Wednesday, March 25, 2009

Parteibuch Ticker Feed: 2009-02-18

Parteibuch Ticker Feed: 2009-02-18


elementarteile: Komische PR bei der Bahn
02/18/2009 11:59 PM

Bei Campact gibt es eine Aktion gegen die Bahnprivatisierung. Man kann Herrn Mehdorn “kündigen”, ihm also eine Mail schreiben in dem “das Volk” ihm wegen schlechter Leistung und Bespitzelung kündigt:

Sehr geehrter Herr Mehdorn,

hiermit kündigen wir Bürgerinnen und Bürger Ihren Arbeitsvertrag als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG mit sofortiger Wirkung.[...]

Und noch ein paar weitere Gründe. Das ganze abgeschickt vor einer Woche wie 12357 andere Menschen . So richtig habe ich nicht mit einer Antwort gerechnet. Und wenn dann irgendwas von einem Marketingmenschen.

Um so überraschter war ich dann heute, als ich eine E-Mail von Hartmut___Mehdorn[bei]bahn.de erhalten habe. Dachte schon da würde ich echtes Feedback bekommen. Und dann das:

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen.

Der Winter zeigt sich auf bahn.de dieses Jahr von seiner ganz besonderen
Seite. Nicht nur mit tollen neuen Angeboten, wie z.B. dem Dauer-Spezial mit
BahnCard-Rabatt für alle BahnCard 25-Inhaber oder auch dem London-Spezial
ab 49,- Euro für Ihr ganz persönliches Winterwochenende in der quirligen
Metropole Großbritanniens. Auch einige Tipps für Ihren Ski- und
Winterausflug haben wir für Sie parat. Wie wäre es beispielsweise mit einem
Wintercanyoning-Wochenende in den Allgäuer Hochalpen?! Die Bahn bringt Sie
hin. Viel Vergnügen bei Ihrer nächsten Bahnreise wünscht Ihnen

die Deutsche Bahn AG.

[und noch fünf ! weitere "tolle" Angebote, von der Bahncard bis zum "London-Spezial schon ab 49,- Euro" , kein Inhalt mit Bezug zu meiner eigentlichen Mail]

Hut ab. Sowas muss man erst mal bringen.

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Dunia-Blog: Diego - Ein Comeback der Extraklasse
02/18/2009 11:54 PM

Er ist ein umstrittener Spieler, und manchmal so genial wie auch labil, aber heute meldete sich der Ausnahme-Spieler von Werder Bremen gegen den AC Milan eindrucksvoll zurück. Wenn einer das Spiel heute beherrscht hat, dann er.

Diego verdankt Bremen das heutige unentschieden und wäre es nicht zu den Aussetzern und Fehlern bei seinen Mannschaftskameraden gekommen, dann hätten sie heute auch diese Millionärsmannschaft aus Milan locker geschlagen. Es ähnelte schon fast dem Spiel gegen Gladbach. Mehr Chancen, mehr Ballbesitz und doch nur ein Unentschieden.

Die Chancenverwertung scheint derzeit bei Werder Bremen das größte Problem zu sein, aber mit einem starken Diego könnten sie auch daran arbeiten. Bleibt nur zu hoffen, dass der junge Regisseur bei den Bremern keine Eskapaden mehr anstellt und sich seiner alten Form und Linie treu bleibt.

Heute hat er geackert, gespielt, gerungen und letztendlich getroffen und für mich war er deshalb der Mann des Spiels.
Weiter So!

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Die Kuchentester: Finanzkrisenbuchstabensuppe für Einsteiger
02/18/2009 11:54 PM
Auf besonderen Wunsch hier noch einmal eine Übersicht über englische Begriffe und Abkürzungen, die häufiger in der Berichterstattung über die Finanzkrise verwendet werden.

ABS = asset backed security = mit Pfand besichertes Wertpapier

Oberbegriff, insbesondere für mortgage backed securities MBS: RMBS residential mortage und CMBS commercial mortgage

CDO= collateralized debt obligation= strukturiertes, forderungsbesichertes Wertpapier

CDS = credit default swap = Kreditversicherung

SIV oder SPV oder SPE = Special Investment Vehicle = Zweckgesellschaft

prime= Kredite von Schuldnern bester Bonität bestimmte Anforderungen hinsichtlich Einkommen und Dokumentation müssen erfüllt werden

Alt-A= Kredite mit reduzierten Anforderungen an den Schuldner im Vergleich zu prime Krediten. Darunter fallen insbesondere Kredite von angeblich guten prime Schuldnern, die aber nicht alle erforderlichen Unterlagen beibringen konnten/wollten.

subprime= Hypotheken- Kredite von Schuldnern mit geringerer/schlechter Bonität


Wörterbuch:
mortgage=hypothek
residential mortage= Hypothek für Wohnimmobilie
commercial mortgage= Hypothek für Gewerbeimmobilie
security=Wertpapier
backed= mit einem Pfand besichert
obligation=Verbindlichkeit
asset= Vermögensgegenstand/Aktiva
liability=Verbindlichkeit/Passiva


Ich denke, das war schon mal ein guter Anfang. Wer noch Fragen, Verbesserungsvorschläge oder weitere Ergänzungen hat, bitte in den Kommentaren posten! Im Übrigen hilft auch hier Wikipedia ganz gut: Finanzkrise ab 2007.

Wird fortgesetzt ... [Link] [Cache]
Gesundheit: Kuhstalldreck schützt vor Allergien
02/18/2009 11:51 PM

Dass was Welt.de hier als Sensation verkaufen möchte:

Schmutz schützt bekanntermaßen vor Allergien, aber Kuhstalldreck hat einen ganz besonderen Effekt. Ein deutsches Forscherteam hat erstmals entsprechende Keime identifiziert, die das Entstehen von Allergien verhindern können. Eine Impfung verlief im Tierversuch bereits erfolgreich.

Ist an sich nichts wirklich neues (siehe Liste unten). Neu ist aber, daß nun einige Geldgierige meinen daraus die vormals nur angekündigten Impfstoffe entwickeln zu müssen. Effektiver, wirtschaftlicher, gesünder und auch aus sozialer Motivation wäre es sinnvoller, den Bauernstand wieder auf zu möbeln!!

Mein Tipp:

Lasst die Kinder draußen spielen!! (Das klappt auch in der Stadt!)

Ah, und noch was: Geht mit ihnen rechtzeitig spazieren, weicht auf gar keinem Fall der Ambrosia-Pflanze aus. Geht man den Dingen aus dem Weg, weiß der Körper später nicht mit was er es zu tun hat und reagiert durch allergische Symptome!

Anmerkung: Gerade weil Kinder auf dem Bauerhof täglich mit Tieren und “Dreck” in Berührung kommen, was wiederum das Immunsystem der Kleinen trainiert, sind sie robuster und weit weniger Allergiegefährdet, als Kinder, die nicht an der frischen Luft im Dreck rumwühlen. Das klingt zwar drastisch, ist aber dennoch so!

Weitere Informationen


Vielen Dank für das Abonnieren meines Feed (SaarBreaker.com)!

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POLITISCH KORREKT: Was nicht sein darf
02/18/2009 11:50 PM

Kapitel 3: Auch der integrierte Türke ist unser Unglück

#80 Krefelder (18. Feb 2009 22:01)

Ich weiß nicht, ich weiß nicht, irgendetwas stört mich an dieser ganzen Aktion. Ich glaube es schon einmal angemerkt zu haben, aber, die ‘gut integrierten’ Zuwanderer, denen man hier gerade ein Forum bietet, sind tatsächlich ein Teil des Problems, mit dem wir hier in Deutschland zu kämpfen haben. Statistiken belegen, dass Zuwanderung faktisch ein Minusgeschäft für uns Deutsche ist, auch die gut integrierten können an diesem Gesamtzustand nichts ändern, sie können ihn höchsten etwas abmildern. Und da fängt das Problem an: gut integrierte Zuwanderer werden medial-propagandistisch als ‘Bereicherung’ verkauft (siehe ‘Vielfalt als Chance’-Kampagne) und verwässern so die tatsächlichen, negativen Folgen der Zuwanderung. Politisch wird es so natürlich wesentlich schwieriger, an dem momentanen Zustand etwas zu ändern, da die Multi-Kulti-Fraktion immer einen Dummen wird finden können, der sich hier ach so toll eingelebt und integriert hat.

#93 Atomist (18. Feb 2009 22:12)

Dann hat diese Familie also immer noch deutschen Arbeitnehmer Konkurrenz gemacht und somit die Löhne gedrückt, wenn nicht Schlimmeres.

Einwanderung hat keine Vorteile, wenn man keine Probleme hat.

Die hatte Deutschland nicht, bis es mit der Einwanderung losging.

Eher in die Kategorie unfreiwillig komisch lassen sich dagegen Kommentare wie die folgenden einordnen:

#13 Main (18. Feb 2009 21:05)

Toller Beitrag Timur!

Herzlich Willkommen!

#11 nowhereman (18. Feb 2009 20:57)

Herzlich Willkommen! Du bist erwünscht und gewollt, Du bist tatsächlich eine Bereicherung!!!

#109 Zenta (18. Feb 2009 22:38)

Timur, sei willkommen in Deutschland, das ist die Botschaft, die hier von den Allermeisten herzlich rüberkommt.

Über soviel, hm, Gastfreundschaft wird sich der vor 32 Jahren in Deutschland geborene Gastbeiträger Timur Y. ganz bestimmt mächtig freuen.

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Vielen Dank an TLagemann für die sachdienlichen Hinweise.

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POLITISCH KORREKT: Germanophob
02/18/2009 11:50 PM

Für überzeugte PIpifanten ist Goldlöckchen Geert Wilders ja so etwas wie der neue Messias. Manche wollen ihn deshalb sogar einbürgern, damit er hier mal so richtig aufräumen kann. Ich sehe da allerdings ein, äh, kleines Problem (Hervorhebung von mir):

Geboren wurde er in Venlo, gleich an der deutschen Grenze. Das Kind war ein Nachzügler, seine Mutter verwöhnte ihn unendlich. Der Vater, Forschungschef beim Kopiergerätehersteller Océ, hatte sich im Zweiten Weltkrieg vor den Nazis versteckt und weigerte sich noch 40 Jahre später, über die Maasbrücken ins benachbarte Deutschland zu fahren.

Diese Prinzipientreue scheint auf den jungen Geert Eindruck gemacht zu haben. Aus seinem Dienst beim Militär berichtet er: ‘Auch ich war froh, wenn ich bei gemeinsamen Übungen mit den Deutschen nicht das Zelt mit ihnen teilen musste.’

Der Mann hegt also nicht nur eine Abneigung gegen Muslime, sondern auch gegen Deutsche.

Wieder eine PI-Hoffnung weniger.

