Thursday, March 5, 2009

Parteibuch Ticker Feed: 2008-12-31

Parteibuch Ticker Feed: 2008-12-31


Mein Parteibuch Blog: Vom Krieg gegen die Wahrheit
12/31/2008 11:24 PM

Im letzten Jahr ist Mein Parteibuch immer mehr zum Tagebuch des Weltkrieges der USA gegen die Wahrheit geworden. Die Massaker der zionistischen Terrobande in Gaza zeigen leider, dass auch das nächste Jahr davon geprägt sein wird. Doch dieser Krieg ist dank des Internets selbst für die USA und ihre Stellvertreter nicht mehr zu gewinnen.

Menschenrechtsorganisationen und westliche Massenmedien wurden dabei zu modernen Kanonenbooten der CIA umfunktioniert und im Frühjahr für eine blutige Psyop-Attacke auf China missbraucht. China wehrte sich erfolgreich gegen die Attacke der US-Strategen zur Eroberung der Seidenstraße. Gesiegt hat trotz der milliardenschweren Geschütze der Lügner die Wahrheit, doch geblieben sind die Toten.

Pünktlich zum Olympiabeginn führte dann Mikhail Saakashvili einen mörderischen Angriffskrieg gegen Südossetien. Doch trotz der gigantischen Lügenkampagne, mit der die westlichen Massenmedien die georgischen Täter zu Opfern umlogen, schlug auch auch dieser Krieg in jeder Hinsicht fehl. Saakashvilis Freund John McCain verlor trotz des ihn unterstützenden Krieges gegen Russland die Wahl und Georgien verlor Südossetien. Gesiegt hat auch hier die Wahrheit, doch geblieben sind die Toten.

Nun führt die zionistische Mörderbande, die sich Regierung von Israel nennt, offenen Bombenkrieg gegen die Wahrheit. Israel nennt sich die “einzige Demokratie” im nahen Osten und erklärt seine Legitimation über die Durchsetzung der Menschenrechte, doch könnte der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht größer sein.

Die zionistische Terrorbande erträgt es nicht, dass die Bevölkerung von Palästina eine Regierung gewählt hat, die Gerechtigkeit fordert und es wagt, die Verbrechen der zionistischen Terroristen beim Namen zu nennen. Die Bewohner des Staates Israel sitzen zu einem großen Teil auf geraubtem Land, geraubt von fanatischen Gotteskriegern mit als “Entvölkerungen” verharmlosten Massenmorden wie in Al-Bassa, was der Welt auch als Nakba bekannt ist.

Was mag in jemandem vorgehen, der auf diesem geraubten Land siedelt? Kommt das große Sicherheitsbedürfnis vieler Israelis vielleicht vom schlechten Gewissen, das sich bei einem Blick auf die Grundstücksurkunde von per Massenmord geraubtem Land einstellt?

Die zionistischen Terroristen von damals begingen ihre Verbrechen unter der Fahne von Organisationen wie Irgun, Lehi oder - wie in Al Bassa - Haganah, und wurden dann in höchste Staatsämter von Israel gewählt. Ben Gurion, Begin, Rabin, Sharon und so weiter und so fort. Von den Händen dieser Führer trieft das Blut der Ermordeten. Zur Vertuschung der früheren Verbrechen begingen sie fortan unter der Fahne Israels mit Organisationen wie Aman, Lakam, Mossad, Shin Bet und IDF stetig neue Verbrechen gegen all diejenigen, die es wagten, die Wahrheit der Nakba auszusprechen und Gerechtigkeit zu fordern. Ihr Verhalten geändert haben diese Verbrecher nicht. Ihre Schande bekämpften diese Verbrecher immer wieder mit neuen Schandtaten, vom einfachen Knochenbrechen über ausgewachsene Massaker bis hin zu mit modernen Kampfflugzeugen veranstalteten Massakern.

Was macht die Hamas so stark, so stark, dass sie weder mit einer Hungerblockade noch mit dem Einmarsch einer der stärksten Armeen der Welt zu besiegen ist? Es sind wohl kaum ein paar in Küchen zusammengeschraubte Molotovcocktails mit dem Antrieb von Silvesterraketen, die in acht Jahren gerade mal 20 Israelis getötet haben. Die Gefahr, bei einem Auto- Bade- oder Haushaltsunfall zu sterben, ist in Israel deutlich größer als die Gefahr, durch eine “Kassam-Rakete” zu sterben.

Die Kassam-Brigaden sind deshalb praktisch unbesiegbar, weil sich die Wahrheit der Verbrechen der zionistischen Terrorbande nicht ewig unterdrücken lässt. Ihre Stärke bezieht sie aus den Verbrechen der zionistischen Terrorbande und den Lügen ihrer Jubelperser. Und auch wenn Israel kritische Journalisten wie Amira Hass wegen unerlaubten Betretens des KZ Gaza einsperrt, so lässt sich das Wissen um die Verbrechen der zionistischen Terrorbande in Gaza nicht aufhalten. Selbst die Manipulation der gesamten Medien der westlichen Welt führt zu nichts anderem als der Aufdeckung eben dieser Manipulation, aber nicht zur Vernichtung der Wahrheit.

Gefährlich sind die selbstgebastelten Küchenraketen nicht in erster Linie als Waffe, sondern vor allem als Symbol, denn sie erinnern täglich an das schreiende Unrecht und belästigen mit dem ohrenbetäubenden Krach der Sirenen das schlechte Gewissen von Zionisten, die auf geraubtem Land sitzen, und Verbrechen stets auf’s neue mit weiteren Verbrechen zu kaschieren suchen.

Ein Krieg gegen die Wahrheit ist nicht zu gewinnen, nicht einmal für die einzige Supermacht USA und ihren Statthalter Israel. Jedes neue Bombardement der Opfer und jeder neue militärische Sieg erinnern bloß erneut an die Schande der Täter. Der Widerstand gegen das Apartheidsregime von Israel wird erst an dem Tage verschwunden sein, an dem die zionistische Terrorbande - nichts anderes als eine Terrorbande ist das Regime von Israel - ihren Opfern die Wahrheit der Verbrechen eingesteht, dafür um Vergebung bittet, nach Wiedergutmachung trachtet, und sich dann gemeinsam mit den Opfern ihrer Verbrechen ehrlich und anständig um ein faires und von Respekt geprägtes Miteinander bemüht.

Mein Parteibuch wünscht seinen Leser ein frohes neues Kriegsjahr 2009. Wir werden auch im nächsten Jahr unseren Teil dazu beitragen, dass der Weltkrieg gegen die Wahrheit nicht gewonnen werden kann, wer auch immer es versuchen mag.

[Link] [Cache]
Wahlkampfgeschenk: Tausend tote Terroristen
12/31/2008 11:24 PM

Die vergangene Woche war die erste seit Bestehen dieses Blogs, in der kein neuer Beitrag erschien. Dafür gibt es viele Gründe, ich mag aber nicht dauernd jammern.
Das einzige Thema der vergangenen Tage ist der Terror, mit den Israel im Gaza derzeit angeblich den der Hamas vergelten will. Die “Argumente” für dieses Vorgehen sind derselbe Schwachsinn, der seit Jahrzehnten behauptet wird, wenn es jemand für opportun hält, Menschen zu töten. Gaza zu bombardieren heißt, eine weitere Generation von hasserfüllten Bombenfetischisten heranzuzüchten. Jeder weiß das. Die Frage ist: warum tun sie es trotzdem und warum gerade jetzt?
Es ist banal: Was mit Bush und Scharon begann, endet mit Bush und Olmert, eine Ära des Blutrausches und der Gewalt als politisches “Profil”. Olmert ist ein abgewirtschafteter korrupter Widerling, der vielleicht hofft, im Pulverrauch unbehelligt abtauchen zu können. Für die anderen ist Wahlkampf. Im gelobten Land pflegt man Wahlen zu gewinnen, indem man “Härte” an die Wand schreibt und den Mord damit sanktioniert. Alles nicht Neues. Die Brutalität und Sinnlosigkeit der Feiertagsveranstaltungen in Gaza erschreckt dennoch. Zumindest, wenn man die politischen Segnungen der Bush-Ära noch nicht als “Normalität” verinnerlicht hat.

[Link] [Cache]
Nebenbei bemerkt ...: Sprechblasen zum Jahreswechsel
12/31/2008 11:22 PM

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. So lautet ein altes Rezept aus der ideologischen Giftküche, das bislang noch jedesmal gründlich in die Hose gegangen ist. Frau Merkel scheint das freilich noch nicht mitbekommen zu haben. Hier einige Auszüge aus der Ansprache, in der unser hosenanzugtragender Sprechblasenautomat (Volker Pispers) zum Jahresende noch einmal zu allem nichts sagte:


Die Welt hat über ihre Verhältnisse gelebt. Nur wenn wir diese Ursachen benennen, können wir die Welt aus dieser Krise führen. Dazu brauchen wir klare Grundsätze: Der Staat ist der Hüter der wirtschaftlichen und sozialen Ordnung. Der Wettbewerb braucht Augenmaß und soziale Verantwortung. Das sind die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft. Sie gelten bei uns, aber das reicht nicht. Diese Prinzipien müssen weltweit beachtet werden. Erst das wird die Welt aus dieser Krise führen. Die Welt ist dabei, diese Lektion zu lernen.

Das zwischen Sein und Sollen mitunter Welten liegen, wird aus dem Folgenden deutlich:
Das ist Politik für die nächste Generation.
[...]
Und wo immer es im Blick auf die nächste Generation verantwortbar ist, werden wir alle, die Steuern und Abgaben zahlen, entlasten. Das alles stärkt unser Land. Wir handeln schnell und wir denken dabei an die kommenden Generationen. Das ist der Geist, mit dem Deutschland das Jahr 2009 meistern wird.
Das ist wohl ein geradezu klassischer Fall eines "performativen Widerspruchs", doch weiter:

Ich habe die wichtigsten Gruppen aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, den Banken, den Gewerkschaften, den Bundesländern und den Kommunen zusammengerufen und mit ihnen beraten. Ich habe dabei einen neuen Geist gespürt: Verantwortung für das Ganze. Verantwortung für unser Land.

Auch das ist wenig überraschend. Macht man hierzulande doch seit je offenbar gerade den größten Bock besonders gern zum Gärtner.

Auch wenn das kommende Jahr ein Superwahljahr mit der Europawahl, mit mehreren Landtags- und Kommunalwahlen und der Bundestagswahl sein wird, so fühlen wir uns doch in weiten Teilen über die Grenzen der Parteien hinweg unserem Land verpflichtet. Das jedenfalls spüre ich in vielen Gesprächen.
Da fehlt dann freilich noch eine weitere Wahl, die gerade von der CDU maßgeblich gefordert wird:


Ethik oder Religion - welch eine Wahl! Welche Freiheit!
[Link] [Cache]
Querdenkerforum: 911-Lüge
12/31/2008 09:22 PM
Der Anschlag vom 11. September 2001 wurde von Terroristen verübt

Richtig, und zwar genauer gesagt von amerikanischen Terroristen!

Uns wurde das jedoch so verkauft, dass 19 mit Teppichmessern bewaffnete Afghanen 4 Flugzeuge entführt hätten und das vorbei an allen staatlichen und militärischen Kontrollen im weltweit am strengsten kontrollierten Luftraum. Natürlich glauben wir das, wir glauben ja alles, was uns Regierungen erzählen.



Als "Unter falscher Flagge" werden Aktionen bezeichnet, die zwar selbst inszeniert, aber anderen in die Schuhe geschoben werden. Schauen Sie selbst und halten Sie sich fest:

Ein Film von NuoViso: Unter falscher Flagge



Quelle: 911-Lüge[Link] [Cache]
Tammox: PARTY!
12/31/2008 09:13 PM
2009 steht an, es wird ein Superwahljahr mit 16 Wahlen - inklusive Bundestag und Bundespräsident.
Zudem gibt es Jubiläen: 60 Jahre Bundesrepublik, 20 Jahre Mauerfall, sowie das am 23. Mai 1949 in Kraft getretene Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Viele werden rühmen, feiern und pathetische Reden halten.

Um dem zuvor zu kommen, ein paar kleine Informationen, die gerne vergessen werden.

Die Grundzüge des GG arbeitete das berühmte von den Ministerpräsidenten eingesetzte Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee vom 10. Bis 23. August 1948 aus.
Es waren KEINE Frauen anwesend - die GG-Grundlagen sind eine rein männliche Erfindung.
Viele der dort als provisorisch vorgesehenen Begriffe - Bundestag, Bundesrat, BVG, etc - wurden 1:1 in das Grundgesetz übernommen.
Es hieß GG, weil es zu einer endgültigen Verfassung erst kommen sollte, wenn alle Teile Deutschlands wiedervereint wären.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung beschreibt korrekt, wenn es schon einen solchen Staat geben müsse, dann dürfe dieser nur ein "Provisorium" sein. Schon in der Namensgebung solle dies zum Ausdruck kommen. Der Hamburger Bürgermeister Max Brauer regte daher an, die Verfassung "Grundgesetz" zu nennen. Und die Versammlung zur Ausarbeitung dieses Grundgesetzes sollte nicht "Nationalversammlung", sondern "Parlamentarischer Rat" heißen. Der stellvertretende Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern, Carlo Schmid, erklärte sogar, dass es sich bei der neuen Verfassung nicht um "die Verfassung für einen Staat in Westdeutschland", sondern lediglich um "ein Organisationsstatut für ein die drei Zonen umfassendes Verwaltungsgebiet Westdeutschland" handeln solle.

Eine solche Verfassung zu erarbeiten, hat man unter Helmut Kohl dann allerdings später vergessen - stattdessen trat die DDR einfach dem GG bei.
Den Deutschen machte es nichts - im „Blühende-Landschaften"-Taumel kümmerte sie das GG genausop wenig, wie 40 Jahre zuvor.
Schon damals interessierten sich die Deutschen fast gar nicht für die neue Verfassung, wie auch die Demokratie insgesamt von einer Mehrheit der Deutschen glatt abgelehnt wurde.
In einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie im März 1949 in Westdeutschland zeigen nur 21 Prozent der Befragten großes Interesse, während 33 Prozent nur wenig und 40 Prozent überhaupt nicht an der Verfassungsarbeit interessiert sind. Von einer breiten, vom Volk getragenen demokratischen Verfassungsgebung kann also kaum gesprochen werden.

Im Parlamentarischem Rat, der dann eine endgültige Form fand, gab es immerhin 4 (von 65) Frauen.
Das Grundgesetz wurde am 8. Mai 1949 von 12 Vertretern in der dritten Lesung NICHT gebilligt.
Die Gegenstimmen kamen von den Abgeordneten des Zentrums, der DP, der CSU und der KPD.
Am 12.Mai kam das Plazet der Militärgouverneure, so daß nur noch die Landtage zustimmen mußten.
Es gab 10 von 11 mal „Ja" - Bayern stimmte dem Grundgesetz NICHT zu.
Getragen wurde der Widerstand gegen das Grundgesetz vor allem auch von der katholischen Kirche.
Eine Tatsache, die ganz gerne verschleiert wird.
In der Sonderveröffentlichung des Parlaments, „ Blickpunkt Bundestag" von 2008 klingt das so:
Erfolgreicher sind da die katholische und evangelische Kirche, die mit direkten Interventionen, aber auch mit Kanzelworten für den Schutz des menschlichen Lebens und für das Recht der Eltern, über die Erziehung ihrer Kinder zu bestimmen, eintreten. Die SPD rügt später, die Verfassung sei „im Schatten des Kölner Domes" gemacht worden. Die katholischen Bischöfe meinen dagegen noch am Tage der Verkündung des Grundgesetzes, ihren Mahnungen sei nicht genügend Gehör geschenkt worden.
Da konnte die RKK den Hals wohl mal wieder nicht voll kriegen - Erwin Fischer rückt zurecht:
Der Verfassungssatz: "Es besteht keine Staatskirche" (Art.140 GG, 137 Abs.1 WRV) weist auf eine Trennung von Staat und Kirche hin. Doch nach einem alten Ondit "hinkt" diese Trennung: Die Kirchen behielten als öffentlich-rechtliche Korporationen eine hervorgehobene Stellung. Der Staat treibt für sie Kirchensteuern ein. Und kirchlicher Religionsunterricht ist an staatlichen Schulen Pflichtfach. Auch alte Finanzierungspflichten des Staates gegenüber den Kirchen blieben erhalten.

Die Kirchen waren es gewohnt sich politisch einzumischen und zu entscheiden.
Hitler hatte sie weniger gestört und Pius XII konnte sich bekanntlich nie dazu durchringen ein einziges Wort zu den KZs zu sagen.
Offensichtlich fand er die Tötung von Millionen nicht weiter erwähnenswert.
Anders verheilt er sich, wenn es um linke, statt rechter politischer Überzeugungen ging.

So droht Papst Pius XII. am 13. Juli 1949 allen Katholiken, die Mitglieder oder Sympathisanten kommunistischer Parteien sind, mit der Exkommunikation.[Link] [Cache]
Lurusa Gross: Nein, wir möchte nicht zurückblicken
12/31/2008 08:58 PM

Nein, dieses Jahr endet furchtbar und wir haben wenig Hoffnung auf ein friedlicheres Jahr.

Danke an die Menschen, welche sich für mehr Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen und den Wunsch auf eine bessere Welt noch nicht aufgegeben haben.

Ich hoffe sie wird von Albträumen geplagt, diese kriegsbegeisterte Frau ohne v.....

Also viel Energie für 2009. Es lebe die Medienvielfalt.

[Link] [Cache]
Abzocknews: Abzocknews.de wünscht allen Lesern und Besuchern einen guten Rutsch ins Jahr 2009
12/31/2008 08:57 PM
[Link] [Cache]
redblog: Auf ein neues Jahr ...
12/31/2008 07:39 PM
gruss440[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Lila, der letzte Versuch
12/31/2008 07:38 PM
Da ist sie wieder, Deutschlands beliebteste Politikerin Angela Merkel. Bei ihrer diesjährigen Silvesteransprache hat die ehemalige Klima-Kanzlerin die "Menschen in Deutschland um Zuversicht" gebeten. "Wir können uns viel zutrauen und gemeinsam noch mehr erreichen", sagte Merkel, deren Auftritt allerdings klar machte, wie schlimm es wirklich um die Bundesrepublik steht.

Im vergangenen Jahr hatte sich Merkel noch vor lichtblauem Hintergrund gezeigt, der Reichstag am Horizont war fröhlich beleuchtet, zum edlen Blazer trug die Kanzlerin ein leuchtend rotes, der Zukunft zugewandtes T-Shirt.

Ganz anders anno 2008: Finster und kalt ist es geworden hinter der CDU-Vorsitzenden, die statt eines Lächelns schmale Lippen im Gesicht trägt. Bleich ist die Kanzlerin in den letzten Monaten geworden, darüber kann kein Makeup täuschen. Gesicht und Haar sind vampirweiß, die deutsche Fahne neben dem Schreibtisch ist wie von Trauerflor umwölkt. Auch das Haar der gebürtigen Hamburgerin scheint dünner geworden, seit ihr Friseur Udo Waltz geheiratet und die Finanzkrise alle Gedanken okkupiert hat.

Angela Merkel rief die Bundesbürger auf, im neuen Jahr auf die eigene Kraft und die Stärken Deutschlands zu vertrauen. "Meine Devise ist: Wir wollen die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise nicht einfach überstehen. Wir wollen stärker aus ihr herausgehen, als wir hineingekommen sind", fleht sie, gewandet in violetten Stoff. Lila, der letzte Versuch.[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Mit Feinstaub gegen die Finanzkrise
12/31/2008 07:38 PM
Ehe der Gürtel enger geschnallt und auf den Ernstfall reagiert wird, lässt es Party- Deutschland noch mal krachen. Letztes Jahr verballerte das Land, in dem die "Schere zwischen arm und reich" (Spiegel) jeden Tag weiter "auseinanderklafft" (HZ) Silvesterfeuerwerk im Wert von mehr als 58 Millionen Euro, dieses Jahr wollen die Deutschen noch ein paar Schippen drauflegen. Schon am Tag vor dem großen Fest meldeten Lidl und Rewe "ausverkauft" bei Raketen und Tischfeuerwerk - die 40.100 Tonnen Feuerwerkskörper, die chinesische Fabriken aus Dankbarkeit für nimmermüde deutsche Tipps in Sachen Menschenrechte geliefert hatten, reichen mitten in der "größten Wirtschaftskrise seit den 20er Jahren" (Peer Steinbrück) nicht aus für die deutsche Spaßkanonade. Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist: Die Deutschen glauben mehrheitlich nicht an eine wie immer geartete "Finanzkrise" (Die Welt). Sie glauben an 40.000 Tonnen Feinstaub aus China, mit lautem Wumms in die Luft geblasen.[Link] [Cache]
HU-Marburg: Frohes Neues Jahr!
12/31/2008 07:37 PM
Einladung zum Neujahrsessen des HU-Ortsverbands Marburg - HU-Ortsverband Marburg.

[Link] [Cache]
Nicht-Abzocken.eu: Alles Gute für 2009!
12/31/2008 07:32 PM

Nicht Abzocken e.V. wünscht allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2009.

[Link] [Cache]
Club der halbtoten Dichter: Für meinen neuen Enkel Christian
12/31/2008 07:26 PM

christian

Du hast mir großen Spaß gemacht in unseren 8 Wochen . Ich hoffe dass das klappt dem Studium im nächsten Jahr, ich denke du wirst so einer:

Wer die Nachtigall stört

Bitte schick mir deine Postanschrift, ich dir das Ding zu.

Nun muss ich gleich Beethoven hören, ist wieder Silvester …

Bound Veracruz

Sommer 1975 im Persischen Golf. Im Iran herrscht der Schah, die Wirtschaft boomt. Vor jedem Hafen liegen bis zu 120 Schiffe auf Reede und warten auf Abfertigung. Unter 6 Wochen Wartezeit läuft gar nichts. Die mörderische Hitze und der eintönige Tagesablauf stellen die Besatzungen auf harte Proben. Auf der Reede von Kuwait messen wir 55 Grad an Deck. Öffnet man den Mund, fährt einem der heiße Wüstenwind wie eine glühende Faust die Kehle hinab.

MS "Heide Leonhardt" hat es geschafft. Nach einem halben Jahr im Golf haben wir in Bandar Abbas den Rest einer Ladung Stückgut gelöscht und passieren die Straße von Hormuz mit Kurs auf Maputo in Mozambique. Ladehafen wird zwar Durban in Südafrika, doch aufgrund des UNO-Boykotts gegen das Land der Apartheid wird für die Ladung Mais nach Mexiko in den Papieren später Maputo, das frühere Lourenco Marques, als Ladehafen erscheinen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den südafrikanischen Nachbarn läuft reibungslos.

Außerhalb der Wachzeiten halte ich mich selten im Funkraum auf, denn die Klimaanlage schafft dort oben auf der ‚Alm' nur noch 30 Grad. Mein Lieblingsplatz ist die Mannschaftsmesse, der kühlste Ort. Hier nehme ich auch die Mahlzeiten ein, niemand stört sich daran.
Mein bester Kumpel ist der Bootsmann. Klaus A. ist ein norddeutscher Sunnyboy, dem die Weiber an Land hinterher sind wie die Fliegen dem Mist. Er hat eine starke Vorliebe für alles Bayerische, seinen Urlaub verbringt er regelmäßig auf der Blickner Alm bei Ruhpolding. Auch die Resis und Zenzis stehen auf ihn. Er ist noch verhältnismäßig jung, in seinem Job macht ihm trotzdem keiner etwas vor. Er ist in jeder Hinsicht souverän.

Leider kann ich nicht an seiner Back sitzen, denn er hat an einem Zweimannstisch den Schlosser als Gegenüber. So speise ich also am Kopfende der Matrosenback zwischen zwei Berlinern. Zu meiner Rechten sitzt Klaus F., ein netter Junge, den ich seit seiner Decksjungenzeit kenne und verdammt gut leiden kann.

Heute gibt es Sauerbraten mit Kartoffelknödeln und Rotkohl zu Mittag. Klaus schenkt mir seine Knödel, verdrückt dafür meinen Sauerbraten. Zum Nachtisch schmeißt der Koch doch tatsächlich Eiscreme auf den Markt, weiß der Teufel, wo das Zeug die ganze Zeit versteckt war. "Ich frage jetzt zum letzten Mal: wer ißt sein Eis nicht?" tönt es vom Bootsmann herüber. Hämisches Gelächter ist die Antwort.

Um 12.00 Uhr treffen sich die Offiziere täglich auf der Brücke, auch der Funkoffizier findet sich ein. Vielleicht verkündet der Kapitän ja eine Neuigkeit.
Der Alte heißt Kuddel S. und ist ein alter Hase, mit sämtlichen Wassern der Seefahrt gewaschen. Was er für perfektes Englisch hält, ist reines Plattdeutsch. Zwar wird er immer verstanden, versteht selbst aber nur, was er will.
"Wehe dir, du verbesserst mich, wenn ich englisch spreche!" hat er mich ganz am Anfang gewarnt und ich halte mich daran. Kuddel ist kein Abstinenzler und steht häufig unter Strom, trinkt aber nur Bier. Normalerweise sieht er wie ein Penner aus, heute trägt er weiße Uniform mit Shorts.

Die Offiziere hängen auf Steuerbordseite der Brücke herum. Ich geselle mich dazu. Kuddel marschiert auf uns zu, scheißt uns wie üblich zusammen:"BAFÖG, wenn ich das schon höre. Euch wird doch heute nur noch Zucker in den Arsch geblasen. Ich mußte mir damals alles selbst zusammensparen."

Er bleibt kurz vor uns stehen, dreht sich um und geht nach Backbord zurück. Auf seinen weißen Bermudas, genau in der Mitte, prangt ein großer brauner Fleck. Wir schauen uns an und lachen lautlos in uns hinein. Kuddel ist in seinem Element:

"Keine müde Mark hab ich bekommen. Wir mußten als Matrosen sogar noch unser eigenes Besteck und Kojenzeug auf die Dampfer mitbringen, damit ihr's wißt. Das würde euch verwöhnten Säcken auch gut tun." Er macht eine Kehrtwendung und wir senken die Blicke. Doch er hat etwas gemerkt.
"Was ist los mit euch? Warum grinst ihr denn so blöde?" Keiner sagt etwas, wir müssen uns krampfhaft das Lachen verkneifen.

"Was los ist, habe ich gefragt" poltert er weiter.

"Herr Kapitän" ich versuche ernst zu bleiben, "ihre Hose, sie müssen sich da irgendwo reingesetzt haben."

Er zieht seine Flatterjeans nach vorne und sieht den Fleck. "Reingesetzt, reingesetzt. Red doch nicht so kariert daher. Einen feuchten Pups werde ich gelassen haben. Das kann doch mal passieren, oder?"

"Selbstverständlich, Herr Kapitän."

"Also, ich mach jetzt meinen Schönheitsschlaf. Geweckt werde ich nur bei Schiffsuntergang oder Gehaltserhöhung. Ist das klar?"

"Jawoll, Herr Kapitän" schallt es im Chor und bis auf den wachhabenden Zweiten Offizier verkrümeln sich alle.

Zur tea time um 15.00 Uhr kommt man wieder in der Mannschaftsmesse zusammen. Die Matrosen sind klatschnaß, ihr Job heißt heute Lukenwaschen. Das Schiff fährt in Ballast, ist also völlig leer. Zur Aufnahme der Maisladung in Durban müssen die Laderäume absolut sauber sein, mit bloßem Fegen ist es nicht getan.
Bei dieser Hitze ist Lukenwaschen eine angenehme Tätigkeit, allerdings nicht ganz ungefährlich. Doch die See ist ruhig und die Matrosen haben den Job schon hundertmal gemacht. Wie üblich, wird in der Pause herumgealbert.
Klaus F. fragt mich noch: "Meinst du, daß mein Brief auch wirklich rechtzeitig ankommt?"

"Ich denke schon. Wir werden morgen Monsun bekommen und dann wohl nicht mehr allzu schnell sein."

"Hoffen wir's." Klaus will sich in Durban verloben. Er ist mit einer Schwarzen zusammen und unsterblich in die Schneeflocke aus den townships verliebt. Sie im Schwarzenghetto zu treffen, ist jedesmal ein Abenteuer, er muß sich auf dem Weg dahin hinten im Taxi verstecken, denn Weißen ist der Zutritt verboten. In den townships selbst droht keine Gefahr, die Schwarzen schirmen ihn gut ab. Klaus plant, das Mädchen später zu heiraten und nach Berlin mitzunehmen.

Die Matrosen gehen wieder an die Arbeit. Ich schieße mich bis zum Wachbeginn noch ein Deck höher beim Steward auf, der gleichzeitig mit mir zu arbeiten beginnt.
Kurz vor Vier rennt plötzlich ein Matrose an unserem Bulleye nach achtern und mit dem Bootsmann zusammen wieder nach vorne. Es muß etwas passiert sein, denn an Bord wird normalerweise nicht gerannt. Wir gehen an Deck hinaus und hören jemand rufen: ".. in die Luke gefallen. Holt den Alten."
Klaus A. klettert schon die Leiter zu Luke 3 hinunter. Aus den Aufbauten stürzt der Kapitän nach vorne. "Holt die Tragbahre" ruft er uns zu.
Wir schleppen das Gerät aus dem Lazarett nach vorne zu Luke 3. Ich schaue über die Kumming in den geöffneten Laderaum. Ganz unten im Unterraum liegt Klaus F. in gekrümmter Haltung bäuchlings auf dem Stahlboden. Er muß vom Zwischendeck zehn Meter tief in den Unterraum gefallen sein.

Die Bergung von Verletzten ist ein immer wieder geübtes Rollenmanöver und klappt wie im Schlaf. Mein Platz ist dabei im Funkraum, doch diesmal bleibe ich am Eingang zu den Aufbauten stehen. Die Tragbahre wird mit dem Ladebaum an Deck gehievt, zwei Matrosen tragen Klaus nach achtern, an uns vorbei ins Hospital.
Klaus lebt, doch der rechte Arm ist zerschmettert und sein Gesicht wirkt eigentümlich verschoben. Er ist ohne Bewußtsein und röchelt leise.
Der Kapitän geht hinter der Tragbahre her. Er kommt auf mich zu. "Los, hol Hilfe. Wir brauchen einen Arzt. Ich bleibe bei Klaus."

Ich renne auf die Brücke und lasse mir unsere Position geben, mittlerweile hat der Erste Offizier übernommen. "Was ist passiert?"

"Klaus F. ist in die Luke gefallen. Er lebt noch, der Alte ist bei ihm im Hospital."

Ich schmeiße den Sender an und hämmere auf der internationalen Notfrequenz 500 kHz unsere Dringlichkeitsmeldung in den Äther. Ein russischer Frachter quittiert sofort, leider hat man keinen Arzt an Bord. Die Küstenfunkstelle Muskat der Arabischen Emirate bestätigt die Meldung ebenfalls. Obwohl es mich ins Lazarett zu Klaus hinunter zieht, kann ich den Funkraum jetzt nicht mehr verlassen. Ein Matrose bringt einen Zettel mit einer Nachricht des Kapitäns an die Reederei:
"1605 ortszeit position ausgang strasse von hormuz stop matrose f. beim lukenwaschen von zwischendeck in unterraum gefallen stop zahlreiche knochenbrüche schwere schaedelverletzung stop kaum hoffnung stop kapitaen."

Ich schalte um auf Kurzwelle. Norddeich Radio meldet sich sofort. Ich jage das Telegramm hinüber und höre wieder die Notfrequenz 500 kHz. Dort werde ich bereits von Muskat Radio gerufen:

xxx dihl muskat radio
master heide leonhardt
fast patrol boat with doctor onboard proceeding speed 40 kts please verify your position
harbourmaster muskat

Ich flitze auf die Brücke hinüber, wir kontrollieren die Position. Der IO hat sich in der Aufregung um zehn Grad verhauen, danach stehen wir 600 Meilen weiter nördlich, hoch und trocken irgendwo in Persien an Land.
Wir berichtigen unseren Standort auf 2508n 5730e. Der Erste ändert Kurs auf die Ansteuerung von Muskat.
Ich shifte auf Sprechfunk 2182 kHz, weil das Schnellboot auf den Handelsschiff-Frequenzen nicht senden kann. Schließlich bin ich selbst zwei Jahre lang Schnellboot gefahren.
Das Boot meldet sich in akzentfreien Englisch, vermutlich ist der Kommandant Engländer. Wir tauschen erneut die Positionen aus, der Tommie kann uns in etwa 2 Stunden erreichen. Dann fragt er noch "How is the situation on board now?"

"No change so far, Sir. Our man is very seriously hurt. Several bone fractures and severe head injuries, I presume."

"Roger, understood. Well, we'll do our best to reach you as soon as possible."

"Roger, thanks very much, Sir." Muskat Radio hat ebenfalls umgeschaltet und mitgehört.

Dann höre ich Schritte auf der Treppe, es ist der Kapitän. Er hat Tränen in den Augen, sieht mich an und schüttelt den Kopf.

"Es ist vorbei, war nichts mehr zu machen. Vor zehn Minuten hat er aufgehört zu atmen. Der OA hat noch beatmet, aber die Gehirnflüssigkeit kam schon aus den Ohren heraus."
Er setzt sich.

"Schick das Schnellboot zurück, die können uns auch nicht mehr helfen. Wir gehen trotzdem nach Muskat. Klaus kann ja nicht an Bord bleiben."

Ich rufe das Schnellboot:

"we thank you very much for your assistance, sir, but our crewmember just passed away. All efforts of reanimation remained without success. So we do not require your assistance any longer. Thanks very much again, sir."

"Roger, well understood. Very sorry for you, mate."

