


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Querdenkerforum: Gewaltenteilung / Gewaltentrennung
12/25/2008 11:32 PM
Gewaltenteilung ist die Verteilung der Staatsgewalt auf mehrere Staatsorgane zum Zwecke der Machtbegrenzung und der Sicherung von Freiheit und Gleichheit. Nach historischem Vorbild werden dabei die drei Gewalten Gesetzgebung (Legislative), Vollziehung (Exekutive) und Rechtsprechung (Judikative) unterschieden. Ihren Ursprung hat das Prinzip der Gewaltenteilung in den staatstheoretischen Schriften von John Locke und Montesquieu (Vom Geist der Gesetze, 1748), die sich gegen Machtkonzentration und Willkür im Absolutismus richteten.

Heute wird das Prinzip der Gewaltenteilung überwiegend als Bestandteil jeder Demokratie betrachtet. Allerdings wird diskutiert, ob die Verschränkung der Gewalten durch eine enge Zusammenarbeit und Verzahnung der Staatsorgane dem ursprünglichen Gedanken der Trennung der Gewalten zuwiderläuft und durch Lobbyismus und andere Einflussnahme die zentrale Stellung des Parlaments in Frage gestellt wird. In der öffentlichen Wahrnehmung wird die Bedeutung einer unabhängigen Presse oft höher eingeschätzt, weshalb diese gelegentlich informell auch als Vierte Gewalt bezeichnet wird.

Neben der horizontalen Ebene der Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Rechtsprechung kann zwischen staatlicher Gewalt und kommunaler Selbstverwaltung eine vertikale Form der Gewaltenteilung ausgemacht werden, die in einem Bundesstaat um ein weiteres Element (Gliedstaat mit eigenen Machtbefugnissen) erweitert wird.


Quelle: Gewaltenteilung[Link] [Cache]
Radio Utopie: 100 Blogger gegen Berlusconi
12/25/2008 11:09 PM

Nun stellen Sie sich vor, beim Einbau eine Solaranlage No al suicidio energetico! oder einer ökologische Heizungsanlage oder ein FCKW-Freien Kühlungsanlage, kommt die Regierung ihnen entgegen mit Fördermitteln in Höhe von 55% der gesamt Kosten. Darauf hin haben tausende von Italiener Umbaumaßnahmen schon injiziert in Wert von 850 Millionen ⁈ ca. Ist das nicht toll? So geschieht es eben in Italien. Nun aber kommt das böse Erwachen ...


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Carluv: Aus nahe liegenden Gründen…
12/25/2008 09:20 PM

…wird der Autor dieses Blogs von den drei K (Kinder, Küche, Kirche (Sogar sitzend!)) von ausführlichen Blogbeiträgen abgehalten. Und das ist auch gut so.
Schöne Feiertage!

Posted in Uncategorized Tagged: Weihnachten
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Politik: War die RAF ein 'Verfassungsschutz'-Projekt?
12/25/2008 09:12 PM

Gängelband-Terrorgruppen

Von Karl Weiss

Anlässlich der Freilassung des Ex-Terroristen Klar liest man wieder viel über die Terrorgruppe RAF. U.a. muss sie selbst heute noch, Jahrzehnte nach ihrem Untergang, als Begründung für die Schaffung des gläsernen Bürgers herhalten. Das BKA-Gesetz, gerade vom Bundesrat verabschiedet, erlaubt es, jeden beliebigen Bundesbürger (und auch Ausländer) vollständig zu überwachen, am Telefon, im Internet, im privaten Computer, in der Wohnung, mit Mikrofon und mit Kamera – man muss nur vorgeben, derjenige könnte eventuell irgendwie mit Terrorismus in Zusammenhang stehen – wobei unter Terrorismus vor allem verstanden wird, man wolle das bundesdeutsche Regime verändern. Das alles ohne auch nur den Ansatz eines konkreten Verdachtes.

Da ist es also nun umso interessanter, wenn Einzelheiten über die damalige Terrorgruppe RAF ans Tageslicht kommen, die schwerste Zweifel darüber aufkommen lassen, ob es je eine selbständige Terrorgruppe RAF gab, die nicht am Gängelband des Verfassungsschutzes geführt wurde. Am Anfang, als es sich noch nicht um eine Gruppe im Untergrund handelte, war es nichts weiter als eine Gruppe von Anarchisten, in der Ulrike Meinhoff und Andreas Baader die wichtigste Rolle spielten.

Nun gab es in der Geschichte schon andere Anarchisten, die zum Mittel der Terroranschläge gegriffen hatten, aber diese Gruppe hatte zu jener Zeit damit nichts zu tun. Dann aber bekam die Gruppe Zulauf (alle, die damals schon erwachsen waren, erinnern sich an die Gesucht-Plakate mit einer grossen Anzahl von Portraits und Namen), nannte sich nun RAF und ging in den Untergrund. Von dort aus hat man eine Anzahl von Attentaten beganen und eine Anzahl von Menschen umgebracht.

Nun hat aber Michael Buback, der Sohn des bei einem dieser Attentate getöteten damaligen General-Bundesanwalts Buback, vor kurzem ein Buch veröffentlicht („Der zweite Tod meines Vaters"), das schwerste Zweifel aufbringt, ob es sich da wirklich um eine selbständige Terrorgruppe handelte oder um eine am Gängelband des „Verfassungsschuzes".

Buback, Chemie-Professor an einer Universität, also an akribische wissenschaftliche Arbeit gewöhnt, wollte wissen, wer wirklich seinen Vater umgebracht hat. Er stiess dabei auf offensichtliche Ungereimtheiten. So lagen bei der Staatsanwaltschaft bereits vor 25 Jahren Aussagen vor, die ein Mitglied der Gruppe mit Namen Wisniewski als einen der Täter des Buback-Mordes identifizierten. Dieser Spur wurde aber bis heute nicht nachgegangen – ja, es wurde überhaupt keine Ermittlung gegen Wisniewski begonnen. Es besteht der intensive Verdacht, Wisniewski war Spitzel des Verfassungsschutzes in der Gruppe.

Nun ist der Sohn des Getöteten, der die Recherchen über Jahre zusammen mit seiner Frau führte, noch auf eine Reihe anderer Ungereimtheiten gestossen. So gibt es zum Beispiel klare Aussagen von Zeugen, die Person auf dem Rücksitz eines Motorrads, die mit einer automatischen Waffe die tödlichen Schüsse abgab, sei klein und zierlich gewesen. Man habe den Eindruck von einer Frau gehabt. Nun – es wurde nie eine Frau wegen dieses Verbrechens angeklagt. Man weiss aber, dass Verena Becker zu jener Zeit Teil der Gruppe war und dass sie klein und zierlich ist. Als Frau Becker verhaftet wurde, fand man bei ih die Karlsruher Tatwaffe. Warum wurde dieser Spur nie nachgegangen? War Frau Becker eventuell auch Verfassungsschutz-Spitzel?

Ausserdem gibt es die „Zeugen vom Vortag": Einen Tag vor dem Anschlag brachte in Karlsruhe (Sitz der Bundesanwaltschaft) eine unvorsichtig geöffnete Autotür ein Motorrad ins Schlingern, auf dem vermummte Personen waren, genauso wie am darauffolgenden Tag beim Anschlag. Wahrscheinlich waren es die gleichen Personen, die dann einen Tag später wirklich den Anschlag durchführten. Die Zeugen dieses Vorfalls am Vortag wurden damals nicht vernommen. Hätten sie unerwünschte Aussagen machen können, die einen (oder mehr) Verfassungsschutz-Spitzel hätten auffliegen lassen können?

Wenn der Verfassungsschutz mit einem Spitzel an diesem Anschlag beteiligt war, so hat auch die Bundesregierung Blut an ihren Fingern, nicht nur die Gruppe RAF. Wenn es – und dafür spricht Vieles – Wisniewski und Becker waren da auf dem Motorrad und beide Verfassungsschutz-Spitzel waren, so war es sogar eine Bundes-Mordtat, die nur indirekt etwas mit der RAF zu tun hat. Schwerwiegende offene Fragen!

Das alles geschah zur gleichen Zeit, als erwiesenermassen Bundes-Agenten ein Loch in die Mauer des Gefängnisses von Celle sprengten, was sie den „Terroristen" in die Schuhe schieben wollten, denn dort sassen Gesinnungsgenossen ein. Ein weiteres Indiz für eine weit intensivere Beteiligung offizieller Stellen der Bundesrepublik an Dingen, die man „Linksradikalen" zuschreibt, als es offiziell angegeben wird.

Und da gibt es die NPD, die nur deshalb nicht verboten werden konnte, weil sie so völlig von „Verfassungsschutz"-Mitarbeitern durchsetzt ist, dass man nicht mehr unterscheiden kann, was sind Worte und Taten der NPD und was solche des „Verfassungsschutzes". Sollte es eventuell schon vorher eine Organisation gegeben haben, die so völlig unter dem Kartell des „Verfasungsschutzes" stand, dass ihre Taten nur durch massivste „Ermittlungs-Pannen" den tatsächlichen Gruppenmitgliedern zugesprochen werden konnten? Die RAF?

Interessant in diesem Zusammenhang auch wieder die Haltung der bundesdeutschen bürgerlichen Medien. Über das Buch von Buback wurde zum Teil gar nicht, zum Teil mit schweren Auslassungen berichtet. Die schweren Verdachtsmomente gegen die Bundesregierung wurden beiseite gelassen. Selbst in einem Interview, das Buback der „Süddeutschen" aus Anlass der Freilassung von Klar gab, kommt das Wort „Verfassungsschutz" nicht ein einziges Mal vor, hier: http://www.sueddeutsche.de/politik/599/452304/text/

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, http://www.koufogiorgos.de


Waren es damals die Anarchisten, so sind heute die Islamisten zum Staatsfeind Nr. 1 geworden. Und das Schema gleicht sich: Wiederum kann man z.B. bei den „Sauerland-Bombern" das Wirken von Bundes-Agenten feststellen, die aber nicht auftauchen und Zeugenaussagen machen, sondern die man heimlich aussteigen liess, Bevor man zuschlug.