Zum Thema Wilders habe ich übrigens einen guten Beitrag bei Global Voices gelesen:

Ägypten: Blogger uneinig über Geert Wilders

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Vielen Dank an Robert für den sachdienlichen Hinweis.

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Für die Menschen in Gaza: Über einen nazi-araber, zwei traurige dörfer und einen "deutschen Geist"
02/18/2009 10:15 PM

Es ist immer schwer, wenn man sich mit einem geschichtlich-poltisichen Thema befasst, zu entscheiden, wo man beginnt.

Denn eigentlich gibt es immer noch eine Vorgeschichte zum Erzählten, und auch zu dieser wieder eine Vorgeschichte, die man jewels hinzufügen müsste, wollte man wirklich grundlegend erklären und keinem Unrecht tun.

Aber immer wieder bei Adam und Eva anfangen? - Auch keine Lösung.

Ich beginne also "mittendrin", mit dem Mandat des Völkerbundes von 1922, in dem Großbritannien die Verwaltung des davor zum Osmanischen Reich gehörenden Palästinas übertragen wurde.

Ein Teil des Mandats umfasste die Hilfe zur "Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina", es sollte aber auch dafür Sorge getragen werden, dass „nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und die religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, präjudizieren könnte“.

Hier der vollständige Text des Mandats:
http://avalon.law.yale.edu/20th_century/palmanda.asp

Während der 1920er Jahre wanderten 100.000 jüdische und auch 6.000 nicht-jüdische Immigranten nach Palästina ein. Besonders die Einwanderung von 35.000 russischen Juden 1919 bis 1923 prägte das Land für lange Zeit siehe Alija . Die jüdische Einwanderung wurde vom „Allgemeinen jüdischen Arbeiterverband“ kontrolliert, der die Bewerber nach ihrer politischen Einstellung auswählte. Von jüdischen Agenturen gekauftes Land wurde nur an Juden verpachtet, und das auch nur unter der Bedingung, dass es ausschließlich von jüdischen Arbeitern bestellt würde.

Anfangs stieß die jüdische Einwanderung nach Palästina nur auf wenig Widerstand bei den Arabern. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts führte die stetig wachsende Einwanderung vornehmlich europäischer Juden jedoch zu kulturellen und politischen Spannungen. Schon früh standen sich Teile der zionistischen und der arabischen Führungsriege, die sich beide als Unabhängigkeitsbewegung für ein entweder jüdisches oder arabisches Palästina verstanden, unversöhnlich gegenüber. In der Folge kam es zur Aufwiegelung gegen die jüdische Bevölkerung, die von arabischen Anführern sowohl geduldet, als auch inszeniert wurden. Dabei wurden religiöse Aspekte zunehmend politisiert und mit Stereotypen und Vorurteilen versetzt, welche zu der Zeit besonders in Europa grassierten. Ein weiterer zunehmend bedeutsamer Streitpunkt war der Konflikt jüdischer Einwanderer mit arabischen Bauern. In einigen Fällen führte der Verkauf von Land durch die oft im Ausland lebenden arabischen Großgrundbesitzer zur Ausweisung ihrer ehemaligen palästinensischen Pächter Felachen ; an Stelle der alten Orte entstanden z. T. Kibbuzim.

Zu Konflikten kam es insbesondere deswegen, weil die Pächter oft zwar nicht das Land besaßen, wohl aber die Bäume besonders Olivenbäume , die auf diesem Land wuchsen. Die Problemsituation wurde von den europäischen Juden, die nicht mit dieser Art von Besitzrecht vertraut waren, allerdings oft nicht verstanden, das Besitzrecht entsprechend nicht akzeptiert. Dazu kam, dass eine Verständigung der neuen mit den alten Besitzern aufgrund sprachlicher, aber vor allem enorm kultureller Unterschiede kaum zustande kam.

http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerbundsmandat_f%C3%BCr_Pal%C3%A4stina

Die Spannungen nahmen immer mehr zu, es kam auf jüdischer Seite zur Gründung der militanten Irgun, auf palästinensischer Seite formierte sich der Widerstand um Mohammed Amin al-Husseini, dem "Großmufti von Jerusalem".

Dieser nahm wenige Tage nach der Machtergreifung Hitlers Kontakt zum Deutschen Reich auf, dieser wurde aber erst zurückgewiesen, da man die Beziehung zu Großbritannien nicht belasten wollte, ab 1938 kam es dann zu einer verstärkten Annäherung, da die Beziehung zu Großbritannien sich geändert hatte und auch weil sich sich die deutsche Orientpolitik, die am Anfang die Auswanderung von Juden nach Palästina unterstützt hatte, sich geändert hatte.

Als der 2. Weltkrieg ausbrach, musste auch Al Husseini das Land verlassen, womit er sich dann beschäftigte? :

The British expelled the pro-Nazi Palestinian leader when war broke out in Europe in 1939. A year later he arrived in Baghdad and linked up with pro-Nazi Iraqi nationalist Rashid Ali el-Gaylani. In 1941 el-Husseini and el-Gaylani engineered a pro-German coup against the pro-British Iraqi government, which brought a reign of terror to Iraq's Jews. This culminated in what we remember as the Farhud, an Arabic word akin to "pogrom."
Arab mobs went on a rampage in Baghdad and Basra, killing 200 Jews and destroying 900 Jewish homes.

In a two-day period in 1941, Arab mobs went on a rampage in Baghdad and Basra murdering, raping and pillaging these cities' Jewish communities. Nearly 200 Jews were slaughtered, more than 2000 injured; some 900 Jewish homes were destroyed and looted, as were hundreds of Jewish-owned shops.

http://www.aish.com/jewishissues/middleeast/The_Middle_Easts_Forgotten_Refugees.asp

dazu aus dem wikipedia-Artikel:

Im Mai 1940 lehnte das britische Foreign Office ein Angebot des Vorsitzenden des Va'ad Le'umi jüdischer Nationalrat in Palästina ab, al-Husseini zu ermorden, aber im November dieses Jahres stimmte Winston Churchill diesem Plan zu. Im Mai 1941 wurden mehrere Mitglieder der Irgun freigelassen, einschließlich ihres Führers David Raziel und zu diesem Zweck in den Irak geflogen. Die Mission wurde aufgegeben, als Raziel durch ein deutsches Flugzeug getötet wurde.

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Husseini

Ob wohl das Attentat und das Pogrom zusammenhingen? Woher kam das deutsche Flugzeug? Leider hilft das deutsche wikipedia da nicht weiter.

Al Husseini schaffte es, aus dem Irak nach Berlin zu entkommen und traf hier 1941 auf Hitler, das Gespräch der beiden ist protokolliert, aus der Antwort Hilters auf das Hilfegesuch Al-Husseinis:

Deutschland trete für einen kompromißlosen Kampf gegen die Juden ein. Dazu gehöre selbstverständlich auch der Kampf gegen die jüdische Heimstätte
in Palästina, die nichts anderes sei als ein staatlicher Mittelpunkt für den destruktiven Einfluß der jüdischen Interessen. Deutschland wisse auch, daß die Behauptung, das Judentum übe die Rolle eines Wirtschaftspioniers in Palästina
aus, eine Lüge sei. Dort arbeiteten nur die Araber, nicht aber die Juden. Deutschland sei entschlossen, Zug um Zug eine europäische Nation nach der anderen zur Lösung des Judenproblems aufzufordern und sich im gegebenen Augenblick mit einem gleichen Appell auch an außereuropäische Völker zu wenden. Gegenwärtig stehe Deutschland in einem Kampf auf Leben und Tod gegen zwei Machtpositionen des Judentums: Großbritannien und Sowjetrußland.

http://www.ns-archiv.de/verfolgung/antisemitismus/mufti/in_berlin.php

Da Hitler seinen Kampf verlor, wurde auch aus seinem Hilfsangebot nichts, Al-Husseini rettete sich nach Ägypten wie auch mehrere andere Nazis .
Unterdessen wurden die Spannungen in Palästina immer größer.
Während die Briten in Verhandlungen mit den Amerikanern standen, um diesen das Mandat für Palästina zu übertragen, kam es in Palästina selbst immer häufiger zu Terroranschlägen von jüdisch-zionistischen Untergrundorganisationen auf britische Einrichtungen.
Die von den Briten zugestandenen Einwandererzahlen passten nicht zu den Massen an Menschen die aus dem zerstörten Nachkriegseuropa nach Palästina einwandern wollten.
Zeitweise waren mehr als 10.000 jüdische Flüchtlinge/Einwanderer auf Zypern interniert, 100.000 britische Soldaten in Palästina stationiert.

Auf welchen abenteuerlichen Wegen Menschen ins "verbotene" Heilige Land gerieten, dazu ist auch folgender wiki-Artikel weiterführend:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bricha

Am 29. November 1947 stimmt die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit für den Teilungsplan, der Westpalästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat teilen sollte.

Mit dem Ziel, tatsächlich einen unabhängigen jüdischen Staat zu gründen und den Überlebenden der Shoa eine Heimat zu schaffen, akzeptiert die jüdische Bevölkerung den Plan. Die Araber lehnen den Plan dagegen ab, da sie die jüdische Präsenz in der Region als Provokation empfinden. Vor allem meinen sie, die UNO drücke ihnen ein Mandat auf, ohne ihre Interessen zu wahren. Sie lehnen in der Folge das Existenzrecht Israels ab, was noch bis zum heutigen Tag Folgen für die Region hat.

Kurz darauf beginnt im Zusammenhang mit dem Angriff der arabischen Staaten auf den neuen Staat Israel die Flucht bzw. Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus den nun Israel zugeteilten Gebieten, teilweise begleitet von der Zerstörung ihrer Dörfer, Bauten und Dokumente. Oft ging damit der Nachweis der Existenz der palästinensischen Bevölkerung und somit ihres Rechtanspruchs verloren.

Gründung des Staates Israel

Da das britische Mandat für Palästina am 14. Mai 1948, einem Freitag, um Mitternacht enden sollte, versammelte sich der Jüdische Nationalrat im Stadtmuseum von Tel Aviv um 16 Uhr noch vor Sonnenuntergang und damit vor Beginn des Sabbat. Unter einem Porträt des Begründers der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, verlas David Ben Gurion die Unabhängigkeitserklärung. Die Errichtung des Staates Israel erfolge demnach kraft des „natürlichen und historischen Rechts des jüdischen Volkes und aufgrund des Beschlusses der UNO-Vollversammlung“. Elf Minuten später erkannten die Vereinigten Staaten von Amerika durch US-Präsident Harry S. Truman den neuen Staat an, die Sowjetunion folgte am 16. Mai.

...

Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Es folgte der Israelische Unabhängigkeitskrieg 1. Arabischer-Israelischer-Krieg , der von Mai 1948 bis Juli 1949 dauerte..

http://de.wikipedia.org/wiki/Israel

Am 22. September 1948 rief al-Husseini im Gazastreifen eine „arabische Regierung für ganz Palästina“ aus, am 1. Oktober einen unabhängigen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt. Dieser Staat wurde anerkannt von Ägypten, Syrien, dem Libanon, dem Irak, Saudi-Arabien und dem Jemen, aber nicht von Jordanien und von keinem nichtarabischen Land. Seine Regierung hing völlig von Ägypten ab. Als der jordanische König Abdallah ibn Hussain I. 1951 den Posten des Großmufti von Jerusalem an einen anderen vergab, organisierte al-Husseini dessen Ermordung.

1959 löste Ägypten die „Arabische Regierung für ganz Palästina“ auf. Das Scheitern dieser Aktivität und al-Husseinis mangelnde Glaubwürdigkeit wegen seiner Kollaboration mit den Achsenmächten im Zweiten Weltkrieg trug viel zur Schwächung des palästinensisch-arabischen Nationalismus in den 1950ern bei. al-Husseini starb 1974 in Beirut. Er wollte in Jerusalem begraben werden, aber die israelische Regierung verweigerte diese Bitte. al-Husseini war der politische Mentor der von Jassir Arafat befehligten palästinensischen Organisationen. Noch im Jahre 2002 sprach Arafat Angaben von Palestinian Media Watch zufolge in einem Interview von „unserem Helden al-Husseini“.Arafat war jedoch – wie vielfach angenommen – kein Neffe al-Husseinis, sondern lediglich ein entfernter Verwandter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Husseini

Die Ereignisse in Israel-Palästina wirkten sich aber auch auf die Lebensbedingungen der Juden in vielen arabischen Staaten aus:

Even though Hitler lost the war, el-Husseini's call was heeded. In 1948 Iraq rounded up and imprisoned hundreds of Jews. Others were removed from their jobs in the civil service, business licenses of Jews were revoked, and quotas were placed on Jewish high school and college students. Later, discriminatory restrictions were imposed on Jewish travel abroad and the buying or selling of property. Thus, even if Jews wanted to escape Iraq, they could not do so legally and they could not liquidate their assets.
The Iraqi parliament stripped Iraqi Jews of their citizenship, and then passed another law confiscating all Jewish property.

In 1950 the Iraqi parliament passed a law called "Ordinance for the Cancellation of Iraqi Nationality for Jews, Law No. 1" that stripped Iraqi Jews of their citizenship. In 1951 the Iraqi parliament passed another law, confiscating all Jewish property. Within a year most of Iraq's ancient Jewish population -- my family included -- fled to Israel.

Elsewhere in the Arab world, Jews faced similar circumstances. In Libya in 1945 nearly 100 Jews were massacred. In 1948 the Jewish communities of Aden and Algeria were rocked by a series of massacres that left hundreds dead and many more injured. Anti-Jewish discriminatory laws were passed in other Arab countries. Within a decade the exodus of Jews from Arab countries was almost complete, with most going to Israel. All of this was conducted under the guise of law by Arab governments. This forced the flight of Jews out of lands where we had lived for thousands of years before the Arab-Islamic conquests.

http://www.aish.com/jewishissues/middleeast/The_Middle_Easts_Forgotten_Refugees.asp

So was nennt man Stellvertreterkrieg:

also A haut B und dafür haut der Freund von B dann den Freund von A.

Genau aus diesem Grund sollte man tatsächlich gegen alle Formen von Nationalismus sein: weil sich hier Menschen zusammenschließen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, weil sie grundverschieden sind.
Und es zeigt sich ja immer: am besten können sich grundverschiedenen Menschen nur zusammenschließen, wenn sie GEGEN jemanden sind.
z.B. ist es möglich CDU und Antifa zu vereinen, wenn es GEGEN Nazis geht .

Ich sehe es sehr kritisch, wenn Palästinenser als "Araber" bezeichnet werden.

Weil damit oft legitimiert werden soll, dass eben Palästinenser für das zu bezahlen haben, was Araber an Juden verbrochen haben.

Eigentlich wollte ich einen Blog-Eintrag zu einem "ganz anderem" Thema machen, dies hier drüber ist nur sowas wie der "Hintergrund".

Mein eigentliches Thema:

Im Westjordanland liegen die zwei armseligen Dörfchen Hadidya und Humsa, von denen mir nur etwas bekannt ist, weil es für diese beiden "mickrigen Weiler" internationale Aufmerksamkeit gibt, z.B. engagiert sich die amnesty Gruppe Freising für diese beiden Dörfer.

Es ist erwünscht von israelischem Militär und wohl den umliegenden illegalen Siedlungen dass die Dörfler ihre Dörfer verlassen, deswegen wird diesen ihr Leben so schwer wie möglich gemacht.

Die israelische Armee hat die Bewohner von Hadidiya und Humsa gezwungen, unter extrem schwierigen Bedingungen zu leben. Da es ihnen untersagt ist, dauerhafte Gebäude zu errichten, müssen sie in Zelten und Baracken leben. Jedoch werden sogar diese Bauten von der israelischen Armee als "illegal" betrachtet und bei zahlreichen Gelegenheiten zerstört.

Den Bewohnern ist die Anbindung an das Strom- und Wassernetz nicht erlaubt. Sie dürfen die Brunnen und Strassen in der unmittelbaren Umgebung nicht nutzen, denn diese sind den israelischen Siedlern der nahe gelegenen Siedlungen Ro’i, Beqa’ot und Hemdat für ihre intensive Landwirtschaft vorbehalten. Die Bewohner von Hadidiya und Humsa müssen mehrere Kilometer zurücklegen, um kleine Mengen von Wasser für das Kochen und ihre Grundbedürfnisse zu kaufen.

http://www.amnesty-freising.de/opt.htm

Nun, um den Kreis zu schließen: die einzige der oben genannten Siedlungen, über die ich etwas finden konnte - Beka'ot - ist ein Moshav, dies ist eine spezielle israelische Siedlungsform, die sich von den Kibbutzim dadurch unterscheidet, dass dort im Gegensatz zu den eher "fortschrittlich-sozialistisch" geprägten Kibbutzim noch die Familie als "Zentrum des sozialen Lebens" gilt.
Es sind deswegen gerade die eher traditionellen arabischen/orientalischen Juden, die in den Moshavim ihr Zuhause fanden.

Ob nun in Beka'ot tatsächlich auch Israelis mit solch einer Herkunftsgeschichte leben, ich weiß es nicht, aber trotz allem bleibt die alte, aber immer wieder neu zu stellende Frage:

Wie sind Menschen in der Lage, anderen Menschen derart böses anzutun?

Ich möchte auf den israelischen Politiker und Buchautor Avraham Burg hinweisen, für die "europäische Komponente" Avraham Burgs Vater war Deutscher .

Vor kurzem erschien sein Buch: The Holocaust is Over: We Must Rise from its Ashes.

Aus einem Artikel des britischen Indepent über Burg und Burgs Buch:

In a notably striking – and for many Israelis highly provocative – passage, Burg points out that Israel actually reached – arguably "too soon" – a "hasty reconciliation" with Germany after the Second World War, before saying:

"We will never forgive the Arabs for they are allegedly just like the Nazis, worse than the Germans. We have displaced our anger and revenge from one people to another, from an old foe to a new adversary, and so we allow ourselves to live comfortably with the heirs of the German enemy – representing convenience, wealth and high quality, while treating the Palestinians as whipping boys to release our aggression, anger and hysteria, of which we have plenty."

Yet Burg believes that Germany remains also "traumatised" by the Holocaust. "We are both along the same ocean of suffering," he told me. As evidence he points out that so far – and unlike in France, Britain, the US, and Italy – no edition of his book is yet planned in Germany where the publishers warily wait to see what its impact will now be on "world Jewry". In the book Burg, who admires the cultural and artistic milieu of modern Berlin – where he recently ran the marathon in just under four hours – argues that in the "day we leave Auschwitz and establish the new state of Israel, we also have to set Germany free".

http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/books/features/avraham-burg-israels-new-prophet-979732.html

Wer lieber auf Deutsch liest, dem sei Rupert Neudecks Besprechung dieses Buches empfohlen:

Avraham Burg ist zusätzlich zu seinem Scharfsinn noch ein glänzender Pädagoge. Er berichtet von einer Schulveranstaltung an einer der Hohen Traditionsschulen, in der Zeit, in der er noch als Präsident in der Knesseth saß. Die Schüler waren voller Hass und Zorn auf die Palästinenser und argumentierten ganz offen für die Deportation und den Transfer von Palästinensern aus ihren Gebieten. „Rache war eine ganz akzeptierte Philosophie und das Töten von unschuldigen Zivilisten ein legitimes Mittel der Abschreckung“. Der Schulleiter war ganz ausser sich und sagte ihnen: Ihr sprecht genau so wie sie 60 Jahre vorher über und zu uns gesprochen haben. Aber die Schüler fanden das nicht gut. „Mein Freund, sagte einer, wurde in einem terroristischen Akt getötet und ich werde ihnen =den Arabern nie vergeben“. Und er steigerte das noch. „Das schlimmste, was den Juden passieren konnte, waren die Araber“. Darauf versuchte es Burg auf eine andere Art. Er fragte den Heissporn Schüler, was für ein Auto sein Vater fährt: „Einen Volkswagen Passat“. „Und Ihre Mutter?“

„Einen alten Audi“.

Burg: „Ihr habt den Deutschen vergeben?“

„Ja,. sie haben mir nichts Böses getan. Die waren nicht so furchtbar wie die Araber!“

Dann gab es eine große Stille und der Junge brach noch einmal, während die Schulschelle läutet aus und sagte: „Sie sind ein furchtbarer Demagoge, sie haben mich ausgetrickst“. Burg aber meint, dass diese Szene die verwundete Psyche der israelischen Nation zeigte, die die Wahrheit sprach. Die erneuerten Beziehungen zu den Deutschen und dem Westen „haben uns deutsche Reparationen und viel Kompensationsgeld gebracht“. In der gleichen Zeit lamentieren wir bis heute über das furchtbare Schicksal, um den Zorn auszudrücken, „in dem wir den Nazi Geist in dem Arabischen Körper reinkarnierten.“

http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_deutsch/rupert_neudeck_rezension_burg_avraham_holocaust_is_over.htm

Hier noch kritisches zu Burg:
http://beer7.wordpress.com/2008/12/17/alibijuden-avraham-burg/

Der Autor sieht Burgs Verhalten als Vater-Sohn-Konflikt Burgs Vater Josef war ein rechter, religiöser Poltiker .
Übrigens wäre Avraham Burgs Mutter Rivka 1929 fast Opfer arabischer antijüdischer Ausschreitungen in Hebron geworden.
Vielleicht hat ja genau dieses Erlebnis der Mutter von Burg in seinem Buch verarbeitet worden?
Oder aber das Granaten-Attentat eines jüdischen Extremisten auf die israelische Friedensbewegung "Peace Now" 1983, das Burg nur knapp überlebte?
http://en.wikipedia.org/wiki/Avraham_Burg

Oder vielleicht liegt es auch an den "deutschen Wurzeln" von Avraham Burg.
Daran, dass er aus dem Land des Moses Mendelssohn kommt?
http://de.wikipedia.org/wiki/Moses_Mendelssohn

Welch verwegene Idee.