Dann rufe ich Muskat Radio: "Could you please advise your harbourmaster accordingly. We are still heading for Muskat. Please also ask German Embassy to assist for disembarking the body."
"O.K. Sir, we'll do so."

Dann gibt mir der Alte die Nachricht für Hamburg:

"Matrose F. um 1700 Uhr Ortszeit an Bord verstorben. Reanimationsversuche ohne Erfolg. Anlaufen Muskat ETA 2030 local zur Ausschiffung der Leiche. Botschaft eingeschaltet. Verständiget Agentur. Kapitän."

Bei Norddeich Radio scheint man auf uns gewartet zu haben. Nachdem der Funker mein Telegramm quittiert hat, morst er langsam zurück: "und nun noch eine traurige Nachricht für den Funkoffizier. Sind sie bereit?"

"Senden sie."

Er telegrafiert: " … Tante Marie heute eingeschlafen. Beerdigung uebermorgen. Vater."

Ich bestätige und registriere den Inhalt, begreife aber noch nicht. Es zieht mich hinunter zu Klaus. Ich lasse das Telegramm auf dem Tisch liegen und gehe ins Hospital.
Der Offiziersanwärter, der ein paar Semester Medizin studiert hat, der Bootsmann und der Zweite Offizier haben Klaus bereits gewaschen und angekleidet. Man holt den Zinksarg aus dem Store und bettet ihn hinein. Niemand redet. Dann gehen wir an Deck. Die Sonne steht tief, die Küste ist bereits in Sicht.

Kurz nach 20.00 Uhr erreichen wir die Reede von Muskat und werfen Anker. Die Flagge weht auf halbmast. Die Behörden warten schon, mit dabei sind ein Botschaftssekretär und der Agent der Reederei.
Die Formalitäten sind rasch abgewickelt. Der englische Hafenarzt untersucht den Toten und schlägt vor, die Leiche sofort mitzunehmen, da bei diesen Temperaturen die Verwesung schnell einsetzt. Der Kapitän ist einverstanden. Wir hieven den Sarg auf das Boot und nehmen Abschied. Das Schiff muß bis zum Mittag des nächsten Tages liegenbleiben, bis alle Details der Überführung geklärt sind.

Ich begebe mich in den Funkraum zurück und finde das Telegramm. Tante Marie, das ist fast mehr als eine Mutter für mich. Sie ist die edelste und verständnisvollste Frau, die ich kenne und der Vergleich mit Mutter Theresa ist sicher erlaubt. Als ich mich im Altenheim vor sieben Monaten von ihr verabschiedet habe, hat sie zum ersten Mal geweint. Vielleicht hat sie es gewußt. Nun kann ich nicht einmal mehr einen Kranz schicken. Aber Vater wird das schon richten.

Kaum einer kann in dieser Nacht schlafen. Ich muß zu Klaus A. auf die Kammer. Klaus liegt auf der Koje und starrt an die Decke. Ich weiß, was in ihm vorgeht. Die Luke war nicht abgesichert und er war der Verantwortliche. Noch am Morgen hatte er darauf hingewiesen. "Ihr kennt ja die Sicherheitsvorschriften" hatte er gesagt. Aber er will seine Leute auch zur Selbständigkeit erziehen und kontrolliert nicht jedes Detail persönlich nach.
Ich setze mich zu ihm auf die Koje und zünde mir eine Zigarette an. Er nimmt sie mir aus der Hand und zieht daran. Klaus raucht schon lange nicht mehr. Wir reden nicht, doch keiner will alleine sein. Ich bleibe eine ganze Weile.
"Es hat keinen Sinn, sich Vorwürfe zu machen." sage ich dann leise, "davon wird er nicht wieder lebendig."

"Ich weiß" sagt Klaus.

Am anderen Morgen erhalten wir über UKW Nachricht der Agentur, daß die Leiche wieder an Bord gebracht wird und wir eine Seebestattung durchzuführen haben. Die Eltern von Klaus wollen es so. Keine der Airlines hat einen Kühlsarg für die Überführung nach Berlin vorrätig und in der Wüste verscharrt möchte der Vater seinen Sohn nicht wissen. Wir haben das zu akzeptieren.
Gegen Mittag bringt ein Boot die Leiche zurück. Sie ist bereits für die Seebestattung präpariert und sieht aus wie eine Mumie. Wir müssen nur noch die Grundgewichte an den Füßen anbringen, damit sie auch versinkt. Der Botschaftssekretär hat eine Flagge mit Bundesadler mitgebracht.
Das Schiff läuft mit kleiner Fahrt fünf Seemeilen vor die Küste

Die Leiche liegt auf einem Walking Board unter der Bundesdienstflagge. Heimatland- und Reedereiflagge wehen auf halbmast. Die Besatzung steht im Halbkreis um den Toten herum, Kapitän und Offiziere tragen Uniform.
Der Erste Offizier stoppt die Maschine, das Schiff treibt in nur leicht gekräuseltem, tiefem Blau.
Der Kapitän findet die richtigen Worte

Dann spiele ich über die große Verstärkerbox an Deck das Adagio aus Beethovens Neunter. Eigentlich wollte ich die Egmont Ouvertüre dafür, aber die Kassette hat geeiert. Erst bei dieser Musik beginnen die meisten zu weinen.

*
Der Kapitän gibt mir ein Zeichen, ich blende die Musik aus.

"So Klaus" sagt er dann, "nun tritt deine letzte Reise an."

Sein Berliner Freund kappt mit dem Bordmesser die Leine. Das Walking Board kippt zur Seeseite hinab und Klaus rutscht unter der Flagge heraus in die unbewegte See. Mit den Füßen voran geht er in Schräglage sofort auf Tiefe.

Das Schiff nimmt Fahrt auf und bringt den Botschaftssekretär nach Muskat zurück.
Die Besatzung geht schweigend auseinander.

*

Am Tag danach empfängt uns wie erwartet der Monsun. Er bläst ziemlich genau aus Süd, kräftiger als normal und erreicht bald volle Stärke 8 auf der Beaufort Skala.
Mit leerem Schiff machen wir kaum noch Fahrt über Grund. Der Alte beginnt, um den Generalkurs herum zu kreuzen wie mit einem Segler. Trotzdem verlieren wir vier Tage bis Maputo. Die Charter gerät jedoch nicht in Gefahr, die Deadline für das Anlieferungsdatum wird nicht überschritten.
Die Stimmung an Bord ist gedrückt, das schlechte Wetter tut ein Übriges dazu.

In Maputo wird kurz Ein- und gleich wieder Ausklariert, wir benötigen die Papiere für den Ladungsschwindel. Bis auf eine folgenlose Grundberührung wegen eines betrunkenen Schlepperkapitäns passiert nichts von Bedeutung in dem Hafen, der zu Zeiten der portugiesischen Kolonialherrschaft als Paradies für Seeleute galt. Zwei Tage später machen wir an der Ladepier in Durban fest. Die Beladung mit Mais in Bulk, also als Schüttgut vom Fließband, beginnt sofort.

Dann kommt der Moment, vor dem sich der Kapitän, wie er zugibt, gefürchtet hat. Nachdem Klaus F. nicht wie erwartet in den townships aufgetaucht ist, erscheint sein Mädchen an Bord, die Verlobung soll ja gefeiert werden.
Wir stehen gerade an Deck herum, einer führt sie zum Kapitän, in dessen Haut jetzt keiner stecken möchte.
Nach einer halben Stunde kommt sie wieder herunter, der Alte bringt sie zur Gangway und besorgt ihr ein Taxi.
Ich sehe das Mädchen zum ersten Mal. Es ist eine hübsche, recht zierliche Person, doch Klaus war ja auch kein Riese. Ihre Haare sind glatt und lang, also ist sie keine Zulu. Möglicherweise trägt sie auch eine Perücke.
Man sieht, daß sie geweint hat, doch jetzt ist sie völlig ruhig. Der Alte umarmt sie, dann fährt das Taxi davon. Ein paar weiße Südafrikaner auf der Pier schauen mißbilligend oder böse. Ein weißer deutscher Kapitän mit einer schwarzen Nutte …., ein Scheißland. Dabei fahren sie alle nach Mozambique, weil sie geil auf die Mädchen sind.

Der Alte geht an uns vorbei. "Das war nicht so schlimm wie ich dachte" meint er und verschwindet in den Aufbauten.
Später erstellen Vertreter der Deutschen Botschaft Protokolle über den Unfallhergang, die Zeit dazu war in Muskat zu kurz.

Am Nachmittag dann große Aufregung: Ein halbes Dutzend schwarzer Klageweiber stürmt den Dampfer und dringt zum Kapitän vor. Die Verlobte von Klaus ist nicht dabei.

Die alten Weiber produzieren ein fürchterliches Gejammer, Gewimmer und Geheul. Es geschieht bei Kuddel im Kapitänssalon, doch der ganze Dampfer wiederhallt. Es ist nicht auszuhalten, wir flüchten an Deck. Ich sehe den Bootsmann an und kann nicht anders, ich muß lachen. Sogar Klaus verzieht sein Gesicht zu einer leichten Grimasse.
Wir können uns gut vorstellen, wie es beim Alten jetzt zugeht, wie die dicken Mammies um ihn herumflattern und sich auf den Teppich schmeißen. Das Geheule ist sogar hier draußen noch zu hören. Irgendwie hat das Ganze etwas Befreiendes.
Nach zwanzig Minuten ist der Spuk vorbei. Die Weiber verlassen den Dampfer, jede hat ein Geschenk unter dem Arm. Sie quatschen fröhlich durcheinander.

Dann kommt Kuddel mit einer Bierbuddel in der Hand heraus. "Habt ihr das gehört? Was meint ihr, was da los war! Das glaubt mir in Hamburg keiner. Die kommen jetzt jeden Tag wieder, solange der Dampfer hier liegt. Aber morgen kommen sie vormittags."
Wir verstehen, der Mittagsschlaf ist heilig.
Die Weiber kommen tatsächlich noch zweimal wieder, beide Male am Vormittag. Kuddel hätte auch an Land gehen und die Sache dem Ersten Offizier überlassen können. Aber dafür ist er ein viel zu guter Kapitän, wir rechnen es ihm hoch an.

Am dritten Tag ist die Beladung abgeschlossen. Wir verlassen Durban, laufen um den Süden Afrikas herum, passieren das Kap der Guten Hoffnung und nehmen Kurs auf die Karibik.
Auf der Südhalbkugel ist es Winter, eine außergewöhnlich hohe Dünung läuft aus Süden heran. Das Schiff ist randvoll mit Mais, ein idealer Beladungszustand, und liegt hervorragend in der See.
Wir machen gute Fahrt, durchqueren planmäßig Passatzonen und Kalmengürtel. Auf der Höhe von Trinidad weichen wir einem Hurrikan aus, der glücklicherweise nach Norden abdreht und zunächst nicht in die Karibik hineinzieht.
Fast einen halben Tag früher als vorausberechnet kommen wir in Veracruz/Mexiko an und gehen ohne Verzögerung an die Pier.
Gelöscht wird in LKW's, für die gesamte Operation wird ein Zeitraum von zwei Wochen veranschlagt.

Ich versorge die Besatzung mit Vorschuß, bis auf die Wache und den Kapitän ist bald niemand mehr an Bord. Kuddel geht nie sofort an Land, er muß bei ein paar Bieren auf seiner Kammer die vergangene Reise erst verarbeiten. Diesmal sind es sicherlich ein paar Biere mehr geworden.

In Veracruz dürfen mit Ausnahme der Waschfrauen keine Mädchen auf die Schiffe, man müßte schon die Wachposten bestechen. Das macht keinen Sinn, die Plaza ist nur vierhundert Meter weit entfernt. Dort brodelt das Leben.
Kuddel schickt mir seine Waschfrau nach oben, eine schon etwas reifere Senora mit Zahnlücken und kräftigen Händen. Sie faßt mich sofort an die Schenkel, prüft und lacht: "mui forte hombre, eh?"
Ich lache auch und gebe ihr ein paar Unterhosen und Hemden, die sie in der Lotsentoilette nach alter Sitte wäscht. Wir haben zwar zwei Waschmaschinen an Bord, doch die Senora muß ja auch etwas verdienen.
Schon jetzt fühle ich mich wohl, wir sind in Mexiko, hier stimmt alles. Heute würde man sagen, es paßt.
Nachdem die größte Hitze vorüber ist, gehe ich an Land. Inzwischen hat auch die abgelöste Wache ihr Geld abgeholt.

Schon am Hafentor stellt sich dieses Glücksgefühl ein. Das T-Shirt wird bis unter die Achsel hochgezogen, der warme Wind spielt um den Bauch. Die Menschen lachen dich freundlich an und winken dir zu, besonders die Senoritas. Kinder hüpfen herum und fassen dich an der Hand. Hunde liegen faul im Schatten, gähnen und räkeln sich apathisch. Es riecht nach exotischen Speisen, manchmal leicht nach Moder. Und von der Plaza her hörst du die Mariachi. An Tagen wie diesem macht die Seefahrt Spaß.

Auf der Plaza ist Hochbetrieb. Unsere Leute haben vier nebeneinander liegende Tische besetzt, ein paar Senoritas sind bereits eingetroffen. Der Cuba Libre fließt in Strömen. Der Leichtmatrose ist schon ziemlich breit. Sein Mädchen versucht ihn zu bremsen, er soll schließlich noch etwas beschicken heute nacht.

"Halbe Fahrt" lacht er nur, "wir haben ja soooviel Zeit. Dos semanas, comprendes, dos semanas, alles paletti, OK?"

"Si amigo, comprendo. Dos semanas boracho."

Drei oder vier Mariachi-Gruppen sind über die Plaza verteilt, man hört das gesamte Repertoire durcheinander. "Guantanamera", "Cielito Lindo", "Mexico" und an unseren Tischen immer wieder "Una lacrima por tu amor", unser hit in jenen Tagen.
Nach dem fünften Cuba Libre gehe ich mit dem Dritten Offizier noch etwas "die Beine Vertreten".
Wir schauen im Mi Ranchito, dem Puff, vorbei, wo noch nichts los ist und landen am Strand. Es ist schon dunkel, also Hosen runter und rein. Das Meer ist warm, 26 Grad sind es bestimmt. Wir schmeißen uns in den warmen Sand, alle Viere von uns gestreckt und schauen in die Sterne.
Dunkel und rhythmisch schlägt die Brandung auf den Strand.

"Ich hol uns was zum Rauchen" sagt der Dritte, zwängt sich in die Jeans und verschwindet in der Dunkelheit. Oben an der Straße besorgt er von einem Taxifahrer Grass und Blättchen für eine Riesentüte, die wir gemeinsam hineinziehen. Das Zeug ist gut, wir halten den Rauch in den Lungen und gehen ab wie Raketen. Wir reden, lachen und albern herum. Dann schnappen wir unsere Klamotten und bewegen uns am Wasser entlang, Ich gehe auf Watte in Fünfzigmeterschritten, es ist der Wahnsinn. Irgendwo fallen wir wieder in den Sand, machen noch ein paar Züge und schlafen ein. Wir sind richtig stoned, gottseidank kommt kein Gewitter. Nach zwei Stunden oder so sind wir wieder auf dem Damm. Es geht uns prächtig, der Freß-Flash meldet sich. An der Plaza sind noch ein paar Schuppen offen, viel ist aber nicht mehr los und von unserem Dampfer keiner mehr zu sehen.
Wir hauen uns den Ranzen voll, jede Menge Kuchen hinterher. Fürs Mi Ranchito ist es zu spät, die guten Senoritas sind bestimmt alle vergeben. Wir marschieren an Bord zurück und fühlen uns sauwohl.

Tags darauf erledige ich an Bord alle Verwaltungsarbeiten und bereite die Ausklarierung vor. Dann habe ich nichts mehr zu tun, gehe zum Alten und bitte offiziell um Urlaub. Ich habe keine Lust, mich tagsüber sinnlos an Bord aufzuschiessen.
"Hau bloß ab, Ik bruk di nich" secht Kuddel.

Ich übergebe den Safe-Schlüssel dem Steuermann und hänge einen Zettel an die Funkraumtür: "Wegen Arbeitsüberlastung vorübergehend geschlossen. Vorschuß beim 2. Offizier."

Kurz nach 17.00 Uhr bin ich auf der Plaza. Wieder sind mehrere Tische in deutscher Hand, schon fast jeder zweite unserer Leute ist ‚verheiratet'. Mehr oder weniger stolz präsentiert man seine Eroberungen.
Unser Bootsmann pfeift mich heran, neben ihm sitzen der Bootsmann und ein Matrose eines im Hafen liegenden DDR-Dampfers. Beide sind Mecklenburger, total sympathisch und könnten ebensogut von unserem Schiff stamnmen. Nur am Salventakt ihrer Drinks merkt man schnell, daß sei kaum Pesos auf der Naht haben. Mit DDR Mark können sie hier nichts werden, nur in Cuba vielleicht und dort regiert trotz Fidel der Dollar. Auch unser 'Scheich' hat das gecheckt, also gehen ihre Drinks ab sofort auf unsere Deckel. Wir bestellen nur noch Runden.
Gegen 18,00 Uhr großer Jubel an den mesas alemanas, Kuddel S. wird gesichtet. Er ist wieder ganz in Weiß – heute ohne ‚feuchten Pups' – frisch geduscht und gekämmt.
Sein rotes Gesicht mit der noch röteren Nase leuchtet, ein breites Grinsen liegt auf seinen Zügen.
Auch unsere Senoritas stimmen in das Begrüßungsgeschrei ein "Aqui Capitano" und "Venga Senor Capitan" usw. schallt es ihm entgegen.
Kuddel schreitet mit schief angelegtem Kopf regelrecht die Front ab und mustert seine Truppe wohlgefällig. Doch er setzt sich nicht zu uns sondern dreht eine Runde um die Plaza. Als er wieder an uns vorbei defilieren will, stelle ich mich in seinen Weg, reiße den Arm hoch zum militärischen Gruß und melde laut:

"Herr Kapitän, ich melde die Besatzung bei der Freizeitgestaltung. Keine besonderen Vorkommnisse."
Kuddel hat auch gedient und grüßt zurück: "Danke, weitermachen."

"Herr Kapitän, wir möchten sie zu einem Drink einladen, setzen sie sich doch zu uns."

"Wenn das so ist.."

Wir schieben die Tische zusammen und Kuddel thront in der Mitte. Die Mädchen schwirren natürlich hauptsächlich um ihn herum, er fühlt sich wie ein Pascha. Die Birne strahlt. Plötzlich stutzt er:

"Wo ist denn deine Frau, du warst doch gestern auch schon an Land?"

"Ich war bei der Waschfrau eingeladen" fällt mir ein, "aber die war nicht mit mir zufrieden."

Er murmelt etwas von verarschen und: "Morgen will ich deine Frau sehen oder der Urlaub ist gestrichen. Muß ich denn hier alles alleine machen?"

"Geht klar, Herr Kapitän."

Es herrscht eine Bombenstimmung. Kuddel trinkt auch hier nur Bier. Sofort ist eine Mariachi-Gruppe bei uns und der Alte bestellt drei mal hintereinander "Guantanamera" . Wahrscheinlich verbindet er eine angenehme Erinnerung mit dem Song.
Ein paar Tische weiter spielt eine andere Gruppe, man sucht sich gegenseitig zu übertönen. Das paßt Kuddel überhaupt nicht. Er steht auf und geht zur Konkurrenzband an den Nachbartischen. Der Alte redet auf die Senores ein, vermutlich plattdeutsch und zeigt auf unseren Tisch.
Tatsächlich kommen die Herren herüber, unterhalten sich mit den Mitgliedern unseres Ensembles und bauen ihre Instumente auf. Dann schnappt sich Kuddel die nächste Gruppe, am Ende stehen alle vier Mariachi-Bands der Plaza an unserem langen Tisch und legen los. Ich weiß nicht, wieviel der Alte gelöhnt hat, aber alleine schon, die harte Konkurrenz zusammenzubringen, das schafft außer ihm wohl keiner. Das meinen jedenfalls die Mädchen.

Nun dirigiert er mit fuchtelnden Armen wie ein Furtwängler zwei Xylophone, fünf Trompeten, acht Gitarren, Bongos und Rhumbarasseln. Der Chor der Sänger harmoniert perfekt. "Guantanamera" singt der Alte mit und lächelt selig.
Donnernder Applaus der ganzen Plaza.
Der Ossie-Bootsmann hat einen ungläubigen Ausdruck in den Augen. Ich kann ihn verstehen. So einen Kapitän wünscht er sich auch. Dafür würde er sogar auf seinen Politoffizier verzichten.

—–

Zwei Stunden später im Mi Ranchito sehe ich sie.
Sie tanzt mit einem dicken Mexikaner. Ihr gertenschlanker Körper biegt sich anmutig in einem kurzen roten Kleid, das die rassigen Beine kaum verhüllt. Ihre schwarzen Haare sind kurz geschnitten, die Brüste nicht zu groß und der Hintern traumhaft modelliert.
Ein Königskind. Der dicke Mexikaner tanzt gut, trotz seiner Körperfülle. Sie setzt sich nicht an seinen Tisch sondern unterhält sich mit einem jungen Typen am anderen Ende der Bar. Ich würde meine ganze Kohle dafür geben, mit dieser Frau abziehen zu können.
Dann tanzt sie mit dem jungen Typ, die beiden sind ein hübsches Pärchen. Ewig schade, daß sie hier auf diese Art ihr Geld verdienen muß. Der Junge kann genauso wenig tanzen wie ich, er hopst nur herum. Aber sie steht scheinbar auf schwofen. Scheiße, wie mach ich's bloß.

Da erscheint unser Leichtmatrose mit seiner Braut, heute noch nüchtern. Er pflanzt sich neben mich, Madame muß aufs Örtchen.

"Na, noch alleine?" will er wissen.

"Ich bin noch nicht lange hier, aber gesichtet hab ich schon was."

"Wird schon werden."

Madame hat sich gepudert und kommt zurück. "Ah, telegrafista. Como estas, amigo?"

"Esta bien, gracias." Ich lade die beiden zu einem Drink ein. Wir reden über die vergangene Nacht und lachen viel. Sie hat ihn einfach abgeschleppt und im Hotel ausnüchtern lassen. Danach sei man doch noch zur Sache gekommen. Jedenfalls sind beide gut drauf.

Da durchzuckt mich ein elektrischer Schlag. Mein Königskind kommt direkt auf uns zu. Die beiden Mädchen umarmen und küssen sich. Sie sind Freundinnen. Wie immer in solchen Situationen bin ich völlig befangen. Ich bekomme das Maul nicht mehr auf und vergesse sogar, ihr einen Drink anzubieten. Das macht der Leichtmatrose für mich. Dann versuche ich es doch mit einer Zigarette. "Quieres un cigarillo?" Sie lächelt und will. Ihr jungenhaftes Gesicht paßt zur Frisur. Die Augen schimmern in unbeschreiblichem Glanz und die vollen, ungeschminkten Lippen sind sinnlich geschwungen. Sie sieht mich an, ich versinke sofort in diesen Augen. Ich vergesse alles um mich herum und sehe nur noch dieses Gesicht. Ich brenne. Der Leichtmatrose stößt mich mit dem Ellenbogen an.

"Komm zu dir. Ist sie das?"

"Klar Mann."

"Den Funker hat's erwischt" wird er am anderen Tag an Bord erzählen. "Ich glaub, wir bestellen schon mal das Aufgebot."

Sie heißt Linda und spürt, was mit mir los ist. Scheinbar gefällt es ihr.

"You are a bit shy, aren't you" fragt sie plötzlich in stark amerikanisch gefärbtem Englisch.

Ich bin überrascht. "Right, you're making me completely nervous."

Sie lacht und rückt näher. "Nevermind, as long as you are not afraid of me."

Ich muß hier raus, gleich schleppt sie mich auf die Tanzfläche.

"What about having dinner somewhere downtown?"

"Sure, if you like." Mir fällt ein Stein vom Herzen.

An der Tür lehnt lässig der junge Typ. Die beiden sprechen kurz miteinander. "Mi hermano" sagt sie dann. Wir geben uns die Hand, er sieht mich ziemlich unfreundlich an.

"Hay un cigarillo?" fragt er dann aber doch. "Seguro", ich gebe ihm das Päckchen.

Wir machen einen großen Bogen um die Plaza, das kann ich jetzt nicht gebrauchen. Sie führt mich zu einer kleinen Bude am Strand.

"Do you really want to have a big dinner?" hatte sie vorher gefragt.

"Not really. I just wanted to get away from that place."

"I see."

Nun sitzen wir vor der Hütte im Sand, essen Tortilla und trinken Cola. Dann spazieren wir am Wasser entlang, die Schuhe in den Händen. Bald liegen wir wieder im Sand. Das ist der Abend, von dem ich geträumt habe, unzählige Male. In dieser Nacht habe ich küssen gelernt mit meinen fünfunddreißig Jahren. Als ich mehr will, entzieht sie sich "not here" und bringt mich in ein kleines Hotel nicht weit vom Strand entfernt, etwas außerhalb der Stadt und sauber.
Linda kramt einen fertig gedrehten Joint aus ihrer Handtasche, wir drei beschäftigen uns miteinander. Ich kann diese Nacht nicht beschreiben, ich kenne die Worte nicht. Jetzt bin ich fünfzig Jahre alt, es ist nie wieder so gewesen.

"Would you like to see my place?" fragt sie nach dem Frühstück.

"Yes, of course." Wir nehmen ein Taxi.

Linda wohnt am anderen Ende der Stadt, zweihundert Meter hinter dem Strand. Es ist ein Slumviertel. Das Elend ist nicht ganz so niederschmetternd wie in den Farvelhas von Rio, bei Tageslicht aber doch ziemlich erschütternd. Die Familie wohnt in vier Hütten, die ein Viereck bilden. Zwei der Hütten sind doppelstöckig. Durch die Anordnung entsteht ein Innenhof, ein Brunnen mit Handpumpe und Trog sowie ein großer Tisch bilden den Mittelpunkt.

Lindas Bruder wäscht sich gerade an dem Brunnen. "Hey marinero." Heute schaut er nicht mehr ganz so unfreundlich. Er heißt Ramon und ist achtzehn.
Papa ist nicht zu Hause, er arbeitet im Hafen. Mama besorgt irgendwo etwas Eßbares und eine lustige, zahnlose Oma hat einen kleinen Jungen auf dem Schoß, den Linda sofort auf den Arm nimmt. "My son" erklärt sie.
Linda ist 22 Jahre jung, der kleine Billy wird demnächst eineinhalb. Sein Vater ist ein amerikanischer Tourist aus Kalifornien. Später zeigt sie mir ein Foto. Der große Billy sieht aus wie einer der Jungs aus den Surf Serien, die heute im Fernsehen als Seifenopern laufen.

"I knew he wouldn't come back" sagt Linda.

Das glaube ich ihr nicht so recht, warum spricht sie dann so gut englisch?
Linda geht mit dem Kleinen in eine der Hütten, um ihn zu versorgen. Oma schafft das nicht mehr so ganz.
Mittlerweile ist es recht heiß geworden. Ich hocke mich unter einen alten Baum, Ramon pflanzt sich daneben.

"Can you show me your ship?" Auch er spricht leidlich englisch. Er geht nicht mehr zur Schule, hat auch keine Arbeit.

"Yes man, if you wish."

"Now?" Warum nicht, hier wird es sowieso zu heiß. Ich verabrede mich mit Linda für den Abend auf der Plaza, ins Mi Ranchito möchte ich nicht mehr. Wir schnappen uns ein Taxi und fahren zum Dampfer. Die Wache läßt Ramon ungehindert passieren. Das Schiff ist noch fast voll und liegt tief im Wasser. Trotzdem ist er beeindruckt.: "Big ship."
Von Deck herunter grüßt der Leichtmatrose "Alles Paletti?"

Ramon entpuppt sich als lustiger Bursche. Er will alles genau wissen, besonders interessiert er sich für die Maschine. Der Chief läßt ihn überall herumkriechen, der Junge ist begeistert.
"I want to work here in the engine room." Das geht natürlich nicht. In der Kombüse staubt er eine Wurst ab, der Funkraum interessiert ihn weniger. Auf der Brücke stoßen wir auf Kuddel, der in Seekarten herumwühlt.

"Wen schleppst du denn da an, du sollst mir doch deine Frau vorstellen." Dann grinst er. "Meinst du, ich habe dich gestern nicht gesehen? Ich weiß Bescheid."

Nun bin ich platt. Der Alte war also auch im Mi Ranchito, ich hatte ihn auf der Plaza vermutet. Anscheinend war ich wirklich etwas verwirrt am Tag zuvor.

Später zeigt mir Ramon, wo man am Strand Pferde mieten kann. Also holen wir uns zwei alte Klepper und spielen unter den Palmen Indianer. Dann geht's ab ins Wasser, danach wird gepennt. Gegen Abend bringt mich der Junge zur Plaza und verdrückt sich.
Hier ist wieder Big Bambule. Jetzt hat schon fast ein jeder etwas fürs Herz gefunden, entsprechend gut sind alle drauf. Auch Klaus beschäftigt sich mit einer richtigen Prinzessin, natürlich hat sie ihn aufgerissen. Klaus läßt immer alles auf sich zukommen.
Niemand denkt mehr an die vergangene Scheißreise.

Da kommt Linda quer über die Plaza und setzt sich auf meinen Schoß. Ihr Kuß macht mich schon wieder ganz hibbelig, auf dem Schoß sollte sie auch nicht lange sitzen bleiben. Sie trinkt nur einen Campari, dann verziehen wir uns, Mama hat uns zum Essen eingeladen. Klaus und seine Prinzessin begleiten uns ein Stück, auch sie haben Besseres zu tun als zu saufen. Klaus ist wie ich ein großer Schmuser. Wir besorgen noch ein kleines Geschenk für Mama und Schokolade für Billy.

Abends verändern sich die Slums, das wirkliche Leben erwacht. Wenn die Sonne versinkt, wird es rasch dunkel, die Tropen kennen keine Dämmerung. Die Nacht umhüllt das Elend, Lampen und Feuer beleuchten nun Villen und Paläste.
Weiter hinten liegen die Hütten an einem Berghang und bilden eine nächtliche Traumkulisse. Grillen, Frösche und Nachtvögel stimmen ihr tropisches Konzert an, die Brandung schlägt einen langsamen Takt dazu.
Die Luft bleibt feucht und mild, erst gegen Morgen beginnt man leicht zu frösteln. Das Land kühlt schneller ab als das Meer, der schwache Wind weht jetzt auf See hinaus und trägt vielfältige exotische Gerüche davon.
Weit draußen, noch hinter dem Horizont, können die Seeleute das Land riechen.
Ihre Armut nimmt den Menschen nicht die Lebensfreude. Tausend Wünsche haben tausend Träume. Man denkt voraus. Nicht weit, manchmal bis zur nächsten Mahlzeit nur, Gewesenes ist schnell vergessen.

Wir sitzen um den großen Tisch herum, den Papa selbst gezimmert hat und essen aus Emailleschüsseln Bohnensuppe, eine Art Chilli con carne, nur schärfer. Ich brauche reichlich Bier, damit mir nicht die Flammen aus dem Hals schlagen.
Der Rest der Familie hat mich überaus freundlich aufgenommen, besonders die füllige Mama. Papa versteht eine Menge von Schiffen, doch Linda oder Ramon müssen für mich übersetzen. Er verdient im Monat im Hafen soviel wie Linda in zwei Nächten, wenn sie gute Touristen erwischt. Papas Lohn reicht auch bei der anspruchslosen heimischen Küche nicht einmal fürs Essen. Mama näht ein bißchen, Ramon führt Touristen herum, beklaut Maricones, wenn sich die Gelegenheit bietet und hat auch schon hin und wieder seine Schwester verkuppelt. Ähnlich wird die Zukunft des kleinen Billy aussehen.

Nach dem Essen setze ich mir Billy auf die Schultern und spaziere mit Linda durch das Slumviertel zum Strand hinab. Vor einer der Hütten hängt ein Schild "Bodega", wir trinken Cafe Negro mit Cognac wie auf den Ramblas von Barcelona. Linda kennt alle Gäste, wir haben eine Menge Spaß. Dann schlägt sie vor, daß wir uns das Hotel sparen und ich bei ihr zu Hause schlafe.

"But no joints, Papa hates Marihuana. And, of course, I have no air condition."

"Are you sure your parents won't mind?"

"Yes, I am. Mama told me you belong to our family." Was ein kleines Geschenk nicht alles ausmacht.

Lindas Zimmer ist der obere Teil einer der beiden doppelstöckigen Hütten, unten schläft Ramon. Als wir zurückkommen, ist Papa vor seinem tragbaren Schwarzweißfernseher eingeschlafen. Mama werkelt in der Küche herum, es ist eine der kleinen Hütten, die andere beherbergt das Plumpsklo.
Wir setzen uns noch eine Weile an den Tisch im Hof. Linda spielt mir auf Ramons Recorder ihr Lieblingslied vor, "Hotel California"von den Eagles. Der kleine Billy schläft in meinen Armen. Ein anderer Song dieser Cassette, "One of these nights", erinnert mich bis heute an die glücklichste Zeit meines Lebens. Nie wieder werde ich so unbeschwert sein können wie in den Tagen von Vera Cruz.
Später lege ich das Kind in ein selbstgebasteltes Bettchen in unserem gemeinsamen Schlafzimmer. Außer unserer Matratze, dem Kinderbett und zwei Kisten für die Wäsche hat der Raum keine Möbel. Lindas wenige Kleider hängen an der Wand.
Der leise Luftzug sorgt für eine angenehme Temperatur, als Bettdecke genügt ein einfaches Laken.
Wir liegen uns in den Armen und schlafen zusammen ein. Als ich wach werde, beleuchtet der Vollmond Lindas ruhig atmenden Körper. Sie meidet die Sonne, ihre Haut ist heller als die der anderen Mädchen, ein Gemälde von Meisterhand.
Ich küsse die Stirne, die Augen, ganz vorsichtig den leicht geöffneten Mund. Meine Lippen finden ihren Weg den Körper hinab und wieder herauf. Es fällt mir wahnsinnig schwer, mich zu beherrschen, aber ich darf dieses Bild nicht zerstören.
Dann legt sie im Schlaf den Arm um mich, ihr Atem streichelt mein Ohr.
Als Ramon später geräuschvoll nach Hause kommt, finden wir uns doch. Linda ist erwacht, nun spielen ihre Lippen mit mir, zärtlich und doch nicht ohne Begehren. Wir verschmelzen in vollendeter Harmonie der Körper und der Seelen.