Auch in diesem Fall extrem verdächtige Umstände. Es wurde Wasserstoff-Peroxid-Lösung gekauft, obwohl man damit und mit anderen Zuataten überhaupt keinen handhabbaren Sprengstoff herstellen kann, es sei denn, man hätte eine Chemiefabrik und extrem spezielle Fachkenntnisse. Einen Monat vor den Festnahmen im Sauerland schreibt „Focus"ganz offen über diese angebliche Terrorgruppe, aber die macht wohlgemut weiter. Der Verdacht eines „agent provocateur" liegt auch hier extrem nahe. Näheres in diesem Artikel: http://karlweiss.twoday.net/stories/4249087/

Ähnlich auch der Fall der vier „britischen Jungs", die jene Attentate in London im Juli 2005 unmöglich ohne deutliche Hilfe von aussen begangen haben können. Aber genau das behauptet der englische Untersuchungsbereicht. Auch hier der klare Verdacht, ein „agent provocateur" hat die unbedarften erzürnten Muslims angeleitet, um Anlass für den Abbau der bürgerlichen Rechte zu liefern.

Ganz ähnliches bei dem grossen Terroranschlägen in Madrid ein Jahr vorher, die 200 Menschenleben forderten. Islamisten, die überhaupt nicht genug Kenntnisse für einen so umfangreichen und komplizierten Anschlag haben. Polizeispitzel in der Gruppe. Einer dieser Spitzel hat sogar den Sprengstoff besorgt, mit dem die Anschläge durchgeführt wurden. Auch hier klare Hinweise auf „agent provocateur", auf eine „Gängelband-Gruppe".

Fangen wir nicht davon an, von den vielen Zweifeln an der offiziellen Version des Ablaufs und der Täter der Anschläge des 11. September 2001 zu reden.

Die RAF, 9/11, Madrid, London, die Sauerland-Bomber: Einzelteile setzen sich zu einem Puzzle zusammen: Staatsmacht hilf beim Terror mit. Es geht um Vorwände, die noch vorhandenen freiheitlichen Rechte abzuschaffen, denn man weiss, man wird auf Widerstand stossen. Die Völker werden sich diese Zustände nicht so einfach gefallen lassen. Darauf will man mit viel Stasi vorbereitet sein. Nur sollte man sich das Ende der Stasi ansehen. Vielleicht stehen diese Herren eines Tages auch am Ofen, wo sie die Akten verbrennen wollen, die ihre Taten belegen.

Quelle: Berliner Umschau

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politplatschquatsch: Stochern im Nebel
12/25/2008 07:50 PM
Die andere Platschquatschagentur, nämlich ddp, vermeldet verblüffende Hinweise in der Causa Mannichl: "Im Fall des Attentats auf den Passauer Polizeichef haben sich neue Zeugen bei den Ermittlern gemeldet. Sie reagierten auf die zwei am Dienstag veröffentlichten Phantombilder. Über die Qualität der neuen Hinweise wollte er sich noch nicht äußern: «Wir müssen das erst überprüfen.»"

PPQ fasst kurz zusammen:
1.) Es gibt Menschen, die irgend welche anderen Menschen gesehen haben.
2.) Eine 50-köpfige Sonderkommission fahndet nach vier Männern und einer Frau, von denen wiederum keiner weiß, ob sie tatverdächtig sind oder einfach nur irgendwo anwesend waren. Immerhin: Die Gesuchten hielten sich wie viele andere hunderte Menschen am selben Tag in Fürstenzell auf wie Mannichl.
3.) Die Phantombilder zeigen unter anderem eine Frau mit einem Piercing über dem rechten Auge sowie einen Mann mit einer «Hahnenkamm-Frisur» - was nach Meinung der Polizei streng auf NPD-Mitgliedschaft oder ähnliches hindeutet, bisher aber eher als das Gegenteil bekannt war.
4.) Eine mafiöse Struktur rechtsextremer Dunkelmänner ist so clever, alle Spuren zu verwischen und sogar das Tatwerkzeug zufällig am Tatort zu platzieren.

Wenn man das Ganze ernst nimmt, kommt jetzt noch ein neuer Hinweis:

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Tammox: Schlimmer Finger zu Weihnachten
12/25/2008 07:15 PM
Ein Kalifornier ist noch berühmter als Schwarzenegger:
Rick Warren, ultrakonservativer Pastor der Saddleback Church bepredigt jede Woche Myriaden Menschen. Time listete ihn unter den "15 World Leaders Who Mattered Most in 2004" und den "100 Most Influential People in the World (2005)" auf.
Christianity Today nannte ihn den einflussreichsten Pastor überhaupt, Newsweek schwelgte ihn hoch zu den „15 People Who Make America Great" und so weiter und so fort - devot buckeln die Medien vor seiner ungeheuren Bedeutung.
Marketing ist alles - in der Flut von amerikanischen religiösen Ratgeberbüchern, setzte sich Warrens göttlicher Erguss The Purpose Driven Life (deutsch Leben mit Vision) jahrelang an die Spitze der Bestsellerlisten. Er bietet es inzwischenb praktisch in 4er- 12er- oder 16er Packs an: Irre günstig zum Beispiel: The Purpose Driven Life, Case of 16 Hardback Books für nur 176 Dollar.
Keine ganz einfache Sache in den von religiösen Schreiberlingen heiß umkämpften US-Markt.
Warren aber hat mal ganz was Neues entdeckt - er kann nichts weniger als die ganze Welt retten.
Seine Wunderwaffe gegen Krieg, Hunger und Krankheiten:
Den Herren anbeten und evangelisieren!
Schließlich wissen wir ja alle aus der Bibel, wie es denen ergeht, die Gott loben und lieben, bzw was mit denen geschieht, die Gott nicht tumb und hirnfrei adorieren.
Das ist im Johannes-Evangelium klar gestellt:

Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. (Joh 3,18)

Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm. (Joh3,36)

Aha, dann habe ich mir DESWEGEN letzte Woche einen Hexenschuss zugezogen - ich bin Jesus gegenüber einfach zu ungehorsam und nun bleibt der Zorn Gottes auf mir.
So läuft das ja wohl in der Bibel: Anweisungen der Sohnes, die man glauben muß und wer sie nicht glaubt, dem reißt der vor Zorn und Sadismus getriebene Papi den Arsch auf.
Da wir gerade Weihnachten haben, hier noch ein bißchen O-Ton des Geburtstagskindes, von dem Rick Warren so angetan ist:

Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins. (Joh 10, 25-30)

Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. (Joh 12, 44-49)

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet. (Joh 15, 5-8)

Meiner Ansicht nach ist Jesus tatsächlich recht eindeutig - man soll gefälligst tun was er will, ansonsten geht es ab in die Hölle.
Rick Warren hat das auch genauso erkannt und fasst 2000 Jahre später die Megaprobleme der Welt (Facing the world's five giants!) kurz und knackig zusammen:
Here are the giant problems, as we see them:

1. The first global giant is spiritual darkness. Here's a startling truth: Billions of people have never even heard the name of Jesus Christ. Three thousand distinct people groups around our world wouldn't even know the name of Jesus if they heard it. The greatest giant in our world today is the fact that billions of people do not know Jesus Christ.

Daran mangelt es also der Welt - man hat noch zu wenig von Jesus gehört.

Gut, ich habe da eine leicht andere Auffassung - nachdem die Menschen von Jesus gehört haben, fochten sie 16.000 Kriege aus - die weit überwiegende Mehrzahl aus religiösen Gründen.
Insgesamt hat das Christentum der Menschheit schwer geschadet:
Allein im 30-Jährigen Krieg, dem Mega-Religionskrieg 1618 bis 1648, in dem es lediglich um die Vorherrschaft von zwei verschiedenen christlichen Sekten ging, wurden mehr Homo Sapiens gekillt, als im ersten und zweiten Weltkrieg zusammen.
Ganze Länder wurden komplett entvölkert - in Deutschland überlebte nur ein Drittel der Bewohner.
Es dauerte ein volles Jahrhundert, bis sich Europa einigermaßen wieder aufgrappelt hatte.

Mit Warren kann ich also schon im ersten Punkt so wenig konform gehen, daß ich seine Gigantproblem-Analyse 2 bis 4 gar nicht weiter diskutieren möchte. (lack of servant leaders around the world, poverty, disease, ignorance)

Erst wenn das Christentum überwunden ist und vor allem der missionarische Anspruch, also das Evangelisieren und das sich über andere erheben, überwunden ist, kann die Welt zu einem besseren Ort werden.

Ein nicht ganz unmaßgeblicher Mensch teilt bedauerlicherweise NICHT meine Ansicht:

Barack Obama hat sich den fanatisch gegen Schwule, Lesben und Befürworter der Wahlfreiheit bei Abtreibungen Hetzenden als Prediger für seine Amtseinführung gewünscht.
Warren wird das traditionelle Gebet halten.