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"Enteignungsgesetz": Die Republik entdeckt Artikel 15, Grundrecht auf Vergesellschaftung von Eigentum
02/18/2009 10:14 PM


Es war gestern um 20.05 Uhr in der Tagesschau - ARD-Korrespondent Norbert Carius leckte vor Entschuldigung fast den Bildschirm ab - als die Öffentlichkeit von einer neuen Republik erfuhr, natürlich wieder einmal ohne irgendetwas zu begreifen.


Nach 60 Jahren staatlicher Kontinuität mit dem gewissen Nichts, nach Wirtschaftsdiktatur, Postfaschismus und Korruption im Westblock BRD, nach Staatskapitalismus, Kaderwirtschaft und Polizeistaat im Ostblock DDR, nach über 18 Jahren sinnloser Stagnation in der nachfolgenden Berliner Republik, bleibt nun der auf ganzer Linie gescheiterten Bundesregierung nach dem weltweiten Offenbarungseid der Hochfinanz am Beginn der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem 2.Weltkrieg nichts anderes mehr übrig, als genau das anzuwenden was jede Regierung seitdem wieder loswerden wollte:

das Grundgesetz.


Mehr lesen [Link] [Cache]
Ein Zyniker schreibt...: Umverteilung mal anders
02/18/2009 10:11 PM
Es gibt ja viele Gründe warum man gegen die elektronische Gesundheitskarte sein kann...und es gibt auch einige wenige dafür... dies hier ist aber sicher keiner:

BDI-Geschäftsführer Werner Schnappauf erklärte auf dem Kongress die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte eGK für unverzichtbar. Von ihr würden kräftige Impulse für das Wirtschaftswachstum und die allgemeine Beschäftigung ausgehen.

Hallo??? Die elektronische Gesundheitskarte soll doch angeblich Geld im Gesundheitssystem einsparen...ich hörte da Palaver von Effizienzsteigerungen, bla, bla, bla. Das hier klingt mir aber eher danach als hätten die da eine Umverteilung des Geldes vom eh schon unterfinanzierten Gesundheitssystem in die IT-Industrie vor...oder wer soll die Rechnung für dieses "unverzichtbare Wirtschaftswachstum" bezahlen???...vermutlich wir!!![Link] [Cache]
Freeman: Versteckte Kamera und Mikrophon in Digitalempfänger?
02/18/2009 10:03 PM
In Amerika und Grossbritannien wird die Bevölkerung mit massiver Werbung von der Regierung und Wirtschaft aufgefordert, auf digitalen Empfang der TV-Programme umzustellen und dazu animiert einen Digitalempfänger zu kaufen. Auch in der Schweiz gibt es seit Sommer 2008 keinen Analogempfang mehr, sondern nur noch ein digitals TV-Signal. Jetzt wissen wir möglicherweise warum diese Kampagne läuft und Druck ausgeübt wird umzustellen. Schauen wir uns mal an, was ein Käufer in so einer Box entdeckt hat:

Ich konnte meinen Augen nicht trauen", erzählt der Macher des folgenden Videos. „ Ich habe einen Freund, der ist irgendwie ein Verschwörungstheoretiker. Er versuchte mich davon zu überzeugen, dass viele digitale TV-Konverterboxen die verkauft werden, ein eingebautes Mikrophon und eine Kamera haben. Da ich etwas von Elektronik verstehe, kaufte ich eines dieser Geräte und öffnete es, damit ich ihm beweisen kann er liegt falsch. Zu meiner Überraschung hatte er recht. Dieses Gerät hatte tatsächlich beides, eine Miniaturkameralinse und was wie ein Mikrophon aussieht. Ich war so schockiert, da habe ich Fotos und dieses Video aufgenommen. Bitte verschickt dies an alle die ihr kennt, die so ein Gerät benutzen."



Wenn das stimmt, dann haben wir Orwells 1984 erreicht.

Jedenfalls wäre das eine Möglichkeit der totalen Überwachung der Bevölkerung, denn so ein Digitalempfänger wird meistens im Wohnzimmer an zentraler Stelle beim Fernseher aufgestellt. Die Sicht abdecken kann man ja nicht, denn dann funktionert die Fernbedienung auch nicht. Ob nur das gezeigte Magnavox Modell diese eingebauten Sensoren hat, oder die von anderen Herstellern auch, ist noch nicht geklärt. Magnavox gehört übrigens zum Philips-Konzern.

Die technische Frage die dabei auftaucht ist, wie geht das Signal zurück zum Überwacher? Wenn man ans Kabelnetz angeschlossen ist dann schon, denn da gibt es eine Hin- und Rückverbindung.

Egal ob tatsächlich gewisse Boxen diese Überwachungsmöglichkeit haben oder es sich um ein Gerücht handelt, wir sollten jedenfalls aufmerksam sein und es nicht ausschliessen. Big Brother könnte tatsächlich in deinen vier Wänden zuschauen.

Übrigens noch ein wichtiger Grund, das Kabelnetz in die eigene Hand zu nehmen, wie ich im vorhergehenden Artikel beschrieben habe. [Link] [Cache]
redblog: Was auf die Ohren gefällig?
02/18/2009 09:56 PM
Neben dem vielen Schrott, der auf den öffentlich-rechtlichen Radiosendern läuft, gibt es hin und wieder Perlen. Die zu finden ist nicht immer einfach. Zudem gibt es einige spannende freie Radios, die in ihren Sendungen Themen beleuchten, die man in den bürgerlichen Medien vergeblich sucht.

Regelmäßig werden im redblog Hinweise auf spannende Radiobeiträge veröffentlicht oder verlinkt. Nun ist der Autor dieser Zeilen jeden frühen Morgen auf der Suche, um einen mp3-Player für die Fahrt zur Arbeit zu füttern.
Nun bieten sich neben einer Verlinkung oder Einbindung der Beiträge noch weitere Möglichkeiten. So könnten spannende Beiträge, quasi als Hörempfehlung vom redblog, als Podcast abonniert werden. Technisch ist das ganze nicht sonderlich aufwendig. Die entsprechenden Sendungen, Reportagen, Interviews, ... werden in den Feed "verschoben" und wenn Ihr den Podcast abonniert habt, dann landen die Beiträge somit bei Euch im Rechner oder direkt im mp3-Player.

Die Frage hier ist nun: Gibt es daran unter der geneigten Leserschaft Interesse?

Reaktionen, Hinweise, Anregungen sind unbedingt gewünscht. Entweder über die Kommentare oder per Mail. Ich bin gespannt ...

Nachtrag:
Um zu verdeutlichen, wie dies dann aussehen würde, hier ein kleiner Vorgeschmack: Podcast[Link] [Cache]
SaarBreaker: Greenpeace deckt illegale Elektronik-Müllabladung in Nigeria auf
02/18/2009 09:51 PM

Greenpeace deckt auf, dass Elektronikmüll von England nach Nigeria geschmuggelt wurde. Und Nigeria ist nur eines von vielen Ländern, die mit giftigem Elektronikmüll der Industriestaaten zugemüllt wird.

Anstelle ihre Produkte verantwortungsvoll zu recyceln senden Elektronik-Unternehmen ihre Produkte auf die lange Reise in Entwicklungsländer, wo Bevölkerung und Umwelt giftigem Elektronikschrotts ausgesetzt sind.

„Unternehmen sollten diesen illegalen Gift-Schmuggel stoppen, indem sie ihre Produkte frei von gefährlichen Komponenten gestalten. Es ist unabdingbar, dass sich Unternehmen ihrer Verantwortung bewusst werden, und ein sicheres Recycling ihrer Produkte anstreben. Wir müssen mit dem Zumüllen der Entwicklungsländer aufhören!", empört sich der Greenpeace Chemie-Experte Martin Hojsik.

In Entwicklungsländern landet tonnenweise Elektronikschrott. Die Ärmsten der Armen, in den meisten Fällen Kinder, zerlegen Fernseher, Handys, Spielkonsolen und andere elektronische Geräte. Es gibt keine Sicherheitsvorkehrungen, das Wissen um diese gefährlichen Chemikalien ist nicht vorhanden. Ohne es zu wissen sind sie solchen Substanzen wie Quecksilber, Kadmium und Blei ausgesetzt und gefährden die eigene Fortpflanzung, ihr Gehirn und ihre Nieren.

Durch einen Hinweis wurde Greenpeace auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Das Greenpeace-Team hat den Weg eines defekten Gerätes von Europa in ein Entwicklungsland verfolgt und dokumentiert:

  • Ein irreperabler und kaputten Fernsehapparat wurde mit einem Rückverfolgungs- und Routen-Kontrollgerät ausgestattet.
  • Dieser wurde zum Recyclingamt in Hampshire (England) gebracht.
  • Anstatt dieses Gerät entsprechend der gesetzlichen Richtlinien sicher in England oder Europa zu recyclen wurde es der beauftragten Müllagentur BJ Electronics übergeben.
  • In weiterer Folge landete es als „Second-Hand-Ware" in Nigeria.

Nie wurde das Funktionieren des Gerätes getestet, bevor es mit ähnlichen anderen Fernsehgeräten in einen Container verfrachtet wurde. Laut EU-Gesetz ist es illegal, Elektronikmüll zu exportieren. Greenpeace verfolgte den gesamten „Müllweg" des Fernsehers mittels GPS-Punkten des Routen-Kontrollgeräts.

Tausende alter elektronischer Produkte und Komponenten machen sich täglich auf den Weg nach Afrika. Die EU-Richtlinien des Handels mit Elektronik-Müll werden dabei ignoriert. Einige Geräte werden repariert und wiederverwendet, doch die Mehrzahl ist unreparierbar und wird in Länder abgeschoben, wo es keine Möglichkeiten eines sicheren und verantwortungsvollen Recyclings gibt. Europa, USA, Japan und Südkorea missbrauchen Entwicklungsländer wie Nigeria, Ghana, Pakistan, Indien und China als ihre Mülldeponien.

Elektronikhersteller müssen mehr Verantwortung für ihre Altgeräte übernehmen. Sie müssen sich darum bemühen den von ihnen produzierten Sondermüll einzusammeln und verantwortungsvoll zu recyclen. Das setzt auch voraus, dass sie Rücknahmestellen einrichten und ihre Produkte keine gefährlichen Substanzen enthalten, damit diese sicherer und einfacher wieder verarbeitet werden können.