Der kleine Billy ist als erster wach und läßt uns keine Ruhe mehr. Ich hole den Nackedei zu uns herüber, aber er will nicht mehr schlafen. Linda macht keine Anstalten, aufzustehen, also schlüpfe ich in meine Shorts und trage den Knirps die steile Holztreppe hinab. Ramon liegt nackt auf seiner Matratze und schnarcht leise. Oma sitzt vor ihrer Hütte und nimmt mir den Jungen ab. Mama rumort schon wieder in der Küchenhütte. Es riecht nach Kaffee. Ich wasche mich am Brunnen und schleiche in die Küche.
Mama strahlt mich an und überschüttet mich mit einem Wortschwall. Ich verstehe nur ‚Cafe' und nicke "Si, si, quiero." Der Kaffee ist viel zu dünn, ‚con leche' eben. Dazu gibt es süße Pfannkuchen, eine Art tortillas con frutas, sie schmecken ausgezeichnet.
Papa arbeitet bereits wieder im Hafen. Es wird schnell heiß, auch Linda hält es nun nicht mehr auf der Matratze. Sie kommt herunter und reibt sich verschlafen die Augen. Sogar Ramon ist aufgewacht, beide waschen sich am Trog, während ich mit Mama herumalbere. Der Boden der Küche besteht aus festgestampftem Lehm, bei Regen bestimmt keine angenehme Angelegenheit.
Mir kommt eine Idee, ich erinnere mich daran, daß ich Maurer gelernt habe. Wir besprechen die Sache, Mama ist erfreut. Ramon begreift, daß er heute als mein Assistent hart arbeiten muß. Er ist sofort dabei und sucht nicht nach Ausreden.
Wir marschieren auf den Dampfer, ich brauche ohnehin T-Shirts und Unterhosen. Der Bootsmann leiht mir das schiffseigene Maurerwerkzeug, das an Bord zur Herstellung von Zementkästen bei Leckagen benötigt wird.
Auf dem Rückweg laden wir vier Sack Zement in ein Taxi und schleppen vom Strand Sand herauf. Wir räumen die Küchenhütte aus, ich lade die ganze Familie für den Abend zum Essen ein. Ich bringe Ramon das Betonmischen von Hand bei, er schnallt es sofort.
Nach drei Stunden hat die Küche einen tadellosen Estrichboden mit leichtem Gefälle, damit das Wasser gut abläuft. Ramon ist stolz und Mama begeistert, nun kann sie mit einem einzigen Eimer Wasser in elegantem Schwung in der Küche ‚Reinschiff' machen.
Wir wässern den Beton mehrmals, damit die Bodenplatte in der Hitze nicht zu schnell abbindet und reißt.
Als Papa nach Hause kommt, ist er überrascht und will wissen, wo ich das Betonieren gelernt habe. Ich erkläre, das gehöre in Alemana zur Ausbildung der Funkoffiziere. Er versteht den Witz nicht und klopft mir anerkennend auf die Schulter. Nur ins Restaurant will er nicht, er ist zu müde. Also besorge ich mit Ramon eine ausgiebige Mahlzeit und eine Kiste Bier aus der Bodega. Alle sind zufrieden.

Die sorglosen Tage vergehen im Flug. Tagsüber hänge ich viel mit Ramon herum, Linda will nicht in die Sonne. Der Junge zeigt mir alles, was es in Vera Cruz zu zeigen gibt. Wir sind gute Freunde geworden. Einmal fragt er "Will you marry my sister?" Was soll ich da sagen.
"I know why you won't marry her because you are already married."

"No amigo, I'm not married anymore. I was married but I'm separated now." Er fragt nicht weiter.
Dann gehe ich mit Linda und Billy ‚shopping' . Wir kaufen Klamotten und Spielzeug für den Kleinen und einen Fummel für Linda. Bisher habe ihr noch keinen Peso Bargeld gegeben, sie hat auch nicht danach gefragt. Wenn wir auslaufen, werde ich ihr meine übriggebliebenen Peso schenken, es werden umgerechnet etwa 200 Mark sein und sie wird einen Monat gut davon leben können. Ramon schenke ich eine Original Levis und ein paar meiner T-Shirts, er freut sich riesig.
Hin und wieder lasse ich mich an Bord sehen, es liegt nie etwas an. Manchmal schauen wir auch auf der Plaza vorbei, verschwinden aber meist schnell wieder. Die meiste Zeit verbringe ich mit Ramon am Strand und mit Linda auf der Matratze.

Dann, an einem Sonntag, ist sie da, die bittere Stunde. Linda bringt mich zum Schiff, vor der Wache zum Hafen bleiben wir stehen.
Ich versinke noch einmal in diesen Augen, in deren Glanz nun Tränen schimmern.

"I'm coming back" , mehr kann ich nicht sagen, die Kehle ist zugeschnürt.

"That's exactly what Billy said" flüstert sie.

Wir halten uns endlos lange umschlungen, ich presse die Lippen auf ihren Hals und die Schulter. Sie weint hemmungslos, ihr Körper schüttelt sich. Ich halte sie noch fester.

"I'm coming back, I promise."

Es ist die schlimmste Lüge meines Lebens geworden.

[Link] [Cache]
SaarBreaker: SaarBreaker wünscht allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2009!
12/31/2008 07:25 PM

SaarBreaker wünscht allen Lesern und Leserinnen einen

guten Rutsch in Neue Jahr!

SaarBreaker macht nun Schluss für dieses Jahr. Im nächsten Jahr geht es hier mit unverminderter Härte weiter.

Wer möchte kann sich schon einmal den Jahresrückblick von Markus (Netzpolitik) anschauen. Und bei Radio Utopie gibt es eine Silvesterparty. Feiert schön!


Vielen Dank für das Abonnieren meines Feeds (SaarBreaker.com)!

[Link] [Cache]
Querdenkerforum: Wahrheiten
12/31/2008 07:22 PM
Glauben Sie, ...
... dass CO2 unser Klima erwärmt?
... dass Krebs mit Chemotherapie heilbar ist?
... dass Erdöl aus Fossilien entstand?
... dass unser Geld vom Staat kommt?
... dass der 11.09.2001 ein Terroranschlag war?

Glauben Sie wirklich, dass Sie informiert sind?



Quelle: Wahrheiten[Link] [Cache]
Querdenkerforum: Feierabend mit der Weltwirtschaft - Der letzte macht das Licht aus!
12/31/2008 07:22 PM
Feierabend mit der Weltwirtschaft - Der letzte macht das Licht aus!

Es lohnt sich, ab und zu einen Blick nach Übersee zu werfen. Dort ächzt und kracht es täglich heftiger. Noch nicht im ganzen Land, die Brennpunkte weiten sich jedoch stetig aus.

Man sieht in der Ferne die riesige Welle bereits heranrasen. Kaum ein Donnern ist zu vernehmen, aber die Flutwelle wächst rasant an. Was dann los ist, wenn sie schlagartig über uns hereinbricht, das vermag man nur mit viel Phantasie zu erahnen.

Wer sich hier zu Lande noch weigert, diese Realität anzuerkennen, obwohl er Bescheid weiß, dem ist nicht mehr zu helfen.

Wenig Phantasie benötigt man, um die offiziellen Meldungen nachzuvollziehen. Die Autostadt Detroit wird wohl aus diesem Winterschlaf vorerst nicht mehr erwachen:

In Detroit geht die Angst vor dem Verlust Tausender Jobs um. Lebensader der Industriemetropole im US-Bundesstaat Michigan ist die Autoindustrie, und die steckt in massiven Schwierigkeiten.

Erinnerungen werden wach an die Krise vor 25 Jahren als die Arbeitslosenrate in Michigan auf 17 Prozent hochschnellte und Menschen Anstecker mit der Aufschrift trugen:

"Kann der letzte, der Michigan verlässt, bitte das Licht ausmachen."

Die dortige Presse passt sich bereits der Situation an: Wer arbeitslos ist, braucht auch keine Zeitung mehr zu lesen:

Künftig werden die «Detroit Free Press» und die «Detroit News» lediglich am Donnerstag, Freitag und Sonntag ausgeliefert, so das Unternehmen «Detroit Media Partnership». An den anderen Tagen werde eine abgespeckte Ausgabe der Zeitungen an Kiosken und Geschäften der Stadt erhältlich sein.

Der Verlag plant nach eigenen Angaben die Streichung von neun Prozent der 2100 Arbeitsplätze. Das Unternehmen werde sich künftig verstärkt auf die Internet-Ausgaben der Zeitungen konzentrieren, sagte der Verlagschef Dave Hunke.

Wie dieser Verlag rein mit Internet-Ausgaben überleben will?

Chrysler macht gar nichts mehr, die machen im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus:

Chrysler knipst die Lichter aus

Die US-Autobauer rasen weiter ungebremst auf den Abgrund zu. Um den vorzeitigen Exitus noch abzuwenden, legt Chrysler nun alle 30 Werke in Nordamerika für einen Monat still. General Motors hat bereits Fabriken vorrübergehend dicht gemacht - und legt nun nach. Pläne für ein wichtiges Werk wurden auf Eis gelegt. Und: GM und Chrysler sollen wieder über eine Fusion sprechen.

Beachten Sie bitte immer, dass die Nachrichten aus den USA geschönt - wenn nicht gar zensiert sind. Das sind die Meldungen bei uns ja ebenfalls. Wenn Sie über Kontakte nach Amerika verfügen, rufen Sie dort einmal an oder fragen Sie per E-Mail nach. Das, was man Ihnen dann persönlich mitteilt, sieht je nach Region deutlich dramatischer aus, als es die Massenmedien in der BRD "zulassen" wollen.

Es ist, als würde sich die 3-jährige Lisa in die Ecke des Raumes stellen, die Augen zuhalten und sagen: Ihr seht mich nicht mehr, sucht mich doch.

Solche Vorschläge - von Seiten der "Erwachsenen" - kommen nun tatsächlich:

DIW-Präsident Zimmermann hatte beim Krisengipfel im Kanzleramt für einen vorübergehenden Prognose-Stopp plädiert. „Wir haben im Kanzleramt darüber gesprochen, dass Ökonomen alle verwirren, wenn sie ständig neue Zahlen in die Welt setzen. Ich habe gesagt, man könnte sich vorstellen, eine Zeit lang keine Prognosen vorzulegen. Das ist eine Frage der intellektuellen Redlichkeit", sagte Zimmermann der „Financial Times Deutschland".

Lustig, oder? Wir stecken jetzt alle zusammen unsere Köpfe ganz tief in den Sand. Damit sehen wir unsere Probleme nicht mehr - und haben sie im Handumdrehen gelöst. Es gibt ein Tier, welches das angeblich auch so macht.

Das Licht wird sicherlich in dem ein oder anderen Industriezweig tatsächlich nahezu ausgeschaltet werden für die nächsten Jahre. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass es auch in Krisen Boombranchen geben kann.

Es wird weniger ein Boom werden in Bezug auf Reichtum und Geldanlage. Vielmehr werden aus der Notwendigkeit heraus beispielsweise landwirtschaftliche Betriebe deutlich an der Zahl zunehmen. Auch die Kleinbauern bzw. Eigenbedarf-Anbauer werden sehr zahlreich sein.

Das was in diesem Bereich an Gütern und Dienstleistungen benötigt wird, kann man quasi als krisenfest bezeichnen. Gartengeräte - wohl eher solche ohne Elektro- oder Benzinantrieb - und Saatgut alleine werden sicherlich wesentlich mehr nachgefragt werden als heute und in der Vergangenheit.

Im Bereich Anleitungen zum Selbstanbau können sich ebenfalls Dienstleistungen etablieren. Denn wer von Ihnen hat noch einen Garten, in dem er selbst Gemüse anbaut? Das ist gar nicht ohne. Es fängt schon mit der Wahl des richtigen Aussaatzeitpunktes an und endet bei der optimalen Befeuchtung noch lange nicht.

Für viele - und ich nehme mich da nicht aus - ist schon die Pflege von Zimmerpflanzen eine mittlere Katastrophe. Es will wirklich gelernt sein, wie man sich teilweise oder sogar vollständig durch den eigenen Garten versorgen kann.

Die Landwirte, die in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr ausgebeutet wurden, haben dann wieder einen sehr hohen Stellenwert. "Bauer" wird wohl keine abwertende Bezeichnung mehr sein. Zu Recht. Was diese Damen und Herren tagtäglich leisten - fast immer bei jahrelangem Verzicht auf Wochenendfreizeit und Urlaub - wird heute vollkommen unterschätzt.

Besonders brisant wird es, wenn bisher eher hochnäsige Menschen in bestimmten Berufen gar keine Chance mehr haben werden und dann eine Anstellung bei unseren Bauern suchen müssen. In Spanien läuft es tatsächlich schon in diese Richtung:

Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit hat dafür gesorgt, dass sich dieses Jahr die Andalusier nicht zu schade sind, auf ihren eigenen Feldern zu arbeiten. 44.000 Arbeitslose gibt es allein in der Region Jaén. "Wir brauchen dieses Jahr keine Erntehelfer von auswärts", sagt Teresa Vega, Vertreterin der andalusischen Landesregierung vor Ort.

Ein Hoch auf die Bauern - wahrscheinlich mit die größten Gewinner der kommenden Krise. Und sie haben es verdient.

Empfehlen Sie diesen Artikel einem Freund und lassen Sie sich neue Artikel automatisch per E-Mail zusenden.



Quelle: Feierabend mit der Weltwirtschaft - Der letzte macht das Licht aus![Link] [Cache]
2009: Ein Jahr der Krise
12/31/2008 07:12 PM
Zu Beginn der Finanzkrise hatten Kanzlerin Merkel, Finanzminister Steinbrück und Wirtschaftsminister Glos noch versucht, die Probleme klein zu reden. Sie suggerierten, die Krise beträfe nur die USA. Inzwischen haben sich diese Beschwichtigungen als Pfeifen im Walde erwiesen; das Zögern ist hektischer Betriebsamkeit gewichen. Täglich bringen die Medien neue Hiobsbotschaften von Finanzlöchern, Bank- und Firmenpleiten. Die Wachstumsdaten werden nach unten korrigiert, die Arbeitslosenzahlen nach oben. Ergänzt werden diese Meldungen aus der „einzig funktionierenden Wirtschaftsordnung von Maßnahmen der Politik, der Krise zu begegnen. Überall werden Rettungspakete geschnürt, Konjunkturhilfen beschlossen und an steuerlichen und sonstigen Stellschrauben des Systems gedreht. Doch bislang haben weder Milliarden noch Appelle an das „Vertrauen etwas daran geändert, dass die Krise immer größere Kreise zieht und jeden Sektor, jede Region, jedes Land tiefer in den Strudel reißt. Der sogar in Teilen der Linken verbreitete Glaube, die Krise beträfe nur das Finanzsystem, erweist sich nicht nur als kurzsichtig, sondern als blind. Ursachen der Krise Das Übergreifen der Finanzkrise auf andere, „produktive Wirtschaftsektoren verweist nur darauf, dass sie dorthin „zurückkehrt , von wo sie ausging. Die tieferen Wurzeln der Schwere der Finanzkrise sind nämlich die Verwertungsprobleme des industriellen Kapitals. Riesige Überkapazitäten und damit schwindende Kapital-Anlagenmöglichkeiten - d.h. Anlagen, die eine ausreichend hohe Rendite versprechen - in diesen Bereichen haben erst zur Aufblähung des hochspekulativen Finanzsektors geführt. Diese Anhäufung eines hochexplosiven Krisenpotentials hat weltweit schon seit den 1970ern begonnen und mit der Globalisierung noch einmal einen Schub bekommen. [Link] [Cache]
Freeman: Eine mutige Frau sagt wie es ist
12/31/2008 06:52 PM
Die ehemalige Kongressabgeordnete und Präsidentschaftskandidatin der Grünen 2008, Cynthia McKinney, war auf einer Friedensmission, vom Libanon aus zur Küste des Gazastreifens, mit einer medizinischen Hilfslieferung, als ihr Boot von israelischen Kriegsschiffen gerammt und schwer beschädigt wurde. Sie wurde daran gehindert, den notleidenden Menschen in Gaza zu helfen.

Nach ihrer Rückkehr in den Ausgangshafen, hat sie CNN ein Interview über ihre Erlebnisse gegeben.

McKinney: Unser Boot wurde dreimal gerammt, zweimal vorne und einmal an der Seite. Aber ich möchte hier festhalten, was wir erlebt haben heute, ist nichts im Vergleich zu dem was die Menschen in Gaza zurzeit erleben, während wir dieses Interview führen.

Unsere Mission war eine friedliche Mission, um medizinisches Material zu liefern. Und unsere Mission wurde verhindert durch die Israelis, durch die Aggression des israelischen Militärs.

Eines der Sachen die ich gerne den gewählten Präsidenten Obama fragen möchte, er soll doch etwas bitte sagen, über die humanitäre Krise die gerade jetzt abläuft, mit den Menschen in Gaza.

Ich möchte meine ehemaligen Kollegen im Kongress der Vereinigten Staaten fragen, sie sollen aufhören Massenvernichtungswaffen in die ganze Welt zu schicken.

Wir feiern demnächst den Geburtstag von Dr. Martin Luther King Junior. Lassen sie uns daran erinnern, was er gesagt hat. Er sagte, die USA ist der grösste Verbreiter von Gewalt auf diesen Planeten. Und wissen sie was, wir erlebten etwas von dieser Gewalt heute, mit den Waffen die benutzt werden durch Israel, Waffen die ihnen durch unsere Regierung geliefert wurden.

Reporter: Können sie uns berichten, gab es irgendwelche Warnungen durch die israelischen Patrouillenboot? Wir hören einige Berichte aus Israel, sie wollten euch daran hindern, in israelische Gewässer einzufahren, und der Kapitän der „Dignity" versuchte auszuweichen, als dann die Kollision passierte.

McKinney: Wie sie sehen, stehen ich neben einer Freizeitjacht. Was die Israelis sagen ist reine Desinformation.

Ich möchte daran erinnern, es gab ein anderes Boot, welches von den Israelis attackiert wurde, es war die „USS Liberty". Und die Leute wollen gerne die „USS Liberty" vergessen. Aber ich hab sie nicht vergessen und die Menschen die auf diesem Schiff waren haben auch nicht was sie erlebt haben vergessen.

Was uns gestern Nacht passiert ist, war eine direkte Bedrohung unserer Mission, aber nicht unserer Sache.



Cynthia McKinney ist einer der wenigen mutigen Frauen in der amerikanischen Politik, die sich für die Wahrheit und Menschenrechte einsetzen. So spricht sie das aus, was alle anderen Kollegen zu feige sind zu sagen, dass der 11. September nicht so abgelaufen ist, wie die US-Regierung es erzählt, und sie verlangt eine neue Untersuchung, um den wirklichen Hergang und die Täter zu entblössen.

Ausserdem setzt sie sich vehement für die Rechte der Palästinenser ein, nennt die Verbrechen der Israelis beim Namen und erwähnt in diesem Interview den Angriff der Israelis auf die „USS Liberty", bei dem 34 amerikanische Seeleute ermordet und 172 verletzt wurden. Ein Agriff unter falscher Flagge, um es den Ägyptern in die Schuhe zu schieben, damit Amerika in den Krieg gegen die arabischen Nachbarn Israels hineingezogen wird.

Siehe: Der Angriff auf die USS Liberty [Link] [Cache]
Urs1798: Frieden- worldwide
12/31/2008 06:51 PM

Das ist mein Wunsch für das Jahr 2009.

Und es wäre scön wenn es mehr Unterschriften für die Beendigung des Afghanistankrieges geben würde. Es kostet nichts, rettet vielleicht Menschenleben.

Danke und “Guten Rutsch”

Posted in Demonstration, Grausam, Justiz, Krieg, Mörderisches, Menschenunwürdig, Politisch, Unmenschlich, USA, Zwischenmenschliches Tagged: Frieden
[Link] [Cache]
Narragonien: Die Bergpredigt wurde nicht ins Texanische übersetzt
12/31/2008 05:38 PM

Hagen Rether im Jahresrückblick vom Scheibenwischer über George Bush:

[Link] [Cache]
Duckhome: Silvester-Ballern
12/31/2008 05:30 PM
Heute Nacht sollten wir vielleicht ein wenig überlegen, beim Abfeuern der Raketen, denn heute Nacht steht im Folge dieses Raketen-Abfeuerns, im Nahost - höchstwahrscheinlich eine Bodenoffensive bevor... Bei jede Rakete, welche wir sinnlos in den Äther jagen, sollten wir vielleicht ein wenig darüber nachdenken, wie viele Lebewesen – weltweit und jährlich - durch das Abfeuern von Raketen ums Leben kommen und wie viele durch die fast bestimmt kommende Offensive einer Massakrierung frei gegeben sind. Aber vielleicht überlegt die westliche Welt schon längst den Nutzen aus diesem Gemetzel, denn vielleicht wird hier tiefer und verdorbener überleget, dass aus der Provokation endlich entlockt werden kann, woran man schon lange feilt; im Hinblick auf die nun aufschreienden Iraner und wissend, dass eine überlegene Macht sich schon längst überlegt zusammengerottet hat, dort, am Golf, und um den Iran herum... überlegt mal ein wenig...

Hoffen wir, dass die arabische Welt sich nicht von solchen Überlegungen provozieren lässt. Hoffentlich überlegte ich falsch...

Deutschfehler bitte ich zu entschuldigen, da dies nicht meine Muttersprache ist.

[Link] [Cache]
SaarBreaker: Die israelische Terrorbande bombt weiter
12/31/2008 05:25 PM

Auch am fünften Tag bomben die israelischen Kriegsverbrecher weiter. Den französischen Vorschlag einer 48-stündigen Waffenpause lehnte Olmert ab.

Trotz der immer lauter werdenden Forderungen nach Waffenruhe setzt die israelische Armee die Luftangriffe im Gazastreifen fort. Bei einer dieser Angriffe wurden offensichtlich Teile des Grenzzaunes zerstört, durch den 500 Palästinenser ins benachbarte Ägypten fliehen konnten.
Im dpa-Ticker wurde vorhin gemeldet, dass von den flüchtenden 125 Palästinenser von den ägyptischen Sicherheitsbehörden an der Grenze verhaftet und wieder in die Hölle zurückgeschickt wurden.

Wie SPON, die sich auf die israelische Zeitung “Haaretz” bezieht, berichtet, war ein Ziel der israelischen Terroristen ein Versorgungstunnel an der Grenze zu Ägypten, der so heftig bombardiert worden sein soll, dass die Explosionen die Erde noch in 20 Kilometer Entfernung erzittern ließ. Weitere Ziele der Attacken sollen Regierungsgebäude gewesen sein.

Gazastadt (C) RZ-Oonline
Gaza Stadt (Bildquelle: RZ-Online)

Dabei macht die israelische Terrorbande offensichtlich keinen Unterschied zwischen Regierungsgebäuden oder einer Moschee, die ebenfalls bombardiert wurde. Fünf Mädchen kamen dabei um leben, berichtet AFP:


Anwar Baaluscha schlief gerade, als bei einem israelischen Luftangriff die benachbarte Moschee einstürzte und auf sein Haus niederbrach. Der 37-Jährige aus Baaluscha konnte sich verletzt retten - und fand später unter den Trümmern die Leichen seiner fünf Töchter. Die vierjährige Dschawaher, die achtjährige Dina, die zwölfjährige Samar, die 14-jährige Ikram und die 17-jährige Tahrir - die fünf Mädchen hatten keine Chance. Bei der Beerdigung lässt Baaluscha Trauer und Zorn freien Lauf: “Wenn ein einziges israelisches Kind sterben würde, wäre die ganze Welt entsetzt und der UN-Sicherheitsrat träte zusammen. Aber das Blut unserer Kinder ist der Welt egal.” (Quelle: AFP via Yahoo)

Während die israelische Vernichtungswelle gegen die im Gazastreifen eingesperrt und hungernden Palästinenser fortgesetzt wird, veröffentlicht SPON eine einseitige Propaganda für die deutsche Heeresleitung: BOMBEN AUF GAZA: “Es wurde höchste Zeit, dass Israel zurückschlägt“. In dem Bericht wird die durch Propagandalügen verzehrte Meinung der Israeliten wiedergegeben:

Der Krieg ist gerecht, läuft gut, kostet nicht viel

Quer durch alle Parteien, unabhängig von Herkunft und Grad an Religiösität herrscht unter den jüdischen Israelis die Meinung, dass der jetzige Waffengang ein probates Mittel ist, den Raketen-Terror der Hamas zu stoppen. Befeuert wird die Zustimmung durch den anhaltenden Erfolg, den Israels Presse täglich vermeldet. Der Krieg ist gerecht, läuft gut, und er kostet nicht viel, das ist der Tenor dessen, was man auf den Straßen Jerusalems heute hört.

Diese Heuchelei hätte sich SPON sparen können, denn darin ist die Axel-Springer-Presse wesentlich besser. Warum gerade SPON die einseitig eingeschränkte, durch Propaganda und Lügen verzehrte Sichtweise der Israelis wiedergibt und die andere Seite, die Meinung der Palästinenser komplett zensiert, ist mehr als widerlicher Journalismus.

Die zensierte Realität in Palästina sieht so aus:

Trotz dieser Kriegsverbrechen bleibt unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Schuldzuweisung und spricht in ihrer Neujahrsansprache von „Ursache und Wirkung der gegenwärtigen Kämpfe dürfen nicht vergessen werden. Der Terror der Hamas kann nicht akzeptiert werden”, erklärte sie.
Unsere Bundeskanzlerin täte wirklich gut daran, wenn sie sich vorher informieren würde, anstatt die vorher abgestimmte Olmert-Propaganda unters Volk zu streuen.

Dieser nutzlose Krieg gegen die Palästinenser wird den Hass und die Hamas stärken aber keine Lösung für Palästina bringen.

Weiter Beiträge über israelische Kriegsverbrechen in Palästina

Links


Vielen Dank für das Abonnieren meines Feeds (SaarBreaker.com)!

[Link] [Cache]
GROSSE WORTE: Die selbe Prozedur
12/31/2008 05:25 PM
Silvester. Jahreswechsel. New Years Eve. Wie auch immer Ihr es nennt, habt Spaß dabei. Trinkt nicht so viel, seid anständig mit den Feuerwerkskörpern und bitte lasst Eure Städte ganz. Und was muss Silvester sein? Natürlich. Nur etwas anders. Teil 2: [Link] [Cache]
scusi!: Ist Tyrannenmord zur Rettung einer entgleisten Gesellschaft (Israel) geeignet?
12/31/2008 05:18 PM
rhbl

Israel tut gerade wieder viel, damit der Rest der Welt bemerkt, dass „der Judenstaat" nach den USA und England der drittgrößte Schandfleck auf der Landkarte der sogenannten westlichen Demokratien ist. Aber man muss zwischen der Bevölkerung und seinem korrupten Polit- und Militärregime trennen.

Bei dem Versuch, die „Sicherheitsinfrastruktur" und die islamischen Führungsmitglieder der Hamas mit Bomben und Raketen zu vernichten, sind in nur drei Tagen ca. 400 Palästinenser (davon ca. die Hälfte Polizisten auf Polizeistationen) getötet und um die 2000 Menschen zum grossen Teil schwer verwundet worden. Das von Olmert, Livni und Barack befohlene Massaker an Zivilisten war ein schwerer Fehlschlag. Der militärische Arm der Hamas ist von dem kriminell exzessiven Bombardement ziviler Wohngegenden in Gaza kaum betroffen. Jeder Militärfachmann konnte das vorhersehen.


olm
Olmert unter einem mit Lenkbomben (GBU-39) beladenen US-Kampfjet

Mitglieder der Hamas haben deshalb dazu aufgerufen, die kriminelle israelische Führungsriege unter Ehud Olmert zu töten. Das wäre ein "Tyrannenmord". An der Zulässigkeit eines derartigen klassischen Tyrannenmords (Stauffenberg hat`s bei Hitler immerhin versucht!) wird immer wieder gezweifelt. Müssen doch eine Reihe von Voraussetzungen dafür erfüllt sein.

Zuletzt hat sich im Internet u.a. Josef Spindelböck mit dieser Frage im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 11. September 2001 auseinandergesetzt, die von der amerikanischen Bush-Regierung Osama Bin Laden, einem ehemaligen muslimischen Söldnerführer der CIA, zugerechnet werden.

Inzwischen sind allerdings Fakten bekannt geworden, die diese zunächst weithin akzeptierte These der Bush-Regierung nicht stützen. So wurde bekannt, dass der von Bush für den "Revanche-Überfall" der USA auf den Irak vorgeschobene Kriegsgrund erlogen war. Vielmehr stellte sich heraus, dass es wie den anderen US-Öligarchen der Familie Bush, vordringlich darum ging, an die im irakischen Boden versteckten Erdölvorkommen zu gelangen.

Nach dem Ausbruch der Weltfinanzkrise im letzten Jahr erscheint die von Andreas von Bülow frühzeitig ins Spiel gebrachte These, dass es beim "heißen Abbruch" des "Welthandelszentrums" in New York um die Vernichtung von Beweismitteln ging, mit denen man den Urhebern eines ungeheuerlichen Finanzbetruges, wie er in der Neuzeit der Finanz- und Wirtschaftsgeschichte noch nicht vorgekommen ist, auf die Spur hätte kommen können.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Osama Bin Laden`s 100.000 muslimische Söldner für ihr erfolgreiches, wenn auch grausiges Wirken gegen die Sowjetarmee in Afghanistan nicht vereinbarungsgemäß von den USA vollständig ausbezahlt worden waren. Von Rache für Lohnbetrug ist bei 09/11 die Rede.

Schließlich stellte sich heraus, dass die kriegerischen Unternehmungen der USA in den letzten Jahrzehnten über ein schwindlerisches Schneeballsystem mit Schmutzpapieren jüdischer Finanzbetrüger ("Die Madoffs") finanziert wurden, deren Verwandte sich als neoliberale „Private Equity-Heuschrecken" auch in Deutschland einen kriminellen Namen gemacht haben.

Andere schmutzige Finanzquellen sollen an der „Wallstreet" und „City of London" kreierte Pseudo-Zertifikate und faule Derivate, sowie unter Zuarbeit der NY-Filiale der Deutschen Bank (Greg Lippman / Josef Ackermann) erfundene Schmutzpapiere (CDO`s) gewesen sein, die unter anderem kriminell-komplizierte Wetten gegen den amerikanischen Häusermarkt ( Subprime-Immo-Blase) enthielten.

Kurz, in früher demokratisch erscheinenden Staaten wie zum Beispiel den USA und Israel haben inzwischen ganz offen kriminelle Pseudo-Polit-Kreise im Auftrag von Leuten, die im Hintergrund bleiben, die Macht übernommen.
Der aus C h i k a g o stammende "Minimalist" Obama scheint leider auch in dieses Raster (AIPAC, Rahm Israel Emanuel) zu passen. Im Washingtoner Hintergund ziehen superreiche US-Finanzbetrüger, Öl-Magnaten und deren Militärisch-Nuklear-Industrieller Komplex die Fäden. Israel wäre unter diesen Auspizien nur ein besserer Truppenübungsplatz des US-Establishments, wo die bucklige Verwandtschaft der reichen Wall Street niedrige Militärdienste verrichten muss und dafür mit demütigenden Darlehen irgendwie durchgefüttert wird. Daher kommt wohl auch der immense Haß in Tel Aviv.

Gegen einen derartigen Mißbrauch könnte sich eine demokratische Bevölkerung in Israel, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind, notfalls per Tyrannenmord zur Wehr setzen, was für den ungeübten Laien ein hoch riskantes Unternehmen darstellt. Spindelböck macht deshalb gleich zu Beginn seiner Untersuchung, die sich noch auf die Beseitigung des Terror-Tyrannen Osama Bin Laden bezieht, darauf aufmerksam, dass es nicht darum geht, Mord ethisch zu rechtfertigen:


„Vorweg: Obwohl die Diskussion unter dem Stichwort „Tyrannenmord" geführt wird, kann es niemals darum gehen, einen Mord ethisch zu rechtfertigen. Der Begriff „Mord" wird ja aufgefaßt als die unrechtmäßige Tötung eines Menschen. Auszublenden ist auch jener „christliche Pazifismus", der mit Berufung auf die Bergpredigt jede Form von Gewaltanwendung und Tötung kategorisch ablehnt. Demnach wäre selbst die Notwehr im Fall eines ungerechten Angriffs ausgeschlossen.

Als „Tyrann" im klassischen Sinn gilt der an sich rechtmäßige Inhaber einer politischen Machtstellung, wenn er diese in derart schwerwiegender Weise mißbraucht, daß er nicht mehr im Namen des Gemeinwohls handelt. Im weiteren Sinn werden auch „Usurpatoren" dazu gezählt, die eine politische Machtstellung auf unrechtmäßige Weise erobert haben und sich dann den Anschein rechtmäßiger Herrschaft geben.