So viel zum CHANGE nach 8 Jahren des Einflusses von Evangelikalen auf das Weiße Haus.[Link] [Cache]
Radio Utopie: Kriegspresse lanciert neue "Piraten"-Lügenorgie der Bundesregierung
12/25/2008 07:07 PM

FregatteKarlsruheDie Lügen und Kriegspopaganda der Berliner Regierung sind mittlerweile auf dem Niveau des Kaiserreiches im 19.Jahrhundert angelangt. Schlimmer noch: während in früherer Zeit noch wenigstens eine einzige, in sich plausible Version eines Ereignisses der Öffentlichkeit präsentiert wurde, gibt es jetzt regelmässig mehrere, sich widersprechende Versionen verschiedener Ereignisse, die dann innerhalb eines Tages bis zu den Abendnachrichten geradegebogen, gestanzt, ausgesiebt und abgeändert werden.
Nun wird weltweit von der Rettung des ägyptischen Frachters "Wabi al Arab" durch die deutsche Fregatte "Karlsruhe" vor "Piraten" berichtet.

Wieder einmal einzige Quelle für diese Information: Noel Choong, Chef des "Anti-Piraten-Zentrums" des "International Maritime Bureau" (IMB) in Malaysien. Es folgte umgehend die Bestätigung des Berliner Verteidigungsministeriums. Leider weiss man nicht genau für was.


 


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Der Demokrat: 90 Jahre Helmut Schmidt
12/25/2008 05:45 PM

Am 23. Dezember 2008 wurde einer der bedeutensten deutschen Politiker 90 Jahre alt: Helmut Schmidt.

Er ist nach meiner Ansicht neben Willy Brandt einer der moralisch integeren Nachkriegspolitiker Deutschlands, auch wenn in seiner Amtzeit als Bundeskanzler Geschehnisse wie die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut nach Mogadishu, die maßgeblichsten Angriffe der RAF auf das deutsch-kapitalistische Establishment und auch der NATO-Doppelbeschluss fielen.

Es war einer der wenigen Bundeskanzler, die seriös waren und stets zu ihren Entscheidungen standen, auch wenn sie, wie der NATO-Doppelbeschluss, unpopulär waren. Das was an Bundeskanzlern nach im kam, hatte wahrlich nie mehr die moralische Qualität eines Helmut Schmidt.

Ich habe vorgestern abend in der ARD eine Dokumentation und Inteview über/mit Helmut Schmidt gesehen, dass mir sehr gefallen hat. Sehr sehenswert!!!

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SaarBreaker: Temporärer Beitrag, der zur Formaterkennung verwendet wurde (8759facb-405c-4ed5-bb76-0ebdedbb3fb0 - 3bfe001a-32de-4114-a6b4-4005b770f6d7)
12/25/2008 05:34 PM

Dies ist ein temporärer Beitrag, der nicht gelöscht wurde. Löschen Sie diesen Beitrag manuell. (6b74b1e2-be61-45c3-9f9b-0bcc0341d955 - 3bfe001a-32de-4114-a6b4-4005b770f6d7)


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Wenn der Amtsschimmel wiehert oder: Neulich auf dem Arbeitsamt
12/25/2008 05:23 PM
Na gut, "neulich" - das ist inzwischen sieben Jahre her und die Arbeitsämter sind längst in "Arbeitsagenturen" umgewidmet worden, was aber bekanntlich keine qualitativen Verbesserungen mit sich gebracht hat. Weil ich jedoch einerseits wenig Lust habe, mir auch an den Feiertagen den Kopf über die drängenden Fragen der Gegenwart zu zerbrechen, andererseits aber etwaigen, die geschätzte Leserschaft dieses blogs befallende Entzugserscheinungen nicht Vorschub leisten möchte, hier nun eine etwas ältere Glosse aus meiner virtuellen Schublade.

A loser's diary


18.12.2001

Reine Formsache ...
Heute habe ich einen ersten Versuch unternommen, mich mal wieder als Arbeits-loser registrieren zu lassen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen ganz früh (8:30 Uhr) zum Arbeitsamt zu fahren. Natürlich bin ich NICHT rechtzeitig losgekommen, so dass ich erst so gegen 10:15 Uhr dort eintraf. Zum Glück(?) war das aber sowieso egal, denn vor dem Amt stand ein Möbelwagen, es wurden Büromöbel verladen und das gemeine Volk fand keinen Einlass. Immerhin erfuhr ich, dass es einen Notdienst auf dem Hinterhof gebe. Also nix wie hin und in die Schlange der anderen loser eingereiht. Als ich (relativ schnell) dran bin, erhalte ich einen Zettel, auf dem man mir die Vergeblichkeit meiner Bemühungen quasi quittiert und auf dem ferner steht, dass ich aufgefordert sei, bis spätestens Freitag erneut vorzusprechen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass ich dann bitte meine vollständigen, gültigen Personalpapiere vorlegen möge. Sowas liebe ich, da habe ich extra fünfzehn Mark für einen behelfsmäßigen Personalausweis ausgegeben, damit ich mich, solange ich auf die Fertigstellung meines neuen Ausweises warten muss, ausweisen kann bei den Behörden und dann gilt das Teil ungefähr genauso viel wie eine Schülermonatskarte aus Tokio in der Berliner U-Bahn.

Ergo bin ich anschließend zur Polizei gefahren, um mir dort mein neues "Personaldokument" aushändigen zu lassen. Jetzt besitze ich die neue überarbeitete Version - so halb und halb fälschungssicher - immerhin, wenn's denn irgendeinem nützt ...
Leider stellte sich im Laufe all dieser vormittäglichen Aktivitäten heraus, dass mein Fahrrad mehr oder weniger unfahrbar ist. Das Kettenblatt ist dermaßen runter, dass man am besten nur noch strampelt, wenn man sowieso schon rollt, andernfalls man Gefahr läuft, dass die Kette abspringt - so geschehen etwa drei- oder viermal - oder dass sie (die Kette) einfach durchrutscht.

Glücklicherweise ist mein Freund Gaston bereit, mir sein Rad für die nächste Zeit zu leihen, - ein Lichtblick, denn in diesem Jahr kriege ich das Geld für den überfälligen Austausch des Antriebs auf gar keinen Fall mehr zusammen. Und wenn ich mit der BVG fahren müsste, würde mich das etwa genau so viel kosten wie ein neues Kettenblatt nebst Kette schätze ich mal - eher mehr.

Um neunzehn Uhr hatte ich mich "kurz" aufs Ohr gelegt und prompt bis nach Ein Uhr durchgeschlafen, nun sitz ich hier, bin putzmunter - naja fast. Wohin mit der überschüssigen Energie? Verpuffen lassen - morgen wird sie mir dann höchstwahrscheinlich wieder fehlen, dabei sollte ich dringend versuchen, mir bei Gaston das Rad abzuholen. Ich glaube, ich schmeiß jetzt mal die Glotze an, wenn sonst nix kommt, kann man immer noch Space Night auf BR einschalten und dabei was lesen ....

20.12.2001
Heute früh machte ich meinen zweiten Versuch, mich arbeitslos zu melden. Was folgte war - wie anders könnte es sein auf einer deutschen Behörde -

eine Groteske allererster Güte.

Gestern abend gegen halb acht hatte ich mich kurz aufs Ohr gelegt. Gegen ein Uhr wachte ich auf, warf die Glotze an, schaltete sie wieder ab, setzte mich an den Computer und hackte ein bisschen auf der Tastatur rum, verlor jedoch schnell die Lust, warf die Glotze an, glotzte blöd, versuchte etwas zu lesen, ohne mich konzentrieren zu können, versuchte zu schlafen, ohne müde zu sein, was selbstredend nicht klappte; also Glotze wieder eingeschaltet und geglotzt bis gegen sechs Uhr früh, dann ausgehfein gemacht, Unterlagen zusammengesucht, auf das geliehene Fahrrad, geschwungen und zum Arbeitsamt geradelt.

Die Ankunft
Als ich dort eintraf, war es fünf Minuten vor acht und vor den noch verschlossenen Pforten dieser unentbehrlichen Einrichtung hatte sich bereits eine stattliche Loser-Traube gebildet. Immerhin blieb noch Zeit genug für eine Zigarette.

Acht Uhr. Pünktlich auf die Minute öffnen sich die Türen dieser hehren Hallen und - der Weg zur Baustelle ist frei. Überall wimmelt es von fleißigen Handwerkern und verschlafen dreinschauenden Beamten. Obwohl mein Blick schon beim Eintreten auf eine Tafel, auf welcher geschrieben steht: "A,B,C,D Erdgeschoss, Zimmer 51", gefallen ist, begebe ich mich zunächst zur Information beziehungsweise an das Ende der Warteschlange, die sich bereits vor dem Counter gebildet hat, um sicher zu gehen, dass nach dem Passieren der zwischen Eingangshalle und dem auf der Info-Tafel bezeichneten Zimmer sich befindenden Baustelle, in diesem auch tatsächlich jemand für mich Zuständiger zu finden sei. Nachdem der Arbeits-loser-Informant grünes Licht gegeben hat, überquere ich also die Baustelle und reihe mich erneut in eine - allerdings wesentlich kürzere - Schlange vor dem fraglichen Zimmer ein. Die Tür des Raumes steht weit offen, so dass man ungehinderte Sicht auf die fleißigen Mitarbeiter des Hauses hat.

Wir sehen: Ein ca 20 - 24qm großes Büro, in dessen Mitte sich ein großer, weißer und mit zwei Computern, deren je einer sich auf der rechten und der linken Seite befindet, bestückter Schreibtisch plaziert ist. Am rechten Arbytesplatz hat eine eher mager, denn schlank zu nennende Blondine von undefinierbaren rund dreißig Jahren ihre Tätigkeit bereits aufgenommen und macht den ersten loser fertig .. pardon.. fertigt ihn ab. Vor dem Rechner links sitzt ein korpulenter Mensch männlichen Geschlechts, glotzt auf den Bildschirm, dessen Inhalt sich von uns außen-vor-Bleibenden nicht erahnen lässt, glotzt, drückt eine Taste, - glotzt - glotzt - glotzt immer noch, drückt eine Taste, macht ein unzufriedenes Gesicht - glotzt - glotzt - drückt, glotzt - guckt mürrisch, bewegt aber außer seinem Mundwinkel nicht den kleinsten Muskel - naja, vielleicht hat er sonst ja keine Muskulatur - wer weiß.