Der Weg des Fernsehers von England nach Nigeria

Bilder-Show mit Ton (englisch) und weitere Informationen auf Greenpeace.

Quelle: Greenpeace


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Aigner will Genmais verbieten: Verarschung in Reinform - Gute Miene zum heuchlerischen Spiel
02/18/2009 09:51 PM

Von He-Ka-Te - www.duckhome.de

Aigner wies darauf hin, dass die Verbraucher genveränderte Pflanzen ablehnten und auch die Landwirte diese nicht wollten. Sie kündigte nun an, sie wolle die Zulassung von MON 810 in Deutschland noch einmal überprüfen und widerrufen, falls sich herausstellen sollte, dass der Hersteller gegen bestimmte Überwachungsauflagen verstoßen hat. Auf die Frage, ob sie den politischen Willen habe, den Anbau der Sorte im Zweifel ganz zu untersagen, antwortete Aigner: “Ja.”

Quelle: Keine-Gentechnik.de

Dazu kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.
Im ersten Moment werden sich die Leser, einige Gentechnik-Gegner, einige Bauern, Landwirte und Imker über eine solche Meldung sicherlich freuen. Andere und insbesondere die Gentechnik-Industrie allerdings auch. Denn so wie diese wissen, dass EU-Recht über jedem einzelnen Mitglieds-Staatsrecht steht, weiß auch unsere werte CSU-Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner darum!

Zur Zeit braucht die EU sehr viel Geld, um gegen die umsichschlagende Finanz- und Wirtschaftskrise anzukämpfen. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Lobbies gibt es viele, aber keine ist so rentabel wie die der Gentechnik-Industrie.
Anders kann und will ich es nicht schreiben. Genauso erklären sich Maßnahmen wie diese:

- EU-Rat zwingt Ungarn zur Zulassung von Genmais
- EU-Kommission will Österreichs Anbauverbot für Genmais aufheben

Und dass dies ganz unproblematisch umgesetzt werden kann und darf, das besagt eben das EU-Recht. MdB Petra Pau erklärte das in ihrer Antwort auf eine Leserzuschrift auf ihrer Webseite folgendermaßen:

“Grundsätzlich ist EU-Recht für alle Mitgliedländer der Europäischen Union bindend, im Guten wie im Schlechten, also auch für Ungarn oder Deutschland.”

Was lernen wir also daraus?
Dass es völlig egal ist, was ein jedes Land für Gesetze hat - die Leute in Brüssel können sich, ohne dass das entsprechende Land etwas dagegen tun könnte, über jedes Gesetz hinwegsetzen und es als nutzlos bezeichnen.

Was lernen wir noch?
Geld regiert auch Brüssel.

Und?
Ilse Aigner sorgt sich um ihr Alibi. Nur so kann sie hinterher dastehen und sagen: “Ich war doch dagegen.” Dass sie allerdings davon nichts gewusst haben will, wäre eine heuchlerische Lüge in ebensolchem Spiel.

Thx He-Ka-Te via Duckhome


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Die Arche für Pflanzen: 53.000 Pflanzenarten in Sicherheit - offene Fragen
02/18/2009 09:51 PM

Von He-Ka-Te - www.duckhome.de

(n-tv.de)

Mit einer der größten biologischen Rettungsaktionen sollen 100.000 bedrohte Getreide-, Gemüse- oder Fruchtarten bewahrt werden. Die Aktion ist nach Angaben ihrer Initiatoren bislang erfolgreich, denn mehr als die Hälfte der Arten sei schon eingelagert.

Weiter heißt es:

Ziel der Aktion ist, die Samen von allen bedrohten Nutzpflanzen so zu lagern, dass sie künftigen Generationen trotz veränderter Klima- und Umweltbedingungen bei Bedarf zur Verfügung stehen.

Man lasse sich das besagte Ziel auf der Zunge zergehen!
Es handelt sich um einen Einlagerungsprozess. Bei Bedarf soll das gelagerte Pflanzengut trotz veränderter Klima- und Umweltbedingungen wieder ausgebracht werden. Zwei Fragen stellen sich:

1. Wie können sich Pflanzen an veränderte Umweltbedingungen anpassen, wenn sie von dem Veränderungsprozess ausgeschlossen werden?

2. Vor was will man die “Reinsaaten” tatsächlich schützen?

Die Sicherung verschiedenster Pflanzenarten übernahmen früher, u.a., botanische Gärten. Ist die jetztige Verbringung und Abschottung der Pflanzen in ihrer Reinform vielleicht einfach nur ein Alibi, welches eingesetzt wird um die Verunreinigungen der Gentechnik-Industrie und ihren sämtlich möglichen Auswirkungen (mit Pestizid- und Insektizideinsätzen verwoben) weltweit rückgängig machen zu können?

Die gleiche Antwort ergäbe sich aus den bereits bestehenden Datenbanken über tiergenetischen Ressourcen.
Es erinnert alles schwer an das sogenannte “Vampir-Projekt”: Letzter Ausweg… Samenbank:

Egal über welches der Projekte man sich informiert, wird einem sehr schnell auch das Thema „Klima" um die Ohren gehauen. Medien tun - im Verbund mit Politik - ihr nötigstes. Und auch die EU spielt mit. Und weil das ja alles immer noch recht human klingt und vielleicht nicht unbedingt für das Quentchen an Lesern sorgt die es tatsächlich zu interessieren hat, legen wir noch eins nach. Das Großangelegte Samenbank-Projekt wird mitfinanziert von Monsanto, DuPont, Rockefeller, FAO und anderen Namhaften Zwiegestalten bzw. Zwiefirmen. Bei der Ark-Genomics Konferenz finden wir zu allem Überfluss auch noch Roche.

Wer jetzt meint hier sei eine weitere Verschwörungstheorie gesponnen, den beglücken wir noch mit dem 1991 ins Leben gerufene Human Genome Diversity Project:

„Im Rahmen dieses äußerst umstrittenen internationalen Forschungsprogramms sollen u.a. 720 vom Aussterben bedrohte Volksgruppen erfasst werden. Dabei werden Blut- und Gewebeproben gesammelt, die Aufschluss über besondere genetische Anlagen geben können.

[..] Doch während die Debatte um dieses Projekt noch andauert, schaffen die Konzerne vollendete Tatsachen: Die weltweite Jagd nach seltenen menschlichen Genen läuft auch ohne das “Human Genome Diversity Project” auf vollen Touren. Mit großem Einsatz spielen die Firmen weltweit Monopoly um die Nutzungsrechte an den Genen bestimmter Bevölkerungsgruppen.", schrieb Greenpeace.

Alejandro Argumedo sprach im Dokumentarfilm „Leben außer Kontrolle", dass das Human Genom Diversity Project auch Vampir-Projekt genannt wurde. „Sie waren wie Vampire, die um die ganze Welt fliegen und den Menschen das Blut aussaugen – sehr schnell – und dann kehren sie zurück und lagern es, um es später zu verdauen – als Geld.

Bei einem Fall, den wir gerade verfolgen, geht es um einen Lakto-Bazillus. Dies ist ein Bakterium, das von der Brustrüse einer Frau aus Cuzcoku in Peru entnommen wurde, wo auch ich herkomme, und es gibt eine Firma in Schweden, die mit diesem Laktus Bazillus Joghurt herstellt, der, so weit ich weiß, sehr beliebt ist. Und natürlich verdienen sie damit Millionen von Dollar. Diese Frau in Peru weiß nicht, dass ein Teil ihres Körpers einer Firma in Schweden gehört, die damit Geld macht. Und weder die Regierung, noch die verantwortlichen Authoritäten, die sich mit dem illegalen Diebstahl beschäftigen sollten, unternehmen etwas dagegen. Wenn man die Home-Page der Firma anschaut, ist es so ungeheuerlich, denn das erste, was man sieht ist der Machu Picchu, und da steht: Vom reinsten Ort der Welt kommt der reinste Joghurt.
Das ist die Sorte Mensch, die hinter unseren Genen her ist."

Und nun sind Sie gefragt, verehrter Leser - verehrte Leserin. Nur zwei Stichpunkte sollen zum Denken anregen:

- DNA Datenaustausch und Speicherung zwischen den internationalen Behörden
- DNA Massentests

Glauben Sie wirklich irgendjemand interessiert sich im Zuge Ihrer Gesundheit oder gar wegen der internationalen Terrorabwehr für Ihre DNA?

Glaube soll ja bekanntlich Berge versetzten…

Es geht hier allerdings nicht um Glauben; auch nicht um eine atomare Katastrophe oder gar Klimaveränderungen. Es sind Vorsorgemaßnahmen für den möglichen biologischen Supergau - aus Menschenhand!

Weitere Informationen, sowie eine Fülle an weiterführenden Links, finden Sie auf: Radio Utopie

Informationen:

Thx He-Ka-Te via Rebecca


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Neues aus Rorkvell: Die Perle am Main
02/18/2009 08:08 PM

Die Perle am Main. Um diese Perle zu finden, beachte man insbesondere Charismas Schlussatz.