Weit davon entfernt, den Umsturz oder gar die Revolution als legitime Mittel politischer Änderung anzusehen, kennt die katholische Soziallehre doch den Fall, dass eine länger andauernde Gewaltherrschaft grundlegende Rechte der Menschen verletzt, den auf Gerechtigkeit gründenden Frieden und die damit verbundene innere und äußere Sicherheit gefährdet und eine Änderung mit friedlichen Mitteln unmöglich erscheint. Dann – und nur dann – kann es, wie der „Katechismus der Katholischen Kirche" in Nr. 2243 betont, gerechtfertigt sein, sogar einen „bewaffneten Widerstand gegen Unterdrückung durch die staatliche Gewalt" anzuwenden (Siehe hierzu abweichende Meinungen).

Dies gilt allerdings nur, wenn gleichzeitig folgende Bedingungen erfüllt sind:

1. Es müssen nach sicherem Wissen Grundrechte in schwerwiegender Form und auf dauernde Weise verletzt werden.

2. Alle anderen Hilfsmittel müssen erschöpft sein.

3. Durch diese Form des Widerstandes darf nicht schlimmere Unordnung als bisher entstehen.

4. Es muß begründete Aussicht auf Erfolg bestehen, und

5. dürfen vernünftigerweise keine besseren Lösungen abzusehen sein."



Cursorische Bewertung des Spindelböck-Prüfrasters, bezogen auf Ehud Olmert:

Zu 1.) Dass das israelische Militärregime unter Ehud Olmert, Ehud Barack und Tzipi Livni in Gaza Grundrechte in schwerwiegender Form und auf dauernde Weise verletzt hat, wird nach der jahrelangen Blockade, dem schleichenden Genozid und den jüngsten Bomben-Massakern niemand ernsthaft bezweifeln wollen. Erdogan spricht von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Erzbischof Tutu erkennt auf Kriegsverbrechen.

Zu 2.) Nachdem selbst der israelfreundliche Waffenstillstands-Vorschlag des Juden Sarkozy der EU-Präsidentschaft in Tel Aviv nicht auf Gegenliebe stößt, der amtierende, korrupte Ministerpräsident Israels rhetorisch weiter aufrüstet (FAZ) und alle anderen Schlichtungsversuche versagt haben, sind alle anderen Hilfsmittel erschöpft.

Zu 3.) Nachdem die Stellvertreter Olmerts einen Waffenstillstand nicht so rundherum ablehnen wie der "Ministerpräsident", ist nach der Beseitigung der korrupten Spitzenfigur Olmert keine schlimmere Unordnung zu befürchten.

Zu 4.) Olmert ist durch sein Korruptionsverfahren bereits vorbelastet. Wo ein großer schwarzer Flecken schon auf der Weste ist, dürften danach noch viele andere auftauchen. Wegen Olmerts krimineller Vergangenheit dürfte es rechtschaffenen Bürgern besonders leicht fallen, gegen ihn vorzugehen.

Zu 5.) Olmert ist offenbar der Oberste Befehlshaber, in dessen Hand es allein liegt, Frieden zu schaffen. Obermilitarist Olmert will keinen Frieden. Eine bessere Lösung als ein "Tyrannenmord" am Obermilitaristen Olmert scheint nicht in Sicht.


Rechtschaffene israelische Staatsbürger, das ist nur eine cursorische, oberflächliche Prüfung. Vielleicht habe ich etwas übersehen? Vielleicht ist Olmert ja einer der Gerechten? Prüft selbst und tut dann das Richtige, um die Ehre Israels wiederherzustellen.[Link] [Cache]
Politik und Panorama: Landtagswahl Hessen - Fernsehduell zwischen den Spitzenkandidaten
12/31/2008 05:15 PM

Man kann vermuten, dass dem geschäftsführenden hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch seine Unbeliebtheit bei den Bürgern in Hessen wohl bewußt ist.

Durch nur wenig anderes ist zu erklären, dass er sich im Vorfeld dagegen verwehrt hat mit den Spitzenkandidaten der anderen im hessischen Landtag vertreten Parteien in einen öffentlichen Disput einzusteigen. Es läßt sich auch viel einfacher Stimmung machen, wenn man geneigte Zeilenknechte bei WELT, BILD oder Spiegel Online entsprechend diffamierende Texte über die Konkurrenz ausfertigen läßt.

Schlußendlich musste er sich doch beugen und so gibt es drei Tage vor der Wahl - am 15. Januar 2009 - eine Diskussion zwischen den Spitzenkandidaten. Mit dabei Roland Koch (CDU), Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Tarek Al-Wazir (Grüne), ein Hahn (FDP)und der Vertreter der sich befeindenden hessischen Linkspartei, Willi von Ooyen.

Veranstaltet wird dieses Streitgespräch vom Hessichen Rundfunk. Dann wird sich weisen, ob Roland Koch abdanken muss und ob Thorsten Schäfer-Gümbel mit Inhalten punkten kann.

[Link] [Cache]
annalist: Aus Radio Multikulti wird Multicult 2.0
12/31/2008 05:11 PM

Heute ist der letzte Tag des Berliner Radios "Multikulti", Teil des öffentlich-rechtlichen Senders rbb, das 'aus Kostengründen' eingestellt wird. Die letzte Sendung gibt es heute von 17-22 Uhr auf 96,3 MHz oder online.

Anzeige letzter Tag Radio Multikulti Berlin

Anzeige heute in der Berliner Zeitung

Radio Multikulti gab es 14 Jahre, ich fand es großartig. Der einzige Sender in Berlin mit guter Musik und Nachrichten, die regelmäßig und selbstverständlich anders waren als der deutsche Mainstream.

Es gehört zu Berlin dazu Einweihung multicult-Sendeschiff, dass die guten Sender, wenn sie überhaupt eine Lizenz ergattert haben, wieder abgeschaltet werden zugunsten des ewig gleichen Dudelfunks mit Gewinnspielchen. Ganz die Metropole.

Aus Radio Multikulti wird das dann ehrenamtlich betriebene Internetradio Multicult 2.0 - ich wünsche den MacherInnen viel Durchhaltevermögen. Auf der Frequenz 96,3 wird ab morgen "Funkhaus Europa" vom WDR senden (taz, netzeitung, ND, Tagesspiegel, Morgenpost).

Der Medienticker des Medienmagazins hat gestern von der Einweihung eines Schiffs als einem von drei zukünftigen Sendestandorten berichtet. Heute abend gibt es eine Einweihungs-Sylvesterparty, in der Galerie Listros in der Kurfürstenstraße 33 in Berlin.

Pigor und Eichhorn: "Multikulti muss bleiben, sagt die Mutti"

[Link] [Cache]
keimform.de: Alles wird offen (Teil 2)
12/31/2008 05:05 PM

Am späten Vormittag ging es bei openeverything Berlin (Ankündigung, Bericht Teil 1) mit den 7 Minute Showcases weiter, wo diverse offenen Projekte sich und ihr Konzept in je sieben Minuten vorstellten – das war zumindest die Idee, real brauchten manche auch acht oder neun Minuten ;-)

Interessant fand ich hierbei vor allem die Projekte aus dem Bereich Freies Design:

  • Pamoyo (vorgestellt von Cecilia Palmer) ist ein Open-Source-Modelabel, dass Kleidung verkauft und die dazugehörigen Schnittmuster im Internet frei zur Verfügung stellt (unter der CC-BY-SA-Lizenz, allerdings im PDF-Format, was die weitere Bearbeitung etwas erschwert.)

  • Ronen Kadushin macht "Open Design" im Wortsinne: er ist ein Designer, der Möbel und Einrichtungsgegenstände entwirft und ihre Designs unter CC-BY-NC-SA veröffentlicht. Seine minimalistischen Designs basieren auf flachen, quasi zweidimensionalen Komponenten, die leicht ausgestanzt/geschnitten und kostengünstig verschickt werden können; das Zusammensetzung und evt. Zurechtbiegen in dreidimensionale Gegenstände wird dann dem Benutzer überlassen.

  • Der Fragment Store (präsentiert von Linda Löser) versteht sich als "Labor für individuell kombinierbare Produktfragmente". Die Idee dabei ist, dass die Kund/innen aus flexibel kombinierbaren Komponenten auswählen und sich daraus dann selbst die gewünschten Produkte zusammenbauen können:

    Eine neue Form der Steckverbindung ermöglicht es dem Kunden Produkt-Fragmente frei zu kombinieren. Ein Lampenschirm kann so z.B. zu einem Lampenfuß werden und hält die Option offen, eine Stehleuchte, Tischleuchte oder Wandleuchte zu sein. Schuh-Fragmente können so kombiniert werden, dass sie in Form einer Sandale, eines hohes Abendschuhs oder eines bequemen Laufschuhs getragen werden können.

    Der Kunde wird durch das vielfältige Angebot an Fragmentteilen zum Ausprobieren animiert. Hierbei entstehen Produkte, die jeweils an die individuellen Gebrauchssituationen und Bedürfnisse des Kunden immer wieder angepasst neu werden können. (lindadesign.de)

    Die Baupläne aller Komponenten sollen unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden. Leider sind auf der Website bislang weder Bestellmöglichkeiten noch veröffentlichte Designs zu finden – aber vielleicht kommt das ja noch…

  • Werner Heuser (der selbst nicht in das Projekt involviert ist), hat das bekannte Openmoko-Projekt und wichtigstes Produkt, den Neo FreeRunner, vorgestellt. Der FreeRunner ist das erste wirklich "freie" Handy – alle für die Produktion nötigen Baupläne (CAD und Schematics) sind frei verfügbar (sofern nicht rechtliche Bestimmungen die Veröffentlichung verbieten; Lizenz: CC-BY-SA). Heuser zufolge hat das Handy noch einige Schwächen (3 Minuten Bootzeit, wenig intuitive Bedienung, relativ groß und klobig), ist aber doch schon ein beachtlicher Schritt in Richtung freie Technik.

Einige andere Projekte könnte man unter dem Stichwort "Open Places" zusammenfassen – Orte, die in irgendeiner Weise auf dem Paradigma der Offenheit basieren:

  • Das breipott (Stefan Zimmer) ist ein Berliner Café (in der Skalitzer Straße 81 in Kreuzberg), das grundsätzlich nur GEMA-freie Musik spielt. Die Gäste können sich auch nach Belieben in dem breipott-Musikarchiv umhören und sich ihre eigenen frei lizenzierten Musiksammlungen zusammenstellen und brennen. Ziel ist es dabei auch, unbekannte junge Künstler/innen zu promoten, die nicht auf die klassischen Vertriebswege setzen wollen oder können. GEMA-Gebühren muss das Café allerdings immer noch zahlen – so leicht ist dieser Behörde nicht zu entkommen.

  • Franz Patzig stellte (mehr oder weniger) die BarCamp-Philosophie vor – ein Konzept für offene "Unkonferenzen", deren Programm und Inhalte von den Teilnehmenden selbst gestaltet werden. Der BarCamp-Ansatz hat Ähnlichkeiten mit dem Open Space-Konzept, ist jedoch flexibler und für größere Veranstaltungen wohl besser geeignet. Die wichtigste Regel ist, dass alle Teilnehmer/innen selbst einen Vortrag halten oder organisieren sollen.

  • Yan Minagawa stellte die c-base vor, den offenen Hackerspace in Berlin-Kreuzberg, der auch freien und alternativen Projekten wie Freifunk, der Piratenpartei, dem Chaos Computer Club und der Wikipedia Platz für Stammtische und regelmäßige oder unregelmäßige Treffen bietet. Im Logbuch lassen sich die künftigen und vergangenen Termine nachlesen. Organisation und Finanzierung der c-base basieren auf freiwilligen Beitragen – es gibt einen eingetragenen Verein mit etwa 300 Mitgliedern, die die Aktivitäten organisieren und gemeinsam die Unkosten zur Finanzierung der Infrastruktur tragen.

    Ein verwandtes Projekt ist das Bootlab:

    Bootlab is a non-profit organisation for the advancement of independent projects. Founded in 2000 and located in the historic Telegrafenamt in Berlin-Mitte, bootlab provides studio, production and office space for groups and individuals (activists, artists, curators, engineers, filmmakers, programmers, publishers, writers etc.) working with old and/or new media technology.

    Als drittes Projekt stellte Minagawa dann noch die Telekommunisten vor, ein Unternehmen von Dmytri Kleiner & Freunden. Die Telekommunisten sollen Kleiners Konzept des sog. "Venture Communism" umsetzen. Ein passender Name wäre wohl "worked-owned market economy", die Vorstellung, dass schon alles besser wird, wenn den Arbeiter/innen, statt den Kapitalist/innen, die Fabriken und Produktionsstätten gehört. Die Grundlagen der kapitalistischen Produktionsweise (Vermittlung über Markt und Wert) werden dabei nicht in Frage gestellt, was übersieht, dass die Unterscheidung zwischen Produktionsmittel-Eigentümern (Kapitalisten) und "doppeltfreien" Lohnarbeitern (die nichts zu verkaufen haben außer ihrer Arbeitskraft) nicht nur historische Voraussetzung, sondern zugleich auch zwangsläufiges Ergebnis der marktbasierten Produktionsweise ist (der Verkauf auf dem Markt schießt ja immer die Möglichkeit seines Scheiterns ein, was manche Verkäufer früher oder später in den Bankrott treiben und so in eigentumslose, "doppeltfreie" Lohnarbeiter verwandeln wird – auch bei einer hypothetischen Ausgangssituation, wo zunächst alle Eigentum an Produktionsmitteln haben). "Venture Communism" (bzw. "worked-owned market economy") ist also eine Contradictio in adiecto, ein Widerspruch in sich.

Drittens gab es einige Projekte aus dem Bereich Freie Kultur:

  • Ein besonders "poetisches" Projekt stellte Nicola Caroli vor:

    Poem Space ist noch im Werden und wird derzeit mit Printemps des Poètes, Berlin09 erprobt. Poem Space soll ein Raum sein, in dem sich Leute, die sich auf unterschiedliche Weise für Sprache begeistern, austauschen und interdisziplinär experimentieren und gemeinsam Strategien entwickeln können, Poesie in der Gesellschaft präsent zu machen. Poem Space könnte z.B. ein physischer Ort, ein Netzwerk oder eine Vermittlungsagentur für Poesie sein. Es könnte mobil sein und Poesie zu Leuten an verschiedenen Orten bringen. Oder all dies zugleich.

    Im Frühjahr 2009 soll der Poem Space mit dem Printemps des Poètes erstmals eine physische Form annehmen:

    In March 2009 the first Printemps des Poètes is going take place in Berlin. All poetry lovers are called upon to participate. From 2nd to 15th March there will be poetic mini-activities and larger projects in many districts of Berlin.

  • Tim Baumann zeigte Ausschnitte aus dem Film Valkaama. Der Film ist ein kollaboratives Open-Source-Projekt, bei dem nicht nur das Ergebnis unter einer sehr liberalen Lizenz (CC-BY) online gestellt wird, sondern auch der Entstehungsprozess frei und offen sein soll. Während bislang hauptsächlich Kurzfilme unter freien Lizenzen veröffentlicht wurden oder die Filme nur mit Einschränkungen weiterverwendet werden durften (z.B. nur nichtkommerziell), handelt es sich bei Valkaama um einen komplett freien Spielfilm, der mit Schauspielstudent/innen in Krakau gedreht wurde.

  • Ein anderes Filmprojekt ist Steal This Footage, ein Ableger der Dokumentarfilmreihe Steal This Film. Während bislang nur die Filme (die die schwedische "Piraten"-Szene dokumentieren) selbst frei veröffentlicht wurden, ist nun die gesamte "Footage" verfügbar, also auch Aufnahmen, die im fertigen Film gar nicht oder nur in gekürzter Form verwendet wurden. Das eröffnet natürlich neue Remix-Möglichkeiten, wenn sich jemand mit Szenen beschäftigen will, die es nicht komplett in den Film geschafft haben. Das Projekt verwendet die CC-BY-SA-Lizenz.

  • Georg von Zimmermann stellte die Website Open Critics vor, wo die erste offene Datenbank für Nutzerbewertungen entsteht. Bislang gibt es ja auf kommerziellen Websites wie amazon.de, ciao.de, idealo.de zahllose Nutzerbewertungen, die von Leser/innen und Nutzer/innen freiwillig und unbezahlt geschrieben werden, dann aber in das Eigentum des Unternehmens übergehen. Das Engagement zahlreicher Nutzer/innen auf diesen Websites kann man wohl als einen Fall von Peer-Produktion auffassen, deren Ergebnisse als Commons allen zur Verfügung stehen könnten, wenn die Öffentlichkeit nicht durch die Nutzungsregeln der Seitenbetreiber, die die Nutzerbeiträge zu ihrem Privateigentum erklären, enteignet würde – ein neuer Fall von Enclosure of the commons. Open Critics geht es darum, Nutzern und Seitenbetreibern, die auf das Enteignungsspielchen keine Lust haben, eine Alternative zu bieten: die hier eingestellten Nutzerbewertungen können von allen für kommerzielle oder nichtkommerzielle Zwecke genutzt werden; zudem ist eine API geplant, die es Site-Betreibern ermöglicht, die bei Open Critics vorhandenen Nutzerbewertungen zu einem Produkt einzublenden und/oder die auf der eigenen Seite geschriebenen Nutzerbewertungen automatisch in die Open-Critics-Datenbank einzuspeisen. Die verwendete Lizenz ist die CC-BY-ND (Namensnennung-Keine Bearbeitung) – für Nutzerbewertungen wahrscheinlich eine sinnvolle Wahl, da andernfalls die Nutzerkommentare nach Belieben "bearbeitet" und damit verfälscht werden könnten.

Insgesamt fand ich die Kurzvorstellungen, die zusammen nur etwa 90 Minuten dauerten, sehr inspirierend. Vor allem dass sich im Open-Design-Bereich derzeit so viel tut, passt zu unseren Thesen, dass die Peer-Produktion über die Freie-Software und Freie-Kultur-Szene hinaus allmählich auch auf die materielle Produktion übergreift. Interessant fand ich, dass überhaupt keine Freien-Software-Projekte vertreten waren. Anscheinend ist Freie Software schon so selbstverständlich und etabliert, dass sie für ein eher exploratives Event wie openeverything keine große Rolle mehr spielt.

Demnächst gibt es hier noch einen dritten Teil zu den nachmittäglichen Sessions, wo es unter anderem nochmal um Freies Design ging.

[Link] [Cache]
Narragonien: Merkel redet unser Land schön
12/31/2008 03:38 PM

Der Politprofiler untersucht heute die Neujahrsansprache unserer hochüberschätzten Bundeskanzlerin, Angela Merkel. Dem ist eigentlich kaum noch etwas hinzuzufügen, was mich aber nicht davon abhält, es dennoch zu tun. Denn es ist schon spitze, was die entscheidende politische Figur dieses Landes so rühmenswertes über unser Land sagt. Hier mal die zentralen Thesen, warum die deutschen Bürger zuversichtlich ins Jahr 2009 gehen können:

Deshalb steht für mich auch im kommenden Jahr an erster Stelle, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Gerade hier ist Deutschland in den vergangenen drei Jahren gut vorangekommen. Es gibt heute mehr Erwerbstätige als je zuvor.

Auch die Sozialversicherungen sind stabiler geworden und die Staatsfinanzen solider. Die Familien wurden gestärkt. Unsere Unternehmen sind wettbewerbsfähiger und unsere Schulen und Universitäten erfolgreicher.

Deutschland ist Integrationsland und wird für immer mehr Migrantinnen und Migranten Heimat.

Das alles sind gute Gründe für Zuversicht. Das alles sind Gründe, auf Deutschlands Kraft und Stärken zu vertrauen. Vertrauen auf das, was wir können, ist gerade jetzt wichtig.

Um die Botschaft von Frau Merkel nochmal klarer zu machen, hier die Übersetzung nach meinem Lexikon "Worthülse-Deutsch, Deutsch-Worthülse":

  • "Es gibt heute mehr Erwerbstätige als je zuvor" = Die gleiche Zahl von Arbeitsplätzen wird nun von einer größeren Menge von Menschen besetzt.
  • "Auch die Sozialversicherungen sind stabiler geworden" = Die Sozialbeiträge sind gestiegen, während die Sozialleistungen zurückgefahren wurden.
  • "und die Staatsfinanzen solider" = Der Schuldenberg auf dem unsere Staatsfinanzen ruhen, ist noch massiver geworden.
  • " Die Familien wurden gestärkt" = Die Familien haben teilweise das Geld zurückbekommen, was ihnen vorher durch Steuererhöhungen aus der Tasche gezogen wurde.
  • "Unsere Unternehmen sind wettbewerbsfähiger" = Weil sie die Löhne nicht nach oben anpassen und von sozialversicherungspflichtiger Arbeit auf Billigjobs umsteigen, können unsere Unternehmen nun mehr Geld an ihre Aktionäre und Vorstände ausschütten.
  • "unsere Schulen und Universitäten sind erfolgreicher" = Indem man das Bildungssystem an Rankings angepasst hat, anstatt auf die Bedürfnisse der Schüler und Studenten einzugehen, schneidet man in internationalen Vergleichen nun besser ab.
  • "Deutschland ist Integrationsland und wird für immer mehr Migrantinnen und Migranten Heimat" = Es gibt keine große Mauer um unser Land, mit der wir uns vom Ausland abschotten können.

Danke, Frau Merkel. Sie machen uns genauso klar wie die Toten Hosen, warum wir auf unser Land stolz sein können:

Die Toten Hosen - 1000 gute Gründe

[Link] [Cache]
politplatschquatsch: Dinner for one
12/31/2008 03:38 PM
"Bis zum Jahre 2000 sind Öl und viele Rohstoffe alle", (Club of Rome 1970)

„Die ersten Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben" (Forstwissenschaftler Prof. Ulrich, im Spiegel 1981)

„Durch BSE-Rindfleisch verblödet die Menschheit" (Medienberichte ab 2001)

„Das Ozonloch bringt Millionen Hautkrebs-Tote" (Medien ab 1970)

„SARS – weltweite Lungen-Epidemie steht bevor" (Gesundheitsbehörden und Medien ab 2002)

„Acrylamid führt zu Erbschäden – Vorsicht beim Backen, Braten, Rösten, Grillen und Frittieren" (Bundesamt für Verbraucherschutz und Medien, April 2002)

„Nitrosamine in Bier, Fischen, Käse, Baby-Schnullern… führen zu Krebs" (Medien 2004)

„Vogelgrippe – ein neuer Virus bedroht Tiere und Menschheit" (Gesundheitsämter und Medien 2006)

"Droht eine neue Eiszeit?" (Klimaforscher und Medien 1970-75)

"Die Kraftwerke bekommen vermehrt Schwierigkeiten, Kühlwasser in den Flüssen zu finden oder Wasser einzuleiten." Stefan Hagemann, Klimaforscher, 2006


«Wir müssen damit rechnen, dass der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert um zwei Meter ansteigt". Hans Joachim Schellnhuber, Chef-Klimaberater der Bundesregierung,2007

"Die mittlere Temperatur in Deutschland wird bis zum Jahr 2100 um drei Grad steigen. Die Sommer werden heißer, die Winter dagegen regnerischer." Max-Planck-Institut Hamburg, September 2008

"Das Klima bleibt in den nächsten 10 bis 15 Jahren gleich." Mojib Latif, Klimaforscher


«Wir müssen damit rechnen, dass der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert um einen Meter ansteigt". Hans Joachim Schellnhuber, Chef-Klimaberater der Bundesregierung, Oktober 2008


"Das arktische Meereis schmilz schneller als erwartet, auch das Grönlandeis schmilzt schneller als gedacht. Falls es komplett kollabieren sollte, würde der Meeresspiegel um sieben Meter ansteigen." Hans Joachim Schellnhuber, Chef-Klimaberater der Bundesregierung, Dezember 2008

"Ziel der Bundesregierung bleibt es, im Jahr 2011 erstmals einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen." Peer Steinbrück, 18. September 2008

„Die Finanzmarktkrise ist vor allem ein amerikanisches Problem." Peer Steinbrück, 29. September 2008

"Deutschland ist gut gerüstet für eventuelle Auswirkungen der Finanzkrise." Peer Steinbrück, September 2008

"Aus der Finanzkrise ergeben sich keine unmittelbaren Risiken für die Haushaltsplanung." Peer Steinbrück, 27. Oktober 2008


"Ich habe eigenes Erspartes und keine Angst darum." Angela Merkel

"Im Ernstfall werden wir blitzschnell handeln." Angela Merkel[Link] [Cache]
Club der halbtoten Dichter: Rutsch
12/31/2008 03:26 PM

osterhasi

Hamburger Bazi Agenten haben letzte Nacht bereits Opas Bett gebaut. Es geht also aufwärts …

[Link] [Cache]
Mein Parteibuch Blog: False-Flag-Terror aus Uganda im Kongo?
12/31/2008 03:23 PM

In Uganda ist ein - vorsichtig ausgedrückt - den USA und Großbritannien nahestehendes - Regime an der Macht, dass seine ganze zynische Brutalität mit der tatkrätigen Unterstützung des Angriffskrieges der RPF auf Ruanda unter Beweis gestellt hat. Widerstand gegen das britische Statthalterregime von Yoweri Museveni kommt vor allem von der “Lord’s Resistance Army” von Joseph Kony.

Seit Weihnachten wurden etwa 400 Menschen im rohstoffreichen Nordosten des benachbarten Kongo massakriert. Für die Massaker verantwortlich gemacht werden von Medien und katholischer Kirche ugandische Untergrundkämpfer der “Lord’s Resistance Army”. Warum verübt jemand solch sinnlose Massaker? Ein möglicher Grund ist Propaganda. Als False-Flag-Terror ergeben solche grausamen Massaker dann einen perversen Sinn.

Weltweit berüchtigt sind für solche Verbrechen beispielsweise britische Spezialeinheiten wie die “Force Research Unit” und das “Special Reconnaissance Regiment“.

Der Joseph Kony nahestehende ugandische Geschäftsmann David Matsanga wird nun von Marc Engelhardt in der Tagesschau zitiert:

“Die Morde im Nordosten Kongos, das waren nicht wir”, sagt David Nekorach Matsanga, ein Rebellensprecher. “Das war ein Batallion der ugandischen Armee, das aus ehemaligen Kämpfern von uns rekrutiert wurde. Dieses Batallion 105 hat die ugandische Armee in den Osten Kongos geflogen, um unschuldige Zivilisten zu ermorden und uns die Schuld in die Schuhe zu schieben.”

Das klingt so unglaubwürdig nicht und hat durchaus ein gewisses Maß an Plausibilität. Sicher gibt es auch andere in Betracht kommende Möglichkeiten, doch die verdeckte Kriegsführung der Briten n Afrika ist bestens bekannt und da wunderte es nicht, wenn der Apfel nicht weit vom Stamm fiele.

[Link] [Cache]
mobbing-gegner.de blog: Paparazzi
12/31/2008 03:20 PM







Taken on: Mittwoch, 31. Dezember 2008

Copyright:

[Link] [Cache]
mobbing-gegner.de blog: Paparazzi
12/31/2008 03:20 PM







Taken on: Mittwoch, 31. Dezember 2008

Copyright:

[Link] [Cache]
mobbing-gegner.de blog: Paparazzi
12/31/2008 03:20 PM







Taken on: Mittwoch, 31. Dezember 2008

Copyright:

[Link] [Cache]
mobbing-gegner.de blog: Paparazzi
12/31/2008 03:20 PM







Taken on: Mittwoch, 31. Dezember 2008

Copyright:

[Link] [Cache]
Ein Kleiner Nacht-Mord: Wie israelische Führer für Wâhlerstimmen morden (lassen)
12/31/2008 03:06 PM

Um die jüngste zerstörerische mörderische Israelische Expedition nach Gaza begreifen zu können, muss man zunächst die Israelische Identität in der Tiefe verstehen, und damit ihren inhärenten Hass auf alles Nichtjüdische im Allgemeinen und alles Arabische im Besonderen. Diesen Hass finden wir aufgeschrieben in Israelischen Lehrbüchern, er wird gepredigt von den politischen Führern, er wird praktiziert in ihren Handlungen, er ist gedeckt durch die Kulturschaffenden, selbst innerhalb der so-genannten "Israelischen Linken". 


Mehr lesen [Link] [Cache]
Freeman: Es ist alles nur heisse Luft
12/31/2008 02:51 PM
Ein Mann in einem Heissluftballon bemerkt wie er Höhe verliert. Er schaut nach unten und sieht eine Frau, worauf er den Ballon weiter sinken lässt und sie dann fragt: „ Entschuldigung! Können sie mir helfen? Ich hatte eine Verabredung mit einem Freund vor einer Stunde, aber ich weis nicht wo ich bin."

Die Frau antwortet: "Sie sind in einen Heissluftballon der 10 Meter über den Boden schwebt, zwischen 40 und 41 Grad Nord und 59 und 60 Grad West."

Sie müssen im Computer-Bereich arbeiten," sagte der Mann.

Ja das stimmt", antwortet die Frau. „ Wie haben sie das erraten?"

Na ja," antwortet der Mann, „ Alles was sie gesagt haben war technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit dieser Information anfangen soll, und ich weis deshalb immer noch nicht wo ich bin. Eigentlich haben sie mir damit überhaupt nicht geholfen. Wenn überhaupt, habe ich mich durch sie noch mehr verspätet."

Die Frau antwortet darauf: „ Aha, sie müssen ein Politiker sein."

Ja," sagt der Mann völlig überrascht. „ Aber wie haben sie das erkannt?"

Ist doch klar," sagt sie, „ sie wissen weder wo sie sind, noch wo sie hingehen. Nur heisse Luft hat sie in die Situation gebracht, in der sie sich befinden. Sie haben sogar zugegeben, sie haben keine Ahnung wie sie aus dem Schlamassel raus kommen, und sie erwarten, dass die Leute unter ihnen die Probleme für sie lösen sollen. Und sie sind immer noch in der gleichen Situation, als wir uns getroffen haben, aber jetzt bin ich plötzlich an allem Schuld."

--------------------

Und dann ...

Sagt der Investor: "Ich schlafe wie ein Baby – ich wache jede Stunde auf und heule."

Frage: "Soll ich vorsichtshalber mein Bankkonto leeren?"
Ant­wort: "Brauchen Sie nicht, das er­ledigt Ihre Bank für Sie."

Einer geht noch ...

Gerade wollte ich 400 Franken am Bancomat abheben. Der zeigte die Meldung "Konto nicht gedeckt". Meint er meines oder das der Bank?

Ich wünsche euch einen Gutes Neues Jahr 2009! [Link] [Cache]
Der Säzzer: The Times …
12/31/2008 01:38 PM

Ich mache es mal der ↗ Sargnagelschmiede nach.

Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Kraft und ein dickes Fell — und immer eine Kugel im Lauf!

Posted in Uncategorized
[Link] [Cache]
Mein Parteibuch Blog: Weitere Nachrichten aus Palästina
12/31/2008 01:23 PM

Während eine selbstgebastelte Rakete heute erstmals Beerscheba erreicht hat, überlegt die Führung der zionistischen Terrorbande, ob sie wirklich mit Bodentruppen nach Gaza hinein will, und bombardiert weiter Fluchttunnel nach Ägypten.

Nach diesem aus wahltaktischen Gründen begangenem Verbrechen hat sich die Berechtigung der Existenz eines rassistischen Gottesstaates Israel erledigt.


Weitere aktuelle Nachrichen aus Palästina gibt es wie immer im Palestine Blogs Aggregator.

[Link] [Cache]
Athen: Riots vor israelischer Botschaft
12/31/2008 01:12 PM
Griechische Kommunisten: massivsten Druck der Straße auf Israel . Heftige Proteste in Athen und Thessaloniki wegen Gaza. Griechenland. Anti-Israel Proteste wegen Gaza. Heftige Auseinandersetzungen in Athen mit der griechischen Polizei vor der israelischen Botschaft. Wegen der Differenzen innerhalb der griechischen Linken zogen am Abend des Montag drei Protestmärsche vor die israelische Botschaft. Die stalinistische KKE marschierte in einem ihrer typisch diszipliniert-geschlossenen und massiven Blöcke zunächst vor die US-Botschaft und von dort zur Botschaft Israels. Dort hatte bereits eine Demo des linksradikalen Spektrums zusammen mit MigrantInnen begonnen, das Linksbündnis Syriza formierte den dritten Block. Die Kundgebungen wurden getrennt aber in relativer Nähe zueinander vor der israelischen Botschaft abgehalten. Dabei kam es zu einer heftigen Straßenschlacht mit der Staatsmacht. Die Polizei setzte Tränengas ein, Steine flogen. Israelische Fahnen wurden von wütenden Demonstranten verbrannt. Im Laufe der Auseinandersetzungen konnten einige Demonstranten auf das Botschaftsgelände gelangen, wie afrikanische Agenturen meldeten, es sei dabei zu einer Auseinandersetzung mit dem Wachpersonal gekommen bei dem Versuch die israelische Fahne auf dem Botschaftsgelände vom Mast zu holen und anzuzünden. Die KKE General-Sekretärin Aleka Papariga erklärte für die Kommunisten die Solidarität mit dem palestinensischen Volk . Europe sei voll von Pontii Pilatae, die Israels Agression gegen Palestina unterstützten. Gaza wird im wahrsten Sinne des Wortes ermordet. Sie wollen jede Hoffnung auf die Errichtung eines israelischen Staates auslöschen. Und natürlich geht von Palestina keine Gefahr für Israel aus. [Link] [Cache]
Principiis Obsta: Es war ein gutes Jahr - lasst andere reden
12/31/2008 01:11 PM

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Pispers zu: Merkels Ja zum Irakkrieg


Pispers zu: Unser hosenanzugtragender Sprechblasenautomat



Nutto Bretto Steuern

[Link] [Cache]
wareluege: "BILD erklärt" oder "So verblödet man seine Leser"
12/31/2008 12:49 PM

BILD erklärt ihren Lesern den Nahost-Konflikt.

Warum hassen so viele Moslems Israel auf den Tod?

Na da schauen wir doch mal, was BILD darauf als “Antwort” liefert.