Plötzlich naht, gleichsam aus dem Nichts, eine andere Mitarbeiterin dieser Anstalt, vermutlich in ein rotes Kostüm gehüllt, mittelblondgraumittevierzig und betritt das Bureau. Der dicke Mann murmelt ihr was zu, sie murmelt zurück, der Dicke rümpft die Nase, zieht die Brauen hoch - aha, er hat also doch noch ein paar Muskeln mehr, als man zunächst vermutet hätte. Sie murmelt weiter, woraufhin sich der Dicke -oh Wunder!-, widerwillig zwar, und sowas wie: "..grmbl ...aber da tut sich doch eh nix.." zurückmurmelnd, aber dennoch erhebt und aus der Höhe seiner aufrecht dastehenden Gestalt einen fragenden Blick auf das unter dem Tisch befindliche Computergehäuse wirft. Die Dame in Rot murmelt, der Dicke knurrt .... - etwas das vielleicht: "Soll ich etwa selbst unter'n Tisch krauchen?" bedeuten könnte. Die Rote nickt, der Dicke kraucht, sie bückt sich auch und mit vereinten Kräften gelingt den beiden offensichtlich sowas, wie eine erfolgreiche Reparatur, denn kaum hat der Klops seine alte Position wieder eingenommen und nach einer kurzen aber äußerst konzentriert wirkenden Glotzübung einen vorsichtigen Druck auf "any key" gewagt, da hellt sich seine Miene sichtlich auf. Die Rote murmelt sowas wie: ".. hab ich doch gesagt; der Stecker steckt nicht richtig..." und schwebt von hinnen, während der Dicke seine Glotz-und-drück-Übungen, die nunmehr offenbar von wasimmerauchfürwelchen Erfolgen gekrönt sind, schön langsam und vorsichtig fortsetzt.

Die Anmeldung
Fasziniert, wie ich bin, versäume ich fast, mich in das Zimmer zu begeben, denn schon bin ich an der Reihe. Die mehr magere, als schlanke Blondine ohne Gesicht nimmt meine Personalien auf, druckt irgendwas aus, das den oberen Rand eines DIN A 4 Bogens schwärzt, den sie dann akribisch auf Scheckkartengröße zusammenfaltet, am Rand mit einer Heftklammer versieht und mir mit (wahrscheinlich) feierlicher Mine überreicht. Ein Blick auf dieses Wunderwerk amtlicher Faltkunst belehrt mich, dass es sich dabei um meine Kundenkarte, die ich bei weiteren Besuchen des Amtes stets bei mir zu führen haben werde, handelt. Welch ein Fortschritt; bei meinem letzten Besuch vor gut drei Jahren wurde diese Rolle noch von einem schlichten Zettel mit Stempel gespielt, den ich, ihn für ein bloßes Schmierblatt haltend, schleunigst im nächsten Mülleimer versenkte, was einigen nicht unbeträchtlichen Ärger bei meiner nächsten Vorsprache zur Folge hatte. Inzwischen hat die Undefinierbare weiteres Papier bearbeitet, drückt mir dieses in die Hand und weist mich an, Raum 5x aufzusuchen und dort zu warten, bis ich aufgerufen werde.

Ich latsche also rüber zu diesem Raum, vor dessen Tür ein Bengel steht, der heute wohl der erste Kunde der Unbeschreiblichen gewesen ist und hier nun ebenfalls auf Einlass wartet. Wir kommen ins Gespräch und ich erfahre, dass er die Zeit bis zum Ersatzdienst, der im April beginnt, irgendwie überbrücken muss und dass er im Sommer Abitur gemacht hat. Er sorgt sich jetzt um etwaige Wartesemester. Ich, der ich mich in dieser Hinsicht schon schlau gemacht habe, kann ihn aber beruhigen, indem ich ihm erkläre, dass seine Wartesemester ab Datum des Abi automatisch laufen. Wenig später gesellt sich eine sympatisch dezent angefreakt wirkende Dame von rund fünfzig Lenzen zu uns, beteiligt sich zunächst nicht an unserer Unterhaltung, lauscht aber interessiert. Die Undefinierte aus Raum 51 taucht auf, betritt das Büro, und verlässt es wenig später freudig erregt mit einer großen Packung von Ferrero Schoko-Spezialitäten in der Hand. Die angefreakte Dame macht eine Bemerkung, die Interesse erahnen lässt, worauf die nichtweiterbeschreibbare Blondine, mehr mager als schlank, uns allen von ihren Leckereien anbietet: "Um ihnen die Wartezeit zu versüßen!" und sich dann beschwingten Ganges in Richtung auf ihr eigenes Büro entfernt. Hoffentlich hat sie, was die weitere Aufteilung des Naschwerks angeht, gegen den dort wahrscheinlich schon auf der Lauer liegenden Kugelblitz noch eine Chance..

Der Jüngling findet endlich Einlass ins Sprechzimmer und ich Kontakt zu der Altfreakin. Als sie erfährt was ich zuletzt gemacht habe, zeigt sie sich interessiert und bittet mich um die Adresse des Kollegs, weil ihr Sohn (23) auch was sucht. Leider steht die Adresse aber nicht auf dem Zeugnis und überdies werde ich zur nächsten Audienz gerufen. Drinnen eine ältere Mitarbyterin der Bundesanstalt für Arbeit, die sichtlich verwirrt das auf ihrem Schreibtisch befindliche LCD-Display anstiert. Man sind die aber modern hier! Sie stellt mir dann irgendwelche Fragen, die ich heute schon mal gehört zu haben glaube, tippt Zeichen für Zeichen etwas in ihren Rechner, runzelt die Stirn, seufzt, erzählt mir noch etwas, das ich vergesse ehe ich es gehört habe, klickt mit der Maus mal hier mal dort herum, woraufhin wenig später der neben dem Tisch plazierte Laserdrucker anfängt Formulare von sich zu geben. Dann erhebt sie sich, um dem Drucker das Papier zu entnehmen und mir zu überreichen. Es handelt sich um den Antrag auf Arbeitslosenunterstützung, sowie ein weiteres, diesmal ungefaltetes, Exemplar der schon erwähnten "Kundenkarte". Mir fällt nun ein, dass sie mich eingangs nach einer solchen gefragt hatte und ich, annehmend, sie meine diejenige, die ich vor drei Jahren, ihren Wert nicht erkennend, zum Recycling gegeben hatte, zur Antwort gab, keine zu besitzen. Ob ich jetzt den Antrag abgeben könne, frage ich. Nein erst müsse ich nun zu meinem Arbeitsvermittler in Raum 5y, der mich befragen und über Rechtsfolgen aufklären werde und dann könne ich den Antrag ... aber das werde mir mein Arbeitsvermittler schon mitteilen, da könne ich ganz beruhigt sein. Während all dieses geschieht, habe ich in meinen Papieren geblättert, dabei Adresse und Telefonnummer des Kollegs gefunden und diese auf einem Fetzen Papier notiert, um sie nun beim Verlassen des Raumes der auf dem Flur wartenden sympatischen Fünfzigerin zu überreichen, was diese sichtlich erfreut ..


Nun aber schnell zur Arbeitsvermittlung!

Meine Arbeitsvermittlerin entpuppt sich als aufgekratzte, gut gelaunte, etwas füllige Blondine von vielleicht 28 Jahren. Sie stellt einige Fragen. Was ich zuletzt gemacht habe, ob ich dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung stehe; Rechtsfolgenbelehrungen bleiben ebenso wie irgendwelche moralisierenden Sprüche aus. Sie füllt nebenbei den Antrag bereits weitestgehend aus und schon bin ich mit dem Hinweis, den Selbigen noch zu vervollständigen und in Zimmer 46 abzugeben, entlassen.

Zimmer 46 ist schnell gefunden; allerdings ist es, wie mich einer der zahlreichen, hier wartenden loser vorwiegend kleinasiatischer Herkunft, belehrt, verschlossen. Ferner teilt er mir mit, dass man auch hier namentlich aufgerufen werde. Also schließe ich mich den anderen Wartenden an. Kurz nach mir taucht ein vielleicht sechsundzwanzigjähriger Jungfreak auf, der mich an einen ehemaligen Mitkollegiaten erinnert, was ihm meine Sympathie verschafft. Es dauert Äonen ehe sich eine Tür öffnet und ein loser eines der Büros verlässt. Dann vergeht noch mal eine halbe Ewigkeit, ehe der Nächste aufgerufen wird. Das kann ja heiter werden. Eine andere Tür öffnet sich, ein Mittvierziger tritt, einen riesengroßen Wandkalender in der Hand und eine wichtige Mine im Gesicht, auf den Korridor, schließt das Büro ab und verschwindet in den Tiefen des Gebäudes. Wenig später wird er wieder auftauchen, das Büro aufschließen es betreten, es kurz danach erneut, dieses Mal allerdings ohne irgendwelche Transportgüter, nochmals verlassen, abschließen, sich entfernen, erneut auftauchen, Büro aufsperren betreten, verlassen, sich entfernen ..usw., usf..