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Linke Zeitung: Verstaatlichen, enteignen
02/18/2009 08:08 PM
Es mutet wie ein Wunder an: noch vor einem halben Jahr wurde das Hohelied der Privatisierung aller möglichen öffentlichen und staatlichen Dienstleistung gesungen, von den “ewigen Selbstheilungskräften des Marktes” schwadroniert und jetzt auf einmal sollen Banken ganz oder teilverstaatlicht werden, oder zumindestens mit Staatssubventionen und Staatsbürgschaften über Wasser gehalten. (http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4037544,00.html) “Verstaatlichung”, “Enteignung”, auf einmal machen in “höchst offiziellen” Medien, von deren Fernlenkung durch dubiose Nachrichtenagenturen, Seilschaften und CIA-Wachhunde wir längst wissen, diese Begriffe die Runde, die vor noch nicht gar zu langer Zeit betrachtet wurden wie aus Satans Waffenkammer persönlich. Klar, die Hintergründe sind bekannt: die ungeheure Zockerei der internationalen Hedgefonds und die daraus hervorgehende Spekulationsblase ist geplatzt und der weltweite Kapitalismus befindet sich im Zustand des Kollabierens. Wir wissen auch, dass unter diesen Bedingungen jede Verstaatlichung und jede Enteignung nichts anderes darstellt als die “Sozialisierung der Verluste” (sprich: die Gesellschaft hat die Kosten der Zockerei zu zahlen), bis die Herrschaften Zocker sich wieder “in der Gewinnzone” befinden und die Profite wieder wie üblich privatisiert werden können. [Link] [Cache]
Generalstreik auf den französischen Antillen: Repression und Riots in Guadeloupe schwellen an
02/18/2009 08:08 PM
Erster Toter am Mittwoch früh zu beklagen. Die Räumung von Straßensperren seit Montag, die massiven Verhaftungen und die rassistischen Beschimpfungen durch „Ordnungskräfte haben eskalierende Wirkung Die administrativ zu Frankreich gehörende Antilleninsel Guadeloupe, auf der seit dem 20. Januar 2009 ein massiv befolgter Generalstreik stattfindet, hat ihren ersten Toten zu beklagen. Am späten Mittwoch Vormittag nach mitteleuropäischer Zeit (gegen 8 Uhr Ortszeit) wurde der Tod des Gewerkschafters Jacques Bino vermeldet. Der circa 50jährige war gewerkschaftlicher Vertrauensmann (délégué syndical) und ein Aktivist des Netzwerks „ Liyannaj Kont pwofitasyon , LKP. Dieses Netzwerk (der Name bedeutet „Kollektiv gegen Ausbeutung , im Hochfranzösischen ergäbe er in etwa „Ensemble contre l'exploitation ) setzt sich aus einem Geflecht von Gewerkschaften, kulturellen Vereinigungen wie etwa karibikfranzösischen Karnevalsgruppen, Stadtteilgruppen und ähnlichen Initiativen zusammen. Es animiert seit nunmehr bald vier Wochen den massenhaft befolgten Generalstreik auf der Insel, der sich u.a. „contre la vie chère , also „gegen das teure Leben richtet. Der Protest wird so mit einem Ausdruck bezeichnet, der im vergangenen Jahr 2008 in drei Dutzend französischsprachiger - vor allem afrikanischer - Länder zur Benennung von Brotrevolten und sozialen Protesten benutzt wurde. Neben den Schwierigkeiten, unter den völlig überteuerten Lebensverhältnissen in den französischen „Überseebezirken (DOM, départements d'outre-mer ) wie Guadeloupe noch halbwegs seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, gehört aber auch der Protest gegen die rassistischen, postkolonialen Gesellschaftsstrukturen auf den Antillen zum Kerninhalt der Bewegung. Getragen wird sie u.a. auch durch Gewerkschaftsstrukturen, insbesondere durch die UGTG (Union générale des travailleurs guadeloupéens), die gleichzeitig die Mehrheitsgewerkschaft auf der Insel darstellt - 52 % der Stimmen bei den Arbeitsgerichtswahlen vom 3. Dezember 2008 - und zu den Kräften zählt, die für eine politische Unabhängigkeit von Guadeloupe gegenüber Frankreich eintreten. Auch die CGT Guadeloupe und die Ableger anderer französischer Gewerkschaften unterstützen den Massenprotest. [Link] [Cache]
Principiis Obsta: Die Finanzmarktkrise
02/18/2009 08:08 PM


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Ergebnis einer Fehlkonstruktion, die wir korrigieren können .

Von WOLFGANG BERGER

In einer kleinen Stadt am Rhein haben ihre prominenten Bürger – Geschäftsleute, der Bürgermeister, der Richter, der Arzt u. a. – gemeinsam diniert, viel Wein getrunken, dann noch erlesene Schnäpse und nach Mitternacht fröhlich und angetörnt das Lokal verlassen. Auf dem Marktplatz war tagsüber Karneval gefeiert worden, ein Karussell mit an Ketten hängenden Sitzen stand da, aber keine Menschenseele war zu sehen.

Einer der Zechbrüder meinte, es wäre doch lustig, jetzt Karussell zu fahren. Jeder fand einen Sitz, der letzte stellte den Motor an und sprang dann auch noch auf. Das Karussell kam schnell in Fahrt, die Sitze kreisten in der Höhe, niemand konnte mehr abspringen. Da bemerkten die Herren, dass sie den Motor nicht mehr abstellen konnten. Sie schrieen nach Hilfe, aber niemand hörte sie.

Um sechs Uhr morgens wurden sie von einem Zeitungsboten entdeckt, der die Feuerwehr alarmierte. Einer aus der fröhlichen Gesellschaft war tot, er hatte einen Herzinfarkt erlitten, drei sind bewusstlos ins Krankenhaus gebracht worden, alle haben einen Schock erlitten und mussten psychologisch behandelt werden.

Das ist eine wahre Geschichte. Sie zeigt, wie es gegenwärtig der Finanzwelt ergeht, die ein globales Karussell in Gang gesetzt hat, das sie nicht mehr stoppen kann und dessen Sitze hoch über dem Boden der realen Wirtschaft in der Luft fliegen.

Die Politik bekämpft nur Symptome

Wenn ein Karussell nicht funktioniert, kann es verbessert werden. Wenn es aber gegen die Naturgesetze konstruiert ist, gibt es nichts zu verbessern und wer es trotzdem benutzt, wird abgeworfen. Offenbar bereitet der Planet Erde das gerade mit uns vor.

Unser Geldsystem widerspricht den Naturgesetzen, eine Reparatur ist nicht möglich. Unsere Wirtschafts- und Finanzordnung ist Menschenwerk – keine göttliche Schöpfung wie die Natur. Die Naturwissenschaften suchen die Geheimnisse des Kosmos und der Natur zu entschlüsseln und nicht, die Naturgesetze zu verbessern. Die Wirtschaftswissenschaftler müssen sich aber fragen lassen, ob sie nicht besser den Ingenieuren bei der Konstruktion einer Maschine nacheifern und unsere Geld- und Finanzordnung so entwerfen, dass sie ihren Zweck erfüllt: dem Leben zu dienen.

Das Karussell unserer Finanzmärkte muss immer höher fliegen, um nicht abzustürzen. Weil das aber nicht möglich ist, erleben wir in regelmäßigen Abständen immer wieder Zusammenbrüche. Die weltweitern Rettungsaktionen kurieren Symptome – vielleicht bis eine Revolution das System hinwegfegt, weil die Menschen zu ahnen beginnen, dass es da nicht mit rechten Dingen zugeht.

Die Fachwelt geht von einer Konjunkturkrise oder Depression aus, die veröffentlichte Meinung vom Versagen der Manager und die Politik von unzureichender Kontrolle der Finanzmärkte. Auf diesem Bewusstseinsstand beauftragt die Politik die Fachwelt mit der Konstruktion eines „Sprungtuchs", das die veröffentlichte Meinung zu halten bereit ist – in der Erwartung, dass mit den Opfern aller der Kollaps des Systems verhindert wird und wir in unserer kleinen, sicheren Alltagswelt bleiben können.

Reparaturarbeiten sollen die Fehler beheben und ein System funktionstüchtig erhalten, das die Naturgesetze leugnet. Das aber ist eine fatale Illusion. Unsere Staatslenker ahnen nicht, dass das Karussell eine Fehlkonstruktion ist; sie wissen nicht genug, um eine neue Weltwirtschaftskrise zu verhindern, die wegen der globalen Verflechtungen heute viel dramatischer sein wird als 1929.

Luftbuchungen haben Reichtum gezaubert

Über dem Untergrund eines jährlichen Welthandels von 10 Billionen Dollar und eines Weltsozialprodukts von 50 Billionen Dollar schweben Derivate über 500 Billionen Dollar in den Büchern von Banken und Finanzagenturen, und auf freien Märkte jagen sie mit hoher Geschwindigkeit um den Globus. Die Quelle des die Welt beherrschenden Kapitals sind solche „Luftbuchungen". Führen wir uns die Relationen vor Augen: In 500-Euro-Scheinen gestapelt ist eine Million 18 cm hoch, eine Milliarde 180 m hoch, eine Billion 180 km hoch.

Wie können aus 50 Billionen, die von der Menschheit erarbeitet worden sind, 500 Billionen abgeleitet werden, die in den Büchern stehen? Unsere Geldordnung definiert die Beziehung zwischen der realen und der monetären Welt auf seltsame Weise:

- Geld muss sich immer exponentiell vermehren. Bei einem Zinssatz von 7 Prozent verdoppelt es sich etwa alle zehn Jahre. 100.000 Euro vermehren sich also im ersten Zehnjahreszeitraum um 100.000 Euro, im fünften Zehnjahreszeitraum vermehrt sich dieses Ausgangskapital dann aber schon auf 3,2 Millionen Euro.

- Die Wirtschaft wächst langfristig immer linear. Unser Bruttoinlandsprodukt ist seit fast 60 Jahren stetig in absolut etwa gleicher Höhe gewachsen. Das bedeutet, dass in einer reifen Volkswirtschaft die Wachstumsrate abnimmt. Wenn z.B. zu Beginn hundert Millionen um 15 Millionen wachsen, bedeutet das ein Wachstum von 15 Prozent. Wächst das jährliche Bruttoinlandsprodukt jedoch auf 1000 Millionen, entspricht ein Wachstum von 15 Millionen nur noch eine Steigerungsrate von 1,5 Prozent.

- Als unsere Wachstumsrate über dem Zinssatz lag, konnte das darüber hinaus erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt zwischen den Tarifparteien verteilt werden. Jetzt, wo der Zuwachs unter dem Zinssatz liegt, muss der Fehlbetrag Arbeitnehmern und Arbeitgebern weggenommen werden. Denn die Zinsen müssen gezahlt werden.

Deshalb musste der Anteil der Löhne am deutschen Bruttoinlandsprodukt trotz eines stetigen Wachstums seit 2000 um 10 Prozent fallen. In dieser „Lohnsumme" sind sogar die Millionengagen von Popstars, Spitzenmanagern und -sportlern enthalten. 1990 hat ein Topmanager das 20fache eines Arbeiters verdient, heute das 400fache. Trotzdem war das Jahreseinkommen des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann (ca. 13 Millionen Euro in 2007) nur etwa so hoch oder niedrig wie das Tages(!)einkommen des New Yorker Hedgefondsmanagers John Paulson im vergangenen Jahr.

Die Politik quält sich über Jahre mit der Entscheidung, ob einige hundert Millionen Euro für Investitionen in unsere Zukunft hier oder dort eingesetzt werden können. Sie braucht wenige Tage, um mit hunderten von Milliarden (Dollar in den USA, Euro in Europa) ein Sprungtuch zu spannen, das die Finanzbranche auffängt – mitsamt ihrer „Beute", denn wenn die wertlos wird, ist alles Geld wertlos und die Wirtschaft bricht zusammen.

Der Neoliberalismus ist eine Ideologie

In der heute herrschenden Lehre wird die Wirtschaftswissenschaft wie eine Naturwissenschaft betrieben. Die Schlüsse der reinen Lehre werden mit mathematischer Präzision aus einer Zielfunktion abgeleitet. Danach bewirkt die optimale Zuteilung verfügbarer Produktionsfaktoren ein „soziales Optimum". Nach der Theorie werden die wirtschaftlichen Abläufe durch drei wirtschaftspolitische Stoßrichtungen optimiert:

1. Privatisierung (weil nur private Eigentümer gut wirtschaften und dadurch Wohlstand erschaffen können – also Kapitalismus pur),

2. Deregulierung (weil nur von staatlicher Kontrolle befreite Märkte Angebot und Nachfrage ausgleichen – also Marktwirtschaft pur) und

3. Kürzung staatlicher Leistungen (weil nur Eigenverantwortung und Eigeninitiative Fortschritt bringen – also Wettbewerb pur).