Ein Grund ist: Israel ist ganz anders als alle seine Nachbarn – eine Demokratie, die einzige der Region. Weltoffen, lebenslustig, modern, erfolgreich, Frauen sind gleichberechtigt. Das schafft Neid. Gerade bei denen, die nichts haben.

Soso… dass der von Israel “zurück in die Steinzeit” gebombte Libanon als direkter Nachbar Israels ebenfalls eine anerkannte Demokratie ist, unterschlägt BILD. Selbst im Gaza-Streifen wurde die von BILD gehasste Hamas demokratisch gewählt. Das war 2006, unmittelbar vor dem Total-Embargo, welches auch BILD als Strafe für dieses demkratische(!) Wahlergebnis gefordert hatte.

Aber natürlich reduziert BILD wieder den Konflikt auf “Neid”. Kein Wort über die historische Geschichte Israels, welche mit Mord und Vertreibung an den Einwohnern Palästinas durch jüdische Einwanderer begann.

Der Publizist Michel Friedman: „Tatsächlich handelt es sich um eine Art Stellvertreter-Krieg. Israel ist im Nahen Osten der Vorposten, das Symbol für die bei Arabern und Islamisten verhassten westlichen Werte: Freiheit, Demokratie, Achtung der Menschenwürde – aber auch Bildung.

Der “Publizist” Michel Friedman? Warum nicht: “Der Ex-Spitzenfunktionär des Zentralrates der Juden in Deutschland”? War BILD wohl zu lang…

Freiheit, Demokratie, Menschenwürde und Bildung sind also bei “Arabern und Islamisten” verhasste Werte? Die Realität bezeugt das Gegenteil: Im Libanon betreibt die Hisbollah staatliche Schulen auf eigene Kosten, um den (überschuldeten) Staatshaushalt zu entlasten, Kindergärten sowie Krankenhäuser. In diesen Krankenhäusern wurden während des letzten Libanon-Krieges auch israelische verwundete Soldaten versorgt, bis sie von den UN-Beobachtern an die israelische Armee übergeben wurden.

Und was ist mit der Hamas? Sie hält es mit der Menschenwürde unvereinbar, das 25% aller Palästinenser in israelischen Gefängnissen eingesperrt sind. Ohne Urteil, ohne Anklage. Auch eine große Zahl Frauen und Kinder gehören dazu. Von den Lebensbedingungen im von Israel kontrollierten und eingezäunten Gaza-Streifen ganz zu schweigen…

Die herrschende Klasse in den arabischen Ländern und im Islam möchte ihre Jugendlichen lieber arm und dumm halten, weil sie dann leichter für Gewalt zugänglich sind."

Schaut man sich das US-Militär sein, müssten die USA ebenfalls ein arabisch-islamisches Land sein. Von der Indoktrination israelischer Jugendlicher ganz zu schweigen! Von Kindheit an wird “der Araber” als blutrünstiger Massenmörder dargestellt, von der gesetzlichen Wehrpflicht für alle(!) Juden in Israel ganz zu schweigen.

israelische Kinder beschriften Bomben mit “Grüßen” an den Libanon

Friedman: „Ahmadinedschad fördert zwar den Terror der Hamas, doch zum Aufbau schickt er den Palästinensern kein Geld."

Was für ein Heuchler! Friedman weiß genau, das die palästinensischen Gelder von israelischen Banken verwaltet und eingefroren werden. Für kein Geld der Welt könnten sich die Palästinenser etwas kaufen. Sie kommen aus Gaza weder raus noch kommen Transporte herein. Abgesehen davon, das Betriebe sowie die Infrastruktur in Gaza zu den Hauptzielen israelischer “Vergeltung” zählen. Und das schon seit vielen Jahren!

Noch in der Nacht der Staatsgründung erklärten die Araber 1948 Israel zum ersten Mal den Krieg – der in Wahrheit bis heute anhält…

Und? Die Staatsgründung war schließlich völkerrechtswidrig und stand im eindeutigen Widerspruch zum entsprechenden UN-Beschluss. Identische Vorgänge sehen wir in Afghanistan, dem Irak und auch im “Staat” Kosovo. Aber eine völlig andere “Berichterstattung”…

Warum ist diese Krise so gefährlich?

• An der Spitze der Weltmacht USA herrscht ein Führungsvakuum.

Unsinn. Noch ist G.W.Bush im Amt. Womöglich braucht das israelische Militär noch etwas “Übung” vor dem Angriff auf den Iran… Ohne Rückversicherung in den USA fällt beim israelischen Militär kein Schuss.

• Der Wahlkampf in Israel macht der gemäßigten Regierung Olmert/Livni Kompromisse schwer.

Olmert und Livni sind “gemäßigt”? Die sind genauso “gemäßigt” gegenüber Moslems wie die CSU und Roland Koch! Beide gehören radikalen, rechtliberalen Parteien an, welche sich offen zum Zionismus bekennen.

Nimmt weltweit die Gefahr von Terroranschlägen zu?

Innen-Staatssekretär August Hanning sieht keine unmittelbar erhöhte Gefährdungslage. Aber die Fernsehbilder von den israelischen Vergeltungsschlägen seien problematisch: „Ich schließe nicht aus, dass es zu spontanen Aktionen von Einzeltätern kommen kann."

Die typische Terror-Hysterie darf natürlich in BILD nicht fehlen. Dann kann Schäuble ja noch fleißig das Grundgesetz fleddern wegen der “Terrorgefahr durch die Hamas”.

Ich würde ja darauf wetten, aber das wäre unfair. Wie könnte ich eine solche Wette nach 3 Jahren Schäuble als Bundesinnenminister verlieren?

[Link] [Cache]
wareluege: Neujahrsgrüße von BILD
12/31/2008 12:46 PM

Zu Silvester macht BILD mal wieder das Propaganda-Fass auf und schüttet eine große Menge geistiger Gülle übers Volk aus.

Den Anfang macht das Superwahljahr 2009.

Denn über eines reden Politiker gerade jetzt nicht gern: Das Wahlrecht für den Bundestag ist verfassungswidrig. CDU/CSU, SPD und FDP scheint das egal.

Fehlt da nicht noch etwas? Die Grünen zum Beispiel und die Linke? Einem BILD-Redakteur werden womöglich die Finger abfaulen, wenn er “Linke” schreiben soll.

Wahlrecht und Sitzverteilung sind „für den Wähler kaum noch nachvollziehbar" – und mancherorts können Zweitstimmen für eine Partei genau dieser schaden, sie im Extremfall sogar ein Bundestagsmandat kosten. (…) Union und SPD wollen die Reformfrist bis 2011 ausschöpfen, die das Verfassungsgericht gewährte. Nur die Grünen halten dagegen.

Ahja… die Grünen sind also doch nicht vergessen. Die Haltung der Linken bleibt dem BILD-Konsumenten verborgen. Ein Schelm, der….

Horst Köhler in seiner „Berliner Rede": „Die Wählerinnen und Wähler könnten zum Beispiel mehr Einfluss darauf bekommen, welche Kandidaten auf den Wahllisten der Parteien ein Mandat bekommen – es müssen ja nicht immer nur die sein, die oben stehen. Das stärkt auch die innerparteiliche Unabhängigkeit der Gewählten."

Köhler im Klartext: Die Parteien sind wichtig, kochen aber zu sehr im eigenen Saft, sollten dem Wähler mehr Einfluss auf Personal- und Kandidatenauswahl lassen.

Was steckt dahinter?

Nicht der Wähler, sondern BILD & Co wollen bestimmen, wer für eine Partei gewählt wird und wer nicht. Ein gutes Vorbild für diese Taktik sind die “4 aufrechten Demokraten” in Hessen, welche ihrer Partei zu Gunsten des politischen Gegners in den Rücken gefallen sind mit einem Dolchstoß.

Wirtschaft und Medien suchen sich also die “richtigen” Kandidaten aus und pushen sie mit gut geplanter Propaganda zu “Spitzenkandidaten”. Der Wähler soll weniger den Parteimitgliedern mit ihrem Delegierten-Votum glauben, sondern den Meinungen und Kommentaren der (Wirtschafts)-Presse.

Noch unkommentiert von BILD die “beliebte” Forderung nach einem Mehrheitswahlrecht. Diese Forderung kam auf, nachdem die Linke 2005 als Fraktion in den Bundestag kam. Damals verlangten BILD & Co ein Wahlrecht nach Vorbild der USA. Als nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera, “SPD” und CDU.

Aber die Große Koalition hat sich für BILD wohl doch nicht so “reformfreudig” erwiesen wie gedacht, so das dieses Thema wohl wieder vom Tisch ist.

Aus einem anderen Kommentar des gleichen Redakteurs:

Wie immer die Bilanz der Großen Koalition im September 2009 ausfällt – eine Neuauflage wäre schlecht für Deutschland.

Noch Fragen??

Der Gossengoethe von BILD, Franz-Josef Wagner, gibt uns schonmal einen kleinen Ausblick auf die BILD-Themen für 2009. Das ist keine Kunst, wenn man BILD kennt. ;)

Wenn Sie am 1.1.2009 aufwachen, schießt die Hamas Raketen auf Israel, fliegen Israelis ihre Luftangriffe, zünden irakische Selbstmordattentäter ihre Bomben.

Genau! Blut muss fließen! Das bringt das Volk in Kriegsstimmung!

Wahrscheinlich gibt es einen Wintereinbruch mit zugefrorenen Flüssen und es gibt hitzeflimmernde Getreidefelder und wir werden nackt baden.

Angesichts der heutigen Temperaturen zwischen -5° und -10° verwundert es nicht, wenn sich BILD über den “strengen Winter” beklagen wird. Und als Kontrastprogramm folgt der “Jahrhundertsommer”. Egal, wie das Wetter wird. Freuen wir uns schonmal auf ein paar nackte Promis und nackte Titten im Sommerloch der BILD!

Wir werden Caffè Latte trinken, leicht bekleidet sein und wir werden Ehebruch begehen, schummeln und lügen und lieben.

Ok…ein paar unbedeutende BILD-Promis werden im Urlaub im Eiscafe von “BILD-Fotoreportern” im Bikini abgelichtet und BILD inszeniert ein paar Skandale zum Sexualleben von Leuten, welche BILD nicht mag. Das BILD 2009 auch weiter schummelt und lügt wie in den letzten 50 Jahren, hätten wir auch ohne Herrn Wagner gewusst. Aber gut, das er uns nicht um Ungewissen lässt mit unseren Befürchtungen. Happy New Year!

[Link] [Cache]
wareluege: Merkels Neujahrsansprache 2008/2009
12/31/2008 12:45 PM

Das Bundesmerkel hat leider mal wieder die Gelegenheit, die Bürger per “Neujahrsansprache” für dumm zu verkaufen und auf Linie der Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände zu trimmen.

Zuerst erwähnt sie den Bombenterror Israels gegen die Palästinenser und beginnt auch gleich mit einer dicken Lüge:

Der Terror der Hamas kann nicht akzeptiert werden. Aber vergessen dürfen wir auch nicht, dass es im Interesse der Menschen auf beiden Seiten keine vernünftige Alternative zu dem friedlichen Zusammenleben von Israelis und Palästinensern in zwei Staaten gibt. Was immer die Bundesregierung dazu an Unterstützung geben kann, das wird sie tun.

Den Terror Israels seit der “Übergabe” des Gaza-Streifens erwähnt sie natürlich nicht. Auch nicht ihr eigenes Bekenntnis zru “bedingungslosen Solidarität mit Israel”.

Allein das schließt aus, das Frau Merkel jemals einen gleichberechtigten Staat der Palästinenser akzeptieren wird. Wie sähe das denn aus, wenn sie gleichzeitig mit Israel und den “Islamisten” “bedingungslos solidarisch” wäre? Sie selbst hat die Tür zu einer friedlichen 2-Staaten-Lösung mit ihrer Unterwerfung unter die israelische Politik hinter sich geschlossen.

Und von “Unterstützung der Bundesregierung” kann ja nun wirklich keine Rede sein. Kaum hatten die Palästinenser in Gaza “falsch gewählt” und die Fatah durch die Hamas ersetzt, wurde Gaza mit Unterstützung der Bundesregierungen von Schröder und Merkel hermetisch abgeriegelt und ausgehungert. Wer würde in einer solchen Situation nicht radikal werden?

Deshalb steht für mich auch im kommenden Jahr an erster Stelle, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Gerade hier ist Deutschland in den vergangenen drei Jahren gut vorangekommen. Es gibt heute mehr Erwerbstätige als je zuvor.

Welch ein widerlicher Zynismus! “Gut vorangekommen” sind die Sklavenhändler der Leiharbeitsbranche und die Ausbeuter, welche für 3-5 Euro pro Stunde Vollzeit am Fließband für ihre Profite und Renditen schuften lassen. Es gibt mehr Erwerbstätige als je zuvor… die von ihrer Arbeit nicht leben können und nach Feierabend noch um “ergänzendes Alg2″ betteln müssen.

Auch die Sozialversicherungen sind stabiler geworden und die Staatsfinanzen solider. Die Familien wurden gestärkt.

Frau Merkel hält immer noch am Schwindel mit den “3 Säulen der Rente” fest, welche in der Finanzmarktkrise schon sämtliche Versprechen in Luft aufgelöst haben. Die Familien wurden gestärkt? Ja…wie denn? Indem die Erhöhung des Kindergeldes beim Alg2 als Einkommen voll abgezogen wird? Indem man das Elterngeld eingeführt hat, dessen Höhe sich nach dem Einkommen richtet? Indem man das Kindergeld für Arbeitslose und Geringverdiener mittels “Elterngeld” mal eben halbiert hat?

Gestärkt wurden nur die Familien der Besserverdiener durch Frau Merkel. Gleichzeitig ist die Zahl der in Armut lebenden Kinder auf über 2,5 Mio angestiegen. Herzlichen Glückwunsch, Frau Merkel!

D eutschland ist Integrationsland und wird für immer mehr Migrantinnen und Migranten Heimat.

Selten so gelacht! Kein anderes EU-Land hat sich derart radikal gegen Einwanderer und Asylbewerber abgeschottet wie das CDU-regierte Deutschland. Schäuble schreckte nicht davor zurück, irakische Kriegsflüchlinge wieder in ihre “sichere Heimat” zu deportieren. Dank der von der “Großen Koaltition” eingeführten Meldepflicht können “Illegale” selbst in Notfällen keine medizinische Hilfe bekommen, ohne von der Notaufnahme direkt ins Ausweisungsgefängnis verbracht zu werden. Das widerspricht selbst den erklärten Menschenrechten. Interessiert aber die Merkel-Regierung nicht.

Das alles sind gute Gründe für Zuversicht. Das alles sind Gründe, auf Deutschlands Kraft und Stärken zu vertrauen. Vertrauen auf das, was wir können, ist gerade jetzt wichtig.

Gründe für Zuversicht? Vertrauen auf das, was wir können? Was können “wir” denn? Flächendeckend Hungerlöhne einführen und gierige Spekulanten mit den Steuergeldern der Armen einen 500.000.000.000 Euro-Rettungsfallschirm basteln. Wer seinen Job verliert, fällt bis zum harten Boden der Alg2-Realität in absolute Armut, Wer ein paar überflüssige Millionen an den Börsen verliert, fällt in die Arme der Merkel-Regierung…weich gepolstet mit vielen Euro-Scheinen. Klasse, was “wir” können! Leider können wir keine ausreichenden Sozialleistungen oder ausreichende Mindestlöhne. Aber Frau Merkel spendet uns sicher Trost für “unser” Versagen in diesen Fragen.

Die Welt hat über ihre Verhältnisse gelebt.

Welche Welt hat “über ihre Verhältnisse” gelebt? Was soll dieser Blödsinn denn? Die Welt mit den normalen Menschen hat jahrelang weit unter ihren Möglichkeiten gelebt. Anders wäre der unendliche Reichtum der “oberen Zehntausend” nicht möglich gewesen, mit dem sie nun hemmungslos an den Finanzmärkten “Monopoly” gespielt haben.

Nur wenn wir diese Ursachen benennen, können wir die Welt aus dieser Krise führen.

Werte Frau Merkel: Die Ursache heißt “Kapitalismus”. Ein Begriff, den Sie ganz bewusst als “soziale Marktwirtschaft” fehldeuten. Am Kapitalismus ist nichts “sozial”.

Der Staat ist der Hüter der wirtschaftlichen und sozialen Ordnung.

Und weil Frau Merkel lügt wie gedruckt, setzt sie sich in der Realität seit vielen Jahren für “Deregulierung”, “Entbürokratisierung”, “Liberalisierung” und “Privatisierung” ein. Alles Maßnahmen, um den Einfluss des Staates auf die Wirtschaft abzuschaffen. Detailliert nachzulesen im Koalitionsvertrag mit der sog. “SPD”. Vielen Dank, Frau Heuchlerin!

Diese Prinzipien müssen weltweit beachtet werden. Erst das wird die Welt aus dieser Krise führen.

Jaja… immer hübsch die Verantwortung für die eigene Kapitulation vor den Finanzmärkten der “Welt” in die Schuhe schieben. Wie peinlich, wenn man gleichzeitig den Pleite-Manager der Hypo-Real-Estate als “Regierungsberater” anheuern will. Nicht wahr, Frau Merkel?

Die Bundesregierung handelt umfassend und entschlossen.

Eine glatte Lüge, wie das Gezerre um Konjunkturpakete und das “Madame No” aus Frankreich beweisen.

Denn es ist Ihr Geld, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das Geld der Steuerzahler, für das wir in der Politik Verantwortung tragen.

Richtig! Und deshalb wir Deutschland auch am Hindukusch verteidigt? Nur um in ihrer Ratspräsidentschaft in der EU irgendwas als “Erfolg” vorweisen zu können, hat sie beim EU-Agrargipfel mal eben 2 Milliarden Euro deutsche Steuergelder verschenkt. Reife Leistung, Frau Verantwortung!

Wir machen das, was Arbeits­plätze sichert und schafft, egal ob in kleinen oder in mittleren oder in großen Unternehmen.

Im Dritten Reich der Faschisten galt auch “Arbeitsplatz als höchstes Gut” und endete in “Arbeit macht frei”. Das faschistische “Workfare” (Sozialhilfe nur bei Vollzeitjob) wird wieder aktuelle in der Merkel-Regierung diskutiert. Alternativ unter der Bezeichnung “Bürgergeld”. Aber wer fährt auf den vielen Autobahnen, welche 5Mio Alg2-Bezieher dann bauen? Bundeswehrpanzer gen Osten, um den Fascho und US-Bürger Saakaschwili vor dem “bösen Russen” zu retten, wenn er mal wieder mitten in der Nacht Raketen auf von Russen bewohnte Städte abgefeuert hat?

Deshalb müssen wir zuallererst sicherstellen, dass unsere Betriebe Zugang zu den notwendigen Krediten haben.

Was für ein Unsinn! Unternehmen leben vom Verkauf von Waren und Dienstleistungen, nicht von der Aufnahme von Krediten! Aber welches Unternehmen bekäme selbst in Boom-Zeiten einen Kredit, wenn es nichts verkauft? Hier rächt sich die rigorose “Sparpolitik” an Löhnen und Sozialleistungen. Keine Kunden - keine Kredite. Gilt auch ohne Finanzmarktkrise. Klingt komisch, ist aber so.

Darüber hinaus werden wir zusätzliche Mittel in Zukunftsinvestitionen stecken. Wir werden Straßen und Schienen ausbauen, aber vor allem moderne Wege der Kommunikation, insbesondere auf dem Land.

Toll! Straßen und Schienen können ja auch dauerhaft fehlenden Konsum kompensieren, gelle? Und die privaten Telecom-Konzerne freuen sich maßlos darüber, das Frau Merkel mit Steuergeldern überall Kabel verbuddelt! Wie war das noch mit der Verantwortung für Steuergelder?

Wir investieren noch mehr in Schulen, Hochschulen und Universitäten. Das ist Politik für die nächste Generation.

Nur zur Erinnerung: Frau Merkel hält unbeirrt an einem Bildungssystem fest, welches den Zugang zu Bildung nach Kontostand reglementiert. So gibt es den jährlichen 100-Euro-Schulbuchzuschuss für Arme nur bis zur 10. Klasse, damit sie auf keinen Fall Abitur machen und anschließend studieren können.

Wirtschaft und Klimaschutz, Klimaschutz und Wirtschaft – das geht zusammen, wenn man es nur will. Und wir wollen es.

Und deshalb hat sich die “Klimakanzlerin” in der EU wohl so stark gegen CO²-Richtlinien gewehrt zum Schutz von Mercedes, Porsche, BMW und Audi?

Und wo immer es im Blick auf die nächste Generation verantwortbar ist, werden wir alle, die Steuern und Abgaben zahlen, entlasten.

Und was hat die “nächste Generation” von einem handlungsunfähigen Staat und ruinierten Sozialsystemen? Jedes Mal, wenn mit Hinweis auf die “Lohnzusatzkosten” (O-Ton Merkel) die Beitragssätze gesenkt wurden, gab es nicht nur Leistungskürzungen, sondern auch Zuzahlungen ausschließlich für die Arbeitnehmer, Arbeitslosen und Rentner. Ich möchte hier nur mal an die “Gesundheitsreform” und die “Rentenreform” erinnern. Die Einsparungen der Arbeitgeber zahlt der Bürger doppelt und dreifach aus seinem Netto drauf. Beim “Gesundheitsfond” der Frau Merkel werden die Arbeitgeber auch nicht an den “Zusatzbeiträgen” beteiligt. An den Zuzahlungen und der Praxisgebühr ändert sich nichts. Ein tolles Erbe hinterlassen “wir” da! Erzählen Sie Ihren Enkel niemals, das man vor diesen “Reformen” ordentlich bezahlt wurde, eine auskömmliche Rente bekam und man weder beim Arzt noch in der Apotheke Bares auf den Tisch legen musste. Ihre Enkel würden Ihnen eh nicht glauben…

Das alles stärkt unser Land. Wir handeln schnell und wir denken dabei an die kommenden Generationen. Das ist der Geist, mit dem Deutschland das Jahr 2009 meistern wird.

Genauso hohl wie das Vakuum in den “Magdeburger Halbkugeln”.

Meine Devise ist: Wir wollen die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise nicht einfach überstehen. Wir wollen stärker aus ihr herausgehen, als wir hineingekommen sind. Das geht, das können wir gemeinsam schaffen!

Diese Drohung muss man ernst nehmen! Frau Kanzlerin will auch trotz Weltwirtschaftskrise die deutsche Industrie zum “Exportweltmeister” machen. Was heißt das: Die Löhne und Sozialleistungen werden noch weiter gesenkt, um “wettbewerbsfähig trotz Krise” zu sein. Weiter werden sich die Konzerne mit Hilfe der Frau Merkel wie Parasiten an die Konjunkturprogramme anderer Länder hängen, ohne selbst in Deutschland etwas für den Konsum zu tun. Das passt auch zu der panischen Angst “unserer” Konzernkanzlerin vor Protektionismus der Länder mit Konjunkturprogrammen. Vom eigenen Protektionismus durch die 19%-Mwst. redet sie natürlich nicht.

2009 feiern wir den 60. Geburtstag der Bundesrepublik und mit dem Grundgesetz die freiheitlichste und gerechteste Ordnung, die Deutschland je hatte.

Dank der von Frau Bundeskanzlerin unterzeichneten “Lissabon-Verträge” als Ersatz für die EU-Verfassung ist das GG nur noch bedeutungsloses Altpapier. Und das weiß die Heuchlerin auch!

Wenn sich auch im kommenden Jahr jeder an seiner Stelle für etwas einsetzt, das für ihn in diesem Land besonders liebens- oder lebenswert ist, dann wird es uns allen noch besser gehen.

Nur dir nicht, liebe Angela. Wird dein Wunsch wahr, kommt ausser den Linken keiner in den Bundestag. Du erst recht nicht.

In den letzten 10 Jahren haben “SPD”, Grüne, CDU/CSU sowie die FDP alles dafür getan, um dieses Land zu einen wehrosen Opfer für die Raubtiere des Kapitals zu machen. “Liebens- und lebenswert” ist Deutschland nur noch für Leute mit mehr als 1 Mio Euro Jahreseinkommen.

Zusammenfassung:

Bundeskanzlerin Merkel lügt und heuchelt, bis sich die Balken biegen. Sie nimmt die Zustände und Missstände in diesem Land nicht wahr, ignoriert und leugnet sie sogar. Sie huldigt weiterhin dem neoliberalem Gott “Selbstregulierung der Märkte” und kündigt ungeniert an, noch mehr Opfer der Bürger für die Profite der Konzerne einzufordern.

Lest Merkels Neujahrsansprache ruhig mehrfach durch. Es ist erschreckend, was sie uns für 2009 ankündigt.

[Link] [Cache]
wareluege: Gegossenes Blei oder Israels Völkermord (1)
12/31/2008 12:40 PM

Die Angriffe der israelischen F-16-Kampfbomber und Hubschrauber hatten am Samstag, 27.12.2008, gegen 11.15 Uhr begonnen. Mindestens 40 Ziele wurden in der ersten Angriffswelle zerstört, Rauchsäulen standen über Gaza-Stadt, wo fast eine Million Menschen auf engstem Raum zusammenleben. Nach israelischen Militärangaben seien vor allem Polizeistationen, Kasernen und Einrichtungen der palästinensischen Sicherheitsdienste angegriffen worden. Zu den Toten gehört auch der Polizeichef von Gaza, Tawfiq Jabber. 15 Polizeianwärter starben beim Angriff auf eine Polizeistation, in der gerade eine Aufnahmefeier stattfand. Polizeistationen und andere offizielle Gebäude stehen allerdings oft direkt neben Schulen und Wohnhäusern, so daß unter den Toten und Verletzten auch viele Frauen und Kinder waren. Außerdem wurde ein Medikamentenlager getroffen.

Die israelische Tageszeitung Haaretz schrieb, die Zahl der Toten sei vermutlich deswegen so hoch, weil niemand mit einer so massiven Angriffswelle gerechnet hatte. »Meldungen über eine bevorstehende Öffnung des Gazastreifens für Hilfslieferungen seien eine Irreführung gewesen«, so Haaretz. Monatelang sei der Gazastreifen ausspioniert worden, um eine Übersicht zu bekommen. Ägypten sei beim Besuch von Außenministerin Zipi Livni vorab über den Angriff informiert worden.

Hamas-Führer Khalid Meshaal rief die Palästinenser zum Widerstand gegen die israelische Besatzung auf. Es müsse eine dritte Intifada geben. Die israelische Regierungsspitze – Ehud Olmert, Zipi Livni und Ehud Barak – rechtfertigte den Angriff auf Gaza als »Selbstverteidigung« gegen die Hamas. Man wolle auch die Palästinenser von der Terrororganisation »befreien«. Die aus dem Gazastreifen abgefeuerten Raketen stellten eine unzumutbare Gefährdung der israelischen Bürger dar. »Wir sind auf alles vorbereitet«, fügte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hinzu und schloß wie Livni eine Bodenoffensive in den Gazastreifen nicht aus. Zur Einstimmung auf einen neuen Krieg wurden Hunderte israelische Soldaten und Panzerverbände an die Grenze zu Gaza abkommandiert, Reservisten sollen sich bereithalten, und die Einwohner Südisraels sollen Schutzbunker aufsuchen und mit weiterem Raketenbeschuß aus Gaza rechnen. Für den Fall einer Bodenoffensive warnten internationale Hilfsorganisationen vor einer »humanitären Katastrophe« im Gazastreifen.

Der UN-Sicherheitsrat rief in einer nicht bindenden Resolution alle Seiten auf, der Gewalt zu entsagen. Großbritannien, die EU, der Vatikan und Tony Blair als Sondervermittler des »Nahostquartetts« forderten eine sofortige Waffenruhe. Die Arabische Liga berief für den kommenden Mittwoch eine Sondersitzung ein. Die Bundesregierung kündigte an, die Hilfsleistungen für die Palästinenser zu erhöhen.

In der gesamten arabischen Welt und in Israel kam es zu wütenden Reaktionen gegen den Überfall auf Gaza. Israelische Araber kündigten einen Generalstreik für Montag an, israelische Friedensaktivisten von Gush Shalom beschuldigten die israelische Regierung, den Waffenstillstand mit der Hamas schon vor einem Monat gebrochen zu haben.

Die israelischen Luftangriffe auf Gaza sind von einer Heftigkeit und Brutalität, daß auch die westlichen Berichterstatter davor nicht die Augen zu schließen vermögen. Denn daß das, was auf dem Elendsstreifen zur Zeit abgeht, ein Massaker ist, läßt sich kaum bestreiten. Doch werden den Befehlshabern des Massenmordes an Zivilisten gute Gründe zugebilligt. Die Luftschläge, heißt es durchgehend, seien Vergeltungsschläge für palästinensische Raketenangriffe auf grenznahe Orte in Israel. Das Ziel der Militäraktion sei der Schutz israelischer Bürger durch die Ausschaltung terroristischer Gefahrenherde.

Geht nun die Aggression tatsächlich von Gaza aus, auf die Israel nur mehr oder weniger angemessen reagiert? Oder ist es nicht eher so, daß der Raketenbeschuß eine ziemlich verzweifelte Reaktion auf die von Israel ausgeübte Gewalt darstellt? Seit dem Junikrieg 1967 hält der zionistische Staat palästinensische Gebiete widerrechtlich besetzt, was allein schon ein illegaler Gewaltakt ist. Der israelische Rückzug aus Gaza hat den Zustand palästinensischer Rechtlosigkeit nicht aufgehoben, sondern ins Unerträgliche verschärft. Mit der kompletten Abriegelung des Gebietes wurden die Gaza-Bewohner einem freiheitsberaubenden und existenzbedrohenden Gewaltregime von außen unterworfen, wie es keine Besatzung zuwege bringen könnte.

Die Richtung Israel abgefeuerten Kassam-Raketen hatten dieser Gewalt nur sehr wenig entgegenzusetzen. Aber immerhin vermittelten sie der Bevölkerung des Unterdrückerstaates das Bewußtsein, daß es sich in einem Staat, der anderen seine Gewaltherrschaft aufzwingt, nicht allzu sicher leben läßt. Genau in dieser Delegitimierung der zionistischen Legitimationsideologie von Israel als sicherem Hafen für alle Juden dürfte auch ein Grund für jene barbarische Bestrafungsaktion sein, von der die Insassen des größten Gefängnisses der Erde gegenwärtig heimgesucht werden.

Doch es ist nicht in erster Linie die eher hilflose Gegenwehr der Kassam-Brigaden, welche die Herren über Palästina so in Rage versetzt. Es ist vielmehr das Vorhandensein einer von den Aussichten der Zweistaatenlösung nicht korrumpierbaren palästinensischen Führung, das die israelisch-amerikanische Konfliktbefriedungsstrategie außer Kraft zu setzen droht. Deshalb sollen die Hamas und andere der nationalen Selbstbestimmung verpflichtete Gruppen außer Kraft gesetzt werden.

Der imperialistische Westen wird an der Grausamkeit der israelischen Kriegsführung sicher einiges auszusetzen haben, aber letztlich doch genügend Verständnis für Israels Bereitschaft aufbringen, den Islamisten das Terrorhandwerk zu legen. Die EU hat sich an der politischen Nötigung der Palästinenser von Anfang an beteiligt. Denn auch das von Brüssel verhängte Embargo als Reaktion auf den unerwünschten Wahlausgang in Palästina war ein Beispiel für illegitime Gewaltanwendung.

[Link] [Cache]
wareluege: Gegossenes Blei oder Israels Völkermord (2)
12/31/2008 12:38 PM

Für die Bevölkerung des Gaza­streifens war es ein Schreckensjahr. Ihr Selbstbehauptungswille wurde von der israelischen Regierung auf die denkbar härteste Probe gestellt. Die über die Elendszone verhängte Blockade übertraf in ihren Auswirkungen den früheren Besatzerterror um ein Vielfaches. Zum Jahresausklang hat Tel Aviv seine Politik latenter Gewaltausübung gegen das palästinensische Volk zu einer mörderischen »Silvesterparty« gesteigert.

Die israelische Strategie gibt keine Rätsel auf. Der einzige Zweck der Blockade liegt darin, die führende Kraft des Volkswiderstandes auszuschalten und eine dem amerikanisch-israelischen Nahostdiktat ergebene palästinensische Vertretung zu erzwingen. Damit stellt Israel auch klar, daß es eine souveräne Demokratie, das heißt wirkliche demokratische Selbstbestimmung, für die Palästinenser nicht zulassen will.

Machtanspruch

Es ist noch nicht ganz drei Jahre her, daß die islamistische Bewegung Hamas bei den Wahlen zum palästinensischen Nationalrat die absolute Mehrheit der Mandate erringen konnte. Israel und die USA waren von Beginn an nicht bereit, das demokratische Votum der Palästinenser anzuerkennen. Die Europäische Union schloß sich der politischen Blockade umgehend an. Die von der Hamas gestellte Regierung in Ramallah wurde mit drei für sie nicht erfüllbaren Forderungen konfrontiert: Anerkennung des Staates Israel, Gewaltverzicht und Einhaltung aller bestehenden Verträge. Die bedingungslose Anerkennung der 1948 gegründeten Republik setzt praktisch die Hinnahme des israelischen Machtanspruches voraus, das heißt die Anerkennung eines Staates, der seine Grenzen nach eigenem Gutdünken festzulegen gewillt ist. Die an die Bevölkerung eines besetzten Landes gerichtete Forderung nach Gewaltverzicht ist völkerrechtswidrig. Auch die einseitige Verpflichtung der Palästinenser auf von den Israelis nicht eingehaltenen Verträgen war eine Zumutung.