Zwischenzeitlich überkommt mich das Verlangen nach einer Zigarette - nirgends gibt es "Rauchen verboten" Schilder, aber auch nirgends Aschenbecher. Mir fällt ein, dass man früher im Treppenhaus, dass sich am Ende des Ganges befinden müsste, rauchen durfte; also bewege ich mich, mir dabei eine Zigarette drehend, langsam in diese Richtung. Am Ende des Ganges angekommen stelle ich fest, dass es auch hier keine Aschenbecher gibt. Da aber in einer dem Zugang zum Treppenhaus gegenüberliegenden Ecke drei Bauarbeiter gerade ihre Frühstückspause machen und dabei hemmungslos qualmen, beschließe ich, mir an ihnen eine Beispiel zunehmen und stecke mir meine Fluppe ins Gesicht. Während ich den Rauch inhaliere, fliegen mir Gesprächsfetzen mit teils deutlich polnischer oder russischer Färbung ans Ohr, es geht um "Suppies", die selbst schon so wenig kriegen, dass für den Arbeiter praktisch nix mehr übrig bleibt. Als ich fertig geraucht habe werfe ich die Kippe ins Treppenhaus, trete sie aus und latsche zurück, um mich wieder auf die Lauer zu legen.

Die hier wartenden loser sind weit weniger gesprächig als jene, die ich vor den anderen Offices traf; trotzdem komme ich nach einiger Zeit mit dem Jungfreak ins Gespräch. Er hat das selbe Anliegen wie ich; er braucht nur eine Ablehnung des Antrags, um vom Sozialamt Geld zu bekommen. Wir warten gemeinsam, rauchen gemeinsam; ich habe Kaffee im Rucksack, den wir, als er bemerkt, dass die hier ja wenigstens einen Kaffeeautomaten hätten aufstellen können, gemeinsam schlürfen. Dabei kommt uns die Idee, dass es eigentlich recht lukrativ sein müsste, wenn man mit ein paar Getränkepaletten von Aldi durch die Berliner Behörden zöge und dort Erfrischungen feilböte.

Zwischendurch hoppelt noch irgendein jugendlicher Mitarbeiter der hiesigen Behörde voller Elan den Gang runter, was dem Jungfreak sowas wie ein verächtliches "Jung-Dynamiker" entlockt. Irgendwann kommt der Knabe zurückgehoppelt, verschwindet hinter einer Tür, die er nach geraumer Zeit wieder öffnet um einen Namen in den Gang zu rufen, leider nicht meinen.. "Hast recht gehabt," sag ich zu meinem neuen Bekannten, "Jung-Dynamiker- der musste sich erstmal zwei Stunden warm laufen." Während wir herumrätseln, wie das System nach dem hier aufgerufen wird, wohl beschaffen sein möge, nehmen die Aufrufe des Jungdynamikers zu, wiewohl in gleicher Weise die aus dem anderen Büro abnehmen, bis von dort endgültig niemand mehr aufgerufen wird, was uns übereinstimmend zu der Annahme, die dort tätige Dame müsse wohl zu Tisch gegangen sein, kommen lässt.

Die Abfertigung
Nachdem wir vielleicht zweieinhalb Stunden auf der Antragstelle verplempert haben, ruft der Jüngling plötzlich einen Alt-Biker auf, der deutlich später als wir hier eingetroffen ist. "Moment!" sage ich, eile dem Knaben nach, fange ihn an der Bürotür ab und frage, ob man uns vielleicht vergessen habe. Auf sein Begehr nenne ich meinen Namen; er gibt was in seinen Computer ein und sagt, das sei doch längst erledigt, wir seien hier und da und dort gewesen und der Vorgang sei nun gelöscht - weil abgeschlossen. "Und was bitteschön ist mit der Ablehnung des Antrags?" begehre ich zu wissen. Das Knäblein ist sichtlich verwirrt, bittet uns, ihn einen Moment zu entschuldigen, verschwindet, taucht wieder auf und teilt uns mit, dass wir uns zum Zimmer 76 begeben und dort anklopfen möchten - dann werde ALLES und zwar SOFORT ...

Na dann nichts wie los. Zimmer 76 entpuppt sich als nichtexistent, wo wir hin müssen ist Zimmer 67, das Zimmer, welches das Aufrufmonopol solange innehatte, bis dieser "Jung-Dynamiker" am Schauplatz des Geschehens erschienen ist. Ich klopfe, finde Einlass, erkundige mich ob da noch was auszufüllen sei, in dem Antragsformular. - Nein, das sei nicht nötig, wird mir beschieden, der werde ja sowieso abgelehnt. Ich kriege meine Ablehnung, frage ob ich meinen neuen Interimskumpel nun auch reinschicken darf. "Den Herrn XZY? Aber ja, schicken sie den ruhig rein." Als ich die Tür öffne und auf den Gang trete, steht der Kumpel schon in den Startlöchern und hinter ihm so sechs oder acht weitere Vergessene, die sich freundlich bei mir für meine Initiative bedanken.

Der Abgang
Es ist ziemlich genau halb Eins und draußen herrscht inzwischen strahlender Sonnenschein, der selbstverständlich keinen Zugang zu einer deutschen Behörde hat, zumindest nicht zu dem für die wartende "Kundschaft" bestimmten Bereich, den Fluren also. Vor dem Eingang zum Amt treffe ich einen türkischen HipHop Freak mit Deppenkappe und Adidas-Jacke, der auch zu den Wartenden gehört hatte. Drinnen hatte er einen eher finsteren Eindruck gemacht, hier draußen grinst er mich an und teilt mir mit, dass noch zehn Leute vor ihm dran wären. Offensichtlich hat er sich ein Beispiel an mir genommen und auch nachgefragt, warum er so lange warten muss. Jetzt wirkt er schon viel gelöster. Ich beschließe noch eine zu rauchen ehe ich heimradle; der temporäre Kumpel taucht auf, schüttelt den Kopf und dreht sich auch noch eine. Der türkische Hilfsrapper offeriert Zigaretten: "Willst Du? Ist West!" .. "Ne lass ma, wenn man einmal richtigen Tabak raucht, fasst man sowas nicht mehr an." sag ich grinsend .. (west light - bäh!) .. Wir stehn rum rauchen, quasseln .. dann trennen sich unsere Wege .. "alles Gute und so .."

Das wäre also geschafft. Den Nerv, wie ursprünglich geplant, anschließend auch das Sozialamt noch aufzusuchen, habe ich nun allerdings nicht mehr.


wird evtl. fortgesetzt...
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Stefan-Ziller.de: Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr
12/25/2008 03:35 PM

Ich wünsche Dir ein tolles neues Jahr. Vielen Dank für das Feedback im letzten Jahr. Auch im neuen Jahr werde ich wieder Gedanken zu meinen Themen bloggen.

Stefan Ziller

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politplatschquatsch: Neun Prozent Rendite sind genug
12/25/2008 01:49 PM
Das Goldene Kalb, eben noch ein guter Kumpel von evangelischer Landeskirche Oldenburg und Katholischer Kirche in Rom, muss in der stillen Zeit harsche Kritik einstecken. Wolfgang Huber, begeisterter Missionar und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche, hat seine Schäfchen wegen der weltweiten Finanzkrise zu einer Rückbesinnung auf nicht-materielle Werte aufgerufen. Der Boom in den Finanzmärkten sei ein «Tanz um das goldene Kalb» gewesen. Jetzt sei Zeit, "Geld nicht länger zu vergötzen", sondern sich wieder dem einzig wahren Aberglauben zuzuwenden, den die christlichen Kirchen predigten.

Eine «nachhaltige Wertsicherung", etwa durch Geldanlage in Gold, wie sie der Vatikan vor Ausbruch der Krise vornahm, müsse Vorrang haben vor dem kurzfristigen Gewinn, wie ihn die Landeskirche in Oldenburg durch Investitionen in Lehman-Zertifikate angestrebt hatte. Nicht richtig sei auch die "Bezahlung von Bankern", verkündete der Bischof. Er schlug vor, Jahresendprämien von Bankmitarbeitern zur "Stabilisierung der Finanzsysteme" zu nutzen. Manager müssten einfach mehr Bescheidenheit an den Tag legen, wie er sie beispielsweise vorlebe. Huber, der als eine Art erwarte, «dass niemals wieder ein Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank ein Renditeziel von 25 Prozent vorgibt.» Dadurch würden Erwartungen geweckt, die immer größer würden und nicht erfüllt werden könnten.

Die evangelische Kirche bescheide sich traditionell mit einer Rendite von acht bis neun Prozent der Lohnsteuersumme ihrer Mitglieder. Auch so könne über längere Zeiträume ein erkleckliches Sümmchen zusammensparen: So verfügen die beiden großen, an Geld und irdischem Gut kein bisschen interessierten Kirchen in Deutschland über ein Gesamtvermögen von rund 500 Milliarden Euro - genug, um ein Drittel der in 60 Jahren angesammelten Staatsschulden Deutschlands mit einem Schlag abzuzahlen.[Link] [Cache]
anouphagos: Christen und Kapitalismus
12/25/2008 01:46 PM

Religionen lassen sich ja immer so ausdeuten, dass sie alle gesellschaftlichen Zustände rechtfertigen. Das macht ihren evolutionären Erfolg wohl auch mit aus. Der Priester Marx äußert sich in einem FAZ-Interview sehr kapitalismusfreundlich - solange es nicht um “primitiven Kapitalismus” geht, den er als staatsfeindlich definiert. Ein denkwürdiges Interview - vor allem, weil die alte Argumentation wiederholt wird, nach der das individuelle moralische Handeln irgendwie in der Lage sein soll, die Systemzwänge des Kapitalismus zu umgehen und diesem ein menschliches Antlitz zu geben. Zeugt nicht unbedingt von großem Verständnis. Aber ein Pfaffe ist eben kein Ökonom.