Nach dieser „neoliberal" genannten Lehre hat der Unternehmer eine soziale Verantwortung, die er erfüllt indem er Gewinn erzielt. Je höher sein Gewinn, desto größer sein Beitrag zum sozialen Optimum. Wer sein Eigeninteresse konsequent verfolgt, erschafft damit quasi automatisch auch den größten Nutzen für die Allgemeinheit. Und wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte – z. B. Konjunkturkrisen, Arbeitslosigkeit, Wachstumsschwäche, Inflation – dann nur deshalb, weil noch nicht alles Kapital in privaten Händen ist, weil der Markt noch nicht wirklich frei ist oder weil sich noch immer Leute in den Hängematten des Sozialstaats sonnen.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus ist dieses Credo der Ökonomie mit „Freiheit" gleichgesetzt und weltweit an 90 Prozent der Universitäten gelehrt worden. Es gibt heute kaum noch volkswirtschaftliche Lehrbücher, die diese Denkschule in Frage stellen. Minister, Professoren, Berater von Regierungen in aller Welt und die Führungskräfte bei internationalen Organisationen sind durch diese Schule gegangen und haben sich von der Brillanz der Theorie blenden lassen.

Ein Kreuzzug für den freien Markt hat überall einen unwiderstehlichen Druck für Reformen zur Privatisierung, Deregulierung und zum Abbau staatlicher Funktionen geschaffen. In praktisch jedem Land hat diese Ideologie sich in Gesetzen und neuen Realitäten der Wirtschafts- und Sozialverfassung niedergeschlagen. Der Internationale Währungsfonds hat unter der Leitung von Horst Köhler diese reine Lehre weltweit durchgesetzt.

Die Konstruktion des Systems ist fehlerhaft

Der Nobelpreisträger George J. Stigler, der Ökonom Steve Keen und der Mathematiker Jürgen Kremer haben nachgewiesen, dass das neoklassische Modell auf einem mathematischen Ableitungsfehler beruht und sich die Ergebnisse in ihr Gegenteil

umkehren, wenn der Fehler behoben wird1. Diese Erkenntnis wird von der herrschenden Lehre bis heute ignoriert, obwohl das Modell den Praxistest nicht bestanden hat. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Maurice Allais hat sogar behauptet, nicht die Theorie sei falsch, sondern die Wirklichkeit.

Der Neoliberalismus bestimmt weltweit die Richtlinien der Politik und John Swaiton –Herausgeber der renommierten New York Times vor 40 bis 30 Jahren – hat in seiner Abschiedsrede erklärt warum: „So etwas wie eine freie Presse gibt es nicht… Die eigentliche Aufgabe des Journalisten besteht darin, die Wahrheit zu zerstören, faustdicke Lügen zu erzählen, die Dinge zu verdrehen und sich selbst … für sein tägliches Brot zu verkaufen. … Wir sind nichts weiter als intellektuelle Prostituierte."

Seit dem Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn wissen wir, dass jede Wissenschaft auf Paradigmen aufbaut, die niemand beweisen kann, sondern die wir glauben müssen. Wenn das sogar für Naturwissenschaftler gilt, dann erst recht für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. „Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr in den neuen Ideen, als in der Befreiung von den alten, die sich bei allen … bis in den letzten Winkel ihres Denkens verzweigen", hat der große Ökonom John Maynard Keynes die Scheuklappen der Fachwelt umschrieben. Zu allen Zeiten haben die Wirtschaftsfachleute die Interessen der jeweils herrschenden Klasse vertreten:

Wie Wirtschaftssysteme sich selbst zerstören

Im 14. Jahrhundert haben sie für die Privatisierung der Staatseinnahmen gesorgt. So kam es im Jahre 1342 unter Edward III. in England zum Staatsbankrott. Die Folgen haben die Bankiers dann allerdings ebenso wenig beherrschen können, wie unsere Zechbrüder die Drehungen des Karussells: Das europäische Finanzsystem brach zusammen und löste hundert Jahre Hunger, Seuchen und Kriege aus, in denen ein Drittel der europäischen Bevölkerung umkam.

Im 18. Jahrhundert hat die Schule der Physiokraten das erste in sich geschlossene volkswirtschaftliche System entwickelt; im Boden sahen sie den einzigen produktiven Faktor.

So wurde der mit der Landwirtschaft geschaffene Reichtum den Besitzern des Bodens zugerechnet und die Feudalherrschaft legitimiert. Adel und Geistlichkeit waren zufrieden. Auch diese Lehre hat sich selbst zerstört, indem sie die französische Revolution auslöste.

Im 19. Jahrhundert haben die Marxisten die Arbeit als einzigen Produktionsfaktor anerkannt, ihm das Produkt der Arbeit zugerechnet und damit die Macht der Funktionäre legitimiert,

die sich als Interessenvertreter der Arbeiterklasse ausgegeben haben. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus gilt diese Lehre als praxisuntauglich.

Im 20. Jahrhundert hat dann der Kapitalismus die Welt erobert – zunächst in der von Keynes empfohlenen Ausprägung mit staatlicher Lenkung. Aber die Keynesianer haben es versäumt, die Lehre ihres Meisters ökologisch, arbeitsmarktpolitisch und sozial neuen Gegebenheiten anzupassen und wussten nicht, wie sie der Stagflation (Stagnation und Inflation) begegnen sollten, die es nach Keynes gar nicht geben kann.

Anfang der siebziger Jahre hat sich deshalb der Kapitalismus neoliberaler Ausprägung durchgesetzt, nach der das Kapital der entscheidende Produktionsfaktor ist. Der freie Fluss globaler Kapitalströme – von der unsichtbaren Hand des Marktes ihrer besten Verwendung zugeführt – ist seitdem das Dogma der Ökonomie. Für Kapital und die von ihm finanzierten Investitionen darf es keine Grenzen geben. Dass die Grenzen für die Opfer – Menschen – dann geschlossen werden müssen, ist evolutionäre Auslese: Die Tüchtigen setzen sich durch; die Macht der Kapitaleigner ist effizient und deshalb legitim.

Wie bei jedem anderen System zuvor erleben wir gerade, wie auch diese Form kapitalistischer Marktwirtschaft an ihren eigenen inneren Widersprüchen zerbricht. Die weltweiten Rettungsaktionen von Notenbanken, Regierungen und den Washingtoner Finanzbabylons verlängern das Siechtum; den Untergang des Systems können und werden sie nicht verhindern.

„Fließendes Geld" braucht keine Krisen

Wenn wir die Geschichte studieren, ist es erstaunlich, dass die Zeiten großer kultureller Blüte und breiten Wohlstands in der Bevölkerung Zeiten waren, in denen als Zahlungsmittel etwas gedient hat, das wir heute „fließendes Geld" nennen. Alte Sprichwörter sagen uns, worauf es ankommt: „Der Rubel muss rollen" oder „Taler, Taler, du musst wandern, von der einen Hand zur andern".

Geld erfüllt seine Funktion nur, wenn es reibungslos umläuft – also fließt – und in dem Maße vermehrt wird, in dem auch die reale Wirtschaft wächst: linear, nicht exponentiell. Seit Jahrhunderten hat es immer wieder Wirtschaftskrisen gegeben:

- Entweder hat die Geldzirkulation nicht funktioniert. Wenn das Geld nicht fließt, fehlt es dort, wo es gebraucht wird – bei denen, die arbeiten und konsumieren wollen.

- Oder die exponentielle Vermehrung des Geldes hat „Finanzstauseen" entstehen lassen, aus denen der Finanzmarkt schöpft und damit ein globales Monopoly spielt. Auch dann steht es für Investitionen oder für den Konsum nicht zur Verfügung.

In der Geschichte hat es lange Perioden von Wohlstand, einer gerechten Vermögensverteilung und Frieden gegeben, die wir auf eine andere, bessere Geldordnung zurückführen können: Geld wird mit einer Gebühr für Lager-, Liege- oder Nutzungskosten belastet, die wir auch negativen Zins nennen können.

Das bewirkt, dass diejenigen, die Geld haben, die Gebühr zu umgehen suchen. Dazu müssen sie ihr Geld ausgeben oder investieren. Das wiederum hat zur Folge, dass sich

die Vermögen nicht exponentiell – krebsartig – vermehren und damit die Realwirtschaft zersetzen. Investitionen vermehren das Vermögen im Durchschnitt so, wie auch die reale Wirtschaft wächst. Dieses System braucht keine Krise mehr.

Historische Vorbilder geben uns Hoffnung

Vor 8.000 Jahren haben die Sumerer mit „fließendem Geld" tausend (!) Jahre lang in Wohlstand und Frieden gelebt. Das hat es ihnen auch ermöglicht, ein trockenes Tal in ein landwirtschaftliches Paradies zu verwandeln, die Schrift und das Metallhandwerk zu erfinden.

Von 1150 bis 1450 haben die Mitteleuropäer mit fließendem Geld hunderte prachtvoller mittelalterlicher Städte gebaut, die schönsten Dome und Kathedralen der Welt errichtet, ärmliche Fischerhäfen um Ost- und Nordsee in reiche Hansestädte verwandelt und 300(!) Jahre Frieden gehabt – zeitweise mit nur vier Arbeitstagen in der Woche.

In der großen Wirtschaftskrise ab 1929 haben Gemeinden mit fließendem Geld die Arbeitslosigkeit überwunden und sich eine moderne Infrastruktur geschaffen. Die Finanzexperten allerdings haben diese Experimente als groben Unfug bezeichnet und die Zentralbanken Verbote durchgesetzt.

Ein Rettungsprogramm für die Krise

Die Lehre aus den historischen Beispielen ist einfach: Geld schafft Wohlstand, sobald es zinsfrei fließt: Von den Girokonten könnten heute z. B. monatlich ¾ Prozent Gebühr abgebucht werden. Bei Terminanlagen reduziert sich der Satz auf bis zu ¼ und bei langfristigen Investitionen entfällt er ganz. Bargeld gibt es entweder nur in Form von Geldkarten, und mit dem Mobiltelefon können wir im Online Banking Gutschriften entgegennehmen. Oder aber in die Geldscheine werden Chips eingebaut, die die monatlich fällige Gebühr jedes Mal anzeigen, wenn der Schein im Prüfgerät der Bank oder des Einzelhändlers auf seine Gültigkeit überprüft wird. Dann muss die Gebühr bezahlt werden und das Gerät aktualisiert den Schein.

Wenn auf dem Finanzmarkt noch ein Zins gezahlt wird, erhöht die Zentralbank die Gebühr geringfügig, bis der Marktzins Null ist. Wird der Marktzins negativ, reduziert die Zentralbank die Gebühr, bis der Zins wieder Null wird. In Verbindung mit dieser Feinsteuerung kann die Zentralbank den Geldwert durch die Steuerung der Geldmenge stabil – die Inflation also exakt auf Null – halten.

Geldwertstabilität macht finanzielle Dispositionen langfristig berechenbar und bietet Sicherheit für Vorsorgemaßnahmen aller Art. Unternehmen können sich – gegen Sicherheiten wie heute – zinslos Kredite beschaffen und das löst einen beispiellosen Investitionsschub aus. Der Staat kann sich teilweise aus der Geldgebühr oder -steuer finanzieren und andere Steuern senken. Die öffentlichen Haushalte vermeiden langfristig

den heute zweithöchsten Budgetposten – den Schuldendienst – und können in Infrastruktur investieren.

Die großartigste Konsequenz fließenden Geldes aber ist, dass unsere Arbeitseinkommen erheblich anwachsen: Jedes Produkt, das wir kaufen, hat viele Verarbeitungsstufen in der Wertschöpfungskette hinter sich. Jede Stufe von Herstellung, Transport, Lagerung und Verkauf ist kapitalintensiv. Die Kapitalkosten (Zinsen oder kalkulatorische Zinsen) müssen

in den Preis hineinkalkuliert werden. Auch wer vollkommen schuldenfrei ist, bezahlt mit jedem Euro, den er ausgibt, im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent Zinsen.

Wenn wir zusätzlich noch die Steuerlast in sämtlichen Wertschöpfungsstufen und auch bei den Konsumenten berücksichtigen, kommen wir auf ungefähr 50 Prozent Zinsanteil in den Preisen. Mit anderen Worten: Auch wenn wir schuldenfrei sind, zahlen wir im Durchschnitt ungefähr die Hälfte von jedem ausgegebenen Euro für Zinsen. Und wenn

die – als eine segensreiche Folge fließenden Geldes – sinken, steigen die Arbeitseinkommen entsprechend.

Viele wollen dann vielleicht mehr ausgeben. Aber viele werden lieber weniger arbeiten und Halbtagstätigkeiten anstreben; das Arbeitsangebot geht zurück. Im frühen Mittelalter sind die Baudenkmäler und Reichtümer in teilweise nur 30 Arbeitsstunden in der Woche erschaffen worden. Beim heutigen Stand der Technik wären 20 Stunden genug, ohne dass wir unseren Lebensstandard einschränken müssten. Nach den Gesetzen des Marktes werden die Arbeitseinkommen steigen, mit ihnen die Altersrenten und für viele öffentliche Aufgaben werden plötzlich Mittel verfügbar sein.

Die „Natürliche Wirtschaftsordnung"

Silvio Gesell hat in einem umfangreichen Werk vor hundert Jahren begründet, warum fließendes Geld Krisen dauerhaft verhindert, eine faire Verteilung garantiert und Nachhaltigkeit rentabel werden lässt. Seine Ansätze sind von bedeutenden Ökonomen (John Maynard Keynes und Irving Fisher) gewürdigt worden. Keynes hat – wie Gesell – ebenfalls die Einführung „künstlicher Durchhaltekosten" auf liquide Mittel empfohlen.

Geld bringt mehr Menschen um den Verstand als die Liebe. Sobald wir aber den Konstruktionsfehler der Marktwirtschaft – unser destruktives Geldsystem – erkennen

und fließendes Geld einführen, sind wir nicht länger Sklaven der Wirtschaft. Die Wirtschaft wird dann von selbst dem Leben dienen – und damit auch den Menschen.

Wenn die gegenwärtige Krise bewirkt, dass dieses Konzept an die heutigen Gegebenheiten angepasst und umgesetzt wird, haben wir ein Karussell, das nicht abhebt, sondern auf dem Boden der Realwirtschaft bleibt und uns reines Vergnügen bereitet. Unser wunderschöner kleiner Planet kann dann wieder zu dem Paradies werden, als den Gott ihn erschaffen hat. Das zu erreichen ist – aus höherer Sicht – der tiefere Sinn der gegenwärtigen Krise, die ich deshalb willkommen heiße.

Quelle: Hintergrund

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"Die Dreckschleuder": "3 Strikes"… Ene mene mu, raus bist du…
02/18/2009 08:06 PM

EU-Datenschutzbeauftragter gegen Internetsperren bei Copyright-Verstößen
Der europäische Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx hat sich in einer erneuten Stellungnahme zur laufenden Novellierung des EU-Telecom-Pakets entschieden gegen Bestimmungen zum Kappen von Internetverbindungen nach wiederholten Urheberrechtsverletzungen in einem “3 Strikes”-Verfahren ausgesprochen (PDF-Datei). Vielmehr drängt er auf die Wiedereinführung des Änderungsantrags 138 des EU-Parlaments an der Rahmenrichtlinie zur Regulierung des Telekommunikationsmarkts. Damit wollten die Abgeordneten sicher stellen, dass “Eingriffe in die Rechte und Freiheiten der Endnutzer” nur nach Einschaltung der Justizbehörden erfolgen dürften. Der EU-Rat strich diese Passage Ende November aus seiner Position zu dem Reformvorhaben. Beide Seiten arbeiten derzeit an einer gemeinsamen Linie.
Gegen die von Rat und Parlament geforderte verstärkte “Kooperation” zwischen Internetprovidern und der Unterhaltungsindustrie hat Hustinx prinzipiell nichts einzuwenden, solange es dabei um den Versand allgemeiner Copyright- oder Sicherheitshinweise an die Nutzer gehe. Persönliche Anschreiben an Surfer, die sich angeblich Urheberrechtsverstöße zuschulden kommen lassen haben, sowie Androhungen von Internetsperren lehnt der Datenschützer dagegen ab. Auf jeden Fall müsste eine systematische Überwachung der Nutzung etwa durch “Deep Packet”-Kontrollverfahren ausgeschlossen werden.

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Querschüsse: "US-Baubeginne wieder mit neuem Allzeittief"
02/18/2009 08:05 PM
Immer weiter abwärts - auch im Januar 2009 fallen die US-Baubeginne Housing Starts auf den tiefsten Stand seit Beginn der Datenermittlung im Jahr 1959! Ein unvorstellbarer Niedergang der privaten Wohnungsbauinvestitionen!

> Die Baubeginne insgesamt mit 460'000 Wohneinheiten dunkelblau , aufs Jahr hochgerechnet SAAR . Die Baubeginne der Einfamilienhäuser rot mit nur noch 347'000 Einheiten, ebenfalls auf den tiefsten Stand seit 1959. Quelle Chart: Calculatedriskblog.com <

Die Baubeginne insgesamt stürzen wieder um unglaubliche um -16,8% zum Vormonat ab! Im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um -56,2%! Beim Hoch im Januar 2006 wurde mit dem Bau von 2,307 Millionen Wohneinheiten auf Jahr hochgerechnet begonnen. Dies bedeutet einen Rückgang der Baubeginne seit dem Hoch von -80,6%!

Wenn das keine schwere Depression ist?

Die Baubeginne gelten als ein Indikator für die aktuelle Bautätigkeit. Sie verfolgen die Bauanfänge von neuen Einfamilienhäusern, Stadthäusern und Apartmenthäusern, jede einzelne Wohnung wird als Baubeginn gezählt.

Wie brutal dieser Einbruch ist, zeigt sich auch in der Relation zur Bevölkerung. 1959 betrug die Einwohnerzahl der USA 177,135 Millionen! Im Januar 2009 sanken die Baubeginne unter dem Stand von 1959, allerdings bei jetzt 305,844 Millionen Einwohnern!

Auch die Baugenehmigungen sind weiter gesunken, sie beschreiben die Bauaussichten. Im Januar 2009 fiel die Zahl der Baugenehmigungen um -4,8% zum Vormonat auf 521'000 Wohneinheiten SAAR , ein Einbruch von -50,5% zum Vorjahresmonat, ebenfalls der tiefste Stand seit 1959! Das Hoch bei den Baugenehmigungen lag mit 2,216 Millionen Einheiten im September 2005, ein Minus seit dem von -76,5%!

Auch der gestrige NAHB-Index, der National Association of Home Builders / Wells Fargo für den Monat Februar 2009 ist weiter miserabel, er stieg auf 9 Punkte an, nach 8 Punkten im Januar welche den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung der Daten im Januar 1985 darstellten.

> Der Gesamtindex HMI in Nähe des Allzeittiefs mit 9 Punkten. Der NAHB ist dem Verbrauchervertrauen sehr ähnlich. Er bietet ein Sentiment des Baugewerbes und geht aus einer monatlichen Befragung von ca. 400 Bauunternehmern hervor. Quelle Chart: Calculatedriskblog.com <

Der NAHB Gesamtindex driftet seit Mai 2006 unter 50 Punkte und seit April 2008 unter 20 Punkte. Ein Index-Wert unterhalb von 50 Punkten zeigt an, dass die Mehrzahl der Bauunternehmer die aktuellen Marktbedingungen als schlecht bewerten.

Weiterhin bleibt es ein Fakt, dass nicht mal der Ansatz einer Bodenbildung am US-Immobilienmarkt in Sicht ist! Statt mit Liquiditätsprogrammen, Nothilfen und Kreditgarantien die Rettung des spekulativen US-Bankensystem mit mittlerweile mehr als 10 Billionen Dollar zu versuchen, wäre es besser gewesen Teile dieser Summen bereits vor 12 Monaten an der Wurzel des Übels, der Immobilienkrise einzusetzen und nicht zahlungsfähige Hypothekennehmer zu unterstützen. Keine Zahlungsausfälle, keine faulen Hypothekenkredite, keine Foreclosures, kein Desaster bei den Kreditverbriefungen usw. Dies wäre zwar nicht die Lösung an sich, aber es hätte nicht so einen gewaltigen Absturz gegeben!

Reloaded: "Weitere 2 Billionen Dollar fürs US-Finanzsystem" , "8,56 Billionen Dollar an Liquiditätsprogrammen und Kreditgarantien" , "Um 6,1 Bio. Dollar sinkt das US-Immobilienvermögen"

Quellen: Daten Baubeginne, Baugenehmigungen: PDF Census.gov, Daten NAHB: Nahb.org


Off-Topic:
> Der Vertrauensverlust ins Finanzsystem schreitet weiter voran, Gold ist ein Indikator dafür und der Anstieg auf fast täglich neue Hochs der Unze in Euro resultiert u.a. aus Bergen an faulen Krediten in der Eurozone. Nicht nur auf faulen US-Krediten, sondern auch auf den Krediten mit denen der schuldengetriebene Aufschwung in Osteuropa erkauft wurde. Quelle Langfristchart: Stooq.com <

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