Die gegen die palästinensische Selbstbestimmung gerichtete Politik der Ächtung der Hamas als terroristische Organisation fand in den Fatah-Kräften um Präsident Mahmoud Abbas, die bei den Wahlen unterlagen, ihre innere Entsprechung. Von der amerikanisch-israelischen Allianz aufgehetzt, rüstete das prowestliche Lager zum Putsch gegen die palästinensische Demokratie. Um die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden, war die durch die imperialistische Embargopolitik aller ökonomischen und sozialen Gestaltungsmöglichkeiten beraubte Hamas zur Machtteilung mit den Wahlverlierern, das heißt zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit bereit. Doch auch diese, die die beiden Hauptkräfte vereinigte, war dem Nahostbefriedungskomitee nicht repräsentativ genug. Der von außen aufgebaute Druck hielt unvermindert an und verschärfte die inneren Spannungen aufs neue.

Unterwerfungspolitik

Die Lösung war letztlich eine militärische. Im Westjordanland beendete die Präsidentengarde im Juni 2007 das System der Gewaltenteilung und etablierte eine Präsidialdiktatur. Im Gaza-Streifen, wo die Hamas noch stärker in den Basisströmungen verwurzelt ist als auf der Westbank, wurden die Abbas-loyalen Kräfte von den islamischen Kassam-Brigaden vertrieben. Die Spaltung des palästinensischen Widerstandes erwies sich vor allem für die 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen als katastrophal. Denn nun konzentrierte sich Israels Strategie zur politischen Unterwerfung der Palästinenser auf die Bevölkerung in diesem dichtbesiedeltsten nichtstädtischen Gebiet der Erde, die durch eine Blockade zermürbt werden sollte. Dieses Kalkül wurde unlängst vom israelischen Premier Ehud Olmert in seinem ganzen Zynismus zum Ausdruck gebracht, als er den Gazabewohnern einen »Volksaufstand« empfahl. Doch die Absicht, den palästinensischen Volksaufstand mit einem »Volksaufstand« niederhalten zu können, dürfte wohl kaum zu realisieren sein.

Die Weigerung der Hamas, ohne Lockerung der Blockade einer Verlängerung des Waffenstillstandsabkommens zuzustimmen, nutzte Israel zu einem vernichtenden Militärschlag. Nun erst wird die ganze Hinterlist des von Expremier Ariel Scharon veranlaßten israelischen Rückzugs aus Gaza deutlich. Mit der Räumung des Streifens hat sich Israel der Verpflichtung einer Besatzungsmacht zur Sicherstellung des Überlebens der Bevölkerung entledigt, ohne die Kontrolle über das Gebiet aufgegeben zu haben. Nicht genug damit, daß es seinen Besatzerpflichten nicht nachkommt, blockiert es mit der Abriegelung aller Zugänge nach Gaza auch noch überlebenswichtige Hilfslieferungen. Rund 750000 Palästinenser können dort ohne internationale Lebensmittelhilfe nicht existieren. Allein das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNWRA) benötigt nach eigenen Angaben allein 15 Wagenladungen pro Tag, um die täglich benötigte Unterstützung aufrechtzuerhalten. Der zionistische Staat hat die humanitäre Katastrophe nicht nur hervorgerufen, er sabotiert auch noch alle Anstrengungen zu ihrer Milderung.

US-Nahoststrategie

Der ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung erfolgte Überfall auf Gaza fand wohl nicht ohne Grund in der Phase amerikanischer »Zwischenherrschaft« statt. Anlaß zur Hoffnung, daß sich mit dem Amtsantritt Barack Obamas für die »Verdammten dieser Erde« irgend etwas zum Positiven verändern könnte, besteht allerdings auch nicht. Die erste Personalbesetzung, die der künftige US-Präsident vornahm, war mit Emanuel Rahm als Stabschef des Weißen Hauses ein den Neocons nahestehender und die Bush-Regierung als zu wenig Israel-freundlich kritisierender Politiker. Daß sich Obama im Wahlkampf wiederholt dem Lobbyverband American Israelian Political Affairs Commitee (AIPC) angebiedert hat und dabei die zionistische Formel von »Jerusalem als Israels vereinigter und ewiger Hauptstadt« breittrat, läßt ebenfalls wenig Friedvolles für 2009 erwarten.

Die auf den »Greater Middle East« gerichtete Nahoststrategie Bushs wird von seinem Nachfolger kaum verworfen werden. Sie reicht von der Nichtanerkennung wirklicher Selbstbestimmung für das arabische Volk von Palästina über den Versuch, das antiimperialistische Lager im Libanon auszuschalten, den irakischen Widerstand entweder zu liquidieren oder zu korrumpieren, in Ägypten eine prowestliche Nachfolgeregelung für die Zeit nach Hosni Mubarak zu finden bis zu der festen Absicht, den Aufstieg des Iran zu einer führenden Regionalmacht zu verhindern. Große Erfolge hat diese Strategie bisher nicht gebracht. Die in einer Todeszone festsitzende Hamas ist von den Israelis wohl als das schwächste Glied in der Kette identifiziert worden. Doch auch dieser Versuch einer raschen Gewaltlösung wird letztlich zum Scheitern verurteilt sein.

[Link] [Cache]
wareluege: Gegossenes Blei oder Israels Völkermord (3)
12/31/2008 12:34 PM

Israel hat der palästinensischen Hamas am dritten Tag seiner Militäroffensive, einen »Krieg ohne Gnade« erklärt. Zugleich verstärkte Tel Aviv das Truppenaufgebot an der Grenze zum Gazastreifen weiter. »Wir haben nichts gegen die Einwohner von Gaza, aber wir führen einen Krieg ohne Gnade gegen die Hamas und deren Verbündete«, so Verteidigungsminister Ehud Barak am Montag vor dem Parlament in Jerusalem. Die Operation »Gegossenes Blei« werde »ausgeweitet und vertieft, soweit es erforderlich ist«.

Die Zahl der getöteten Palästinenser wurde am Montag vom UN-Hilfswerk für die Palästinensischen Flüchtlinge (UNRWA) mit 310 angegeben, darunter 51 Zivilisten, Frauen und Kinder. Mehr als 1000 Personen wurden verletzt, von denen 80 Prozent wegen der Schwere ihrer Verletzungen keine Überlebenschance hätten, wie ein Arzt des zentralen Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt sagte. Den Krankenhäusern fehlt es nach Augenzeugenberichten an Betten, medizinischen Geräten und Medikamenten, an Blutkonserven und Narkosemitteln.

80 Lastwagen mit Hilfsgütern der Vereinten Nationen, vom Internationalen Roten Kreuz, aus der Türkei und Jordanien konnten am Montag zwei Grenzposten nach Gaza passieren, während die Luftangriffe der Israelis fortgesetzt wurden. Dabei starben im Flüchtlingslager Jabalia und in der südlichen Grenzstadt Rafah sechs Kinder. Die Islamische Universität und ein dazu gehöriges Gästehaus, das Innenministerium sowie das Nachbarhaus des palästinensischen Expremiers Ismail Hanija wurden bombardiert. Zerstört wurden auch rund 40 Tunnel an der Grenze zu Ägypten, die der Versorgung der Bevölkerung dienten.

Tausende Soldaten Tel Avivs warteten am Montag indes darauf, die angekündigte Bodenoffensive zu beginnen. Eine drei Kilometer breite Zone entlang der Grenze zu Gaza wurde von der israelischen Führung zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Weder Zivilisten noch Journalisten dürfen sich dort aufhalten. Bei den zu befürchtenden Straßenkämpfen in einer so dicht besiedelten Stadt wie Gaza werden die Bewohner unweigerlich ins Kreuzfeuer geraten. Selbst wer wollte, könnte nicht entkommen, denn die Bevölkerung ist eingesperrt.

Unterdessen gingen die Proteste gegen die Angriffe in vielen Teilen der Welt weiter. Bei Massendemonstrationen in Jemen, Irak, Syrien, Jordanien und Ägypten zeigten Hunderttausende ihre Solidarität mit den Palästinensern und ihre Wut über die arabischen Führer. »Ich schließe mich den palästinensischen Anführern an, die eine dritte Intifada gefordert haben«, sagte Hassan Nasrallah, Chef der libanesischen Hisbollah, am Montag in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut. Im dortigen Stadion El Raja demonstrierten Zehntausende ihre Solidarität mit den Palästinensern. Er kritisierte Ägypten dafür, daß Kairo die Grenzen zum Gazastreifen nicht öffne, und forderte, an die Adresse der arabischen Regime gerichtet, sie sollen die Palästinenser unterstützen, anstatt sie gegeneinander auszuspielen: »Die arabischen Regime haben genug Geld und die politische Macht, um das Blutbad in Gaza zu stoppen.«

Auch in vielen europäischen Städten, darunter in Paris, Athen und Berlin, gingen Tausende Menschen auf die Straße. Die Solidaritätsgruppe »Free Gaza« kündigte derweil an, am Montag abend ein weiteres Mal ihr Schiff »Dignity« mit mehr als drei Tonnen Hilfsgütern und Ärzten nach Gaza zu schicken.

Am Sonntag debattierte das ägyptische Parlament den Angriff Tel Avivs auf Gaza, und Hussein Ibrahim, Vorsitzender der Fraktion der Muslimbrüderschaft, bezeichnete Mubaraks Position als »pure Heuchelei«. Die stärkste Oppositionskraft, die über 88 als »Unabhängige« gewählte Abgeordnete verfügt, warf dem Präsidenten vor, Israels Außenministerin Zipi Livni bei ihrem Besuch in Kairo in der vergangenen Woche grünes Licht für die Attacken gegeben zu haben. Und Außenminister Abdul Gheit, so Ibrahim weiter, »wirke eher als der oberste Diplomat Israels«.

Am selben Tag sorgten die Enthüllungen der Tageszeitung Al-Quds Al-Arabi für Tumelte in Kairo. Diese hatte in ihrer Sonntagausgabe »diplomatische Quellen« zitiert, wonach »Ägyptens Minister für Geheimdienste, Omar Suleiman, die Hamas betrogen habe, da er sie glauben machte, Israel würde den Gazastreifen in der nahen Zukunft nicht angreifen«. Diese »Desinformation« habe dazu geführt, so die Zeitung, »daß die Hamas ihre Sicherheitseinrichtungen und Hauptquartiere nicht evakuierte«. Al-Quds Al-Arabi zitierte eine Quelle aus dem Umfeld des ehemaligen palästinensischen Außenministers Mahmud Al-Zahar. Demnach hatte Kairos Geheimdienst »noch am Freitag abend« der Hamas mitgeteilt, »Israel sei jetzt zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bereit und werde nicht vor Ende der diplomatischen Bemühungen angreifen«.Die Zeitung behauptete darüber hinaus, Geheimdienstchef Suleiman habe insgeheim eine Reihe arabischer Führer überzeugt, daß Israel nur eine »begrenzte Operation« in Gaza führen werde, um die Hamas zu einem neuerlichen Waffenstillstand zu zwingen. »Unfug«, klagte der palästinensische Publizist Hakam Abdel-Hadi am Sonntag: Die Waffenruhe, die von Juni 2008 bis Mitte Dezember bestand, sei »ohnehin von Israel nicht eingehalten worden«. Israel habe in diesen sechs Monaten etwa 200 Palästinenser liquidiert.

Dafür, daß die Enthüllungen der in London erscheinenden Al-Quds Al-Arabi zutreffen, sprechen zahlreiche Agenturberichte aus dem Gazastreifen, wonach die Hamas »von den Angriffen offenbar völlig überrascht« worden sei –und das trotz der Drohungen Tel Avivs. So seien unter anderem »Hunderte neuer Hamas-Polizisten mitten in Gaza während der Abschlußzeremonie ihrer Ausbildung »mit einer speziell gegen Menschen gerichteten Rakete mit Tausenden Metallpfeilen angegriffen« worden: »40 Uniformierte waren auf der Stelle tot«, so Agenturberichte (zitiert laut Tagesspiegel, 29.12.).

Die israelische Zeitung Yediot Aharonot sprach am Sonntag von einem »brillanten Schlag« der Luftwaffe. Der Überraschungsangriff sei auf die außerordentliche Sorgfalt, mit der »die Hamas in ein Gefühl der Selbstsicherheit eingelullt wurde«, zurückzuführen. »Desinformation und Geheimhaltung« hätten die Palästinenserorganisation in der Woche vor der Bombardierung die Einschätzung nahegelegt, »daß ein größerer Angriff nicht unmittelbar bevorsteht«.

Zu den »cleveren Täuschungsmanövern« zählen israelische Medien Livnis Besuch in Ägypten, die kurzzeitige Aufhebung der Blockade des Gaza­streifens für humanitäre Lieferungen durch Verteidigungsminister Ehud Barak sowie Premier Ehud Olmerts Ankündigung, daß ein Angriff nicht vor Ende des 48stündigen Ultimatums, also vor Sonntag, erfolgen würde. Hamas habe den »Köder« geschluckt, meinte die Zeitung Haaretz. Und Yediot Aharonot konstatierte: »Das Element der Überraschung steigerte die Zahl der Menschen, die getötet wurden.«

Die ägyptische Tageszeitung El-Dustour kommentierte derweil am Sonntag: »Die Verräter, die dieses Verbrechen erlaubt haben, sind – auch – unter uns.« Kairo könnten unruhige Zeiten bevorstehen.

Ermuntert durch internationales Schweigen und deutliche Zustimmung seiner Bündnispartner hat Israel seinen als »Selbstverteidigung« deklarierten mörderischen Überfall auf Gaza auch am Dienstag fortgesetzt. Bei erneuten Luftangriffen auf »Regierungsgebäude« der Hamas seien nach Augenzeugenangaben mindestens 16 Bomben abgeworfen worden. Zehn Palästinenser seien dabei getötet, 40 verletzt worden, berichteten palästinensische Rettungskräfte. Damit stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf 364. Rund 1400 Verletzte warten in den völlig überfüllten Krankenhäusern auf Versorgung.

Das Boot »Dignity« der Organisation »Free Gaza«, das am Montag abend den Hafen von Larnaka (Zypern) in Richtung Gaza verlassen hatte, um medizinische Hilfsgüter und Ärzte dorthin zu bringen, wurde von elf israelischen Kriegsschiffen zum Abdrehen gezwungen. Dabei sei das kleine Boot erheblich beschädigt worden, berichteten Passagiere der »Dignity«. Es seien auch Warnschüsse aus Maschinengewehren abgegeben worden. Am Dienstag erreichte das Boot Libanon.

Keine Verhandlungen

Das UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA erklärte derweil, die Palästinenser im Gazastreifen seien von den Luftangriffen am Samstag überrascht worden. Man sei davon ausgegangen, daß Israel die Lage erstmal 48 Stunden lang bewerten wolle, sagte UNRWA-Kommissarin Karen Abu Zayd. Israel habe dies so angekündigt. Sie erklärte weiter, die palästinensische Bevölkerung gehe davon aus, daß die Hamas die Waffenruhe weitgehend eingehalten, im Gegenzug aber nichts von Israel erhalten habe. So seien die Grenzübergänge nicht geöffnet worden, obwohl die Hamas zunächst praktisch keine Raketen auf Israel abgefeuert habe.

Palästinensische Militante haben seit vergangenem Samstag mit mehr als 200 Raketen auf die israelischen Luftangriffe reagiert. Dabei wurden vier Israelis getötet und acht verletzt. Die Geschosse trafen die Stadt Aschdod, die Gemeinde Nahal Os in der Wüste Negev und die Stadt Aschkelon. Nach israelischen Militärangaben war unter den Getöteten auch ein Soldat.

Der israelischen Botschafterin bei den Vereinten Nationen zufolge will die Regierung in Jerusalem die Angriffe im Gazastreifen solange fortsetzen, bis die Hamas vollständig vernichtet ist. Die Offensive werde andauern, bis dieses Ziel erreicht sei, erklärte Gabriela Schalew am Montag in New York. Die Regierung in Jerusalem sei angesichts der internationalen Kritik an den Angriffen zwar besorgt, »aber zuallererst haben wir das Recht, uns zu verteidigen«, sagte die UN-Botschafterin, die eine Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen Waffenstillstand ablehnte. Der Tod von Zivilpersonen sei bedauerlich, für das Blutvergießen sei aber die Hamas verantwortlich. Die radikalislamische Organisation benutze Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde.

Die israelischen Bodentruppen sind nach Angaben der Armee zum Einmarsch in den Gazastreifen bereit. Die Soldaten hätten ihre Stellungen bezogen. Die Möglichkeit einer Bodenoffensive bestehe, sagte eine Sprecherin. »Im Moment jedoch greifen wir ausschließlich aus der Luft oder vom Meer aus an.«

Parteinahme und Protest

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ nach einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert durch einen Sprecher erklären, Schuld und Verantwortung für den Angriff Israels auf Gaza liege allein bei der Hamas; Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung. Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery äußerte sich in einem WDR-Interview entsetzt über die Stellungnahme der Kanzlerin. Deutschland ergreife einseitig Partei für den Kriegstreiber Israel.

Die britische Initiative BRICUP verglich derweil den Angriff Israels auf Gaza mit dem deutschen Luftangriff auf die spanische Stadt Guernica 1937 und rief zu Boykottmaßnahmen gegen Israel auf. Weil die eigene und andere europäischen Regierungen den Palästinensern nicht zu Hilfe kämen, werde man, individuell und kollektiv, keine Waren aus Israel kaufen, keinen Urlaub dort machen, weder israelische Theater-, Tanz oder Filmvorführungen besuchen und sich dafür einsetzen, daß Bürger des eigenen Staates keinen Militärdienst für Israel absolvieren dürften.

Im Libanon hat Hisbollahführer Hassan Nasrallah die israelisch-US-amerikanische Allianz in der Region kritisiert, die auf eine Demütigung Palästinas, Libanons und Syriens ziele. Der Hisbollah-Verantwortliche für Internationale Beziehungen, Nawaf Al-Mousawi, sprach von Geheimvereinbarungen, die Israel mit den USA gegen die Palästinenser getroffen hätten. »Was in Gaza geschieht, ist ein israelisch-US-amerikanischer Krieg«, erklärte Al-Mousawi. »Er wird von arabischen Regimen unterstützt, um den Palästinensern ihre Rechte zu nehmen.«

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa stürmten am Dienstag Hunderte Demonstranten aus Protest gegen die Rolle Kairos bei dem Angriff auf Gaza die ägyptische Botschaft und verwüsteten sie. Computer wurden aus den Fenstern geworfen und die ägyptische Flagge auf dem Dach des zweistöckigen Gebäudes in Aden angezündet.

Die EU-Außenminister wollen bei einem Sondertreffen ein sofortiges Ende der Gewalt fordern. Bei dem kurzfristig angesetzten Treffen am Dienstagabend in Paris gehe es darum, »Ideen für einen Ausweg aus der Krise« zu sammeln, teilten Diplomaten in der französischen Hauptstadt mit. Neben dem Aufruf zur Einstellung der israelischen Luftangriffe und des Raketenbeschusses durch die radikalislamische Hamas werde die EU auch Hilfe zur Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen und bei der Versorgung von Verletzten anbieten. Die EU sei weiter bereit, bei der Öffnung des Gazastreifens an den Kontrollposten Beobachter einzusetzen.

[Link] [Cache]
redblog: Silvestergedicht
12/31/2008 11:38 AM
Von Edgar Külow

Silvester ist und Deutschland knallt,
der Himmel steht in Flammen,
da rücken Deutschland West und Ost
für eine Nacht zusammen.

Es knallt nicht nur in Bielefeld,
in Köpenick und Siegen,
es knallt vom Rhein bis an den Belt,
wo deutsche Schützen liegen.

Wir knallen bis Afghanistan
und auch in Somalia
und ruft der Bush Frau Merkel an,
sind unsere Schützen da.

Und fragt jemand in Washington,
schallt's fröhlich überall,
was man an Deutschen denn so liebt,
sie haben einen Knall.

via junge Welt[Link] [Cache]
redblog: Entdecke auch Du den Pflüger in Dir!
12/31/2008 11:38 AM
[Link] [Cache]
Deutschland Debatte: Reihenfolge bestimmt die Entwicklung
12/31/2008 11:36 AM

Entsetzt ruft n-tv: “O du schreckliche USA im Käuferstreik” und schreibt “Die US-Konjunkturaussichten hatten sich zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts noch weiter verdüstert. Trotz Rabattaktionen und Sonderangeboten griffen viele Verbraucher daher nicht tief in ihre Geldbeutel.”

Viele “Experten”, insbesondere Politiker, meinen durch Investitionen die Wirtschaft ins Gang zu bringen! HÄCHERLICHER UNSINN!

Warum lächerlicher Unsinn? Niemand in der Wirtschaft wird Investitionen tätigen, wenn er weiß, dass der Absatz nicht vorhanden ist, warum auch immer! Fast gesundbeterisch wird hüben wie drüben beschworen, die Psychologie mache 80 Prozent des Marktgeschehens aus. Pellengahr trat unlängst vor die Fernsehkameras und verkündete freudestrahlend, dass der Umsatz auf dem Vorjahresniveau läge - oh je, hätte er das nur nicht gesagt, weil dies bedeutet ja, dass wegen der Inflationsrate von ca. 3 Prozent auch 3 Prozent weniger verkauft wurde! Aber für die Psychologie des Marktes nimmt man scheint’s gern Widersprüchlichkeiten hin.

Die Amerikaner haben gerade eine lehrreiche Packung von Herrn Greenspan zugesandt bekommen: sie verlieren gerade Haus und Hof, sie verlieren gerade ihr für die Zukunft Erspartes, sie verlieren gerade, was sie immer stolz machte, ihren Optimismus.
Dafür aber ist Strahlemann Obama angetreten, die Lichtfigur der Hochfinanz, zumindest für ein paar Jahre. Er hat eine Ausstrahlung, die begeistert, er ist der wahre Verführer, er kann blind machen, er begeistert und vernebelt das Hirn! So jemanden braucht Amerika gerade, um wieder anzuspringen.

Aber dann? Was ist dann? Führen wir den Turbokapitalismus fort? Laufen wir weiter am Nasenring durch die Welt geführt herum? Ich fürchte, ja, denn weder diese so vollmundig zu Beginn der Finanzkrise aufgetretene Bundesregierung mit den HaHaHardlinern Merkel und Steinbrück wird einen Yota an den Finanzgebaren der virtuellen und zur Vernichtung strebenden Finanzwelt ändern, noch irgend ein Staatsmann, Obama erst recht nicht!

Es gibt Internetseiten, die sich schon fragen, wie in einem Rekordtempo ein Mann ganz nach oben kam. Wie es kam, dass gegen alle Ressentiments sich jemand durchsetzte, und das mit diesem Profil! Da kam sicherlich Begabung und Ausstrahlung zusammen, ob es das allein allerdings war, das mag man bezweifeln!

Zurück zur Konsumunfreundlichkeit der Amerikaner. Unlängst verkündete also der Strahlemann des Sternenbanners, dass er 3 Millionen Arbeitsplätze schaffen wolle. Hmmm, “er” will sie schaffen? Oder ist er Stellvertreter der Industrie, insbesondere von Fahrzeugen, die niemand sich mehr leisten kann? Nein, auch das ist Psychologie, dieselbe die unsere Pastorentochter betreibt: alles ist gut - alles wird gut - Petri heil ( oder so ). Bewirken wird das nichts, bis auf die eine Sache, dass die Medienindustrie willfährig zu applaudieren und auch die Seite DD Stunden damit beschäftigt ist, diesen Unsinn auseinander zu nehmen.

Einer der größten Unsinnssätze ist dieser: “Nur wenn wir diese Ursachen benennen, können wir die Welt aus dieser Krise führen.” Durch einfaches Benennen löst man nichts, nullkommanichts! Handeln, gnädige Dame, sollten Sie und sich vor allem nicht in Plattitüden verhaspeln! Furchbar! Jedes Milchmädchen würde bei solch einer Leistung schamrot davon laufen! Was für eine Leistung?

Zum Beispiel diese: “Diese Prinzipien müssen weltweit beachtet werden. Erst das wird die Welt aus dieser Krise führen. Die Welt ist dabei, diese Lektion zu lernen.

Und das ist die Chance, die in dieser Krise steckt, die Chance für internationale Regeln, die sich an den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft orientieren.

Ich werde nicht locker lassen, bis wir solche Regeln erreicht haben.”

Allgemeingültige philosophische Prinzipien sollen zum Beispiel von der Finanzwelt beachtet werden. Frau Merkel, aufwachen, Sie sind nur eine kleine Bundeskanzlerin eines kleinen Volkes. Sie tun so, als könnten Sie die Welt bestimmen. Die Welt, besser gesagt, die Finanzoligarchie, zeigt IHNEN wo es lang geht.

Welche Lektion lernt gerade die Welt? Stimmten Sie sich doch einmal mit Steinbrück ab, der gestern noch verkündete, dass er fürchte, die Finanzwelt werde sich nicht ändern.

Sie sprechen von Regeln, internationalen Regeln und quasseln total wirres Zeug, unverständlich in schönen Wörtchen gekleidet. Mein Deutschlehrer würde eine “6″ unter solch einem inhaltsleeren Zeug geschrieben haben. Was konkret meinen Sie mit Regeln? Flüchten Sie sich nicht wieder in ihre geliebten Plattitüden!

Einfach geil der Satz: “Ich werde nicht locker lassen, bis wir solche Regeln erreicht haben.” Da können wir alle mächtig stolz auf eine solche Bundeskanzlerin sein. Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie Windhunde”, nicht wahr? Teusche, hebt die Hand zum Applaus für eine solche machtvolle Kämpferin des Inhaltsleeren!
Na, sie wird wieder, diesmal mit anderen Worten, ihrem Ruf gerecht: die Kanzlerin des Ungefähren! Aber toll macht sie das.

Nur, wirken wird es nicht. Die Menschen haben am eigenen Leibe erlebt, wie sie an den Rand des Hungers, in die Armut getrieben wurden. Das und nur das zählt und ist nicht mit noch so schönen Worten zu besänftigen. Etwa 20 Millionen Menschen müssen sich nun ansehen und sagen “wir sind betrogen worden”, um alles, um die Zukunft, um unser Leben, weil es lauter inhaltsleere Sprechblasen in Parlamenten gibt, weil es eine kaum noch zu übersehende Anzahl Mietmäuler in Gestalt von selbstständigen Experten mit ihren Instituten gibt, weil es eine Willfährigkeitspresse gibt, die zu dem größten Scheiß applaudiert ohne Ende. Das hatten wir schon einmal - ich habe gelernt, dass es zweifelhaft sei, ob Menschen aus der Geschichte lernen können. Ich sage: nein!

Was uns erwartet? Nur ganz kurz:

  • Insolvenzwelle, privat und unternehmerisch
  • hunderttausende zusätzliche Arbeitslose
  • hunderttausende, die in Kurzarbeit oder Bildungsmaßnahmen statistisch versteckt werden
  • das Kinderelend in dem reichen Deutschland kriegen wir nicht in den Griff
  • wir bereiten die Altersarmut gerade vor
  • Gott verhüte: das Schließen oder Reglementieren des Lebensmitteleinkaufs
  • Gott verhüte: Krieg.

Aber das paßt nicht in eine Neujahrsansprache die, wie der SPIEGEL so schön schreibt, sie solle nicht “unpassend für einen aufmunternden Gruß zum Jahreswechsel” sein.

[Link] [Cache]
Nicht-Abzocken.eu: !!!Achtung Wartungsarbeiten!!!
12/31/2008 11:31 AM

Wegen Wartungsarbeiten kann es vorkommen dass das Board kurzzeitig nicht erreichbar ist.

[Link] [Cache]
GROSSE WORTE: "Liebe kann man sich auch erarbeiten"
12/31/2008 11:24 AM
Tauchaer arbeitet als Flirt-Coach Taucha. Es klingt wie eine Stammtisch-Idee, doch Christian Pörtzel meint es ernst und verdient nach eigenem Bekunden bereits gutes Geld mit seinem Geschäftskonzept. Der 30-Jährige hilft hauptberuflich Männern beim Flirten. Und sagt: „Jeder kann die Frau bekommen, die er will. Denn Liebe kann man sich auch erarbeiten.“ Er ist kein typischer Frauenschwarm. Das [...][Link] [Cache]
Carluv: Übrigens,
12/31/2008 11:18 AM

…sollten Sie noch Dinge zu erledigen haben, deren Vollendung im Jahr 2008 zwingend ist, sollten Sie diese nicht auf die lange Bank zu schieben versuchen. Die vermeintlich lange Bank ist nurmehr eine Hitsche*.

*Hitsche: sächsisch für Bänkchen, Fußbank

Posted in Bank, sächsisch, Zeit
[Link] [Cache]
Rezession in China: Die Arbeiterklasse beginnt sich zu wehren
12/31/2008 11:12 AM
Vor nicht all zu langer Zeit wurde der weitläufige Mythos verbreitet, dass sich China von der Weltwirtschaft abgekapselt habe. Dieser Mythos ist durch die globale Krise gründlich zerstört worden. Trotz seiner phänomenalen Wachstumsraten ist China von der Krise nicht verschont geblieben. Der globale Zusammenbruch an den Finanzmärkten hat Chinas aufblühende Industrie schwer getroffen und zu zahlreichen Fabrikschließungen und massiven Arbeitsplatzverlust geführt. Nach Angaben des Internationalen Weltwährungsfonds (IWF) soll das Bruttosozialprodukt, welches 2007 noch 12% betrug auf 9% im Jahr 2008 gefallen sein, und nach ersten Schätzungen im Jahr 2009 auf 7.5% sinken. Diese Wachstumszahlen, die in den metroplitanen Ländern nahezu unvorstellbar sind, zeigen die Wahrheit der chinesischen Wirtschaft auf. Sicherlich steht China als Wirtschaftsmacht auf Platz vier der Rangliste. Mit 1.3 Milliarden Menschen ist es das bevölkerungsreichste Land. Das Durchschnittseinkommen liegt mit 2.360 Dollar jedoch auf Platz 132 hinter Thailand oder Angola. Angesichts der enormen Kluft zwischen Arm und Reich liegt das Durchschnitteinkommen eines normalen Arbeiters allerdings sehr viel niedriger. In der Provinz Guangdong liegt der Mindestlohn bei 128 Dollar pro Monat (das ist der höchste Mindestlohn in China). Vertreter der chinesischen Regierung gehen davon aus, dass ein Wirtschaftswachstum von mindestens 8% notwendig sei, um zu verhindern dass die Arbeitslosigkeit noch weiter steigt. Auswirkungen auf die Arbeiterklasse Ob nun mit oder ohne globale Krise - das Leben der chinesischen Arbeiter ist ein verzweifelter Kampf ums Überleben und gerade im Abschwung müssen die Arbeiter als erste die Zeche zahlen. In der Provinz Guangdong, Chinas industriellen Kernland, haben die Fabrikschließungen um 20% zugenommen, was dazu führte, dass vorwiegend Wanderarbeitern der Lohn von mehreren Monaten nicht ausgezahlt wurde. [Link] [Cache]
Konsumpf: Tschüß 2008
12/31/2008 11:10 AM

Nun ist es also wieder soweit – ein ganzes Jahr, mit einem Mal vorbei. Zumindest fast. Zeit, Rückschau zu halten. Statt vieler Worte will ich dabei nur auf den durchaus gelungenen satirischen Jahresrückblick des Toll!-Teams vom ZDF verweisen, der einem vor Augen führt, wie viel Bescheuertes im Jahre 2008 so alles passiert ist. Manches hätten wir sonst fast vergessen…:

Und statt der sicherlich mit Floskeln und Durchhalteparolen vollgestopften realen Neujahrsansprache der Kanzlerin empfehle ich lieber Dieter Deglers fiktive Neujahrsansprache der Kanzlerin in der Süddeutsche Zeitung: „ Die ungehaltene Rede der Angela Merkel":

Ich denke deshalb über eine vorbeugende Krisensteuer nach, damit wir künftig jederzeit jede gewünschte Summe für jede Branche aufbringen können. Bis wir das gegen die letzten Fortschrittsverhinderer, die es überall in der Politik gibt, durchgesetzt haben, müssen wir allerdings vorübergehend mehr Schulden machen. Das klingt jetzt wieder schlimmer als es ist - und in Wirklichkeit merken Sie davon gar nichts.

Denn erstens ist das ja für einen guten Zweck, nämlich die wunderbaren Rettungsschirme, die meine Regierung überall aufstellt, wo es in der Krise reinregnet. Und zweitens muss Sie das überhaupt nicht bekümmern. Denn diese Mehrschulden zahlen ja nicht Sie zurück, sondern unsere Kinder und Enkel, von denen ich ja bekannterweise leider keine habe. (…)

Und die beste Nachricht last but not least: Im kommenden Jahr dürfen Sie meine Partei und mich schon wieder wählen - in vielen Landesparlamenten und im Bundestag. Freuen Sie sich drauf und vergessen Sie den Wahlspruch meiner Kabinettskollegen nicht: Wir sind das Volk.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Nicht-Lesern meines Blogs einen guten Rutsch!

[Link] [Cache]
"SOS Abendland" 5: Die Bergdorflegende [DE]
12/31/2008 07:11 AM

Udo Ulfkotte sollte jetzt in einem "christlichen Bergdorf" leben. Um sich der "Morddrohungen" der Islamisten zu entziehen. Erstens: Gibt es in Deutschland, in Österreich oder in der Schweiz andere Bergdörfer als christliche?

Wenn es muslimische Bergdörfer in Europa schon gibt, dann haben sie, Gott sei Dank!, die Gipfelkreuzen in Ruhe gelassen.

Die familie Ulfkotte lebt also in einem christlichen Bergdorf. Gejagt von den bösen Muslimen.