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Bischof Huber: "Auch in der Krise die Armen in Gaza nicht vergessen"
12/25/2008 11:17 AM
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Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche rief am Heiligabend dazu auf, trotz Konjunktur- und Finanzmarktkrise die weltweite Armut nicht zu vergessen: «Für Gerechtigkeit im eigenen Land einzutreten, das geht gar nicht, ohne dass man auch mit Menschen teilt, die von Armut in der ganzen Welt betroffen sind», sagte er. Gut so. Aber er hat vergessen die Menschen im israelischen Groß-Konzentrationslager GAZA zu erwähnen, die von Israel blockiert, ausgehungert, schikaniert, pausenlos bombardiert und ermordet werden.


iaf
Gestriger Luftangriff der israelischen Luftwaffe auf Gaza mit Toten und Verletzten.
In "unseren" proisraelisch okkupierten Medien werden stets nur die Eigenbau-Kassam-Werfer der Palästinenser gezeigt. Das sind bessere Sylvesterraketen, die nicht steuerbar und deshalb militärisch nutzlos sind.



Der Boom in den Finanzmärkten sei nicht durch reale Werte gedeckt gewesen und habe sich im Nachhinein betrachtet «ganz deutlich als "Tanz um das Goldene Kalb" erwiesen. «Dass wir diesen Tanz nun wirklich hinter uns lassen und Geld nicht länger vergötzen, das ist für mich eine ganz wichtige Lehre des zu Ende gehenden Jahres».
Der „Tanz ums Goldene Kalb" ist ein Verweis auf die von Sex- und Raffgier getriebene Orgie der Juden, just als Moses auf den Berg gestiegen war, um die Zehn Gebote zu empfangen:

"Da riss alles Volk sich die goldenen Ohrringe von den Ohren und brachte sie zu Aaron. Und er nahm sie von ihren Ohren und bildete das Gold in einer Form und machte ein gegossenes Kalb" (2. Mose 32, 3-4). Das mit dem Tanz ist noch vornehm ausgedrückt. "Und sie standen auf, um ihre Lust zu treiben", heißt es. Als Gott die Abtrünnigen strafen will, bittet Moses um Gnade. Es kommt, wie schon oft: "Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte." Und wieder kommt Israel davon" (Stuttgarter Zeitung).

Diesmal sollte die Welt die israelischen Raubsiedler nicht davonkommen lassen. Ausgerechnet die Engländer haben begonnen, verdächtige Waren aus Israel zu kennzeichnen. Das sind Waren, die von israelischen Raubsiedlungen hergestellt wurden. Meist landwirtschaftliche Produkte wie Paprika, Oliven, Orangen oder auch Wein, der von geknechteten palästinensischen Apartheid-Leiharbeitern für die neue israelische Herrenrasse auf dem Grund und Boden erzeugt wurde, der den Palästinensern im Rahmen der laufenden ethnischen Säuberung Palästinas geraubt wurde. Diese gekennzeichneten IL-Raubsiedel-Produkte werden in England nicht gekauft. Das ist eine sehr wirksame Idee zur Friedenserziehung. Die friedlich schlichte Praxis der K e n n z e i c h n u n g und des potentiell selektiven Kaufs, es handelt sich nicht um einen Boykott, sollte umgehend bei uns in ganz Deutschland und in der gesamten EU eingeführt werden.

Immer öfter ist in der israelischen Presse von der Notwendigkeit von Kassam-Revanche-Vernichtungsschlägen gegen palästinensische Wohnsiedlungen in Gaza durch massive IAF-Luft-, IDF-Panzer- und Artillerieangriffe und von der Vertreibung der seit 1948 noch immer in Israel wohnenden Araber (1,5 Mio) die Rede. Tzipi Livni, Netanyahu und Mofatz, von jeder menschlichen Regung entblößte, enthemmte Killeragenten und Kriegstreiber vom mordgierigen Mossad, wollen offenbar zwischen Weihnachten und Neujahr das Zeitfenster des US-Präsidentenwechsels nutzen.

Ein ehemaliger israelischer Botschafter in den USA, Danny Ayalon, verkündet in seinem Artikel "Right to Reply" in der Jerusalem Post offen die rassistischen Säuberungs- und Gebietstauschpläne zu Lasten der Palästinenser. Der Mann gilt in Tel Aviv noch als gemäßigt. Was denken dann Tzipi Livni, Netanyahu und Mofatz? Daran denken wir lieber nicht. Wir werden es in den nächsten Stunden, wenn die IAF Gaza wieder mal zusammenbombt, sehen.

Auszug JP-Beitrag des Danny Ayalon:

"There are countless examples of nations moving borders, conferring and denying citizenship and giving preferential treatment to those of the national identity throughout history and up to the present day. Many of these policies were enacted simply because of the need for ethnic homogeneity.

Israel's challenges are far greater than mere homogeneity. The Israeli Arab population is undergoing a process of Palestinization and identifies more and more with the cause of the Palestinians, viewing Israel as an enemy to be supplanted. This poses a serious security threat. This fact is not racist but is based on listening to what Arab-Israeli leaders are saying.

In addition to the security threat, there is the question of demographics.

Dr. Wahid Abd al-Magid, the editor of Al-Ahram's "Arab Strategic Report," predicts that "the Arabs of 1948 [Israeli Arabs] may become a majority in Israel in 2035, and they will certainly be the majority in 2048." Even Israeli historian Benny Morris claims that "if the threat to Israel is existential, expulsion will be justified."


Achmadinedschad wird in seiner Weihnachtsansprache im englischen Channel IV TV diese Hetzerei von Ayalon gebührend beantworten. Da bin ich sicher.

Für einen Kirchenmann bringt Bischof Huber mit seiner Anspielung aufs Goldene Kalb eins klar zum Ausdruck. Dass es vor allem das verwestlichte, globale Finanzjudentum gewesen ist, das in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten die Zerschlagung des Sowjetreichs für eine ungeheure Orgie der Verschwendung, des Konsums und der sexuellen Genusssucht im "siegreichen Westen" genutzt hat.

Die Party ist zu Ende. Die virtuelle und kriminelle Geldschöpfung durch computergestützten Wall-Street-Handel mit gefaketen Zertifikaten und Derivaten, US-Schmutzpapieren im vermeintlichen Wert von zig oder hunderten Billionen Dollar an der New Yorker Börse, in der Londoner City oder im Frankfurter Bankenviertel hätte Huber aber etwas deutlicher brandmarken müssen. Auch die an dem Jahrtausendverbrechen beteiligten deutschen Verwandten der US-Finanzjuden wie Bernard Madoff & Co. hätten neben dem unverständlicherweise immer noch als Chef der Deutschen Bank amtierenden Josef Ackermann mutig eine namentliche Erwähnung und die klare Kennzeichnung als kriminelle Straftäter verdient gehabt.

Wenn auch Billionen Dollar s c h e i n b a r verbrannt sind, so verteilt sich das reale Geld doch durch die Weltfinanzkrise von den unteren Schichten direkt und hochkonzentriert nach oben in die Taschen der Mega-Reichen um. Durch die jetzt kommende Massenarbeitslosigkeit, zunehmenden Hunger und rasch wachsende Armut werden zuerst die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft in Deutschland getroffen, das sogenannte "Prekariat", die fachlich nicht besonders ausgebildeten Arbeiter und die unteren Angestellten.

An den Rändern der Eurozone und außerhalb von Europa sieht es noch viel düsterer aus. Der nächstgelegene soziale Brennpunkt in unmittelbarer Nachbarschaft der Europäer sind die von Israel in Palästina besetzten Gebiete der West Bank und des Gazastreifens. Es bedeutet daher nichts, wenn der Bischof von Berlin-Brandenburg die Arbeit von «Brot für die Welt» ganz allgemein würdigt. Wenn die evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland „die Nächstenliebe über die eigenen Grenzen hinaus Gestalt gewinnen lassen wollen", dann sollen sie in Zypern umgehend kleine seetüchtige Frachtschiffe mit geringem Tiefgang, aber größer und professioneller als die Freizeit-Motoryacht „Dignity" anheuern, die im Hafen von Gaza gerade noch entladen werden können.

Tonnenweise müssen diese Schiffe so rasch wie möglich mit dringend benötigten Medikamenten und Lebensmitteln beladen werden!

Die EU-Kommission hat über die in Brüssel benachbart wohnende NATO dafür zu sorgen, dass diese Schiffe von der israelischen Terror-Piratenmarine nicht bedroht, geplündert oder versenkt werden. Ein Anti-Terror NATO-Marine-Verband ist ja vor Ort bereits im Einsatz und kann diese Aufgabe problemlos mitübernehmen.

Brot und Medikamente für Gaza, das ist das Gebot der Stunde, Herr Huber![Link] [Cache]
Konsumpf: Feldversuch mit genmanipulierten Kartoffeln / Cholera-Genen verhindern
12/25/2008 11:08 AM

Pressemitteilung des Umweltinstituts München vom 23. Dezember 2008, die ich an dieser Stelle gerne weiter verbreite, denn es geht um einen mal wieder unglaublich leichtfertig und gefährlich klingenden Plan der Genforschung… – eine Mustereinwendung gegen diese Pläne könnt Ihr Euch HIER als pdf herunterladen.

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Böse Überraschung zu Weihnachten:

Cholera-Gene auf ostdeutschen Äckern

Die Universität Rostock will genmanipulierte Pharma-Kartoffeln anbauen

München, 23. Dezember – Die Universität Rostock will von 2009 bis 2012 einen Freilandversuch mit genmanipulierten Kartoffeln in Ostdeutschland durchführen. Die Pflanzen sollen Arzneimittel produzieren. Einen entsprechenden Antrag hat heute das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht.

Einem Teil der Pflanzen wurden Gene des Cholera-Bakteriums eingebaut. Sie sollen einen Impfstoff bzw. ein Impfstoff-Hilfsmittel herstellen. Andere Gen-Kartoffeln sollen einen Impfstoff gegen die Kaninchenseuche RHD produzieren, eine weitere Linie den Stoff Cyanophycin. Dieser könnte laut Antrag der Universität Rostock, der dem Umweltinstitut München vorliegt, in der Bau- oder Waschmittelchemie eingesetzt werden. Der Versuch soll an den Standorten Üplingen (Sachsen-Anhalt) und Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern) durchgeführt werden. In Üplingen sollen die Pharma- Kartoffeln sogar in einem Gentechnik-Schaugarten wachsen und ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen unter anderem Schulklassen gezeigt werden.

Das Umweltinstitut München lehnt den Anbau genmanipulierter Pharma-Pflanzen strikt ab und fordert von Landwirtschaftsministerin Aigner und dem ihr unterstellten BVL als Genehmigungsbehörde, das geplante Experiment der Universität Rostock zu unterbinden. Nach Ansicht von Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, ist es ausgeschlossen, im Freiland die Kontrolle über gentechnisch veränderte Pflanzen zu behalten. Eine Kontamination der Lebensmittelkette durch Pharmazeutika produzierende Pflanzen sei daher nicht auszuschließen. „Pharma-Pflanzen haben nichts auf dem Acker zu suchen, zumal wenn der öffentlich zugänglich in einem Gentechnik-Schaugarten liegt. Die Sicherheit unserer Lebensmittel darf durch die riskante Ausweitung der Agro-Gentechnik nicht noch weiter gefährdet werden", so Bauer.

Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München, kritisiert zudem den Zeitpunkt des Auslegungsbeginns: „Es ist ein Skandal, dass die Auslegungs- und Einwendungsfrist einen Tag vor Weihnachten beginnt. Das legt den Verdacht nahe, dass hier klammheimlich und ohne großes Aufsehen ein hoch brisanter Versuch durchgewinkt werden soll. Ministerin Aigner muss die Serie der gentechnikfreundlichen Entscheidungen ihrer Behörde endlich stoppen und dem Schutz von Gesundheit und Umwelt Geltung verschaffen." Nestler ruft zu Protestschreiben an Landwirtschaftsministerin Aigner und zu Einwendungen gegen das geplante Experiment bei der zuständigen Genehmigungsbehörde auf. Eine E-Mail-Protestaktion sowie eine Mustereinwendung stellt das Institut unter der Adresse www.umweltinstitut.org/cholerakartoffel zur Verfügung.

Dass der Widerstand gegen riskante Experimente mit Pharma-Pflanzen in Deutschland erfolgreich sein kann, zeigt der massive Protest gegen Freilandversuche in den vergangenen Jahren. Mehr als 100.000 Menschen haben sich an den Aktionen des Umweltinstituts München gegen genmanipulierte Pflanzen beteiligt. 75.000 Einwendung allein gegen genmanipulierte Pharma-Erbsen in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) hatten dazu geführt, dass das freisetzende Unternehmen, die Novoplant GmbH, in der Folge keine Geldgeber mehr fand. Es musste zu Beginn des Jahres 2008 Insolvenz anmelden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Andreas Bauer
Tel. (089) 30 77 49-14
' ); document.write( addy_text11220 ); document.write( '' ); // > // --> ab@umweltinstitut.org ' ); // >

// --> Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können ' ); // >

// -->

[via]

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Kritik und Kunst: Kirchliche Grüße
12/25/2008 09:45 AM

Diverse Kirchenvertreter haben sich in ihren Weihnachtsbotschaften, wie nicht anders zu erwarten, empört gezeigt über

die Entwicklungen an den internationalen Finanz- und Wirtschaftsmärkten und forderten eine Rückbesinnung zu den "Grundlagen des menschlichen Miteinanders", wie es der Münchner Erzbischof Reinhard Marx ausdrückte.

Nun werden alle Leser dieses Blogs von mir ein paar ätzende Bemerkungen über das Christentum erwarten...

Nichts dergleichen. Christen haben alles Recht der Welt, im Rahmen ihrer Kategorien zu sprechen; diese Kategorien müssen ja nicht meine sein. Mich stört nicht, dass Christen christliche Antworten geben. Was denn sonst!

Mich stört, dass sie sie erst jetzt geben. Denn auch für die Kirchen resp. ihre Vertreter gilt, was für alle anderen gilt: Es bedurfte keines VWL-Abschlusses und keiner jahrelangen Studien, um in den letzten Jahren entfesselten Irrsinn am Werk zu sehen.

Nun mag man gelangweilt auf Deschners Kriminalgeschichte des Christentums verweisen und hätte damit natürlich Recht. Wer über Jahrtausende hinweg im Bund mit den Mächtigen operiert hat resp. natürlich letztlich selber Teil der Machtelite war (Machteliten organisieren sich immer arbeitsteilig: Die Kirche produzierte vor allem die wichtigen Ressourcen "Sinn" und "Legitimation"), wer Menschen zahllos verfolgen ließ im Namen einer Religion, die sich als Sachwalter der Leidenden verstand und versteht - warum sollte dem auf einmal einfallen, seinen Ansprüchen mit einiger Konsequenz auch gerecht zu werden? Ich finde das neuerliche Kirchendesaster, ihr jahrelanges Schweigen (wenn nicht gar ein Votieren pro neoliberal vorlag!) dennoch einigermaßen deprimierend, und ich will erklären, warum: Die Kirchenvertreter haben - und zunächst einmal muss man jede Äusserung eines Menschen ja ernst nehmen, also wohlwollend verstehen - uns wieder und wieder zugesagt, aus vergangenen, selbstverschuldeten Katastrophen gelernt zu haben. Die christliche Gemeinschaft werde sich ihrer eigentlichen Aufgabe widmen, werde denen eine Stimme geben, die keine hätten etc. Das war für jeden kritischen Betrachter natürlich immer schon Mumpitz, aber gut. Dass man aber, allen wortreichen Versicherungen zum trotz, sich ein weiteres Mal derart "eingebracht" hat, versetzt auch dem gutmütigsten Glauben, Menschen seien lernbereite Tiere, einen ziemlichen Schlag. Mir ist das Christentum egal: Soll es sich doch wieder und wieder zum Predigtaffen der Mächtigen machen! Aber die Frage, wie lernbereit Menschen eigentlich sind, ist mir nicht egal. Nicht, dass wir da naiv wären...

Kierkegaard spottete einmal über den Hofprediger, der vor den Eliten über den Satz, Gott habe den Geringsten auserwählt, predige, "und da ist niemand, der lacht". Ziemlich witzige Bemerkung von Kierkegaard, aber inkonsistent. Mächtige können nicht über sich als Mächtige lachen, denn dies wäre ihr Ende. Ihr Lachen wird immer nur das Lachen des Herren sein, wenn er sich über die Tischmanieren des Pöbels lustig macht.

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Duckhome: Reitende Gebirgsmarine zu Fuß
12/25/2008 07:34 AM


Nun will auch die Schweiz ihren Anteil am somalischen Öl und den anderen Bodenschätzen. Deshalb muss sich die Schweizer Hochseeflotte nun auch von somalischen Piraten bedroht fühlen. Eric André, Präsident des Schweizerischen Seereederverbands ist auf Reto Dürler, Direktor des Schweizerischen Seeschifffahrtsamts zugegangen, und beide haben sich an die Regierung gewandt, was dann in einer Bundesratsdebatte endete, in der über die Möglichkeiten des Schutzes von Schweizer Schiffen gesprochen wurde.

Bundespräsident Pascal Couchepin sieht keine andere Lösung, als bewaffnete Soldaten an Bord der Schiffe zu haben: "Wir haben doch keine andere Wahl. Wollen Sie den Piraten sagen: Halt, wir sind neutral - bitte kapern Sie doch dieses Schiff dort drüben?". Aber nicht nur an Bord der Schiffe sollen Soldaten sein. Sie sind auch für den Landeinsatz in Somalia vorgesehen, von dem die deutsche Bundesregierung allerdings so tut, als wüsste sie noch nichts davon, dass Somalia wie der Irak unterworfen und ausgebeutet werden soll.

Ja, mit der Schweizer Neutralität ist es auch nicht mehr weit her. Ein paar Barrel Öl, und schon sieht das ganz anders aus. Wenn sich die Schweiz an der Eroberung Somalias beteiligt, dann sicher nicht, um ihre Hochseeflotte zu schützen. Die 35 Kähne sind den Aufwand nicht wert.

Die Flotte wird im wesentlichen nur deshalb unterhalten, um im Kriegs- oder Krisenfall über eigene Seefrachtkapazitäten zu verfügen. So richtig glücklich lief es damit aber nie. Vor allem die Engländer waren sehr erfolgreich im Versenken von Schweizer Schiffen. Heute, wo die Schweiz von der EU umschlossen ist, ist der Gedanke an eine eigene Hochseeflotte eher ein Witz. Ein Sinn ist darin nicht mehr zu sehen.

Aber so hat die Flotte doch noch einen Zweck. Die Schweiz kann in die Kriege der Welt einsteigen. Vielleicht demnächst auch als Natomitglied. Arme Schweizer.

Auf jeden Fall ergibt sich endlich ein Einsatzfeld für die geheimsten Soldaten der Schweiz, für das Armee-Aufklärungsdetachement 10, das angeblich zu allem fähig sein soll. Vielleicht könnte Deutschland der Schweiz auch noch ein paar Fregatten und U-Boote verkaufen und es den Schweizern erlauben, an der Ostsee einen eigenen Kriegshafen zu bauen. Ein echter Schweizer Admiral. Das hätte doch was.