Aber. Ist es wahr? Verschiedene Nachbarn der Familie Ulfkotte und die Evangelikalische Webseite versichern uns, dass, ausgenommen Sommerausflügen, die Ulfkottes ganz standfest zu Hause geblieben sind. Das Ulfkotte Familienhaus liegt ja auf 452 M. über den Meeresspiegel, aber das ist noch weit weg vom "Bergdorf". Die Forellenteichen auf dem Ulfkotte-Gelände brauchen tägliches Unterhalt. Tierfreund Ulfkotte hat bestimmt die Fische nicht alleingelassen.

Also: Was ist mit dem "Bergdorf"? Ist es eine Erfindung? Ist es symbolisch? Oder ist Ulfkotte wirklich nach Bayern, oder nach Oberösterreich oder in die Schweiz gegangen? Und hütet er dort Gipfelkreuzen gegen Gipfelhalbmonden? Ich weiss, dass es nicht richtig ist. Ich weiss, dass die Familie Ulfkotte ruhig zu Hause geblieben ist. Aber ich kann es nicht beweisen, ohne das Standort der Ulfkotten freizugeben.

Staatsanwaltschaften! Das Publikum braucht Klarheit! Zeigen Sie uns, woher die angebliche Morddrohungen gegen Ulfkotte kamen. Wir brauchen auch eine Liste der christlichen Bergdörfer, wo wir uns schützen könnten gegen den Amerikanern.

Bitte, gib mir auch ein Bergdorf!

[Link] [Cache]
"SOS Abendland" 4: Mord angedroht? [DE]
12/31/2008 07:11 AM

Ich beobachte des Dr. Ulfkottes Buchumschlag des "SOS Abendland". Was man so alles finden kann in einer schlichten Spalte! Die Teile 1, 2 und 3 sind hier anzuklicken...

In Juni 2008 wurde auf Youtube ein Video veröffentlicht, das Herr und Frau Ulfkotte darstellte als Rassisten. Die Autoren waren ein Ehepaar aus Nordrheinwestphalen, das schon eher provokatorischen anti-islamischen Videos veröffentlicht hatte.

Wenn man Ulfkotte glauben darf denn die Eintrage ist seitdem von Youtube gelöscht , hätte es im Kommentarrubrik "tausende" Morddrohungen gegeben gegen ihm und seiner Frau.

Was man bis jetzt weiss, ist, dass es zwei Einträge gegeben hat von Ulfkotte zitiert bei Kopp Verlag , in denen die vorherige Anschrift der Familie Ulfkotte oder die berufliche Adresse der Frau Ulfkotte genannt wurde. Die Leute die diesen Sachen veröffentlichten, hatten ihren Informationen vom Bild Zeitung. Diese Zeitung hat 2005 ein Bild und die Anschrift veröffentlicht, als Ulfkotte vom BND belästigt wurde und sich darüber beklagte. Inzwischen wohnt die Familie Ulfkotte in einem anderen Teil Deutschlands. Ich kenne die Anschrift, aber werde es nicht hier veröffentlichen.

Es ist also die Frage, ob Ulfkotte in Juni 2008 wirklich "bedroht" worden ist. Es gab nur ein Mitarbeiter des SWF3, der etwas daraus machen möchte. Ausserhalb rechtsextremen Udo-Freunden wie Baron Bodissey und "kewil", gab es nur die Evangelikalische Webseite die sich ernsthaft der Sache annahm.

Ein CDU-Vize-Vorsitzender wurde von Udo Ulfkotte zu Unrecht als Unterstützer dargestellt. Seitdem, hat er nie mehr davon gesprochen, bis... in dieser Spalte.

Die Staatsanwaltschaft Wetzlar hat noch immer nicht die Ergebnisse seiner Ermittlung freigegeben. Ich bin, zusammen mit vielen Freunden, neugierig, woher die angeblich bedrohenden Berichten stämmen. Kommt es vielleicht von Kewils url? Ist alles also nur eine Provokation? - Wir wissen es nicht. Es gibt viele Möglichkeiten. Aber eines steht fest: "Morddrohungen" gab es nur in der reichen Phantasie des Dr. Ulfkotte. Eben wenn niemand diese Sache ernsthaft genommen hat, ist es gut genug um die Kopp-Spalte zu schmucken.

[Link] [Cache]
Principiis Obsta: Das tägliche Massaker des Hungers
12/31/2008 07:10 AM


Wo ist Hoffnung? -

Von JEAN ZIEGLER, 30. Dezember 2008:

(Auszüge einer Rede, Wien - November 2008)

„Das Recht auf Nahrung ist das Recht auf einen regelmäßigen, permanenten und freien Zugang, sei es direkt durch Produktion, sei es indirekt mittels monetärer Kaufmittel, auf eine qualitativ und quantitativ adäquate Nahrung, die den Traditionen des Volkes, dem der Konsument angehört, entspricht und die ein psychisches und physisches, kollektives und individuelles, würdiges und befriedigendes Leben ermöglicht, das frei ist von Angst."
Das ist die Definition des Menschenrechtes auf Nahrung. Die Realität, die mit diesem Menschenrecht angesprochen wird, ist die folgende:

Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind auf diesem Planeten. Jeden Tag sterben 100.000 Menschen am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. 923 Millionen Menschen – einer auf sechzehn, denn wir sind heute 6,3 Milliarden auf der Welt – sind permanent schwerstens unterernährt. Sie sind invalide durch permanente schwerste Unterernährung! (Zahlen aus dem World Food Report 2007, veröffentlicht im April 2008). Und derselbe World Food Report sagt, dass die Weltlandwirtschaft in der heutigen Entwicklungsphase ihrer Produktionskräfte, ohne genetisch veränderte Nahrung, 12 Milliarden Menschen normal ernähren könnte (d.h. mit 2.700 Kilokalorien pro erwachsenem Individuum und Tag). Wir sind 6,3 Milliarden! Praktisch die doppelte Zahl der Menschen könnte normal ernährt werden. Es gibt also keine Fatalität.

Die Folge der industriellen, technologischen, elektronischen Revolution hat die Produktionskräfte der Menschheit unglaublich gesteigert. Heute ist der objektive Mangel besiegt und die Fatalität eliminiert. Ein Kind, das heute am Hunger stirbt, wird ermordet.
Wer die Menschen lieben will, muss ganz stark hassen, was sie unterdrückt (Jean Paul Sartre)
Menschen sterben, Kinder sterben überall auf die gleiche Weise, von Guatemala bis Bangladesch, von Somalia bis in die Mongolei. Ich werde erklären, wie der physiologische Vorgang abläuft. Aber die Kausalstränge, die zu diesem täglichen Massaker führen, das sich in eisiger Normalität Tag und Nacht auf diesem Planeten abspielt, sind unglaublich komplex.

Zuerst einmal die physiologische Realität: Ein Mensch kann drei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser, drei Wochen – wenn er ein wenig Flüssigkeit hat – ohne Nahrung überleben. Bei unterernährten Kindern setzt der Zerfall natürlich sehr viel früher ein. Zuerst braucht der Körper die Zucker- und Fettreserven auf. Dann wird der Mensch lethargisch. Dann immer dünner und dann bricht das Immunsystem zusammen. Durchfälle beschleunigen die Auszehrung. Mundparasiten und andere Infektionen verursachen in den Atemwegen schreckliche Schmerzen. Dann beginnt im letzten Stadium der Raubbau an den Muskeln. Die sterbenden Kinder liegen am Boden, können sich nicht mehr auf den Beinen halten, die Muskeln schwinden, die Arme baumeln kraftlos am Körper, die Gesichter von Kleinkindern zerfallen, gleichen denen von Greisen und dann kommt der Tod. Es ist also eine sehr, sehr schmerzhafte Agonie. Der physiologische Ablauf der Hungeragonie ist in allen Kulturkreisen, in allen Altersgruppen, auf allen Kontinenten absolut identisch.

Der hauptsächlichste, evidenteste Grund für das Massaker ist zuerst einmal die Überschuldung. Die 122 Entwicklungsländer hatten am 31. Dezember 2007 eine kumulierte Auslandsschuld von 2.100 Milliarden Dollar. 4,8 Milliarden der 6,3 Milliarden Menschen leben in der südlichen Hemisphäre. Und in den 49 ärmsten Ländern (das ist eine Kategorie bei der UNO) werden praktisch 80 bis 90 Prozent aller Staatseinnahmen für den Schuldendienst verbraucht. Es gibt also keine Möglichkeit für Honduras, Bangladesch, Somalia, Mali, Burkina Faso usw., irgendwelche Investitionen in der Landwirtschaft oder in der Produktion zu tätigen,.

Dann der zweite Grund: der Weltwährungsfond, die absurde mörderische Politik des Weltwährungsfonds. Es geht um ein System der strukturellen Gewalt, das mörderisch ist und gleichzeitig absurd. Mörderisch, weil es tötet, und absurd, weil es zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit zu Beginn dieses Jahrtausends unnütz tötet. „Pour aimer les hommes, il faut détester fortement ce qui les opprime" (Sartre) – „Wer die Menschen lieben will, muss ganz stark hassen, was sie unterdrückt". Es geht um strukturelle Gewalt!
Der Weltwährungsfonds: Er verwaltet die Auslandsschuld der ärmsten der Entwicklungsländer. Dort sitzen diese schwarzen Raben aus Washington direkt im Regierungsbüro und befehlen dem Premierminister! Der Weltwährungsfond hat ein statutarisches Ziel und das ist die Bedienung der Auslandschuld, zu ermöglichen, dass diese Schuld bedient wird!

Jedes Mal, wenn der finanzielle Engpass kommt, wenn Neuverhandlungen mit dem betreffenden Land über Stundung, Umschuldung, neue Kredite usw. geführt werden, zwingt ihm der Weltwährungsfonds ein Strukturanpassungsprogramm auf. In jedem Strukturanpassungsprogramm, in absolut jedem, gilt das Primat der Förderung der Exportlandwirtschaft. Das ist normal, denn mit Rupee, Bolívar oder Peso können diese Länder keine Auslandsschulden an die UBS oder die Chase Manhattan Bank abzahlen. Sie brauchen Devisen. Devisen können sie nur durch Export erarbeiten und deshalb müssen Baumwolle, Zuckerrohr, Erdnüsse, Sisal usw. gepflanzt werden. Dort, wo Zuckerrohr und Baumwolle wachsen, wächst aber kein Maniok, wächst keine Hirse, wächst kein Mais. Das heißt, die Plantagenwirtschaft, die Exportlandwirtschaft, die den Entwicklungsländern in der Schuldknechtschaft aufgezwungen wird, führt zu Hunger, zu Tod.

Ich gebe ein Beispiel: Mali, ein uraltes Bauernland. 1 Mio. Quadratkilometer, sehr fruchtbarer Boden beidseits des Nigerflusses, jedenfalls hinauf bis Timbuktu, 10 Mio. Einwohner, uralte Bauernkulturen. Wirklich, die Bauern, die können etwas, sind kompetent, arbeiten: die Bambera, die Tukulor, die Haussa, die Zarma usw. Letztes Jahr hat Mali 380.000 Tonnen Baumwolle exportiert und musste 72 Prozent seiner Nahrung importieren. Vor allem Reis aus Kambodscha, aus Vietnam, aus Thailand. Und dieser Reis bleibt einen halben Monat, zwei Monate auf dem Meer. Die Preise sind alle „FOB", das heißt „Free On Board", also die Versicherung kommt noch dazu, die Abfahrtskontrolle kommt noch dazu, die Transportkosten kommen noch dazu. Das Beispiel Mali ist absolut paradigmatisch. Also: Der Weltwährungsfond und seine Strukturanpassungsprogramme sind sicher auch ein Grund für das Massaker.

Dann ein dritter Grund für das Massaker, das die bäuerliche Bevölkerung dieser Welt – die produzierende Bevölkerung dieser Welt – tötet und verwüstet, ist die EU-Agrarpolitik. Letztes Jahr haben alle Industrienationen zusammen für ihre Bauern 349 Milliarden Dollar an Produktions- und Exportsubventionen ausgegeben. Sie können also heute auf jedem afrikanischen Markt – je nach Saison – für ein Drittel oder die Hälfte des Preises gleichwertiger inländischer Agrarprodukte italienisches, französisches, deutsches, englisches Gemüse und Früchte kaufen. Und ein paar Kilometer weiter steht der Wolof- oder der Tukuleur-Bauer mit seiner Frau, seinen Kindern, rackert sich ab bis zum Umfallen vor Ermüdung, 14 Stunden am Tag unter brennender Sonne, und hat nicht die geringste Chance, ein menschenwürdiges Existenzminimum zu erringen.

Von 53 Staaten des afrikanischen Kontinents sind 37 praktisch reine Agrarstaaten. Beim EU-Agrardumping, das sich erklärt durch elektoralistische (wahltaktische) Überlegungen, geht es um strukturelle Gewalt: Wenn der Präsident Sarkozy die Chambre d'agriculture (Landwirtschaftskammer) in Frankreich verärgert, indem er die Exportsubvention streicht, dann ist er weg vom Fenster. Das Agrardumping ist mörderisch.

Von der ländlichen Bevölkerung sind 43 Prozent marktgebunden. Das heißt, deren eine Ernte genügt nicht, um bis zur zweiten Ernte zu überleben. Sie müssen also bereits die zweite Ernte mit Krediten belasten. 43 Prozent sind auf Markt-Zusatzkäufe angewiesen. Kausalitäten, die die ländliche Bevölkerung ruinieren, und Kausalitäten, die jede Bevölkerung zu Grunde richten, die in den Kanisterstädten lebt, die also keinen Zugang zur Produktion hat. 2,2 Milliarden Menschen leben nach Weltbankstatistik in extremster Armut unterhalb des Existenzminimums, haben nicht das absolut Nötigste zum Überleben. In den Favelas von Sao Paulo, in den Smokey Mountains von Manila, in den Kanisterstädten von Karatschi – dort muss das letzte Reiskorn gekauft werden. Zu Beginn des Jahres (2008) sind die Agrarpreise unglaublich in die Höhe geschnellt (sie sind gerade ein wenig zurückgegangen und wohl in Bewegung wie die anderen Börsenprodukte auch): Von Januar bis Juni ist der Weltmarktpreis für Reis um 83 Prozent gestiegen, für Weizen um 114 Prozent und für Mais um 110 Prozent. 70 Prozent ungefähr aller Nahrungsmittel auf der Welt sind die drei Grundnahrungsmittel: Reis, Weizen und Getreidemais. Alle diese Preise, Weltmarktpreise „Free On Board", sind explodiert und haben weitere Hunderte und Hunderte von Millionen Menschen in den Abgrund gerissen. Die Hungerzahlen, die wir dann im nächsten World Food Report für das Jahr 2008 lesen können, werden fürchterlich sein. Sie werden vielleicht ein Drittel höher sein als heute, glaubt die Weltbank.

Woher kommt die Verwüstung durch Weltmarktpreisexplosionen für Grundnahrungsmittel? Es gibt zwei evidente Kausalitäten: die Agrartreibstoffe und die Spekulation. Letztes Jahr haben die Vereinigten Staaten unter dem Bioethanol-Programm 138 Millionen Tonnen Mais verbrannt, ein Drittel der Maisernte, und Hunderte von Millionen Tonnen Weizen. Ich gebe nur ein Beispiel: Wenn Sie ein Bioethanol-getriebenes Auto mit einem 50-Liter-Tank haben und Sie füllen den Tank auf, müssen Sie dafür 358 Kilo Mais verbrennen. Mit 358 Kilo Mais lebt ein Kind in Sambia oder in Mexiko, wo der Mais Grundnahrungsmittel ist, ein Jahr lang. Ein Jahr lang! Also die Agrartreibstoffe, auch die der zweiten Generation, sind mörderisch. Die EU ist auf dem gleichen Weg: Im Jahr 2020 sollen 10 Prozent aller Treibstoffe in den 27 EU-Ländern pflanzlichen (im Original: „vegetal") und nicht mehr fossilen Ursprungs sein. Selbst die EU-Ökonomen sind einverstanden, müssen jedoch eingestehen: „Selbst wenn man in Europa das Brachlandverbot aufhebt, hätte die europäische Landwirtschaft nicht die Kapazität, Biotreibstoffe in der benötigten Menge zu liefern." Afrika, der von Hunger verwüstete Kontinent, müsste – um die europäische Mobilität zu sichern – die Rohstoffe für diese Agrartreibstoffe liefern.

Der zweite Grund ist die Spekulation. Die Finanzkrise hat ja schon im letzten November – Dezember (2007) angefangen. Die Hedge-Fonds sind abgewandert an die Chicago Stock Exchange, also an die weltgrößte, älteste Nahrungsmittel- und Agrarrohstoffbörse der Welt. Dort investiert man in gewohnter Manier Milliarden und Abermilliarden Spekulationskapital in Termingeschäfte, in so genannte Futures usw. Sie können jetzt schon die ganze Sojaernte vom nächsten September von Brasilien aufkaufen – zum festen Preis. In Genf gibt es die UNCTAT (United Nations Conference on Tariff and Trade), eine UNO-Organisation. Dort sitzt Prof. Heiner Flassbeck, Oskar Lafontaines ehemaliger Staatssekretär. Er ist jetzt dort Chefökonom und hat errechnet – in dem so genannten Flassbeck-Bericht vom 1. Juli 2008, der heute als autoritativ gilt – dass 37 Prozent (!) der Weltmarktpreissteigerung der drei genannten Grundnahrungsmittel reine Spekulationsgewinne sind. Punkt.

Die ganze neoliberale Theorie ist eine Lüge



Das Menschenrecht auf Nahrung wird bekämpft von den Vereinigten Staaten, von Großbritannien, von Australien, Kanada und von den Söldnern der Organisation des internationalen Finanzkapitals: der Weltbank, des Weltwährungsfonds und der Welthandelsorganisation. Und zwar prinzipiell bekämpft von allen Neoliberalen.

Eine Kapitalart hat sich autonomisiert: das Finanzkapital. Liberalisierung und Privatisierung sind unglaublich fortgeschritten. Das ist die so genannte Globalisierung. Laut Weltbankstatistik hat sich das Weltbruttosozialprodukt in der Zeit von 1992 bis 2002 mehr als verdoppelt und der Welthandel mehr als verdreifacht. Der Energieverbrauch verdoppelt sich alle vier Jahre. Aber gleichzeitig steigt der Hunger. Gleichzeitig wachsen die Leichenberge.

In Darfur ist ein fürchterlicher Vernichtungskrieg gegen den afrikanischen Bevölkerungsteil im Westen im Gang, gegen die Masalit, die Zaghawa und die Fur – verantwortet von dem islamistisch-diktatorischen Regime unter General Omar al-Bashir. 300.000 Menschen sind umgebracht worden und 2,2 Millionen „displaced persons" leben in siebzehn Lagern, die nach der Konvention der Vereinten Nationen von 1951 der Verantwortung der UNO unterstehen. Das heißt also, alle drei Tage kommen die weißen Lastwagen mit der UNO-Fahne in diese Lager, bringen Mehlsäcke, Reissäcke, Milchpulver, Wasser, Grundbasismedikamente usw. für diese Menschen. Die Leute leben also ausschließlich vom World Food Programm, dem Welternährungsprogramm. Die Tagesration für Erwachsene in den Camps beträgt heute 1.500 Kalorien. Das von der Weltgesundheitsorganisation festgesetzte Existenzminimum liegt jedoch bei 2.200 Kalorien. Die westlichen Staaten, die Industrienationen geben kein Geld mehr für die humanitäre Hilfe aus. Und die UNO redet nicht gern darüber. Ich sage es, weil die Leute es wissen sollen, in demokratischen Staaten muss man das wissen: Die UNO organisiert die Agonie des Hungers in den Lagern, auch in Somalia, auch in Nordkenia, wo die blau-weiße UNO-Flagge weht – dort, wo die UNO gemäß Völkerrecht verpflichtet ist, die Menschen am Leben zu erhalten. Also die ganze neoliberale Theorie ist eine reine „contrevérité", ich würde gern „Lüge" sagen, aber dann heißt es wieder, der ist ein dogmatischer Paleo-Marxist. Ich sage jetzt einmal: entspricht nicht der Wirklichkeit.

Ich habe in meinem Guatemala-Bericht einige Empfehlungen gegeben. In Guatemala leben 10 Millionen Einwohner, 5 Prozent ausländische und einheimische Großgrundbesitzer kontrollieren über 85 Prozent des bebaubaren Bodens. Auf der Sierra del Yucatán sehen die Mayafrauen mit 30 Jahren aus, als ob sie 80 wären: keine Zähne mehr, grauer Teint. Die Kinder haben Arme und Beine wie Zündhölzer. Eine meiner Empfehlungen in dem Bericht an die UNO war: Agrarreform in Guatemala und Schaffung eines Grundbuches. Es gibt nicht einmal ein Grundbuch seit 1825, also seit der Entstehung des postkolonialen Nationalstaates. Die Latifundias, die großen Besitzer schicken einfach die Pistoleros und wenn sie ein Mayadorf in Besitz nehmen wollen, dann erschießen sie ein paar Leute, die anderen fliehen. Und da habe ich Agrarreform und Grundbuch verlangt! Der amerikanische Botschafter ist auf mich losgegangen wie auf einen Aussätzigen und hat gesagt: „Wie können Sie! Diese Zeiten sind vorbei, wo die Diktatur den Markt beherrscht, wo Staaten in das Marktgeschehen eingreifen sollten!"

Wurde abgelehnt. Total abgelehnt. Ganz konkret. Das einzige, was ich da herausholen konnte, ist, dass die Weltbank jetzt vier Helikopter bezahlt, um wenigstens eine topografische Erfassung des Landes zu machen. Das sind die Voraussetzungen, damit vielleicht einmal im Jahr 3500 ein Grundbuch kommt und dann im Jahr 4000 eine Agrarreform.

Die 500 größten transnationalen Konzerne der Welt haben letztes Jahr 52 Prozent des Weltbruttosozialproduktes kontrolliert, also alle auf der Welt in einem Jahr produzierten Güter, Dienstleistungen, Patente, Kapitalien. Eine Macht, wie sie nie ein Kaiser, nie ein König, nie ein Papst auf diesem Planeten gehabt hat. Die Finanzoligarchien haben eine Macht, wie sie nie bestanden hat in der Geschichte der Menschheit ...

„Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir." (Immanuel Kant)
Natürlich, die Situation ist düster. Die Aussichten sind düster. Ein Beispiel: Am 12. Oktober (2008) sind im Élyséepalast die 15 Staats- und Regierungschefs der Eurozone unter dem Vorsitz von Frau Merkel und Nicolas Sarkozy zusammengekommen. Sie haben dreieinhalb Stunden getagt und sich geeinigt, 1.700 Milliarden Euro freizusetzen, zu mobilisieren und freizugeben für die Interbankenkredite sowie die Eigenkapitalrendite der Banken von drei auf fünf Prozent heraufzusetzen. 1.700 Milliarden! Die acht Milleniumsziele (inkl. Abschaffung – zuerst Halbierung und dann Abschaffung des Hungers), die die 192 Staatschefs der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im September 2000 zu Beginn des neuen Jahrtausends festgesetzt haben, würden pro Jahr 81 Milliarden Dollar kosten, auf fünf Jahre. Das sind etwa 1 Prozent der Riesensummen, die jetzt von den Eurozone-Staatschefs in die Bankruinen hineingeworfen werden – düstere Aussichten. Und natürlich: Die 81 Milliarden pro Jahr bekommt niemand aus eben jenen Staaten, die 1.700 Milliarden für ihre spekulierenden Bankhalunken freisetzen. Das ist eine düstere Aussicht.

Die mörderische Weltordnung des Raubtierkapitalismus kann gebrochen werden

Georges Bernanos, der französische (Schriftsteller),hat gesagt: „Dieu n'a pas d'autres mains, de le nôtre" – Gott hat keine anderen Hände als die unseren. Entweder wir ändern diese Welt oder sonst tut es niemand. Der moralische Imperativ muss organisiert werden und er wird organisiert. Die planetarische Zivilgesellschaft ist im Entstehen, das neue historische Subjekt ist in der Genesis – steht an seinem Beginn. In Wien gibt es eine unglaublich aktive Attac-Sektion. Die habe ich in Heiligendamm letztes Jahr kennen gelernt. Heiligendamm, die G-8-Staatschefs hinter Stacheldraht. Ein Unterseeboot, Polizeihelikopter, 12.000 schwer bewaffnete Polizisten vor diesem Hotelkasten – von Wilhelm II. an die baltische See gesetzt – und jenseits des Stacheldrahtes Mecklenburgs die Zelte von 180.000 Menschen: Gewerkschafter, links, rechts. Alles, was sie wollen, alle Altersklassen, aus 41 Ländern, die gesagt haben: „So eine Welt nicht, wie ihr sie da fabriziert".

Am 22. bis 28. Januar kommen wir zusammen zum neuen Weltsozialforum in Belém do Pará, im Norden Brasiliens. Die planetarische Zivilgesellschaft – die gibt es, sie ist ein identifizierbares, historisches Subjekt! Das ist kein vages Projekt, sondern Bewegungen, die sich langsam koordinieren, wie eine lebendes Internet, die wachsen und getragen sind ausschließlich vom moralischen Imperativ. Nicht von einer politischen Theorie. Es gibt kein Zentralsekretariat, es gibt keinen Vorstand, es gibt kein Programm, das man verteidigen kann. Nichts.

Es sind Leute, die im Kampf stehen: Frauen für die Gleichberechtigung, Katholiken in Köln für die Entschuldung, Attac für die Tobin-Steuer – also die Anti-Spekulationssteuer – Greenpeace für die Erhaltung der Natur, die noch vorhanden ist usw. usw. Es sind die Widerstandsfronten, die sich in diesen sozialen Bewegungen mobilisieren. Aber die so mächtig sind, dass heute keine Welthandelskonferenz mehr auf europäischem Boden stattfinden kann. Das muss man auch wieder sagen: In Seattle war das letzte Mal (stürmischer Applaus).

Jeder redet von der Doha-Runde. Jetzt soll die EU die Sache zum Abschluss bringen. 2001 war die letzte Verhandlungsrunde. Die Doha-Runde ist jetzt gestoppt, sie ist paralysiert wegen des Agrarabkommens. Doha, wissen Sie wo das ist? Ich habe das nämlich nicht gewusst. Das ist ein absolut obskures Scheichtum im Persischen Golf (Katar). Wo Menschenrechte nicht einmal im Flüsterton erwähnt werden können. Da gibt es eine Insel – dazu noch mit Kriegsschiffen umgeben. Dort wurde die letzte Welthandelskonferenz, die Doha-Runde beschlossen. Nach Doha müssen die heute, die Herren der Welt. Nach Doha! Verstehen Sie? Das zeigt deren demokratische Legitimität. Die ist nämlich null.

Ich will zum Schluss kommen. Ich möchte, dass Sie mir glauben, dass dieses historische Subjekt heute eine soziale Kraft ist und wächst und kumulative Kraft hat. Die Koordination wird immer stärker, und zwar jenseits von Parteien, Gewerkschaften usw. Diese planetarische Zivilgesellschaft ist die Hoffnung im theoretischen Klassenkampf, wie Sartre sagt; das sind die neuen Bewusstseinsinhalte wie im praktischen Klassenkampf, nämlich dem Kampf um die Herrschaftsbeziehungen, wie sie tatsächlich auf dieser Welt sind.

Willy Brandt – ich war lange Zeit im Büro der sozialistischen Internationale, die jetzt ein ziemlich verkommener Haufen ist, aber sie war unter Willy Brandt eine großartige Kraft, die älteste internationale politische Organisation der Welt. Karl Marx war der erste Generalsekretär. Und Willy Brandt – der leider im September 1992 gestorben ist – hat uns immer gesagt: „Wenn ihr öffentlich redet, was immer ihr auch sagt", die Analyse muss ja stimmen, auch wenn sie absolut düster ist, „am Schluss muss Hoffnung sein. Keiner darf aus dem Saal ohne Hoffnung gehen."



Und drum schließe ich jetzt mit dem letzten Vers vom „Canto General" von Pablo Neruda. Am 11. September 1973 ist Salvador Allende gestorben in der brennenden Moneda, im Präsidentenpalast von Santiago. Einen Monat später, vor Kummer und Verzweiflung, ist sein intimster Freund, Pablo Neruda, der Dichter, auf der Isla Negra gestorben und der letzte Vers des Canto General, dieses unglaublichen epischen Gedichtes heißt: „Podrán cortar todas las flores, pero no podrán detener la primavera."

Sie – unsere Feinde – können alle Blumen abschneiden, aber den Frühling werden sie nie aufhalten können.

Ich danke Euch.



Auszüge aus der Wiener Rede – transkribiert, überarbeitet und gekürzt: Redaktion HINTERGRUND

Jean Ziegler sprach am 18. November 2008 im Festsaal des Wiener Rathauses vor 2.500 Gästen im Rahmen der „Wiener Vorlesungen". Veranstalter war die Kulturabteilung der Stadt Wien.

Jean Ziegler ist Soziologe, Politiker und Sachbuchautor. Bis zu seiner Emeritierung im Mai 2002 war er Professor für Soziologie an der Universität Genf und ständiger Gastprofessor an der Sorbonne in Paris. Er war bis 1999 Abgeordneter im Nationalrat des Schweizer Parlaments, von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter. Am 26.3.2008 wurde Jean Ziegler in den Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats gewählt.

Quelle: Hintergrund

[Link] [Cache]
Sylvester auf Radio Utopie: Der grosse Fatsby lädt zu Musikwünschen
12/31/2008 07:05 AM


Der Beginn von 2009 wird auf Radio Utopie von einer Sondersendung eingeläutet. Der grosse Fatsby wird als DJ durch den Abend des Jahres zu begleiten, es verspricht eine Nacht der grossen Unterhaltung zu werden.


Damit es für jeden auch die Nacht der ganz persönlichen grossen Songs wird, lädt Der grosse Fatsby auf Radio Utopie zum Wunschkonzert, wie anno dazumal Werner Reinke mit den Perlen von alten Sendungen im Hessischen Rundfunk. Die Titel mit den meisten Stimmen werden natürlich ganz am Schluss, vor Sylvester gespielt.


Mehr lesen [Link] [Cache]
Politprofiler: Neujahrsansprache der Kanzlerin 2008/2009
12/31/2008 05:38 AM
Hallo,

ich erlaube mir, die Neujahrsansprache unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel für 2008/2009 mit kurzen Kommentaren auszuschmücken. Die Rede lädt dazu ein, denn 2009 geht es um viel. Es geht um den EU-Vertrag, die Bundestagswahl und vor allem um unser aller Leben nach dieser Krise. Die Politik hat einiges mit uns vor und redet ständig von einer Weltordnung.


"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Jahreswechsel ist die Zeit, einmal Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Was war Ihnen in diesem Jahr wichtig? Ein lang gehegter Wunsch? Die Sorge um einen lieben Menschen? Die Geburt eines eigenen Kindes? Die berufliche Zukunft? Die Zeit für Familie und Freunde?

Oder sich einfach nur kurz bewusst zu machen, welch großes Glück es für uns ist, in Frieden und Sicherheit zu leben? Viele andere, zum Beispiel die Menschen im Nahen Osten, gäben viel dafür.

Also nicht jammern - anderen geht es viel schlechter! Oh - weiter im Thema.

Wir sehen das mit neuer Dramatik wieder in diesen Tagen. Ursache und Wirkung der gegenwärtigen Kämpfe dürfen nicht vergessen werden.

( Welche Kräfte? Welche Wirkung? ) - Es gibt also Kräfte, die Ursachen auslösen, damit es zu einem Krieg wie im GAZA-Streifen kommt?)

Der Terror der Hamas kann nicht akzeptiert werden. Aber vergessen dürfen wir auch nicht, dass es im Interesse der Menschen auf beiden Seiten keine vernünftige Alternative zu dem friedlichen Zusammenleben von Israelis und Palästinensern in zwei Staaten gibt.

Noch mal! Es gibt keine vernünftige Alternative des Friedens für beide Seiten? D. h. einer muss bis zum bitteren Ende besiegt werden?


Was immer die Bundesregierung dazu an Unterstützung geben kann, das wird sie tun.

Hier die Unterstützungszusagen unserer Kanzlerin vor der Knesset 2008:





Gemessen an den Sorgen der Opfer von Kriegen und Gewalt muten unsere Probleme in Deutschland vergleichsweise gering an. Dennoch ist das kein Grund, in unseren Anstrengungen für unser Land nachzulassen.

Vieles von dem, was 2008 wichtig war, bleibt es auch 2009. Das ist im eigenen Leben genauso wie in der Politik.

Deshalb steht für mich auch im kommenden Jahr an erster Stelle, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Gerade hier ist Deutschland in den vergangenen drei Jahren gut vorangekommen. Es gibt heute mehr Erwerbstätige als je zuvor.

Mehr Erwerbstätige gibt es schon, aber mehr Mini-, Kombi- und Niedriglohnjobs, doch so differenziert will die Statistik der Bundesregierung nicht unterscheiden.

Auch die Sozialversicherungen sind stabiler geworden und die Staatsfinanzen solider. Die Familien wurden gestärkt. Unsere Unternehmen sind wettbewerbsfähiger und unsere Schulen und Universitäten erfolgreicher.

Deutschland ist Integrationsland und wird für immer mehr Migrantinnen und Migranten Heimat.

Das alles sind gute Gründe für Zuversicht. Das alles sind Gründe, auf Deutschlands Kraft und Stärken zu vertrauen. Vertrauen auf das, was wir können, ist gerade jetzt wichtig.

Denn die weltweite Krise berührt auch Deutschland. Finanzielle Exzesse ohne soziales Verantwortungsbewusstsein, das Verlieren von Maß und Mitte mancher Banker und Manager - wahrlich nicht aller, aber mancher - das hat die Welt in diese Krise geführt. Die Welt hat über ihre Verhältnisse gelebt.