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Principiis Obsta: WELTfremde Propaganda
12/25/2008 07:08 AM

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, http://www.koufogiorgos.de

Journalismus unterster Qualität, dessen Ziel nicht die Informierung der Leser, sondern plumpe Hetze ist, präsentiert einmal wieder Die Welt. Diesmal geht es um einen neuerlichen sich anbannenden Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Der wahre Sachverhalt sieht so aus, dass die Ukraine Gasschulden für das Jahr 2008 in Höhe von 2,5 Mrd. US-Dollar angehäuft hat. Die politische Krise in der Ukraine, ausgelöst durch das verbissene Machtgerangel der sogenannten demokratischen Kräfte, hat sich mit der weltweiten Finanzkrise überlagert und das Land in eine schwere wirtschaftliche Krise gestürzt, die durch einen Rückgang des BIP und eine galoppierende Inflation gekennzeichnet ist. Die Spekulation der ukrainischen Führung darauf, die Bezahlung für Gas an Russland hinauszuzögern, hat das Land noch viel mehr bestraft: der Wechselkurs der Griwna zum US-Dollar, in dem die Gasgeschäfte abgehandelt werden, hat sich in den letzten Wochen verdoppelt.

Da in dieser Situation absehbar ist, dass die Ukraine die Schulden bis Jahresende nicht begleichen und dadurch kein neuer Vertrag für 2009 abgeschlossen werden kann, hat der stellvertretende russische Ministerpräsident Zubkov die EU informiert, dass es wieder zu einem Szenario wie 2005 kommen kann: die ukrainische Führung könnte das fremdbestimmte Gas abzweigen, das durch seine Leitungen Richtung Europa fließt. Prompt tituliert Die Welt unter kompletter Entstellung des Sachverhalts: Russland droht Ukraine und Europa mit Lieferstopp. Die Kerninformation über die ukrainische Zahlungsunwilligkeit steht sehr weit und sehr unscheinbar unten, wo die meisten Emotionen schon ausgelöst sind und viele Leser gar nicht mehr nachschauen. Diese Zeitung, bestückt mit solchen russophoben Berufshetzern wie Manfred Quiring und Gerhard Gnauck, hat ihrem tendenziosen Namen mal wieder alle Ehre gemacht. Das Ganze ist ein weiteres Beispiel, wie tief der deutsche Journalismus gesunken ist und wie verbissen einige Verlagshäuser daran arbeiten, zwischen den Deutschen und den Russen Zwietracht zu säen. Und das, obwohl die Mehrheit der Leser in den Kommentaren solchen Darstellungen widerspricht. Man könnte fragen, warum sich die veröffentlichte Meinung so oft und so sehr auf eine mafios anmutende Weise von der öffentlichen unterscheidet und wann endlich auch repräsentative und vernunftbegabte Stimmen in den Zeitungen abgedruckt werden.

Profitieren kann von solch einer Berichterstattung niemand, zumindest in Europa. Nur eine außereuropäische Macht reibt sich fröhlich die Hände, wenn sie sieht, wie kleine Berufsgoebbelse gegen Russland mitten in Europa hetzen oder wie neue Spannungen aufkommen, die es erlauben, Russland an den Pranger zu stellen, ganz gleich, wer wirklich recht hat. Russland wird in eine Situation gebracht, in der es, um Problemen zu entgehen, auf seine Basisrechte, wie die Bezahlung seiner Ware verzichten muss, weil Regeln eben nicht für alle gleich gelten sollen. Die Amerikaner nutzen jede politische Bewegung, um Russland einzuschnüren. Erst vor kurzem schloss USA mit der Marionettenregierung in der Ukraine ein strategisches Bündnis, das die "Sicherheit" der Ukraine garantiert. Soll heißen: die Ukraine kann jetzt unbestraft jede Finte drehen, ohne im Gegenzug etwas befürchten zu müssen. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir erleben, das Recht nur dann gilt, wenn es den Amis geopolitisch nicht zuwiderläuft. Die Amis sollten bloß aufpassen, dass Russland bei diesem faulen Spiel mit dem Rücken zur Wand stehend bald nichts mehr zu verlieren haben wird mit allen daraus folgenden militärischen Konsequenzen.

Quelle: Der Unbequeme

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Radio Utopie: Verantwortungsbewusster „Medien-Spion" zeigt Zivilcourage beim Datenschutz
12/25/2008 07:05 AM

Wie sehr unsere Privatsphäre im Internet immer mehr in unkontrollier- und unzumutbarer Weise angegriffen wird, zeigt der folgende Fall:


Mehr lesen [Link] [Cache]
Politprofiler: So funktionieren Staatsanleihen
12/25/2008 03:47 AM
Kopiert aus einer Antwort aus Abgeordnetenwatch.de

Bundeswertpapiere als Einmalemissionen werden in einem Auktions- beziehungsweise Tenderverfahren über die Mitglieder der Bietergruppe Bundesemissionen abgesetzt.

Jedes Kreditinstitut kann sich um Aufnahme in die Bietergruppe bewerben. Die Bietergruppe umfasste im Jahr 2007 33 Kreditinstitute.

Das sind

  • Merrill Lynch International,
  • Deutsche Bank,
  • J.P.Morgan Securities Ltd.,
  • Morgan Stanley&Co. International Limited,
  • UBS Deutschland AG,
  • Goldman Sachs International,
  • The Royal Bank of Scotland Franfurt Branch,
  • Societe Generale S.A. Zweigniederlassung F.a.M.,
  • Barclays Bank PLC,
  • Lehman Brothers International (Europa),
  • Citigroup Global Markets Limited,
  • BNP Paribas S.A.,
  • HSBC Trinkaus & Burkhardt AG,
  • Dresdner Bank AG,
  • Bank of America Securities Limited,
  • ABN AMRO Bank N.V.,
  • CALYON Deutschland,
  • Landesbank Baden-Württemberg,
  • Credit Suisse Securities (Europe) Limited,
  • Norddeutsche Landesbank Girozentrale,
  • Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale,
  • ING Bank N.V.,
  • DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank,
  • DekaBank Deutsche Girozentrale,
  • Bayrische Landesbank,
  • Nordea Bank Danmark A/S,
  • Bayrische Hypo- und Vereinsbank AG,
  • WestLB AG, Nomura Bank (Deutschland) GmbH,
  • Commerzbank AG,
  • Sparkasse KölnBonn,
  • Rabobank International,
  • BHF-Bank AG.

Die Mitglieder der Bietergruppe müssen einen Teil (0,05 Prozent) der jährlichen benötigten Mittel geben.

Bei jeder Emisssion können sich diese Banken bewerben. Oft bilden mehrere eine Gemeinschaft.

Die niedrigsten Zinsangebote erhalten den Zuschlag. Große Geldinstitute können leichter so große Kredite aufbringen, die der Bund benötigt. Die Banken setzen für das Geld, das sie dem Bund leihen, die Einlagen ihrer Kunden ein.

Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte wird so zu einer sicheren (Zins-)Einkommensquelle für private Anlegerinnen und Anleger. Davon profitieren insbesondere die Besitzer von großen Geldvermögen, weil für höhere Beträge höhere Zinsen gezahlt werden.[Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Denken, Glauben, Sein
12/25/2008 02:56 AM
So der heilige Abend ist abgefrühstückt und ich wollte den Abend mit einer kleinen Internet Lektüre beende. Dabei bin ich auf das hier gestoßen...ein Artikel über die verschiedenen Weihnachtsreden diverser Sektenfürste. Gut kann nur Scheiß sein hab ich mir gedacht, aber siehe da...so ganz anderer Meinung bin ich da gar nicht. Würde man das ganze Zeug mit Gott und Religion streichen dann bleibt nur noch die Gesellschaftskritik, dass für uns in der Finanz- und Konzernwelt nichts mehr zählt als der Aktienkurs bzw. der Profit. Ach was sage ich da...nichts mehr zählt...eigentlich ist der Aktienkurs das einzige was zählt und je gezählt hat. Alles andere ist völlig egal. Eine kurze Diskussion zu dem Thema mit meiner Schwester brachte folgendes Zitat von ihr zu Tage.

Menschen die denken wie Christen aber nicht an Gott glauben sind Kommunisten.

Daraus hat sie dann noch diesen Umkehrschluss formuliert.

Menschen die an Gott glauben aber nicht denken wie Christen sind Kapitalisten.

Ich weiß jetzt auch nicht genau was das bedeuten soll aber irgendwie sind diese Zusammenhänge verstörend...sollten sie denn stimmen ;-).[Link] [Cache]
Neuer Angriff auf das Grundgesetz: Regierung und Verfassungsrichter propagieren nächste "Föderalismusreform"
12/25/2008 01:04 AM

Hans-JrgenPapierHoher Gerichtshof der Öffentlichen Meinung, ich beginne nun mein Plädoyer für den Beklagten, die Verfassung.


Für ihren nächsten Zersetzungsversuch am Beklagten hat sich die Bundesregierung gestern einen effektiven Verbündeten an günstiger Stelle gesucht. Diesmal übernahm ausgerechnet Hans-Jürgen Papier, Vorsitzender des Bundesverfassungsgerichtes und Mitglied der CSU, den Part als Staatsanwalt der Regierung die Verurteilung des Beklagten Grundgesetz zu fordern.


Es soll wieder einmal in Haft genommen werden für die üble Sabotage der Ankläger, die es einfach nicht umsetzen.


 


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3 comments:

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