Nur wenn wir diese Ursachen benennen, können wir die Welt aus dieser Krise führen. Dazu brauchen wir klare Grundsätze: Der Staat ist der Hüter der wirtschaftlichen und sozialen Ordnung. Der Wettbewerb braucht Augenmaß und soziale Verantwortung. Das sind die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft. Sie gelten bei uns, aber das reicht nicht.

Diese Prinzipien müssen weltweit beachtet werden. Erst das wird die Welt aus dieser Krise führen. Die Welt ist dabei, diese Lektion zu lernen.

Will Merkel die Neue Weltordnung schreiben?


Und das ist die Chance, die in dieser Krise steckt, die Chance für internationale Regeln, die sich an den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft orientieren.

Ich werde nicht locker lassen, bis wir solche Regeln erreicht haben.

Also will sie unbedingt die Neue Weltordnung (NWO)!


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

diese Krise kann nur weltweit gelöst werden, aber natürlich leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu.

Die Bundesregierung handelt umfassend und entschlossen. Aber ich entscheide nicht danach, wer gerade am lautesten ruft.

Denn es ist Ihr Geld, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das Geld der Steuerzahler, für das wir in der Politik Verantwortung tragen.

Das hat sie doch schon lange ausgegeben und jetzt will sie noch mehr. Das ist positive Motivation - damit wir mit den letzten Kröten auch noch bereit stehen.


Deshalb ist unser Maßstab für alle weiteren Entscheidungen so einfach wie eindeutig: Wir machen das, was Arbeitsplätze sichert und schafft, egal ob in kleinen oder in mittleren oder in großen Unternehmen. Arbeit für die Menschen - das ist der Maßstab unseres Handelns.

Das erzählt sie doch schon seit 2005 - und es gibt nur mehr Leiharbeiter, Minijober und Praktikanten.


Deshalb müssen wir zuallererst sicherstellen, dass unsere Betriebe Zugang zu den notwendigen Krediten haben. Der Staat muss hier einspringen, wenn die Banken ihre Aufgaben nicht erfüllen.

Oh - jetzt versteht ich. Pleitefirmen werden mit staatlichen Geldern am Leben erhalten - damit die Mitbewerber keine neuen Arbeitsplätze schaffen können.


Darüber hinaus werden wir zusätzliche Mittel in Zukunftsinvestitionen stecken. Wir werden Straßen und Schienen ausbauen, aber vor allem moderne Wege der Kommunikation, insbesondere auf dem Land.

Hatten wir das nicht schon einmal ? - aber das waren keine Straßen, sondern Autobahnen.


Wir investieren noch mehr in Schulen, Hochschulen und Universitäten.

Das ist doch leicht - bis jetzt gab es so gut wie keine Investitionen, sondern nur Studiengelder aus den Taschen der Studenten bzw. deren Eltern oder gleich von den Studenten als Kredit.


Das ist Politik für die nächste Generation. Und wir werden bei allem, was wir tun, nicht alte Fehler wiederholen und Wirtschaft und Umwelt gegeneinander ausspielen. Wirtschaft und Klimaschutz, Klimaschutz und Wirtschaft - das geht zusammen, wenn man es nur will. Und wir wollen es. Und wir wollen unseren Fachkräften in den Betrieben eine Brücke bauen, um die schwierige Zeit zu überwinden. Politische Unterstützung der Kurzarbeit und Qualifikation der Mitarbeiter werden verstärkt.

Und wo immer es im Blick auf die nächste Generation verantwortbar ist, werden wir alle, die Steuern und Abgaben zahlen, entlasten.

Das alles stärkt unser Land. Wir handeln schnell und wir denken dabei an die kommenden Generationen. Das ist der Geist, mit dem Deutschland das Jahr 2009 meistern wird.

Meine Devise ist: Wir wollen die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise nicht einfach überstehen. Wir wollen stärker aus ihr herausgehen, als wir hineingekommen sind. Das geht, das können wir gemeinsam schaffen!

Ich habe die wichtigsten Gruppen aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, den Banken, den Gewerkschaften, den Bundesländern und den Kommunen zusammengerufen und mit ihnen beraten. Ich habe dabei einen neuen Geist gespürt: Verantwortung für das Ganze. Verantwortung für unser Land.

In der Krise zeigt sich der Gemeinsinn. Dieser Gemeinsinn kann uns jetzt überall voranbringen. Mitte Januar werden wir entscheiden und dann schnell umsetzen.

Ich werde mich im nächsten Jahr regelmäßig mit allen Verantwortlichen treffen und überprüfen, wie wirksam die beschlossenen Maßnahmen sind. Dazu gehört für mich auch, die führenden Vertreter der Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag persönlich zu unterrichten.

Auch wenn das kommende Jahr ein Superwahljahr mit der Europawahl, mit mehreren Landtags- und Kommunalwahlen und der Bundestagswahl sein wird, so fühlen wir uns doch in weiten Teilen über die Grenzen der Parteien hinweg unserem Land verpflichtet. Das jedenfalls spüre ich in vielen Gesprächen.

Mit wem redet Angela Merkel?


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir Deutschen haben schon ganz andere Herausforderungen gemeistert, im kommenden Jahr werden wir uns daran erinnern.

Meint sie damit den I. und II WK? Daran bezahlen wir noch heute?


Wir haben das zerstörte Deutschland nach dem Krieg aufgebaut und fest in Europa verankert. 2009 feiern wir den 60. Geburtstag der Bundesrepublik und mit dem Grundgesetz die freiheitlichste und gerechteste Ordnung, die Deutschland je hatte.

Wir haben die Einheit in Freiheit erreicht. 2009 feiern wir den 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer. Vor 20 Jahren stand unser Land vor der Aufgabe, die Folgen der sozialistischen Planwirtschaft zu beseitigen. Auch wenn ohne Zweifel noch viel zu tun bleibt, so sind wir alles in allem doch ein gewaltiges Stück vorangekommen.

Und auch das gelang in einer gemeinschaftlichen Anstrengung. Ich kenne viele Menschen, die sich etwas zutrauen und anpacken, in Ost wie West.

Meint sie damit LIZ MOHN (Bertelsmann-Stiftung) und Frieda Springer?


Wir können uns viel zutrauen und gemeinsam noch mehr erreichen.

Ich bin überzeugt davon: Wenn sich auch im kommenden Jahr jeder an seiner Stelle für etwas einsetzt, das für ihn in diesem Land besonders liebens- oder lebenswert ist, dann wird es uns allen noch besser gehen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wünsche Ihnen, dass Sie alles in allem mit Dankbarkeit auf das vergangene Jahr zurücksehen können. All denen, die in diesem Jahr mit Sorgen und mit Trauer leben mussten, wünsche ich Trost und Kraft, um den Beginn des neuen Jahres mit neuer Zuversicht begehen zu können.

Ich wünsche Ihnen allen ein erfülltes, ein glückliches und ein gesegnetes Jahr 2009."[Link] [Cache]
Duckhome: Andrian Kreye - Das Internet ist schuld an der Finanzkrise
12/31/2008 05:29 AM


Die Laufburschen des Neoliberalismus, die sogenannten Journalisten sind sich zwar für keine Idiotie zu schade, aber Andrian Kreye schafft in der immer mehr verblödenden Süddeutschen den absoluten Höhepunkt. Neben vielerlei pseudowissenschaftlichen Zitaten bleibt folgender Kernsatz.


Die Krise des Finanzsystems scheint Surowieckis These nun drastisch zu widerlegen. Ist der Zusammenbruch der Finanzmärkte nicht der Beweis für die Unfähigkeit der Kollektive, vernünftig zu handeln?


Dazu muss man wissen, dass James Surowiecki von "Der Weisheit der Vielen" sprach und damit meinte, dass die Mehrheitsmeinung fast immer richtig liege, wenn nur die Masse der Entscheidenden groß genug sei.

Genau an diesem Punkt versucht Andrian Kreye seine große Täuschung unterzubringen. Er tut ganz einfach so, als ob die Mehrheit der Menschheit, oder die Leute im Internet, an der Entscheidung, ob es zu einer Finanzkrise kommen könne, mitgewirkt habe. Dies ist nicht der Fall. Totholzdidaktiker wie Andrian Kreye haben stets das Loblied des ungehemmten Raubtierkapitalismus gesungen. Sich gefreut über jeden Cent, der der Alleinerziehenden gestohlen wurde.

Es waren die gekauften und verkommenen Journalisten, die jeder Missgeburt an neuen Zertifikaten und wertlosem Schund als Wertpapier fröhlich zugestimmt haben. So wie sie in der Dot.com.Tod-Blase jeden Exzess bejubelten. Andrian Kreye baut jetzt an der Lügenmauer, hinter der die wirklich Verantwortlichen verschwinden wollen. Sicher tut er das für gutes Geld. Aber er darf sich seine Lügen gerne wieder in den Hals stopfen. Die Menschen wurden nie gefragt, höchstens belogen, aber nie informiert. Andrian Kreye würde eine Information wahrscheinlich nicht einmal erkennen, wenn sie ihn beißt.

Allerdings hat er auch keine Wahl. Die Süddeutsche lebt von den Anzeigen des Großkapitals. Wer Ackermanns Brot isst, der muss auch Ackermanns Lied singen. Sie haben sich selbst gefangen, weil sie den Hals nicht vollkriegen konnten. Die Totholzmedien, aber auch die Sender haben kein Interesse mehr an Wahrheit. Es geht nur um Werbung mit Begleittext oder Begleitfilmen.

Das ändert aber nichts daran, dass die Schuldigen für die Weltwirtschaftskrise bekannt sind. Ein Horst Köhler, der alle Bremsen aus dem Finanzsystem nahm, und ein Ackermann, der 25 bis 35 Prozent Rendite wollte, obwohl er wusste, dass solche Renditen nur aus Betrug oder Schulden stammen können. Die restlichen Bankster um diese beiden Führer herum sowie das Großkapital haben gerne mitgemacht. Die Politik hat sich wie die Medien kaufen lassen.

Aber das ist eine Wahrheit, die Andrian Kreye in der Süddeutschen nie schreiben dürfte. Er ist mit diesem Blättchen für dümmliche Propaganda zuständig. Mehr wird er wohl auch nicht können.


[Link] [Cache]
Duckhome: Klimawandel, Sonnenflecken und Merkels Unlust
12/31/2008 05:29 AM


Angela Merkel hat die Lust am Klimawandel verloren. Die Reisekanzlerin und Schönwetterstaatsmännin steht schon bei der kleinsten Krise kotzend an der Reeling. Nun gut, das war nicht anders zu erwarten. Endlich hat Deutschland seine angestammte Merkel wieder. Da hängen die Mundwinkel und die Tränensäcke, sie sieht wieder so beschissen aus, wie sie regiert. Das erste ihrer Jahrtausendprojekte, das sie nun in der Weltwirtschaftskrise über die Klinge springen lässt, ist die Sache mit dem Klimawandel.

Der wird jetzt einfach geleugnet. Zwar blubbert sie noch ein wenig von Anstrengungen, aber der Klimawandel ist weg von ihrer Agenda, wie so ziemlich alles, was Arbeit und Überzeugungsmaßnahmen bedeutet. Allerdings scheint sich die Natur nicht allzusehr um ihre Ansichten zu kümmern. Alle Beobachtungsdaten sprechen von einer messbaren Erderwärmung im Verhältnis zu den Daten, die die Menschen früher erhoben haben.

Daneben gibt es Klimadaten aus Eisbohrkernen, die zwar immer wieder auch Warmphasen aufzeigen, aber keine Wechsel in der aktuellen Geschwindigkeit. Wir reden über Zeiträume von weniger als 60 Jahren, die sich vermutlich noch verkürzen werden. Tatsächlich gab es beim Wechsel vom 23. zum 24. Sonnenfleckenzyklus sowenig Aktivität auf der Sonne wie seit 50 Jahren nicht mehr. Genaueres dazu und ein paar weitere Erklärungen finden sich bei Ludmila Carone auf ihrem Blog "Hinterm Mond gleich links".

Dummerweise ist das Abschmelzen des Polareises aber nicht dadurch zu erklären, dass die Sonne einfach wärmer strahlt. Diese Entwicklung sehen wir nämlich schon seit langem. So schildert ein Bericht von news.ch bereits im März 2000 die bedrohliche Lage.

So sei das arktische See-Eis, das ungefähr eine Fläche von der Größe der USA bedeckt, zwischen 1978 und 1996 etwa um sechs Prozent geschrumpft. Das bedeute einen Verlust von 34 300 Quadratkilometern pro Jahr, was etwa einem Gebiet von der Größe der Niederlande entspreche. Das See-Eis ist Worldwatch zufolge seit den sechziger und siebziger Jahren auch «dramatisch» dünner geworden. Zwischen diesem Zeitraum und 1995 sei der Durchmesser von 3,1 auf 1,8 Meter zurückgegangen. Das arktische Grönland-Eis, die größte Massierung von Eis auf dem Land außerhalb der Antarktis, habe an seinen südlichen und östlichen Rändern seit 1993 zum Teil pro Jahr einen Meter an Durchmesser verloren. Die massive antarktische Eisschicht mit einer durchschnittlichen Dicke von 2,3 Kilometern schmelze ebenfalls in einem wachsenden Tempo.

Das Institut warnt vor einem bedeutenden Klimawandel im Fall eines Verschwindens der Eisschichten. Demnach schrumpfen auch die Gletscher in einem alarmierenden Ausmass. So habe der World Glacier Monitoring Service, der die Entwicklung ständig verfolgt, «extreme Verluste» in den Jahren 1997 und 1998 registriert. Wissenschaftler sagten voraus, dass bis 2050 bis zu einem Viertel der Berggletscher-Masse auf der Erde verschwunden sein könnte.


Das könnte können wir heute durchaus streichen. Bei den Gletschern steht die Entwicklung fest. Aber auch über das Polareis gibt es nichts Gutes zu berichten. Der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung und Bundesklimaschutzbeauftragte, Hans Joachim Schellnhuber, warnt davor, dass sich der Rückgang des arktischen Meereises stark beschleunigt.

Dieser Rückgang birgt übrigens nicht nur das Problem, dass der Meerespiegel um bis zu sieben Meter steigen könnte, viel schlimmer ist die schnellere Erwärmung der Erde, wenn das Meereis nicht die Sonnenstrahlen reflektiert. Wasser würde die Wärme einfach aufnehmen. Wir haben also ein Problem, das sich selbst verstärkt. Da mag es vielleicht ein wenig helfen, wenn jetzt wieder mehr Sonnenflecken kommen, aber das zögert bestenfalls das Problem ein wenig hinaus.

Natürlich wird uns auch die Weltwirtschaftskrise und die schon erkennbare Rezession helfen. Weltweit wird die Produktion so deutlich zurückgehen, dass automatisch einige Klimaziele erreicht werden. Das ist allerdings kein Grund sich auszuruhen. Selbst wenn die Rezession zehn Jahre dauert, ist auch sie nur ein Aufschub.

Natürlich könnten wir zusehen. Tschüss Halligen, tschüss Nordseeinseln und tschüss Bangladesh. Gerade in in Bangladesh sind die Folgen ja heute schon zu besichtigen. Myanmar ist bekannt. Was mag wohl von den Küsten Thailands übrigbleiben oder von denen der USA? Ach ja, die Niederlande. Die dürften wohl schnell in ihren Wohnwagen zu uns ins Trockene reisen.

Die paar Niederländer wären kein Problem für Deutschland. Aber was ist mit den Milliarden Flüchtlingen überall auf der Welt? Was ist, wenn Afrika vollständig trocken fällt und die Mittelmeerregion unbewohnbar wird? Gut. Machen wir es wie die Merkel. Machen wir die Augen zu! Vielleicht sind wir ja schon tot, wenn es losgeht. Gegen das, was da auf uns zukommt, ist die Weltwirtschaftskrise nicht mehr als ein müder Witz.


[Link] [Cache]
"SOS Abendland" 3: Fehlende Empfehlungen [DE]
12/31/2008 05:10 AM

Wenn man einen Bestseller erzeugen möchte, soll es Empfehlungen geben. Mit "SOS Abendland" hatte Udo Ulfkotte Schwierigkeiten.

Zwar gab es eine Empfehlung von Ralph Giordano, der sagte dass er beeindruckt war von den vielen Quellen die Udos Meinung unterstützten siehe Udos Webseite, wo es einen Text Giordanos gab, der jetzt verschwunden ist . Irgendwie hat es mit ihm nicht geklappt. Vielleicht hatte der Alte denn doch gesehen, dass es sich nur um schlecht verarbeiteten Sekundärquellen handelt?

Wie es auch sein mag, Ulfkotte und Kopp Verlag hatten Not an einem "Empfehler". Weil es so Jemand nicht in Deutschland gab, warum nicht in die Schweiz?

Der freie Journalist Beat Stauffer schreibt zuweilen in der Zürcher Zeitung. Er kennt sich aus in den heutigen Diskussionen im Islam. Ich las ein gutes Interview von ihm mit einer progressiven muslimischer Frau aus Tunesien. Er ist, wenn ich mich nicht irre, ein Experte der modernen Islam. Aber kennt er sich auch aus in der Welt der Islambashern? Absolut nicht!

Herr Stauffer ist ein Protagonist eines modernisierten Islams. Von den absoluten Islamgegnern wie Udo Ulfkotte, hat er nichts. Die Schweinefleisch-Artikel des Dr. Ulfkotte hat er kaum gelesen.

Ein "Testimonium Paupertatis", Herr ulfkotte! Übersetzt aus dem Lateinischen für Dr. Ulfkotte: "Ein Zeugniss der Armut" . Armut an Empfiehlern. Unter den Spiegel-Bestsellern steht das Buch jetzt auf Platz 43. Bei Amazon.de ist es fast verschwunden aus der Liste. Nur bei "Esoterik" steht es auf Platz drei...

[Link] [Cache]
Radio Utopie: Weitere Termine zu Protestaktionen gegen den unmenschlichen Krieg im Gaza-Gefängnis
12/31/2008 05:05 AM

Der Krieg Israels gegen die Bewohner des Gaza-Streifens wird fortgeführt werden. Israel lehnte gestern eine Forderung zur Waffenruhe ab, die als Ergebnis des Treffens des Nahost-Quartetts mit Vertretern von UN, EU, Russland und den USA formuliert wurde.


Mehr lesen [Link] [Cache]
Kein Herz für Kinder oder: Wie man "Verbesserungen" kostenneutral gestaltet
12/31/2008 03:19 AM
Es dürfte bekannt sein, dass die Bundesregierung im kommenden Jahr das Kindergeld für die ersten zwei Kinder um 10 Euro und für jedes weitere Kind um 16 Euro im Monat erhöht. Vielleicht nicht ganz so bekannt ist vielleicht die Tatsache, dass Kinder von ALG2-Empfängern nicht in den Genuss dieser Erhöhung kommen werden, da ihnen das Kindergeld als "Einkommen" angerechnet und der Regelsatz entsprechend gekürzt wird.

Doch damit nicht genug: ab Januar 2009 darf zudem damit gerechnet werden, dass die Kosten für Schulspeisungen um rund 10% steigen werden.

Grund für die Preissteigerung ist eine Verfügung des Bundesfinanzministeriums von Mitte Oktober. Demnach werden ab Jahresbeginn 2009 auch Produktion und Lieferung der Schulspeisung mit einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent besteuert - bisher waren nur sieben Prozent Mehrwertsteuer fällig. "Dadurch wird unser Essen um 15 bis 20 Cent pro Tag teurer werden", sagte gestern Wolfgang Bischoff, Geschäftsführer der Sunshine Catering GmbH,
[...]
Bischoff räumte ein, dass eine Preiserhöhung vor allem Geringverdiener und Hartz-IV-Eltern treffen würde. "Das sind gut vier Euro pro Monat", so Bischoff. Bei mehreren Kindern summiere sich das.

Zwar heißt es in der Berliner Zeitung vom 30.12. 2008 weiter, dass die Bezirke die Kosten teilweise übernehmen wollen würden, konkret dazu bereit erklärt hat sich bislang aber nur der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Marzahn-Hellersdorf jedoch versucht es mit einem rechtlichen Kniff: Dort will man nun zwei separate Verträge mit dem jeweiligen Essensanbieter machen - einen für Produktion und Lieferung sowie einen für den Service vor Ort. Auf diese Weise würden für die Herstellung weiter nur sieben Prozent Mehrwertsteuer anfallen.
Quelle: Berliner Zeitung

Einrichtungen wie die Arche, werden da fuer das kommende Jahr wohl mit stark erhöhter Nachfrage rechnen dürfen.

Mehr zum Thema: Neues Deutschland vom 31.12.2008

[Link] [Cache]
Wut!: Zum Fest des Kalenderwechsels…
12/31/2008 03:06 AM

…mit seinen vielen, sehr abergläubischen Ritualen, denen allein deshalb eine besondere Kraft zugesprochen wird, weil eine Konvention der Zeitmessung zur Zählung eines neuen Jahres führt, entsteht unter den Bedingungen allgemeiner Verelendung in der BRD ein großer Markt für allerlei idiotische Trostworte für eine großartige Zukunft, in der das Geld vom Himmel regnet:

 Zum Vergrößern klicken! - Antworten Sie schnell, es ist wirklich ganz wichtig! Wurden Sie zwischen dem 8. Juni 1932 und dem 26. November 1969 geboren? Ja? Denn lesen Sie die folgenden Zeilen bitte ganz aufmerksam, denn Maria Duval möchten Ihnen sehr wichtige Dinge offenbaren!

Zumindest, wenn man im richtigen Zeitraum geboren wurde. Inhaltlich ist das am Fließband erbrachte Prophezeihen dieser “überaus berühmten Hellseherin” namens Maria Duval fast so fundiert wie die Worte der in Kürze vom Staatsfernsehen der BRD übertragenen Neujahrsansprache unserer Kanzlerin, die in wenigen Stunden jedem Denkenden den Tag verderben werden, wenn er kurz hineinhört oder diesen Blah aus leeren Worthülsen und Durchhalteparolen in seinem tausendfachen Echo irgendwo liest. Und noch eine Gemeinsamkeit gibt es: Es ist zunächst einmal kostenlos, aber wenn man erst einmal so richtig darauf hereingefallen ist, dann wird ganz fett zugelangt. :mrgreen:

Hier ist jedenfalls meine Prophetie an alle Menschen: Du wirst sterben!

Und deshalb tust du gut daran, wenn du dich nicht in eine unbestimmte Zeit vertrösten lässt, sondern dein Lebensrecht jetzt und heute einforderst. Es gibt erst einmal keinen anderen Moment, in dem du lebst.

Posted in Aberglaube, Armut, Ödnis, Betrug, Bilder, Dummheit, Geld&Unsinn, Lüge, Lebensschaden, Medien, Norm&Wahn, Realsatire, S.A.A.R.T., Verdummung, Werbung
[Link] [Cache]
murdelta: creative commons music 72 //das kraftfuttermischwerk live @ 25c3
12/31/2008 02:56 AM

vorgestern abend noch live in der lounge beim 25c3 genossen und jetzt online - neues live-material vom kraftfuttermischwerk.
anhoeren!

zum release: das kraftfuttermischwerk live @ 25c3
[direktdownload | .mp3/130min/179mb]

[Link] [Cache]
Lumières dans la nuit: Zum Tierarzt
12/31/2008 02:49 AM

Wenn ein Mensch krank wird, sollte er besser zum Tierarzt – am besten zum Tierarzt für Klein- und Haustiere – gehen, nicht zum »Menschenarzt«, denn beim Tierarzt würde er um vieles menschlicher behandelt. Er erhielte vor und während aller oft unangenehmen Behandlungen, denen er doch eher machtlos und ohne jedes wirkliche Verständnis ausgeliefert ist, einen zwar professionell stereotypen, aber dabei doch warm gemeinten Zuspruch, was für ein tapferes, braves und hübsches Wesen er sei, und diese Worte würden durch begleitend verabreichtes Streicheln fühlbar zweiarmig gemacht werden. Bei aller eingeschliffener Routine wirkt dieses Verhalten von Tierärzten doch niemals zynisch. Kein »Menschenarzt« betrachtet seine Patienten in seiner Praxis neben der Sicht als Ansammlung kranker Organe und abweichender Laborwerte so sehr als psychisches Wesen, wie es ein solcher Tierarzt mit den doch vieles unbewussteren und dumpferen kleinen Haustieren tut. Und noch eines hat der Tierarzt dem »Menschenarzte« voraus: Er nimmt es hin, dass seine »Kunst« an ein Ende gerät, dass eine Lage so hoffnungslos ist, dass der Tod für das kranke Tier nur noch Erlösung bedeutet und führt in aller professioneller Liebe eine Einschläferung durch, um auch darin das sterbende Tier mit Streicheln und Zuspruch zu begleiten. Der »Menschenarzt« hingegen, er versucht, das qualvolle Krepieren so weit es geht in die Länge zu ziehen, vielleicht auch, weil langwieriges Kranksein ein gutes Geschäft für ihn ist.

Mit Gruß an F. und M. und auch an G.

[Link] [Cache]
Querschüsse: "S&P Case Shiller und Verbrauchervertrauen mit neuen Tiefs"
12/31/2008 01:35 AM
Die stark fallenden Immobilienpreise in den USA höhlen die Vermögen der privaten Haushalte aus und koppeln direkt zurück auf das Konsumverhalten der Amerikaner. Reloaded: "Erstanträge, Konsumausgaben und andere Überraschungen"

Auch die heutigen neuen Daten zum S&P/Case-Shiller Häuserpreisindex für den Monat Oktober zeigen, dass immer noch kein Ende der Immobilienkrise in Sicht ist und die USA sich mitten in einer schweren Rezession befinden! Mit neuen Rekordeinbrüchen wartet der Immobilien-Preisindex auf. Der 10 Metropolen-Index ging mit -19,1% im Oktober 2008 auf Talfahrt, im Vergleich zum Vorjahresmonat! Der 20 Metropolen-Index sackte um gewaltige -18,0% zum Vorjahr ab!

> Der 10-City Composite und der 20-City Composite Index! Quelle Chart: PDF Standardandpoors.com <

Beim letzten Einbruch der Immobilienpreise während der Rezession 1990-92 wurde beim 10-City Composite „nur" ein Rekordeinbruch von -6,3% verzeichnet.

"Der Immobilien-Bären Markt ist weiterhin intakt und die Häuserpreise sind wieder auf dem Niveau von März 2004 angekommen", sagte David M. Blitzer, Vorsitzender des Ausschusses für den Index bei Standard & Poor's.


Beim 20-City Composite markierten zum ersten Mal im Oktober und September 2008, alle 20 städtischen Großräume den zweiten Monatsverlust in Folge! Phoenix wartet mit dem größten Absturz, von -32,7%, bei den Immobilienpreisen auf. In Las Vegas sanken die Preise um gewaltige -31,7 %, gefolgt von San Francisco mit -31,0% im Vergleich zum Vorjahresmonat!

> Tabelle der 20 Metropolen, zum Vergrößern bitte Anklicken! Quelle Tabelle: PDF Standardandpoors.com <

Noch deutlicher ist der Einbruch seit den Hochs im Juni/Juli 2006 an der Immobilienmärkten laut S&P/Case-Shiller. Der 10-City Composite brach seit dem Hoch um -25% ein und der 20-City Composite um -23,4%. Der Großraum Phoenix stürzte bei den Immobilienpreisen um gewaltige -40,5% ab, gefolgt von Las Vegas mit -39,3%! Daten: XLS Standardandpoors.com

Passend zum Desaster am US-Immobilienmarkt kommt auch der heute veröffentlichte Index des Verbrauchervertrauens des Conference Board, welcher auf ein Allzeittief gefallen ist.

> Der Consumer Confidence Index fiel im Dezember um -6,7 Punkte, zum Vormonat, auf 38 Punkte! Allzeittief seit Erhebung der Daten im Jahr 1969! <

> Besonders drastisch verschlechterte sich im Dezember der Index für die Einschätzung der gegenwärtigen Situation. Dieser fiel um -12,9 Punkte auf 29,4 Punkte und liegt damit auf dem Stand der Rezession 1990-1991. Nur während der Rezession 1981-1982 wurde bei der aktuellen Lage noch ein tieferer Stand registriert. <

> Der Index für die Erwartungen fiel im Dezember um 2,4 Punkte auf 43,8! Quelle Charts: Market-harmonics.com <

Der Indexrückgang "reflektiert die schnelle und steile Verschlechterung der Wirtschaftslage im vierten Quartal 2008", sagte Lynn Franco, Direktor der Forschungsabteilung des Conference Board.

Bei der Umfrage des Conference Board werden insgesamt 5000 Haushalte befragt. Die US-Verbraucher trugen noch im 3. Quartal 2008 mit ihren Konsumausgaben zu 70,5% des Bruttoinlandsprodukts der USA bei und zu gewaltigen 18,7% des Welt-BIPs! Der US-Konsument ist die kreditgetriebene Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft, welche auf Grund von Vermögensverlusten und Einkommenseinbußen durch Arbeitsplatzverluste gewaltig an Fahrt verliert! Reloaded: "US-Arbeitslosigkeit auf 15 Jahreshoch"


Quellen:
[Link] [Cache]
Narragonien: Post an Wagner
12/31/2008 01:34 AM


Re: Post von Wagner

Lieber Herr Wagner,

heute Nacht, Punkt 24 Uhr, liegen Sie irgendjemandem in den Armen. Ich hoffe, dass er sie dabei ein bisschen würgt. Am besten solange, bis ihnen die Lust auf jede publizistische Tätigkeit vergangen ist. Denn wenn ich am 1.1.2009 aufwache, werde ich kaum darauf hoffen können, dass sich eine Rakete der Hamas oder ein Luftangriff der Israelis in ihren Vorgarten verirrt hat, um ihrer hirnlosen Kolumne endlich ein Ende zu setzen.

Herzlichst

Ihr C. W. Link

[Link] [Cache]
scusi!: Prost Neujahr!
12/31/2008 01:12 AM
rhbl

Zwei Arbeitslose in 2009 weniger:


Hopper[Link] [Cache]
Radio Utopie: Hashim Thaçi – die Eagle Security
12/31/2008 01:04 AM

Das Kosovo ist zur Drehscheide des internationalen Schmuggels geworden. Diese rein außenwirtschaftliche (kriminelle) Betätigung hat wenig mit dem Land und seinen Menschen zu tun.


Geprägt ist das Kosovo von seinen Großfamilien. Bis zu 300 Personen, die unter einem Dach wohnen und arbeiten und in denen der Einzelne nichts oder wenig – die (Familien-) Gemeinschaft alles ist. Auch der Verdienst steht dem Einzelnen nur zum Teil zu, der größte Teil seines Verdienstes ist Familieneigentum und wird abgeliefert.



 


Mehr lesen [Link] [Cache]
Hannover: Arbeitskreis fordert Veröffentlichung des neuen Versammlungsrechtsentwurfs (30.12.2008)
12/31/2008 01:03 AM
Pressemitteilung der Ortsgruppe Hannover des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung: Die Ortsgruppe Hannover des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung ("AK-Vorrat") fordert die CDU-FDP-Landesregierung in Hannover dazu auf, den Gesetzestext für die Reform des Niedersächsischen Versammlungsrechts endlich zu veröffentlichen. [Link] [Cache]
AK Vorratsdaten: Rettungsaktion für das Grundgesetz auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt (30.12.2008)
12/31/2008 01:03 AM
Die Ortsgruppe Düsseldorf des Arbeitskreis Vorratsspeicherung nutzte die gnadenvolle Weihnachtszeit und verschenkte am Schadowplatz in der Düsseldorfer Innenstadt rund dreihundert Exemplare des hochgradig gefährdeten Grundgesetzes in seiner aktuellen Fassung an fürsorgliche Mitbürger. [Link] [Cache]
Lumperladen: Nicht der Bauer bekommt die größten Kartoffeln, die stecken sich andere ein…
12/31/2008 12:49 AM

Erlösanteil der Landwirte bei Nahrungsmitteln sinkt

Von einem Euro, den die deutschen Verbraucher für Nahrungsmittel aus inländischer Herkunft ausgeben, erhält der Landwirt heute noch 24 Cent.
Anfang der 70er Jahre lag der Anteil der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel mit 47,5 Prozent fast doppelt so hoch. Demzufolge wirkt sich der rückläufige Trend der Erzeugerpreise in einem ständig geringer werdenden Anteil an den Nahrungs­mittelausgaben aus.

Bei Milch- und Milcherzeugnissen beträgt der Anteil 38 Prozent. Bei Fleisch- und Fleischwaren ist der Anteil mittlerweile auf 23 Prozent gesunken. Am niedrigsten ist der ­Erlösanteil bei Brot­getreide und Brotgetreideerzeugnissen mit 4,4 Prozent.

Quelle und Copyright: ZMP GmbH, Bonn, http://www.zmp.de, 22.12.2008

Danke an Umgebungsgedanken für dieses Thema und diesen Artikel. Was mich da eigentlich verwundert ist , dass man (ich eingeschlossen) sich ja kaum damit beschäftigt woher unsere “Lebensmittel” kommen, wer diese “herstellt” und wie dessen Arbeit vergütet wird. Und ganz eigenartig, wir alle wollen bessere Qualität und das zu günstigen (möglichst niedrigen) Preisen. Und der Bauer bekommt immer weniger von dem was wir an der Ladenkasse bezahlen. Und andere erhalten einen immer größeren Anteil am Preis. Also lohnt es sich für den Bauern bald nicht mehr das Feld überhaupt noch zu bestellen - und was dann?

Von einem Bauern habe ich vor einiger Zeit folgenden Satz gehört: “Das einzige was die Landwirtschaft in Deutschland noch retten kann ist eine Hungersnot!” - Darüber sollte man einfach mal nachdenken…

Ach so, eh ichs vergesse: Guten Rutsch ins neue Jahr 2009 (wird eh schlechter wie das alte [2008], aber immerhin noch besser wie das darauf folgende [2010]…

[Link] [Cache]

No comments: